Ungeimpfte Lehrer und Kita-Beschäftigte müssen sich jeden Tag testen

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STUTTGART. Ungeimpfte Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte müssen sich in Baden-Württemberg ab dem Schulstart am Montag täglich vor Arbeitsbeginn auf das Coronavirus testen. Damit verschärft Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) die Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen wieder ein Stückchen – nachdem sie in dieser Woche die Quarantäne-Regelungen für Schüler massiv gelockert hatte.

Keine Impfung? Dann muss getestet werden. Foto: Shutterstock

Wie die «Heilbronner Stimmte» und das «Badische Tagblatt» berichten, gilt damit vom kommenden Montag an für alle Beschäftigten in Kitas und Schulen die 3G-Regel, wonach nur Zutritt hat, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Lehrer und Kita-Erzieherinnen müssen ihre Tests zudem dokumentieren. Wie die «Schwäbische Zeitung» berichtet, müssen sich zudem alle Schülerinnen und Schüler künftig dreimal die Woche statt zweimal die Woche mit einem Antigentest testen. Wo PCR-Tests eingesetzt werden, reichen zwei pro Woche.

Schopper begründet ihr Vorgehen laut «Badischem Tagblatt» in einem Schreiben an alle Schulen und Kitas mit der gegenwärtigen Situation, die sich wegen der noch zu geringen Impfquote zu verschärfen drohe. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der «Heilbronner Stimme»: «Wir werden für alle Erwachsenen in den Schulen und Kitas, also Lehrerinnen und Lehrer, Betreuungskräfte, Verwaltungsmitarbeiter oder auch Beschäftigte in den Kitas ab dem 13. September die 3-G-Regel einführen und daran sehr hart festhalten.» Die Regelung gelte zunächst bis zu den Herbstferien.

Zu den Tests für Schülerinnen und Schüler sagte Schwarz: «Die Schulen bekommen im neuen Schuljahr zwei PCR-Tests oder drei Antigenschnelltests pro Woche und pro Schüler zur Verfügung gestellt.» Auch das gelte zunächst bis zu den Herbstferien Ende Oktober. Schopper schreibt in ihrem Brief, Kinder und Jugendliche hätten in der Corona-Krise schon viel erleiden müssen. «Deshalb werden wir alles dafür tun, die Schulen und Kitas im Land offen zu halten und Unterricht und Betreuung in Präsenz zu ermöglichen.»

Die Quarantäne-Regeln für Schülerinnen und Schüler hat die grün-schwarze Landesregierung dafür gelockert: Kontaktpersonen von infizierten Kindern müssen demnach nicht mehr zu Hause bleiben. Stattdessen sollen betroffene Klassen fünf Tage lang täglich schnellgetestet werden, wie News4teachers berichtete. dpa

Schopper: Ganz sicher sind Schulen nicht zu machen – Lehrerverbände fordern dritte Impfung für die Beschäftigten dort

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22 KOMMENTARE

  1. Wie findet den die Dokumentation der Testduchführung statt.
    „Lehrer beobachten sich gegenseitig und bestätigen die Durchführung und das negative Ergebnis“ oder „Es muß jeden Tag eine Video-Dokumentation mit aktueller Tageszeitung erstellt werden“.

    »Deshalb werden wir alles dafür tun, die Schulen und Kitas im Land offen zu halten und Unterricht und Betreuung in Präsenz zu ermöglichen.» So bekommt die Aussage ein ganz neue Richtung.

    Textaufgabe:
    Man nehme eine durchschnittliche Klasse mit 25 Schüler und mache zweimal die Woche einen PCR-Test für 70 Euro. Wieviele Luftfilter für diese Klasse hätten sie in 3 Wochen anschaffen können? Recherchieren Sie die Preise im Internet und geben sie der Regierung eine Einschätzung im Kontext zur Aufgabenstellung ab!

  2. So typisch, Wählerstimmen erhaschen bei den Eltern:
    Während diese (vor allem in der Kita) ohne 3G Regeln und höchstens mit Maske durch die Räumen schlendern, muss das Personal für die „nötige“ Sicherheit sorgen. Dabei hieß es doch, Schulen und Kitas sind keine Treiber, Kinder hätten nichts zu befürchten…. Fair geht anders.

    Ich werde der Erste sein, der als Geimpfter auf die Kinder und Eltern zeigt, wenn in meinem Haus Mal wieder Corona ausbricht. Dann bin ich gespannt, wie die Zeitungen es wieder drehen und wenden, dass aus irgendeinem Grund doch das Personal schuld ist…

    • Ich bin in Sachsen mit der Situation, dass alle abholenden und bringenden Personen ohne Test ins Gebäude dürfen auch höchst unglücklich. Dann können wir uns die Maske dort auch sparen.

      Die meisten Eltern tragen sie unter der Nase, angesehen, das das so doof aussieht, ist es ja dann auch nutzlos.

      Zudem ist man so mindestens 10 Min im Gebäude: Ein Kind, dem es bei der morgendlichen Übergabe noch schwer fällt, ein kurzes Gespräch mit der Erzieherin odee unter Eltern. Viele setzen die Maske auch erst kurz vorm Zimmer auf.

      Dürfte bei Delta ausreichen, um seine Viren zu verteidigen. Ungeimpfte brauchen sowieso überall Tests, also warum nicht gleich für die Kitas nutzen.

      Generell bin ich der Meinung, das auch geimpfte (bin es selbst) testen sollen, da wir es doch übertragen können. Die Logik, das man keinen schlimmen Verlauf mehr haben kann, deckt dich für mich mit der Gefahr, für Personen , die sich nicht impfen lassen können oder auch wollen nicht

  3. Im letzten Jahr musste ich von Seiten meines Arbeitgebers unterschreiben, dass ich trotz des Virus mit den Kindern im Kindergarten Kuschel.
    Viele Eltern dachten bis Dezember noch das Kinder den Virus nicht übertragen können, weil dies Information von unseren Medien vermittelt wurde.
    Laut Robert Koch institut ist immer noch nicht nachgewiesen ob geimpfte Personen weiterhin überträger von covid 19 sind. Es steht aber geschrieben das geimpfte Personen die neue Delta Variante übertragen. Das kann jeder nachlesen…. warum sollen sich dann nur ungeimpfte in den Schulen und Kitas jeden Tag testen lassen?
    Melanie

  4. @Melanie
    Das ist doch klar.
    Das ist reine Gängelung. So bekommt man die ungeimpften Lehrer durch Diskriminierung und Erniedrigung zum Impfen. Denn wer will sich jeden Tag testen lassen?

    • Sorry das ist bullshit und hat schon fast Verschwörungsbeigeschmack.Wenn ich aus freien Stücken auf Impfung verzichte,ok.Wenn ich aber mit Kindern arbeite,die sich aufgrund ihres Alters noch nicht impfen lassen können,wo ist das Problem,zu sagen,ok,dann teste ich mich eben ?Muss man nicht verstehen.Und sicher gibt’s auch Geimpfte,die sich aus Verantwortungsgefühl weiterhin testen.Darum geht es nämlich,um die Verantwortung den Kindern gegenüber.Und nicht um ein lächerliches „Ich will mich nicht impfen und nun sind alle sooooo böse zu mir“Gefühl.

      • Ach, auf einmal ist es die Verantwortung den Kindern gegenüber? Was war denn mit der Verantwortung, als es einen riesigen Shitstorm wegen der Impfhöherpriorisierung gab?? Seit Monaten müssen wir uns anhören, dass Schulen sicher und Kinder keine Treiber der Pandemie sind. Außerdem erkranken sie quasi nie schwer, also sollen wir uns mal nicht so anstellen und endlich Ruhe mit unseren Forderungen nach Gesundheitsschutz geben. Jetzt auf einmal wird über Impflicht und tägliches Testen diskutiert – und zwar nicht zum Schutz der LK, sondern der „nicht gefährdeten“ Kinder. Ist wohl doch nicht so sicher in Schulen…

  5. Wer dokumentiert denn die Tests??? Kita und Schulleitungen… Werden die geimpften und genesenen Kollegen über die entsprechende Dokumentation informiert.?? Oder läuft das ganze auf vertrauensbasis ab… Genesenen und geimpften müssen sich ja auch ausweisen??

  6. Mal ganz provokant:
    Müssen die ungeimpften Lehrer die Test dann wie jeder andere Normalo auch , wenn es soweit kommt, aus eigener Tasche bezahlen?
    Reicht dann der bei Schülern durchgeführte billigere, unsicherere Test wirklich aus?
    Lehrer wechseln die Kohrten!
    Oder gelten hier andere Regeln? Kennen wir ja schon zu genüge, dass scharfe Regeln nicht für die Schule oder Kita plötzlich gelten, aus welchem unsinnigen Grund heraus auch immer!

  7. @Mika,
    danke, ich stand komplett auf dem Schlauch, aber irgendwie kein Wunder, bei den vielen Infos!
    Bei verordneter Quarantäne geht man als Lehrkraft aber auch ohne Bezahlung in diese Zeit? Auch wenn man einem wesentlich höheren Risiko ausgesetzt wird, oder?

    • Das regelt jedes Bundesland in seinen Verordnungen. Ob es unterschiedliche Regelungen für Beamte und Angestellte gibt, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich gehe davon aus, das ungeimpfte angestellte Lehrkräfte genauso wie andere ungeimpfte AN in Bezug auf Entgeltersatz nach dem ISG behandelt werden – alles andere ist aus meiner Sicht rechtlich problematisch.

      • Wenn es bei verordneter Quarantäne keine Lohnfortzahlung mehr gibt, dann kann der Arbeitgeber aber auch nicht erwarten, dass die Lehrkraft zu Hause tätig wird, sei es mit Distanzunterricht, Vorbereitung und Korrektur.
        Keine Bezahlung – keine Arbeitsleistung.

        • Lohnfortzahlung gibt es für verbeamtete Lehrkräfte doch gar nicht. Die beamt*innen werden auch in Quarantäne durch den dienstherren vollumfänglich allimentiert. Da im Falle einer durch das Gesundheitsamt für eine tarifbeschäftigte Lehrkraft angeordneten Quarantäne kein Anspruch auf Krankengeld für den AN besteht, kann sich der AG – in dem Fall das Land – das Quarantäne die Lohnfortzahlung erstatten lassen. Das Ausfallgeld während der Quarantäne ist geringer als das Krankengeld, es entspricht in etwa dem Übergangsgeld, das bei Reha-Maßnahmen oder Anschlussheilbehandlungen gezahlt wird. In NRW sind die Landschaftsverbände für die Antragsverfahren bezüglich Lohnfortzahlungen bei behördlich angeordneter Quarantäne zuständig.

          • Sie haben aber schon mitbekommen, dass die „alte“ Quarantäneregelung in vielen Bundesländern ausläuft? Ungeimpfte bekommen dann keine Lohnfortzahlung mehr, wenn sie als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.

          • Bei Beamt*innen gibt es keine Lohnfortzahlung – egal ob gimpft oder ungeimpft.

            Wir reden hier von einer Minderheit, tarifbeschäftigte Lehrkraft, aus freien Stücken – ohne Contraindikation – ungeimpft. Der überwiegende Teil des Lehrkörpers dürfte geimpft oder genesen sein.

  8. Ich bin für eine Impfpflicht für verbeamtet Lehrer. Corona, Röteln, der ganze STIKO-Kanon. Wir Beamte haben eine Verpflichtung, die wir ernst nehmen sollten. Das ganze Cherrypicking und Geheule geht mir auf den Keks.

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