News4teachers-Umfrage: Mehrheit lehnt Verbot von Microsoft und Co. für Schulen ab

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DÜSSELDORF. Wir haben die Leserinnen und Leser von News4teachers darum gebeten, uns ein Stimmungsbild zu geben – und fragten kurz und bündig: „Soll Schulen der Einsatz von Apple, Google, Microsoft und Co. verboten werden?“ Das Ergebnis ist eindeutig: Eine große Mehrheit lehnt ein solches Verbot ab.

Bei Lehrkräften ist das Stimmungsbild sogar noch eindeutiger. Foto: Shutterstock

Hintergrund der aktuellen Diskussion ist eine gemeinsame Initiative von Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden in Baden-Württemberg, die gegen Microsoft mobil machen – sie wollen, dass die Software des US-Konzerns aus deutschen Schulen verbannt wird.

Obwohl Microsoft Garantien abgegeben hat, die europäischen Datenschutz-Standards einzuhalten, reicht das den Aktivisten – darunter die Landesverbände von GEW, Philologenverband und Realschullehrerverband – nicht aus. Sie sehen Deutschlands Souveränität in Sachen IT gefährdet und wollen „in Baden-Württemberg Arbeitsplätze und Know-how sichern“, indem Schulen nur Software aus heimischer Entwicklung verwenden dürfen. Damit wären Produkte sämtlicher großer US-Anbieter, also auch von Apple und Google, für deutsche Bildungseinrichtungen tabu.

Mehr als 5.000 Menschen haben sich an unserer Schnell-Umfrage beteiligt – darunter mehr als 3.000 Lehrkräfte

Den meisten Leserinnen und Lesern von News4teachers geht das aber zu weit. Insgesamt 5.032 Menschen haben sich an unserer Schnell-Umfrage, die von gestern, 4. Mai, 15 Uhr bis heute, 5. Mai, 13 Uhr lief, beteiligt. Drei von vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer (74,26 Prozent) erklären: Nein – den Schulen soll der Einsatz von Apple, Google, Microsoft und Co. nicht verboten werden. Unter Lehrkräften, die das Gros der Teilnehmerschaft stellen (3.032), ist das Bild noch eindeutiger: 82,2 Prozent lehnen ein solches Verbot ab. Für ein Verbot sprachen sich insgesamt lediglich 12,17 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus (und 11,05 Prozent der Lehrkräfte).

Die Umfrage ist nach wissenschaftlichen Kriterien nicht repräsentativ, weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nach Geschlecht, Alter, Schulform und Geografie oder ähnlichen Kriterien gewichtet wurden. Dennoch spricht die sehr hohe Zahl der Mitwirkenden dafür, dass sie ein realistisches Stimmungsbild zeigt. News4teachers

Streit um Microsoft: Initiative von Lehrern, Eltern und Schülern will Schulen Teams und Co. verbieten lassen – warum eigentlich?

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32 KOMMENTARE

  1. „Mehr als 5.000 Menschen haben sich an unserer Schnell-Umfrage beteiligt – darunter mehr als 3.000 Lehrkräfte.“

    Ist ja ein gutes Indiz, wer hier so mitliest und mitschreibt, wobei fraglich wäre, wo sich die Erzieher einordnen bzw. sicherlich als Eltern, denn Lehrer sind sie ja nicht.

  2. „Sie sehen Deutschlands Souveränität in Sachen IT gefährdet und wollen „in Baden-Württemberg Arbeitsplätze und Know-how sichern“, indem Schulen nur Software aus heimischer Entwicklung verwenden dürfen.“

    Bitte welche Software-Schmieden aus BaWü mit Office-Produkten sollten an dieser Stelle gemeint sein?
    SAP aus Walldorf – mit speziellen betrieblichen Softwareanwendungen – ?

    Der Umgang mit Microsoft-Office-Anwendungen wird auch bei SAP als Grundlage bei der Einstellung vorausgesetzt.
    Somit sollten die SuS im Umgang mit allgemein gängiger Software vertraut sein und während ihrer Schulzeit gelernt haben, diese sinnvoll anzuwenden!

    • Um die Grundlagen einer Office-Anwendung zu erlernen braucht man trotzdem kein MS Office, weil es genügend Alternativen gibt, die alle die gleichen Möglichkeiten/Voraussetzungen bieten (und teilweise sogar noch besser sind) – und genau darum geht es: Schülern sollen die Grundlagen beigebracht werden, so dass es gar nicht mehr darauf ankommt, ob sie jetzt die Aufgaben mit MS Office oder LibreOffice oder OpenOffice oder NeoOffice oder iWork oder Calligra Suite oder oder oder lösen.. Die Grundlagen sind immer die Gleichen.

      PS: wenn die Schüler die Schule verlassen, ist die „gängige Software“ längst nicht mehr die gängige Software oder benutzen Sie noch MS-DOS? Windows 95? Office 95?

  3. So wie es keine VW- oder BMW-Fahrschulen gibt, sondern nur Fahrschulen, sollte es an Schule primär darum gehen, die nötigen Kompetenzen zu vermitteln, um mit Rechnern bestimmte Probleme unabhängig vom Hersteller der Software zu lösen.

    Viel wichtiger als eine durch Vendor-Lockin (https://de.wikipedia.org/wiki/Lock-in-Effekt) und Bauchgefühl völlig verzerrte Mehrheitsmeinung sind bei der Wahl der Software u.a. Fragen nach offenen und freien Datenformaten und sowie offenen Standards sowie die Datensicherheit.

    Und wenn es sich um staatliche Schule handelt, dann sollte zur Wahrung der Chancengleichheit grundsätzlich freier Software der Vorzug gegeben werden. Die damit nicht an MS & Co. zu zahlenden Lizenzgebühren könnten in die Förderung eben solcher Projekte fließen.

    • Sparen mit Do-it-yourself? Das ist eine Milchmädchenrechnung, die auf dem Niveau der Kultusminister liegt.

      Wie wäre es, wir wenden das Prinzip auch bei Schulmöbeln an: Nur noch Bausätze, die dann von Lehrkräften zusammengeschraubt werden – und mit dem gesparten Geld fördern wir irgend was Tolles, Projekte etwa gegen Analphabetismus.

      Wer braucht schon Unterricht in der Schule, wenn die Arbeitskraft von Lehrerinnen und Lehrern so sinnvoll eingesetzt werden kann?

  4. „Sparen mit Do-it-yourself?“

    Hat @jpw weder gesagt, noch gemeint (behaupte ich jetzt einfach mal) und ist auch nicht nötig.
    1. Weil „freier Software“ so leicht oder schwer (aufwändig) zu installieren und administrieren ist wie proprietäre Software und
    2. Die Betreuung der Geräte/Computerkabinette ohnehin durch den Schulträger zu erfolgen hat.

    Das beste Beispiel ist wohl die Verwendung von LibreOffice – freie Software, braucht als portable Version nicht einmal installiert werden und bringt trotzdem alles mit was man braucht und man muss sich nicht einmal um Lizenz(gebühr)en Gedanken machen.

    • Ein Wunder, das einen rätseln lässt, warum der Sozialismus gescheitert ist – kostet nichts, ist leicht zu händeln, technisch tiptop… völlig interessenlos von Ehrenamtlern bereitgestellt.

      Oder gibt es hier doch Interessen, die aber nicht offen kommuniziert werden? Nur mal so: „Oh oh, hier liegt gewaltig Ärger in der Luft: Die Macher der beliebten Office-Software LibreOffice haben sich in einem offenen Brief an die Apache Software Foundation gewandt, ihres Zeichens verantwortlich für die noch bekanntere Office-Alternative OpenOffice. In dem Brief erhebt LibreOffice den Anspruch, die Zukunft von OpenOffice zu sein. Statt verschiedene Alternativen zu pflegen und Nutzer zu verwirren, sollten alle hinter LibreOffice stehen.“

      Überspitzt gefragt: Ist es sinnvoll, die Schulen in die Fänge einer totalitären Open-Source-Sekte zu treiben, die ihre Interessen nicht offenlegt?

      Quelle: https://www.chip.de/news/LibreOffice-Deshalb-soll-OpenOffice-aufgeben_183048158.html

      • Ach Bernd, das ist doch klar. Da möchte keiner mitmachen.
        Vielleicht nehmen wir lieber eine Firma aus den USA, die nach Lust und Laune ihre Nutzungsbedingungen ändert und Produkte abkündigt, öfter als manche Oma die Unterwäsche wechselt.
        (Achtung: enthält Ironie)

        • Wenn’s sooo schlimm ist wie Omas Unterwäsche – warum arbeiten denn dann so viele Unternehmen in Deutschland offenbar problemlos damit (von Privatmenschen mal ganz abgesehen)? Sind die alle doof?

          Der Punkt ist aber ein anderer: Es kann ja gerne jeder so halten, wie er möchte. Die Open-Source-Fraktion macht aber Druck auf Schulen (und auf die Politik), die Produkte zu nutzen, die sie vorschreiben will – der Druck kommt nicht von Microsoft und Co.

          Und ich bezweifle, dass das aus reiner Menschenfreudlichkeit geschieht…

          • Wirklich? na gut… es geht nicht um die Funktionalität der Software. Die mag gut oder schlecht sein. Das tut nichts zur Sache. Firmen, die mit ähnlich sensiblen Daten (Gesundheitsdaten z.B.) arbeiten, dürfen dafür auch kein MS365 nutzen. So verhält es sich auch mit Schülerdaten.
            Dass der Druck nicht von MS kommt, darf bezweifelt werden, weshalb bieten Sie denn Schülerlizenzen für lau an? Weil sie so gute Menschen sind? Sicher nicht.
            Bei Bedarf kann ich die Liste der Lobbyarbeit (zumindest den Teil, der öffentlich bekannt ist) von MS zur Verfügung stellen.

          • Natürlich arbeiten auch Finanzämter, Krankenhäuser und Arztpraxen mit MS 365, so ein Quatsch – Microsoft ist nicht verboten in Deutschland.

            Die Argumentation wird zunehmend hanebüchen: Wenn Open-Source-Produkte kostenfrei angeboten werden, dann ist das Menschenliebe – wenn Microsoft seine Software gratis vertreibt, dann steckt, klar, eine Verschwörung dahinter.

            Wie war das mit Bill Gates und den zu verimpfenden Computer-Chips?

          • „Natürlich arbeiten auch Finanzämter, Krankenhäuser und Arztpraxen mit MS 365, so ein Quatsch – Microsoft ist nicht verboten in Deutschland.“

            Äh, nein – tun sie nicht. Sowohl die Finanzämter als auch Krankenhäuser und Arztpraxen arbeiten hauptsächlich nicht damit, sondern haben eigenständige Fachprogramme dafür z.B. medidat, easymed.

            Und das Officeprogramm, das (gerade in Behörden) benutzt wird, ist eben nicht MS 365, sondern MS Office 2016 (gerade eben weil keine Cloudspeicherung erwünscht ist und einem der Datenschutzbeauftrage ansonsten aufs Dach steigt).

          • „Druck“
            Ich kenne Initiativen von Eltern, die Druck auf die Schule ausgeübt haben, weil Sie der Meinung waren, dass die Kinderchen dadurch benachteiligt würden, wenn sie nicht an „Strandardsoftware“ lernen würden. Der „Standard“ ist selbstverständlich das, was jeder auf seinem PC seit ESCOM/Vobis vorinstalliert gefunden hat. Und daraufhin zielsicher Bescheid wusste, dass IT in der ganzen Welt nur so aussehen kann …
            Die selben Gestalten haben dann auch in den Betrieben/Behörden auf Grund ihres fundierten Wissens den „Standard“ bei Einkaufentscheidungen getroffen.

      • Ist es sinvoll, dass 95% aller Webserver Weltweit mit OpenSource Software betrieben werden? Ich weiß echt nicht, was die Open-Source Sekte vor hat. Gedankenkontrolle?

      • @bernd
        Ja klar, Bernd, scheinbar lesen sie hier nicht oft meine Beiträge, wenn sie mich unter Sozialismusverdacht stellen… ich kann sie aber beruhigen: ich habe einfach nur Ahnung von Informatik.

        Vielleicht mussten Sie aber auch einfach nur so reden, denn sie konnten ja wirklich kein einziges Argument entkräften, sondern schwabulieren etwas über irgendwelche Briefe (die keine S** interessieren).

        „Und ich bezweifle, dass das aus reiner Menschenfreudlichkeit geschieht…“

        Nein, das kommt aus reiner Technikfreundlichkeit… aber um das zu wissen , müsste man darüber ja Ahnung haben (wie ich bereits zu ihrem „Unix“-Kommentar antwortete).

        „Die Argumentation wird zunehmend hanebüchen: Wenn Open-Source-Produkte kostenfrei angeboten werden, dann ist das Menschenliebe – wenn Microsoft seine Software gratis vertreibt, dann steckt, klar, eine Verschwörung dahinter.“

        Den Unterschied zwischen milliardenschweren Konzernen, die Produktlösungen verkaufen müssen, und Studenten und Familienvätern, die in ihrer Freizeit programmieren, verstehen sie?

        „Die Open-Source-Fraktion macht aber Druck auf Schulen (und auf die Politik)“

        Wer hat noch nie von von den nerdigen Lobbyisten aus Informatikstudenten und übergewichtigen angestellten Programmieren der Open-Source-Fraktion gehört, die sogar in der EU und Bundestag auf die Gesetzgebung Einfluss nehmen?

        „totalitären Open-Source-Sekte“

        …scheinbar sind sie noch nie „Applefreunden“ begegnet, denn dann wüssten sie was wirklich Sektentum bedeutet und trotzdem höre ich dauern, dass massenweise iPads an Schulen und Schulträger verkauft werden.
        Davon, dass Schüler und Lehrer mit Linuxcomputern ausgestattet werden sollen, habe ich dagegen noch nie gehört…
        Nicht, dass noch Missverständnisse auftreten: Apple ist nicht gerade für Open Source bekannt.

        „Überspitzt gefragt: Ist es sinnvoll, die Schulen in die Fänge einer totalitären Open-Source-Sekte zu treiben, die ihre Interessen nicht offenlegt?“

        Nur alleine diesen Satz herausgenommen, zeigt eigentlich schon, dass sie absolut und überhaupt gar keine Ahnung haben worum es geht. Meine Meinung: sie haben nur viel Meinung zu diesem Themenbereich, aber dafür auch um so weniger Sachkenntnis.

        • Genau da sind wir an dem – sehr grundsätzlichen – Punkt.

          Ist Schule ein Hobby-Projekt, dessen Ausstattung von angeblich interessenlosen „Studenten und Familienväter“ (offenbar keinen Studentinnen und Müttern) in deren Freizeit gebastelt werden kann – oder braucht ein Bildungsbetrieb mit elf Millionen Schülerinnen und Schülern sowie 800.000 Lehrkräften in Deutschland eine professionelle Infrastruktur, auf die langfristig Verlass ist? Wer garantiert, dass die interessenlosen „Studenten und Familienväter“ nicht plötzlich die Lust/die Zeit verlieren – und ihre Gratis-Produkte verfallen lassen, sodass Schulen sich ständig auf die Suche nach Anpassungen/Alternativen umsehen müssen? Wer soll das an einer Schule leisten?

          Offenbar sehen viele der Informatiker, die sich in diesem Forum so vehement zu Wort melden, eine dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeit darin, für Schulen an solcher Gratis-Software herumzuschrauben, damit sie in der Praxis funktioniert. Ist ein schöner großer Markt. Mit Menschenfreundlichkeit hat das nichts zu tun.

          Beispiel Wikipedia – auch eine Art Open Source-Projekt, an dem „Studenten und Familienväter“ herumschreiben. Taugt für die schnelle Information, aber nicht für einen echten Wissensbetrieb, der auf verifizierte Informationen setzen muss. Die Artikel in Wikipedia sind nicht nach Relevanz kurartiert, sie sind in ihrer Perspektive verzerrt (techniklastig, fast nur von Männern geschrieben) – und sie sind, zum Teil jedenfalls, interessengeleitet. Wer, glauben Sie, hat wohl den Wikipedia-Artikel über „Scientology“ geschrieben?

          Wie viele Unternehmen setzen denn in ihren Betrieben auf Open Source Lösungen, obwohl die doch angeblich so toll sind? Eben.

          • Wie immer, möchte man meinen, haben sie wieder einmal nichts gecheckt… Hatte ich ich nicht im Ausgangspost geschrieben „Die Betreuung der Geräte/Computerkabinette ohnehin durch den Schulträger zu erfolgen hat“? Und jetzt reden sie schon wieder etwas von „Hobbyprojekten“ und als ob LibreOffice ein Freizeitprojekt deutscher Lehrer wäre…

            Ganz ehrlich, mit ihnen zu diskutieren ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen…

          • Alles was Sie schreiben hätten Sie Bill Gates um 1980 auch erzählt.
            Das man IBM verwenden muss. Den Rest kennen wir.

          • Punkt eins: Ich habe mit keiner Zeile geschrieben, dass irgendwer irgendwas verwenden MUSS – im Gegenteil, die Open-Source-Fraktion hier will Schulen ihren Kram vorschreiben lassen (aka: professionelle Software verbieten), und das hinterfrage ich kritisch.

            Punkt zwei: Ein Problem von einer Ebene auf die nächste zu schieben, ist keine Problemlösung, Herr Kleine. Wie viel Kapazitäten haben Schulträger wohl, die IT jeder einzelnen Schule zu verwalten? Schauen Sie sich mal ein durchschnittliches Schulklo in Deutschland an, für das ebenfalls der Schulträger zuständig ist, dann bekommen Sie eine Vorstellung davon.

            Das Ende vom Lied ist: Die Probleme bleiben – mal wieder – bei den Lehrkräften hängen.

          • „Punkt zwei: Ein Problem von einer Ebene auf die nächste zu schieben, ist keine Problemlösung, Herr Kleine. Wie viel Kapazitäten haben Schulträger wohl, die IT jeder einzelnen Schule zu verwalten? Schauen Sie sich mal ein durchschnittliches Schulklo in Deutschland an, für das ebenfalls der Schulträger zuständig ist, dann bekommen Sie eine Vorstellung davon.“

            Das Problem wird nicht auf eine Ebene auf die Nächste geschoben, sondern es ist der gesetzliche Auftrag des Schulträgers und das nicht erst seit gestern.

            Und es tut mir leid, Herr Bernd, aber das lasse ich nicht als Argument gelten, denn die Bundesrepublik Deutschland ist kein armes Entwicklungsland und wenn die Bundes- und Landesregierungen die höchsten Steuern weltweit, die Zahlungen von Entwicklungshilfe an China und das Weltraumprogramm in Indien und allerlei andere zigfache Milliardengeschenke zu verantworten hat (und ich hätte an dieser Stelle noch viel deutlicher werden können, aber dann würde der Kommentar wohl kaum freigeschaltet werden), dann lasse ich mich nicht mit „wie viel Kapazitäten haben Schulträger wohl, die IT jeder einzelnen Schule zu verwalten? Schauen Sie sich mal ein durchschnittliches Schulklo in Deutschland an“ abspeisen.

            Dann sollen die Politiker dem braven Bürgerlein reinen Wein einschenken und ihm sagen, dass er es nicht wert ist, dass man in die Bildung seiner Kinder investiert.

            „Das Ende vom Lied ist: Die Probleme bleiben – mal wieder – bei den Lehrkräften hängen.“

            Bitte tun Sie nicht so als wäre ich kein Lehrer und wüsste nicht wie der Lehreralltag aussehen würde!

          • Wenn es nach mir ginge, dann würden Schüler keinen einzigen Computer in der Schule haben. Lenkt nur vom Stoff ab.
            Zudem finde ich es geradezu lächerlich, dass Lehrer, die kaum mit dem eigenen Computer klar kommen den Digital Natives was erzählen sollen. LOL
            MS will, dass Schüler schon so auf Office gebrieft werden, dass sie nix anderes wollen/können. Später tolle Kunden.
            Um komplizierte Zusammenhänge wie (nehmen wir mal Kryptographie) zu erklären braucht man Bleistift, Schere und Papier und keinen Computer. Schaut man sich die Bildung an in D. rettet der Computer sowieso nix mehr.

          • @KreideUndTafelRecht
            „Zudem finde ich es geradezu lächerlich, dass Lehrer, die kaum mit dem eigenen Computer klar kommen den Digital Natives was erzählen sollen. LOL“

            Ich habe einen Hochschulabschluss in Informatik. Sie auch? LOL

            PS: und die meisten „Digital Natives“, in meinem Unterricht, können nicht einmal eine vernünftige EMail schreiben, wenn man es ihnen nicht vorher zeigt.

    • exakt.
      Wer sich mal etwas näher mit z.B. LibreOffice Calc beschäftigt hat, wird feststellen, dass er mit seinen erworbenen Excel-Kenntnissen dort sehr weit kommt.

  5. Was für eine undifferenzierte Berichterstattung… es ist doch vollkommen klar, dass MS365 keine Lernplattform ist. Und dass wir unsere Schüler damit einem Risiko aussetzen ist auch eindeutig (übrigens auch mit itslearning)
    Wenn ich meine Schüler, ohne Zusammenhänge und Alternativen aufzuzeigen frage, ob wir in Zukunft anstatt des Unterrichts nur noch Filme schauen sollen, was meinen Sie wohl, welches Ergebnis dabei herauskäme.
    Wer sich anmaßt, die Ergebnisse des LfDI infrage zu stellen, möge bitte seine/ihre Expertise mit uns teilen.
    Ach und übrigens: Natürlich sichert Open-Source lokale Arbeitsplätze, viellecht ist die Formulierung „heimisch“ dafür etwas unpassend, Fakt ist jedoch, dass Geld, das MS in den Rachen geworfen wird, lediglich bei irgendwelchen Aktionären landet.

  6. 12,17 Prozent Informatiker lesen also auf N4T mit. 😉

    Das Geld für die Lizensen kann man sich sparen.
    Das Betriebssystem ist doch inzwischen für den Anwender zweitrangig und viele Lehrer benutzen sowieo schon Libre/Openoffice oder Cloud Software.
    Iserv läuft auch unter Linux.
    Ebenso wenn iPads für SuS gefordert werden, sollte man mal überlegen, dass man dafür 2 Samsung Tablets bekommt.
    Ich wechsle privat ununterbrochen zwischen WIN,OSX,Linux sowie zwischen MSOffice, LibreOffice es ist total egal.
    Und nicht vergessen „Powerpoint macht dumm.“
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/forscher-warnen-vor-powerpoint-praesentationen-13041967.html

  7. Moment mal!
    Es wird also opensource im Office Bereich gefordert, warum nicht beim Betriebssystem??
    Wo ist der Unterschied?
    Wenn ich kein MS Office benutzen möchte, weil es von einer amerikanischen Firma kommt, darf ich auch kein Windows benutzen und auch kein iOS. Von Android oder ChromeOS möchte ich gar nicht sprechen. Das kommt von Google und die machen da kein Geheimnis draus von Nutzerdaten zu leben. Da wären wir dann wieder beim Datenschutz. Wer das Thema anfängt hat hoffentlich kein WhatsApp auf seinem Telefon und seine Freunde und Bekannten freundlichen darauf hingewiesen, bei Benutzung von WhatsApp und Facebook, bitte die Adressdaten zu löschen.

    Also nutzen wir Linux, da ist oft schon libreoffice mit drin. Fein!
    Welches OS kommt dann auf mobile Geräte?
    Und womit machen wir Videokonferenzen ( das System sollte eine fünf- bis sechsstellige Nutzerzahl gleichzeitig ab können. Das Land kann es nicht, wie schon deutlich bewiesen. Das war opensource! Und dann überzeugen wir die Software Anbieter noch davon, Bildungssoftware für Linux anzubieten.
    Nun mal zu den Admins: der Schulträger soll es richten? Admin mit TVöD 9, zuständig für mehrere Schulen, die Geräte der SuS, der LuL, und das Netzwerk in den Schulen, alles in der Stadtverwaltung und noch weitere Baustellen?
    Und wenn die Eltern fragen haben?

    Mal was zu den Kosten: Behörden Lizenzen von MS sind extrem rabattiert, Office 365 EDU ist kostenlos! Microsoft zieht die Daten europäischer Nutzer aktuell auf europäische Server, genau wegen der DSGVO.

    Ich verstehe nicht, warum man sich so gegen ein System wehrt (leider auch noch vollkommen inkonsequent), das millionenfach, erfolgreich im Einsatz ist.
    Ach ja, hatte ich vergessen: das Bildungssystem hat keine anderen Probleme und die LuL so viel Freizeit, das können die nebenbei noch machen.

    • Ich nehme einmal an, dass das eine Antwort auf einen meiner Kommentare sein soll. Nun gut, nehme ich dazu Stellung.

      „Es wird also opensource im Office Bereich gefordert, warum nicht beim Betriebssystem??

      Wo ist der Unterschied?“

      1.) Ja, warum eigentlich nicht? Mit Linux würde das tatsächlich gehen – sowohl auf dem PC als auch auf dem Handy/Tablets. Einzig in der Digitalbildungsnation schlechthin, Deutschland, es würde an den DAUs scheitern – technisch würde es funktionieren.

      2.) Spielt aber auch keine Rolle, denn, und das ist der Unterschied zu MS 365, können Betriebssysteme und Netzwerke so gehärtet werden, dass die Daten nicht unkontrolliert nach außen abfließen können. Das Funktionsprinzip von MS 365 ist da ja ganz anders, wo es ja gerade darum geht, dass Daten an Externe übergeben werden müssen.

      Sie merken also, dass es im Grunde gar nicht um den Streit zwischen Open Source vs. proprietäre Software geht, sondern darum was mit den Daten geschieht und, was hinzu kommt, Betriebssystem lassen sich nicht so leicht substituieren wie eine Office Suite.

      „Von Android oder ChromeOS möchte ich gar nicht sprechen. Das kommt von Google und die machen da kein Geheimnis draus von Nutzerdaten zu leben.“

      Mit dem Thema sollten Sie sich aber noch einmal genauer beschäftigen! Android ist ein angepasstes Linux und Google hat sich verpflichten Android offen zu lassen. Was bedeutet das? Es gibt nicht DAS Android, sondern verschiedene Distributionen, so wie man es auch von Linux kennt. Das wiederum bedeutet, dass Sie auch eine Androidversion benutzen können, die vollständig auf Googleanteile verzichtet. Gezwungenermaßen gehören beispielsweise alle aktuellen Huawaihandys zu den Nutzern solcher Androidsysteme.

      Und ja, Google kann bei Android kein Geheimnis daraus machen, denn warum glauben Sie, bezeichnet man das Ganze als Open Source?

      „Wer das Thema anfängt hat hoffentlich kein WhatsApp auf seinem Telefon und seine Freunde und Bekannten freundlichen darauf hingewiesen, bei Benutzung von WhatsApp und Facebook, bitte die Adressdaten zu löschen.“

      WhatsApp ist tatsächlich nicht die beste Lösung und es gibt viele bessere Alternativen z.B. Telegram, Signal, Threema……. . Aber auch hier liegt das Problem bei den DAUs, die es nicht schaffen auch mal über den Tellerrand zu blicken – also ein eigentlich gutes Gegenbeispiel, das zeigt, wichtig es eigentlich wäre Alternativen aufzuzeigen und nicht nur an der Zitze eines Konzerns hängen zu bleiben (und mal abgesehen davon, dass die Nutzung von WhatsApp für Lehrer in schulischen Bezügen ohnehin von den meisten Bundesländern untersagt ist).

      Und Facebook… das interessiert in der Schule eh niemanden mehr, weil da höchstens noch die Boomer abhängen.

      „Und womit machen wir Videokonferenzen ( das System sollte eine fünf- bis sechsstellige Nutzerzahl gleichzeitig ab können. Das Land kann es nicht, wie schon deutlich bewiesen.“

      1.) Die Videokonferenzsoftware ist nicht verantwortlich dafür wie groß die zu verwendete Nutzerzahl ist, sondern die benötigte Infrastruktur (Anzahl und Leistungsvermögen der Server; Datenanbindung; Leistungsfähigkeit des Rechenzentrums)

      2.) Die unter 1. beschriebenen Anforderungen sind aber alles Dinge an denen man arbeiten kann. Die Ursache für die Probleme sind dann wohl eher Leute, wie die mit denen man hier rumdiskutieren muss und die keine Ahnung von der Materie haben, und die lang genug alles aufgeschoben haben und nun meinten in wenigen Wochen etwas übers Knie brechen zu müssen, ohne vorher Ressourcen und Kompetenzen aufgebaut zu haben (man hats ja nie gebraucht; Internet ist eh nur Spielkram; nutzen wir doch US-Konzerne usw. – auch solche Sichtweisen sind ein Grund dafür, dass Deutschland in der „Digitalisierung“ (wie ich diesen DAU-Begriff hasse) so weit abgeschlagen ist)

      3.) „Das Land kann es nicht“ stimmt nicht – „Das Land wollte es vorher nicht“ stimmt und ich sage ihnen noch etwas: das Land will es auch weiterhin nicht. Das Land will, dass endlich wieder Ruhe ist und das hofft man, indem man einfach einen Haufen Geld sinnlos über die Sache kippt.

      „Und dann überzeugen wir die Software Anbieter noch davon, Bildungssoftware für Linux anzubieten.“

      Von welchen Softwareanbietern reden sie? Welche spezielle „Bildungssoftware“ benutzen sie denn, die es nicht für Linux gibt?

      „Nun mal zu den Admins: der Schulträger soll es richten? Admin mit TVöD 9, zuständig für mehrere Schulen, die Geräte der SuS, der LuL, und das Netzwerk in den Schulen, alles in der Stadtverwaltung und noch weitere Baustellen?“

      Es ist gesetzlich geregelt, dass diese Aufgaben die Schulträger zu bearbeiten haben. Das war schon vorher so und bleibt auch so, egal ob Open Source oder proprietäre Software. (Wobei die Computer der Schüler auch schon immer deren Privatvergnügen waren, genau wie private Lehrercomputer)

      So, und wenn ein Schulträger zu wenig Leute hat, um seinen gesetzlichen Pflichten nachzukommen, dann muss er eben dafür Lösungen finden.
      Und wenn Sie mit der Eingruppierung von TVöD 9 andeuten wollen, dass man für dieses Geld keine studierten Informatiker (ist ja gehobener Dienst) bekommt, dann verweise ich nur wieder auf Punkt 3 – so drückt sich der Stellenwert eines technikfeindlichen Landes nun einmal aus.

      „Und wenn die Eltern fragen haben?“

      Dann haben sie Fragen. Tun sie doch nicht so, also würde man das Rad neu erfinden und dass es bei A nie Fragen geben würde und B keiner klar kommen würde.

      „Mal was zu den Kosten: Behörden Lizenzen von MS sind extrem rabattiert, Office 365 EDU ist kostenlos! Microsoft zieht die Daten europäischer Nutzer aktuell auf europäische Server, genau wegen der DSGVO.“

      Und? Nichts ist kostenlos, nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben.
      Es spielt gar keine Rolle ob MS die Lizenzen günstig oder „kostenlos“ vergibt um seinen Marktanteil zu vergrößern und Konkurrenten zu verdrängen oder gleich zu verunmöglichen. Es ist auf so vielen Ebenen falsch und es gibt überhaupt keinen legitimen Grund, dass Schüler-/lehrerarbeiten das Schulnetzwerk verlassen und auf irgendwelchen Servern, egal ob in der EU oder sonstwo, landen – und erst recht nicht, wenn die Schüler und Lehrer nicht einmal darüber entscheiden dürfen.

      „Ich verstehe nicht, warum man sich so gegen ein System wehrt (leider auch noch vollkommen inkonsequent), das millionenfach, erfolgreich im Einsatz ist.“

      Richtig, sie verstehen nicht.

      „Ach ja, hatte ich vergessen: das Bildungssystem hat keine anderen Probleme und die LuL so viel Freizeit, das können die nebenbei noch machen.“

      Das zeigt ihre Ahnungslosigkeit dann vollends auf: zeigen sie mir die Lehrer, die es komplizierter finden (auf ihren Lehrercomputer) LibreOffice zu installieren als MS Office! Bitte, ich bin wirklich neugierig um was für einen Schlag Mensch es sich da handeln dürfte.

      Und was sollen die Lehrer sonst „nebenbei noch machen“? Wieso wiederholen Sie diese unsinnige Ansage, obwohl sie doch wissen, dass die Netzwerkbetreuung die Aufgabe des Schulträgers ist?

  8. Worum ging es denn hier in eurer Diskussion? Die Frage war doch nur, ob Microsoft und Co. verboten werden sollen – also nicht mehr für Schulen nutzbar sein dürfen, die sich damit aber schon eingerichtet haben, z.B. für den Distanzunterricht. Jeder könnte doch immer noch selber entscheiden, für welches System die Schule sich entscheidet. Diese Wahl entfiele aber bei einem Verbot. Für und Wider eines Systems kann man dann immer noch Abwägen, aber mit Verbot gäbe es die Wahl nicht mehr. Und in BaWü herrscht noch das vor kurzem auch hier angesprochene Problem, dass man sich zwar GEGEN Microsoft und Co. ausgesprochen hat, um auf heimische Produkte umzuswitchen (also auch hier Schulen nicht autonom entscheiden zu lassen), gleichzeitg aber den Schulen vom Landesnetz her der Saft abgestellt werden soll.

  9. Um diese Diskussion auf ihren Kern zurückzuführen: Welche Daten innerhalb einer Schulstruktur sind denn sicherheitsrelevant? Bitte den Datennamen das Format und die verwendete Software benennen, danke.

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