Städtetag nimmt Ansteckungen von Schülern in Kauf – er fordert: Trotz Infektionen soll Präsenzunterricht weiterlaufen

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Der Deutsche Städtetag hat zum Beginn des neuen Schuljahrs mehr Impfungen für ältere Schüler an Schulen gefordert. «Um den Unterricht in Präsenz abzusichern, appellieren wir an die Länder, mehr Impfungen in Schulen möglich zu machen», sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Er will damit offenbar Druck von den Kommunen nehmen, in den Gesundheitsschutz von Kindern investieren zu müssen. Dass die Schulträger ihrerseits gefordert sind, das Förderprogramm des Bundes für mobile Luftfilter zu nutzen, erwähnte der Städtetags-Vertreter nämlich nicht. Offenbar nehmen die Kommunen lieber Infektionen unter Schülern in Kauf. Dabei wäre Geld genug vorhanden.

Mobile Luftfilter holen Coronaviren aus der Atemluft und werden deshalb vom Bund für den Einsatz in Kitas und Schulen gefördert – der Städtetag setzt lieber auf (billigere) Impfungen von Schülern. Foto: Shutterstock

Obwohl für Schüler über zwölf Jahre der Impfstoff von Biontech zugelassen ist, mag die Ständige Impfkommission die flächendeckende Impfung von Kindern und Jugendlichen nicht empfehlen. Den Deutschen Städtetag ficht das nicht an – er setzt kurz vor Beginn des neuen Schuljahres auf die größflächige Impfung von Schülern: «Das Impfangebot für die über Zwölfjährigen sollte ausgeweitet werden», meint Hauptgeschäftsführer Dedy. Dies könne ein Beitrag sein zum Schutz junger Menschen und für weniger Infektionen an Schulen.

«Das kann über mobile Impfteams in den Schulen laufen, wie in Schleswig-Holstein. Oder das kann über mehr Angebote für Jugendliche etwa in Fußballstadien oder Einkaufszentren laufen, wo sich viele von ihnen treffen», so Dedy. «Wir müssen mit den Impfungen zu den jungen Leuten gehen und nicht warten, bis sie ins Impfzentrum oder in die Arztpraxis kommen.» Allerdings bedürfte es dazu dann erst des Einverständnisses der Eltern.

«Die Länder müssen Klarheit schaffen, wie Unterrichtsausfall trotz neuer Corona-Infektionen vermieden werden kann»

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein starten an diesem Montag mit dem neuen Schuljahr, Hamburg folgt am Donnerstag. Alle drei Länder beginnen mit Präsenzunterricht. Die bisherigen Impfangebote für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen würden für einen sicheren Schulbetrieb aber nicht reichen, sagt Dedy. «Wichtig ist eine Strategie, um Unterrichtsausfall auch für die große Gruppe der unter Zwölfjährigen zu vermeiden, für die es keinen Impfstoff gibt. Denn die Jüngeren brauchen ihren Schulalltag mindestens genauso stark wie die älteren Schülerinnen und Schüler. Wir kommen deshalb nicht darum herum, regelmäßige Tests an den Schulen beizubehalten. Vor allem aber müssen die Länder Klarheit schaffen, wie Unterrichtsausfall trotz neuer Corona-Infektionen vermieden werden kann.»

Es werde nach Schulbeginn mit Sicherheit zu neuen Infektionen kommen. «Das heißt in der Praxis: In PCR-Pooltests für eine ganze Klasse werden einzelne positive Ergebnisse dabei sein, ohne dass man sofort weiß, wer infiziert ist», sagte Dedy. «Das darf nicht dazu führen, dass gleich alle Schülerinnen und Schüler in Quarantäne geschickt werden. Der Unterricht muss dann weitergehen. Einen Tag später weiß man, wer infiziert ist und deshalb in Quarantäne muss. Aber eben nicht die ganze Klasse.»

Die Quarantäne-Regeln für Schulen dürften dafür nicht zu streng sein. Die Länder sollten sie bundesweit einheitlich fassen, damit für alle Schulen das Gleiche gelte. Wir müssen in Kauf nehmen, dass einzelne Kinder in der Schule infiziert sind, wir aber für kurze Zeit nicht wissen welche. «Sonst wird der regelmäßige Schulbetrieb durch Quarantäne von ganzen Klassen zu stark beeinträchtigt.»

„Mobile Geräte können in den Fällen helfen, die Luftqualität zu verbessern, in denen Räume schlecht zu belüften sind“

Einen flächendeckenden Einsatz von mobilen Luftfiltern in Schulen – für die die Kommunen zumindest teilweise die Kosten tragen müssten – hatte der Städtetag bereits vor zwei Wochen abgeleht. „Mobile Geräte können in den Fällen helfen, die Luftqualität zu verbessern, in denen Räume schlecht zu belüften sind“, sagte Dedys Stellvertreterin Verena Göppert gegenüber der „Rheinischen Post“.

Dass der Bund und auch einige Länder diese Geräte förderten, sei zu begrüßen. „Mobile Lüftungsgeräte sind jedoch kein taugliches Mittel, um damit alle Schulräume und Gebäude auszustatten“, sagte Göppert. Das Bundeskabinett hatte zuvor den Ländern und Kommunen für mobile Luftfilter 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, übernommen werden allerdings nur 50 Prozent der Kosten. „Die Bundesförderung für mobile Lüftungsgeräte ist sinnvoll, um in bestimmten Räumen die Luftqualität in Schulen zusätzlich zu verbessern“, so die Städtetags-Vertreterin.

Warum nur in bestimmten Räumen? Die allermeisten Schulräume ließen sich gut und ausreichend durchlüften, der Luftaustausch sei gewährleistet. „Und auch da, wo sie eingesetzt werden, müssen die Räume weiterhin regelmäßig möglichst gut gelüftet werden, damit Frischluft hineinkommt“, so Göppert – was keine überraschende Erkenntnis ist: Mobile Luftfilter verfügen über keinen Außenanschluss. Gelüftet werden muss allein schon wegen des steigenden CO2-Gehalt in der Atemluft. Allerdings nur in einer normalen Taktung: Im vergangenen Winter hatten Hundertausende von Kindern und

Damit Kinder, für die es noch kein Impfangebot gebe, in Schulen vor dem Virus geschützt würden, blieben Tests, Maskentragen, die Einhaltung der Hygieneregeln und Lüften das A und O, meint die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin. Dass diese Maßnahmen monatelange Schließungen der Schulen für den Präsenzbetrieb im vergangenen Schuljahr nicht verhindern konnten, erwähnte sie dabei nicht.

Das Gesamtsteueraufkommen der Kommunen lag 2020 sogar fast sechs Milliarden Euro über dem Vorjahresniveau

Sie verschwieg auch, dass die Städte und Kreise in Deutschland 2020 zum sechsten Mal in Folge einen Überschuss bei ihren Finanzen verbucht haben – in der Corona-Pandemie bedingt durch ein historisches Hilfspaket von Bund und Ländern, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung unlängst ergab. Das Gesamtsteueraufkommen der Kommunen lag danach sogar fast sechs Milliarden Euro über dem Vorjahresniveau. Heißt: Das Geld, um Kitas und Schulen flächendeckend mit mobilen Luftfiltern auszustatten, wäre bei den Trägern vorhanden. Allein: Der Wille fehlt. News4teachers / mit Material der dpa

Schopper nimmt Durchseuchung der Schüler in Kauf

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32 KOMMENTARE

  1. „Wir müssen in Kauf nehmen, dass einzelne Kinder in der Schule infiziert sind, wir aber für kurze Zeit nicht wissen welche. Sonst wird der regelmäßige Schulbetrieb durch Quarantäne von ganzen Klassen zu stark beeinträchtigt.“ – Aber… Aber… Äh… Führt das denn nicht dazu, dass in dieser ‚kurzen Zeit‘ das Virus, sprich in aller Regel die hoch ansteckende Deltavariante, eine super-duper Extrachance eingeräumt bekommt, noch viel mehr Kinder zu infizieren??? Vorteil Virus!

    • @Ich_bin_neu_hier

      Genau.

      “ … wir aber für kurze Zeit nicht wissen welche.“
      Womöglich waren diese Worte mit Bedacht gewählt, denn wir wissen für KURZE Zeit nicht welche.
      Nach nur wenigen Tagen (und wohl innerhalb der ersten Schulwoche) dürfte jedes Kind ausreichend Viruskontakt gehabt haben.
      Nicht jedes Kind muss deutlich erkennbar/sichtbar erkranken, hat aber auch wiederum jede Menge Zeit den Virus weiterzugeben UND seinerseits andere Menschen anzustecken – natürlich besonders in der eigenen Familie, weil dort ausreichend lange Kontaktzeiten gegeben sind.
      Nochmal: Vorteil Virus – auch mit Blick auf weitere Mutationen mit allen Folgeproblemen!

      Dazu kommt die (oft spät erkannte) Long-Covid-Problematik bei Kindern, gerade WEIL sie oft nicht so heftige Symptome zeigen.
      Nicht nur Vorteil, sondern Bonuspunkt … natürlich für den Virus.
      Für die betroffenen Kinder – und das werden nicht wenige sein – ein u.U. heftiger Malus im nächsten Schuljahr, Bildungsweg, Lebensweg. Aber das wird sicherlich wieder kleingeredet mit den üblichen Phrasen von „Einzelfällen“ oder „Wir können nicht jeden retten.“ … Oft sind das dieselben „Ecken“, aus denen vor wenigen Wochen noch das Hohelied vom Kindeswohl geträllert wurde.
      Vielleicht sollte jeder mal etwas weiter denken als bis zum eigenen Sitzfleisch, denn die Kinder die sich „heute“ (= in den nächsten Wochen) Long-Covid einfangen, werden „morgen“ (= gleich in naher Zukunft) mehr als nur ein paar Wochen Lernrückstand und Lücken in ihrer sozialen Entwicklung ausbaden müssen.
      Wenn es bei den Kurzsichtigen mit Schieleblick auf rein wirtschaftliche Interessen jetzt noch nicht klingelt … „übermorgen“ (= in etwa 10 Jahren) werden die Kassen ebenso wenig klingeln, Stichwort „volkswirtschaftliche Nachteile“ aufgrund holperiger oder gescheiterter Bildungs- und Berufsbiographien, davon abgesehen stellt sich die Frage, wer denn für die ganzen Kosten (Gesundheitswesen, Reha, nicht mehr heilbare Krankheitsbilder in Folge von als Kind erworbenem Long-Covid …) aufkommen wird …

      Aber die Schlaubis, die „heute“ irgendwo in der Entscheidungsverantwortung stehen, sind – je nach momentanem Alter – „morgen“ oder gar „übermorgen“ entweder die Karrieretreppe heraufgestolpert, wo sie noch mehr „Gutes“ (Ironie) für die Allgemeinheit tun können, oder sie werden den Ruhestand genießen.

      The show must go on!!!
      🙁

      • Jedem, der in der Schule arbeitet, muß seit langem schon klar sein, was sich jetzt nach den Ferien binnen kurzem unter den Schülern abspielen wird: die zügige Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen. Man kann es halt etwas netter ausdrücken wie im Artikel zitiert, aber DAS ist der eigentliche Fakt. Sorgen scheint sich in der breiten Öffentlichkeit keiner mehr zu machen. Alle Bedenken (die ich auch hege) werden mit folgenden “Totschlagargumenten” vom Tisch gefegt:
        1. Kinder erkranken gar nicht oder nur leicht
        2. Die Familienmitglieder hatten Zeit, sich impfen zu lassen
        3. Es gibt kein Long covid unter Kindern

        Letzter Punkt wird mit häufigen Berichten ( kürzlich erst wieder in den Tagesthemen) aus Kinderambulanzen einzelner Unikliniken gestützt, bei dem Ärzte berichten, dass sie Long-Covid-Ambulanzen anbieten, diese aber nicht benötigt werden. Was macht dann eigentlich die Uniklinik Jena???
        Außerdem wird häufig berichtet, dass viele Long-Covid-Symptome leicht zu verwechseln sein mit “normalen” Erscheinungen bei Jugendlichen und daher falsch interpretiert würden.
        Ich habe leider keine einzelnen Quellen zur Faktenunterstützung, allein das ist mein Eindruck in Beobachtung der Berichterstattung. Damit wird natürlich systematisch die Grundlage dafür gelegt, die Schulen komplett offen zu halten mit 100% Präsenz unabhängig von den Fallzahlen. Auch in meiner Umgebung scheine ich die einzige zu sein, die das Ganze mit gemischten Gefühlen sieht.
        ( leider)
        Eine sachliche Diskussion ist damit nicht mehr möglich.
        Nun gut, vielleicht ist ja alles nicht so schlimm und ich liege falsch. Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Und zum Glück sind wir in meiner Familie alle geimpft.
        Nur können dann auch alle Quarantäneregeln über den Haufen geworfen werden, die würden das Ganze ja nur hinauszögern und stören. (Sorry: Ironie)

        • @Rike

          „Nur können dann auch alle Quarantäneregeln über den Haufen geworfen werden, die würden das Ganze ja nur hinauszögern und stören.“
          DAS wäre konsequent.
          Aber wenn der Versuch dann danebengeht, kann „man“ nicht mehr sagen „Aber wir haben doch sinnvolle Maßnahmen ergriffen.“

          Und hier stimme ich absolut zu:
          „Eine sachliche Diskussion ist damit nicht mehr möglich.“ und „Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“
          Sofern nicht wieder ein großes Hickhack mit immer absurder werdendem Regelungsdickicht, geänderter Richtwerte und deren Deutung sowie mangelnder Kommunikation (inklusive Nebelkerzen) ein klares Ergebnis erschweren.
          Karren (schon wieder) vor die Wand gefahren?
          Und los geht dann wieder die übliche „Diskussion“ – die wie oben gesagt – sowieso nicht mehr möglich oder sinnvoll ist, aber egal: „Das haben wir immer schon so gemacht!!!“
          Das ist wie monatelang Festgebundensein im Karussell!

        • Genau meine Beobachtungen. Es wird über 1% Long Covid bei Kindern geschrieben. Doch was ist mit den Jugendlichen?
          In anderen Ländern geht man von 10% bei Kindern und Jugendlichen aus. Dort wird aber auch ein Auge auf dieses Problem geworfen.
          Hier wird die Durchseuchungsschiene ohne Rücksicht gefahren. Mutationen? Egal, wird schon gut gehen.

          Hier wird wieder geschwurbelt, klein geredet bis plötzlich die Krankenhäuser andere Daten über Folgen von Covid bei Kindern und Jugendlichen melden.
          Und bei jedem Kind/ Jugendlichen verändern sich bestimmte Marker im Blut, besonders die mit Entzündungen im Zusammenhang stehen. Egal ob LC oder nicht.

          Aber das juckt niemanden, nicht mal die Kinderärzte. Stattdessen wird gleichzeitig auch noch die Impfung von Kindern und Jugendlichen in Frage gestellt, die übrigens insgesamt diese recht gut wegstecken… also vertragen (Israel, USA und ich meine Kanada) und zwar besser als einen Covid Infekt.

          Aber es wird aktuell der Eindruck absichtlich hinterlassen, dass Impfung schlimmer ist als die Infektion.

          Ich beobachte im Medienwald ausserhalb Deutschlands eher umgedrehtes in der Gesamtschau.

        • Hallo Rike,
          „Nur können dann auch alle Quarantäneregeln über den Haufen geworfen werden, die würden das Ganze ja nur hinauszögern und stören.“

          Genau diesen Widerspruch in jener Logik, die von vielen vorgetragen wird, verstehe ich seit längerer Zeit nicht. Wenn es denn so sein sollte, dass das Risiko gerade für SuS vernachlässigbar (wie passend dieser Ausdruck) sein sollte, wieso lässt man es dann nicht einfach laufen und spricht dies offen aus?

      • @Pit:

        Schon bevor ich deinen Absatz „Aber die Schlaubis….“ gelesen hatte, hatte ich die gleichen Gedanken.
        Auch @Rikes Kommentar teile ich uneingeschränkt.

        Btw: Möglicherweise stellen auch jetzt diejenigen, die sich seinerzeit über den bevorzugten Impfwunsch des Schulpersonals mokierten, nun fest, dass es den LehrerInnen in dieser Debatte nicht nur um die eigene Gesundheit geht, sondern sehr wohl auch um das Wohlergehen der Schülerschaft.
        Dies entnehme ich zumindest einem Großteil der LehrerInnenkommentare hier.

        PS: Wenn mein Plan aufgeht, bin ich spätestens im kommenden Jan. raus aus dem Schulbetrieb.
        Ich kann dieses System nicht mehr unterstützen, ohne ein Problem mit meinem Badezimmerspiegel zu bekommen…

        • @Mary-Ellen

          Bei deinem letzten Artikel verstehe ich vermutlich sehr gut was du meinst.
          Ich vermute mal – ACHTUNG !!! Transfer-Leistung 😉 :
          Jemand ist Vegetarier/Veganer (geworden) und soll gegen seine aus Lebenserfahrung bedingten Erkenntnisse und modifizierten Überzeugungen handeln.
          Vermutlich kann ein Vegetarier/Veganer nicht unbedingt aus tiefer Überzeugung Nutztierzüchter sein und mit ansteckender Begeisterung tierische Produkte vermarkten.
          So ungefähr …?

          • Lieber @Pit:

            Inzwischen habe ich ein Lebensalter erreicht, in dem ich es einfach nicht mehr sonderlich schätze, zum Narren gehalten zu werden.

            (Als guten Vergleich habe ich einen zweiten Arbeitsplatz, an dem mir von meinem Arbeitgeber durchaus mit Wohlwollen, Fürsorge und Respekt begegnet wird).

            Seit ich vor gut einem Jahr zunehmend stutzig als auch fassungslos, wütend, irritiert und fremdbeschämt wurde, was den Umgang der Bildungspolitiker
            (mein Arbeitgeber hier) mit dem System Schule speziell in der Corona-Zeit betrifft, hat sich nach meiner Wahrnehmung – bis auf die Impfmöglichkeit für Schulbeschäftigte – NICHTS wirklich zum Hilfreichen für SuS, Eltern und Schulpersonal verändert.

            Ich muss mich vom System Schule (so wie es zzt. hierzulande existiert) verabschieden…
            es kann nicht gut sein, mit der Faust in der Tasche zur Arbeit zu gehen.
            Ferner werde ich das nicht zu unterschätzende Gefühl nicht los, mich mitschuldig zu machen.
            Und zu guter Letzt: Ich achte Menschen mit Rückgrat, die auf Missstände Taten folgen lassen, so muss dies selbstverständlich auch für mich selbst gelten.

            Da im „Fall Schule“ entsprechende betriebsinterne Möglichkeiten des Protestes/der Lösungsfindung extrem begrenzt sind und dauerhafte Ohnmachtsgefühle nicht gesund sein können, bleibt mir nur der Weg, diesem „Konstrukt“ den Rücken zu kehren.

            Im Großen und Ganzen kommt also deine (zu abstrahierende) Vegetarier-These schon recht gut hin.

  2. Das ist ja Unsinn. Jedes Jahr nimmt man in Kauf, dass sich Tausende Schüler an Grippe anstecken? Auch da gibt es schwere Fälle und Langzeitfolgen. Hier scheinen viele auf dem Stand des Anfangs der Pandemie stehengeblieben zu sein. Aber wir sind jetzt weiter. Wir haben Impfstoffe, Medikamente und viele Erfahrungen.

    Die Pandemie im Herbst 2021 ist kaum noch von einer Grippe zu unterscheiden: Die Risikopatienten sind geimpft, es gibt nur noch wenige schwere Verläufe. Auch die Delta-Variante führt nicht zu einem exorbitanten Anstieg in den Krankenhäusern. Und das ist der Punkt. Ihre Horrorszenarien sind einfach nur noch Quatsch!

  3. Wir müssen uns endlich davon verabschieden, Corona immer noch so zu bewerten, wie wir es Anfang 2020 getan haben! Seither hat sich vieles verändert. Corona ist beherrschbar geworden. Nach wie vor erkranken die Jungen selten schwer. Wer Angst hat, soll sich impfen lassen und nicht die anderen „nerven“.

    • Was bringt mir die frühe (falsche) Negativmeldung der Schnelltests, wenn ich in Summe mehr unerkannte Infektionen habe?

  4. Unfassbar. Das ist „erzwungene“ Herdenimmunisierung mit Ansage ohne die Konsequenzen bedacht zu haben. Ich habe irgendwie auch den Eindruck, dass die Folgen einer Corona-Infektion für Kinder und Jugendliche z.Z. „kleingeredet“ werden. Hauptsache Präsenzunterricht. Auf den Teufel komm heraus. Ändert man halt die Quarantäneregeln. Da sollte man doch nicht so streng sein. Ein positiver Fall in der Klasse? Upps- warten wir doch einfach ab, damit sich noch mehr infizieren, denn ist wenigstens erstmal für die Klasse Ruhe im Karton? Welch Geistes Kind sind denn diese Menschen? Letzten Endes bestärken solche „Ideen“ mich in meiner Entscheidung meine zwölfjährige Tochter geimpft zu haben. Zum Ferienende in Nds. ist die 2. Impfung. Gerade noch geschafft…..

  5. Sind bei n4t die „Corona-Ewiggestrigen“ versammelt? Der Inzidenzwert ist schon lange nicht mehr DAS Kriterium zur Einschätzung der Gefährlichkeit der Pandemie. Das kann man überall lesen. Der Inzidenzwert alleine ist nicht mehr aussagekräftig!

    • Wenn bei 31 Personen im Raum eine Ü30 und 30 unter 16 sind, Abstände nicht eingehalten werden können und schon an normal wärmen Schultagen der Luftaustausch über die Fenster nicht ausreichend ist, braucht es auch die CO2-Ampel nicht.

    • Nun, der Inzidenzwert 50 wurde seinerzeit festgelegt, weil das die Leistungsgrenze der Gesundheitsämter bezüglich der Nachverfolgung ist. Diese Leistungsgrenze hat sich auch durch die Impfungen nicht verändert. Verabschiedet man sich von der Inzidenz als entscheidendem Kriterium, gibt man die Nachverfolgung und damit die Identifizierung und Isolierung von unerkannt Infizierten auf. Infektionsketten werden nicht mehr durchbrochen und man nimmt das „Durchrauschen“ der Infektion in Kauf. Das provoziert einen Anstieg der absoluten Hospitalisierungen und begünstigt die Entstehung neuer Mutationen. Wenn es ganz schlecht läuft, setzen diese Mutationen die Bekämpfung der Pandemie durch die Impfung wieder auf Null, da sie die Impfwirkung unterlaufen. Alle bisher gravierenden Mutationen sind in Hochinzidenzländern entstanden, recherchieren Sie gern mal nach. Die Delta-Variante unterläuft bereits zu 40% das Immunsystem Geimpfter, die dann als Infizierte (mit meist milderem Krankheitsverlauf) das Virus effektiv weitergeben können.

    • ……führt aber seltsamerweise ausserhalb von Schulen noch weiterhin zu den gewohnten Einschränkungen.
      Dann sollte das Leben doch in allen Bereichen unabhängig vom Inzidenzwert laufen.

      • Und das hat sich im Schulbetrieb wohl auch bewahrheitet. Lasst also die Masken weg im Unterricht. Bei längerfristigen Kontakten im gleichen Personenkreis hilft es auch nicht mehr wirklich weiter, sondern schafft eher nur massive Beeinträchtigungen.

    • „Der Inzidenzwert ist schon lange nicht mehr DAS Kriterium zur Einschätzung der Gefährlichkeit der Pandemie. Das kann man überall lesen.“

      Und weil man es überall liest, ist es richtig?

      Es gilt nach wie vor: Jede Infektion ist eine zu viel. Es ist eine weitgehend unbekannte Krankheit mit unbekannten Spätfolgen.

      Eigentlich (!) müsste man die Inzidenz in der anderen Richtung anders bewerten: Wenn wir eine Impfquote (vollständig geimpft) von etwa 50% haben und beachten, dass die Wahrscheinlichkeit der Infektion eines Geimpften bei ca. 1/15 der normalen liegt, dann bedeutet eine Inzidenz von 50, dass wir unter den Ungeimpften eine Inzidenz von knapp 100 haben.

      An Schulen, vor allem Grundschulen, sind die meisten ungeimpft! Also sollte man die Grenzen entsprechend dem Impffortschritt nach UNTEN korrigieren, nicht aber nach oben.

      Genesen ist nicht gesund! Durchseuchung war von Anfang an eine blöde Idee und ist es auch immer noch.

      • Jan aus H- ich kapiere das auch absolut nicht mit den Inzidenzwerten. Mein logischer Sachverstand sagt mir auch jedes Mal: Hallo! 50% sind doch schon geimpft!!!! Also bezieht sich doch die Inzidenz auf die restlichen 50%, also de facto ist die Inzidenz viel höher! Wo denke ich da falsch???

  6. Was treibt den Städtetag sich seit über einem Jahr so vehement gegen Luftfiltergeräte zu wehren?

    Damit haben sie Tausende Tote auf dem Gewissen und noch immer nichts gelernt.

    Dazu kommt der gesamtwirtschaftliche Schaden der dadurch mitverursacht wurde.

  7. Mich widert einfach nur noch an,wie irgendwelche Politheinis im Wahlkampfmodus,deren Kinder altersmäßig vermutlich gar nicht davon betroffen sind,dass es für sie schlicht keine Impfung gibt,wenn sie denn überhaupt Kinder haben,darüber rumlabern,was für anderer Leute Kinder zumutbar ist!Mein Kind wird von niemandem in die Durchseuchung gezwungen!Dieses Gerede von wg erkranken in der Regel nicht schwer blabla…Solang Ihr es nicht GARANTIEREN könnt,habt Ihr slles zu ihrem Schutz zu tun.Fertig.Wenn ich das schon höre,am nächsten Tag weiß man dann,wer infiziert ist….soviel Blödheit und Ignoranz macht nur noch stinksauer!

    • Wer allerdings versucht mit Masken im Unterricht wie vom CDC im Bericht erwähnt Infektionen zu vermeiden wird Schiffsbruch erleiden. Man kann mit Masken temporäre Kontakte wie im Einzelhandel oder im ÖPNV etwas absichern. Aber alle Zusammenkünfte, wo der gleiche Personenkreis über Stunden und Tage zusammenkommt, wird es aus physikalischen Gründen nicht funktionieren.
      Mindestbedingung damit Masken eventuell im Unterricht funktionieren können wäre, daß sie bei allen anwesenden Personen absolut dicht anliegt und diese regelmässig gewechselt werden. Nur kaum eine Maske, insbesondere FFP2 sitzt dichtanliegend. Also aus praktischen Gründen ist das selbst bei hoher Disziplin nicht erreichbar. Eher wird der Sitznachbar noch zusätzlich durch die nicht dicht anliegende Maske zusätzlich gefährdet. Aber mehr als eine kleine zeitliche Dämpfung wird man mit Masken nicht erreichen können.

      Also sollte man Masken gleich weglassen und eher dafür sorgen, daß die Durchlüftung und/oder Abstände stimmen. Und Impfung soweit wie möglich helfen hier schon weiter- das Problem wird ja eher sein wenn geimpfte und ungeimpfte Personen zusammen sind. Man muss auch bedenken daß die lange Maskenpflicht auch allmählich zum gesundheitlichen Problem bei den Schülern wird- je länger das noch andauert, desto heftiger werden allmögliche Infektionskrankheiten.

  8. Hier sind viele kluge, intelligente und empatische User unterwegs.
    Dass sich hier auch verkalkte Spatzenhirne rumtreiben…
    machst nix dran, ist halt ein öffentliches Forum.
    Da darf auch Mist zum Besten gegeben werden.

  9. Warum sind Kinder uns so wenig wert?

    https://www.diegemeinde.de/gemeindetagspraesident-jaeger-fuer-die-schultraeger-gibt-es-keine-sommerferien

    Für nicht umsetzbar hält Jäger die Beschaffung von mobilen Lüftungsanlagen für zig-tausende Klassenzimmer in Baden-Württemberg.
    Selbst der Markt habe bestätigt, dass eine flächendeckende Ausstattung der Klassenzimmer nicht möglich sei. Aus Sicht des Gemeindetags sei es auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnis und der Marktverfügbarkeit daher geboten, die Förderkulisse auf die schwer lüftbaren Räumen sowie die Beschaffung von CO-2-Ampeln für die sonstigen Räume auszurichten.

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