BERLIN. Die als Notbremse gedachte Festlegung der Bundesregierung auf Schulschließungen ab einem Inzidenzwert von 200 wird zum Bumerang: Das Gesetz ist noch nicht vom Bundestag beschlossen, da gibt schon das zweite große Bundesland seinen vorsichtigeren Kurs auf – und öffnet seine Schulen in die weiterhin stark anwachsende dritte Corona-Welle hinein. Baden-Württemberg will ab der kommenden Woche wieder Wechselunterricht anbieten. Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen angekündigt, nächste Woche die Schulen wieder für den Präsenzunterricht im Wechsel zu öffnen.

„Die dritte Welle rollt seit einigen Wochen unerbittlich über das Land. Die Lage ist ernst, ernster als viele glauben.“ Das haben Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem Brief an ihre 14 Amtskollegen in Deutschland geschrieben – erst vor zwei Wochen. Man müsse sich über einheitliche Regelungen für die Schule verständigen, „insbesondere über eine Testpflicht an den Schulen“. „Wer keinen negativen Test hat, soll dann auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können.“ Das sei vor allem deshalb wichtig, weil sich derzeit die britische Mutation unter Schülerinnen und Schülern so stark verbreite – und dann wiederum in die Familien hineingetragen werde, warnten Kretschmann und Söder.
Ein Schwellenwert von 200 für den Kita- und Schulbetrieb wird von Lehrerverbänden als zu hoch kritisiert
Die Testpflicht in Schulen soll nun bundesweit kommen – in Gestalt einer Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, dessen Entwurf das Bundeskabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Woche abgesegnet hat. Gleichzeitig soll darin ein Inzidenzwert von 200 als Grenze für den offenen Kita- und Schulbetrieb festgelegt werden. Dieser Wert wird von Lehrerverbänden wie dem VBE und dem Deutschen Realschullehrerverband als zu hoch kritisiert. Tatsächlich hatten etliche Bundesländer den Präsenzbetrieb in ihren Bildungseinrichtungen bereits unterhalb dieser Schwelle weitgehend eingestellt.
Bei einem Video-Treffen in den Osterferien war sich Kretschmann noch mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern einig, dass es Schulöffnungen oberhalb eines Inzidenzwertes von 100 nicht geben kann, wie News4teachers berichtete. Jetzt plötzlich doch: Trotz weiterhin steigender Infektionszahlen – Baden-Württemberg ist mittlerweile bei 161 angekommen – schafft das Land Fakten für Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern. Jungen und Mädchen können in den meisten Regionen des Landes von der kommenden Woche an zumindest teilweise auch wieder regulär zur Schule gehen.
Nach Angaben des Kultusministeriums sollen die Schulen vom 19. April an in den sogenannten Wechselbetrieb aus Präsenz- und Fernunterricht oder in einen reinen Präsenzunterricht übergehen. Eine Änderung gibt es auch bei der Testpflicht: Sie gilt ab Montag unabhängig von der Corona-Belastung einer Region und nicht erst, wie bisher, ab der Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.
„Wir wollen die Regelung für die Schulen in Baden-Württemberg bereits möglichst passend zur Bundesregelung ausgestalten“
Das Land setzt damit bereits für den Bildungsbetrieb die geplante Neufassung des Bundesgesetzes um, das noch durch den Bundestag und den Bundesrat muss. «Auch wenn nicht auszuschließen ist, dass der Gesetzentwurf des Bundes im Verlauf des Verfahrens noch Änderungen erfährt, wollen wir die Regelung für die Schulen in Baden-Württemberg bereits möglichst passend zur Bundesregelung ausgestalten», heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Schulleitungen.
Der Wechselunterricht sei damit möglich für alle Jahrgangsstufen in sämtlichen Schularten und in einem Umfang, in dem die Einhaltung von Abständen und der übrigen Hygienevorgaben sowie die zur Verfügung stehenden Testangebote dies ermöglichten. Im Schreiben an die Schulleitungen macht das Land dafür einige Vorgaben: «Möglich ist zum Beispiel eine Wechselunterrichtsregelung mit mindestens zwei (optional drei) aufeinanderfolgenden Präsenztagen pro Schülergruppe sowie ein Wechselbetrieb im Wochenturnus», heißt es. Könnten die Kommune oder der Schulträger mehr Testkits zur Verfügung stellen, seien auch häufigere Wechsel der Gruppen machbar.
Sonderregelungen sind – der Bundes-„Notbremse“ entsprechend – in Stadt- und Landkreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 vorgesehen. Hier müssen die Schulen verpflichtend auf Fernunterricht umstellen. Am Mittwoch lagen sieben baden-württembergische Kreise über dieser Schwelle. Die Notbetreuung in den Jahrgangsstufen 1 bis 7 soll aber auch in diesen Hochinzidenzgebieten weiter angeboten werden. Auch das erlaubt das geplante Bundesgesetz.
Man muss kein Virologe sein, um vorhersagen zu können, dass die „Notbremse“ des Bundes die dritte Welle so nicht stoppen wird
Weil die Länder vereinbarte Maßnahmen gegen die dritte Infektionswelle uneinheitlich umgesetzt hatten und die Corona-Lage zugleich mehr und mehr außer Kontrolle gerät, hatte der Bund entschieden, die «Notbremse» in einem Bundesgesetz zu verankern. In Landkreisen mit mehr als 100 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern müssen Lockerungen wahrscheinlich vom kommenden Montag an verpflichtend zurückgenommen werden. Das betrifft aktuell mehr als die Hälfte der Landkreise in Deutschland und allein 40 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg. Für die Kitas und Schulen gilt allerdings eine Sonderregelung: Sie können dem Gesetzesentwurf zufolge bis zu einer Inzidenz von 200 in Präsenz arbeiten.
Auch NRW nimmt die Regelung der geplanten «Corona-Notbremse» des Bundes vorweg – und öffnet seine Schulen in der kommenden Woche jetzt doch für den Wechselunterricht, nachdem Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) Anfang der Woche noch von einer „sehr instabilen Situation“ gesprochen hatte. Nach der aktuell noch laufenden Homeschooling-Woche kehrt NRW damit vom Prinzip her wieder zu dem Schulmodus zurück, der vor den Osterferien praktiziert worden war. Allerdings liegt der Inzidenzwert in NRW mittlerweile deutlich höher: Er ist binnen vier Wochen von 85 (am 15. März) auf 159 (15. April) gestiegen. Man muss kein Virologe sein, um vorhersagen zu können, dass die „Notbremse“ des Bundes diesen Trend nicht stoppen wird. Sie wird so eher zum Brandbeschleuniger. News4teachers / mit Material der dpa
Überraschung: Gebauer öffnet doch die Schulen – mit Notbremse 200









Da hat die Bundesregierung ein echtes Eigentor geschossen.
Dass Frau Gebauer sofort aufspringen würde, das war zu erwarten. Wo bleibt da der Ministerpräsident, der doch einen Brücken-Lockdown einführen wollte? Und Kanzler will er auch noch werden, unfassbar!
Mal etwas Positives:
Unser Kinderarzt und fast das gesamte Team waren an Covid-19 erkrankt.
In der Gruppe meiner Tochter im Kindergarten war ein Kind erkrankt. In unserer Familie waren zwei Menschen an dieser Krankheit schwer erkrankt. Alle sind glücklicherweise genesen oder auf dem Weg der Besserung. Ich empfinde es als persönliche Katastrophe, wenn ich einen Arzt in Anspruch nehmen muss. Es gibt viele schlimme Krankheiten, heilbare und unheilbare.
Eine Frage:
Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Kann mir jemand erklären, wie das Leben funktioniert, wenn alle zu Hause bleiben? Wer behebt den Heizungsschaden, macht das Brot, stellt Impfstoffe her, produziert Strom, richtet Impfzentren ein, macht das geliebte Fernsehprogramm?
Ein weitere Frage:
Ich muss mein Essen und alle lebensnotwendigen Dienstleistungen bezahlen. Ich habe weder ein Haus geerbt noch im Lotto gewonnen oder einen reichen Knacker geheiratet 😉 (Spaß, bitte nicht aufregen!). Ich arbeite gerne.
Wie soll ich bitte mit meinen Kindern leben, wenn ich meinen Job nicht mache?
Wer bezahlt die Schulen, sozialen Einrichtungen und Krankenkassenbeiträge, wenn alle zu Hause sind? Wer bezahlt die unzähligen Therapien, die zweifellos anstehen, und wer führt sie durch?
Noch eins:
Onlineunterricht gut und schön, dann sollte er aber auch stattfinden und genau da setzt die Präsenz wieder ein, weil es offensichtlich nicht funktioniert. Lehrer haben auch Familien. Da können einzelne Lehrer noch so engagiert sein. Mit insgesamt 30 Minuten Unterricht innerhalb von drei Tagen bleiben die Kinder einfach auf der Strecke.
Wo bleiben die Maßnahmen? Warum wird da nicht ausgebaut? Wir brauchen mehr Lehrer, mehr Schulen, mehr modernen Unterricht, mehr modernen Lehrstoff und ein Wiederholungsjahr.
Ich möchte nicht mehr Kindergeld! Ich möchte, dass meine Kinder in der Lage sind, ihre Leben zu gestalten, lernen wie ein Miteinander, eine Gesellschaft funktioniert.
@Petra: Höflich bitte ich um Entschuldigung, dass sich aus Zeit- und Platzgründen diese Antwort nur auf den letzten Teil Ihres Posts bezieht:
„Wo bleiben die Maßnahmen? Warum wird da nicht ausgebaut?“
a) Maßnahmen kosten Geld.
b) Die Politiker denken, dass die Pandemie vorbei ist, bevor die Maßnahmen (z.B. Luftfilter) greifen würden.
c) Politiker wissen: Jetzt, nach einem Jahr, Maßnahmen einzuleiten, wäre ein klares Schuldeingeständnis, dass man eben diese Maßnahmen längst gebraucht hätte – und dann würde die Öffentlichkeit (= die Wähler) trotzdem noch lange Zeit auf ihre Umsetzung warten müssen: Diese schlechte Publicity würde sich kein Vollblutpolitiker freiwillig antun, egal, über wie viele Leichen er gehen muss.
„Wir brauchen mehr Lehrer, mehr Schulen, mehr modernen Unterricht, mehr modernen Lehrstoff und ein Wiederholungsjahr.“
a) Schulen kann man nicht so eben mal bauen.
b) Fertig ausgebildete Lehrkräfte gibt es nicht um die Ecke im Supermarkt (und sie kosten auch viel mehr als das Sonderangebot im Supermarkt).
c) Ein Wiederholungsjahr würde z.B. fünf statt vier Jahrgänge an den Grundschulen bedeuten: 25% mehr Räume, 25% mehr Personal – wo soll beides herkommen? Und das alles nur für Jahr…
*für ein Jahr
@Petra: „Noch eins:
Onlineunterricht gut und schön, dann sollte er aber auch stattfinden und genau da setzt die Präsenz wieder ein, weil es offensichtlich nicht funktioniert. (…). Mit insgesamt 30 Minuten Unterricht innerhalb von drei Tagen bleiben die Kinder einfach auf der Strecke.“ – Es tut mir Leid, dass Sie diese Erfahrung machen mussten (an meiner Schule wäre das undenkbar). Nichtsdestotrotz benutzen Sie ein verkürztes Argument: Nicht funktionierender Onlineunterricht ist kein Freibrief dafür, Präsenzunterricht ohne Gewährleistung angemessenen Gesundheitsschutzes zu fordern (ja, das tun Sie, da Sie nirgends den Gesundheitsschutz zur Voraussetzung für Präsenzunterricht erklären – in ihren Augen und nach Ihren Worten ist die einzige Rechtfertigung, die es für Präsenzunterricht braucht, dass der Onlineunterricht in Ihrem Fall suboptimal bzw. gar nicht funktioniert.).
Es freut mich zu hören, dass an ihrer Schule alles in Butter ist, keine Lehrer, aus gesundheitlichen Gründen, Angst, Überlastung, oder weil sie ihre eigenen Kinder betreuen, ausgefallen sind. An vielen Schulen war das schon vor Auftreten der Viren der Fall.
Ich bin gegen Extreme. Das hilft nicht weiter. Meine Darstellung ist absichtlich verkürzt, sonst müsste ich ein Buch dazu schreiben. Ich komme nicht aus einer bildungsfernen Schicht, wie das gerne behauptet wird, sobald man nicht in die gleich Kerbe haut. Ich versuche über den Tellerrand zu schauen und mich zu informieren.
Es geht auch nicht um meine persönliche Situation oder um Präsenz, Online, Präsenz, Präsenz, Online. Es geht darum, dass eine Generation im Stich gelassen wird.
Wer in kürzester Zeit Impfstraßen (furchtbares Wort) und Impfzentren bauen, eine Umstellung auf ein 12jähriges und dann wieder dreizehnjähriges Abitur wuppen kann, kann auch ein Wiederholungsjahr für unsere Kinder (die ja, wie gerne zitiert wird, unsere Zukunft sind) stemmen. Wir retten Firmenimperien, Banken, Versicherer, Menschen, die ihr Geld falsch angelegt haben. Ich bin sicher, das würden wir hinkriegen, wenn es uns wichtig genug wäre und wir das wollen. Es geht um Kinder, die noch Unterstützung benötigen. Weltuntergangsstimmung zu verbreiten und nicht nach vorne zu schauen, ist ein Fehler.
Es ist gut Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass unser Gesundheitssystem in die Knie geht. Jeder kann etwas dazu beitragen, wenn er möchte. Die Parole: „Alle mal die Pobacken zusammenkneifen und ein paar Tage in den Keller gehen, dann ist der Virus verschwunden?“ wird jedoch nicht funktionieren! Dann müsste man alle in Einzelhaft nehmen.
Haben Sie mal mit den älteren Mitmenschen gesprochen? Da hört man von einigen ganz unerhörte Kommentare. Sie wollen selbst bestimmen, ob sie sich einsperren lassen oder ihre Familie sehen und an dieser oder einer anderen Krankheit sterben.
Ich entschuldige mich schon einmal vorab, dass ich das öffentlich ausgesprochen habe.
Gesundheitsschutz umfasst sehr viel mehr. Ist Covid-19 das einzige gesundheitliche Problem auf dieser Erde? Was ist mit der geistigen Gesundheit?
An dieser Stelle bin ich dann auch raus. Ich möchte mich nicht verlieren.
@Petra: „Ein weitere Frage:
Ich muss mein Essen und alle lebensnotwendigen Dienstleistungen bezahlen. (…). Ich arbeite gerne.
Wie soll ich bitte mit meinen Kindern leben, wenn ich meinen Job nicht mache?
Wer bezahlt die Schulen, sozialen Einrichtungen und Krankenkassenbeiträge, wenn alle zu Hause sind? Wer bezahlt die unzähligen Therapien, …“ – Die Gesellschaft, sprich wir alle, kann sich das für den begrenzten Zeitraum, der hier benötigt wird, durchaus leisten. Wetten, wenn man das später durchrechnet, kommt heraus: Wir hätten wesentlich weniger Geld verloren, wenn wir alle früher und energischer nichts getan hätten und wirklich zu Hause geblieben wären – dann wären die Fallzahlen nämlich längst runter…
Ich habe bewusst einfach und verkürzt argumentiert und tue das jetzt noch einmal und dann bin ich raus. Ich kann und will mich nicht verlieren.
Es freut mich, dass an Ihrer Schule alles gut läuft und kein Lehrpersonal wegen Krankheit, aus Angst, weil sie sich um die Familie kümmern oder mit den Anforderungen nicht zurechtkommen, ausfällt. Es freut mich auch zu hören, dass an ihrer Schule alle Eltern und Schüler mit Technik und Wissen ausgestattet waren, dass der Unterricht stattfinden konnte. Darüber können Sie froh sein. Das ist aber selten der Fall gewesen und es gibt immer noch sehr viele Probleme.
Leider funktioniert das an der Mehrzahl der Schulen nicht und man kann das nicht einfach übergehen oder Test schreiben lassen, in denen die Schüler aus den Büchern abschreiben, nur um zu vertuschen, dass es nicht läuft.
Wir retten Firmenimperien, Banken, Versicherungen, zahlen Zuschüsse, damit Arbeitsplätze in Deutschland bleiben, retten Anleger, die ihr Geld falsch investiert haben, bauen in kürzester Zeit Impfstraßen (scheußliches Wort), wuppen die Umstellung auf ein 12jähriges und dann wieder 13jähriges Abitur. Dafür haben wir Milliarden übrig.
Natürlich können wir ein Wiederholungsjahr für unsere Kinder, die unsere Zukunft sind, stemmen, wenn es uns wichtig genug ist und wir das wollen!
Die Alternative, am Wochenende, in den Ferien und am Abend, den Lehrstoff nachzuholen, bestraft die Kinder doppelt für die Pandemie und auch dafür brauchen wir Lehrer. Kinder können sich nicht wehren. Es geht nicht um eine Einzelsituation und schon gar nicht um meine. Wir lassen eine Generation hängen!
Ein Wiederholungsjahr…..
Hab ich mal grade so ausgerechnet.
Unsere GS wurde vor 15 Jahren von 2-zügig auf 3-zügig erweitert, indem man die Wände verschoben und die Räume somit verkleinert hat. Aus 8 Klassenräumen mach 12 Klasseräume! Ein Anbau wäre zu teuer gewesen.
Dann kam die Inklusion und die Sozialarbeit, also wurde der eine Gruppenbereich für die 3. und 4. Klassen zu 2 weiteren kleinen Räumen umgebaut. Wir sind am Limit!
Gruppenarbeit findet – entgegen aller Brandschutzbestimmungen – in den engen Fluren statt.
Die zugewiesenen Planstellen konnten wir zu knapp 90% besetzen, es gibt einfach keinen GS-Lehrernachwuchs auf dem Markt in SH.
Am Ende des Schuljahres gehen drei 4. Klassen und drei 1. Klassen kommen neu dazu.
Wenn jetzt aber keine Klasse geht, wo bringen wir dann die neuen Erstklässler unter? Und wer übernimmt dann die mindestens 72 Unterrichtsstunden für die dagebliebenen 4. Klassen?
Vielleicht könnten wir alle neuen Erstklässler in der Turnhalle unterrichten, aber selbst für diese 75 Kinder bräuchte man mindestens einen Lehrer…..
Zum Glück waren die Grundschulen- bis auf 6 Wochen – in voller Besetzung und nach Stundenplan in der Schule und die Notbetreuung in den 6 Wochen war voll. (Diese wurde übrigens von den Lehrern – neben dem Distanzunterricht – in Präsenz betreut! )
Und NEIN, ich habe kein Problem damit, mein Gehalt zu kassieren! Eigentlich steht mir sogar mehr als dieses zu, da ich seit Januar nicht nur Notbetreuung plus Distanzunterricht im Lockdown betreue, sondern auch danach, durch die Aufhebung der Präsenzpflicht, sowohl in Vollpräsenz in der Schule arbeite als auch die zu Hause gebliebenen Kinder mit Materialien und Videokonferenzen, die natürlich erst nachmittags stattfinden können, versorge!
@Petra: „Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Kann mir jemand erklären, wie das Leben funktioniert, wenn alle zu Hause bleiben?“ – Zu absolut gesehen. Richtig ist, dass wir nicht alle zu Hause bleiben können, ohne dass die Gesellschaft zusammenbricht. Aber für einen begrenzten Zeitraum können durchaus mehr Leute zu Hause bleiben als derzeit – sehr viel mehr, um genau zu sein.
(Das Problem wäre anders zu bewerten, wenn keine Impfungen in Aussicht stünden – dann wäre letztlich die vollständige Durchseuchung der Bevölkerung alternativlos, da ein Dauerlockdown nicht durchzuhalten wäre. Wir haben aber Impfungen.)
Zur Durchseuchung gibt es durchaus Alternativen, machen die asiatischen Staaten, viele Staaten in Afrika und Australien sowie Neuseeland vor. Man spricht schon davon, dass das asiatische Zeitalter beginnt.
@Petra zum Stichwort arbeitsteilige Gesellschaft: ich bin grundsätzlich bei Ihnen, jedoch sollte in einem demokratischen Land derzeit niemand in Präsenzveranstaltungen gezwungen werden, solange die Umgebungsbedingungen nicht stimmen. WENN Kinder unserer Gesellschaft etwas wert WÄREN, würde als erstes in Plexiglas, Luftfilter etc pp investiert, anstatt darauf zu beharren, dass die Schulen so, wie sie sind, offenbleiben müssen.
Wahr gesprochen!
Besonders an Grundschulen, wo online Unterricht- ähnlich wie in Kitas -, nur begrenzt funktioniert, wäre ein wirklich gutes Hygienekonzept mit Luftfilteranlagen unabdingbar.
A propos, Luftfilter entfernen nicht nur Coronaviren, sondern auch andere krankmachende Keime/Viren, die immer wieder zu einem hohen Krankenstand bei SuS, Eltern und LuL/EuE führen.
Auch deshalb würde es sich wirtschaftlich rechnen!
… und denkt dran: Nur wenn’s gar nimmer geht in der schlimmsten Not bremse, gell!
Angeblich steht die Inzidenz 200 jetzt doch noch mal zur Diskussion. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, aber ich fürchte, die neue Einigung heißt dann 190.
Entschuldigung, aber ich sehe das völlig anders. Die Kinder sollen endlich wieder raus aus den Wohnungen und auch wieder in die Schule dürfen. Sie haben ein Recht auf Bildung und Entwicklungserfahrungen mit Gleichaltrigen. Seit einem Jahr ist die einzige Lösung für das Pandemieproblem die Schließung. Den Großteil meiner Schüler habe ich vor über 4 Monaten zum letzten Mal gesehen. Im Online-Unterricht fehlt in manchen Klassen beständig ein Drittel der Schüler. Wir verlieren diese Jugendlichen, was ihnen selbst und uns als Gesellschaft in Zukunft gewaltig schaden wird. Ich bin im Übrigen auch Lehrerin und Angehörige einer Risikogruppe. Aber auch Supermarktangestellte müssen arbeiten und den Laden am Laufen halten. Das gilt auch für uns Lehrkräfte!