Astrazeneca: Morgen soll sich entscheiden, wie es beim Impfen weitergeht

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BRÜSSEL. Zwischenfälle mit Blutgerinnseln schüren Sorge vor dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Die WHO hält die Vorteile für größer als die Risiken. Die entscheidende Bewertung kommt am Donnerstag aus Amsterdam. In Deutschland betrifft die Entscheidung auch Zehntausende von Erziehern und Lehrkräften.

Wie geht es mit Astrazeneca weiter? Foto: Shutterstock

Der in Deutschland gestoppte Corona-Impfstoff von Astrazeneca erhält international Rückendeckung. Am Mittwoch plädierte die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung, da die Vorteile größer seien die Risiken. Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bekundete ihr Vertrauen in den Wirkstoff. Die entscheidende Bewertung für Europa will am Donnerstag die EU-Arzneimittelbehörde EMA abgeben – einen Tag vor dem deutschen Impfgipfel.

Deutschland und andere EU-Länder hatten die Nutzung des Astrazeneca-Impfstoffs vorerst gestoppt. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen. Sechs von zehn Deutschen finden den Astrazeneca-Impfstopp laut einer YouGov-Umfrage richtig.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Vorsichtsmaßnahme. «Wir passen auf, wir nehmen gemeldete Vorfälle ernst, und wenn es was zu überprüfen gibt, dann überprüfen wir es», sagte der CDU-Politiker in einem Facebook-Video.

Er rechne für Donnerstag mit einer Einschätzung der EMA, ob und wie es weitergehen könne. Für den Fall, dass Astrazeneca nicht mehr zum Einsatz kommen sollte – was aber nicht sehr wahrscheinlich sei – würden für ausstehende Zweitimpfungen auch Lösungen zu finden sein. Die Bundesregierung hält jedenfalls an ihrem Versprechen fest, dass alle Erwachsenen in Deutschland bis zum Ende des Sommers das Angebot einer Corona-Impfung erhalten soll. Momentan ist laut Spahn rund jeder zehnte Erwachsene geimpft.

Erzieher und Lehrkräfte wurden in der Impfpriorisierung nach vorne gezogen, um sie mit Astrazeneca impfen zu können. Ihre Impfungen wurden weitgehend ausgesetzt. News4teachers / mit Material der dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Gerade habe ich gelesen, in Berlin bleiben die Impftermine, sie bekommen dann eben einen anderen Impfstoff. Konsequent. Denn die Probleme mit dem höreren Risiko stoppen ja nicht. NRW dagegen, alles bleibt mit Risiko offen, mal schauen, was an Impfstoff so geliefert wird Anfang April. Da wird mir schlecht.

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