Virologe Schmidt-Chanasit: Schulen kein Ort fürs Impfen („Impfpflicht durch die Hintertür“)

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HAMBURG. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat sich gegen Impfaktionen für Kinder an Schulen ausgesprochen. «Der Raum für eine mögliche Impfung ist ganz klar das vertraute Kinderarztzimmer – der geschützte Raum, in dem beraten werden kann, wo man Fragen stellen kann – und sicherlich nicht die Schule», sagte der Hochschulprofessor. Er warnte davor, dass «indirekt Druck aufgebaut wird, sozusagen eine Impfpflicht durch die Hintertür».

Impfen, Impfung,
Die Stiko empfiehlt die generelle Impfen von Kindern und Jugendlichen ausdrücklich nicht – geimpft wird jetzt trotzdem. Foto: Shutterstock

Die Gesundheitsminister und Senatoren von Bund und Ländern hatten sich darauf verständigt, das Impfangebot für 12- bis 17-Jährige nach den Sommerferien auszuweiten, ohne dass die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher allgemein zu Impfungen von Kindern rät. Auch in Schulen soll es verstärkt Impfaktionen geben.

«Ich stehe und stand immer vollkommen hinter der Empfehlung der Stiko», sagte Schmidt-Chanasit. Zudem gebe es schon jetzt eine Impfempfehlung für Kinder mit entsprechenden Vorerkrankungen. «Und gesunde Kinder und Jugendliche, die zusammen mit ihren Eltern und den Ärzten zur Entscheidung gekommen sind, sich impfen zu lassen, konnten das auch schon in der Vergangenheit.» Insofern sei für ihn gar kein großer Gegensatz der Positionen zu erkennen.

Als Vater freue er sich, dass die Schulen in Hamburg nach den Ferien wieder mit vollem Präsenzunterricht geöffnet haben

Auch vor dem Hintergrund, dass in den Ländern des globalen Südens nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, sieht der Hamburger Virologe das Impfen von Kindern kritisch. «Die globale Impfstoffgerechtigkeit ist mir ein ganz wichtiges Anliegen. Bevor wir bei uns gesunde 12-Jährige impfen, die eben ein sehr, sehr geringes Risiko haben, sollten wir darüber nachdenken.» Für ihn sei klar, «dass im Rahmen der Impfstoffgerechtigkeit die weltweit betrachtet wenigen Impfstoffe erst einmal für die Älteren und das Pflegepersonal in den Ländern des globalen Südens eingesetzt werden sollten».

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte jüngst kritisiert, dass Länder mit hohem Einkommen 100 Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht hätten, «Gleichzeitig konnten Länder mit niedrigen Einkommen nur 1,5 Dosen pro 100 Menschen verabreichen, weil ihnen Impfstoff fehlt.»

Schmidt-Chanasit sagte weiter, als Vater freue er sich, dass die Schulen in Hamburg nach den Ferien wieder mit vollem Präsenzunterricht geöffnet haben – trotz der steigenden Corona-Inzidenz. Als Virologe sehe er, «dass sehr viel gemacht wird in Hamburg. Angefangen von den Tests, Hygienekonzepten in den Schulen, Luftfiltergeräte, die angeschafft werden, Impfungen der Lehrkräfte – das ist sehr, sehr viel». Schmidt-Chanasit vertritt unter Virologen immer wieder Außenseiterpositionen. So sprach er sich zum Beispiel im Herbst gegen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum aus. News4teachers / mit Material der dpa

Kritik an Schülerimpfungen ohne Stiko-Empfehlung – Eltern sind verunsichert, Schulleitungen erwarten Konflikte an Schulen

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26 KOMMENTARE

  1. Warum ist für einen 16-jährigen das „Kinderarztzimmer“ ein besserer Ort für einen Impfung als die Schule? Und wieso ist dieses Arztzimmer vertrauter?

  2. Dann eben das Hausarztzimmer und kein Impfmobil. Natürlich werden Kinder und Jugendliche so unbewusst unter Druck gesetzt.
    Jeder Schüler und jede Schülerin hat ab sofort die Möglichkeit sich beim Arzt beraten zu lassen, da müssen keine Impfmobile an den Schulen aufwarten und diese mit einem Impfstoff, der, ich erinnere nur eine Notfallzulassung hat, impfen.

    • Oh, nicht schon wieder die berüchtigte „Notfallzulassung“. Gern noch mal, es handelt sich um von der EMA regulär zugelassene Impfstoffe.

      • Echt, die EMA… regulär zugelassen…
        Schau hier direkt beim Hersteller, der wird es wohl am besten wissen.
        Quelle: investors.biontech.de
        „New York, USA und Mainz, Deutschland
        9. April 2021
        Pfizer und BioNTech stellen Antrag auf Erweiterung der Notfallzulassung ihres COVID-19-Impfstoffs für die Anwendung bei Jugendlichen“

        • Aber nicht in der EU! Eine Notfallzulassung gab es u.a. in den USA, da wurde die dritte und letzte Testphase verkürzt. In Europa wurde das beschleunigte Verfahren angewandt: EMA bekam die Daten und Ergebnisse vom Impfstoffhersteller zur Prüfung BEVOR der Antrag auf Zulassung gestellt wurde. Die Daten wurden durch die EMA also bewertet, sobald sie verfügbar waren und nicht erst, nachdem alle Versuche abgeschlossen waren. Grundsätze wie Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit gehen somit konform mit den regulären Zulassungskriterien. Die bedingte Marktzulassung in der EU, die erteilt wurde, ermöglicht den Impfstoffentwicklern, (Langzeit)daten auch nach der Zulassung vorzulegen. Bei der normalen Marktzulassung ist das so nicht üblich.

          • „Bei der normalen Marktzulassung ist das so nicht üblich.“
            Was und folgern wir jetzt daraus?
            Im März 2021 wurde die Langzeitstudie abgebrochen, der Placebogruppe ein Impfangebot gemacht – was diese zu über 97% angenommen hat.
            Damit fehlt nun die Kontrollgruppe für die Langzeitstudie dieser neuartigen Impfstoffe, die Studie läuft also in der „freien Wildbahn“. Will die Politik alle Menschen durch Druck zur Impfung zwingen, fehlt am Ende auch hier die Kontrollgruppe und in der Zukunft (die nächsten 10 Jahre) kann niemand mehr schlußfolgern, ob es und welche Neben- oder Langzeitwirkungen gab/ gibt. Daten gelöscht, Spuren verwischt.
            Die Folgen mit allen Konsequenzen tragen die Menschen selbst, denn sie haben ihre Einwilligung zur Enthaftung beim Impftermin unterschrieben. Eltern für ihre Kinder, Minderjährige ohne Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten.

  3. „Bevor wir bei uns gesunde 12-Jährige impfen, die eben ein sehr, sehr geringes Risiko haben,…“

    Risiko für was?

    Zu sterben? Da hat er wohl recht.

    Sich LongCovid einzufangen? Hmm… das untersucht man besser gar nicht erst systematisch, könnte ja was rauskommen, was man nicht wissen will.

    Die Eltern zu verlieren? Könnte bei Risikogruppen mit zunehmenden Abstand zur Impfung passieren.

    Die Großeltern zu verlieren? Siehe bei Eltern, nur mit höherer Wahrscheinlichkeit.

    • Fazit: Ein Risiko wird immer bleiben, dagegen hilft nur eins: Wir sperren uns alle die nächsten Jahre weg.
      Ob das alle mitmachen, wage ich zu bezweifeln. Das Leben ist halt nun mal lebensgefährlich.

    • Wenn die Anschaffung von Luftfiltern in HH so schnell geht wie das Steigen der Inzidenzen ( 54,5), dann haben alle Schulen bald Luftfilter.

  4. Bitte das Schulhaus vorne betreten, es besteht womöglich „Impfpflicht durch die Hintertür“.

    (Joo, der is‘ flach. Aber so geht halt Wortjonglage, um die Aufmerksamkeit des zugeneigten Publikums zu erreichen. Kommt bekannt vor, oder?)

    • Die Impfpflicht für die Schüler gibt es noch nicht, weil es für U12 noch keinen Impfstoff gibt. Warten wir mal ab, wie es nach der Bundestagswahl und nach der Zulassung (und der Empfehlung der Stiko) aussieht.
      Bei Masern wurde sie ja auch schon eingeführt.

      Aber flach ist er trotzdem. 🙂

  5. Eigentlich ist es mir inzwischen (habe gerade nicht fie nette Tarnkappe auf), wer sich impfen lässt und wer nicht.

    Eigene Entscheidung – lebt mit den Konsequenzen, auch den Einschränkungen.
    Ich habe mich impfen lassen und möchte auch bei einem leichten Verlauf ist LongCovid nicht ausgeschlossen – kein Bedarf – Impfverweigerer bitte draußen bleiben.

    Letztlich muss es jeder selber wissen.

    Schule ist der falsche Ort – unabhängig von sozialem Druck.

    Lehrkräfte sollen doch lehren – gerade nach dem sooo schlimmen Homeoffice im LD. Aber vielleicht irre ich mich und wir werden nur wieder zweckmissbraucht mit Aufgaben, die nicht zu unserem Tätigkeitsbereich gehören. Da sind wir ja erprobt, wir können alles – auch Hochdeutsch rückwärts.

    Watt machen wa nu mit den Kids, die umfallen? Wer beaufsichtigt die? Müssen wir die den ganzen Tag beobachten? Spielen die Eltern keine Rolle mehr? Sind wir doch zu einer Verwahranstalt mutiert? Dann – lieber Herr Kretschmer – ist die Qualität von Lehrkräften als überwiegend unterirdisch zu bezeichnen. „Verwahren“ und „medizinische Betreuung“ wurde weder 1977 noch heute in unsere Ausbildung übernommen.

    Mir reicht es ganz ehrlich, unsere verstörten Kinder zu be“schulen“. Wie oft muss ich aus dem Unterricht heraus nachfragen, wo sich bestimmte Kinder befinden, weil die sich in der Pause gestritten haben und einfach weglaufen? Wie oft suche ich – und nicht nur ich, auch Kollegen und Schulleitung – diese Kinder in der Umgebung?

    Ich finde, das reicht an Aufgaben – nicht auch noch das Impfen koordinieren.

    Dann wird übrigens auch für alle Kinder und Eltern transparent, wer sich nicht hat impfen lassen. Und wir wolln doch niemanden bloßstellen, oder?

    Was wären wir für Vorbilder!

  6. Wenn man bedenkt, dass die Ansteckungsgefahr drastisch auf einen Prozentsatz runtersinkt, den man mit maximal fünf Fingern abzählen kann, wenn Geimpfte unter sich über lange Zeit in einem engen Raum zusammen sind, dann hätte ich nichts gegen eine Impfpflicht durch die Hintertür. Muss aber wirklich nicht die Schultür sein! 😉

    Wenn diese Maßnahme (Impfen) mal aus gesundheitökonomischer Sicht nicht der Hammer ist! Herr Schmidt-Chanasit ist meines Wissens ein großer Freund davon, die Wirksamkeit und die ökonomischen Aspekte von Coronamaßnahmen unter die Lupe nehmen zu lassen. Von daher kann ich seine Zurückhaltung beim Impfen von Schülern nicht nachvollziehen (ist effektiv und zugleich kostengünstig). Recht hat er aber sicherlich, dass weltweit geimpft werden muss. Das ist aber einer Frage von Kapazitäten und Spenden und keine „Entweder-Oder“-Frage. Alle sollten und müssten.

    • Leute sollten auch nicht rauchen und saufen. Ist nachweislich auch eine Gefahr für unbeteiligte…
      Das schöne an einem freiem Land ist allerdings, dass ich das individuell entscheiden kann und „nur“ mit ggf. individuellen Konsequenzen zu leben habe.

      Lasst sich doch impfen wer will.
      Der nicht will macht es halt nicht.

      Na und?
      Soll doch jeder geimpfte ohne Maske rum rennen und machen was er will.
      Die nicht geimpften halt mit Maske und ggf. Test.

      Verstehe nicht woher dieses „ich hab also du auch“ Gehabe kommt.

      Leben und leben lassen war mal eine Devise. Wäre schön, wenn wir das dabei belassen würden und alles andere bei den diktatoren dieser Welt belassen könnten.

      • Ja genau … und die, die Steuern zahlen wollen, die machen das … und die, die es nicht wollen, machen es eben nicht.

        Leben und leben lassen.

        • Und wo wir bei hinkenden vergleichen sind :

          „Warum zahlt man von meinen Steuern ALG? Können doch irgendwas arbeiten gehen“

          „Warum tragen junge SUS keine Uniform? Lenkt doch nur ab!“

          „Warum dürfen Frauen nicht oben ohne sonnenbaden, Männer aber schon?“

          Kann man beliebig so fortsetzen und hätte alles mehr Sinn zu diskutieren als eine Pflicht für eine Corona Impfung.

          • So sieht es aus. Aber Thema wechseln lenkt vom wesentlichen ab und ist leicht und polemisch abgehakt. Leider aber kommen wir so keinen Schritt weiter. Unkraut muss mit der Wurzel raus, sonst wächst es nach.

          • Schon mal was von „Solidargemeinschaft“ gehört? Muss man aber auch nicht, weil Frau Merkel heute glaslar angekündigt hat, dass der nächste Lockdown, sofern keine impfungsresistente Mutation in Erscheinung tritt, ausschließlich die Ungeimpften treffen wird. Die Grenze der Solidarität ist also politisch bereits gezogen. Dass aus freiem Willen Ungeimpfte nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen gefährden, damit braucht man denen nicht kommen. Das interessiert die tollkühnen Helden nämlich nicht! In diesem Sinne bleibt ihnen nur, sich selbst zu feiern. Ausgegrenzt. Zu Recht.

    • Ach an der Stelle verweisen sie jetzt auf die Solidarität. Amüsant, wo sie die anderen Beispiele komplett ignorieren.

      Also die Solidarität die jeder junge Mensch fast 2 Jahre mitgetragen hat für Leute wie sie?

      Und noch mal wo gefährdet man bitte sie als geimpfte? Wovor haben sie Angst, wenn sie doch bestens geschützt sind?

      Sie werden nicht mal mehr getestet werden!

      Also bitte stellen sie diese Platte von solidarisch gemeinschaftlich ab und freuen sich, dass sie geimpft sind und lassen sie es anderen Leuten aufzuschwatzen was sie müssten oder nicht.

      Vielen Dank.

      • SIE entscheiden sich durch die Impfverweigerung völlig frei für die Unfreiheit … zunächst allerdings nur für die Ihrige, solange es bei der Deltavariante in Deutschland bleibt, was ich doch sehr hoffe! Sollte das Gesundheitssystem unter der Deltavariante erneut an seine Grenzen kommen, werden nur die Impfverweigerer von Maßnahmen betroffen sein. Das Verfassungsrecht lässt nämlich persönliche Einschränkungen bei vollständig Geimpften nicht zu! Sie mögen es offensichtlich sehr gern, in Ihrem Leben eingeschränkt zu sein. Also bitte sehr! Mensch muss erkennen, wann eine Diskussion sinnfrei ist. Eine gute Genesung also für Sie und bis dahin nicht verzweifeln, wenn hier und da der Zutritt nur noch für Geimpfte und Genesene möglich ist! Das kann man nämlich auch jetzt schon z.B. als privater Veranstalter so machen – unabhängig von der Belegung der Intensivstationen. Spart dann aber auch die Testkosten für Sie. 😉

        Aber es stimmt, alles nicht mein Problem! Merken werden Sie das alles ohnehin auch ohne diesen Dialog ohne geneinsamen Nenner.

        • Das Gesundheitssystem war nie an seinen Grenzen. Jedenfalls nicht durch Corona sondern weil es kaputt gespart wurde.

          Wenn es danach ging was hier zum Teil in Deutschland gefordert wird müsste jeder Raucher seine Chemotherapie selber bezahlen, wenn er Krebs kriegt.

          Jeder alkoholiker seine Leber Transplantationen selber organisieren und so weiter.

          Das sind nämlich auch selbst erwählte Schicksale bzw. durchaus willentlich in Kauf genommene.

          Was sie grade verkennen ist, dass ihre gewählte Freiheit (von der wir laut Grundgesetz keinerlei Abhängigkeiten zu irgendwas besitzen außer uns an Gesetze zu halten) in dem Moment endet wo man zugibt, dass nachimpfen Nötig sein wird.

          Ab da dann viel Vergnügen bei der Terminhatz wenn wieder nach Prio Gruppen geimpft wird. Dann endet ihre nämlich ebenso. Dann auch nicht schreien warum andere eine höhere Priorität haben als sie.

          Und im Gegensatz zu ihnen habe ich wenig Probleme damit nicht ins Kino oder so zu „dürfen“.

          Bin übrigens Genesen, nur so am Rande.

          Dennoch regt es mich unsagbar auf wie man hier seit neustem Grundrechte mit Füßen tritt und der Gro das auch noch gut findet.

  7. Das ist ja prima, dass Sie bereits genesen sind! Letztendlich werden das alsbald alle Impfverweigerer sein, sofern sie gut durch die Infektion kommen. Aber auch da hält die Immunität leider nicht an und sie können sich nach ein paar Monaten (der eine etwas früher, der andere individuell etwas später) erneut infizieren.

    Dass durch Infektionen Mutationen entstehen können, das wissen Sie?
    Dass es sich bei Covid-19 um eine hochansteckende multiorganische Infektionskrankheit handelt, das wissen Sie auch?
    Dass Deutschland und alle Menschen überall auf der Erde sich in einer pandemischen Notlage befinden, das ist Ihnen auch nicht entgangen?
    Dass für Kinder unter 12 Jahren die Impfstoffzulassung noch mehrere Monate dauern wird, sie aber in den Vollpräsenzunterricht gehen müssen mit zum Infektionsschutz nicht ausreichenden Maßnahmen, das wissen Sie bestimmt! Dass Kinder über 12 Jahren zurückhaltend geimpft werden, weil die Stiko-Empfehlung fehlt, die nicht in der Wirksamkeit oder Sicherheit des Impfstoffes begründet ist, sondern im Vergleich dazu an der für Kinder unterstellten Harmlosigkeit der Coronaerkrankung, das wissen Sie auch bestimmt! Dass Daten aus anderen Ländern, die die Alarmglocken diesbezüglich läuten, zurückhaltend ausgewertet, beachtet werden und Daten in Deutschland (bis auf die Sterbefälle) ebenso zögerlich erhoben werden, das glauben Sie nicht?

    Sie wünschen sich für sich und anderen ein „Recht auf Infektion“!
    Okay, das haben Sie.
    Ich wünsche mir für alle ein „Recht auf Impfung“ mit gleichzeitigem verhaltensbedingten Schutz vor Infektion, solange sich Geimpfte (und auch Genesene) auch oder wieder infizieren können. Und vor allen Dingen wünsche ich mir das auch für die Kinder, die derzeit in Folge von fehlenden Schutzmaßnahmen oder in Folge von fehlender Impfung (freiwillig oder nicht) zwangsläufig zur Infektion gezwungen werden, zumal niemand die Folgen daraus mit Sicherheit voraussehen kann. Das Prinzip Hoffnung wird bei diesem noch nicht zu Ende erforschten und sich ständig zum Negativen veränderndern Virus nicht funktionieren! Man muss mit allem rechnen!

    Und genau wegen der Unsicherheit und weil man die Fortschritte, die durch Maßnahmen und Impfungen bisher erreicht wurden, nicht gefährden möchte, gibt es keine Alternative dazu, auch in Zukunft Grundrechte zum Schutz der Allgemeinheit einzuschränken. Solange anzunehmen ist, dass die Impfstoffe funktionieren und jeder ein Impfangebot bekommen hat, betrifft das in erster Linie eben die, die Infektion der Impfung vorziehen. Schüler(innen) betrifft es mangels Impfangebotes oder allgemeiner Impfempfehlung natürlich nicht. Da nimmt man die Infektionen in Kauf. Diese große Bevölkerungsgruppe ist dem Virus derzeit schutzlos ausgeliefert und wird durch die Infektion durchgehen müssen. Wenn man nun bedenkt, dass 85 % der Über-12-Jährigen und 90 % der Über-60-Jährigen immun sein müssten, um aus dieser Pandemie keine Endlosschleife werden zu lassen, verstehen Sie sicherlich, warum der Schuh in Sachen Impfung genau bei den Erwachsenen, die auf den Zug der Kinder mit aufspringen, drückt. Der Zug ist bereits jetzt übervoll!

    Das Einzige, wo ich Ihnen halbwegs zustimmen kann, ist die Tatsache, dass das Gesundheitssystem zu sparsam behandelt wurde. Das wurde aber auch durch Corona verschlimmert, denn die Versorgung eines Covid-19-Intensivbettes erfordert mehr Personal als die Versorgung eines bis dato bekannten Intensivbettes. Ob man sowas wie Covid-19 vorhersagen konnte? Ja, vielleicht. Die Sparmaßnahmen da stehen aber in keinem Verhältnis zu den Sparmaßnahmen an den Schulen! Die waren schon immer kaputt gespart. Das sieht man gerade jetzt in der Pandemie auch als Außenstehender deutlicher denn je.

    Wir ALLE haben wegen der Infektiosität des Virus ein Problem, das nur ALLE gemeinsam in den Griff bekommen können. Wir sollten die Chance nutzen, solange die Impfung uns den Weg raus ermöglicht. Dass die Impfung geboostert werden muss, ist von vornherein klar gewesen. So soll sie nach sechs Monaten nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen. Da gilt es selbstverständlich, die Höchstbetagten wieder zuerst zu impfen. Da das aber chronologisch verläuft und die Hausärzte nun ihren Patientenstamm mitimpfen können, werden wir es schon schaffen! Wichtig ist, dass das Virus uns die Zeit dazu gibt. Und die schrumpft mit der Anzahl der Infektionen, denn, da wo viele Infektionen stattfinden, entstehen Mutationen, die der Menschheit (auch dem geimpften Teil) erneut großen Schaden zufügen könnten. Jeder also, der auf sein „Recht zur Infektion“ besteht, heizt die Lage zur Entstehung von noch gefährlicheren Mutationen als die der Deltavariante an, ob bewusst oder nicht.

    Und nein, ich war das letzte Mal im Kino, ich glaube, es war „Jurassic Park“ Teil 1. War es 1993? Egal.

    • Mutationen entstehen auch wenn der Virus auf geimpfte trifft.
      Auch die Impfung ist kein permanenter Schutz. Genau so wenig wie eine Genesung.

      Aber lassen wir das.
      Wir werden hier keinen gemeinsamen Nenner finden.
      Muss ja auch nicht sein, ich kann durchaus anderen Leuten ihre Ansichten lassen. Bin ja kein Missionar 😉

      Bleiben sie gesund, auf welchem Weg sie das auch immer für sich lösen mögen.

      • Das hat nichts mit Missionarisierung zu tun – ist weder eine Frage der Ansicht noch des Glaubens. Es gilt als unbestritten, dass die Gefahr von gefährlichen Mutationen bei hohen Fallzahlen auch bei hoher Impfquote besonders groß ist. Wenn die Pandemie nicht durch schützende Maßnahmen dauerhaft eingedämmt (kontrolliert) werden kann, ist der einzige Weg die Impfung!

        Und da schließt sich der Kreis wieder zu dem Virologen Schmidt-Chanasit. Die Maßnahmen sind nämlich in den Schulen entgegen seiner Behauptung im Großen und Ganzen schlicht und ergreifend unzureichend. Dazu kommt, ich weiß ja nicht, ob sich das noch durch andere Studien bestätigen wird, das Ergebnis einer Studie des Sheba Medical Center in Tel Aviv mit dem Institut Pasteur und der Sorbonne Universite´ in Paris, die aufgezeigt hat, das dass Infektionsrisiko von 57 % (woher diese Zahl kommt, weiß ich allerdings nicht, dazu müsste man die Studie selbst mal lesen) auf 4 % sinke, wenn alle Beteiligten in einem Raum geimpft seien, eine Person anzustecken. Wenn nur eine Seite geimpft sei, steige die Gefahr auf bis zu 20 %. (So entnommen den Medien, hier Merkur.de). – Die derzeitigen Impfstoffe schützen also nicht nur je nach Impfstoff bis zu einem gewissen sehr hohem Prozentsatz vor schwerem Verlauf und eventuell auch Long-Covid, sondern hemmt nachweislich die Infektionszahlen. Vorsichtsmaßnahmen – da das Risiko nicht auf 0 runtergefahren werden kann – sollten demzufolge aber nicht aus den Augen verloren werden.

        Eine hohe Impfquote kann nur erfolgreich sein, wenn man zeitgleich ungehemmte Infektionen verhindert. Auch in den Schulen! So einfach, wie Sie es darstellen, ist es eben nicht!

        Dazu kommt natürlich, dass hohe Infektionszahlen auch immer das Gesundheitssystem belasten werden. Es geht ja dabei nicht nur um etwaige Mutationsgefahren. Und wer sagt Ihnen heute, dass Sie, der die erste Infektion gut überstanden haben, die zweite oder dritte genauso gut überstehen werden?

        So, ich bin nicht Sisyphos. Mehr geht wirklich nicht. Viel Glück in Zukunft!

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