Absurde Quarantäne-Regeln, Unterricht ohne Masken, Klassenräume ohne Luftreiniger: Wie Corona unter Schülern aufblüht

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MÜNCNEN. Nach den Sommerferien ist die Inzidenz in Bayern zunächst kräftig gestiegen – und hat sich seit mehreren Wochen auf hohem Niveau knapp unter 100 (bei Ungeimpften: 200) eingepegelt. Treiber des registrierten Infektionsgeschehens sind vor allem die Schülerinnen und Schüler: Bei den Sechs- bis Elfjährigen liegt die Inzidenz aktuell bei 185, bei den Zwölf- bis 15-Jährigen bei 176 und bei den 16- bis 19-Jährigen 180. Die Folgen: In den Kitas und Schulen werden immer mehr Ausbrüche gezählt. In den aktuellen Daten zeigt sich noch nicht, wie sich das Ende der Maskenpflicht im Unterricht vor zehn Tagen auswirken wird – ein Fall aus Tutzing lässt nichts Gutes erahnen.

Gesundheit! Symbolfoto: Shutterstock

Bei der Sieben-Tages-Inzidenz erreichen mehrere bayerische Landkreise mittlerweile bundesweite Spitzenwerte. Der Kreis Berchtesgadener Land hatte am Dienstag mit einer Corona-Inzidenz von rund 262 zum Beispiel den höchsten Wert in ganz Deutschland. Noch bedrohlicher ist die Entwicklung bei den Schülerinnen und Schülern: Im Landkreis Straubing-Bogen ist die Inzidenz unter Fünf- bis 14-Jährigen auf 598 gestiegen – den vierthöchsten Wert in dieser Altersgruppe bundesweit –, im Landkreis Berchtesgadener Land auf 553.

Was diese Entwicklung für den Schulbetrieb bedeutet, zeigt sich am Beispiel der Grund- und Mittelschule Tutzing: Dort wächst sich ein Ausbruch derzeit rasant aus. Am Donnerstag meldete das zuständige Landratsamt Starnberg sieben Infektionen unter Schülerinnen und Schülern, am Freitag zwei zusätzliche. Am Montag dann sprach die Rektorin bereits von 14 bestätigten Fällen – ein Kind sei schwer erkrankt. Inzwischen seien alle drei dritten Klassen sowie eine erste Klasse betroffen. „Das Virus ist schneller als wir“, sagt die Schulleiterin einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge. Konsequenzen für den Präsenzbetrieb: praktisch keine.

„Warum sind die Quarantäne- und Testregeln derart lax, obwohl doch bekannt ist, dass das Virus in den Klassen auf schutzlose Kinder trifft?“

„Das Unverständnis wächst mit jedem neuen Coronavirus-Fall: Wer schützt unsere Kinder und Familien? Das fragen sich Eltern an der Tutzinger Grundschule, nachdem sich der Erreger dort seit Anfang Oktober beständig klassenübergreifend ausbreitet. Warum sind die Quarantäne- und Testregeln derart lax, obwohl doch bekannt ist, dass das Virus in den Klassenräumen auf schutzlose Kinder trifft, die sich altersbedingt nicht impfen lassen können – sehr wohl aber Überträger sein können. Ist dieses Risiko der Preis für den Präsenzunterricht?“, so fragt die „Süddeutsche Zeitung“.

Ergänzend zu fragen wäre: Oder ist dieses Risiko der Preis dafür, dass schlicht zu wenig getan wurde, um den Präsenzunterricht zu sichern? Eine Initiative von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), alle Schulen und Kitas im Freistaat mit mobilen Luftfiltern auszustatten, verpufft in der Fläche: Vor zwei Wochen hieß es, dass bislang nur ein Viertel der insgesamt 100.000 Klassenräume mit den Geräten bestückt werden konnte. Von Kita-Gruppenräumen ist praktisch gar keine Rede mehr.

Etliche Familien sähen sich bereits genötigt, ihre Kinder krank zu melden, um eine Ansteckung zu vermeiden, so heißt es an der Tutzinger Grund- und Mittelschule. Die Rektorin hätte nach Bekanntwerden des ersten Falles am liebsten die komplette Klasse für mehrere Tage in Quarantäne geschickt – und dies auch dem Gesundheitsamt mitgeteilt. „Doch ich darf das nicht“, sagt sie dem Bericht zufolge. Sie habe immerhin eine Maskenpflicht für alle Schüler der Grund- und Mittelschule im Unterricht verhängt, obwohl das bayerische Kultusministerium diese eigentlich vor zehn Tagen gestrichen hatte.

Das örtliche Gesundheitsamt lässt den Betrieb laufen – und beruft sich auf Vorgaben des Gesundheitsministeriums. Demnach müssten bei einem ersten positiven Fall in einer Schulklasse lediglich die engen Kontaktpersonen für fünf Tage in Quarantäne. „In der Regel sind das die Sitznachbarn“, heißt es. Erst wenn sich ein zweites Kind in der Klasse angesteckt hat – wie in Tutzing dann passiert ist –, weite sich die Quarantäne auf die ganze Klasse aus. Dann müssten die Kinder einer Schule auch tägliche Schnelltests im Klassenzimmer machen.

Das Problem: Die Dauer der Quarantäne wird der „Süddeutschen“ zufolge nach dem ersten Fall berechnet. In der Praxis komme es so am laufenden Band zu „rückwirkenden Quarantänen“. Eltern erfahren dann plötzlich, dass ihr Kind sich eigentlich schon seit Tagen zu Hause isolieren müsste – was natürlich Unsinn ist. In der Zeit konnte sich das Virus ungestört weiter ausbreiten. Dazu kommt: Erst bei zwei nachgewiesenen Fällen in der Klasse müssen für 14 Tage die Masken auch am Platz getragen werden. Für die Parallelklassen, mit denen sich die Kinder etwa im Religionsunterricht oder im Sportunterricht mischen, gelten diese Auflagen dann aber wiederum nicht. Die Rektorin kann nachvollziehen, dass Eltern und Lehrkräfte über solche Regelungen nur noch müde lächeln können. „Mir geht es genauso, ich lächle mit.“

Mittlerweile ist in Tutzing nicht nur die Schule selbst, sondern auch der benachbarte Hort des Bayerischen Roten Kreuzes von dem Ausbruch betroffen, den viele Kinder der Grund- und Mittelschule besuchen. Dort werde ein offenes Konzept verfolgt, erklärte eine Sprecherin. Deswegen sei nicht klar, welche Kinder miteinander engen Kontakt hatten und welche nicht.

Mobile Luftfilter? Die Lieferzeit sei zu lang, hieß es, die Geräte zu laut, sogar von Elektrosmog und Geruchsbildung war die Rede

Mobile Luftfilter gibt es in den Einrichtungen auch nicht. Der Gemeinderat hatte zwar im Juli beschlossen, welche anzuschaffen – diesen Beschluss aber dann widerrufen, wie der „Merkur“ berichtete. Die Lieferzeit sei zu lang, hieß es, die Geräte zu laut, sogar von Elektrosmog und Geruchsbildung war die Rede. Hintergrund ist, dass die Gemeinde einen Eigenanteil von 50 Prozent für die Anschaffung zu übernehmen hätte. Die Folgen der Sparsamkeit bekommen die Kinder von Tutzing offenbar jetzt zu spüren.

Das Gesundheitsministerium im nahegelegenen München ist von der Entwicklung nicht überrascht. Es räumte unlängst ein, dass – neben der Tatsache, dass das Infektionsgeschehen unter Schülern aufgrund der regelmäßigen Tests in den Schulen besser untersucht wird als in jeder anderen Altersgruppe – auch der Schulbetrieb selbst Infektionen begünstigen könne. Es fänden dort schließlich Kontakte unter Kindern und Jugendlichen statt, erklärte eine Sprecherin. „Zusätzlich gilt es noch zu beachten, dass der Impffortschritt in der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen deutlich hinter dem anderer Altersgruppen liegt“, betonte sie.

Die Staatskanzlei von Söder hat diese Warnung offenbar nicht erreicht. Deren Chef Florian Herrmann (CSU) erklärte jedenfalls noch vor zwei Wochen, es spreche viel dafür, dass die Inzidenzen stabil blieben – trotz zunächst gelockerter Quarantäne-Regeln für Schüler und dem dann erfolgten Aus für die Maskenpflicht im Unterricht. Die aktuelle Entwicklung lässt anderes erwarten. Auch mit Blick auf Bayerns Nachbarland Thüringen: Das hat sämtliche Schutzmaßnahmen in Schulen gestrichen, sogar die Tests. Und die Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen explodieren, wie News4teachers berichtet. News4teachers / mit Material der dpa

In einem Bundesland explodieren die Infektionszahlen bei Schülern – Landkreis weist Inzidenz von 1.204 unter Kindern auf

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40 KOMMENTARE

  1. 25% der Klassenzimmer haben bereits Luftfiltergeräte.

    Dann sollte es doch zu schaffen sein bis Dezember 100% zu erreichen und Kitas ebenfalls auszustatten.

  2. Ahhhh. Was neues. Der böse Elektrosmog der Luftreiniger ist also auch ein Grund gegen diesen. 30 fache Handyfunkung im Klassenraum, egal, PC Pool, egal, Elektrotechnik Unterricht an Schaltwänden, egal, … aber jetzt nicht so ein böser Luftreiniger… pfui.

    Nix is zu doof um als Argument gegen Luftfilter herhalten zu können.

    • Bitte nicht vergessen: Außer dem Elektrosmog gibt es noch was Neues, nämlich die Geruchsbelästigung – war mir bisher auch noch nicht untergekommen. Vielleicht kann man mobile Luftreiniger ja direkt auch noch mit einem Raumluftbedufter kombinieren, damit sie nicht gar so sehr ihren offenbar unerträglichen Eigengestank verströmen.
      Was allerdings die Schulträger zur Vervollständigung ihrer Sammlung abstruser Ideen darauf bringen könnte, für die Klassenräume von vornherein gleich lediglich Raumluftbedufter anzuschaffen, die sind sogar noch deutlich billiger als CO2-Ampeln.
      Wirkungsweise, ob weise, sei dahingestellt: Sobald es durch die ständige, vollautomatisierte Raumluftbeduftung zu sehr stinkt, muss dringend mal gelüftet werden.
      Welch dufte Idee.

  3. Filter? 25%? Wo denn? Bei uns an der Schule gibt es außer dem Kaffeefilter in der Küche keinen einzigen. Woher stammt diese Zahl?

  4. Zum Wechsel in die kalte Jahreszeit räumt man doch ohnehin die Winterkleidung nach vorne.
    Die Winterschuhe (und sonstige Schuhe), die den Kindern nicht mehr passen, können doch gerne wieder auf den Treppen von Rathäusern, Landratsämtern, … entsorgt werden.
    Je mehr, desto besser.
    Und AUF JEDEN FALL schön POSTEN auf den üblichen Kanälen.

    Allerdings müssten das diesmal die Eltern machen, die sich Sorgen machen, weil die Kinder EBEN DOCH infiziert werden und – WELCH WUNDER – auch durchaus schwer erkranken, wie man mittlerweile im Feldversuch leider feststellen muss.

    Hoffentlich werden ganz, ganz viele Schuhe abgestellt.
    Macht ihnen die Treppen voll (natürlich nur mit Kinderschuhen 😉 ).

    Außerdem gehen offenbar doch einige Eltern den richtigen Weg, wenn sie ihre Kinder Zuhause behalten und Entschuldigungen schreiben!
    BRAVO!!!
    NUR SO kann es klappen!

    Und dann auf die Entschuldigungen schreiben:
    „Mein Kind kann nicht am PRÄSENZunterricht teilnehmen, weil
    □ es keine Schuhe mehr hat, die mussten wir öffentlichkeitswirksam auf der Rathaustreppe ablegen, um auf eine Riesensauerei (gezielte Durchseuchung der Kinder) aufmerksam zu machen,
    □ es berechtigte Angst vor einer ernsthaften und schweren Erkrankung in Folge einer Covid19-Infektion hat,
    □ es wegen der Missachtung seines Rechts auf Gesundheit und Unversehrtheit deutliche Merkmale einer Depression entwickelt hat.

    Unbedingt alle 3 Kästchen ankreuzen.

    Und dann mal abwarten, ob die „BILD“-Geier kreisen, denn die stürzen sich doch gerne auf so etwas … und sie sind völlig unvoreingenommen … und immer bemüht um Volkes Wohl.

    Könnte interessant werden …

    • Genialer, wie immer treffender Kommentar…triefend von Sarkasmus…also gerade passend…
      Werde auf jeden Fall das Formblatt erstellen und dann mit Start nach der Herbstpause an meine SuS verteilen.

      Vielen Dank dafür!!! 🙂

  5. Läuft alles nach Plan…leider nicht nach unserem – den angelblichen Corona-Panikern , sondern nach dem Plan der Durchseuchungsbefürworter.

    Hinterher will es wieder keiner der Verantwortlichen gewesen sein resp gewusst haben…es kann an allen Orten der BRD zu jeder Zeit zu solchen Entwicklungen kommen…“aber das muss uns ja nicht beunruhigen…wir haben alles im Griff“

    Jepp…und am Arsch die Räuber!!

  6. Ein Kind schwer erkrankt. Da möchte ich gern dran bleiben und wissen was passiert. Das ist ein Kind zu viel.

  7. Das Nichtsagen der Eltern bis etwas passiert, das bequeme Zusehen und das Abwarten fordert jetzt den hohen Preis der Gesundheit der Kinder.
    Und wenn etwas passiert, dann erst merken die Eltern, wie schlimm das alles ist.

    Und dann kommen Sätze wie:

    „ Warum sind die Quarantäne- und Testregeln derart lax, obwohl doch bekannt ist, dass das Virus in den Klassenräumen auf schutzlose Kinder trifft, die sich altersbedingt nicht impfen lassen können – sehr wohl aber Überträger sein können. Ist dieses Risiko der Preis für den Präsenzunterricht?“

    Klare Antwort: „Ja! Ihr Low-Bobs wolltet es genauso! Und es kommt noch viel schlimmer als wir seit 1,5 Jahren warnen.!“

    Es ist natürlich sehr bequem zu glauben, dass Kinder nicht gefährdet sind. Schließlich kann man dann noch Beruf, Karriere und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen.
    Aber es ist nunmal Pandemie und die Kinder das Kostbarste, was Eltern haben können. Warum in so ein unnötiges Risiko schicken? Lieber den Stress auf sich nehmen. Es sind Eure EIGENEN Kinder. Wie können sie Euch derart stressen?
    Wir wurden immer raus in die Natur geschickt. Klar, bei den Kleinen geht das nicht, aber ab Klasse 4 sollte es doch kein Problem sein.

    DieStory mit den psychischen Störungen nehme ich im Übrigen den Menschen nicht ab. Dafür arbeite ich mit zu vielen Kindern. Keins, ich betone, keins hat irgendwelche psychischen Störungen, welche es auch vorher gehabt hat.
    DieSchulen werden im Winter wieder schließen. Das wird von Woche zu Woche immer sichtbarer.
    Einen höheren Schutz wird es nicht geben.

    Auch die Süddeutsche Zeitung hat auch viel gegen Lehrerinnen und Lehrer gehetzt. Wenigstens merken die jetzt, dass es eine Gefahr gibt.

    Die Kinder sind die Opfer, ganz klar. Ist den meisten (nicht allen) Eltern ja auch scheißegal. Aber, das, was mich jetzt noch herumtreibt, dass ich den ganzen Scheiß noch mitmache und mich und meine Familie gefährde. Ich mein, ich bin geimpft und trotzdem will ich nicht solch einem Risiko ausgesetzt sein. Wie kann man da sein EIGENES Kind nur hinschicken? Regelrechte Coronaparty, ohne Maske, ohne alles! Bei den Zahlen!
    Man begreift die Welt nicht mehr.

    • @ Defence

      Mir geht es genauso. Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht.
      Ich habe Gott sei Dank keine schulpflichtigen Kinder mehr. Wir, in der Familie, sind alle geimpft, bei mir steht demnächst die Boosterimpfung an, da vorerkrankt.
      Aber, dass Eltern das ganze Geschehen so sorglos sehen, die Kinder anscheinend ohne Bedenken dem allen aussetzten, dass sie weiter den Verharmlosungen Glauben schenken, das kann ich nicht verstehen.
      Es soll tatsächlich noch Menschen geben, die behaupten „bei uns ist nix, noch nie gewesen“ und “ Kinder bekommen ja nix“.
      Mein Hirn begreift das nicht.

      • Hallo,
        größere Schule in BW, wir haben vorallem mit Kindern über 16 Jahren zu tun. Wir bekommen vom Gesundheitsamt keinerlei Meldung mehr, da es in der Schule keine Quarantäne gibt, gibt es keine Info mehr. Wenn man Glück hat, schreiben die Schüler mwd einem, dass Sie positiv sind. Von vielen erfahren wir es nach 10-14 Tagen. Aussage der Schüler: „das Gesundheitsamt hat gesagt, dass Sie alle! informieren und man selbst nichts machen soll“. Dazu wird – falls bekannt – nur noch die Lehrerschaft die regulär in der Klasse unterricht über einen positiven Fall informiert. Aufsichten müssen faktisch Glück haben. Eine allgemeine Infos an alle Kollegen mwd, dass in Klasse xy ein positiver Fall war (natürlich ohne Namen des Betroffenen!) gibt es nicht mehr. Anscheinand Anweisung von oben.

        Sorry, dass ist mir dem Kopf durch die Wand auf Kosten der Kinder. Ich warte auf die Triage auf der Neo, wenn nicht mehr ab 22.+x um das Leben eines Frühchens gekämpft wird, weil keine Betten frei sind. Zugeben wird das Keiner.

        • Aber aber, wir sind doch so ein freiheitlich-demokratisches Land, da würde uns doch nie jemand irgendwelche Informationen vorenthalten, sowas gibts doch nur in China!

        • Bei uns auch keine Info mehr…nur auf Nachfrage über Flurfunk, wie neulich schon angemerkt. Ich wechsele täglich (GS-Ganztag) zwischen 3 Kohorten.
          Die Kids sind völlig gaga wegen anstehender Ferien, toben und schreien sich ununterbrochen an.
          Nahezu alle fahren demnächst mit ihrer Familie in den Urlaub.
          Der November wird……..interessant werden….. um es mal vorsichtig auszudrücken.

          • Hallo,
            nicht falsch verstehen, ich habe selbst drei Kleinkinder und musste im Sommer mit der ganzen Familie in den Urlaub. Wir waren so am Ende, dass dieses „Erlebnis“ sein musst und auch die Stimmung massiv verbessert hat. Aber dann sollte 5 Tage lang jeden Tag getestet werden, von mir aus auch 7 Tage.

            Gruß

            P.S.: Interessant wird es mit der neuen Corona-VO Schule!

  8. @ Darfdaswahrsein

    Wir sind diese Eltern, die diesem ganzen Wahnsinn trotzen, bis die Kinder nicht geimpft werden können. Und wissen Sie was geschieht?

    Die Kinder werden heftig bestraft, in der Sinne, dass sie keine Materialien aus der Schule mehr bekommen. Mit ein paar Ausnahmen, die trotzt allem regelmäßig das Stoff liefern und sogar eine einzige Lehrerin regelmäßig Konferenz haltet.

    Aber das ist nicht genug, um das Schuljahr zu Ende zu bringen. Das ist doch klar.

    Aber, ich werde es bestimmt erlauben, dass ein Piazolo oder Söder, also Menschen ohne eigene Kinder über meine Kinder richten, mir über Kinderwohl predigen und mit ihnen experimentieren.

    • @Monika,BY

      Ich finde es sehr bewundernswert, dass Sie sich so einsetzten. Ich verstehe auch Ihre Verzweiflung.
      Von Schulseite ist es sehr schwer Präsenzunterricht zu machen und SuS in Distanz gut zu versorgen.
      Und genau das dürfte nicht passieren.
      Es MUSS ein guter, sicherer Schulalltag in Präsenz gewährleistet werden. DAS ist Aufgabe unserer KM und unserer Politik.
      Die Möglichkeiten und Modelle haben wir hier nur zu oft aufgeführt.
      Leider passiert NICHTS.
      Das ist der Skandal.
      Bleiben Sie stark und lassen Sie sich nicht unterkriegen.

    • Liebe Monika,

      entschuldige bitte. Ich wollte Dir Nichtstun nahe treten. Manchmal ärgere ich mich so sehr, dass ich gar nicht merke, dass auch ich grad zu sehr pauschalisiere.

      Ich bitte um Verzeihung. Bei jedem ist es anders und jeder hat grad ein riesiges Paket zu tragen. Eltern habe es gar nicht leicht. Ich habe auch keine kleinen Kinder und wahrscheinlich wüsste ich auch nicht, was richtig und was falsch ist.

      Verdammt, was eine Zumutung!

      • Liebe Defence,

        ich habe mich nicht über Ihre Wörter geärgert, sondern über die gleichen Fragen, die Sie sich stellen. Das ist etwas, das ich bei all meinen Bemühungen auch nicht verstehen kann.

        Ich kann nicht verstehen, wieso so viele diesen Wahnsinn mitmachen.

        Ich weiß nur, dass genau deshalb diese wenige Kinder, die auf der Impfungsmöglichkeit warten, bestraft werden.

        Dass KM nur noch ein wenig Zeit nicht erlauben möchte auch den unter 12-jährigen auf Impfmöglichkeit zu warten, ist Verfassungswidrig.

        Alle Kinder und Menschen über 12 Jahre haben diese Möglichkeit bekommen, außer Kinder unter 12.

        Seit ein und halb Jahr muss ich ständig an Nordkorea denken. In Deutschland wurden seit ein und halb Jahr Menschenrechte stark verletzt und das macht mir Angst.

  9. Die Eltern im Umfeld vertrauen den Schönwettermeldungen und darauf, dass Kinder nicht erkranken. An den Schulen in der Stadt verbreiten sich die Meldungen über Corona Fälle über die Chatnachrichten in den Elterngruppen. Es wird nur noch das betroffene Kind in Quarantäne geschickt, die Sitznachbarn nicht mehr. Das ist Kontrollverlust. Ich bin als Ehemann einer Lehrerin wütend über diese hochgradige Verantwortungslosigkeit und warte nur noch darauf, dass die Infektion nach Hause getragen wird.
    Ist es der volle Ernst einer Bildungsnation, Lehrer und Schüler in diesem Herbst und Winter wieder frierend im Klassenzimmer stehen zu lassen? Will man sich endgültig lächerlich machen?
    Viele Familien werden den Preis für diese verantwortungslose Bullerbü Scharade an Schulen zahlen und ihren Long Covid Kindern erklären müssen, warum sie nicht beschützt wurden.
    Ugur Sahin warnt bereits vor Mutationen.
    https://mobile.twitter.com/camanpour/status/1447986528513372162

  10. Ach ne, der Fischbach, so langsam wird es wohl doch brenzlig auf den Kinderstationen.

    „Kinder müssen aus vollen Kliniken verlegt werden, Praxen schlagen Alarm: Wegen zunehmender Atemwegsinfektionen blicken Mediziner mit Sorge auf den Winter, so Thomas Fischbach, Vertreter der Kinder- und Jugendärzte. […]
    Seit mindestens einem Monat stelle man mehr Atemwegsinfektionen fest als zur gleichen Zeit in anderen Jahren. „Kinder haben im vergangenen Winterhalbjahr durch die Corona-Maßnahmen im Grunde keine Kontakte und damit keine Übertragungsmöglichkeiten von Infektionen gehabt.“ Und damit auch keine Möglichkeit, das Immunsystem zu trainieren.“

    [Klar, eine Coronainfektion hätte das Immunsystem sicher gut trainiert…]

    „[…] Fischbachs Verband stellt eine Häufung von Fällen etwa in Berlin oder Nordrhein-Westfalen fest – und damit eine zunehmende Belastung von Krankenhäusern. Kliniken im Rheinland aber auch in der Hauptstadt laufen Medienberichten zufolge voll, sodass kleine Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen.
    Genaue Belastung der Kinderkliniken unklar
    Dabei habe die Wintersaison gerade erst gestartet, gibt Fischbach zu bedenken. Wie sich die Situation entwickle, hänge auch davon ab, wie die Grippe-Saison dieses Jahr ausfalle. „Hinzu kommen die Corona-Infektionen. Man muss kein Virologe sein, um anzunehmen, dass die Zahl der Fälle unter Kindern in den kommenden Wochen zunehmen wird.“
    Zwar verlaufe Corona bei ihnen in aller Regel mild. „Aber ich behandle auch zwei Kinder mit Long-Covid-Fatigue und zwei weitere, die seit einem halben Jahr immer noch nicht richtig schmecken können.“ Auch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen dürfe man nicht einfach wegwischen.
    Wie hoch genau die Belastung in Kinderkliniken derzeit ist, ist unklar. Noch sei die Lage seiner Einschätzung nach aktuell meist noch zu bewältigen, sagt Fischbach. „Womöglich könnte sich das im Winter aber wieder ändern. Gerade in Ballungsgebieten hier im Rheinland oder auch in Großstädten wie Berlin gibt es immer mehrere Kliniken und damit oftmals Ausweichmöglichkeiten. Aber in ländlichen Regionen gibt es wiederum meist nur eine Klinik für Kinder. Wenn die voll ist, was machen Sie dann?“ Da könne man die Patienten nicht beliebig hin- und herschieben.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article234384434/Vertreter-der-Kinderaerzte-Dinge-oft-anders-als-man-sich-das-im-Elfenbeinturm-der-Wissenschaft-vorstellt.html?source=k325_controlTest_autocurated

    Sollte daher nicht das Ziel bzw. die logische Schlussfolgerung sein, so viel Infektionen wie möglich, egal ob Grippe, RSV oder Corona, zu vermeiden und für wirksamen Infektionsschutz in Kitas und Schulen zu sorgen??? Aber davon hört man nichts…

    • @Leseratte

      „Ach ne, der Fischbach, so langsam wird es wohl doch brenzlig auf den Kinderstationen.“

      Tja, da kriegt wohl einer „kalte Füße“ – kalt wie’n Fisch im Bach. 😉

      Aber es ist ja auch gut, sich „breit“ aufzustellen, dann vielleicht nochmal antäuschen – und am Ende rasch auf das richtige Meinungs-Feld springen. (Scheinbar geht es nur um Meinungen.) „Ob du Recht hast oder nicht, sagt dir gleich …“
      Wenn man auf dem falschen Feld landet: Unschuldsmine, Unterlippe vorschieben und quängeln: „Ich war’s nicht! … Aber die Anderen haben doch auch! … Und die Anderen haben zuerst!“ in Endlosschleife.

      • Habe bei Fischbach in der „Hopsposition“ plötzlich so eine seltsame Musik in den Ohren:
        „Eins…zwei oder drei,
        du musst dich entscheiden
        drei Felder sind frei.
        Plopp…plopp das heißt stopp,
        nur noch einen Hopp
        dann bleibt es dabei.
        Willst du dieses Spiel gewinnen
        musst du viele Bälle bringen.
        Eins….zwei oder drei
        Eins………..zwei……..oooooderrrrr …… drei!
        Plopp!“

        „STEHST DU RICHTIG ODER NICHT
        SAGT DIR GLEICH DAS LICHT“

        🙂

        Ich sehe die ganzen Arschlöcher quasi zwischen den Feldern hin- und herruckeln….Nur dass denen leider kein Licht aufgeht.
        Schade eigentlich!!

  11. Und täglich grüßt das Murmeltier… seit Wochen immer die gleichen Berichte… Und es geschieht seit Wochen nichts, aber auch gar nichts! Naja, eigentlich seit 1,5 Jahren…
    Auch ich habe die Nase gestrichen voll. Ich unterrichte Lebenskunde, habe innerhalb einer Woche knapp 400 verschiedene Kinder aus Klasse 1-6, müsste aber nach den neuen Regeln auch nicht in Quarantäne. Wie soll das denn weitergehen? Ich habe wirklich Angst, mich anzustecken (zweifach geimpft ) und das an meine Eltern weiterzugeben.
    Ich stimme auch Pit2020, Defence und Andre Hog zu.
    Auch bei uns an der Schule sind die Schüler auffällig, die auch schon vor Corona Schwierigkeiten hatten. Und außerdem haben sich doch während des Lockdowns eh die Schüler getroffen, allerdings meist in festen Freundschaften. Ich kenne kein Elternteil, mich eingeschlossen, was Kinder die ganze Zeit, ohne mal den besten Freund zu treffen, zu Hause betreut hat.
    Ich wünschte, wir hätten wenigstens nach den Ferien wieder die Maskenpflicht… Wechselunterricht wäre ein Traum, aber ich ahne es schon…nichts wird passieren, bis die Durchseuchung vollständig stattgefunden hat. Alle, die das zu verantworten haben: Karma kommt immer wieder zurück…

  12. Der Rat meiner hübschen Stadt diskutierte unlängst, zu welchem Zweck eine bestimmte zur Verfügung stehende Summe genutzt werden sollte:
    Entweder für eine „Weihnachtsstadt“ mit Beleuchtung, Weihnachtsbäumen und einem „Selfie-Point“ oder, wie ein grünes Ratsmitglied forderte, für 31 mobile Luftfilter o. 253 iPads für die hiesigen Schulen.
    Der letztgenannte Vorschlag stieß beim Oberbürgermeister auf Kritik; er bezeichnete ihn als „schiefes Bild“…schließlich würde man die ganze Weihnachtsstadtidee zur Sicherung von Arbeitsplätzen umsetzen wollen.

    Ich gehe mal davon aus, dass ich zur Adventszeit bei der Erledigung lebensnotwendiger Besorgungen wieder Slalom durch den dunklen Tann (ach nee, gibt dann ja Festbeleuchtung) laufen darf – vielleicht mache ich zum Schluss noch ein Selfie von meinem genervten Gesicht – und in den Schulen, ja, in den Schulen, hm, da wird es dann wohl auch sehr „weihnachtlich“ sein, nach der Devise:
    Macht hoch die Tüüüür, die Toooor macht weit! (…Es macht sich hier das Virus breit…)

    • Oder „Kling Glöckchen weiß Röckchen, wann kommst du geschneit“.

      Und wenn wir alle gaaaaanz fest daran glauben, kommt vielleicht Elsa, gemeinsam mit Anna und Olaf vorbei.

      Da wird einem so warm ums Herz, dass die Kälte einem schon gar nichts mehr ausmacht.

    • @Mary-Ellen

      Ich bin ja für Weihnachtsmärkte direkt an den sichersten Orten der Welt: Schulen!

      Ein paar Plastik-Tannen (keimfrei, haha, und nachhaltig weil „Alle Jahre wieder“ nutzbar) irgendwo inne Ecke knallen, dazu eine Lichtquelle (alles geht, auch Lava-Lampen oder einfach nur die Kameralichter der Handys sind stimmungsvoll) und Selfi-Point ist überall auf dem Schulgelände.

      Kostet wie immer fast nix, weil bestimmt noch jemand einen hässlichen Plastikbaum auf irgendeinem Müllhaufen auftreibt.
      Ansonsten: Ebay.
      Fertig.
      Und so schön!

      PS.: Wie Defence anmerkte, die Kälte macht einem gar nichts aus – sie gehört ja sogar zur weihnachtlichen Stimmung dazu. Also: Das MUSS so!
      Danke im Voraus an alle verantwortlich Mitwirkenden.

  13. @Pit 2020:

    Auch ich bedanke mich bei allen verantwortlich Mitwirkenden.

    Wenn es schon im Kleinen (und für die Kleinen…) so läuft:
    „Ach näääh, Luftfilter für Schulen!
    Hat doch keiner was von.
    Dann doch lieber Lichterglanz mit weihnachtlichem SELFIE-POINT!!!
    Hauptsache, die Kasse klingelt, synchron zu den Weihnachtsglöckchen…“

    Melde mich morgen zur Organspende an…. gebe mein Hirn schon vor meinem Ableben an Bedürftige/n ab….wird einfach nicht mehr benötigt…..

    • @Mary-Ellen

      Nein, liebe Mary-Ellen, nicht alle sollten ihr Hirn abgeben.
      WIR behalten unseres, für den Fall, dass wir uns mal irgendwo am „Glühwein-Point“ begegnen und geistreiche 😉 Ausrufe der Bewunderung und Wertschätzung austauschen wollen, betreffend alle
      – an den Selfie-Points
      – an den Schaltstellen der Macht
      – …

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