Überzogener Datenschutz und Unterrichtsmaterialien vom Staat: Wie die Digitalisierung der Schulen ausgebremst wird

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Eine Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

FRANKFURT/MAIN. Die Bildung in Deutschland ist ein Schlachtfeld der Ideologien. Um Themen wie Gesamtschule oder Inklusion wird seit Jahrzehnten gekämpft. Pragmatische Lösungen sind dabei selten gefragt. Jetzt droht auch die Digitalisierung der Schulen im ideologischen Grabenkrieg steckenzubleiben, wie sich anhand von zwei Diskussionsrunden aufzeigen lässt, die der Verband Bildungsmedien auf der Frankfurter Buchmesse in seinem Forum Bildung veranstaltete. Konkret ging es dabei um den Datenschutz und sogenannte OER, freie Lernmaterialien also.

Die Vernunft bleibt bei ideologischen Bildungsdiskussionen oft auf der Strecke – aktuell in Sachen Digitalisierung der Schulen zu beobachten. Illustration: Shutterstock

Wie weit sich die Debatte um Datenschutz in der Schule mittlerweile von der Praxis entfernt hat, wurde in einem unscheinbaren, vermeintlich harmlosen Wunsch deutlich, den der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse im Forum Bildung auf der Frankfurter Buchmesse äußerte. Mit Blick auf eine Lernplattform des Hasso-Plattner-Instituts, die das Bundesbildungsministerium mit 20 Millionen Euro Steuergeldern gefördert hat und in deren Konstruktion Hasse deshalb einbezogen wurde, meinte der Jurist: Eine solche Methode, dass ein Produzent mit der Aufsichtsbehörde schon bei der Entwicklung einer Software kooperiere, halte er für „modellhaft“ – so sollte es grundsätzlich laufen.

Wie absurd das Ansinnen ist, wurde spätestens mit einer zweiten Bemerkung Hasses deutlich, als er nämlich aus Gesprächen seines baden-württembergischen Amtskollegen mit Microsoft verriet, dass doch tatsächlich der US-Konzern nicht preisgeben wolle, wie er Daten zur Entwicklung seiner Produkte nutze. Heißt also: Datenschutzbeauftragte deutscher Bundesländer erwarten allen Ernstes, dass ein Tech-Weltkonzern seine Betriebsgeheimnisse mit ihnen teilt. Und weil er das nicht tun möchte, raten diese Datenschutzbeauftragten – wie dann auch Hasse – den Schulen ab, dessen Produkte zu nutzen, die in Millionen deutschen Haushalten und Unternehmen selbstverständlich im Einsatz sind.

Wohlgemerkt: Es geht dabei nicht um festgestellten Missbrauch von Schülerdaten. Den gibt es nämlich nicht. Microsoft beteuert, alle Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung einzuhalten. Es geht allein um die Möglichkeit, dass der Konzern (deutsche) Schülerdaten missbrauchen könnte, die zum Boykottaufruf führt.

Spinnen wir den Faden doch mal weiter: Unternehmen könnten möglicherweise auch Steuern hinterziehen oder ihre Kunden betrügen (soll es bei deutschen Autokonzernen ja mal gegeben haben), vielleicht könnten hinter Bürotüren sogar Mord und Totschlag geschehen, wer weiß – brauchen wir deshalb Aufsichtsbeamte in jedem Betrieb? Oder sind das nicht vielmehr Allmachtsfantasien von Staatsbediensteten, die zunehmend ihren eigentlichen Auftrag, den unbestreitbar notwendigen Datenschutz in einer Informationsgesellschaft zu sichern und (echte) Missbräuche zu ahnden, aus dem Blick verlieren?

Der ideologische Kurs der deutschen Datenschützer hat schwerwiegende Konsequenzen für die Digitalisierung der Schulen

Tatsächlich hat der ideologische Kurs der deutschen Datenschützer schwerwiegende Konsequenzen für die Digitalisierung der Schulen, wie sich aus einem Disput zwischen Hasse und Cornelsen-Geschäftsführer Frank Thalhofer entnehmen ließ. Es ging dabei um Lernsoftware, die mit Schülerdaten arbeiten muss, um etwa Lernfortschritte feststellen und Lehrkräften treffsichere Diagnosen liefern zu können. Die genutzten Daten würden „pseudonymisiert“, erklärte Thalhofer – heißt: Die Lehrkraft allein wisse, welcher Schüler sich hinter einem genutzten Code verberge.

Hasse (der auch schon Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen mit Strafverfahren bedroht hat, weil sie im ersten Lockdown Zoom für den Distanzunterricht genutzt hatten) fuhr dazwischen: Das gehe aber nicht – weil damit ja prinzipiell Rückschlüsse auf den Klarnamen möglich seien. Thalhofers Einwand, dass weder Bildungsverlage noch Lehrkräfte ein Interesse an einem Datenschutzskandal hätten und deshalb auch niemand eine Rückverfolgung unternehmen werde, ließ Hasse emotional abprallen: Es gehe schließlich um Kinderdaten…

Wäre dies tatsächlich das Ende der Debatte, könnte sich das Industrieland Deutschland von allen KI-Lernformaten, die derzeit weltweit entwickelt werden und in absehbarer Zeit zum internationalen pädagogischen Standard gehören werden, schon mal verabschieden.

Warum drängt der Staat jetzt in OER? Es geht dabei ums Geld – und um Ideologie

Aber dafür bekommen die deutschen Schulen ja auch etwas: Gratis-Lernmaterialien vom Staat nämlich, die ein unermüdlicher Schwarm von Ehrenamtlichen ständig entwickelt und pflegt – so jedenfalls stellen sich das offenbar Politiker vor, die eine Menge Steuergeld dafür aufwenden, um sogenannte OER (Open Educational Resources, also offene Unterrichtsmaterialien) in den Unterricht zu bekommen. Dafür wurden eigens staatliche Plattformen entwickelt, „Mundo“ beispielsweise, „die offene Bildungsmediathek der Länder“. Das Merkwürdige daran: eine solche Plattform gab es längst, nämlich 4teachers, wo im kollegialen Austausch mehr als 100.000 Unterrichtsmaterialien tagtäglich von Lehrkräften zu Lehrkräften weitergereicht werden.

Warum drängt der Staat jetzt hier hinein? Es geht dabei zum einen ums Geld, so erklärte Ilas Körner-Wellershaus, Vorsitzender des Verbands Bildungsmedien, im Gespräch mit Verbandsgeschäftsführer Christoph Pienkoß. Denn offenbar versprechen sich Kultusminister von OER immense Einsparmöglichkeiten, wenn perspektivisch – so das Kalkül – diese Materialien verbindlich gemacht werden können und dann von staatlicher Seite nichts mehr für Verlagsprodukte bezahlt werden muss. Und zum anderen, so Körner-Wellershaus: „Dahinter steckt oft ein missionarischer Impuls.“ Ideologie eben.

Denn dem „Schwarm“ wird von so manchem mehr getraut als dem Markt und den darauf agierenden Bildungsverlagen. Es ist also kein Zufall, dass sich das Bundesbildungsministerium bei Wikimedia, der Trägergesellschaft der Wikipedia, Beratung in Sachen OER einkaufte. Dass sich an der Online-Enzyklopädie alle grundsätzlichen Probleme festmachen lassen, die sich aus freien Materialien ergeben – mangelhafte Qualitätskontrolle, versteckter Lobbyismus, Autorinnenmangel (fast nur Männer engagieren sich) und, damit verbunden, eine einseitige Themenauswahl –, ficht dabei niemanden an. Bei 4teachers sorgen ehrenamtliche Redakteurinnen und Redakteure, allesamt Lehrerinnen und Lehrer, für die Qualitätskontrolle. Für ihren Dienstherren werden Lehrkräfte aber kaum unentgeltlich in der Freizeit arbeiten wollen.

„Das macht sich ja nicht von selbst“, sagte Körner-Wellershaus mit Blick auf den Aufwand für die Erstellung und Pflege der Materialien und betonte: „Schule und Bildung leben von Vielfalt, von Wettbewerb, von einem bunten und qualitativ hochwertigen Angebot. Es gibt unterschiedliche Lehrer- und Lernertypen, die verschiedene Zugänge benötigen. Das wird mit einem staatlich reglementierten System nicht funktionieren.“ Ob Ideologen das verstehen? Fraglich.

So ganz scheint die Vernunft aber noch nicht abhanden gekommen zu sein. Zurück zum Datenschutz: Beauftragter Hasse befand, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen eigentlich alle Produkte von US-Konzernen verbieten könnten. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das den US-Datenschutz (und insbesondere die Regelung, dass Sicherheitsbehörden Zugriff auf Kundendaten nehmen können) für nicht vereinbar mit dem europäischen erklärt. Die Konsequenz laut Hasse: Allen Unternehmen, Behörden und Privatpersonen könne untersagt werden, Google, Apple, Microsoft und Co. zu nutzen. Über die Folgen ist sich der Datenschutzbeauftragte durchaus im Klaren: Deutschland würde in die digitale Steinzeit zurückgeworfen – und: „Wir würden gelyncht werden.“ Die Datenschützer seien hier in der Bredouille, räumte Hasse ein.

Also verlegt man den Streit in die Schulen – ob die vernünftig arbeiten können, ist offenbar egal. News4teachers

Datenschützerin rudert zurück: Microsoft und Co sind für Schulen weiterhin erlaubt

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80 KOMMENTARE

  1. Man bedenke darüber hinaus, dass die wikipedia ideologisch geprägt ist. Eine sehr kleine Gruppe von Autoren bestimmen die Richtung, in die Artikel zu kontroversen Themen oder Personen geschrieben werden sollen.

  2. Wie ich von Freunden höre, sieht die Digitalisierung der TU Berlin derzeit so aus, dass monatelang die Studenten keine Zeugnisse bekommen können. Der Grund: Hacker haben den Computer lahmgelegt, jedenfalls irgendwelche Daten gestohlen. Die Folge: ein Riesenchaos. Der digitale Fortschritt hat halt so seine Tücken.

  3. Was in eurem Titelthema über OER steht ist teilweise grober Unfug. OER sind eben nicht lizenzfrei, sondern unter einer freien Lizenz. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Nur weil jemand Material teilt (z.B. bei 4teachers) ist es noch lange nicht frei, wie ihr das suggeriert. Ich finde es genau richtig, dass eine Alternative (keine Konkurrenz) zu Verlagsprodukten erstellt wird. OER sind übrigens kein deutsches Phänomen, wir sind da eher hinten dran, wie so oft in der Bildung. Freie Bildungsmaterialien sind eines der übergeordneten Bildungsziele der UNESCO. Ach übrigens: Mit OER kann man auch Geld verdienen und muss nicht für den Dienstherren umsonst arbeiten. OER und OEP sind meiner Meinung nach eine Haltung und kein Konkurrenzprodukt zu Verlagsprodukten.

    • Als 4teachers anfing, gab es den Begriff OER noch gar nicht.
      Man muss sich auf der Plattform anmelden, anschließend sind die Materialien bis heute kostenlos, im Unterricht nutzbar und veränderbar.

      Erst danach haben sich die Definitionen der heute üblichen OER-Lizenzen ausgebildet.
      Man kann sich darüber streiten, ob das Angebot von 4teachers unter eine der Definitionen fällt, warum es nicht so ist oder nicht so sein soll.

      Der freie Austausch von Unterrichtsmaterialien wird davon unabhängig fortgeführt.

      • Ein Streit ist hier nicht nötig, denn wenn die Materialien nur im Unterricht verwendet werden dürfen, dann sind sie nicht OER, sondern nur für den Unterricht kostenfrei. Weder in Hochschulen, noch außerschulischen Angeboten dürfen sie verwendet werden. Das per se auch in Ordnung, aber das Label „OER“ ist hier fehl am Platz.

        Dass das 4teachers offenbar ähnlich sieht, zeigt sich ja auch an der Desinformation von Herrn Pribischek in diesem Artikel: würde sich 4Teachers als OER-Angebot begreifen, dann würde die diffamierende Einstufung als „Ideologie“ wohl eher nicht fallen. Was ist an der Forderung ideologisch, dass man Lernmaterial, das mit Steuergeldern bezahlt wurde, frei lizenzieren sollte?

        Vor allem aber: Warum wird OER im Artikel komplett falsch beschrieben? OER ist weder auf einen „Schwarm“ freiwillig und ehrenamtlicher Autorinnen und Autoren beschränkt, noch schließen sie Bildungsverlage aus. Im Gegenteil: Verlage, Agenturen, Start-ups etc. mischen bereits jetzt bei OER mit und das ist auch gut so und gehört ausgebaut. Geschäftsmodelle, die sich auf den Vertrieb von Einzellizenzen verlassen, können mit Blick auf andere Märkte ohnehin nicht lange bestehen, siehe Netflix, Spotify und Co. Seit Jahren schon werden Lehrbücher seitenweise oder komplett kopiert, bei digitalen Angeboten ist das noch viel besser möglich und für den individuellen Einsatz zum Teil auch mit Anpassungen nötig.

        Weder die Feindlichkeit gegenüber technischen Innovationen, noch das festhalten an alten Geschäftsmodellen wird uns hier weiter bringen.

        • Ich weiß gar nicht, wer hier feindlich gegenüber Technik ist oder an Geschäftsmodellen festhalten will – oder wer Geschäftsmodelle wittert.
          Die Lernmaterialien stehen online für Lehrkräfte, damit diese es nutzen können. Das ist kein Geschäftsmodell, sonderen eine Tauschbörse.
          Die OER-Lizenzen haben sich erst danach herausgebildet.

          Aber wenn Sie schon der Meinung sind, dass dieses Material „mit Steuergeldern bezahlt wurde“, woher auch immer Sie das nehmen, konkretisiere ich, dass man ebenso fordern kann, dass alles, was an Universitäten an Veröffentlichungen entsteht, frei verfügbar sein könnte, damit sich z.B. Lehrkräfte fortbilden können.

  4. Dieser polemische Angriff auf das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung von Kindern ist bemerkenswert. Und inhaltlich zudem unrichtig.

    Behauptet wird, es gehe darum, dass Microsoft Daten missbrauchen könne, aber selber das Gegenteil beteuere.
    Darum geht es aber gar nicht. Es geht darum, dass informationelle Selbstbestimmung bedeutet, dass jeder selber entscheiden kann, wer was mit seinen Daten macht. Und, dass jeder jederzeit von denjenigen, die diese Daten verarbeiten, Auskunft erhalten kann, wie und wozu dies geschieht.

    Wenn nun angebliche Betriebsgeheimnisse ins Feld geführt werden und gegen die Grundrechte der Betroffenen ausgespielt werden, läuft gehörig etwas schief. Und dann ist es tatsächlich richtig und wichtig, wenn darauf hingewiesen wird, dass hierbei Kinder die Betroffenen sind, die zudem aufgrund der Schulpflicht keine oder deutlich geringere Möglichkeiten hätten, sich dieser staatlichen Datenverarbeitung zu entziehen.

    Und das wäre sie, wenn der Staat Microsoft zum Auftragsverarbeiter erklärt. Verantwortlich bleibt aber der Staat, der den Eltern gegenüber auskunftspflichtig wäre. Dann zu sagen, man wisse nicht so genau, welche Daten und zu welchen Zwecken Microsoft verarbeitet (weil dies Geschäftsgeheimnisse betreffe), wäre demokratisch kaum haltbar.

    Die Frage ist also nicht an die Kritiker zu richten – sondern an Microsoft, warum es diesen nicht gelingt, die Datenschutzkonformität eben nicht nur zu beteuern, sondern kritikfrei zu belegen.

    • Vielen Dank, Markus.

      Das sehe ich auch so.

      Noten und andere Ergebnisse sind sensible Daten. Die einfach ungefragt auf amerikanischen Servern zu lagern, das finde ich problematisch.

      Riecke-Baulecke, Leiter des ZSL in BW, meinte neulich, dass die deutsche Industrie sehr viel Geld für IT-Sicherheit investieren wird, wenn Cloud-Dienste Standard werden. So, wie Betriebsgeheimnisse geschützt werden, so müssen auch sensible Schülerdaten geschützt sein.

      Es darf nicht sein, dass auch hier wieder an den SuS gespart wird.

      • Microsoft speichert europäische Daten auf europäischen Servern.

        Hier nachzulesen: https://docs.microsoft.com/de-de/microsoft-365/enterprise/eu-data-storage-locations?view=o365-worldwide

        Es geht nicht darum, dass an „Sus gespart wird“ – es geht darum, dass an Schulen andere Maßstäbe angelegt werden als an Unternehmen, nämlich völlig überzogene. Das vermeintliche Argument „es geht doch um Kinder“ bedient dabei bewusst die Gefühlsebene.

        Ist die Information, dass Kevin eine Fünf in Englisch hat, wirklich sensibler als etwa die Mitgliederdaten einer Krankenkasse, die selbstverständlich mit Microsoft arbeitet? Wage ich zu bezweifeln.

        • Der Verweis auf Kinder bedient keineswegs die Gefühlsebene.

          Die Gesetzeslage (DSGVO) erklärt an mehreren Stellen, dass Daten von Kindern (qua Kindsein) besonders schützenswert sind.

          Es ist im Gegenteil unredlich und das meine ich mit Polemik, den Verweis auf juristische Normen und Sachverhalte als „Gefühlsebene“ abzutun.

        • Der Verweis auf eine Krankenkasse, die angeblich gesundheitsrelevante Daten in einem US-anerikanischen Cloud-System ist die unzulässige Forderung nach Gleichheit im Unrecht. Dass es diese nicht gibt, wurde inzwischen mehrfach bestätigt.

          Das ist als Argument überhaupt nicht tragfähig.

      • „… so müssen auch sensible Schülerdaten geschützt sein.“
        Aber immer wieder lesen wir in der Zeitung, dass nicht einmal die Daten von Kreditkarten-firmen wirklich sicher geschützt sind. Und die sind ja wohl als „sensibel“ einzustufen, weil es um viel Geld geht. Betrug im Internet ist doch an der Tagesordnung, die Sicherheit wird immer nur behauptet.

  5. „ Noten und andere Ergebnisse sind sensible Daten. Die einfach ungefragt auf amerikanischen Servern zu lagern, das finde ich problematisch.“
    Völlig korrekt, die gehören da auch nicht hin. Aber beispielsweise die Arbeit mit Teams zu verbieten, oder die Materialverteilung über Drive (Workspace) ist schon arg überzogen und hängt uns selbst im Vergleich zu deutschen (!) Auslandsschulen voll ab.

  6. Bei XING erhalte ich immer wieder Berichte von diesem „Anbieter“ von „Nachrichten“, die vorgeben, ideologiekritisch und neutral zu sein und nur im Interesse von (ja von wem?) … zu sein. Als ob die vielgepriesene „Digitalisierung“ kostenlos und eine Wohltat für alle, besonders die Kinder, wäre. Wer hatte da nochmal während der Lockdowns die größten Gewinne? Ich empfehle dazu die Lektüre des Interviews mit Cornelia Funke in der ZEIT Nr. 43, worin es um die „Basisinteressen“ von Kindern geht. Ich übrigens seit mehr als 40 Jahren Lehrer und pflege selbst zu denken.

  7. Fakt ist leider, dass der Datenschutz vielfach als Spielweise für Juristen und Abmahner dient und nicht dem Benutzer. Das deswegen Menschen schlechtere Bildungsmöglichkeiten haben oder krank werden ( s. Corona Daten und Impfauskunft) ist egal.

  8. „ Noten und andere Ergebnisse sind sensible Daten. Die einfach ungefragt auf amerikanischen Servern zu lagern, das finde ich problematisch.“

    Genau, sie gehören in ein analog geführtes Notenbüchlein. Das ist dermaßen was von datensicher. Vor einiger Zeit wurde es einer Kollegin aus der Tasche gestohlen, vor ein paar Jahren hat es ein Kollege auf dem Weg zur Arbeit verloren ….

    • So wars nicht gemeint: Aber Noten, Fehlzeiten etc. sollten schon gesondert und besonders abgesichert gespeichert werden, bei uns in Brandenburg gibts dafür WebbSchule, und das wird durch das Ministerium zur Verfügung gestellt.

      • Gibt es eine 100% Garantie, dass der zuständige Systemadministrator die Daten nicht runterzieht und im Internet veröffentlicht?

        Mir immer unbegreiflich, warum nur deutsche Server immer 100% datengeschützt sein sollen.

        Sollte mich nur einmal ein Datenschützer persönlich behelligen, weil ich Kahoot, Padlet, Cloudlösungen oder sonstige „kritische Software“ einsetze, dann werde ich bis zur Pensionierung nur noch mit Tafelbildern und OH Folien arbeiten.

        • Es geht um das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung.
          wenn jemand die Daten von jemanden verarbeitet, muss er Auskunft geben können, wie und wozu er das macht.
          Wenn nun eine staatliche Stelle (wie eine Schule oder ein Ministerium) die Daten von Schüler*innen verarbeitet und sich dazu eines Auftragsverarbeiters bedient (Microsoft), dann muss es möglich sein, genau Auskunft zu geben.

          Wenn dann die staatliche Stelle sagen muss, dass sie nicht weiß, wo und wie und zu welchen zwecken Microsoft genau welche Daten verwendet/verarbeitet, dann ist das eben ein Angriff auf die Grundrechte von vielen Kindern/Schülern.

          • Da haben wir doch, zurück zum Notenbüchlein.
            Der Job ist schon anstrengend genug, da nimmt man die Software, die am besten und einfachsten funktioniert. Wenn das vom Datenschutz unterbunden wird, dann verzichte ich in der Schule lieber auf diesen IT Kram.

          • @Klaus:
            Was ist so schlimm am Notenbüchlein? Man hört überall Dinge, dass man denken könnte, die Digitalisierung sei heilig.
            Ist sie nicht. Es gibt bewährte analoge Lösungen, wie z.B. das Wählen. Die dürfen gerne analog bleiben.
            Weiter oben schrieb wer, der Datenschutz wäre in Gefahr, wenn das Notenbüchlein verloren ginge.
            Nö. Ist er auch nicht. Und selbst wenn es an der Bushaltestelle der Schule gefunden wird.
            Der daraus resultierende Nachteil für Schüler ist wesentlich geringer, als wenn MS Verhaltensdaten auswerten kann und Profile der Schüler erstellt.

  9. Ein toller Beitrag, dem ich vollständig zustimme: Chapeau !
    Man wünscht sich dieses korrekt dargestellte Wissen in künftigen Handlungen zu finden, aber …

  10. Ein tendenziöser Artikel gegen OER von einem kommerziell arbeitenden Verlag – ist das kein Lobbyismus? Und noch nicht einmal ein versteckter!
    Die Wikipedia hat seit seiner Existenz 1000mal mehr zur Bildung der Weltbevölkerung beigetragen als die kommerziellen Bildungsverlage. Nicht weil es, wie hier als Hauptargument benutzt wird, dem jeweiligen Staat Geld erspart, sondern weil es Jedermann FREI zur Verfügung steht! Vor jedem kommerziellen Bildungsmedium steht dagegen eine Paywall. Und das verhindert den freien Zugriff. Darum geht es bei OER!
    Es ist ja nicht so, dass die Content-Hersteller kein Geld damit verdienen sollen! Nein, sie sollen sich für ihre Arbeit gut bezahlen lassen, aber danach die Inhalte frei zur Verfügung stellen.

    • Und woher kommt dann das Geld, mit dem sich die AutorInnen bezahlen lassen sollen, wenn Inhalte frei sind – aus der Steckdose?

      • Aktuell werden Lehrmittel vom Staat beauftragt und gekauft (je nach Bundesland müssen die Eltern hier auch einen Teil beitragen, teils aber auch nicht). Das geht genauso für OER. Nur zahlt man eben nicht die Lehrbücher als Stückpreise, sondern finanziert die Produktion vorab, später die Aktualisierung (die bezahlt man bei Lehrbüchern jedes Mal neu). Das Geld stammt also (wie bisher auch) aus dem Bildungsetat. Ist gar nicht so schwer.

        • Womit wir bei den Staats-Lehrbücher wären. Wenn der Staat die Autorinnen und Autoren bezahlt, dann bestimmt er natürlich auch die Inhalte – wenn die AfD eine Landesregierung (wie womöglich bald in Sachsen und Thüringen) stellt, dann eben die AfD.

          Da kann ich mir gut vorstellen, wie Unterrichtsmaterialien bald aussehen. Klimawandel? Welcher Klimawandel?

          • „Klimawandel? Welcher Klimawandel?“

            Die Sache ist nur die, dass die AfD nie behauptet hat, dass es keine Klimawandel geben würde. Sie weißt nur, berechtigterweise, darauf hin, dass es einen Klimawandel seit Erdbestehen gibt. Kritisch sieht die AfD, dass der Fokus a) ausschließlich auf den menschlichen Faktor gelegt wird, rein auf CO2, sowie die Verhältnismäßigkeit der Zerstörung deutscher Wirtschaft und Verursachung von Kosten für die Bürger, insbesondere in Hinblick auf die Relevanz eines Landes im Vergleich der restlichen Welt.

          • Es ist umgekehrt: Schon jetzt bestimmt der Staat die Inhalte, und die Schulbuchverlage bemühen sich, die Vorschriften zu befolgen, und sei es nur in vorauseilendem Gehorsam. Die Autoren werden dann entsprechend instruiert bzw. entsprechend ausgewählt. Das ist bei den Lehrbüchern zur Mathematik offensichtlich: Plötzlich reden alle von Kompetenzen, weil die in den Bildungsstandards stehen. Warum machen sie das? Nicht, weil sich das nach Meinung der Autoren bewährt hat, sondern weil es Vorgaben gibt.

  11. Wie man sieht hat alles zu diesem Thema sein Für und Wieder. Man müsste eben pragmatisch und mit Menschenverstand an die Sache heran gehen.
    Da beginnt das Problem.
    Deutsche können nicht mit Regeln umgehen. Regeln sind in vielen Ländern Richtlinien die man mit Sinn und Ziel anwenden sollte. Das ist in Deutschland leider nicht so. Hier werden Regeln durchgezogen, egal was raus kommt. Wenn eine Regelung getroffen wurde, dann wird deren Sinn nicht mehr hinterfragt. Der Sinn und die Anwendbarkeit spielen praktisch keinerlei Rolle mehr. Wort für Wort und Punkt für Punkt wird die Regel gnadenlos durchgezogen.
    Datenschutzbeauftragt sind da leider wie fast alle Deutschen. Mit dem Amt geht der Verstand. Dies könnte man noch durch eine Armbinde mit der Aufschrift „Datenschutzbeauftragter“ und dem Bundesadler noch verstärken.

  12. Sehr geehrter Herr Priboschek,
    über Ihren Artikel habe ich mich sehr gefreut – zeigt erdoch das große Interesse an der Thematik „Digitalisierung der Schule“ und damit einhergehend auch am Schutz der Privatsphäre von Kindern und LehrerInnen.
    Da sich in Ihrem Text indes einige rechtliche „Unklarheiten“ befinden, darf ich zum besseren Verständnis der Themen einige Hinweise geben:
    1. Um den Schutz des Grundrechts der informationellen Selbstbestimmung auszulösen, bedarf es keiner festgestellten Verletzung dieses Grundrechts, sondern die Möglichkeit (!) einer solchen Verletzung reicht bereits aus (Bundesverfassungsgericht, Urteil v. 15.12.1983- 1 BvR 209/83 – Rn. 150 ff.).
    2. Zur Frage, ob denn aber tatsächliche Rechtsverstöße vorliegen, empfehle ich die Lektüre des aktuellen Gutachten meines Kollegen aus Baden-Württemberg, das eine klare Sprache spricht: https://fragdenstaat.de/dokumente/118410-2021-04-23_empfehlung_lfdi/
    3. Der Europäische Gerichtshof (Urteil v. 16.07.2020 – C-311/18 – Schrems II) erklärt Datentransfers in die USA grundsätzlich für unzulässig. Warum? Unter anderem deshalb, weil die dortigen Sicherheitsstandards in der Datenverarbeitung nicht denen der DS-GVO genügen – ein Verstoß also gegen Art. 32 DS-GVO. Und ein solcher Verstoß kann auch nicht im Wege einer Einwilligung „geheilt“ werden.
    4. Wenn nicht deutlich ist, welche personenbezogenen Daten von wem zu welchen Zwecken (weiter-)verarbeitet werden, ist das unter anderem grundsätzlich auch ein Verstoß gegen Art. 5 DS-GVO: Transparenz, Zweckbindung, Integrität der Datenverarbeitung.
    5. Geben Landesdatenschutzbeauftragte auch Hinweise, welche Software im (Hoch-)Schulbereich genutzt werden kann? Sie finden solche Hinweise auf den homepages aller Datenschutzbeauftragten; auch die Hinweise meiner Berliner Kollegin wurden/werden verstärkt nachgefragt: https://www.datenschutz-berlin.de/fileadmin/user_upload/pdf/orientierungshilfen/2021-BlnBDI-Hinweise_Berliner_Verantwortliche_zu_Anbietern_Videokonferenz-Dienste.pdf .
    Inzwischen stehen genügend rechtskonforme Systeme bereit, sodass auf unsichere Produkte nicht mehr zurückgegriffen werden muss. Die Schulen sind insoweit auch entsprechend sensibilisiert.
    Zudem finde ich es zielführend, wenn eine Aufsichtsbehörde nicht erst nach dem Ausrollen eine Produkts sich einschalten und ggfls. dieses Produkt verbieten muss, sondern von vornherein eingebunden wird, um auf diese Weise den Entwicklern die roten Linien des Datenschutzes rechtzeitig aufzuzeigen.

    Der weiteren Diskussion, die ich aufmerksam verfolge, wünsche ich weiterhin einen kritischen Verlauf und danke für das im Sinne der Sache hoffentlich nicht nachlassende Interesse!

    Beste Grüße

    Lutz Hasse

    • Sehr geehrter Herr Dr. Hasse,

      es ehrt Sie, dass Sie die Diskussion aufnehmen. De jure haben Sie Recht, wenn Sie feststellen: „Der Europäische Gerichtshof (Urteil v. 16.07.2020 – C-311/18 – Schrems II) erklärt Datentransfers in die USA grundsätzlich für unzulässig.“ De facto allerdings schneidet dieses Urteil – bei konsequenter Umsetzung – Europa vom Rest der Welt ab, insbesondere eben von den USA, die dummerweise technisch die Maßstäbe setzen. Letztlich ist das eine Frage, die nur politisch zu klären ist (z. B. mit einer Angleichung der Standards). Diese Auseinandersetzung in die deutschen Schulen zu tragen, führt letztlich zu Chaos im Bildungsbetrieb. Wie Sie in der Diskussionsrunde ja selbst festgestellt haben, bleibt die Schulleitung, egal mit welcher Software am Ende gearbeitet wird, verantwortlich für alle Prozesse. Die Positiv-Listen helfen deshalb wenig – es gibt kein Produkt, das per se datensicher wäre. Es kommt immer auf die konkreten Verfahren der Datenverarbeitung an.

      Wenn Sie und die anderen Datenschutzbeauftragten sich schon politisch engagieren (und Ihre Aussagen zu Microsoft und Co. sind letztlich politisch, denn rechtlich ziehen Sie ja gar keine Konsequenzen), dann würde ich mir wünschen, Sie würden stärker die praktische Perspektive der Schulen berücksichtigen und den Druck dahin bringen, wo er hingehört: auf die staatliche, nötigenfalls auch auf die europäische Ebene. Denn was soll eine Schulleitung, die in der Regel nicht mal über einen IT-Administratoren verfügt, mit der Debatte konkret anfangen – Informatik studieren?

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

      • Aus dieser Antwort von Herrn Proboschek auf die sehr sachliche Darlegung von Hr. Hasse wird ja nun endgültig deutlich, wer hier mit politischen Interessen und Zielen unterwegs ist. Offenbar nutzt Hr. Priboschek hier die Reichweite seines eigenen Portals, um zur Thematik Datenschutz eine eigene Agenda mit politischen Forderungen zu platzieren.

        Das kann man machen. Dies dann aber anderen zum Vorwurf zu machen und als „Ideologie“ zu diskreditieren, ist schon bemerkenswert.

      • „…USA, die dummerweise technisch die Maßstäbe setzen“

        Warum ist das so? Ist das ein Naturgesetz wie die Schwerkraft, dass technische Innovation immer aus Fernwest kommen muss? Nein! Europa kann und muss hier die Zügel in die Hand nehmen und die USA in die Schranken weisen. Nur so schaffen wir es in eine unabhängige, selbstbestimmte Zukunft. Sonst degeneriert Europa zur Daten-Kolonie der USA.

      • Auf die Seite der Lehrer stellt sich hier übrigens niemand: Die senden per Videokonferenz-Einbahnstraße – ja, wohin genau? Wer weiß schon, wer da am Online-Sport-Wotkout der 29-jährigen Sportkollegin noch alles teilnimmt? Vielleicht ist die Couch im Wohnzimmer ja richtig voll belegt! Von meinen Schülern aus der Oberstufe habe ich gehört, diese Sportstunden seien bei ihnen der Renner, und während der Mathestunde definitiv einen ’second Screen‘ wert. Lange Rede kurzer Sinn: Während sich unsere Dienstherren ihrer eigentlichen Pflicht elegant entheben, nämlich zu allererst eine ditaltaugliche Infrastruktur von Software UND Hardware zur Verfügung zu stellen, also pragmatisch und praktikabel zu handeln, wird stattdessen (sehr schön in den Artikeln oben beschrieben) ‚vom Paragraphen her‘ gedacht. Pragmatisch dürfen dann wieder wir Lehrer sein und per eigener Hingabe, Kreativität und Verzicht auf Schutz unserer eigenen Persönlichkeitsrechte die Lücke zwischen ideologie und Praxis schließen. „Mein Papa meint, die Frau … turnt die Yogaübungen ganz toll vor“ als WÖRTLICHES Zitat dazu. Denn wir Lehrer KONNTEN zum Beispiel die Schüler gar nicht auffordern, ihre Videofunktion zu aktivieren und quasi ‚datenschutzrechtliche Gleichheit‘ herzustellen. Im (selbst-)hochgelobten ‚The Länd‘ Baden-Württemberg war der erste oder zweite Satz der Anleitung zur Videokonferenz, die über das LMZ dem Lehrer-Volke kundgetan wurde, dass man natürlich NICHT alle Kameras gleichzeitig anschalten könne…
        Anstatt also alles durch Vorschriften erst mal zu ersticken, bevor überhaupt mit dem praktischen Arbeiten begonnen werden kann, sollten die Damen und Herren ZUERST die Voraussetzungen sicher stellen, auf deren Basis gearbeitet werden soll.
        Ernsthaft: Wer würde ernsthaft irgendwelche Fremdprodukte nutzen wollen, wenn da was landeseigenes wäre, das zuverlässig liefe? Ensthaft? Der Drang dorthin entsteht doch nur aus der schieren Not, ohne funktionierendes Werkzeug, quasi nackig auf der Baustelle zu stehen! Und wenn ich mir dann anhand des bisherigen Desasters dann vorstelle, wie erst eine (oder vielmehr 16) landeseigene Lösungen für z.B. ein ‚eigenes Office-Paket‘ aussehen wird, auf der Basis von OS-Produkten, mit denen wir dann die Schülerinnen und Schüler angemessen auf die MS-Lebenswirklichkeit vorbereiten, da kriege ich enen Lachflash, der nach 3 Minuten nahtlos in ein trauriges Wimmern übergeht.

  13. Ich denke, Berlin geht einen richtigen Weg, wenn es legislativ die Senatsverwaltung (Ministerium) als Verantwortlichen nunmehr in den Blick nimmt: https://www.datenschutz-berlin.de/fileadmin/user_upload/pdf/pressemitteilungen/2021/20210917-PM_Schulgesetz.pdf; ein erster richtiger Schritt, um die datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit von den Schulleitungen auf die politisch Verantwortlichen zu verlagern. Dieses Modell sollte Schule machen.
    Die Datenschutzkonferenz beschäftigt sich derzeit intensiv und in mehreren Gremien, in denen z.T. auch ich mitwirken kann, mit der Frage der Umsetzung des EuGH-Urteils. Dazu zählen auch Gespräche mit den großen Playern. Die von mir zuvor erwähnte Studie meines Kollegen aus Baden-Württemberg, veröffentlicht auf frag-den-staat, hat inzwischen zu Konsequenzen geführt: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kultusministerium-verzichtet-auf-microsoft-produkte-bei-schulplattform-100.html
    Sukzessive wird dieser Weg weiter beschritten werden, in der Hoffnung auf datensichere Produkte, die von der (neuen) Politik auch entsprechend gefördert werden.

    • Warum trauen Sie sich denn nur an die Schulen heran? Wenn denn US-Software grundsätzlich in Europa nicht genutzt werden darf, wie Sie behaupten – wieso ziehen Sie denn dann nicht mal gegen die Wirtschaft zu Felde? Womit werden denn bei VW Personaldaten verarbeitet? Oder bei der AOK die Patientendaten? Wo werden denn von der Allianz die Versichertendaten gespeichert? Sind das keine schützenwerten Daten? Trauen Sie sich doch mal an die heran, die sich mit ihren großen juristischen Abteilungen wehren können – wenn Sie so im Recht sind, wie Sie behaupten, dann wäre das doch kein Problem.

      Stattdessen sollen die Schulen, die eben keine Rechtsvertretungen haben, mal eben mit dysfunktionalen Open-Source-Lösungen abgespeist und damit faktisch digital auf Jahre lahmgelegt werden. Das ist kein konstruktiver Umgang mit dem Problem, sorry.

    • „ Sukzessive wird dieser Weg weiter beschritten werden, in der Hoffnung auf datensichere Produkte, die von der (neuen) Politik auch entsprechend gefördert werden.“

      Was nützen schon datensichere Produkte, wenn die Benutzung umständlich ist und es keine positiven Emotionen auslöst damit zu arbeiten – das sind Rohrkrepierer!

      Beispiele für schlechte Umsetzungen gibts genug:

      Für Kahoot gibts die datensichere quizakademie, mit stinklangweiliger Oberfläche

      Für Padlet gibts das datensichere taskcard, ebenfalls unattraktive Oberfläche

      Für MS Office gibts libreOffice, übernimmt oft keine Grafiken aus Word und zerschießt Formatierungen

      Und MS Teams ist ja aus Sicht des Datenschutzes eh unterirdisch

      In Berlin hat man Moodle (Lernraum Berlin) datenschutzsicher gemacht, leider wurde versäumt, das System pädagogischer zu gestalten, so dass es jetzt nach dem Lockdown kaum noch eine Lehrkraft nutzt. Großer Erfolg für den Datenschutz, aber vollkommen an den Bedürfnissen der Lehrkräfte vorbei.

      • „Für MS Office gibts libreOffice, übernimmt oft keine Grafiken aus Word und zerschießt Formatierungen“

        Das gilt nur, wenn man es mit der Formattierung übertreibt. Ein Kollege macht das immer mit Textfeldern. Damit kommt schon eine andere Word-Version nicht zurecht.
        Ich arbeite seit Jahren nur noch mit LibreOffice und hatte noch keine Probleme. Teilweise ist die Kompatibilität sogar höher als zwischen MS Office-Versionen.
        Vorteile für mich: keine Lizenzen, kein Online-Zwang, Zukunftssicherheit, Anpassbarkeit (Design, Tastaturkürzel,…).
        Alles das kann (und will) Microsoft Office nicht leisten.

        Daneben gilt: die meisten datenschutzsicheren Projekte sind Open Source. Gefällt etwas nicht? Dann beteiligen Sie sich am Projekt und gestalten es mit. Schlagen Sie Änderungen vor. Diskutieren Sie mit. Evtl. sogar: Programmieren Sie mit. Nur so entwickeln wir uns insgesamt weiter. Reines Beschweren hilft niemandem.

        • „Dann beteiligen Sie sich am Projekt und gestalten es mit. Schlagen Sie Änderungen vor. Diskutieren Sie mit. Evtl. sogar: Programmieren Sie mit. Nur so entwickeln wir uns insgesamt weiter. Reines Beschweren hilft niemandem.“

          Genau dieser Vorschlag ist nicht die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern! Lehrkräfte sind Anwender, die darauf angewiesen sind, dass ihnen ausgereifte Softwareprodukte zur Verfügung gestellt werden und dass es einen unkomplizierten Support gibt.

          • @Pit
            Er hat ja nicht gesagt, dass sie das während ihrer Arbeitszeit machen sollen, sondern, wenn es ihnen gefällt sich zu engagieren, dies in ihrer Freizeit zu machen. Viele Leute sind auch in der Freiwilligen Feuerwehr ohne Feuerwehrmann zu sein oder Jugendtrainer in einem Verein, obwohl sie als Handwerker arbeiten…

            Man kann natürlich irgendwelche Aussagen mutwillig fehlinterpretieren und verdrehen, muss es aber nicht…

          • Und die Seitenlangen Hacks und Kniffe, mit denen man die Sachen dann trotzdem eventuell zum Laufen können kriegen soll vielleicht.
            Vgl. „Am besten lassen Sie die Kamerafunktion der SuS deaktiviert“. „arbeiten Sie doch einfach an der Gestaltung und Entwicklung mit“. Dafür müsste ich mir diesbezüglich Sachverstand anmaßen. Und wie die Arbeit der von uns Beauftragten und ihrer Macher, jeweils ohne Sachverstand, in ihren Produkten und ihrer Funktionalität aussieht, durften wir ja alle erleben.
            Das ist ENDlächerlich und einfach ein Affenzirkus (ich will jetzt NICHT die armen Affen schmähen)

        • Klar, ich programmiere da mit. Die Bauarbeiter stellen künftig ihre Werkzeuge wieder selbst her.

          Und das beste: Die Datenschutzbeauftragten müssen sich ihren Rechner selbst zusammenlöten, ist ja kein Problem.

          Will sagen: Die Sesselpupser, die vom hohen Ross für die Grundrechte der Unterdrückten und Geknechteten kämpfen, wären sehr wahrscheinlich anderer Meinung, wenn sie nicht von einem IT-Team gepampert und von den Niederungen der Ebene komplett ferngehalten würden.

  14. Wieder mal zeigt sich, dass manche Menschen von Datenschutz einfach so viel Ahnung haben wie ein Nacktmull von der Heisenberg’schen Unschärferelation. Es gibt keinen „Datenschutz light“ oder ein „Beugen des Datenschutzes“. Entweder wir halten den Datenschutz ausnahmslos ein und erhalten damit Personenrechte, Demokratie und vieles mehr, oder wir lassen es und ergeben uns den Firmen, die dann mit uns machen können, was sie wollen.
    Sie wollen ein Auto kaufen? Ja, sorry, aber ihr letztes Posting in XY steht entgegen unserer Richtlinien.
    Sie wollen einen Job? Aber in Klasse 7 hatten Sie leider eine 5 in Mathematik, deswegen werden Sie automatisch rausgefiltert durch die KI.

    Übrigens steht mir der Datenschutz auch im Weg, ich würde nämlich gerne Geld von Ihrem Konto auf meines überweisen. Geben Sie mir doch bitte Ihre Login-Daten. Datenschutz brauchen wir ja nicht 🙂

    Bei 4teachers ist übrigens nichts ehrenamtlich. Die Lehrkräfte, die ihr Material hochladen, haben das HAUPTBERUFLICH erstellt, teilen es nur freiwillig. Dazu kommt, dass man das Material nur dann runterladen kann, wenn man selbst einen Account hat und bezahlt oder was beigetragen hat. Weiß nicht, wo da das Ehrenamt vorkommt… Mal die Lupe suchen.

    Und es ist ja nicht so, dass es nicht datenschutzfreundliche Alternativen wie Nextcloud, Moodle, Wikibooks, Jitsi,… gäbe. Ist alle vorhanden. Da kann man sogar Support für einkaufen, wenn man eine Garantie haben will, dass die Software läuft. Schleswig-Holstein macht es gerade vor, wie man auf vertrauenswürdige, sichere und zukunftssichere Software umstellt.

    • Echt? Hab ich noch nichts von bemerkt. Es gibt its learning, das ist aber vollkommen am Bedarf von Schulen vorbei entwickelt worden. Zum Beispiel kann ich Eltern darüber nicht schreiben, ohne dass auch die Schüler das lesen.
      Es ist wohl für Unis oder die Erwachsenenbildung geeignet.

    • Ach ja: Da wir den Datenschutz ohnehin nicht konsequent einhalten – was genau ist Ihre Mission, Ihre Motivation, nun ausgerechnet die armen Schulen mit Ihren hilfreichen Einlassungen zu beglücken?

      Suchen Sie sich doch mal echte Gegner. Nerven Sie dich mal andere.

    • „ Entweder wir halten den Datenschutz ausnahmslos ein und erhalten damit Personenrechte, Demokratie und vieles mehr, oder wir lassen es und ergeben uns den Firmen, die dann mit uns machen können, was sie wollen.“
      Aha, und auf welcher Grundlage lassen Dänen, Italiener, Österreicher etc. das zu? Haben die eine andere DSGVO, sind die zu blöd Ihre Argumentation zu verstehen, handfln die fahrlässig oder könnte es sein, dass dort einfach Augenmaß beim Datenschutz eine Rolle spielt? Wie überall muss Recht interpretiert – und wenn es hinderlich für einen Sachverhalt ist – auch abgepasst werden Sonst bräuchten wir keine Richter, denn das geschriebene Wort ist ja sonnenklar…

      • Jaa, aber wir hatten dann wenigstens RECHT.
        So, wie bei dem, auf dessen Grabstein dann steht „Er hatte Vorfahrt“ – weswegen er sich das Augenmaß und den Rundumblick aufs Ganze meinte schenken zu können…

    • Und was ust mit den Cookies des FB-Konzerns, die inzwischen auf allen mobilen und stationären Geräten der Lehrkräfte und Schüler und Eltern laufen? Wann wird WA verboten und die Installation auf Geräten von Lehrpersonen abgemahnt und dienstrechtlich verfolgt?
      Manchmal kommt mir der Kreuzzug um den Datenschmutz vor wie die klassische Cat-Box, bei der immer die Katze eins aufs Dack kriegt, die sich eben sichtbar macht. Ans eigentliche ‚Problem‘ wird dabei null gerührt. Beim Draufklopfen kann man sich aber toll fühlen. Meines Erachtens wäre die Aufgabe des DS mehr die der Mitarbeit im Prozess der Digitalisierung selbst, aber unter der Vorgabe und der Selbstverpflichtung der Machbarkeit und des erfolgreichen Abschlusses des Gesamtprozesses – warum nicht in Form eines Stufenmodells? Anstatt der Funktion und der Haltung eines Standartenträgers, der der ganzen Veranstaltung unter Pauken und Trompeten vorausmarschiert und alles in realitätsferner Selbstgefälligkeit abwatscht.

  15. Und mal wieder schiebt jemand, der von IT ausser der Bedienung eines Computers wenig Ahnung hat, alles auf den Datenschutz, der an allen Problemen der Digitalisierung Schuld sei.

    Alles läuft sofort besser, wenn wir einfach irgendwen willenlos Daten sammeln lassen, die auch ganz bestimmt ganz sicher nicht benutzt werden weil sie ja niemand mit Absicht sammelt, die fallen halt leider automatisch so an (sic!)

    Nein, wir brauchen auch keine OER, Urheberrechte schaffen wir an den Schulen einfach ab oder die LuL sollen die Strafen dafür bezahlen, die verdienen doch genug !!1!

    Es liegt auch ganz sicher nicht an den fehlenden Fachleuten, wenn Geräte an den Schulen monatelang nicht gewartet werden (können). Schlecht ausgebaute bzw. fehlende Internetzugänge erstellen sich automatisch wenn wir Microsoftprodukte anstelle von OpenSource einsetzen.

    Ganz sicher regelt ein Aushebeln des Datenschutzes (und dabei natürlich auch der Urheberrechtsgesetze) auch sofort das Problem mit den fehlenden Unterrichtsmaterialien wesentlich besser als die Erstellung von frei nutzbaren Unterrichtsinhalten. (#facepalm)

    Und natürlich sind die Angebote von 4teachers.de alle schon fertig in den Formaten für die verschiedenen Lern Management Systeme und nicht grossteils dafür gedacht analog ausgedruckt oder bearbeitet zu werden…ausserdem sind sie auch für alle ohne Anmeldung oder Bezahlung jederzeit erhältlich.

    WAS FÜR EIN GEQUIRLTER MIST!!!

    Der Verzicht auf Datenschutz ist lediglich eines, BILLIGER!!!
    Klar brauchen wir bessere Softwareangebote für digitale Lernangebote, die kommen aber gar nicht von Microsoft. MS-Office und MS-Teams sind keine Lösungen für digitalen Unterricht, da eine Schule eben kein Büro ist.
    Diese Lösungen werden den Bedürfnissen von LuL und SuS nicht mal annähernd gerecht, sie haben nur den Vorteil bereits vorhanden zu sein.

    Auch in der Pandemie hat sich (aus der Erfahrung der Menschen die am Ende die Technik am Laufen halten müssen) folgendes gezeigt:

    Selbst die beste Software funktioniert nur mit entsprechenden Fachkräften im Hintergrund.
    Auch Microsoft Office und Teams sind nicht brauchbar, wenn die LuL bzw. die Schulen damit alleine gelassen werden. Und überall dort, wo fachliche Hilfe vorhanden war lief auch Moodle und Open Office störungsfrei und ausfallsicher.

    Was wir wirklich bräuchten, wäre mindestens ein IT-Fachmann pro Schule!! Dann läuft das digitale Lernen auch MIT Datenschutz und MIT lizenzfreien Angeboten.

    • Jau, es gibt so viele Problemfelder bei der Digitalisierung – da kommt es auf eins mehr auch nicht an!

      Liebe Kollegen, wartet einfach, bis der IT-Fachmann an eurer Schule vorhanden ist.

      Ich denke, das geht super schnell.

      Und bis es soweit ist … öhm… ja, macht halt irgendwas, durchwurschteln seid ihr doch gewohnt.

      Genau solche normativen Ansichten sind der Grund, warum es in Deutschland immer nur in Trippelschritten voran geht. Lieber in Schönheit bzw. formal korrekt sterben als pragmatisch das tun, was jetzt tatsächlich möglich ist. Lieber auf die perfekte Lösung in ferner Zukunft warten als bestehende zu nutzen.

      Schickt eure Texte doch ans Feuilleton der SZ, das ist wahrscheinlich der einzige Ort, wo sich noch jemand für euren moralischen Überbau interessiert.

      Lasst gefälligst die arbeitende Bevölkerung mit euren Wolkenkuckucksheimen in Ruhe.

      Euer Formalismus ist Teil des Problems. Werdet Teil der Lösung – und zwar nicht mit schlauen Ratschlägen, was alles NICHT geht und wohlfeilen Forderungen, die andere umsetzen sollen.

    • Moodle – störungsfrei und ausfallsicher.
      Lachanfall\kreisch?! (Bezug hier auf „Se MusterLändle“ BaWü) Montag früh? Jeden Morgen, so zwischen 8 und 11? BigBlueButton „Videokonferenz“ mit mehr als einem Teilnehmer, also dem Lehrer?
      Also WAS GENAU lief da, bis zum Schluss IM Sommer 2021 übrigens, „störungsFREI“ und „ausfallSICHER“?
      Ungeschlagener Topscorer bei netzwelt.de war übrigens in der gesamten Sommerzeit … – Moodle.
      Außer in der Zeit nach 17h. Da lief Moodle störungsfrei und ausfallsicher. Bis 8 Uhr.

  16. Dem kann ich ja sogar zustimmen, nur werde ich das in meinen letzten 10 Berufsjahren nicht mehr erleben. Und nutze deshalb das, was auch ohne aufwändigen Support oder tiefere IT-Kenntnisse sofort und störungsfrei funktioniert – datenarm und mit der Einwilligung aller Beteiligten (ich weiß: die ist de jure wieder nicht frei… blabla – eben typisch deutsches Denken, genauso absurd wie die oben beschriebenen Szenarien „falscher Kommentar in Klasse 5 = Einreise verweigert“)

  17. Ich habe ein Surface go 2 von der Berliner Senatsverwaltung. Die Hardware ist gut, aber …

    Installiert ist LibreOffice, ca. die Hälfte meiner mit Word erstellten Dokumente werden mit zerschossener Formatierung geöffnet. Microsoft Office lässt sich auch nicht auf eigene Kosten installieren, auch andere kostenlose Software lässt sich nicht installieren. Das Surface ist doch gerade für die Bedienung mit dem Surface PEN in Verbindung mit Microsoft Office und OneNote konzipiert worden.

    Fazit. Ein Trauerspiel, für mich ist das super datengeschützte Surface damit unbrauchbar. Wird ein Briefbeschwerer.

    • Das hat ja den Grund, dass ihr Surface vom Träger gewartet wird und sie nicht unkontrolliert ins Schulnetzwerk lassen möchte (hätten Sie alle Freiheiten, wäre es nur eine Frage der Zeit bis das Netz kompromittiert wird)… es ist halt ein zweischneidiges Schwert (Freiheit vs Sicherheit), allerdings ist doch die Frage, ob es nicht besser wäre ein zweites (wählbares) Modell einzufügen (neben dem klassischen Modell, dass der Träger für die Wartung des Gerätes verantwortlich ist – sie dann aber eben nicht alle Rechte an der Nutzung des Gerätes besitzen – könnte es doch ein zweites Modell geben, wo sie eigenverantwortlich sich um den Rechner kümmern (inkl. der Schutz persönlicher Daten auf dem Gerät) – dann allerdings auch nicht mehr ins Schulnetz (wobei die meisten Anwendungen ja eh online über Browser zu nutzen sind und man keinen direkten Zugang zu einem Schulnetz bräuchte) kommen, aber alles selbst nach ihrem Wunsch installieren können).

      • Ist irgendwann auch kompromittiert worden:

        https://www.deutsches-spionagemuseum.de/wp-content/uploads/2016/09/enigma-deutsches-spionagemuseum.jpg

        Aber heutzutage liegt das Datenleck in den meisten Fällen nicht im Handling und Transport der meist verschlüsselten Daten, sondern alles wird durch Hintergrundprozesse („Cookies“) direkt auf dem Gerät abgegriffen.

        Somit hat das nur scheinbar sichere Wekkzeug doppelt keinen Wert: Es verbläst 1. Einen Haufen Geld dafür, dass man nicht damit arbeiten kann und 2. dann doch wieder mit Selbstgestricktem gearbeitet werden muss. Somit wird der sogenannte „Dienstleister“ zum eigentlichen „Hemmschuh“ und der Lehrende wieder mal zum Fisch. Kein Steaßenarbeiter muss Straßen asphaltieren, wenn die Walze kaputt ist und der „Dienstleister“ nix Besseres beibringt. Dann muss man sich nach anderen Dienstleistern umsehen. Datenschutz: „Das ist verboten!“ Ach so. Dann kann gescheiterte Digitalisierung vielleicht vieles sein – aber nicht meine Schuld oder die „der Lehrer“.

  18. Nochmal ganz langsam für alle die gegen Datenschutz meckern:

    Nein wir müssen nicht auf datenschutzkonforme Lösungen warten, es gibt sie bereits seit Jahren und sie funktionieren auch schon seit Jahren! Man könnte sie, ganz pragmatisch liebe Lera, einfach nutzen anstelle Diskussionen um den übertriebenen Datenschutz zu führen.

    Ja, um neue Software nutzen zu können, muss man evtl. ein paar Funktionen in einer neuen Software in einem anderen Menü suchen, es gibt aber faktisch keinen Nachteil bei Nutzung von OpenSource wie z.B. Libre Office. Weder der Administrationsaufwand noch die benötigten Ressourcen ändern sich signifikant, wenn man proprietäre anstelle von OpenSource Software einsetzt.

    Auch so ein Denkfehler vieler: Dass die Formatierungen bei Nutzung von Word-Dokumenten mit anderen Officepaketen zerschossen wird liegt nicht an Libre- oder Openoffice, Microsoft hält sich nur seit gut 25 Jahren an keine Standards (noch nicht einmal an die eigenen 😉 ), deshalb zerschiesst es sogar bei einem einfachen Wechsel auf eine neuere Officeversion von Microsoft genausoviele Dokumente (ja auch noch im Jahre 2021!).

    Und wenn Microsoft doch schon sooo ewig sooo prima funktioniert, frage ich mich, warum ich als MCSE / MCITP jahrelang soviel zu tun hatte 😉

    Auf den Datenschutz schutzbefohlener Kinder und Jugendlicher zu verzichten, und zwar lediglich aus Faulheit etwas dazuzulernen (aber alle nutzen später Microsoft, ich will nix anderes lernen, das andere ist sooo unübersichtlich, ich weiss nicht wie ich da meine Worddokumente öffnen soll) oder weil man die Ausgaben für einen ordentlichen Support scheut ist in meinen Augen schlicht asozial und unverantwortlich.

    Gerne würde ich mal einen der Befürworter der Abschaffung von Datenschutzmassnahmen erleben, wenn ich seine Daten wie z.B. Adresse, Alter, Telefonnummer, politische Gesinnung, Vereinszugehörigkeiten oder sexuelle Vorlieben im Internet verlinke.
    Ist ja alles schon irgendwo öffentlich sichtbar gespeichert und viele machen sich gar keine Gedanken darüber, wie einfach sich das finden lässt, hacken ist da völlig unnötig. Da wäre die Anklage schon geschrieben, bevor ich auch nur alle Links online hätte. Und das obwohl doch immer alle behaupten sie hätten ja nichts zu verbergen…

    Wir echauffieren uns, wenn Erwachsene kleine Kinder in Chatsroom ansprechen, welche eigentlich erst ab 18 genutzt werden dürften (wie kann man sein Kind da ein Konto eröffnen lassen!), zensieren komplette Accounts und Webseiten weil ein Frauennippel zu sehen ist (aber nicht wenn ein fast komplett nackter Mann zu sehen ist), wir ärgern uns über Hasspostings auf Facebook und „Meinungsbubbles“ in den Sozialen Medien, aber die Daten unserer Kinder und Jugendlichen sind nicht wichtig genug um sie zu schützen?

    Wir verhindern ein Register, in dem Politiker ihre Nebenjobs und -einkünfte veröffentlichen sollen, ja sogar der „normale“ Bürger ist entsetzt wenn man es wagt zu fragen wieviel er verdient. Und wieder die Frage: die Daten von Kindern und Jugendlichen sind nicht wichtig genug sie zu schützen?

    Wie war das denn nochmal mit dem Impfstatus der LuL?
    https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/coronapandemie-gew-lehnt-impfauskunftspflicht-ab/
    Da hat man auch versucht sich gegen eine Auskunftspflicht zu wehren (leider haben wir sie jetzt doch!)
    Und schon wieder die Frage: die Daten von Kindern und Jugendlichen sind nicht wichtig genug sie zu schützen? Oder es wenigstens zu versuchen?

    Erwachsene nehmen Datenschutz immer dann sehr ernst, wenn es um die eigenen Daten geht, wollen immer mehr Zensur und Einschränkungen im Internet um uns alle zu „beschützen“, aber die Regeln einhalten wenn es für die Rechte anderer wichtig wäre? Fehlanzeige!

    Aber was wundert es uns, wenn die Daten von Kindern nicht mehr wichtig sind, die meisten Eltern posten doch sowieso das ganze Leben ihrer Kinder auf Facebook, gerne mal lesen:
    https://rp-online.de/digitales/internet/henriettes-kinderbasar-das-steckt-hinter-der-facebook-seite_aid-18387093
    https://www.mimikama.at/aktuelles/kinderfotos-auf-facebook-werden-die-kinder-die-eltern-eines-tages-verklagen/

    Klar, wer so ignorant mit den Fotos seiner Kinder umgeht, dass sie jeder beliebig teilen darf, hat natürlich auch nichts dagegen, wenn deren Daten von irgendwem gesammelt und ausgewertet werden….

    Was mich aber eigentlich wirklich erschreckt, sind LuL die hier und anderswo posten:
    Mir ist egal ob ich das darf (und was mit den Daten der SuS passiert) ich mache das einfach weil es geht. Wer so ignorant mit seinen SuS und deren Rechten umgeht sollte sich echt nochmal überlegen, ob er nicht lieber in die Erwachsenenbildung geht.

    Oh nein, geht ja nicht, Erwachsene wehren sich ja gegen ungerechte Behandlung…

    Und mal ganz ehrlich, wenn ich noch einmal hören oder lesen muss, dass die Unternehmen ja auch Microsoft benutzen kriege ich einen Wutanfall. Denn was haben die Unternehmen damit sie datenschutzkonform arbeiten, was den Schulen eindeutig fehlt?

    GUT BEZAHLTE FACHKRÄFTE ODER TEURE SYSTEMHÄUSER!!!!

    • Dann fordern Sie doch das.

      Wäre deutlich konstruktiver als ihr Gebäude aus Normativität und Formalismus.

      Und damit da keine weiteren Legenden gestrickt werden:

      Es ist überhaupt kein Problem für mich, mit einer beliebigen Office-Software zu arbeiten.

      Ich muss dazu auch rein gar nichts neu lernen.

      Ich finde es einfach nicht sinnvoll, denn MS ist der Standard.

      Und finden Sie WIRKLICH überraschend, dass die Mehrheit der Lehrer keine großen Hoffnungen bezüglich „spezieller“ Software für Schulen hegt, sondern lieber nachweislich funktionierende Programme nutzt?

      Das fände ich wiederum überraschend.

      • Ja aber genau das fordere ich doch: Fachkräfte die die Digitalisierung sinnvoll erledigen, damit die LuL wieder ihren eigentlichen Job machen können. Und dass man eben auch Fachleute bezahlen sollte um die Lernplattformen zu füllen anstatt es auf die LuL abzuschieben. Ich dachte das mit dem sinnergreifenden Lesen…

        Mir Normativität und Formalismus vorzuwerfen und dann mit dem Argument kommen „aber MS ist Standard“ alles andere „nicht sinnvoll“? Wie liberal und pluralistisch ist das genau nochmal?

        Und ja, ich finde es ECHT überraschend, dass LuL lieber etwas einsetzen wollen, das gar nicht für ihre Bedürfnisse ausgelegt ist, technisch bestenfalls dem digitalen Verteilen von Arbeitsblättern und analogem Frontalunterricht gleicht und ihnen unzählige Überstunden für die Umsetzung abverlangt, anstatt funktionierende Lösungen für echten digitalen Unterricht zu fordern.
        Ja, da hätte ich den LuL WIRKLICH mehr Weitsicht zugetraut.

        Vor allem, da es diese „spezielle“ Software ja schon gibt, es muss nichts neu erfunden werden. Und wo liegt das Problem, wenn man Inhalte für diese Lernplattformen unter OER Lizenz aus einem grossen Portfolio auswählen darf, mit Schulbüchern wird es auch nicht anders gemacht.
        (BTW, hat sich schon mal jemand die Frauenquote bei den Schulbuchverlagen genauer angesehen, nicht dass man Schulbücher auch bald als sexistisch verteufeln muss?)

        Anscheinend haben einfach viele LuL gar nicht verstanden, was digitaler Unterricht alles könnte und somit auch einen wirkliche Mehrwert für alle Beteiligten brächte. Stattdessen lieber mit Hardware zugeschmissen werden die niemand warten kann und welche am Ende lediglich zum „Recherchieren“ im Internet genutzt wird. Aber Hauptsache die Tafeln werden durch Touchscreens ersetzt, Digitalpakt sei Dank.

        Dann nehmt doch einfach Papier, Stift und Hektographierer aus der Schublade und verteilt halt wieder Arbeitsblätter, denn anscheinend ist das auch alles, was man von digitalen Lösungen erwartet, Arbeitsblätter einscannen (kopieren), über ein Netzlaufwerk an alle verteilen (die SuS in der ersten Reihe Blätter austeilen lassen) und dann in virtuellen Gruppen bearbeiten (mal ein paar Tische zusammenschieben). Die Aufsichtspflicht wird nebenbei per Videochat erledigt.
        Für ein simples Kopieren des lange geübten analogen Vorgehens reichen dann natürlich auch einfache Officeprogramme 🙂

        Digitales Unterrichten kann soviel mehr, sogar (datenschutzkonform!) erkennen wo die einzelnen SuS noch Nachholbedarf haben und gezielt Übungen vorschlagen. Lernmodule können direktes Feedback an die SuS geben, ohne dass eine Lehrkraft alle Aufgaben einzeln korrigieren muss. Viele Dinge wie z.B. Hausaufgaben können so automatisiert werden und den LuL mehr Zeit für direkte Förderung der SuS verschaffen u.v.m.

        Vielleicht würde es ja Sinn machen weniger einen Religionskrieg gegen den Datenschutz zu führen, sondern mal zu schauen wo eigentlich die Schnittpunkte mit den doofen Datenschützern liegen:

        1. Die Verantwortung für das Funktionieren der IT sollte nicht mehr den LuL aufgebürdet werden sondern durch (bestenfalls vor Ort vorhandene) Fachkräfte erledigt werden.

        2. Nicht mehr die einzelnen Schulen (oder noch schlimmer die einzelne Lehrkraft), sondern die übergeordneten Dienststellen sollten die Verantwortung für die rechtlichen Konsequenzen wie z.B. den Datenschutz oder Urheberrechte tragen müssen.

        3. Digitaler Unterricht sollte mehr sein und mehr können, als eingescannte Arbeitsblätter zu verteilen und diese in virtuellen Gruppen zu bearbeiten. Digitalisierung darf nicht nur darin bestehen die Schulen mit Hardware auszustatten und dann mit dieser alleine zu lassen.

        4. Die Erstellung und Implementierung digitaler Inhalte kann und sollte nicht „so nebenbei“ von den LuL miterledigt werden, schliesslich müssen die auch keine Schulbücher selber schreiben.

        Ja ja, ich weiss „aber Microsoft“….“und Zoom und Wattpad“ und bla…

        • Nur noch kurz als Nachtrag, gerne mal lesen was die tollen kostenlosen „Schulapps“ so draufhaben:
          https://zerforschung.org/posts/scoolio/

          Und so lässt sich über fast jedes „mal schnell“ weil „super funktionierend“ eingesetzte Tool etwas finden. Und leider ist auch Microsoft nicht unangreifbar:
          https://www.zdf.de/nachrichten/digitales/microsoft-hack-solarwinds-quellcode-100.html

          Und natürlich läuft das dann bei den Unternehmen auch alles ganz prima:
          https://www.rnd.de/digital/hack-auf-microsoft-exchange-server-weshalb-deutsche-firmen-besonders-betroffen-sind-RMFFKAGENJAKXF3F4WHDPR6FKU.html

          Ich könnte hier locker 25-30 Fälle von Datenmissbrauch oder-verlusten alleine im letzten Jahr auflisten, aber das ist ja nur meine „Meinung“.

          „Ja, aber die Dänen und Österreicher machen doch auch…und in den Unternehmen ist Microsoft ja auch sicher und….bäh, Datenschutz ist doof“

        • Ganz ehrlich: Erklären Sie mir nicht meinen Job, maßen Sie sich nicht ständig an zu beurteilen, was funktioniert und was nicht, es nervt, es reicht.
          Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind? Machen Sie Ihren Job als Dienstleister und ansonsten hat Sie keiner gefragt. So sieht’s aus.

          • … und auch meine Stimme GENAU DAZU!

            Stellen Sie uns die Server. Liefern Sie uns die Software, und zwar dann, wenn sie auch FUNKTIONIERT. Liefern Sie uns das Netzwerksystem und zwar so rechtzeitig, dass das Versetzungstool nicht 4 Wochen NACH Schuljahresbeginn kommt.
            Und verhindern Sie doch die Auskunftspflicht für LuL.
            Sind alles wohlfeile Ziele – und gaaaanz viel ehrliche Arbeit für einen echten Datenschützer.

          • Ja, bitte liebe Lera, dann erklären Sie doch auch nicht den Datenschützern und EDV Fachleuten wie mir ihren Job.

            Was genau glauben Sie wer Sie sind, dass Sie ein besseres Urteil über Datenschutz und IT-Sicherheit abgeben können als Menschen die das sogar im Studium hatten und seit über 30 Jahren damit arbeiten?

            Entschuldigen Sie bitte auch, wenn ich weiss was funktioniert und was nicht, ich habe schon mehrere Schulen mit entsprechender Ausstattung versorgt und da läufts super.
            Die Zusammenarbeit mit den Hunderten LuL hat mir da evtl. ein kleines bisschen Einblick in die Bedürfnisse pädagogischer Einrichtungen verschafft, sodass ich doch glaube, zu wissen wovon ich rede. Zumindest was IT in Bildungseinrichtungen angeht.

            Aber ich verstehe das schon, wenn einem die Argumente ausgehen und man merkt, dass man keine Ahnung vom Thema hat muss man die Intelligenz und das Fachwissen von Menschen in Zweifel ziehen.

            Oder einfach mal dumm rumtrollen…

        • Datenschutz mit Augenmaß heißt eben: digitale Realität, Arbeit, die funktionieren kann, nein MUSS und nicht: Gralswache und ewig hehre Ziele.
          Und wie Lera: Schreiben Sie in der Bewerbung für einen Schreibtischjob in der Firma doch mal „Kenntnisse in Libre Office“, wenn das der Kern Ihres Arbeitsfelds werden soll. Wie Lastenfahrrad statt Lastwagen eben. Fast ist nicht gleich und knapp vorbei ist auch daneben. Und „Bewegen an Geräten“ bleibt trotzdem „Turnen“.

          • @ Mike
            „Aber ich verstehe das schon, wenn einem die Argumente ausgehen und man merkt, dass man keine Ahnung vom Thema hat muss man die Intelligenz und das Fachwissen von Menschen in Zweifel ziehen.

            Oder einfach mal dumm rumtrollen…“

            … Ist natürlich dann das positive Gegenbild zum „dumm rumtrollen“.
            Aber klar, JEDER war ja irgendwann mal Schüler, da WEISS man, wie Schule funktioniert. Klaaaaar. Da soll man doch lieber an der Weiterentwicklung von Software mitarbeiten (wtf, was für eine Idee!), anstatt von seinem Arbeitgeber ein Werkzeug für seinen Job zu fordern, mit dem überhaupt angemessen Arbeit abgeliefert werden kann. Man KÖNNTE hier ja auch in Erwägung ziehen, das Rad nicht neu erfinden zu wollen – und solange MS nutzen, bis etwas Besseres kommt. Heißt „Open Source“ eigentlich auch garantiert datensicher? Wer kann mir das tatsächlich bestätigen? Wer genau untersucht das wie genau?
            Hat in sich schon eine GEWISSE (?) Logik.

          • Lieber Ax-De,

            und schon wieder werden verschiedene Dinge, welche so absolut gar nichts mit Datenschutz zu tun haben, als Argumente angeführt.

            Ich weiss nicht wie oft ich es schon geschrieben habe:
            Wir brauchen auf nichts zu warten, alle benötigte Software existiert bereits und kann genausoschnell zur Verfügung gestellt werden wie die Produkte von Microsoft. Wer MS Office installieren kann, kann auch ein anderes Officepaket installieren. (geht per Doppelklick)

            Und dort wo die digitale Infrastruktur an den Schulen fehlt, funktioniert auch Microsoft nicht, dieses Argument ist also auch Quatsch. Oder hätte ihr erwähntes Versetzungstool mit MS-Office besser funktioniert? Ja, Sie hätten die Versetzungsliste dann direkt ausdrucken und der Schulleitung überreichen können, was am Ende wohl auch passiert sein wird.

            Datenschutz hat auch nicht zwingend mit Open Source zu tun, es gibt gute, fertige, hier gehostete und datenschutzkonforme Lösungen von anderen kommerziellen Anbietern. Muss nur installiert werden s.o.
            Die Werbung für diese Lösungen finden sich sogar hier auf n4t 😉

            Die Nutzung von Microsoft Office in der Schule sollte man nicht als „Microsoft Office Kenntnisse“ in seine Bewerbung schreiben!!
            Es gibt Gründe dafür, dass Microsoft spezielle Zertifikate wie z.B. MOS (Microsoft Office Specialist) anbietet.

            Ohne diese Zertifikate sollte lediglich „gute Officekenntnisse“ in die Bewerbung, da eben „Bewegen am Gerät“ doch nicht immer gleich „Turnen“ ist. Da bringt ein bisschen praktische Datenverarbeitung am PC recht wenig, völlig egal welches Officepaket genutzt wird. Und wir wollen doch wohl die Schulen nicht auch noch dazu missbrauchen Microsoftzertifikate und den ECDL abzunehmen und zu zertifizieren, oder doch?

            Bitte auch nicht ständig Datenschutz mit Datensicherheit verwechseln. Gehört zum gleichen Themenkomplex, sind aber unterschiedliche Fragestellungen:

            Datenschutz:
            Open Source, da meist auf eigenen Servern gehostet, bietet definitiv mehr Datenschutz als Clouds kommerzieller Anbieter. Die Kontrolle über die Menge und Art der gesammelten Daten liegt beim Hoster, bestenfalls sogar beim Anwender. Was genau ein Anbieter wie Microsoft mit den gesammelten Daten macht ist unklar und kann auch nicht beeinflusst werden.

            Datensicherheit:
            Hier gibt es theorethisch keine Unterschiede zwischen kommerziell und Open Source, hacken lässt sich faktisch alles 😉
            Lediglich die Wahrscheinlichkeit eines Angriffes wird bei selbstgehosteten Lösungen etwas geringer, eine Schulcloud ist halt ein weniger lohnendes Ziel als die Cloud von MS, zumindest solange sie keine persönlichen Daten der SuS enthält.

            Nun zum Argument „digitale Realität“:
            Digitale Realität ist nichts anderes als „normale“ Realität!
            Nur weil viele Erwachsene mit ihren Daten völlig sorglos und unverantwortlich umgehen, jeden Mist mit OK bestätigen und alles mit jedem teilen, kann es nicht angehen, dass wir schutzbefohlene Menschen dazu zwingen wollen, ihre persönliche informationelle Freiheit aufzugeben, nur um es leichter und billiger zu bekommen.

            Ich zumindest bin froh, dass meine Kinder an einer Schule sein dürfen, an der Moodle super läuft (weil gut extern betreut), niemand sie zwingt sich bei Microsoft zu registrieren um mitmachen zu können und die LuL meiner Kinder sich für ihre SuS einsetzen anstatt nur zu meckern.

            Ich bin dann mal weg!
            vielleicht mal hier zum Nachdenken:
            https://www.youtube.com/watch?v=Cgxpw6bdI0I

  19. und, ausser meinen Kommentar mit bäh zu verlöngern gibts auf das Argument eines Datenschutzes mit Augenmaß keine Antwort?!

    • Na gut, ich dachte man könne das aus den vorherigen Posts entnehmen, ich gebe zu der letzte war nicht mehr ganz sachlich 🙂

      Was unterscheidet uns von Dänen und Österreichern:

      Diese Länder haben bereits ein zentral gesteuertes Schulsystem.
      Simple Entscheidungen der Regierungen dort sind hier nicht umsetzbar, einfach weil hier zuviele mitreden dürfen (Bildungsförderalismus, noch ein Thema über das es viel zu schreiben gäbe 😉 ). Hier bei uns musste sogar das Grundgesetz geändert werden, damit der Bund überhaupt Gelder zur Verfügung stellen durfte…

      Die Dänen bspw. haben seit Jahren Verträge mit Schulbuchverlagen, damit diese ihre Angebote kostenlos digital zur Verfügung stellen. Hier bei uns mussten die Bundesländer schon fast betteln, damit Schulfernsehen und „Bildungsvideos“ des öffentlich rechtlichen Fernsehens, welches wir alle per Haushaltsabgabe bezahlen, online kostenlos verfügbar waren. Anstelle der hier präferierten Tablets haben die Dänen auch bereits eingesehen, dass digitaler Unterricht mit Laptops besser klappt. Die LuL müssen seit 2000 zu verpflichtenden Schulungen. Und die Dänen haben bereits seit Jahren eine einheitliche Lernplattform für alle Schulen…soviel mir bekannt ist auf Basis von Moodle XD .

      UND DIE DÄNEN HABEN EINE IT-FACHKRAFT PRO SCHULE!

      Österreich ist auch ein schlechtes Beispiel, hier bekamen SuS der Primar und Sek I während des Lockdowns grossteils nur analoge Übungshefte…da brauchts dann auch keinen Datenschutz.

      Ausserdem nutzt auch Österreich eine landesweit einheitliche Moodle Instanz für alle SuS und hat eine eigene Mediathek mit Unterrichtsmaterialien und Lernvideos. Alles nur über ein Portal mit einmaliger Anmeldung ohne irgendwelche Zwangsregistrierungen bei z.B. Microsoft.
      https://www.pods.gv.at/willkommen/

      Und noch schlimmer, fast alle Schulen in Österreich nutzen dieses Angebot auch, anstatt zu fordern sie wollen alles alleine machen…

      Selbst ein armes Land wie Kroatien (auf Platz 20 des Bildungsindexes) hat zentral auf seiner Webseite Unterrichtsmaterial online gestellt, aber wenn das gleiche in Deutschland gefordert wird kommt das Argument „aber die AFD bestimmt dann vll. die Unterrichtsthemen“

      Bevor man also andere Länder als Argumente für aufgeweichten Datenschutz benutzt, sollte man mal genauer nachschauen, wie die das eigentlich machen, dass es funktioniert 🙂 Dort funktioniert es nämlich prima mit Moodle und freien integrierten Plugins für VC und kollaboratives Arbeiten.

      Dort ist eben nicht der fehlende Datenschutz die treibende Kraft, sondern dass bereits seit Jahrzehnten viel Geld und Arbeit investiert wird und die Lösungen welche wir hier bräuchten einfach schon fertig sind.

  20. Die Antwort war wirklich etwas sachlicher 🙂
    „Bevor man also andere Länder als Argumente für aufgeweichten Datenschutz benutzt, sollte man mal genauer nachschauen, wie die das eigentlich machen, dass es funktioniert Dort funktioniert es nämlich prima mit Moodle und freien integrierten Plugins für VC und kollaboratives Arbeiten.“
    In der Krise hat das österreichische Bildungsministerium alle Möglichkeiten zur digitalen Zusammenarbeit freigegeben, ohne Lehrern mit nicht skalierenden Anwendungen abzuspeisen.
    Die Dänen lassen (wie die Italiener übrigens auch) Schulen mit Google Workspace arbeiten, weil sie a) nach einer wirklich gründlichen Prüfung (Datenschutzfolgenabschätzung) Rahmenvereinbarungen mit Google abgeschlossen haben und b) den Lehrkräften Szenarien an die Hand geben, wie diese Clouddienste zu nutzen sind.

    Das steht für ein komplett anderes Herangehen, denn dort steht als erstes nicht das NEIN, sondern die Frage nach dem WIE. Ob das Google oder Microsoft betrifft oder die vielen kleineren Anwendungen, das ist egal. Es ist als Blaupause für pragmatischen Datenschutz geeignet. Denn das ist alles unter Beachtung der gleichen europäischen Gesetzeslage möglich.

    Und so arbeitet die eine Schule mit Moodle, die nächste mit Iserv und die dritte mit Microsoft. Für alle gibts dort Maßgaben, was damit geht und was nicht.

    Das viel gescholtene Brandenburg hat mit Webbschule eine hervorragende Schülerverwaltung aufgesetzt, die mit den Statistikmodulen der Schulämter und ggf. auch mit UNTIS für die Stundenplaner Schnittstellen hat.
    Nur die verordnete Schulcloud mit BigBlueButton ist eben schwach und mit keinem professionellen Tool zu vergleichen.

    In der Summe möchte ich mehr von „Wenn schon, dann so…“ und weniger von „1000€ Strafe für die Nutzung von Teams“. Es kommt immer auf das ganz konkrete Einsatzszenario und den Umgang damit an. Wir benötigen für unsere Medienentwicklung derzeit ca. 50% der Zeit für technische Entwicklung und 50% für die Datenschutzbegleitung. Will sagen, dass wir das schon sehr ernst nehmen und ich möchte dafür mehr Freiheit in der Entscheidung. Aber letztlich wird so etwas hier im Forum kaum sinnvoll zu besprechen sein, denn wenn erst einmal die einschlägigen Ideologen am Werk sind, wird aus Datenschutz Datendogma und der Rest der Welt lacht sich über die Deutschen und ihre „German Angst“ kaputt.

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