Brutaler Angriff einer Schülergruppe auf einen Polizisten löst Bestürzung aus

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HAMBURG. Der brutale Angriff von Schülern auf einen Polizisten an einer Hamburger Schule sorgt für Entsetzen. Der Beamte, der für die Schule als Ansprechpartner im Einsatz ist, hatte den Streit zwischen zwei Kindern schlichten wollen. Die Lage eskalierte: Zwölf Streifenwagen waren schließlich nötig, um eine randalierende Jugendgruppe zu bändigen. Die Schulleitung will Konsequenzen ziehen.

Die Polizei rückte mit zwölf Streifenwagen an. (Symbolfoto) Foto: NicoLeHe / pixelio.de

Das Geschehen ereignete sich bereits am vergangenen Donnerstag: Ein Polizeibeamter, der als sogenannter „Cop4U“ gezielt im schulischen Umfeld tätig ist, fuhr am Nachmittag mit einem Fahrrad Streife, als er auf zwei Schüler aufmerksam wurde, die sich offensichtlich stritten. Um sie herum hatte sich laut Polizeibericht bereits eine größere Traube anderer Kinder und Jugendlicher gebildet.

„Nur weil der Polizeibeamte bei dem Einsatz noch seinen Fahrradhelm trug, blieb er unverletzt“

Weiter heißt es: „Als der Beamte einschritt und die beiden Streitenden trennte, hielt einer der Jungen vehement eine Hand unter seiner Jacke verborgen und zeigte sie auch nach mehrfacher Aufforderung des Polizisten nicht vor. Da der 13-Jährige dem Beamten bereits bekannt und nicht auszuschließen war, dass er bewaffnet sein könnte, fixierte der Beamte die Arme des Jungen aus Eigensicherungsgründen. Der Junge leistete daraufhin starken Widerstand und schlug um sich, sodass der Beamte ihn schließlich zu Boden bringen und dort weiterhin fixieren musste. Die umherstehenden Kinder und Jugendlichen solidarisierten sich auf hochaggressive Weise mit dem Festgehaltenen und bedrängten den auf dem Boden liegenden Polizisten. Aus der Gruppe heraus wurde diesem mehrfach gegen den Kopf getreten. Nur weil der Polizeibeamte bei dem Einsatz noch seinen Fahrradhelm trug, blieb er unverletzt.“

Und weiter: „Zur Unterstützung hinzugerufene Polizeikräfte konnten die Menschenmenge, die zwischenzeitlich aus mehr als 80 Schülern bestand, von dem ‚Cop4U‘ und dem festgehaltenen Schüler abschirmen. Die Stimmung unter den Schülern blieb weiterhin aufgeheizt. Polizeibeamte wurden aus der Gruppe heraus beleidigt, bespuckt und angegriffen. Einige Anwesende versuchten, die Polizeikette zu durchbrechen. Erst nachdem der 13-Jährige in Gewahrsam genommen und abtransportiert worden war, entspannte sich die Situation wieder und die Menschentraube löste sich auf. An dem Einsatz waren insgesamt 12 Streifenwagenbesatzungen beteiligt. Es wurde niemand verletzt.“

„Es hat uns entsetzt, mit welchem Gewaltpotenzial schon Kinder agieren können“

Die Leitung der Hamburger Ida Ehre Schule zeigt sich schockiert über den brutalen Schüler-Angriff. «Es hat uns entsetzt, mit welchem Gewaltpotenzial schon Kinder agieren können», heißt es in einem Brief von Schulleiterin Nicole Boutez, der am Montag veröffentlicht wurde. Und es sei gewiss, dass dieser Vorfall nicht ohne Folgen hingenommen werde. «Neben aller polizeilichen und disziplinarischen Konsequenzen sehen wir es als unsere Pflicht an, mit der gesamten Schülerschaft sehr gezielt hierzu zu arbeiten, was geschehen ist», hieß es weiter.

Die Schulleitung betonte, dass der mutmaßliche Haupttäter, ein 13-Jähriger Schüler, an einer anderen Schule sei. Schülerinnen und Schüler der Ida Ehre Schule seien von ihm seit Beginn des neuen Schuljahres «in bedrohlicher Weise angesprochen und unter Druck gesetzt worden», hieß es. Gemeinsam mit dem Cop4U habe die Schulleitung sowohl mit betroffenen Eltern als auch mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen.

Auch Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) zeigte sich bestürzt über den Vorfall. „Gewalt wird weder in der noch vor der Schule akzeptiert“, sagte Rabe am Montag laut Mitteilung. „Wir werden mit aller Konsequenz vorgehen.“ Schulleitung, -aufsicht, -psychologen und Gewaltprävention arbeiten dem Schulsenator zufolge bereits mit Hochdruck daran, unter anderem herauszufinden, welche Schlüsse aus dem Vorfall zu ziehen und welche Maßnahmen einzuleiten sind. News4teachers / mit Material der dpa

Im Wortlaut

Die Stellungnahme der Schule:

„Wir, die Ida Ehre Schule, nehmen Stellung zu dem alarmierenden und abstoßenden Vorfall vom 19.08.21 an der Ecke Bogenstraße/Schlankreye.

Zunächst müssen wir kurz die Sachlage darstellen, um allen Beteiligten und Interessierten die gleiche informative Ausgangslage zu ermöglichen. Schülerinnen und Schüler unserer Schule wurden, wie wir mittlerweile wissen, seit Beginn des neuen Schuljahres durch einen Schüler einer anderen Schule in bedrohlicher Weise angesprochen und unter Druck gesetzt. In dem Moment, als wir hiervon Kenntnis erlangt haben, haben wir augenblicklich ein bewährtes Verfahren begonnen. Unser Cop4U ist Ansprechpartner und Vertrauensperson
für alle in Schule. In der vertrauten und guten Zusammenarbeit mit dem Cop4U haben wir sowohl mit betroffenen Eltern, als auch mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen.

Wir sehen es als unsere gute Pflicht an, dafür Sorge zu tragen, dass an dieser Schule ohne Gewalt und ohne Bedrohung gelernt und gelebt werden kann. Auch am Donnerstag war besagter Schüler einer anderen Schule wieder vor unserer Schule. Die sich daraus entwickelte Eskalation war erschütternd. Unter den vielen Schaulustigen waren Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene. Und unter diesen Kindern und Jugendlichen waren auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule.

Wir haben sehr schnell in einem abgestimmten Verfahren in unterschiedlichen Rollen reagiert. Es sind selbstverständlich Kollegen in die Menge gegangen mit
dem klaren Ziel, Schülerinnen und Schüler vom Ort des Geschehens zu entfernen. Darauf haben auch einige der anwesenden Kinder und Jugendlichen reagiert. Andere Kolleginnen und Kollegen haben den Ausgang unserer Schule gesichert, damit Kinder einen anderen Ausgang nutzen können und nicht in das  Geschehen hineinlaufen. Wir weisen ganz klar die teilweise öffentlich gemachten Vorwürfe zurück, Lehrer hätten nicht eingegriffen: Im Gegenteil.

„Und es ist gewiss, dass dieser Vorfall zumindest an unserer Schule nicht konsequenzlos hingenommen wird“

Es hat uns entsetzt, mit welchem Gewaltpotenzial schon Kinder agieren können. Es hat uns erschrocken, mit welchem Selbstverständnis und in entfremdender Form „gegafft“ wird – von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir sind bestürzt über die scheinbare Empathielosigkeit der Zuschauer. Und es ist gewiss, dass dieser Vorfall zumindest an unserer Schule nicht konsequenzlos hingenommen wird. Neben aller polizeilichen und disziplinarischen Konsequenzen sehen wir es als unsere Pflicht an, mit der gesamten Schülerschaft sehr gezielt hierzu zu arbeiten, was geschehen ist. Es werden der Beratungsdienst der Schule und Mitarbeiter des ReBBZ für Schülerinnen und Schüler, sowie Eltern und Kollegen und Kolleginnen, die Gesprächsbedarf haben sowohl in der Schule, als auch im ReBBZ zur Verfügung stehen. Der Präventionsunterricht soll so schnell wie möglich in den Klassen durchgeführt werden. Dazu gehören Themen wie „wie helfe ich anderen“ etc. Außerdem werden die Kolleginnen und Kollegen im Unterricht immer wieder Gesprächsbereitschaft zu den Themen des Präventionsunterricht zeigen. Das Soziale Lernen, ein bereits in der Schule verankertes Projekt, werden wir neu
betrachten und schnell umsetzen.

Wir sehen uns mit einer gesellschaftlichen Entwicklung konfrontiert, deren Korrektiv die Schule nicht alleine sein kann. Auch deshalb sind wir dankbar für die Unterstützung durch den Elternrat, die Eltern, die Schülervertretung und die  Schüler, die Behörde und den Jugendschutz der Polizei.

Wir sind die Ida Ehre Schule. Wir sehen unseren Bildungsauftrag in der Vermittlung von Wissen, humanistischen Grundwerten und einem wachen Verstand. Wir sehen unseren Erziehungsauftrag darin Kinder und Jugendliche dazu zu befähigen, auf Grundlage der Vernunft, der Verantwortung und des Gewissens Entscheidungen treffen zu können. Wir versuchen, die Prinzipien der Bildung des Menschen in ihrem gesamten Zusammenhang allen an unserer Schule zugängig zu machen. Und auch deshalb sehen wir es als unsere vornehmste Pflicht an, hinzuschauen. Und aus diesem von allen Seiten getroffenen Blick vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Wir sind eine große Gemeinschaft – in dieser Gemeinschaft sollen sich alle Menschen sicher und aufgehoben fühlen. In dieser Gemeinschaft muss der gute Streit um die Sache möglich sein. Gewalt hat hier nichts verloren. In keiner Form. Weder durch schaulustiges Verhalten, noch durch verletzende oder drohende Worte, noch durch den Aufruf zu Gewalt oder deren Akzeptanz, noch natürlich durch echte körperliche Gewalt. Wir werden über dieses Selbstverständnis sprechen und wir werden über Courage sprechen. Es war von den vielen Schülerinnen und Schülern unserer Schule nur ein kleiner Teil an diesem entsetzlichen Vorfall beteiligt. Und wenn es nur ein einziger Schüler gewesen wäre – es wäre einer zu viel gewesen.“

Mehr Gewaltdelikte unter Schülern – Ausdruck psychischer Belastungen in der Pandemie?

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25 KOMMENTARE

  1. Der Haupttäter wurde von der Ida-Ehre-Schule suspendiert und ist polizeibekannt. Wenn man bedenkt, wie schwer es ist, von einer Schule in Deutschland suspendiert zu werden, muss dieser Achtklässler schon eine Menge angestellt haben.

    Laut Bild-Zeitung steht der Vater des Haupttäters aktuell wegen Mordes vor Gericht. Der Junge ist also erheblich vorbelastet, was aber die Tat weder entschuldigen noch rechtfertigen soll. Er braucht dringend eine intensive therapeutische Behandlung, wenn er nicht mit 14-15 Jahren wegen weiterer Delikte in Jugendhaft landen möchte.

    • Ich denke auch, dass es schwer ist den Haupttäter von dieser Schule zu verweisen, wenn er doch Schüler einer anderen Schule ist. Bitte den Text richtig durchlesen, durch solche gestreuten Fehlinformationen wurde schon viel zunichte gemacht. Oder war es bewusst?

      Auch sollten wir die Bilder der Medien über Polizeigewalt und Polizeirassismus (Amerika und Berlin) nicht vergessen. Wäre in Amerika bei dem Polizeimord jemand eingeschritten und hätte gegen die Cops gehandelt, dann würde das Opfer eventuell noch leben. Es wäre sinnvoll öffentlich zu machen, was die Lehrer den Schülern über diese Themen erzählt haben. Nicht dass, die Schüler einem von der Polizei bedrängtem Kameraden mit eventuellem Migrationshintergrund nur helfen wollten und jetzt dafür kritisiert werden. Obwohl der Schuldige dann ganz woanders sitzt.

  2. Vor 50 Jahren war so etwas an Schulen undenkbar. Ich kann mir das nur so erklären: Dieses Verhalten ist aus Ländern zugewandert, in denen die Polizei durch und durch korrupt und entsprechend unbeliebt ist.
    Mein Kulturpessimismus beruht dann weiter darauf, dass dies für die meisten Länder der Erde zutreffen dürfte, so wie auch die meisten Regierungen korrupt sein dürften. Am Ende wird dann wieder das Faustrecht des Stärkeren etabliert wie bei den Neandertalern, und unser ganzes Gemeinwesen hat dem nichts wirksames entgegenzusetzen. Man heuchelt „Bestürzung“, drischt ein paar des üblichen Phrasen („soziales Lernen“, „Gewaltprävention“), aber letztlich fällt niemandem was ein. Man „nimmt das nicht hin“ (jedenfalls rhetorisch), aber 1000 weniger gravierende Vorfälle vorher, die hat man hingenommen und schöngeredet. Die alte Sache mit der Spitze des Eisbergs. Zum Kontrast schaue man mal auf die Homepage dieser Schule.

    • Sie Reaktion der Schulleitung geht in eine ähnlich beschwichtigende Richtung, die sich aber dem Willen der Tätern ausliefert. Get woke, go broke bestätigt sich mal wieder.

      Der Vater des Täters hat laut Bild einen in Deutschland üblichen Vornamen, weshalb ich ähnliches auch von dem Täter annehme. Bei den bis zu 80 anderen Jugendlichen ist das wegen des fast 50%-igen Migrantenanteils, vermutlich fast ausschließlich Jungs und ebenso vermutllich fast ausschließlich die ähnliche Stufe aber nicht möglich.

      Ich habe sehr woken Seite einen Artikel zu dem Fall gefunden, dass sich die 80 Jugendlichen wegen Polizeigewalt mit dem Täter solidarisierten. Dazu sage ich einfach nur nein.

    • Das hat nichts mit Zuwanderung zu tun, mehr als 80 Schüler, sondern grundssätzlich etwas mit verlorenen Respekt gegenüber staatlichen Stellen und verlorener Zivilcourage zu tun. Dieser wird seit Jahren immer mehr ausgehölt.

      • Ja, der Respekt wird ausgehöhlt. Aber warum? Wie kommt das gerade heute, wo die sozialen Kompetenzen, Gewaltprävention, Zusammenhalt der Gesellschaft, Demokratieerziehung usw. ohne Ende gepredigt werden, und noch die „Vielfalt“, Respekt vor den jeweils anderen sowie Rechte von Minderheiten dazu? Warum gibt es plötzlich ein Misstrauen gegen Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungshelfer oder andere Repräsentanten des Staates? Da legt sich ein 13-Jähriger mit der Polizei an, gehorcht nicht und beschwert sich möglicherweise noch, wenn ein Polizist ihn überwältigt. Was dachte der denn wohl? Dass er machen kann was er will, weil er nicht strafmündig ist? Polizisten werden zu Watschenmännern, gerade wenn sie versuchen, sich konfliktdämpfend zu verhalten (das war hier doch offenbar der Fall). Das hat in Nachkriegs-Deutschland jedenfalls keine Tradition. Wohl aber kann bei Zuwanderern der Eindruck entstehen, deutsche Polizisten müsse man nicht ernst nehmen, gerade weil sie nicht so brutal und korrupt sind wie im Libanon, in Ägypten und anderswo. Diese Einstellung greift dann auch auf einheimische Jugendliche über, das ist doch wohl plausibel. Schlechtes Benehmen setzt sich bei Jugendlichen in der Gruppendynamik eher durch als gutes.

        • @Carsten60

          Die beschriebenen Werte werden nur noch eingefordert – nicht mehr gelebt.

          Politik, Schule, Elternhaus…. wir haben zuviel Toleranz den Kids gegenüber, sie selbst haben das Gegenteil – viel zu wenig Toleranz – und PENG – da sind die Probleme (die wir als Gesellschaft schon laaaaange ignorieren, weil sie aus der Gesellschaft heraus kommen).

  3. Schaut man sich das Video an, wie der Polizist den Jungen auf dem Boden hält, (in einem NDR-Beitrag zu sehen), ergibt sich aber auch der Eindruck, dass die Schüler aus Angst geschrien haben, der Polizist solle aufhören. Man hört es an den Stimmen, da ist purer Stress und Verzweiflung im Spiel, weil die Schüler die Lage nicht klar einschätzen konnten. Der Beamte mag sich richtig verhalten haben. Dennoch muss man auch die Kinder verstehen, die einfach Angst hatten und – es ist nun einmal so – die Bilder von George Floyd kannten. Es ist deshalb nicht in Ordnung, ALLE Kinder, die dort standen, als gewaltbereitet „Gaffer“ darzustellen. Diese Kinder brauchen Aufklärung, keine Anklage.
    Was den gewalttätigen Jungen angeht, ist das Verhalten der Presse (BILD) zurzeit gerade ausgesprochen fahrlässig. Die Geschichte seines Vaters z.B. hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Und nun hat offenbar auch noch jemand die „Gewaltakte“ des Jungen an die BILD-Zeitung gegeben. Daraus zu veröffentlichen verstößt gegen den Pressekodex. Da wird gerade das ohnehin schwierige Leben eines 13-jährigen vernichtet. Wenn dieser Junge sich nun weiter radikalisiert, von Pädagogen und Therapeuten kaum mehr aufgefangen werden kann, hat die BILD ihren Anteil daran. Auch wenn sein Verhalten gewalttätig und für die Gesellschaft belastend ist, bleibt die Tatsache: Da läuft gerade ein 13-jähriger durch die Stadt, der dringend Hilfe braucht.

    • Genau deswegen geht der Laden den Bach runter. Der Junge war daueraggressiv, der Schule verwiesen und polizeibekannt. Sein schwieriges Leben war bereits vorher wie sie schrieben „vernichtet“. In diesem Fall geht es eher darum, dass sich 80 Jugendliche einen Dreck um die staatliche Autorität scheren.

    • Man muß verstehen, daß die Kinder Angst hatten? War der Cop4U in Uniform oder nicht? War er uniformiert, würde die Lektion lauten: „Leg dich nicht mit der Polizei an, du ziehst garantiert den Kürzeren.“ Und der eine Polizist am Boden hatte etwa keine Angst? Gut, daß ich nicht bei der Polizei arbeite. Wäre ich der erste Kollege, der dem am Boden liegenden zu Hilfe gekommen wäre, ich hätte wahrscheinlich direkt bei Eintreffen einen Warnschuß abgegeben…
      In dem Moment ist nämlich der Kollege mein Schutzbefohlener, den ich gegen den Mobb zu verteidigen habe, egal wie alt der Mobb sein mag und wie viele es sind!

      „bleibt die Tatsache: Da läuft gerade ein 13-jähriger durch die Stadt, der dringend Hilfe braucht.“
      Da läuft gerade ein 13-jähriger durch die Stadt vor dem die Bevölkerung geschätzt werden muß.

      • Der Junge selbst braucht dringend psychologische Betreuung. Sein Vater sitzt in Untersuchungshaft wegen Mordes, der Vater behauptet aber fest, er sei unschuldig. D.h. der Junge (ohne Mutter, die sich um ihn kümmern kann) steht im Augenblick ziemlich allein da und glaubt, sein Vater sitzt zu Unrecht im Gefängnis. Mit welcher Wut und Ohnmacht dieser Junge gerade zu tun hat, können wir uns alle kaum vorstellen. Natürlich braucht er Hilfe. Gerade WEIL er vom Opfer familiärer Verhältnisse zum Gewalttäter wird. Gerade WEIL die Gesellschaft vor ihm geschützt werden muss, braucht er Hilfe und Unterstützung.

        • Korrekt. Der Junge braucht eine Therapie, die restliche Gesellschaft muss aber vorerst auch vor solchen Gewaltausbrüchen geschützt werden. Daher dürfte nicht viel anderes als eine geschlossene Einrichtung übrig bleiben. Wenn der Vater tatsächlich verurteilt werden sollte, dann hat er ja niemanden mehr.

      • Genau! Man kümmert sich merkwürdig viel um die „armen Täter“, aber um die „armen Opfer“ geht es kaum noch. Übrigens steht auf der Homepage dieser Schule, sie sei stolz auf die kulturelle Vielfalt ihrer Schüler. Aber wenn die Vielfalt sich dann in dieser Weise bemerkbar macht …
        Es gibt offenbar zu viele Leute, die das Faustrecht des Stärkeren favorisieren. Das ist keine „Kultur“, es ist eher das Ende der Zivilgesellschaft. Und warum wird der Respekt vor Repräsentanten des Staates generell „ausgehöhlt“, wie trotzki oben schrieb? Wo andererseits alle nach dem Staat schreien, wenn es um Unterstützung für arme oder bildungsferne Leute, Flüchtlinge usw. geht? Mutiert unsere Migrationsgesellschaft am Ende zu einer Egoistengesellschaft, in der jeder nur noch möglichst viel für sich rausschlagen will? Gewisse Clans zeigen schon die Richtung an. Die Rocker auch. Die Leute mit den Cum-Ex-Geschäften allerdings auch.

        • Die Regierung wollte eine diverse Gesellschaft.
          Die daraus resultierende Heterogenität führt schon zu Problemen.
          Wenn auch die nicht mehr für die Beschreibung der Zustände reicht, dann ist die Gesellschaft verroht — und nicht nur der importierte Teil zusammen mit dem Teil, der das imitiert. Der schwarze Peter wird aber überwiegend auf die Gesamtbevölkerung übertragen.

          Fazit: Diversität, Heterogenität und Verrohung sind im Endeffekt die gleiche Beschreibung für denselben Sachverhalt — nur je nach Intention zu wählende Begriffe. Geliefert wie bestellt.

          • Ah, da kommen jetzt wieder die völkischen Ideen der AfD zum Vorschein. Alles im Gleichschritt – dann ist die Welt wieder „normal“.

          • Haben Sie sich bislang zurückgehalten, weil auch Sie herausgefunden haben, dass der Haupttäter keinen Migrationshintergrund hat, obwohl andere Kommentare hier deutlicher in Richtung Migrantenkriminalität gingen als selbst dieser von mir, der eher übergeordnete Kritik am sozialistischen Gleichschritt äußerte?

  4. „Wir weisen ganz klar die teilweise öffentlich gemachten Vorwürfe zurück, die Lehrer hätten nicht eingegriffen: Im Gegenteil!“

    Was viele nicht wissen ist, dass Lehrer nicht nur keine körperliche Gewalt gegen Schüler ausüben dürfen, oft sind Lehrer noch nicht einmal im Nahkampf geschult! Unglaublich, aber wahr! (Ironie off)

    Lehrer dürfen zwar eingreifen, um Leib und Leben eines Schülers zu schützen, aber eigentlich kein Kind anfassen! Polizeirechte haben Lehrer nicht!
    Wir dürfen uns dazwischen werfen, wenn ein Kind vor Wut und Zorn nicht mehr ansprechbar ist, berühren wir das Kind aber, und sei es nur, dass wir es an der Jacke wegziehen, gibt es endlose Diskussionen mit deren Eltern!

    Die Verletzungen, die sich ein Lehrer einhandelt, wenn er ein Kind vor seinem Angreifer schützen muss, können nur eingeklagt werden, wenn der Angreifer mindestens 14 Jahre alt ist!

    Trotzdem schreiten Lehrer natürlich ein, wenn „Gefahr im Verzug“ ist, der Angreifer z.B. sein Opfer würgt, tritt oder ein gefährliches Werkzeug, z. B. eine Schere, in der Hand hat. Aber wir befinden uns dabei in einer rechtlichen Grauzone, sobald wir den Angreifer oder seine Kleidung anfassen.

    Entweder man schafft es, die Eltern des Angreifers zu beschwichtigen, oder man hat eine gute Rechtschutzversicherung!

    Ich habe ganz gute Erfahrung mit dem Satz gemacht: „Ich würde auch Ihr Kind schützen, wenn es tätlich angegriffen würde!“
    Das vermeidet einen Rechtsstreit, den ich zwar wahrscheinlich gewinnen würde, der mich aber auch viel Kraft, Zeit und Energie kosten würde.

  5. Es gibt zwei aufeinander bezogenen Rechtsnormen: die Notwehr und die Nothilfe. Beide Rechtsnormen kann eine Lehrkraft sowohl als Privat- als auch als Dienstperson immer anwenden. Die Notwehr ermöglicht die Verteidigung gegen Angriffe auf die eigene Person. Dazu ist auch ein präventiver Erstschlag erlaubt. Natürlich gibt es hier klare Regeln: keine davon gilt nicht für LK. Die Nothilfe ist dafür da, Menschen vor dem Angriff anderer zu schützen. Dabei gilt, dass das Recht nicht vor dem Unrecht weicht. Die Möglichkeiten und Rechte zum Eingriff sind die selben, wie bei der Notwehr.
    Hilft eine LK dabei einem Schutzbefohlenen (alle Schüler*innen der eigenen Schule), so ist sie zudem durch Ihre Dienstpflicht und Ihren Amtseid besonders geschützt. Das Recht zu wahren und schützen, die öffentliche und ideelle Ordnung aufrecht zu erhalten und jede*n einzelne*n zu verteidigen, ist diesem Amt innewohnend.

    • @In Rubio pro iuri:

      Grundsätzlich richtig! Jedoch wird – wenn es die Eltern drauf anlegen – immer ein Strafverfahren angestrebt, in dem die Notwehr bzw. Nothilfe als Rechtfertigungsgrund erst festgestellt werden muss. Notwehr oder Nothilfe ist nie von vorneherein ein Grund, kein Strafverfahren einzuleiten!
      Das heißt, wenn die Lehrkraft Pech hat, wird sie angezeigt und von guten Rechtsanwälten der Eltern ausgeknipst – Notwehr/Nothilfe hin oder her. Die Lehrkraft ist hier in großem Maße von ihrem Rechtschutz abhängig.

    • Soviel zur Theorie. In der Realität kann man jede Lehrkraft nur bedauern, wenn sie physisch gegen einen Schüler vorangegangen ist und sei es, um einen weiteren zu schützen. Jedes Gericht wird immer Gründe finden, warum die Nothilfe im jeweiligen Fall unangemessen war. Eine Lehrkraft ist in einem solchen Fall garantiert ihren Job los und deshalb hat im konkreten Fall auch keine Lehrkraft dem Polizisten durch aktives Eingreifen geholfen.

      • @Jupp Tipp:

        „Jedes Gericht wird immer Gründe finden, warum die Nothilfe im jeweiligen Fall unangemessen war.“

        Das würde ich nicht so sagen… Das Gericht findet nicht diese Gründe – es sind die Rechtsanwälte der Eltern. Das Gericht hört sich „beide Seiten“ an und muss dann entscheiden. Hierbei ist es auch an gewisse Regularien gebunden.
        Bedeutet: Hat die Lehrkraft einen guten Rechtsanwalt, stehen die Chancen gut. Aber diesbezüglich werden Lehrkräfte seitens ihres Dienstherren ja massiv allein gelassen (hört man so…) 🙁

    • Wenn ein Polizist mit dem Jungen kaum fertig wurde, wie hätte denn eine Lehrkraft eingreifen sollen? Der Junge ist der Schule bekannt, war vorher schon mit einem Messer und einem Schlagstock vor der Schule aufgetaucht. Da ist es absolut richtig, dass keine Lehrkraft einfach dazwischen geht und sich und andere in Gefahr bringt. Die Schule war schon lange mit der Polizei in Kontakt, weil der Junge nicht zum ersten Mal andere bedroht hat. Die Lehrer sind doch alle informiert, die wissen, was sie zu tun haben, die rufen sofort die Polizei.

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