Achterbahn-Effekt? Sieben-Tage-Inzidenz steigt erstmals seit drei Wochen wieder (leicht)

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BERLIN. Wie wird sich das Infektionsgeschehen in den nächsten Tagen entwickeln? Experten hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass es während der Mai-Feiertage unter anderem wegen weniger PCR-Tests zu einer künstlich niedrigeren Inzidenz kommt. Nun könnte dieser Effekt schwinden – und die Zahl der Neuinfektionen wieder steigen. Möglich ist auch, dass sich die weiten Schulöffnungen ohne Abstandsregel negativ bemerkbar machen. Fakt ist: Erstmals seit drei Wochen hat es wieder eine leichte Steigerung gegeben. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD), der lange zur Vorsicht geraten hatte, hält Unterricht in voller Präsenz trotzdem derzeit für möglich. Und das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die Gefahrenlage für Deutschland sogar von »sehr hoch« auf »hoch« herunter.

Geht’s jetzt wieder aufwärts? Foto: Shutterstock

Erstmals seit drei Wochen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder höher als am Vortag. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen hervor. Demnach wurden den Gesundheitsämtern zuletzt 35,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Einen Tag zuvor wurde der Wert mit 35,1 angegeben (Vorwoche: 58,4). Zuletzt gestiegen war die Inzidenz von 9. auf den 10. Mai, seitdem war sie kontinuierlich gefallen. Was der Inzidenz-Anstieg genau bedeutet, ist nur schwer einzuschätzen. Das RKI hatte nach dem Pfingstmontag (24.5.) darauf hingewiesen, dass der Feiertag zunächst zu weniger gemeldeten Erregernachweisen – und damit einer niedrigeren Inzidenz – geführt haben dürfte.

Heikel: Ansteckungen betreffen nicht mehr die gesamte Bevölkerung, sondern konzentrieren sich vor allem auf die Nicht-Geimpften

Schon seit einigen Tagen ging die Inzidenz weniger deutlich zurück als zuvor. Zu beachten ist dabei, dass die Ansteckungen nicht mehr wie Anfang vergangenen Jahres die gesamte Bevölkerung betreffen, sondern sich vor allem auf die immer kleiner werdende Gruppe noch nicht geimpfter oder von Corona genesener Menschen konzentrieren.

Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte in der vergangenen Woche gesagt, angesichts einer zunehmend schwierigen Deutung der Pandemie-Entwicklung sei ein vorsichtiges politisches Handeln nötig. Bei wieder steigenden Inzidenzen stelle sich die Frage, was das bedeute – denn die dahinterstehende Krankheitslast in der Bevölkerung werde mit der Zeit durch die zunehmenden Impfungen immer weiter reduziert. «Das ist jetzt eigentlich eine der schwierigsten Phasen überhaupt für die Politik, das Ganze zu navigieren», sagte Drosten.

Zuletzt bei um die 35 hatte die Sieben-Tage-Inzidenz Mitte Oktober gelegen. Anfang Juni vergangenen Jahres lag sie bei 3,6. Nach den bisherigen Pandemie-Erfahrungen betonen Experten, man müsse weiter aufmerksam bleiben. Sie mahnen langsame, schrittweise Öffnungen an. Die Sorge vor einem Wiederanstieg der Zahlen, einer vierten Welle noch vor dem Herbst, halte er für berechtigt, hatte der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen kürzlich auf Anfrage erklärt. «Eine allzu frühe Entwarnung kann dazu führen, dass Corona nicht mehr ernst genommen wird und die Zahlen wieder ansteigen.» Mit einer Welle im Sinne eines exponentiellen Anstiegs rechne er aber zunächst nicht, «eher könnte es zu einem Jojo-Effekt kommen».

Immer mehr Kinder und Jugendliche kommen unterdessen zurück in die Schulen. Am Montag nahmen die Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen den Präsenzunterricht in voller Klassenstärke wieder auf, ebenso in Niedersachsen, dem Saarland und in Hamburg.

Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 1785 Corona-Neuinfektionen, wie aus RKI-Angaben vom Dienstag hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 06.09 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen. Am 1. Juni vergangenen Jahres hatte es 333 Meldungen gegeben.

Das RKI meldet – mindestens – 34 an Corona verstorbene Lehrer und Erzieher

Deutschlandweit wurden den Angaben vom Dienstag nach binnen 24 Stunden 153 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.682.911 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.498.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 88.595 angegeben – (mindestens) 34 davon waren in Kitas oder Schulen beschäftigt. Üblicherweise wird der Beruf bei Infektionen nicht erfasst.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagnachmittag bei 0,76 (Vortag: 0,75). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Angesichts sinkender Corona-Zahlen hatte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gestern für die vollständige Wiederaufnahme des Regelunterrichts in den Schulen ausgesprochen, wie News4teachers berichtete. «Wir müssen zum Präsenzunterricht zurückkommen», sagte Lauterbach in einem Interview mit der «Welt». Dies sei möglich, wenn auch im Präsenzunterricht regelmäßig getestet werde – das habe bislang gut funktioniert. News4teachers / mit Material der dpa

Dritte Welle gebrochen

BERLIN. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Deutschland in seiner Corona-Risikobewertung herabgestuft. Das gaben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstagvormittag bekannt.

Die Gefahrenlage werde von «sehr hoch» auf «hoch» heruntergestuft, sagte Spahn. Am 11. Dezember sei sie hochgestuft worden. Angesichts der über Tage niedrigeren Inzidenzen, der sinkenden Infektionszahlen und der Entspannung auf den Intensivstationen in Deutschland sei dieser Schritt möglich. «Die Lage wird besser, sie wird deutlich besser», sagte Spahn, «aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie». Von 412 Landkreisen haben sich nun nur noch in vier mehr als 100 von 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Corona-Virus angesteckt.

Wieler hat zu einem weiteren Absenken der Infektionszahlen über den Sommer aufgerufen. Mit den zuletzt sinkenden Fallzahlen und einer sich entspannenden Lage auf Intensivstationen gebe es zwar gute Nachrichten, sagte er. Aber auch wenn sich nun jeder Normalität und Alltag wünsche, sei die Pandemie noch nicht vorbei.

«Jetzt müssen wir diesen Erfolg nutzen, um die Infektionszahlen weiter zu senken. Lassen Sie uns dafür den Sommer nutzen»

Der RKI-Chef erinnerte daran, dass viele Millionen Menschen im Land noch nicht geimpft seien, daher seien nur vorsichtige Öffnungsschritte möglich. Anhand von Modellierungen gehe das RKI davon aus, dass bei kontrolliertem Öffnen kein weiteres exponentielles Wachstum der Fallzahlen zu erwarten sei und dass die Belastung auf den Intensivstationen in den nächsten acht Wochen immer niedriger werde.

Es sei ein großer Erfolg, dass die dritte Welle gebrochen worden sei, sagte Wieler. «Jetzt müssen wir diesen Erfolg nutzen, um die Infektionszahlen weiter zu senken. Lassen Sie uns dafür den Sommer nutzen.» Auch international gelte es, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, müssten «mehr als 80 Prozent» der Menschen im Land einen Immunschutz haben, durch vollständige Impfung oder durchgemachte Infektion plus Impfung, bekräftigte der RKI-Präsident. Eine einmalige Impfung biete noch nicht ausreichend Schutz vor einer Infektion. dpa

Sorge vor Jojo-Effekt: Bei Kindern und Jugendlichen sinken die Infektionszahlen – gehen die mit den Schulöffnungen wieder rauf?

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Jan aus H
1 Jahr zuvor

Die Positivquote der PCR-Tests bei uns im Stadtkreis (Inzidenz über 80) ist über 34%! Was das für die Dunkelziffer bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

Dazu kommt der Irrsinn, dass jedes Absinken der Inzidenzen (und sei es durch Häufung von Feiertagen zusammen mit schönem Wetter) SOFORT zu Öffnungsorgien führt, während jedes Ansteigen von Inzidenzen erst einmal ewig schöndiskutiert wird.

Es wird das gleiche passieren wie beim letzten Mal. Wir haben den Tiefpunkt der Inzidenzen erreicht… jetzt geht es nach oben. Vielleicht nicht in der Gesamtinzidenz, denn da wird die steigende Impfquote einen deutlich senkenden Effekt haben, aber sehr wohl in der Inzidenz der Ungeimpften.

Schule ist eine Veranstaltung mit fast 100% Ungeimpften.

Wie immer setzt man die Erfolge der letzten Monate für einen kurzfristigen Effekt gedankenlos aufs Spiel und riskiert weitere Tote und, in der vierten Welle vermutlich deutlich präsenter als Tote, eine weitere Welle von Menschen, die langzeitige gesundheitliche Probleme haben werden (LongCovid).

Ich muss da mal was loswerden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jan aus H

Die Wahlen kommen noch hinzu, für die sich jeder positioniert und für die man Öffnungsgeschenke machen muss!

KnechtRuprecht
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jan aus H

Sehr geehrter Jan,
Wieder ein stichhaltiger Kommentar von Ihnen, wie quasi immer. Dankesehr!

Georg
1 Jahr zuvor

Ich vermute eher einen geringer werdenden Effekt der Feiertage. Wir werden es aber sehen. Die starke Zunahme der Infektionszahlen im Winter korrelierte jedenfalls stark mit den Öffnungen der Grundschulen bzw. KiTas (kleinerer Knick nach oben) bzw. einen Monat später mit der Teilöffnung der weiterführenden Schulen (steiler Knick nach oben).

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Ja der Irrsinn der Öffnungsorgien…
Genauso ist es.
Die Menschen sind unbelehrbar, man braucht nur bei dem schönen Wetter am Wochenende zu schauen was so los ist…
„Die Zahlen sind niedrig, die Zahlen sind niedrig …..“
Ja die Impfquote erhöht sich, das sieht man wahrscheinlich auch endlich in den Zahlen.
Aber es sind noch längst nicht alle geimpft, die es wollen, von Kindern und Jugendlichen ganz zu schweigen.
Jetzt fragen schon viele nach kompletter Abschaffung aller Regeln.
Läuft doch so prima!!
Warum setzten wir alles aufs Spiel?
Egoismus, Blauäugigkeit, Sorglosigkeit, Verharmlosung.
Ich elbst bin so viel skeptischer geworden im Laufe des Jahres…
Ich hoffe sehr, dass meine Ängste und Befürchtungen nicht eintreffen.

Monika, BY
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/long-covid-corona-spaetfolgen-forschung-medizin-1.5309179?ieditorial=1

Diese Menschen seien so krank, dass sie teilweise nicht mehr arbeiten könnten. „Selbst wenn sie noch arbeiten, dann arbeiten sie nicht effektiv, und ihre Lebensqualität ist beeinträchtigt“, so Schreiber. Rechne man die Zahlen hoch, dann käme man bereits jetzt auf bis zu 500 000 Long-Covid-Patienten.

Wir haben keine validen Zahlen, wie viele Kinder von Long Covid betroffen sind. In den bisherigen Studien findet man alles von einem bis vierzig Prozent. Wenn man Long Covid so definiert, dass die Symptome länger als zwölf Wochen nach der Infektion noch da sind, dann liegt der Wert nach meiner Einschätzung eher bei deutlich unter fünf Prozent. Schaut man auf einen Zeitpunkt vier Wochen nach der Infektion, dann dürften es eher zehn bis fünfzehn Prozent sein.

Ich halte Long Covid sogar eher für unterdiagnostiziert. Das Kind muss erst einmal die Eltern überzeugen, dass etwas nicht stimmt, die Eltern müssen dann den Arzt überzeugen. Für die Diagnose bei uns muss man viel Zeit mitbringen, manche kommen von weit her. Das macht man nur, wenn man einen großen Leidensdruck hat.

Und das nur in Deutschland nach erst einem Jahr und meistens unter dem Lock-Down.

Hier muss man wirklich kein Matthematiker sein.

BenKly
1 Jahr zuvor
Antwortet  Monika, BY

Das ganze halte ich für etwas übertrieben. Ich bin nun 41 und kann mich noch an eine starke Erkältung in meinen 20ern erinnern. Die ging damals auch gut auf die Lungen. Hab das noch gut 2 Jahre gespürt, immer dann wenn es draußen frisch war und man Sport gemacht hat. Also manche Symptome können noch sehr lange nachwirken, dazu braucht es ein Covid.

Koogle
1 Jahr zuvor

Wir haben immer noch 100.000 aktuell Infizierte die andere anstecken können.

Richtig schlimm wird es, wenn die indische Variante in Deutschland an Boden gewinnt. Im UK bereits die Mehrheit.

Dann wird es viele Todesfälle unter Älteren geben die nur mit Astrazeneca geimpft sind und denen man Biontech verweigert.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Koogle

„Dann wird es viele Todesfälle unter Älteren geben die nur mit Astrazeneca geimpft sind und denen man Biontech verweigert.“ Was ist das denn für ein Unfug?? Alle Impfstoffhersteller haben die Wirksamkeit gegen die indische Mutation bestätigt!

Jan aus H
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Konkret gibt es Indizien, dass diejenigen von der indischen Mutation gefährdet sind, die bisher erst EINE Dosis AZ haben. Mit zwei Dosen ist es besser und mit Biontech auch.

Durch die lange Zeit zwischen den Dosen dürfte das durchaus einige betreffen.

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Koogle

Das kommt noch zu den mittlerweile 28 Sinusvenenthrombosen durch Astra-Zeneca bei über 60jährigen dazu. Ausserdem ist der Schutz erst später da, wegen der späteren Zweitimpfung.

BK-Lehrkraft
1 Jahr zuvor

Feiertage verfälschen immer die realen Zahlen.
Familientreffen zu Feiertagen werden sich sicherlich auch in den folgenden Wochen auf die Inzidenzen niederschlagen.

Doch bisher ist die Inzidenzen IMMER hochgeschossen (!), sobald Schulen in der vollen Präsenz waren.
Und sanken auch erst wieder stark (!) mit dem eingeschränkten Schulbetrieb.
Jedesmal.
Alle anderen Maßnahmen wirkten sich auch senkend aus, aber der erst wenn auch die Schulen in der Präsenz beschränkt wurden, gab es eine sichtbare Entspannung.
Je ‚geschlossener‘ die Schulen, desto schneller sank die Inzidenz.

Aber bloß kein Geld in die Hand nehmen für ‚MOBILE“ Luftfilter. Kosten in der Wartung wahrscheinlich mehr als stationäre.
In manchem Schule kann man sicherlich mit einer Faust Löcher in die Wände hauen und Rohre durchziehen, weil die Bausubstanz derartig marode ist, dass die neue Rohre wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Wand noch ein paar Jährchen hält und nicht umkippt.

Btw. stehen manche Schulen unter Denkmalschutz. Unsere z.B.

Aber mit den Selbsttests ist ja alles schick. Kein weiterer Handlungsbedarf. Die funktionieren immer und überall und zu jeder Temperatur.

Neulich hat ein Schüler das Röhrchen auf den Kopf gehalten, weil er den Tropfstöpsel drauf machen wollen. Und wunderte sich dann, dass er nichts mehr zum Raustropfen hatte.
Er ist btw. über 18 gewesen und macht bei uns den Hauptschulabschluss Klasse 10.

Läuft bei bei uns… wortwörtlich.

Sina
1 Jahr zuvor
Antwortet  BK-Lehrkraft

Ja und damit es richtig läuft, gibts ja extra keine Notbetreuung mehr.

Mthdnmnn
1 Jahr zuvor

Wer oder was noch alles in Deutschland die Zahlen verfälscht hat (nebst Feiertage-Effekt), um kurz vor den Sommerferien am Besten noch die Pandemie für beendet erklären zu können (…).

Anne
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mthdnmnn

Die Vermutung habe ich auch. Gilt doch in NRW der neue Slogan: „Der Sommer wird gut“. Das geht nur mit niedrigen Inzidenzen und Öffnungswahn.

Wunder SAM
1 Jahr zuvor
Antwortet  James Smith

@James Smith

* Klingt nicht sehr beruhigend, …
bei stagnierendem Impffortschritt in Deutschland und ‚Öffnungsorgien‘ – den Wahlen 2021 geschuldet -.
Und dann noch Präsenzunterricht in voller Klassenstärke! 🙁

„What is more disturbing are emerging studies such as one conducted in Israel itself showing that those vaccinated are now more susceptible to some of the current variants than those not vaccinated!

To make things worse, we most probably already have the emergence of reassortant strains with other virus types especially as a result of ‘back zoonotic transmissions’ ie from humans to animals and back to humans again.“
https://www.thailandmedical.news/news/beware-countries-like-israel,-britain-and-america-should-not-assume-that-the-worst-of-the-covid-19-pandemic-is-over,-the-worst-is-yet-to-come

kanndochnichtwahrsein
1 Jahr zuvor

Wir Lehrer gehen – zumeist noch ungeimpft, bestenfalls mit erster Impfdosis, viele noch ganz ohne Aussicht auf einen Termin für die Erstimpfung – jeden Tag dahin, wo sich alle Ungeimpften der Nation treffen.
Man braucht kein Virologe oder Epidemiologe zu sein um zu ahnen, dass das nicht gutgehen kann!
Bin absolut enttäuscht (leider auch nicht wirklich überrascht) von Wissenschaftlern und Politikern, die glauben, ANDEREN das zumuten zu dürfen.
Sie selbst würden sich niemals in eine solch ungeschützte Situation bringen (lassen).

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor

Und nach wie vor wird in den Medien verbreitet LuL seien bereits fast alle geimpft, zumindest die ErstImpfung. Eine vollumfänglich Impfung mit entsprechendem Schutz stehe kurz bevor.
Laschet behauptet das und Hubig nun auch!!
Das mag auf GS einigermaßen zutreffen, aber keinesfalls auf alle weiterführenden Schulen.
Diese liegen zudem oft in Schulzentren und haben eine viel höhere Schüleranzahl.
Klar, dass die Aussenwirkung der „jammernden Lehrer“ da noch befeuert wird.
Danke dafür!!!

Jane
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Ja, genau. Tagesschau Bericht am Montag über geöffnete Schulen in vollem Präsenz:. Nur strahlende Lehrer:innen und Kinder. Wir wissen, dass es andere Meinungen gibt!! Zum Beispiel hat meine Tochter (14) Bedenken. Ich war überrascht, dass die Berichterstattung so einseitig war.

Bernd
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jane

Die Berichte sind alle darauf getrimmt, um die Menschen in die Stimmung zu versetzen, es geht vorwärts, ganz nach Parteilinie, oder? und, egal wie viel auf der Strecke bleiben, jedenfalls geht es aufwärts. Das ist das was vermittelt werden soll. Wer rumunkt ist ein Nörgelfritze oder ein negativer eingestellter Mensch. Das unsere Politiker einen Plan haben, will sich mir nicht erschließen. Presseberichte und Meinungsmache ganz im sinne von denen die, ja was eigentlich wollen diese Personen?, ich würde es eher als plumpe Propaganda bezeichnen.

fabianBLN
1 Jahr zuvor

Wie oft stieg und sank die Ansteckungsrate schon. Jetzt, wo sie 1x ansteigt, ist das gleich eine „BILDUNGSNACHRICHT“ wert? Weil man sich selbst damit etwas beweisen will? Verstanden hätte ich es, wenn sie seit Tagen wieder steigt.

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  fabianBLN

Manipulation, Vortäuschung?
Mahnung, Vorsicht?

Man wird sehen,
so man vermag.

fabianBLN
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und? Steigt die Ansteckungsrate weiter?

Warum ist ihr erneutes Sinken keine Nachricht wert?

Robert
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Falsch! Heute wird gemeldet, dass die Ansteckungsrate wieder sinkt. Ich kann die Frage von fabianBLN nur wiederholen: „Warum ist ihr erneutes Sinken keine Nachricht wert?“
Sind nur schlechte Corona-Nachrichten für die Redaktion gute Nachrichten?

Hellus
1 Jahr zuvor

Heute ein sehr treffender Artikel im Tagesspiegel:
Frisch infiziert in die Ferien
https://www.tagesspiegel.de/politik/schuloeffnungen-in-berlin-frisch-infiziert-in-die-ferien/27246588.html

Bernd
1 Jahr zuvor

… das schlimme ist, dass wir die Früchte, die die Politiker vom 31. Mai an gesät haben, erst in ein paar Wochen ernten. Wenn man den Medien glauben darf, kommen die Befürworten (und das müssen hervorgehend aus den Berichten fast alle Bundesbürger sein, Kritik wird kaum bis gar nicht erwähnt) aus den Lobgesängen und Beifallsbekundungen zur Schulöffnung und den diversen Erleichterungen im Alltag, aus ihren Glück die Pandemie endlich besiegt zu haben, kaum noch auf die Idee, dass es noch nicht vorbei ist. Dieses wird bei allen sich bietenden Möglichkeiten, noch einmal positiv zu untermauert, nun in den Sommer und in die Ferien zu starten. Mal sehen wenn man Deutschland zum Risiko Gebiet erklärt und das liebe Geld sich bei den Reiseveranstaltern in Luft auflöst. Aber die Pandemie muss bei den meisten Mitbürgen gedanklich schon vorbei sein. Denn die Politiker haben es … ja was eigentlich, erzählt? Nichts haben sie. Lediglich als Kanonenfutter der Industrie und deren Vasallen dürfen wir wieder malochen. Na dann kann uns ja nichts mehr passieren.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bernd

Die Infektionszahlen geben immer den Stand von vor 1-2 Wochen an.

Die Politiker gehen ein riesengroßes Risiko ein. Die verkündeten Impfungen für so gut wie alle ab 12 sind auch so eine Luftnummer, weil dadurch die Nachfrage nach dem kaum vorhandenen Impfstoff noch größer wird.

Bernd
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Nach 3 bis 5 Tagen hat man (meistens) Symptome, wenn man denn welche hat. Bei vielen verläuft es es jedoch asymptomatisch, ist aber wie eh und je infektiös. Dann die vielen Mutationen, die wesentlich effektiver übertragen werden. Das Virus passt sich an um zu überleben. Wir denken durch Impfen ist alles halb so schlimm und wir wären über dem Berg. Dem ist nicht so. Das Virus wird uns noch sehr viele Jahre begleiten und zum Leben dazu gehören. Wir hätten uns bei den Schulöffnungen und auch in anderen Bereichen noch 3 bis 4 Wochen zurück halten müssen, um den Sommer nicht von einer verten Wellen bestimmen zu lassen. Aber jetzt scheint mir ist es schon wieder zu spät, die Leute begrüßen die Öffnungen … bezahlen werden wir die viel zu frühe Rückkehr zur gewünschten Normalität, alle.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bernd

Das befürchte ich auch. Der R-Wert steigt ja wieder…

Bei diesem Virus erwarte ich eine jährliche Auffrischung wie bei der Grippe auch. Damit kann ich leben, zumal ja die Symptomatik bei den allermeisten Fällen nicht auftritt oder in der Größenordnung einer moderaten Virusgrippe bleibt.

Viva
1 Jahr zuvor

Was aber, wenn es zu einer richtig bösen Escape-Mutation kommt? Wir sehen gerade jetzt, wie schwierig es ist, wenn mal eben schnell 80 % der (Welt-)Bevölkerung geimpft werden muss – auch vom Logistischen her. Das geht nicht von heute auf morgen mit einer schnell an eine gefährliche Mutation angepassten wirksamen Booster-Impfung. Wenn man Infektionen zulässt, riskiert man Escape-Mutationen. Schon allein deshalb ist es falsch, gewisse Inzidenzen einfach zu akzeptieren und ernsthaft darüber nachzudenken, Schutzmaßnahmen abzubauen. Es ist anzunehmen, dass sich das Virus weiter verändern wird. Die Entwicklung des Virus ging bisher leider nie in eine harmlosere Variante über. Und es war und ist leider zu jedem Zeitpunkt noch weit gefährlicher als das Grippevirus. Ausbreitung in Lunge, Nieren, Herz, Venen, Hirn, Multiorganversagen … nicht „nur“ bei chronisch Kranken oder irgendwie Anfälligen, das wissen wir. Wir wissen nicht genau, warum das Virus heute was bei wem macht, aber wir denken, dass wir wissen, dass unsere Impfstoffe die zukünftige Lage beherrschen werden? Wir sehen, wie schleppend und lang der Impfprozess läuft, sogar, wenn es wirklich drauf ankommt (jetzt!), und meinen, wir hätten die Lage (jetzt und in Zukunft) im Griff? Wir brauchen keine Kinderimpfungen und auch keine Luftfilter? Vielleicht noch nicht einmal eine Maske? Abstand sowieso nicht? Ein „paar“ Infektionen sind nicht schlimm?

Hauptsache, endlich wieder „frisch Gezapftes“ und Sommerurlaub…und Vollpräsenzunterricht. Und täglich steigt die Zahl der Coronatoten (derzeit fast 3,7 Mio.). Für mich ist es noch nicht einmal eine „Ruhe vor dem Sturm“. Es ist eher ein „drunter und drüber“ ohne Berücksichtigung der Konsequenzen. No risk, no fun…das Erwachen hat noch etwas Zeit.

Oder wo finde ich die wissenschaftlich fundierten positiven Prognosen, die Pandemie betreffend?

fabianBLN
1 Jahr zuvor

Wie hat sich denn nun die Ansteckungsrate seit der aufsehenerregenden „Bildungsnachricht“, dass sie an 1 Tag leicht stieg, weiterentwickelt???

fabianBLN
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich schrieb nicht von „Tag 1“, sondern von „1 Tag“. Sie machten eine große Meldung daraus, dass die Inzidenz gestiegen ist. In einem Bildungsmagazin. Sie berichten nicht darüber, dass die Inzidenz gesunken ist. Keine Schlagzeile. Warum? Das ist das, was ich hinterfragt habe. Sie schreiben von den Lehrern, die an Corona gestorben sind. Sie schreiben nicht von all den vielen Lehrern, die Corona überstanden haben. Merken Sie was?

Die meisten Menschen in den Bildungseinrichtungen sind inzwischen geimpft.

Weltenbummler
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Also wenn ich auf diese Seiten schaue, dann fällt mir schon auf, dass es sich hier um eine ziemliche „Negativberichterstattung“ handelt. Es ist sozusagen immer alles schlecht. Warum sollte man nicht auch mal über Lehrer berichten, die Covid-19 gut oder glimpflich überstanden haben? Die Nachfrage verstehe ich durchaus. Warum nicht mal die Zahlen einander gegenüberstellen. Wie viele infiziert? Wie viele mit Folgeschäden oder ohne? Wie viele verstorben? Das gehört doch alles zur Wahrheit dazu, damit man sich ein objektives Bild machen kann !!