Website-Icon News4teachers

VBE-Chef Beckmann greift KMK-Präsidentin Ernst an: “Grenzt an Realitätsverweigerung”

Anzeige

BERLIN. „Die neue Öffnungsstrategie heißt anscheinend ‚Augen zu und durch‘. Was die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst, verlautbaren lässt, grenzt an Realitätsverweigerung”, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), anlässlich der Forderung der KMK-Präsidentin, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), möglichst alle Schulen zu öffnen.

Zeigt sich sauer: VBE-Chef Udo Beckmann. Foto: VBE

«In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen, auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird», hatte Ernst gestern erklärt, wie News4teachers berichtete. Beckmann meint dazu: “Die Rückkehr aller Klassen an die Schulen ist eine Forderung für eine Zeit, in der Lehrkräfte geimpft sind, die Teststrategie implementiert ist und die Hygieneregeln eingehalten werden können. Also nicht jetzt.”

“In der Gruppe der Grundschüler gibt es die höchste Steigerung der Neuinfektionszahlen”

Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigten deutlich, dass in keiner anderen Bevölkerungsgruppe die Neuinfektionszahlen in den letzten beiden Wochen so stark anstiegen wie bei den 0- bis 19-Jährigen. “In der Gruppe der Grundschülerinnen und Grundschüler von 5 bis 9 gibt es von Kalenderwoche 6 zu 8 die höchste Steigerung der Neuinfektionszahlen, nämlich um 43 Prozent. Das wird einfach ignoriert”, beklagt Beckmann.

Anzeige

Zumindest sei die Forderung des VBE umgesetzt worden, die KMK-Statistiken zum Infektionsgeschehen in Schulen wieder zu veröffentlichen. Beckmann: “Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Zahlen müssen nun eingeordnet und dafür genutzt werden, die Dynamik in Schulen zu evaluieren und darauf abgestimmt Maßnahmen zu ergreifen. Alle weiteren Öffnungsschritte müssen auf den Erkenntnissen aufbauen, die wir gerade durch die Öffnung der Grundschulen und die Beschulung der Abschlussklassen erhalten.“

“Wir brauchen eine größere Anstrengung der Politik, den Infektionsschutz an Schule zu gewährleisten”

Beckmann kritisiert insbesondere, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen weitere Öffnungsschritte nicht rechtfertigen: „Obwohl angekündigt, haben noch nicht alle berechtigten Lehrkräfte ein Impfangebot erhalten. Die Schnellteststrategie kann wohl auch erst ab Ostern flächendeckend umgesetzt werden. Zudem sagt die Wissenschaft, dass ein zweimaliges Testen pro Woche notwendig ist, um den gewünschten Effekt eines zuverlässigen Screenings zu erreichen. Vorgeschlagen ist als Mindeststandard aber nur die einmalige Testung. Das passt alles nicht zusammen. Wir brauchen eine größere Anstrengung der Politik, den Infektionsschutz an Schule zu gewährleisten und die ergriffenen Maßnahmen konsequent zu evaluieren.“ News4teachers

Kultusminister öffnen alle Schulen – nach dem Vorbild Österreichs. Dort explodieren gerade die Infektionszahlen unter Schülern

Anzeige
Die mobile Version verlassen