Großer Bedarf an Nachhilfe: Schüler wollen Lernlücken schließen

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DRESDEN. In vielen sächsischen Landkreisen mussten die Schulen wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen bleiben. Die Folgen machen sich auch in den Ferien bemerkbar.

Zwei Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr versuchen viele Schülerinnen und Schüler in Sachsen, ihre coronabedingten Lerndefizite durch Nachhilfe auszugleichen. Der Bedarf an außerschulischen Angeboten macht sich bei Nachhilfe-Schulen bemerkbar. «Wir haben schon immer Ferienkurse angeboten, aber haben in diesen Sommerferien noch einmal aufgestockt», sagt Thomas Momotow vom Nachhilfe-Institut Studienkreis, das in Sachsen 70 Standorte hat.

Nachhilfeinstitute verzeichnen Zulauf. Foto: Shutterstock

Der Bedarf sei jetzt sehr groß, auch Grundschülerinnen und Grundschüler bräuchten wegen Schulschließungen schon Nachhilfe, sagte Momotow. Problemfach Nummer 1 sei noch immer Mathe, gefolgt von Deutsch und Englisch.

Auch beim Anbieter Schülerhilfe sind die drei Hauptfächer sehr gefragt. Sprecherin Denise Kirchberger sagte, dass der Nachhilfebedarf durch die Corona-Krise derzeit immens hoch sei. «In unserer täglichen Arbeit erleben wir, wie Lerndefizite sich während der anhaltenden Schulschließungen vergrößern.»

Vor allem Kinder aus finanziell schwächeren Familien hätten immer mehr den Anschluss an die Schule verloren, weil technische Voraussetzungen oft nicht gegeben seien und Eltern nicht helfen könnten, so Kirchberger.

Erst in der vergangenen Woche hatte die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gezielte Förderprogramme für Sachsens Schülerinnen und Schüler gefordert. Nur so könnten Lernrückstände aufgeholt werden, die durch Schulschließungen entstanden seien, schrieben die Autoren der Studie «Bildungsmonitor». (dpa)

„Die Aufholprogramme werden ihre Ziele verfehlen“: Initiative fordert ein zusätzliches Schuljahr für alle Schüler (die wollen)

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1 KOMMENTAR

  1. Wer auf den Nachhilfeunterricht schimpfen will, sollte immer bedenken, dass der PISA-Sieger Südkorea sozusagen Weltmeister beim privaten Nachhilfeunterricht (zusätzlich zum normalen Schulunterricht) ist. Das hat gigantisch größere Ausmaße als das, was wir aus Deutschland kennen. Kann man im Internet verfolgen. Das wurde mir auch von einem Koreaner bestätigt, der jetzt in Deutschland lebt. Bei PISA richtig weit vorne zu liegen hat eben seinen Preis: Mit Bequemlichkeit und Kuschelpädagogik ist das nicht zu machen. Aber haben nicht wichtige Persönlichkeiten (z.B. Herr Schleicher) immer gefordert, Deutschland müsse sich an den besten orientieren?

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