GEW: Holpriger Schuljahresstart! „Verunsicherung in Schulen ist mit Händen zu greifen“

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MÜNCHEN. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, hat Kritik am Schulbeginn nach den zweiten Sommerferien in der Corona-Krise geübt. «Der Start ins neue Schuljahr ist in den Bundesländern unterschiedlich gut gelungen, unter dem Strich war er holprig», sagte Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit Bayern und Baden-Württemberg starten kommende Woche die letzten beiden Bundesländer in das neue Schuljahr – die bayerische GEW sagt auch für den Süden Probleme voraus.

„Verunsicherung ist mit Händen zu greifen“: Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Foto: GEW

Dass das neue Schuljahr angesichts steigender Inzidenzen und einer prognostizierten vierten Welle erneut stark durch die Corona-Pandemie geprägt sein wird, ist wohl unstrittig – meint die GEW in Bayern. Viel Neues sei nicht zu erwarten.

So stellt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung mit Blick auf den Freistaat fest: „Es bleibt zu Schulbeginn bei Maskenpflicht, auch am Platz. Dreimal in der Woche wird mit Antigen-Schnelltests getestet. In Grund- und Förderschulen mit entsprechenden Förderschwerpunkten sollen bis Ende September zuverlässigere und kindgerechte PCR-Pooltests die Schnelltests ersetzen. Wer geimpft ist, muss sich nicht mehr testen lassen. Und, obwohl seit über einem Jahr diskutiert, vehement gefordert und vor den Sommerferien von Ministerpräsident Söder versprochen, existieren in der Breite keine technischen Lüftungs- oder Luftfilteranlagen. Wichtigste Infektionsschutzmaßnahme wird auch weiterhin das Lüften bleiben.“

«Die Politik hat es bisher im Wesentlichen versäumt, mit bundesweit einheitlichen und verbindlichen Leitlinien für Klarheit zu sorgen»

Hintergrund: «Im Herbst soll es in jedem Klassenzimmer und den Kitas mobile Lüfter geben. Das sind über 100.000 Lüfter. Bayern trägt bis zu 50 Prozent der Kosten für die Kommunen. Dazu empfehlen wir, an der Schule künftig 3x pro Woche zu testen. Wir wollen im Herbst nicht bei Null anfangen», so hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 29. Juni getwittert. In dieser Woche musste die Staatsregierung einräumen, dass erst für rund 23.000 Klassenräume Fördergelder beantragt worden sind.

Die Landesvorsitzende der GEW, Martina Borgendale, kann das nicht nachvollziehen: «Kinder unter zwölf sind die letzte Bevölkerungsgruppe, die nicht geimpft werden kann. Es liegt in unserer Verantwortung, sie mit allen zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu schützen. Wir wissen immer noch zu wenig über die Langzeitfolgen von Covid-19. Der Ministerpräsident hatte mobile Luftfilter in jedem Klassenzimmer versprochen, die Kommunen aber mit unzureichender Förderung und vielen ungeklärten Fragen über Folgekosten, Rechtssicherheit und Art der Geräte allein gelassen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir wieder vor einer ähnlichen Situation stehen wie im letzten Schuljahr. Es wird im Winter erneut kalt werden in den Klassenzimmern.»

Lehrende, Lernende und Eltern würden allein gelassen – meint auch die Bundesvorsitzende Finnern. «Die Politik hat es bisher im Wesentlichen versäumt, mit bundesweit einheitlichen und verbindlichen Leitlinien für Klarheit zu sorgen, in welcher Pandemie-Situation an den Schulen welche Maßnahmen ergriffen werden müssen», sagt sie und betont: «Die Verunsicherung bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern ist mit den Händen zu greifen.» News4teachers / mit Material der dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Ich kann mir diese GEW-Streichelpädagiäogik nicht länger durchlesen!
    Sie, liebe Frau Finnern, und Ihr gesamter Verein hat so einiges versäumt. Auch wenn die ganzen Kollegien still sind, weil sie quasi gesamtgesellschaftlich stigmatisiert sind, heißt das noch lange nicht, dass Sie so einen Streichelkurs fahren müssen. Sie haben eine Verantwortung diesen Menschen gegenüber, weil Sie, die Einzige Vertretung sind! Ich weiß es gibt noch mehr, aber alle anderen haben einen schärferen Ton!

    Mittlerweile sind wir an einem Punkt der Pandemie angelangt (in Bezug auf Schule), an dem Sie alle Kräfte mobilisieren müssten, protestieren müssten, die Kultusminister mal öffentlich benennen müssten!

    Was passiert? „Die Politik hat versagt!“ Wer bitte soll sich damit denn angesprochen fühlen?

    Maßlos enttäuscht und schon längst ausgetreten.

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