Islamunterricht: Ditib entscheidet wieder mit. Regiert Erdogan in deutsche Schulen hinein?

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DÜSSELDORF. Seit 2012 gibt es für muslimische Schüler in NRW islamischen Religionsunterricht. Nun ist eine Neuordnung eingeleitet. Danach kann die umstrittene Ditib bei Lehrbüchern und Lehrpersonal wieder mitentscheiden.

Reicht der Arm des türkischen Staatspräsidenten Erdogan bald direkt in Schulen in Nordrhein-Westfalen hinein? Foto: Shutterstock

Das Land NRW will den islamischen Religionsunterricht weiter ausbauen und ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit mit den Islamverbänden aufschlagen. Wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag mitteilte, wird eine Kommission mit Vertretern von sechs Islam-Organisationen dem Land nun in einem bundesweit einmaligen Modell als Ansprechpartner für den bekenntnisorientierten Unterricht zur Verfügung stehen. Das Gremium könne seine Arbeit jetzt analog zur Beteiligung der Kirchen beim katholischen und evangelischen Religionsunterricht aufnehmen.

Derzeit erhalten knapp 22.000 Schüler an 260 Schulen in Nordrhein-Westfalen islamischen Religionsunterricht von 300 Lehrkräften. Der Unterricht liegt in der Verantwortung des Landes. Er werde von in Deutschland ausgebildeten Religionslehrern erteilt, betonte Gebauer. Muslimische Schüler hätten ein Recht darauf. Es würden dabei auch Kenntnisse über andere Religionen vermittelt. «Das schützt vor Vorurteilen und schärft den Blick.» Offenheit, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen und Anschauungen sollten gestärkt werden, schilderte die Ministerin.

Der Ditib-Bundesverband hatte nach anhaltender Kritik um Vertrauen geworben und Reformen angekündigt

Auch die Ditib als größte Islam-Organisation in Deutschland ist bei dem Unterrichtsfach jetzt wieder neu mit im Boot. Das Land hatte vor einigen Jahren jede Kooperation mit der umstrittenen Türkisch Islamischen Union wegen ihrer Nähe zu Ankara auf Eis gelegt – auch im Schulbereich. Gebauer zufolge hatte die Ditib in den vergangenen Monaten «intern, aber auch öffentlich» eine «Staatsferne» dargelegt und auch auf eine Unabhängigkeit des Landesverbands hingewiesen. Der Ditib-Bundesverband hatte nach anhaltender Kritik um Vertrauen geworben und Reformen angekündigt.

Voraussetzung für eine Aufnahme in die Kommission sei, «dass die Organisation in der Zusammenarbeit beim Islamischen Religionsunterricht eigenständig und staatsunabhängig ist und die Verfassungsprinzipien achtet». Die Kommission vertritt laut Ministerium die Interessen und Anliegen der islamischen Organisationen bei dem ordentlichen Unterrichtsfach. Konkret geht es um eine Beteiligung bei der Genehmigung von Lehrbüchern. Außerdem sollen sie «religiöses Einvernehmen» herstellen bei Kernlehrplänen, die in staatlicher Verantwortung erarbeitet würden.

Die Islamverbände entscheiden der Ministerin zufolge zudem über die religiöse Unterrichtserlaubnis – Idschaza – für die Pädagogen. Der Verband der Islamlehrer hatte kritisiert, der zuvor tätige – und nun aufgelöste – Beirat habe nicht unabhängig und neutral agiert, die Idzascha-Vergabe stattdessen den Charakter eines «Gesinnungstests» gehabt.

Die Verfassung schreibt beim Religionsunterricht die Beteiligung einer Religionsgemeinschaft vor

Dass die neue Kommission sich jetzt konstituieren könne, stelle einen wichtigen Schritt für einen weiteren Ausbau des islamischen Religionsunterrichts dar, unterstrich die Politikerin in Düsseldorf. Sie sprach von einem «Meilenstein». Man sei mit mehreren Verbänden im Gespräch gewesen und habe diese eingehend geprüft. Neben der Ditib stellen weitere fünf Organisationen jeweils ein Mitglied und einen Stellvertreter für das Gremium: Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), die Islamische Religionsgemeinschaft NRW, das Bündnis Marokkanische Gemeinde (BMG), die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken (IGBD) und die Union der Islamisch-Albanischen Zentren.

2012 hatte der islamische Religionsunterricht in NRW an 33 Schulen mit 42 Lehrern und 1800 Schülern begonnen. Seitdem wächst der Bedarf. Ein organisatorisches Übergangsmodell war ausgelaufen, eine Neuordnung fällig. Gebauer sagte, die Kommission sei offen für weitere Mitglieder. Die Verfassung schreibe die Beteiligung einer Religionsgemeinschaft vor. Die ihr zugewiesenen Aufgaben nehme nun das neue Gremium wahr. News4teachers / mit Material der dpa

Ditib

Als Reaktion auf die politische Entwicklung in der Türkei wuchs vor fünf Jahren in Deutschland die Skepsis gegenüber dem von Ankara kontrollierten Moscheen-Dachverband Ditib („Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“).

Der damalige Unionsfraktionschef Volker Kauder sprach sich dafür aus, den Einfluss des größten islamischen Verbandes einzuschränken. „Meines Erachtens sollte man es nicht zulassen, dass ein Verband wie Ditib, der offenbar Sprachrohr von Präsident Erdogan ist, den islamischen Religionsunterricht in Schulen gestaltet“, sagte der CDU-Politiker. Auch Prof. Dr. Susanne Schröter, Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), sah Ditib damals kritisch. Ditib (sie bezog sich dabei auf den hessischen Landesverband) habe sich durch den Einfluss der Türkei stark verändert. Vertreter der Religionsbehörde säßen in allen wichtigen Ditib-Gremien, um die Organisation zu kontrollieren und Einfluss zu nehmen, so wurde die Frankfurter Wissenschaftlerin zitiert.

Ditib räumte 2017 sogar Bespitzelungen für den türkischen Staat ein. Imame hätten Informationen über die Gülen-Bewegung an die Regierung in Ankara weitergegeben, sagte der damalige Generalsekretär Bekir Alboga laut einem Bericht der „Welt“. Die entsprechende schriftliche Anweisung des türkischen Religionspräsidiums Diyanet sei nicht an die Ditib gerichtet gewesen. Trotzdem seien dieser einige wenige Ditib-Imame fälschlicherweise gefolgt.

Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, äußerte sich seinerzeit nicht überrascht zu dem Eingeständnis. Ditib sei von Ankara instrumentalisiert, sagte Toprak dem Bericht zufolge. Wer mit dem Verband zusammenarbeite, wie es Landesregierungen in Fragen des islamischen Schulunterrichts täten, der lege die Zukunft der deutschen Muslime in die Hände des türkischen Präsidenten Erdogan. News4teachers

Erdoğan ließ bereits 35.000 Lehrkräfte entlassen – und die Jagd auf angebliche Putschisten geht auch nach dem Referendum weiter

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32 KOMMENTARE

  1. Warum brauchen wir überhaupt konfessionellen Unterricht? Eigentlich sollte man fortgeschritten genug sein, weg von einseitigen Ideologien zu kommen und multiperspektivischen Werte-/Ethik-/Philosophieunterricht anzubieten, der Angebote schafft und kritisch mit Dogmen umzugehen lehrt…

    • Sehe ich genauso! Der Unterricht muss die SuS aufklären und sie befähigen, sich kritisch mit Religion auseinander zu setzen und die dahinterstehenden Werte, bzw. menschliche Werte zu vermitteln. Dafür braucht es ganz sicher keinen konfessionellen Unterricht. Eine Partei mit „C“ im Namen möchte es sich aber nicht mit den Kirchen verscherzen.

      • @S. Weiß
        „Eine Partei mit „C“ im Namen möchte es sich aber nicht mit den Kirchen verscherzen.“

        …und deshalb gibt es den Religionsunterricht auch den Bundesländer, wo die Parteien mit „S“ und „G“ das Sagen haben und die wollen sogar noch viel mehr Religionsunterricht (dann für „I“) statt weniger.

      • Die Schule ist nicht zur säkularen Indoktrination da. Religion wird gelehrt, weil es von den Schüler*innen gefördert wird.

  2. Nein ! Konfessionellen Unterricht brauchen wir nicht. Das sollte Privatsache sein.
    Auch ich bin der Meinung Werte, Ethik und Aufklärung sind viel wertvoller.

  3. Naja, ich finde Religion einfach spannend und auch interessant – aber gut, die Frage, ob man
    das unbedingt baucht, oder ob interessanter Philosophieunterricht nicht besser wäre, darüber kann man trefflich diskutieren. Über diesen DITIB-Club ist mehr Schlechtes als Gutes gesagt worden: Spitzeleien gegen Regimekritiker, Kriegsspiele in Herford und anderen Moscheen – Überhohung des „Türkentums“ (was soll man auch tun, wenn man gar nichts geleistet hat),
    Rassismus, Hitlerverehrung… Es ist schon fraglich, ob sich der Club auf dem Boden der Demokratie befindet. In Heilbronn haben sie es jetzt geschafft, den Bau einer DITIB-Moschee zu verhindern.. Und: Diese Grauen Wölfe – die hängen auch irgendwie mit dieser DITIB zusammen. Man sollte schon genauer nachfragen. Ich denke mal,dass es mit Laschet zu tun hat. Der hat ein unglaubliches Universum aus Türken um sich herum aufgebaut – immer wieder wird von Grauen Wölfen in der CDU gemunkelt.

  4. Ich würde mir wünschen, dass ebenso wie der islamische Glaube, auch unser christlicher Glaube an Schulen mehr gestärkt würde. Und auch interessanter, liebevoller. Wir leben nun einmal in einem christlichen Land.Und hätte dies nicht Vorrang? Natürlich tolerieren und respektieren wir andere Religionen. Aber es stört mich immer mehr, dass unser eigener Glaube an Schulen immer mehr schwindet.
    Und es scheint, dass Frau Gebauer mehr Bedeutung dem islamischen Religionsunterricht gestattet, als dem Christlichen.
    Es wäre schön, wenn Frau Gebauer auch darüber nachdenken würde.
    Warum habe ich immer das Gefühl, dass alles andere wichtig ist, nur nicht die Sorgen und Interessen der Anvertrauten…oder die eigene Identität?Auch die deutschen Kinder haben ein Recht auf guten Religionsunterricht. Und bisher wurde dieser seit Jahrzehnten nur zweitrangig bedacht. Und zwar sowohl in meiner Schulzeit als auch in der meiner Tochter, langweilig und weit entfernt vom eigentlichen Sinn des Glaubens
    Auch die christlich erzogenen Kinder sehnen sich nach Halt, Gemeinschaft und Vertrauen Und gutem Unterricht.
    Wann wird hier einmal Priorität gesetzt?
    Werte sind wichtig. Keine Frage. Das bringen wir jeden Tag unseren Kindern bei.
    Ethik und Philosophie sind zweifellos sehr bedeutend und interessant für das Leben.
    Aber der Glaube gibt Halt. Da sind sich der Islam und unser Christentum sehr ähnlich. Ich finde es schade, dass unsere Kinder mit dem Gedanken aufwachsen, Glaube wäre unwichtig, und wenn, dann wäre der islamische Glaube bedeutender zu unterstützen.
    Und, man staune… Es gibt auch Kinder die gern an Gott glauben möchten, und mit ihren islamischen Freunden Werte leben, liebevoll ihre Freundschaften pflegen und trotzdem auf dem Schulfest eine mal ganz normale Bratwurst gern essen würden. Meine Tochter (13)hat ihre ganze Schulzeit bisher Rücksicht nehmen müssen, sie hat es gern gemacht. Sie glaubt an Gott und lernt von der Kultur ihrer ausländischen Freunde. Und würde sicherlich auch sehr gern seitens der Politik und der Schule einmal wahrgenommen werden
    Man mag mich steinigen
    Ich liebe andere Kulturen und Religionen. Und lerne gerne von ihnen. Aber warum dreht sich immer nur alles um sie?

    • Nicht umsonst gibt es die Trennung von Kirche und Staat. Glaube ist Privatsache und hat mit der Schule an sich nichts zu tun. Religionsunterricht, insbesondere konfessionellen, sollte daher von der Schule getrennt durch die Religionsgemeinschaften verantwortet werden.

    • Da muss ich einfach grundsätzlich widersprechen. Das Argument, dass (christliche) Religion zur deutschen Identität gehört (diese Identitätsidee i.S.v. Religion oder Nation finde ich generell sehr fragwürdig bis hin zu gefährlich), bedeutet ja nicht, dass die Religion dadurch gestärkt oder geschützt werden sollte (Sein-Sollen-Fehlschluss). Wenn der Religionsunterricht nicht im Kern allgemeingültige Wertevermittlung und die Instrumentarien der Wertemitbestimmung vermittelt, sondern nur zum Wohlfühlen („Haltgeben“) beiträgt, steht er auf sehr schwacher Legitimation — warum dann nicht nur noch als AG im Nachmittagsbereich? Viele Dinge können im Leben Halt geben (Kochen, Musizieren, Bücher, übrigens auch alle anderen (wissenschaftlichen) Fächer), die Frage ist nur, ob dieser Aspekt als Grund für Inhalte, die auch finanziert werden müssen, in der Schule herhalten kann oder sollte. Die reflektierte Vermittlung von Normen und Werten leisten da andere Fächer in stärkerer Weise. Unterschiedliche Moralen in separaten Konfessionen zu unterrichten, unterwandert meines Erachtens das Unternehmen.
      Wenn es am Ende nur noch um die Wurst geht, liegt das Problem nicht mehr am schulischen Rahmen — da liegt dann anderes im Argen. Und ich kann es mir leider nicht verkneifen: Auf das Steinigen verzichte ich lieber… das stammt mir zu sehr aus den Religionen. 😛

    • Atina,
      interessanter und liebevoller Religionsunterricht, das wünsche ich den Kindern auch.
      Allein wegen der Poesie die in einigen Bibeltexten ( Gleichnisse, Bergpredig, Paulusbriefe..) finde ich es schade, dass vielleicht dem Gros der Kinder und Jugendlichen diese Erzählungen vorenthalten bleiben. Von den spannenden Bezügen zur (Menschheits) Geschichte mal ganz abgesehen. Auch bzgl. existentieller Lebensfragen weiß ich nicht, ob für Kinder im Grundschulalter, philosophische Sichtweisen hilfreich sind, da häufig zu theoretisch
      Schön wäre es , wenn bezogen auf das jeweilige Thema, liebevolle Texte aus unterschiedlichen Religionen besprochen werden. Menschliche Gefühle sind doch eigentlich universell……

  5. Nachtrag:
    „Man sei mit mehreren Verbänden im Gespräch gewesen und habe diese eingehend geprüft.“
    Apropos, wenn Frau Gebauer etwas prüft… Da kann ja nur Chaos bei rauskommen

  6. Ditib vertritt die Ansichten und Interessen des politischen Islam. Hier wird nicht die spirituelle Praxis in den Mittelpunkt gerückt, sondern eine Ideologie, die die wichtigsten Teile des Lebens regelt und einen Herrschaftsanspruch erhebt. Das dort vorherrschende Frauenbild ist nicht gerade liberal. Wer solchen Organisation Zugriff auf die Bildung von Kindern gewährt, tritt unsere menschlicher Werte mit Füßen! Mögen die Verantwortlichen ihren Fehler möglichst schnell erkennen.

    • Es gibt nicht „den politischen Islam“, dessen Ansichten man vertreten kann. Die Ideologie nennt man Islamismus. Davon abgesehen ist die DITIB nicht islamistisch. Es ist der deutsche Zweig einer staatlichen Körperschaft. Und der Staat ist im türkischen Fall demokratisch. Auf diese hat Erdogan nur zeitweilig eine gewisse Einwirkung. Wenn er abgewählt wird ist es vorbei.

  7. Religionsunterricht hat an Schulen nichts zu suchen.

    Religion ist Privatsache und braucht keine Wissensvermittlung, die „persönliche Ansichtssache“ ist und bleibt.

      • Ein schwacher Vergleich, finde ich. Sport und Musik sind keine Vorrückungsfächer, deswegen sind auch Schüler noch nicht sitzen geblieben, für Religion schon, das ist mir völlig unverständlich. Es gibt tatsächlich Religionslehrer, die nehmen ihr Fach so wichtig, dass sie auch schlechte Noten verteilen und damit das Zeugnis eines Schülers negativ beeinflussen können.
        Religion hat mit Glauben zu tun, Musik und Sport wohl eher mit Talent und Überzeugung, für die vielfältige Bildung nicht wegzudenken. Manche wollen diese Fächer studieren, Religion natürlich auch, aber meistens, um dann wieder Religionslehrer zu werden. Ein kleiner Bildungskreis, der nur sich selbst dient.
        Warum kann man die Religionen nicht zu einem sinnvollen Ethikunterricht zusammenfassen, der alle Religionsrichtungen beleuchtet? Warum? Ich befürchte, dass die Macht der Kirche noch zu groß ist, um hier angemessene Reformen anzuschieben, nur darum geht es. Und das wird jetzt mit den Forderungen des Islam etwas brenzlig. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Die Frage ist z.B. wie geht man im Islamunterricht mit der Israel-Frage um? Und schon wird Religion politisch! Das hat an Schulen in ihrem verankerten Demokratie-Verständnis nichts, aber auch gar nichts verloren!

        • “ warum kann man die Religionen nicht zu einem sinnvollen Ethikunterricht zusammenfassen, der alle Religionsrichtungen beleuchtet.“
          Das frage ich mich auch. Das für den Menschen als Individium und auch als Gemeinschaftswesen Stärkende aus den religiösen Schriften, sollten unsere Kinder, auch durch Schule vermittelt, unbedingt kennenlernen. Dogmen und Feindbilder werden, wenn nur im historischen Kontext eingeordnet, erwähnt..

          „Die Frage ist z.B. wie geht man im Islamunterricht mit der Israelfrage um?“
          Als Mutter bin ich entsetzt darüber, dass nicht mal im Geschichtsunterricht der Israel-Palästina-Konflikt besprochen wird! Glaubt man denn ernsthaft, ein kollegtives Verdrängen dieses Konfliktes, wird den Kindern, deren Familien vor diesem Konflikt nach Deutschland geflohen sind, gerecht?. Natürlich haben diese Kinder bzgl. ihrer Herkumpfsländer Fragen. Wenn diese in den Schulen und Elternhäusern nicht beantwortet werden, besteht da nicht die Gefahr, dass die mit den simplen Antworten diese Fragen irgendwann beantworten?

          • @Stina:

            Ganz genau! Und somit wird dieser Konflikt, der im Heimatland besteht, dann auch hier aus- und weitergetragen! Man sieht es momentan auf den Straßen. Es muss über die Themen (auch in der Schule) aufgeklärt und somit Integrationsarbeit geleistet werden.

    • Schauen Sie sich mal die Verfassung von NRW an.

      In Verantwortung vor Gott und den Menschen, verbunden mit allen Deutschen, erfüllt von dem Willen, die Not der Gegenwart in gemeinschaftlicher Arbeit zu überwinden, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand für alle zu schaffen, haben sich die Männer und Frauen des Landes Nordrhein-Westfalen diese Verfassung gegeben:

      Dritter Abschnitt – Schule, Kunst und Wissenschaft, Sport,
      Religion und Religionsgemeinschaften

      Artikel 7 (Fn4)

      (1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

      (2) Die Jugend soll erzogen werden im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und Friedensgesinnung.

      Artikel 20

      Die Kirchen und die Religionsgemeinschaften haben das Recht, in Erziehungs-, Kranken-, Straf- und ähnlichen öffentlichen Anstalten gottesdienstliche Handlungen vorzunehmen und eine geordnete Seelsorge auszuüben, wobei jeder Zwang fernzuhalten ist.

      Artikel 53 (Fn 10)

      Die Mitglieder der Landesregierung leisten beim Amtsantritt vor dem Landtag folgenden Amtseid:

      ,,Ich schwöre, daß ich meine ganze Kraft dem Wohle des Landes Nordrhein-Westfalen widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch verwalten, Verfassung und Gesetz wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

      Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden.

      Artikel 25

      (1) Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage werden als Tage der Gottesverehrung, der seelischen Erhebung, der körperlichen Erholung und der Arbeitsruhe anerkannt und gesetzlich geschützt.

      (2) Der 1. Mai als Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde ist gesetzlicher Feiertag.

    • Im unseren Grundgesetz ist der Gottesbezug, nach den Erfahrungen während der NS Diktatur, ganz bewußt wieder festgeschrieben worden. Die NS hatten, betrachtet aus der Perspektive der von ihnen selbst verfassten Gesetzen, ja ganz überwiegend nicht rechtswidrig gehandelt. Das von Menschen erdachte Gesetz soll immer durch den Gottesbezug ( Gewissen, Menschlichkeit, Gerechtigkeit…) überprüft werden. Es soll für die Gesetzgeber also immer eine höhere Instanz, als die gegenwärtigen parteipolitischen Motive geben.
      Die von Menschen erdachte Wissenschaft der Eugenik, hatte der NS Diktatur die wissenschaftliche Grundlage zur Ermordung Behinderter und psychisch Kranker geliefert. Dieses Verbrechen beispielsweise wurde durch die Predigten des münsteraner Kardinales von Galen, dessen Gottesdienste sehr gut besucht und dessen Predigten von Unterstützern vervielfältigt und ins Land verschickt wurden, gestoppt. Was wußten Der Kardinal und seine zahlreichen Unterstützer von der Eugenik als wissenschaftliche Lehre? Vermutlich wenig. Sie waren ihrem Gewissen und ihrem Glauben gefolgt.
      Ob Religion also, gerade heute in einer Multikultigesellschaft, deren Werte zunehmend Konsum und Statusorientiert sind, eine rein private Angelegenheit bleiben sollte?

      • Nun, die hohen Vertreter der Religionen aller Art geben größtenteils kein gutes Beispiel ab, gerade auch in unseren etablierten Konfessionen. Und Ihnen ist schon bekannt, dass gerade in der Nazi-Zeit sich beide Religionen dieser Gewaltherrschaft angebiedert hat, vielleicht aus Selbstschutz, vielleicht aus reinem Eigennutz. Status-orientiert sind die hohen Geistlichen allemal, von Bescheidenheit, welche sie predigen, keine Spur. Man sollte nicht so sehr die Augen verschließen.

        • Wo „predige“ ich denn von der Bescheidenheit hoher Geistlicher?
          Ich habe, mit Hilfe eines Beispieles, versucht zu erklären, warum es den Vätern und Müttern unserer Verfassung wichtig war, nach der NS Diktatur, den Gottesbezug im GG zu verankern.
          Mir ist bekannt, dass während der NS Herrschaft,die Vertretungen beider Konfessionen, sich bzgl. des Eutanasieverbrechens, nun nicht gerade angebiedert, sich aber eben, und das macht es nicht sehr viel besser, auch nicht lange widersetzt haben. Aber stellt das den Widerstand einzelner Geistlicher und, bzgl. Galens auch noch den der unterstützenden Kirchenbesucher in Frage? Schließlich haben sie vielen Menschen das Leben gerettet.

          • Das „sie“ war auf die Geistlichen bezogen, sonst hätte ich es groß geschrieben.
            Und: die politischen und geschichtlichen Entwicklungen gehören in den Geschichtsunterricht, der eine neutrale Herangehensweise hat (haben sollte). In Ergänzung mit Ethik ein hervorragendes Konzept, ohne die Befindlichkeiten der verschiedenen Religionen zu verletzen.

  8. Wenn das Fach „Religion“ an den Schulen im Lehrplan verfestigt ist, dann muss man tatsächlich langsam Überlegungen anstellen, dass in einer multikulturellen Schullandschaft auch jeder Nation/Kultur diese Berechtigung zusteht. Demnach müssten neben evangelischer und katholischer Religion natürlich der Islam, aber auch Buddhismus, russisch-orthodox, und die vielen anderen Religionsrichtungen unterrichtet werden. Ja, schnell merkt man, dass dies nicht möglich ist. Haben wir jetzt schon in den weiterbildenden Schulen mehr Religionslehrer als Lehrer für Haupt- und Prüfungsfächer. Der Stundenplan muss um die verschiedenen, oft kleinen, Religionsgruppen herumgebaut werden. In den meisten Ländern ist Kirche und Staat getrennt, in einigen Ländern ist die Religion staatstragend und nimmt erheblichen Einfluss. In Deutschland hat Religion trotz aller berechtigten Kritiken noch einen hohen Stellenwert, und es ist auch nciht von der Hnd zu weisen, dass religiöse Organisationen mit ihren ehrenamtlichen und engagierten Mitarbeitern einen anerkennenswerten Job machen. Aber man muss aus genannten Gründen die Überlegung anstellen, ob Religion in den Schulen noch vertretbar ist. Ein gemeinsamer Ethikunterricht würde die Gruppen nicht spalten, sondern man könnte da viel mehr Gemeinsamkeiten der Religionen vermitteln, was sicher zur Verständigung mehr beiträgt, als ein akribisch getrennter Religionsunterricht, unter Ausschluss der vielen anderen Religionsrichtungen.
    Wenn wir zulassen, dass Ditib und damit Erdogan Einfluss auf unseren Religionsunterricht bekommen, dann werden wir sehr bald vor massiven Probleme stehen. Es ist an der Zeit, diese Problematik der Religionen von den Schulen zu nehmen.

    • Finde ich einen super Ansatz Gemeinsamkeiten zu finden in einem gemeinsamen Ethikunterricht, statt jedem sein eigenes Silo zu ermöglichen per eigenem Religionsunterricht.

  9. Politische Religionsunterrichtung über Ditib und Mitentscheidung bei Schulunterricht und Personal.
    Was ist mit Kopten, Aramäer oder Orthodoxen?
    Fehlen dann nur noch die gewissen politischen Randgruppen für Studiengang Bürgerunterweisung.

  10. Ich finde alle Religionen „irgendwie“ interessant.
    Es ist aber grundsaetzlich nicht in Ordnung, die
    eigene klein zu machen: Als Historiker moechte
    ich folgendes zu bedenken
    geben:
    Ihnen ist sicherlich der massive Hitlerkult der
    Islander aufgefallen – damit meine ich nicht einmal die juengsten Ereignisse.In Saudi-Arabien und sonstige Allahlaendern – auch in der ehemals christlichen Tuerkei -koennen Sie „Mein Ka…“ bekommen. Warum wollen alles Musselmannen unbedingt nach D??? Harz4?? Oh man, die glauben ernsthaft, dass Sie hier Verbuendete traefen…
    und mit Brabbeln und Brambarisieren wine Riesenkarriere machten…
    Ditib untersteht Erdogan.Der Type hat sich oft genug antisemitisch geauessert. Wenn with Ditib nun in die Schulen lassen -darum geht es denen ja
    damn haben wird nicht nur dritt-und viertklassige
    „Akademiker“ sondern getarnte Islamisten, von denen der ein- oder answer in den naechsten Jahren auch „auffliegen“wird.Warum wird Religion nicht wissenschaftlich, sondern emotional-herzwaermend unterrichtet? Und ich finde es prinzipiell falsch, dass wird auf dermassen emotionale und such einfache Leute so viel Ruecksicht nehmen. Warum beauftragen wird nicht wine moderne Person mit den Islamunterricht, die auch einen richtigen und respektablen Uniabschluss hat -Frau Ates zum Beispiel. Wieso brauchen wird dickliche kleine Islammaedchen, die sich Weiss Gott was in Dahlem zusammenstudiert haben? Hochrangige Uni bestimmt gelistet.-

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