Elternsprecher machen Druck auf Schulträger, endlich in mobile Luftreiniger zu investieren

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RHEINE. „Der für die Entwicklung von Kindern so wichtige und bald wieder für alle zu erwartende Präsenzunterricht darf nicht zum ‚Angstfaktor‘ werden“, so meinen die Elternvertretungen der zehn weiterführenden Schulen im nordrhein-westfälischen Rheine. Sie haben sich zusammengeschlossen, um der Kommune – als Schulträger – Druck zu machen. Sie fordern die Stadt auf, endlich in Luftfilteranlagen für Klassenräume zu investieren. Ein exemplarischer Fall: So wie Rheine weigern sich viele Städte und Gemeinden in Deutschland, Geld für einen sichereren Schulbetrieb auszugeben.

Die Schüler sollen unbesorgt im Klassenraum atmen können. Foto: Shutterstock

Die Stadt Rheine hat Luftfilteranlagen in den Schulen im November 2020 und in dieser Woche erneut als ungeeignet verworfen. „Die bisher seitens der Verwaltung zugrunde gelegten wissenschaftlichen Studien für eine Ablehnung von Luftfilteranlagen in den Schulen sind nicht transparent. Evidenz-basierte Fakten des Umweltbundesamtes sind nicht bekannt. Die für die Verwaltung vermeintlich einfachste und günstigste Lösung des Stoßlüftens als Allheilmittel für “sicheren” Unterricht anzusehen, ist nicht nur aus Elternsicht falsch.“

Hintergrund: Studien belegen, dass mobile Luftfilter Corone-belastete Aerosole, also kleinste Schwebeteilchen, aus der Atemluft herausfiltern. Viele Kommunen verweisen aber auf das Umweltbundesamt, das die Geräte in Schulen nur „im Ausnahmefall“ empfiehlt. Wie eine Kleine Anfrage der FDP im Bundestag unlängst ergab, hat das aber nichts damit zu tun, dass die Technik nicht gut funktionieren würde, sondern mit dem finanziellen und organisatorischen Aufwand der Beschaffung. (News4teachers berichtete über den „Luftfilter-Skandal“ – hier.) Ab 3.000 Euro ist Experten zufolge ein professioneller mobiler Luftreiniger zu beschaffen, der den Ansprüchen an den Schulbetrieb genügt – umgerechnet also etwa 100 Euro für jeden Schüler.

„Kinder sind in geschlossenen Räumen im Schulbetrieb einer nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt“

„Raumluftfilter sind keine Anschaffungen nur für den Winter. Die für einen vollständigen Luftaustausch notwendige Querlüftung ist zudem nicht immer möglich. Für ein effektives Lüften werden Temperaturunterschiede benötigt, die mit der wärmeren Jahreszeit nicht ausreichend vorhanden sein werden. In der kalten Jahreszeit ist das zwar möglich, aber nur mit Zittern und Bibbern und Erkältungsgefahr. Und hat jemals jemand an die Heizungskosten gedacht? Kinder sind in geschlossenen Räumen im Schulbetrieb einer nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt, an SARS-CoV-2 zu erkranken, weil die Aerosolbelastung nur mit Lüften nicht weit genug reduziert werden kann“, so schreiben die Elternvertretungen aus Rheine nun in einer gemeinsamen Erklärung.

Sie meinen: „Im Hinblick auf die aktuell deutlich schnellere Verbreitung der britischen Mutation B 1.1.7. von SARS-CoV-2, erwiesenermaßen auch durch Jugendliche und Kinder, darf der Aspekt der Spätfolgen dieser Erkrankung nicht vernachlässigt werden. Bis heute ist es in Rheine bereits zu Ansteckungen mit dieser hochansteckenden Variante gekommen. Die Variante ist auf dem Vormarsch und es steht zu befürchten, dass sie mit der kommenden Öffnung der Schulen für weiteren Präsenzunterricht leider wieder einen guten Nährboden erhalten wird.“

„Mit dem Einsatz von Luftfilteranlagen ist ein langfristiger Nutzen aus Elternsicht gegeben“

Mit zügigem ergänzendem Einsatz von Luftfiltergeräten könne ein effektiver Infektionsschutz und eine effektive Nutzung der Räumlichkeiten bei Wiederöffnung der Schulen und zu allen Jahreszeiten erreicht werden, heißt es. Die Elternsprecher verweisen auf Studien, nach denen die Aerosolbelastung mit solchen Geräten auf nahezu null reduziert werden kann. Räume könnten täglich mehrfach durch verschiedene Gruppen belegt werden. Das betrifft insbesondere Fachräume, Sporthallen, Aula und Mensen.

„Mit dem Einsatz von Luftfilteranlagen ist ein langfristiger Nutzen aus Elternsicht gegeben. Allen Impfbemühungen zum Trotz, wird uns auch das COVID-19-Virus in voraussichtlich mehreren Mutationen noch lange weiter begleiten. Impfstoffe für Kinder unter 16 Jahre sind zudem noch gar nicht vorhanden. Die Impfungen der Lehrkräfte allein bieten hier für die Schülerinnen und Schüler keinen ausreichenden Schutz. Auch neue Möglichkeiten von Teststrategien machen Schule nicht sicherer.“

Vom Land Nordrhein-Westfalen seien Konzepte nicht zu erwarten, das habe das vergangene Jahr mit Pandemie bewiesen. „Die Tatsache, dass nach der ersten Welle die Schulen als sicher deklariert wurden, sie dann doch geschlossen wurden, weil sie es eben nicht sind und sie nun wieder öffnen sollen, birgt die aus Elternsicht große Gefahr eines erneuten Kreislaufs. Daher soll auf der örtlichen Ebene so viel wie möglich und nötig für einen effektiven und sicheren Schulbetrieb getan werden.“

Fazit der Elternvertreter: „Raumluftfilter wirken präventiv, ein Sparkurs auf Kosten unserer Kinder nicht“. News4teachers

Bürgermeister kaufen Schulen keine Luftfilter, weil die Pandemie bald vorbei ist

 

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25 KOMMENTARE

  1. Genau so muss es laufen – Lehrer haben es vergeblich versucht, Eltern können es vielleicht erreichen.
    Im Idealfall können die Geräte dann auch – bei wie genannt zu geringem Temperaturaustausch oder fehlender Möglichkeit einer Querlüftung – aktiv Frischluft zuführen.
    Eigentlich sollte so viel Voraussicht selbstverständlich sein.
    Für KM und Kommunen offenbar nicht im Bereich des Denkbaren.
    Sogar Firmen/Arbeitgeber der Eltern sollte ein Interesse daran haben, solche Investitionen zu forcieren und vielleicht sogar finanziell zu unterstützen.
    Vielleicht haben wir dann sogar in den nächsten Jahrzehnten im Winter kaum noch Kinder (und Lehrer) mit Grippe und Co, keine Eltern, die Kinderkrankentage nehmen müssen…
    keine Vertretungspläne mehr, kein Unterrichtsausfall, keine halben Klassen zu Hause im Bett, vielleicht wären sogar die gesteckten Unterrichtsziele unter diesen Bedingungen erreichbar?!

  2. Ich wäre hier dankbar, wenn möglichst viele Positiv-Beispiele posten könnten, wie dies mancherorts erreicht wurde, Lüfter installiert zu bekommen per Elterninitiative. In einem anderen Beitrag war doch neulich so ein schönes Beispiel, war das nicht aus Mainz oder so?

    Lasst uns das aufgreifen und dann kann jeder vor Ort eine Initiative ergreifen (wenn er oder sie mag) und es ebenfalls versuchen. Vielleicht schaffen wir zumindest was auf lokaler Ebene.

  3. Währenddessen „desinfizieren“ wir an unserer Schule in den „Pausen“ zwischen den Gruppen mit Glasreiniger die Tische.

    Meine Privatausgaben für anständiges Desinfektionsmittel und Masken könnten bald eine kleinfamilie über Wasser halten.

    So wie ich das einschätze, kommen solche Geräte frühestens dann flächendeckend in den Schulen an, wenn die Pandemie vorbei ist.

  4. Nach der Pandemie ist vor der Pandemie !
    Schweden hat nach der Grippewelle 2017/18 angefangen, alle öffentliche Gebäude (auch Schulen) mit Lüftungsanlagen incl. Virenfilter auszustatten. Was ihnen in der Pandemie entgegenkam.

    In Deutschland scheint es egal zu sein, wie viel Unterricht für SuS wegen Erkrankung des Lehrpersonals ausfällt, auch schon vor Corona.
    HAUPTSACHE: die Kinder sind entsorgt.
    Und die Schwarze Null steht.

    Es sind in den Monaten seit Ende Dezember noch nie so wenige Arbeitsstunden wegen Krankheit ausgefallen. Covid betraf die im Homeoffice arbeitende Bevölkerung ja nur perifär.

    Es ist kaum Unterricht ausgefallen, da fast alle gesund waren.

    Ok, ich verstehe die Ärzte, besonders die Kinderärzte, denen die Patienten wegbrechen und deren Existenz gefährdet ist.
    Aber da könnte man, z.B. durch Wertschätzung der Beratung, möglicherweise für bessere Einnahmen sorgen.

  5. Es wird ziemlich sicher der Tag kommen, wo Menschen über 16 weitgehend durchgeimpft sind. Dann sind Jugendliche/Kinder unter 16 bei denselben mangelhaften Schutzmöglichkeiten in Schule/Kita die letzten Altersgruppen, wo sich die (wahrscheinlich noch besser angepassten) Virus-Varianten noch austoben, solange kein Impfstoff für unter 16 flächendeckend verimpft werden konnte. Eine Anpassung an Jüngere scheint bei den jetzigen Mutanten bereits vorzuliegen.

    Darum ist es absolut nicht aufschiebbar alle auch nur irgendwie technisch und organisatorisch möglichen Schutzmaßnahmen und -ausstattungen zu realisieren. Das vermeintliche Einsparen von Aufwand und Kosten bei Luftfiltern, ÖPNV u.a.m. für Schule und Kita war sicher einer der größten Irrtümer in dieser Pandemie.

  6. Entgegen gewisser wissentlich verwässernden Vermeldungen gibt es Erkenntnisse aus wissenschaftlich wissensschaffenden Kreisen, die hoffen machen, dass durch Luftfilter selbst heiße Luft infolge politischer Ausreden unschädlich gemacht wird. Diverse Ministerien und Ämter bauen offenbar bereits seit Monaten auf diese Geräte zum Eigenschutz.

  7. I’m Kampf gegen Korona müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.
    Ausgerechnet den Kindern Luftfiltergeräte zu verweigern ist völlig unverständlich.

    Kinder können frühestens Ende des Jahres geimpft werden.
    Vielleicht auch erst im Frühling 2022.
    Ist das Schicksal der Kinder den Verantwortlichen völlig egal?

  8. Der Witz ist ja, dass auch immer wieder mit der störenden Lautstärke argumentiert wird. Also, was auch im ländlichen Bereich alles an Lärm durchs offene Fenster kommt: Baustellenlörm, Kettensägen, Laubsauger, Pausenlörm durch versetzte Pausen… Da kann kein Raumluftreiniger mithalten.

    • Genau, Lanayah,
      In Städten kommt ja nicht nur das Grünflächenamt mit seinen Maschinen (Laubbläsern, etc.), sondern auch die lärmende S-Bahn alle 5 Minuten, der „normale“ Straßenlärm, die Sportstunden auf dem Schulhof, Rettungs- und Polizeiwagen mit Sirenen, usw. dazu.
      Bisher wurden all unsere Beschwerden mit dem Hinweis, keiner zwinge uns die Fenster zu öffnen, abgewiegelt. Lüftungsklappen in den Pausen zu öffnen würde reichen, auch bei 38°Außentemperatur und schlecht isoliertem Flachdach.
      Nun müssen wir lüften und es wurde uns versprochen, sich des Problems zeitnah anzunehmen. Das war im Mai 2020!

  9. In Detmold hat die Stadt einer Grundschule mit 12 Lerngruppen zwei Luftfiltergeräte zur Verfügung gestellt. Das hat der dortige Rektor moniert und nach der Ablehnung seitens der Stadt, weitere Geräte anzuschaffen, weil zu teuer haben Förderer den Ankauf der fehlenden 10 Geräte zugesagt. Ala sie Stadt das erfuhr hat sie den Betrieb dieser 10 mit den bereits von der Stadt gekauften identischen Geräten untersagt, weil … tatatata!!! … privat angeschaffte Geräte in der Schule nicht aufgestellt und betrieben werden dürfen.
    Unser Verwaltungswahnsinn wird uns irgendwann einmal noch mehr Leben kosten…nämlich dann, wenn wir alle vor vollen Kühlschränken sitzen aber nichts essen, weil wir auf die Erlaubnis seitens der Behörden dafür warten. Wir sind so doof….vielleicht haben wir es auch nicht besser verdient.

    • @Andre Hog

      Yeeeaaaha!
      Demzufolge: Nie mehr korrigieren!
      Meine Rotstifte sind ausnahmslos privat angeschafft und dürfen nicht betrieben werden.
      Alle mitmachen.
      😉

        • Auch meine Masken sind überwiegend privat (Es gab tatsächlich vor 2 Monaten mal 10 FFP2-Masken vom Arbeitgeber.)

          • Ich frage mich auch, ob wie KuK denn dann in Schulen in Betrieb genommen werden dürfen, denn letztlich sind wir ja auch alle privat angeschafft worden…was der Staat / die Länder ja genau genommen tun ist, dass sie unsere Betriebskosten bezahlen…ich muss mal Rücksprache mit meiner hochbetagten Mutter halten. 😉

  10. Das ständige Lüften im Winter ist extrem klimaschädlich.

    Dabei gibt es leise kostengünstige Ventilatoren mit Wärmetauscher die für frische Luft sorgen, aber nicht die ganze Wärme nach draußen lassen. (Frischluftwärmetauscher)

    Solche Ventilatoren mit Luftfiltergeräten zu kombinieren, ist eine optimale Möglichkeit normalen Unterricht durchzuführen.

    • In den Ländern Skandinaviens schon lange Standart, da es im Winter recht kalt wird.

      Ich erinnere mich noch an die Mitteilung unseres Schulträgers im Januar 2020:
      …. möchte ich alle Schulbedienstete darauf hinweisen, dass eine Lüftung der Klassenräume nur in der Pause über die Lüftungsklappe stattfinden soll. In der Zeit müssen die Heizkörper, wenn möglich, zugedreht werden….
      Dann kam noch ein Hinweis auf Fridays for Future und den Klimaschutz. CO2 war überhaupt kein Problem! Klimaschutz war wichtig!
      Nun frieren wir in ständig gelüfteten Klässenräumen , (besonders toll, wenn Klassenarbeiten geschrieben werden müssen, ) Klimaschutz ist obsolet und alles starrt nur auf die CO2 Ampel, die bitte endlich auf „grün“ wechseln soll, damit wir die Fenster schließen können.

  11. Wenn sich die Eltern einig wären, wäre das Problem innerhalb weniger Wochen gelöst. Es würde vollkommen reichen, wenn alle ihre Kinder zu Hause behalten und eine klare Ansage machen, dass sie erst wieder in die Schule kommen werden, wenn es da Luftfilter gibt. Ich glaube nicht, dass irgendjemand auf die Idee kommen würde, flächendeckend Strafen wegen Verstoßes gegen die Schulpflicht zu verhängen.

    Eltern sind für die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder verantwortlich. Diese muss auch in der Schule gewährleistet werden.

    Tatsächlich benutzen ja sogar die Befürworter von „Schulen sofort und ohne Schutz aufreissen“ das Argument des Kindeswohls, bloß eben in umgekehrter Richtung, um sie nämlich in die Schule zu zwingen. Damit löst man sicher einige Fälle von Kindesmißhandlung im Elternhaus, zwingt aber zugleich die Mehrheit, die zu Hause nicht mißhandelt wird, in eine Situation, die das Kindeswohl ebenfalls stark gefährdet (tote oder kranke Eltern tragen sicher nicht zum Kindeswohl bei, ebenso ist das bewusste Inkaufnehmen von Infektionen mit unbekannten Spätfolgen bei Kindern kaum mit dem Kindeswohl vereinbar).

    • Leider würde da – wie bei so vielem in Deutschland – die Bürokratie im Wege stehen. Bis die Luftfilter wirklich in den Klassenzimmern stünden, wäre das Schuljahr vorbei..

  12. In der Rheinpfalz stand heute, dass das Thema „Luftfilter“ für den Kreis Germersheim vom Tisch ist. Laut Aussage vom Bürgermeister Schaile ist „Lüften“ das BESTE Mittel gegen Aeorosole. Sie wollen eine Kombi aus Lüften und Impfen für Lehrer und Erzieher.
    Es ist einfach verlogen. Dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und sagen, dass Luftfilter zu teuer sind. Beim Impfen vergisst man, dass der Kreislauf nicht unterbrochen wird, da Kinder es ja trotzdem verbreiten und weiter tragen und in absehbarer Zeit nicht geimpft werden und pädagogisches Personal lediglich vor einem schweren Verlauf geschützt wird, wobei selbst dies noch nicht bewiesen ist.

  13. „Laut Aussage vom Bürgermeister Schaile ist „Lüften“ das BESTE Mittel gegen Aeorosole. “

    Ist der Mann Experte für Luftströmungen? Weiss er überhaupt, was passiert, wenn man die Fenster offen hat und an einem windstillen Tag die Temperaturen drinnen und draußen identisch sind?

    Impfen schützt nicht, solange nicht ALLE Beteiligten geimpft sind. Da es keine Impfstoffe für Kinder gibt, ist dieser Weg erst einmal nicht möglich. Die Impfung der Lehrer als Grund zu nehmen, den Kindern und deren Familien das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu verwehren, ist menschenverachtend!

  14. Schaut man sich z.B. Landtsgssitzungen an, sitzen die Parlamentarier zwischen Plexiglaswänden. In den Büros verfügen die Mitarbeiter über mobile Luftfilter. Wenn das Lüften u. Masketragen ausreichend ist, wieso gilt das dann nur für Schulen?
    An unserer Schule werden die Heizungen zentral gesteuert. D.h., wir lüften und heizen gleichzeitig zum Fenster raus.
    Es gibt, denke ich, viele Gründe, warum sich eine Ausgabe von etwa 100 Euro pro Schüler für diese Luftfilter lohnt.
    Bei den Schulen schalten die Politiker auf stur. Geht es um ihr eigenes Wohl, sieht es anders aus.

  15. Die staatliche Unfähigkeit wird durch das Verhindern von Eigeninitiative nur noch deutlicher (s. Beispielsweise GS Detmold). Mittlerweile leben wir in Schilda. Es gibt auch einen interessanten Asterixfilm dazu. Das Lachen vergeht dabei aber, angesichts der Realität 2021.
    Eigeninitiative ist ja sowas, wie selbstständig denken. Durch PC, Chancel culture uns sonstige, den Gedankenkorridor einengende Haltungen, wird dieses aber eher als Bedrohung, denn als innovatives und solidarisches Denken und Handeln, wahrgenommen. In kleinen Dörfern funktionieren kurze Wege und gemeinsames Handeln noch. Auf höherer Ebene funktioniert nur der Hinweis auf Einhaltung des Amtsweges und die Überprüfung der Rechtssicherheit. Das (geistige) Leben wird immer bengter. Wir werden zur Passivität gezwungen. Land der Dichter und Denker, der Innovation, Wirtschaftskraft (Mittelstand) war einmal. Das Handeln in der Coronasituation führt uns sehr deutlich vor Augen, warum das so ist.
    Leider beweist dies abermals, das viele Amtsträger das Wort „Verantwortung“ nur aus Wahlreden kennen und unfähig/unwillens sind, diese zu übernehmen. Die Verteilung von (Bonus-,Schweige-)Geld an Familien ist einfacher. Als Konsequenz aus dieser unfähigen Schulpolitik (Kindergärten eingeschlossen), wird dann auch noch von Frau Giffey gezogen, dass die staatliche Betreuung weiter ausgebaut werden muss. Wie schizophren ist das?
    Vielen Befürwortern der staatlichen Betreuungspflicht, scheint nicht klar zu sein, dass hier Abhängigkeiten geschaffen werden, die einer Familie nur solange dienen, wie alles „normal“ läuft. Es funktioniert nur mit Anpassung, die nicht alle Kinder leisten können. Kinder sollen schon früh ins Laufrad der Wirtschaft integriert werden. Familiäre Eigenverantwortung könnte den Verlust von Steuereinahmen bedeuten, wenn Väter oder Mütter (nicht gendergerecht) mehr Zeit für die Betreuung der eigenen Kinder aufwenden wollen.
    Tatsächlich ist man einfach nicht willens umzudenken. Planziel- Humankapital optimal (aus-)nutzen- soll mit Planlosigkeit um jeden Preis erfüllt werden, auch unter Zwang (Präsenzpflicht), darf nur nichts kosten (Inklusion, Luftfilter, verringerte Klassenstärke).
    Auch, wenn mein Beitrag gerade vom Thema abschweifend wirkt, so denke ich doch, dass die Haltungen, die hinter einer Ablehnung von Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in Schul- und Betreungseinrichtungen stecken, deulich werden müssen? Was sind unsere Kinder wert? Welches Menschenbild steht hinter der deutschen Familien- und Bildungspolitik, nicht erst seit Corona?
    Wir sind Humankapital. Da gelten betriebswirtschaftliche Maßstäbe. Deutschland 2021.

  16. Offenbar hat in Rheine nun doch die Vernunft gesiegt. Wie ich heute erfahren habe, wurden nun 1,3 Mio. Euro für die Anschaffung von Aerosolfiltern freigegeben. Die Frage ist nun, wie lange es dauert, bis die Geräte nun wirklich in den Klassenräumen stehen.

    Für unsere Logopädische Praxis hatte ich aufgrund der Studie von Prof. Curtius (Goethe Universiät Frankfurt) bereits im Oktober 2020 (!) die dort verwendeten Geräte angeschafft und gleichzeitig die Verwaltung und den Schuldezernenten informiert.

    https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/studie-zeigt-luftreiniger-beseitigen-90-prozent-der-aerosole-in-schulklassen/

    Leider stieß ich dabei immer wieder auf den stereotypen Verweis auf Vorschriften und Bestimmungen. Auch eine grundlegende Sachkenntnis bezüglich des Lüftens (CO2 Reduktion) und des Filterns (Aerosol-Reduktion) konnte ich nicht erkennen. In der Studie wurden, unter realen Bedinungen, im Alltagsbetrieb in einem Klassenraum vier Consumer- Geräte von Philips getestet. Die Ergebniss ist frappierend und eindeutig. Die Kosten für je vier Geräte liegen zurzeit bei ca. 1.100 Euro. Sie sind extrem leise und wartungsfreundlich. Der jährliche Filtertausch soll pro Gerät ca. 70 Euro kosten.

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