Kretschmann: „Hinterher ist man immer schlauer“ – drei Bundesländer führen Maskenpflicht im Unterricht wieder ein

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STUTTGART. Die Maskenpflicht im Unterricht – die vielerorts erst vor wenigen Wochen gegen energischen Widerspruch aus der Wissenschaft gestrichen wurde – kehrt zurück. Mit Schleswig-Holstein, dem Saarland und Baden-Württemberg haben seit gestern gleich drei Bundesländer die Kehrtwende vollzogen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann räumte indirekt einen Fehler ein: „Hinterher ist man einfach immer schlauer“, sagte er.

Wie viele „Hinterher“ braucht die Politik in dieser Pandemie? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatskanzlei Baden-Württemberg

Sieht so eine seriöse vorausschauende Corona-Politik aus? Erst vor zweieinhalb Wochen war in Schleswig-Holstein die Maskenpflicht im Unterricht gestrichen worden. Vom 1. November an mussten Schüler im Norden keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, wenn sie in den Schulen an ihren Plätzen sitzen. „Damit gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Normalität. Wir bitten herzlich darum, dass alle verantwortungsbewusst mit dem Schritt umgehen“, sagte der Regierungschef – was immer das bedeuten sollte.

Die Begründung war kurios: Weil sich Schüler privat ja mit Freunden auch ohne Maske treffen… Bei Günther klang das so: Ein wichtiger Grund für die Entscheidung sei, dass Kinder sich außerhalb der Schule – zum Beispiel beim Sport oder im Freundeskreis – ohne Maske treffen könnten. Oftmals sei der Kreis identisch mit der Schulklasse.

Nun dürfte sich daran wenig geändert haben. Noch immer treffen sich Kinder und Jugendliche privat mit Freunden auch ohne Maske. Ebenfalls ist nicht überliefert, dass irgendein Schüler oder Lehrer unverantwortlich mit dem Aussetzen der Maskenpflicht im Unterricht umgegangen sei (wie immer das möglich sein soll). Jedenfalls: Die Maskenpflicht im Unterricht kehrt plötzlich zurück.

„Wir haben immer sehr, sehr frühzeitig gehandelt, vielleicht auch frühzeitiger als andere“

Wie Günther heute ankündigte, müssen ab Montag Kinder am Platz im Klassenraum wieder einen Mund-Nase-Schutz tragen. „Wir haben die niedrigste Infektionsrate in ganz Deutschland“, sagte der Ministerpräsident. „Wir haben immer sehr, sehr frühzeitig gehandelt, vielleicht auch frühzeitiger als andere, und das ist der Grund, warum wir heute in dieser Lage sind. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die Lage in Schleswig-Holstein so bleibt.“ Und das war vor zweieinhalb Wochen nicht absehbar? Warnungen aus der Wissenschaft gab es genug.

Die hatte auch die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) nicht hören wollen, als sie Anfang Oktober die Maskenpflicht im Unterricht strich. Jetzt verlautete sie: „Die dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske in der Schule werden wir bei der anstehenden Überarbeitung der Corona-Verordnung in eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen überführen. Ich hätte es mir anders gewünscht, aber die Entwicklung lässt uns keine Wahl.“

Dass die Entwicklung durch ihre Politik mit befördert wurde? Kein Gedanke. „Es sind einfach zu wenig erwachsene Menschen geimpft, und die vierte Welle schlägt deswegen mit voller Kraft zu. Das können wir an unseren Schulen ablesen“, so Streichert-Clivot. Wütend machen die Ministerin nach eigenem Bekunden Impfgegner und Corona-Skeptiker. „Ich bin einfach sauer, dass es immer noch Menschen gibt in dieser Gesellschaft, die glauben, mit ihrer Impfverweigerung auf der sicheren Seite zu stehen.“ Tatsächlich gibt es sogar Politiker, die glauben, mit Wissenschaftsverdrängung auf der sicheren Seite zu stehen.

Auch in Baden-Württemberg. Im Süden der Republik gilt die Maskenpflicht im Unterricht ebenfalls plötzlich wieder. Sie wurde, holterdipolter, am Montagabend angekündigt und schon Dienstagmorgen in Kraft gesetzt.

Die Maßnahme erfolge automatisch dadurch, dass auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten die Marke von 390 am zweiten Werktag in Folge überschritten habe, erklärte Kultusministerin Theresa Schopper. Dadurch gelte ab Mittwoch im Land die Alarmstufe. „Die Alarmstufe bedeutet für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte, dass die Maske auch am Platz getragen werden muss. Es hat oberste Priorität zu verhindern, dass unser Gesundheitssystem überlastet wird. Deswegen haben wir das automatische Sicherungssystem installiert, das jetzt greift“, sagte die Grünen-Politikerin gestern.

Erst vor einem Monat hatte Schopper die Maskenpflicht im Unterricht ausgesetzt. „Masken sind ein Sicherheitszaun, erschweren aber auch die Kommunikation“, teilte das Kultusministerium dazu seinerzeit mit. „In Abwägung der Vor- und Nachteile hat sich die Landesregierung zu einer Lockerung entschieden.“

„Wir haben ein riesiges Sicherheitskonzept innerhalb der Schulen aufgebaut“

Noch vergangene Woche – bei bereits rasant steigenden Inzidenzen insbesondere unter Kindern und Jugendlichen – verstieg sich Schopper dazu, die Schulen für sicher zu erklären. „Wir haben ein riesiges Sicherheitskonzept innerhalb der Schulen aufgebaut. Nirgends wird so viel getestet, nirgends wird so viel gescreent wie an den Schulen“, sagte sie. Außerdem gebe es ein „ausgeklügeltes Quarantänesystem“. Es sei zudem ein „wirkliches Märchen“, dass die Schulen Treiber der Infektionen seien. Allerdings ließ die Kretschmann-Intima gleichzeitig durchblicken, dass die Maskenpflicht im Unterricht wohl zurückkommen werde („Und wir werden in den nächsten Tagen diese Alarmstufe erreichen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“). Warum aber, wenn die Schulen doch so sicher sind? Eine schlüssige Begründung blieb die Kultusministerin schuldig.

Die GEW zeigt deshalb auch wenig Verständnis für das Hin und Her. Inkonsequente Maßnahmen hätten keine hohe Akzeptanz und stellten ein unnötiges Risiko dar, so erklärt die Lehrergewerkschaft.

„Mit Blick auf die zu niedrige Impfquote in der Gesamtbevölkerung und immer noch fehlende Sicherheitsmaßnahmen wie Luftreinigungsgeräte bleibt uns derzeit nichts anderes übrig, als weiterhin Masken zu tragen, wenn wir die Präsenz in Kitas und Schulen nicht gefährden wollen“, sagt GEW-Landeschefin Monika Stein. „Auch wenn kaum Kinder und Jugendliche schwer erkranken, wir wissen noch viel zu wenig über Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Vor einem Jahr haben wir es im Dezember bereut, dass wir im Herbst nicht vorsichtiger waren“, so sagt sie.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat allerdings nach den Schulschließungen im vergangenen Winter augenscheinlich wenig bereut. Die waren nötig geworden, weil die Länder partout die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nicht einhalten und zum Beispiel keinen Wechselunterricht bei hohen Inzidenzen einführen wollten. Als seine Landesregierung nun die Maskenpflicht für die Klassenräume im Oktober strich, geschah das – schon wieder – entgegen einer ausdrücklichen Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Auf die Frage, ob das ein Fehler gewesen sei, antwortete der Ministerpräsident gestern lapidar: „Hinterher ist man einfach immer schlauer.“ Wie viele „Hinterher“ braucht die Politik in dieser Pandemie noch?

„Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften halte ich diese Entscheidung für verfrüht – und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm“

Die Virologin Prof. Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, die zum Beraterstab von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört, hatte frühzeitig deutlich gemacht, was sie von der Streichung der Maskenpflicht im Unterricht hielt. „Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist“, sagte sie. „Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften, und hierzu zählen die Kinder, halte ich diese Entscheidung für verfrüht – und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm.“ News4teachers

Ehemaliges Stiko-Mitglied fordert: Weg mit Maskenpflicht in Schulen – um Schüler schnell zu durchseuchen!

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86 KOMMENTARE

    • Zuwachs?
      Wo nix is, kann auch nix wachsen. 😉

      Parallel zu den steigenden Infektionszahlen vermehren sich allerdings (exponentiell) die Ausreden unserer „Führungselite“.

      Wäre es nicht so peinlich und folgenschwer, könnte sich die Comedy-Szene evtl. noch was abgucken.

        • @Hellus
          Da die Kumis alle einen Knall haben und die Uhr laut RKI schon auf 5 nach 12 steht, kommt es bei unseren Entscheidungsträgern vielleicht zumindest endlich mal zu einem Uhrknall, bevor uns die Schulen, immer mehr tun das bereits, alle um die Ohrem fliegen.

  1. Ich war auch hinterher schlauer – was den Glauben an die Politik angeht. Der ist nämlich auf minus 7 geschrumpft. Aber unsere Iron Lady im sicheren NRW wird das nicht kratzen mit ihrer juristisch abgesicherten Promille-Rechnerei. Wenn man bundesweit so rechnen würde, sähen die Inzidenz – Werte doch recht harmlos aus, oder? Wie – nicht??? Was soll man sich von der morgigen Konferenz noch erhoffen? Szenario: Menschenleere, ausgestorbene Straßen, kein Weihnachtsmarkt, Drohnen, die Geschenke bringen, einzelne Gestalten, die zum Einkaufen huschen, Dunkelheit. Doch da – vereinzelte Lichter leuchten. Was ist das nur? Oh seht, es ist eine Schule! Und da noch eine! Die Schulen bleiben auf! Hurra! Kommt alle, die ihr mühsam und beladen seid! Kommt herein, hier ist es sicher und vor allem warm!

  2. Für unsere Kinder ändert sich nichts. Alle in ihren Klassen haben die Masken zum Glück aus freien Stücken weitergetragen, ohne dass es an irgendeiner Stelle eine Verabredung hierzu gegeben hätte.
    Mir scheint, das Gespür für Notwendigkeiten war bei diesen Schülern ausgeprägter als bei unserer SH-Landesregierung.
    Herr Günther sollte mal nicht so auf die Tonne hauen mit dem aktuellen status quo. Nur weil es anderswo noch sehr viel mehr knallt, ist hier im Norden deswegen noch längst nicht alles Gold, was glänzt. Oder müssen wir jetzt schon jubeln, wenn die Inzidenzen nicht überall drei- oder vierstellig sind?

    Herrn Kretschmanns Äußerung ist genauso peinlich! Es gab unzählige Vorab-Warnungen der Fachleute. Die muss man natürlich auch hören WOLLEN. Sich hinterher mit Ahnungslosigkeit und angeblicher Nichtvorhersehbarkeit herausreden zu wollen, ist derartig billig und zeugt mindestens von Unfähigkeit, Unmoral oder schlimmer noch von einem besorgniserregenden geistigen Zustand.

    • Die Aussetzung der Maskenpflicht ab 1. November war richtig, notwendig und verantwortbar. Die Landesregierung in SH hat hier schon sehr viel Verantwortung gezeigt da sie erkannt haben, daß Masken auch massiv Nachteile bringen. Sie ist aktuell in einer Zwickmühle.
      Leider sehen viele Maskenbefürworter nicht, daß der Sicheheitsgewinn durch die Masken nicht sehr gross ist und nur aufschiebene Wirkung hat. Unter den gegebenen Bedingungen kann man es entweder verantworten, einen sicheren Schulbetrieb ohne Masken zu fahren oder, wenn die Infektionsgefahr zu gross ist müssen eben andere Massnahmen greifen wie Abstände, Belüftung bzw. grosse Räume. Einen Schulbetrieb mit und ohne Maske bei hohen Infektionsgeschehen ohne Abstände in einem typischen Klassenraum ist grob fahrlässig.
      Es gibt zwei Probleme: Die Zeit wurde verschlafen solche Bedingungen herzustellen und viele Eltern und Schüler über 12 Jahre sind doch noch nicht geimpft.

      • Die Realität erwidert auf Ihre Ausführungen: Die Maskenpflicht bei steigenden Inzidenzen ohne Luftfilter, Plexiglaswände, Abstände aufzuheben war dumm- es sei denn, der Plan dahinter war die Durchseuchung der Schulen.

      • Abstände in Schulen? Dirk du lebst wohl auf einem anderen Planeten. Wann warst du zuletzt in einer Schule? Und deine Unwirksamkeit der Masken wurde dir hier ja schon mehrfach widerlegt. Wieso du da immer noch drauf beharrst, bleibt dein Geheimnis.

      • @Dirk: Aber es geht doch auch um diese aufschiebende Wirkung! Anders herum: Keine aufschiebende Wirkung = viel mehr Menschen gleichzeitig im Krankenhaus etc.
        Mehr braucht man dazu eigentlich nicht sagen.

      • Sehr geehrter Dirk Z.,
        werr täglich in die Karte von Sebastian Mohr guckt, der weiß, dass sich Inzidenzen in den Altersklassen der Schüler genau dort tagtäglich rapide verschlechtert haben, wo zuvor die Masken gefallen waren.
        Diese Entwicklungen wurden von Fachleuten prognostiziert, die Korrelation trat dann genau so ein und war auch vor dem 1.11. für jeden offen ersichtlich – wenn er denn HIN- statt weggeschaut hat.
        Ja, Maske ist doof, für alle und das aus vielerlei Gründen.
        Aber solange es soviele Ungeimpfte da draußen gibt, die auf ihre Freiheit bestehen und damit die Freiheit der großen Mehrheit verletzen, solange ist die Maske einer der wenigen Strohhalme, die wir in Schulen überhaupt haben.
        Ich gebe Ihnen absolut Recht, wenn Sie sagen, man hätte dafür sorgen müssen, Schulen sicherER zu machen (sicher wird nie ganz möglich sein).
        Dafür hat man zu keinem Zeitpunkt
        genug getan und es ist leider gerade nun einmal so, wie es ist.
        Wer Schulen gnadenlos offen halten möchte, wie es überall zu vernehmen ist, muss aber aktiv werden, dazu gehört auch, ALLE bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen und sie vor allem FAKTISCH in die Schulen zu bringen (s. z. B. Luftfilter), dabei ist die Maske kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein, den man nicht gerade dann ad acta legen sollte, wenn die Entwicklungen keinen Anlass dazu bieten. Denn bei Beschluss, die Maskenpflicht in SH fallen zu lassen, war mit Blick nach Bayern und Thüringen und auf die kalte Jahreszeit bereits klar, dass das eine blöde Idee ist.

        Wer kein ausreichendes Sicherungskonzept hinbekommt (aber glaubt, eines zu haben), muss damit rechnen, dass ihn die Ereignisse überrollen, die Schulen wieder im DU landen und er bis dahin durch seine krampfhafte Realitätsverweigerung vorher noch die Gesundheit aller Schüler und Lehrer gefährdet oder in etlichen Fällen sogar ruiniert haben wird.
        Wir befinden uns in Gedamtdeutschland aktuell genau auf diesem Weg.

  3. Frau Schopper und Herr Kretschmann haben fahrlässig gehandlet mit der Maskenaufhebung an Schulen. Die Handlungunsunfähigkeit von Frau Schopper und das eiserne Festhalten an der Maskenaufhebung zeigt erneut das keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe möglich ist. Herr Scholl vom PhV-BW hat unermüdlichen Einsatz gebracht den Schulen, Schulleitungen, Lehrern, Schülern, Elternschaft und verantwortungvoll vertreten.https://www.phv-bw.de/gemeinsame-pressemitteilung-von-landesschu%cc%88lerbeirat-landeselternbeirat-philologenverband-und-realschullehrerverband-am-04-11-2021/Trotz Frust hat Herr Scholl mit seinen Mahnungen, Aufrufen, Forderungen nicht nachgelassen. Frau Schopper und Herr Kretschmann legen keinen Wert mit anderen erfahrenen Personen zussammen tragende Lösungen für die Schulen zu schaffen. Frau Schopper hat viele Fehlentscheidungen aktiv weiter geführt und die Gesundheit für alle die an der Schule sind aufs Spiel gesetzt. Die Leichtsinnigkeit ist mit voller Überzeugung von Frau schopper bewusst vertreten worden. Herr Kretschamnn hat auch nicht eingegriffen sondern Frau Schopper gewähren lassen und war somit aktiver Zuschauer.

    • Es ist traurig daß überhaupt Maskenpflichten wieder eingeführt werden denn diese Entwicklung wäre vielerorts entbehrlich gewesen.
      Ich bin bekannt daß ich vegement gegen Masken im Unterricht bin und über die Sinnhaftigkeit habe ich weiterhin meine starken Zweifel. Auch wenn es eine Studie aus den USA gibt, die das Infektionsrisiko um den Faktor 3,5 senken soll ist es hiermit längst nicht getan. Unter dem Strich sagt der Wert nur übersetzt aus daß Infektionen nur etwas verzögert werden, aber sie kommt dann doch noch am selben Tag. Die Zahlen insbesondere in Bayern belegen deutlich, daß die Masken wohl auch nicht dagegen ankommen.
      Um die Masken im Unterricht ablegen zu können ist es natürlich auch Bedingungen, daß möglichst alle Eltern und Schüler ab 12 Jahren sich impfen lassen. Wenn ich mir den Impferfolg bei Eltern und in vielen Bundesländern bei den Schülern anschaue, dann kommt mir der Schauder runter. Bis heute hätte man hier deutlich zulegen können und ab 12 Jahren eine Impfquote von bestimmt 90% erreichen können. Impfstoff ist genug da. In sofern haben Eltern und auch Schüler sich selbst in diese Lage gebracht.
      Damit die vernünftigen Eltern und Schüler, die bereits geimpft sind jetzt nicht darunter leiden müssen wäre jetzt auch eine differenzierte Lösung fällig. Die Maskenpflicht sollte für geimpfte Eltern und Schüler ausgesetzt bleiben. Die geimpften Schüler sollten aber an den Tests teilnehmen zur zusätzlichen Absicherung. Und Schüler unter 12 Jahren, deren Eltern und älteren Geschwister geimpft sind, sollten ebenfalls befreit sein.
      Es ist bekannt daß auch geimpfte sich infizieren und andere anstecken können. Aber da Kinder noch nicht so lange geimpft sind sollte das Risiko überschaubar bleiben und somit könnte man diese Regelungen verantworten.

      • @Dirk Z

        Sie greifen doch genau unser gesellschaftliches Problem auf.
        Es sind eben nicht genügend Erwachsene, darunter viele Eltern, und nicht genügend SuS geimpft. Unter 12 sind das alle ungeimpft.
        Es gibt kein Recht darauf, Erkundigungen einzuholen, wer geimpft ist und wer nicht, wer eine Drittimpfung hat oder nicht.
        Wie soll da verfahren werden? 2G an Schulen einführen? Ist das Ihre Idee?
        Wir können nur mit dem Gesamtpaket versuchen die Situation in den Griff zu bekommen.
        Dazu gehört auch leider die Maskenpflicht.
        Die Tests sind leider unsicher, aber auch da wäre ich für engmaschige Testpflicht für alle, Geimpft und Ungeimpft. Besser als alles laufen zu lassen.
        Aber ich bin sicher, es wird so lange rumgeeiert, bis eine Aussetzung von Präsenz oder Wechselunterricht, vorgezogene Weihnachtsferien etc die einzige Möglichkeit bleiben. Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern ist ja abgehakt, als „wollen wir nicht“ der meisten Schulträger.
        Genau das, was keiner will wird wahrscheinlich eintreten.
        Ich hoffe, dass die Lage und die Uneinsichtigen uns nicht dazu treiben.

        • @Darfdaswahrsein: Egal wie unsinnig oder sinnvoll die Maskenpflicht ist- die Maskenpflicht wirkt sich eben auch sehr negativ auf die Impfquote aus. Viele Schüler fragen sich warum sie sich impfen lassen sollen wenn sie die Maske trotzdem weiter tragen müssen. Das eine Impfung in erster Linie für den eigenen Schutz ist wird dabei verdrängt und leider wurde mit der Verpflichtung diese Denkweise eben gefördert- wenn ich von etwas nichts habe gehe ich kein Risiko ein und lasse es. Ich kenne einige die haben sich aus diesen Gründen noch nicht impfen lassen.
          Die Situation ist inzwischen verfahren und das Kind ist in den Brunnen gefallen. Bestimmt kennen Sie den schönen Satz aus dem Titanic-Film von 1997, wo der Schiffszimmermann nach der Kollision gesagt hat: „Es ist egal was wir jetzt tun- die Titanic wird untergehen…“.

          • Bei uns tragen bevorzugt die Ungeimpften Ü12 keine Maske mehr.
            Die Geimpften verfügen offenbar über mehr Einsicht in die Notwendigkeiten, über mehr Solidarität und haben ein höheres Sicherheitsbedürfnis.

        • Und so gerieten wir durch die gegen wissenschaftlichen Rat des RKI, der Virologen und der Intensivmediziner auf Grund leichtsinniger Entscheidungen der Entscheidungsträger mit der Aufhebung der Maskenpflicht in diese zunehmend medizinisch prekäre Situation, die uns zunehmend voll belegte Intensivstationen mit einer Aufschiebung von dringend notwendigen Tumoroperationen beschert, die kalte Triage mit der Suche der Notärzte nach freien Intensivbetten für akut herzkranke Patienten und andere schwer Erkrankte beschert.
          Wenn heute 50.000 Neuinfektionen an SARS-Covid-19 auftreten, so werden 0,8 % ( = 400 Personen ) davon intensivpflichtig und davon versterben 30- 50 % ( 120 bis 200 Personen).
          Darunter befinden sich 80 -90 % nicht Geimpfte und eben auch sehr viele junge Menschen, die falsch informiert sind.
          Wir sehen die Gesichter und die Einzelschicksale, ertragen deren Leid und ihrer Angehörigen sowie deren zunehmenden Verfall mit deren zunehmenden Ausfall wichtiger Organe.
          https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/129174/Latente-Triage-hat-begonnen

      • Sie waren mir vor kurzem noch sympathisch. Aber jetzt blasen sie das selbe Horn und wollen Menschen ausschließen, die die Impfung ablehnen. Sie verwenden ebenfalls das Wort impfverweigerer und wissen nichts von deren Gründen.
        Bis vor kurzem hieß es noch, man muss die vulnerablen Gruppen mit der Impfung schützen und jetzt sind sie vulnerablen Gruppen geschützt, sterben aber trotzdem an Corona, also muss wieder ein Sündenbock her.
        Mittelalter ich grüße dich….

        • @Mi: Wir durchleben eine Zeit mit sich stark ändernden Gegebenheiten und Fakten. Inzwischen ist bezüglich der Wirkung der Impfung auch viel mehr bekannt als vor ein paar Monaten. Aus meiner Sicht stellt sich das Ganze so dar daß man durch die Impfung zwar selber gut geschützt vor schweren und auch vor milden Verläufen aber dadurch daß die sterile Immunität doch nicht so gut ist wie man zuerst gedacht hat. Zudem haben wir eine agressivere Variante am Start. Das ergibt daß sich leider doch mehr Menschen impfen lassen müssen als ursprünglich gedacht. Mir wäre es auch lieber gewesen es hätte eine Impfquote von 65% gesamt über 18 gereicht und dann hätte man nicht mehr gross über Schüler reden müssen. Deswegen muss man sich ständig informieren und auch mal Meinungen anpassen und in diesem Fall erkennen, daß man impftechnisch auch an die jüngeren ran muß.
          Bezüglich der Masken prüfe ich die Gegebenheiten auch ständig, allerdings muss man hier erkennen daß ich in diesen weiterhin keinen grossen Sichehitsgewinn erkenne, sondern auch entsprechende Folgewirkungen bei lange Tragezeiten. Und ich finde daß eine Impfung ein weitaus kleineres Übel ist als die Verplichtung zum Tragen einer Maske. Nur weil die sterile Immunität nicht so gut ist ist muss man das Konzept auf Eigenschutz umstellen, um zu einem doch einen sicheren Betrieb und vor allen einen maskenlosen Betrieb sicherzustellen. Dann kann das Virus zwar durchs Klassenzimmer rauschen, richtet aber keinen weiteren Schaden an. Nur damit das funktioniert müssen alle impftechnisch mitziehen.
          Und glauben Sie mir gerade die in vielen Bundesländern beschlossenen 2G Regelungen halte ich für sinnfrei, es ergibt für mich kein nennenswerter Sicherheitsgewinn.

          • Liebe Redaktion,
            ich habe bei Ihnen den Eindruck daß Sie sich „wegducken“ und sich immer wieder den realen Problemen verschliessen. Wir hatten diese Diskussion schon ettliche Male.
            Sie haben meine Aussagen nicht verstanden. Sicherlich ist an den Studien mit dem Faktor 3,5 was dran. Das heisst aber keine zusätzliche Sicherheit über den Tag, sondern ggf. eine Verzögerung der Infektionen. Aber bei Ihnen habe ich den Eindruck, daß Ihrer Meinung nach mit dem Maskentragen ein sicherer Schulbetrieb möglich ist, am besten alle mit FFP2 Maske. Aber die Zahlen auch den Hochinzidenzgebieten zeigt, daß es nicht mehr funktioniert.
            Und übrigends: Frau Brinkmann ist eine Virologin und kennt sicher ihren Bereich. Aber den Ärzten traue ich dann doch mehr zu zu entscheiden was verantwortbar ist und nicht.
            Prio eher wäre dafür zu sorgen daß die Schüler endlich mal durchgeimpft werden- das würde mehr Sicheheit reinbringen und je schneller desto eher kann man einen sicheren Schulbetrieb mit oder ohne Masken, am besten ohne Masken ermöglichen.

          • Lieber Dirk Z,

            nirgends haben wir erklärt, dass „unserer Meinung nach“ (mal zur Erinnerung: Wir sind Journalisten, keine Physiker oder Virologen) mit dem Maskentragen ein sicherer Schulbetrieb möglich sei. Masken sind zweifellos nur ein Baustein – was niemand seriös bestreitet. Es ginge aber auch anders. So haben wir schon im vergangenen Jahr ein vom Aerosol-Forscher Prof. Kähler entwickeltes Sicherheitskonzept für Klassenräume vorgestellt, das (fast) ohne Masken auskommt – dafür mit Luftfilter und Plexiglaswänden. Nur war bislang kaum jemand bereit, dafür genügend Geld in die Hand zu nehmen. Hier nachzulesen: https://www.news4teachers.de/2020/12/wie-ein-klassenraum-mit-gutem-corona-schutz-fuer-schueler-und-lehrer-aussieht/

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

  4. So müsste ich mal arbeiten… da wäre ich meine Pflegeerlaubnis los. Hinterher ist man immer schlauer, ja, manchmal stimmt das. Aber wenn ich klare Auflagen oder wissenschaftliche Erkenntnisse mit Schaden für Leib und Leben missachten würde, hätte ich eine Privatinsolvenz als Folge. Auch wenn extrem wenige Tageskinder bei Tagesmüttern aus dem Fenster stürzen, glaube ich nicht, dass ich ungeschoren davon käme, wenn ich Fenster öffnen und Stühle davor stellen würde, einfach nur, weil frische Luft gut ist und Kinder die Welt erkunden sollten. Es ist einem ohne jede persönliche Erfahrung, ohne Inzidenz und ohne Überlastung von Intensivstationen einfach klar, dass man sowas nicht macht. Warum funktioniert bei Politikern weder der gesunde Menschenverstand noch die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse? Warum kann ich das, obwohl ich so viel weniger verdiene als unser Landesvater? Und warum hätte ich so viel mehr Ärger, wenn ich „hinterher schlauer“ wäre?

    • Von einem Politiker in strategisch wichtigen Positionen wie einem Ministerpräsidenten muss mann erwarteb können, dass er nicht reaktiv sondern proaktiv agiert. Sonst ist er sein Geld nicht wert.

  5. Es gibt Leute, z.B. Wissenschaftler oder einfach denkende Menschen, die waren schon vorher- und nicht wie die Politiker erst hinterher- schlauer.
    Schade, dass sich immer wieder neue offensichtlich Dummen durchsetzen.

    Meine Klasse ist nun also wieder im Distanzunterricht. Mit Masken wäre das wohl nicht passiert…

  6. MP Dryer verkündete am 7. September:
    „Ich habe mich lange dafür eingesetzt, dass wir nicht mehr nur die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für unser Handeln im Kampf gegen das Virus zugrunde legen. Wir begrüßen daher, dass die Inzidenzschwellen von 35 und 50, die bislang den Staat zum Ergreifen von Maßnahmen verpflichtet haben, aus dem Bundesinfektionsschutzgesetz gestrichen werden. Stattdessen werden in Rheinland-Pfalz künftig die Faktoren Hospitalisierungsinzidenz und Intensivbettenauslastung wesentliche Maßstäbe für weitergehende Schutzmaßnahmen sein“.

    Hausgemachter Notstand demnach.

    Die weitere Presserklärung von Anfang September las sich wie ein neues Paradies, das sich für Geimpfte auftut. Mir kam das bereits damals sehr seltsam vor, da ja bekannt war, dass a) sich auch Geimpfte infizieren und das Virus weitergeben können und b) der Impfschutz mit der Zeit nachlässt. Ich habe mich auch als Geimpfte nicht sicher gefühlt mit diesen Ankündigungen von Dryer und Co.

    „Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr großen Stück Normalität. Es werden für diese Gruppe unbegrenzte Zusammenkünfte möglich sein, zu denen ein gewisses Kontingent an nicht-immunisierten Personen hinzukommen können. Als Faustregel gilt: Wir sehen keinen Lockdown mehr als Schutzmechanismus vor: Geschäfte, Restaurants, Hotels, Theater und Kinos sollen geöffnet bleiben, auch bei steigenden Inzidenzen. Stattdessen wird der Zutritt von nicht immunisierten Menschen schrittweise reduziert, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.“

    Klappt ja „prima“, oder?

    Genauso „prima“ war es, vor den Herbstferien die Maskenpflicht in Schulen einzustellen und vor einer Woche die Testpflicht auf einen unsicheren Antigentest zu reduzieren.

    Die Inzidenzen steigen und steigen, aber das hat Dryer ja wochenlang nicht interessiert. Es gab ja noch genügend Kapazitäten im Krankenhaus. Nun wird es langsam eng dort.

    Und nun?

    Weiterhin unbeschränkte Zusammenkünfte?

    Ich halte das Ganze für ein zynisches politisches Handeln.

    Ich sehe keine Freiheit darin, einer riesigen Infektionswelle ausgeliefert zu sein. Ich empfinde dies als Zumutung für die gesamte Bevölkerung!!!

    Es gibt 1489 Schulen in RLP (einschließlich Berufskollegs und Schulkindergärten). 916 Schulen sind von Infektionsfällen betroffen, 3411 SuS sind infiziert, 307 LuL sind infiziert, an 66 Schulen gibt es mehr als 9 Infektionsfälle.
    (Quelle: https://add.rlp.de/de/themen/schule/corona-schulen/ueberblick-ueber-corona-infektionszahlen-an-schulen-in-rlp/)

    Bin gespannt auf Montag, wenn wir wieder Testtag haben.

  7. Herr Kretschmann sollte baldmöglichst zurücktreten . Er ist nur noch unsäglich . Alle außer ihm und seiner Schulministerin haben gewusst , dass die Aufhebung der Maskenpflicht nach hinten losgeht . Und dann kommt so ein flapsiger Spruch . Unglaublich . Irgendwann müsste doch auch die NRW – Bildungsbremsscheibe Gebauer merken , dass alle Länder die Maskenpflicht wieder einführen . Aber vielleicht sagt ihr Staatssekretär es ihr nicht . Sie ist ja so sensibel . Und mitfühlend und verständnisvoll . Mutter Theresa war ein Schiss dagegen .

    • Heute spricht Herr Kretschmann schon von möglichen Schulschließungen. Ich bin fassungslos. Vor ein paar Tagen hat man uns unwissenden Lehrern noch erklärt, dass wir über ein hochwirksames Sicherheitskonzept in den Schulen verfügen, das keine Masken im Unterricht nötig macht – und jetzt haben wir wieder Masken und es drohen Schulschließungen. Muss ich das verstehen?

      • @Omamamia: „Muss ich das verstehen?“ – Besser nicht: Leute, die Politiker und ihr Handeln verstehen, leiden überdurchschnittlich häufig an a) ausgeprägtem Zynismus und Pessimismus b) Weltschmerz und Depressionen c) bis hin zu Selbstmordabsichten.

    • Herr Kretschmann hat die Chance das KM mit einer kompetenten Person zu besetzen verstreichen lassen. Ich hatte direkt Angst, dass unsere Eisenfrau noch getoppt wird. Warum wird es nach jeder Wahl nur noch schlimmer?

  8. Krankenhäuser, Mediziner, Pfleger, Hausärzte und Kinderärzte schlagen Alarm und Frau Schopper hat in aller Öffentlichkeit mitgeteilt. Wir verzeichnen keine schlimmen Ausbrüche an Schulen und keine Kinder liegen auf der Intensivstation. Was für eine fahrlässige Haltung ist von Frau Schooper in Ihrer Machtposition gelebt worden und alles auf Kosten der letzten in der Reihe. Auch die Mogelpackung ohne Inhalt ist so erbärmlich einer Schülerschaft gegenüber die Ihre erste Lebenskrise durchleben. Die Notlage der Schüler und die Bildungkrise auf etwaige Lernrückstände abzutun ist in diesem Ausnahmezustand keine Hilfestellung und die ernsthaftigkeit der angehäften Lernrückstände nicht anerkannt. Die Ausbrüche an den Schulen haben keine Quarantäne Regelungen mehr undSchüler dürfen nicht aus dem Klassenzimmer und werden gehalten wie im Käfig.https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/rekord-inzidenzen-bei-kindern-kinderaerzte-ueberlastet-100.html Frau Schopper vertritt Durchseuchung und strebt keinen Wechselunterricht an trotz steigender Ausbrüche.

  9. Blick nach Österreich: Dort gibt es für ältere Kinder und Lehrkräfte die FFP2-Pflicht im Unterricht.
    Und bei mehrfachen Tests pro Woche muss EINER immer ein PCR (!) Test sein.
    Also, es ist noch „Luft“ (kalte, zugige!) nach oben!

  10. Ich halte das alles für Unsinn. Die Realität sieht anders aus.

    SEK II- und Berufsschüler setzen oft die Masken falsch auf (Nase frei), sind sie unbeobachtet werden die Masken ganz abgenommen. Der Stecker des Luftergeräts wird gezogen um das Handy zu laden. Fenster werden wenn überhaupt nur kurz und halb geöffnet.

    Das zieht sich durch, da sind die Lehrkräfte auf Dauer machtlos. Es gibt bis auf das Testen keinen wirklichen Infektionsschutz in der Schule.

  11. Also Pit. Das können sie jetzt echt nicht bringen. DIE Maske ist doch DER letzte und einzigste JOKER, den die Kultusminister noch zusätzlich zu ihrem bahnbrechendem Sicherheitskonzept ausspielen können. Den haben sie sich extra aufgehoben bzw. abgeschafft um ihn jetzt in schweren Zeiten wieder ausspielen zu können.

  12. Was ich mich frage, ist, was haben die Kinder nun eigentlich dabei gewonnen? Ein schlechtes Gewissen? Oder wie erklärt man ihnen den Zusammenhang, dass die Masken nicht mehr getragen werden brauchten, sich darauf in Kürze die Intensivstationen füllten und die Masken in den Schulen deshalb wieder Pflicht werden müssen? Die Kinder sind doch nicht dumm und fühlen sich nun wohl eher belogen, weil auch ihnen erzählt wurde, es würde sich um ein Märchen handeln, dass Schulen Treiber der Pandemie sein könnten. So ein dummer, dummer Politikeronkel und so eine dumme, dumme Politikertante, die nicht vorher schlau genug waren und stattdessen Märchen erzählt haben! Hoffentlich haben viele Kinder ihre Masken auf der Nase gelassen am Sitzplatz … dann bleiben ihnen solche Gedanken erspart und sie können stolz sein darauf, dass sie schlauer sind/waren als die „Bestimmer“.

    Und nein, Politiker(innen), die die AHA-L-Schutzmaßnahmen in den Schulen nicht konsequent umsetzen (lassen) und das geht nur mit der Abstandsregelung (also in der Regel Wechselunterricht) bzw. Kontaktreduzierung, lassen immer noch reichlich Infektionen in den Schulen zu. Die Frage ist doch, ob man sich das bei vollen Intensivstationen leisten kann. Ich kann nicht erkennen, dass da irgendwer „hinterher schlauer ist“. Wenn es um alles geht und man sich kein weiteres Durchseuchungsgeschehen mehr „leisten“ kann, sollte man mit den faulen Geschichten mal aufhören, denke ich.

  13. Es geht und ging niemals um die Gesundheit der Kinder. Für Kinder und Jugendliche ist Corona relativ und absolut harmlos. Signifikant(!) harmloser als die Influenza-Grippe. Zudem ist das Infektionsrisiko im Unterricht nachgewiesenermaßen (-> Landesuntersuchungsamt RP) mikroskopisch klein, insb. für Lehrer.
    Die Maskenpflicht im Unterricht ist eine politischen Entscheidung. Auch durch Einflussnahme der Lehrerverbände, deren Mitglieder überdurchschnittlich ängstlich sind und sich einfach nicht von der Maske entwöhnen wollen. Gesundheitliche Bedenken durch stundenlange erschwerte Atmung (zumindest dieser Effekt der Maske ist unstrittig) werden einfach geleugnet. Die starke physische und psychische Belastung der Kinder billigend in Kauf genommen.

    • @Doc Martin:

      Niedlicher Versuch. Eigentlich sogar süß.
      Hat mich aber relativ, absolut und signifikant nicht überzeugt.
      Tut mir überdurchschnittlich leid!

    • Autsch, „Signifikant(!) harmloser als die Influenza-Grippe“…. Hust, die echte Grippe wird auch Influenza genannt.

      War es die Studie, die am 01.03.2021 mit 784 untersuchten Indexfällen veröffentlicht wurde?
      Da gab es noch Inzidenzwerte zu beachten und im Erhebungszeitraum 2020 ab September erstmals so eine Alpha-Variante!

      Sicher kommen dann auch endlich die Masken-Entwöhnungskurse für Fortgeschrittene und Coronaleugner-Trauma-Selbsthilfegruppen.

      https://lua.rlp.de/de/presse/detail/news/News/detail/studie-zu-uebertragungsrisiko-von-covid-19-in-rheinland-pfaelzischen-schulen-und-kitas/

      • Genau diese Studie: Fast 500 Schüler im Unterricht haben in 3 Monaten gerade mal 2 (zwei!!) Lehrer infiziert. Damals nicht die Delta-Variante, dafür aber ohne Tests, ohne Impfungen und größtenteils ohne Maske. Zum Vergleich: Jede Woche verletzen sich 3 Lehrer in RP im Straßenverkehr. Und selbst wenn die Delta-Variante 100x ansteckender wäre, sind das Risiko für Lehrer immer noch absolut zumutbar und die Masken im Unterricht absurd unverhältnismäßig.

        • Diese Studie war und ist eine einzige Farce. Es gab jede Menge Infizierte an Schulen. Diese wurden nur nicht als solche erfasst, sondern als „Ansteckung im privaten Umfeld“, sobald die Personen, die nebeneinander gesessen haben, vor den Schultoren miteinander gesprochen hatten. Infizierte Personen in einer Klasse, die nicht nebeneinander saßen, galten als „Zufallsfund“ und somit nicht als Indexfall. Als Indexfall galt nur derjenige/diejenige, der/die nebeneinander saß und nicht vor der Schule miteinander gesprochen hatte. Dann kam hinzu, dass kaum ein SuS getestet wurde wegen PCR-Test-Knappheit. Außerdem konnten die Gesundheitsämter die Kontakte ab einem gewissen Grad nicht mehr nachverfolgen. Diese „Studie“ ist eine Dateninterpretation, der fehlerhafte Daten zugrundeliegen. Sie wurde von Epidemiolog*innen nicht ernst genommen.
          Schauen Sie auf die Angaben der ADD. Dort sehen sie, wie stark das Infektionsgeschehen an Schulen ist. Erschreckend hohe Zahl an Schulen mit mehr als neun Infektionen.

          • Ohne Masken sind die Ansteckungen noch höher.

            In NRW hat man uns das einzige Bollwerk (also Lattenzaun) „Maske tragen“geklaut.
            Aber lieber einen Lattenzaun haben als gar nichts.

    • „überdurchschnittlich ängstlich“? Also ich verbringe täglich mehrere Stunden in engen Räumen mit verschiedenen Klassen einer Altersgruppe, die eine Inzidenz von über 1.000 aufweist. Es gibt keinen Abstand und ohne die Maske stünden nur die fünfminütigen Lüftungspausen als Schutz im Raum. Wo ist das denn noch so?

      Ängstlich bin ich nicht, wohl aber etwas besorgt und ich denke anhand der Zahlen und Fakten nicht zu unrecht. Ich mag die Maske nicht und sie erleichtert mir den Unterricht sicherlich ebenfalls nicht. Trotzdem halte ich sie für sehr sinnvoll. Zudem sind die meisten Kinder ja jetzt schon an die Maske gewöhnt, weswegen ich eine „starke physische und psychische Belastung der Kinder“ für deutlich übertrieben halte. Gespräche mir vielen Kindern darüber bestätigen mich in meiner Einschätzung.

    • @Doc Martin: Sehr gut dargestellt. Ich habe dazu auch schon andere Beiträge geschrieben. Nebe den von Ihnen dargestellten Punkten kann man sinnvollerweise höchstens Tröpcheninfektionen vorbeugen. Der Aerosolpegel bleibt aber der gleiche. Wenn jemand Infizierter in der Klasse ist, dämpfen die Masken zwar die Ausbreitung, aber wohl nur zeitlich. In sofern bedarf es anderer wirksamen Massnahmen um einen tatsächlichen Infektionsschutz zu erreichen. Vielleicht sollte man bei den Dänen und Schweden nachschauen wie sie es machen. Da kann Deutschland und andere Länder noch sehr viel lernen. Im Gegensatz zu Deutschland scheint man Kinder und Jugendliche dort wertzuschätzen.

    • Autsch, ein ganz Schlauer!
      Ihre Erklärung, warum ich mich und anschließend meine ganze Familie anstecken konnte? In der sicheren Schule, Maskenpflicht nur in den Gängen, die jetzt vorübergehend geschlossen wurde, weil in einzelnen Klassen über die Hälfte der Kinder positiv sind? Angeblich einige mit starken Symptomen und hohem Fieber. Wie auch mein Sohn. Und auch uns geimpften Erwachsenen ging und geht es ziemlich bescheiden.
      Aber sicher sind die Schulen. Sausicher.

  14. Alles auf Kosten von Menschen ( Kinder und Erwachsene)!
    Wir werden wie Ware behandelt, ist doch egal, wenn man mit der Entscheidung falsch lag, sind nur Menschen, welche sie weder kenne noch kennenlernen werden, welche hier zu großem oder kleinem Schaden kamen. Vielleicht sind auch welche ( leider) dabei gestorben oder werden noch sterben, haben sich halt ein bisschen getäuscht, aber wir wissen ja, hinterher ist man immer schlauer!
    Welch dummes Gelaber, hauptsächlich man selber ist gut geschützt, der Rest ist doch egal, ein paar mehr oder weniger merkt man doch nicht!
    Die Klassen werden dann kleiner, blöd nur, wenn es Lehrer trifft, aber wir wissen doch, die werden das dann in den Schulen schon irgendwie wuppen, hat doch bisher auch funktioniert, warum sollte das diesmal nicht auch klappen,die Lehrkräfte sind halt zuverlässig, einfach gut gezogenes Personal, gehorsame Diener des Staates, so wie es sich gehört!

  15. „Hinterher ist man immer schlauer“ ein tolles, mitreißendes und spannendes Fragespiel

    Herr Kretschmann zeigt späte Einsicht, na ja besser spät als nie.

    Herr Stamp (FDP) heute im NRW Landtag ist über so etwas erhaben, denn er hat herausgefunden dass das RKI sogar Falschinformationen durch Herrn Wiehler verbreitet hat und er scheinbar diesen dann aufgesessen zu sein glaubt.

    Die offenbarte Strategie gegen Corona in NRW nun erst einmal die Bußgelder drastisch zu erhöhen wäre sicher vorher auch keiner drauf gekommen. Ob sich da Corona nun fürchtet?

    Rapunzel Hin und Her wird bis Freitag ganz sicher auch wieder etwas noch nie Dagewesenes basteln was dann zum Wochenende aus dem Zauberhut springt.

  16. Wenn man als Politiker immer erst hinterher schlauer ist, dann sollte man seinen Beruf wechseln, denn diese Einstellung schadet Vielen. Man hat momentan das Gefühl, dass unsere Volksvertreter in allen Bereichen immer weniger Durchblick haben, und sich immer weniger an der Sache orientieren, sondern an teuren Beratern, die ganz nach Befinden und Vorgaben seitens der Regierung entscheiden. Die Schule ist ein sehr sensibler Ort in diesen Zeiten und wird am unsensibelsten behandelt. Intelligente und vernünftige Lösungen passen nicht ins Budget. Flickwerk ohne Ende, und letztendlich wird doch alles teurer. Das Gehampel mit der Maskenpflicht, wobei ich diese nun nicht mal sehr effektiv finde, und sie die Kommunikation im Klassenraum erheblich beeinträchtigt, ist typisch. Effektive Belüftung, kleinere Klassen, bessere Ausstattung, Wechselunterricht mit stabilen Internet-Programmen und funktionierendem Stundenplan, Material und gezielte (ich betone: gezielte) Fortbildung für diese Situation, das wären die Aufgaben seit Ausbruch des Corona Virus gewesen. Sich jetzt hinzustellen und „klein-klein“ vom vermeintlichen Maskendebakel zu reden, ist so was von daneben. Die Defizite unserer „Chefetage“ treten immer deutlicher zum Vorschein.

  17. Begründung hat Querdenker-Niveau: „weil sich die Kinder ja privat auch mit den Freunden treffen, dürfen sie die Maske im Unterricht weglassen“.
    War der Regierungschef Günther jemals in einer Schule?
    Ich habe überschlägig 400 Kontakte am Tag für eine Schülerin (mit Mensabesuch) gezählt. Um auf 400 Kontakte TÄGLICH privat zu kommen, muss man aber viele Freunde einladen…

  18. Fairerweise muss man anmerken, dass zumindest wir Lehrkräfte in BaWü dieses Mal vorgewarnt wurden: letzte Woche gab es dazu ein kultusministerielles Schreiben mit der Ankündigung, dass die Maskenpflicht mit dem zu erwartenden Eintritt in die Alarmstufe wohl diese Woche wieder kommen würde. So konnten wir diesmal die Schüler:innen wenigstens auf die erneute Änderung vorbereiten. Über das großmundig angepriesene Sicherheitsnetz kann ich angesichts fehlender Luftfilter, kalter Klassenzimmer und dem latent andauernden „Kinder sind keine Treiber der Pandemie“ nur sehr bitter lachen. Für diese Lüge hat sich noch kein:e Politiker:in entschuldigt oder die Behauptung wenigstens in einen nachvollziehbaren Kontext gebracht. Und auch wir sind müde und dauererschöpft von der Pandemie, die einen schon vor Corona überbelasteten Berufsstand weiter aushöhlt.

  19. „Hinterher ist man immer schlauer!“

    Dann denken Sie vorher gefälligst nach! In einer Schule sind nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die keine Möglichkeit haben sich zu schützen!
    Kinder gehen nach Hause und stecken ihre Familienangehörigen an!
    Nur weil sie selbst nicht schwer erkranken heißt das nicht, dass die anderen völlig egal sind!
    Schließen Sie endlich die Schulen!
    Sonst werden diese Weihnachten in die Geschichtsbücher geschrieben werden müssen!

  20. In Mannheim sind am 17.11.2021 287 Infektionen gemeldet und die Zahlen steigen von Tag zu Tag.https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/kretschmann-zu-den-corona-massnahmen-vor-bund-laender-treffen-100.html Jetzt wo Alarm von allen Seiten kommt,ergreift Kretschmann das Wort. Die Durchseuchung und den starken Anstieg haben wir dem mangelnden Gesundheitschutz zu verdanken den Frau trotz mahnender Aufrufe abgelehnt hat. Warum Frau Schopper nicht auf Wechselunterricht geht um die Situation an den Schulen zu entspannen ist für mich ein festhalten an Durchseuchung.

  21. Nicht nur die Maskenpflichtaufhebung war eine Fehlentscheidung auch das Rückenwindprogramm ist an G8 Schulen in BW nicht angekommen.https://www.openpetition.de/pdf/blog/g9-jetzt-baden-wuerttemberg_landesregierung-verweigert-nach-wie-vor-das-g9_1634284020.pdf Frau Schopper ist ein großer Fan der Gemeinschaftschulen und bekennt dies in aller Öffentlichkeit in einer schweren Bildungskrise der G8 Schulen. Die G8 Schulen stehen an der Wand mit einer Mogelpackung ohne Inhalt. Lernfreude kommt da nicht auf und knutschen reicht nicht aus um den Lernfrust zu vergessen

  22. Jöhhhh…jetzt stellen sich die Kumis alle wieder als Opfer der so nicht zu erwartenden Situation dar.

    Aber selbst wenn sie wirklich Opfer wären, wer will schon von Opfern regiert werden?

  23. Pandemie-Managment in RLP – bei uns gibt es noch nicht mal „hinterher ist man immer schlauer“:

    „Die Zahl der Corona-Schnelltests in den Schulen wird nicht grundsätzlich erhöht. Abhängig von den jeweiligen Warnstufen soll es bei einem Test pro Woche bleiben oder die Zahl auf zwei (Warnstufe 2) oder drei (Warnstufe 3) erhöht werden. Man reagiere damit auf den Protest der Eltern, sagte Hoch, der aber auch deutlich machte, dass aus seiner Sicht nicht notwendig ist, die Zahl der Corona-Tests bei den Schülern zu erhöhen.“
    https://www.volksfreund.de/region/rheinland-pfalz-was-die-corona-regeln-fuer-weihnachtsmaerkte-und-schulen-bedeutet_aid-64106953

    Und Hoch ist nicht nur Gesundheits- sondern auch Wissenschaftminister! Armes RLP.

  24. In RP versprach Frau Dreyer Impfbusse zum Boostern der Lehrer und Mitarbeiter. Bisher ist nichts geschehen, und wir haben bereits zwei Durchbrüche im Kollegium. Von den zuständigen Ministerien ist nichts Nennenswertes zu bemerken, außer der Ankündigung, die Maskenpflicht nächste Woche wieder einzuführen. Wir frieren dank der CO2-Ampel jetzt noch mehr, da wir die Fenster permanent abgekippt lassen müssen, wenn die Ampeln nicht alle 7 Minuten zum Lüften auffordern sollen. So ist hin wie her kein ordentlicher Unterricht möglich, wenn man den Gesundheitsschutz der ungeimpften Kinder ernst nimmt. Wir erleben ein Politikversagen bisher unbekannten Ausmaßes und ich wage mir nicht vorzustellen, wie diese vernunft- und entscheidungsschwachen Führungskräfte in anderen prekären Lagen versagen könnten.

    • Solang bei den Kinderinzidenzen Kitas und Schulen geöffnet bleiben,wird es nicht einzudämmen sein.Dieses offen lassen auf Teufel komm raus geht mir langsam gehörig auf den Strich.Kinder sind nicht dumm,die merken ab einem gewissen Alter auch,dass sie gerade als Durchseuchungsfutter verheizt werden.Die Präsenzpflicht gehört aufgehoben!Dazu kommt von denKinderschützern aber nichts.

      • So isses.
        Man beschneidet alles andere ausser den Masseninnenraumversammlungsort Schule mit seinen unglaublich hohen Kontaktzahlen. Und beschimpft dann ungeimpfte Eltern.

        Hurra Deutschland.

  25. Um zu realisieren, dass die Abschaffung der Maskenpflicht absolut dämlich war und ist, bedarf es lediglich absolut basalen Wissens in Biologie (z.B. in Virologie, Epidemiologie), Physik (z.B. über Transportprozesse von Aerosolpartikeln, wie Diffusion, Absetzung und Aufwirbelung) und Mathematik (z.B. in Stochastik, insb. über Exponentialfunktionen) i.V.m. der Zurkenntnisnahme,…

    … (I) dass schulische Unterrichtsräume aus virologischer Perspektive insb. im Rahmen von Tröpfcheninfektionen generell und insb. mit Blick auf die Besonderheiten von SARS-CoV-2 und seiner Mutanten optimale Infektionsorte darstellen: Das Infektionsrisiko an einem sechsstündigen Schultag in einer Klasse / einem Kurs mit halber Raumbelegung, unter den expl. Bedingungen, dass (a) ein Mindestabstand von 1,5 Metern rigide eingehalten wird, dass (b) alle Anwesenden konstant einen adäquaten Mund-Nase-Schutz korrekt tragen und dass (c) regelmäßig ein optimaler Luftaustausch stattfindet, hat bei Anwesenheit eines einzigen Infizierten mit Maske(!) im Raum einen R-Wert von 2.9; d.h. dass sich statistisch an einem Tag pro Klasse / Kurs ca. drei Personen trotz Masken(!) infizieren. Diese Kalkulationen basieren aber auf der sog. Wildvariante des Virus,* die neuen Mutationen sind jedoch deutlich infektiöser: B.1.1.7 hatte demggü. bereits einen um .4-.7 höheren R-Wert, folglich ein substanziell erhöhtes Infektionsrisiko. Die Delta-Veriante ist deutlich ansteckender!

    Natürlich, ein einziger Infizierter ist im Rahmen von Schule bereits ein erheblicher Risikofaktor für alle anderen, selbst wenn jeder(!) eine Maske trägt. Das Masketragen wird (wie oben geschildert) im vollen Regelunterricht fast schon zur Makulatur… aber das sollte im Umkehrschluss nicht dazu verleiten, die Maskenpflicht abzuschaffen. Denn informieren Sie sich bitte über die Funktionsweise der Masken: Diese dienen primär dem Fremd-, nicht dem Selbstschutz. Selbstschutzeffekte zeitigen diese primär erst dann, wenn alle anderen auch eine Maske tragen. Bei der Situation, in die uns das Kultusministerium zwingt, muss es um ein Maximum an noch verbleibenden Möglichkeiten des Selbstschutzes gehen. Trägt ein einzelner Infizierter keine Maske, alle anderen aber doch, sind diese anderen trotzdem nochmals deutlich(!) infektionsgefährdeter als wenn dieser Infizierte eine Maske tragen würde. Es ist absoluter Unsinn zu argumentieren, dass ja jeder sich noch selbst freiwillig schützen und eine Maske tragen könne, wenn er es wolle, denn diese Möglichkeit des Selbstschutzes wird durch die keine Masken tragenden Personen effektiv negiert. Dass das eine so große Menge an Personen nach ca. 2 Jahren immer noch nciht verstanden hat… deshalb das ganze nochmal bildlich:
    http://www.bruno-h-buergel-grundschule.de/conpresso4/_rubric/detail.php?rubric=Corona&nr=1761

    Übrigens: Die Realisierung der oben skizzierten Bedingungen (a) bis (c) in hinreichender Art und Weise ist im Schulalltag zudem utopisch. Mithin kann falsches Lüften die Infektionsgefahr drastisch erhöhen.** Um das Infektionsrisiko der Wildvariante auf einen R-Wert von 1.0 zu reduzieren, sind gem. Hermann Rietschel Institut der TU Berlin bereits ca. 75 m3/h pro Person an virenfreier Zuluft notwendig, bei B.1.1.7 benötigt man hierzu jedoch schon 105 m3/h pro Person. Die benötigte Zuluft ist pro Stunde kumulativ, so dass bspw. binnen zwei Stunden bereits 150 m3/h pro Person (Wildvariante) resp. 210 m3/h pro Person (B.1.1.7) an Zuluft benötigt werden. Zwei Zeitstunden sind damit rechnerisch auch das zeitliche Limit, dass ein halber Kurs (max. 17 Schüler, inkl. Lehrer) – unter Maßgabe des Einhaltens von Mindestabständen und des Tragens eines adäquaten MNS – bei expl. Einsatz eines Hochleistungsluftfilters mit einer Zuluftleistung von ca. 3500 m3/h pro Person (Werte, die mit normalem Lüften nicht erreichbar sind) im selben Unterrichtsraum unterrichtet werden kann. Tatsächlich wäre aber eine Reduzierung auf R=0,5 mittels drastischer Erhöhung des Zuluftstroms notwendig, um eine Infektion hinreichend ausschließen zu können, was in unseren normalen Unterrichtsräumen (baulich und technisch) kaum möglich erscheint;

    … (II) dass es bereits im Sommer 2020 (a) einschlägige internationale Erfahrungen mit der Rolle von Schulen als Pandemietreiber bzw. der hohen Wirksamkeit von Schulschließungen gab und (b) entsprechende internationale Studien ebenfalls vorlagen, die aber insg. gar nicht erst registriert oder gar aktiv ignoriert wurden (so ein Ministerium beschäftigt nicht wenige Menschen, dass da niemand den internationalen Forschungskorpus gesichtet hat, kann man sich kaum vorstellen). Damit ist nicht erst das Ignorieren, Negieren und Vorenthalten von Studien aus dt. Landen und deren Zwischenberichten skandalös, bereits das Verlangen nach (diesbzgl. redundanten) dt. Studien bei voller Zugänglichkeit internationaler Erfahrungen und insb. Forschungsergebnisse (u.U. auch eine Hinhaltetaktik ggü. dem spekulativerweise diesbzgl. nicht akademisch vorgebildeten, unkritischeren Publikum, um die Schulen möglichst lange offen zu halten) genügt, um des Versagens der Kultusminister gewahr zu werden.

    Ich schrieb es hier bereits öfter: M.M.n. der größte Skandal, den die BRD je hatte.

    tl:dr
    Ja, am Ort Schule derogiert die Maske im (eingeschränkten) Regelunterricht zur Makulatur, kann selbst bei sonstigen Optimalbedingungen das Infektionsrisiko nur reduzieren, wobei aber ein immenses Restrisiko blebt: (eingeschränkter) Regelunterricht ist unverantwortbar.
    Ohne Maske wäre es aber noch schlimmer. Und selbst im Wechselunterricht, d.h. bei jedem Unterricht, der länger als zwei(!) Stunden dauert, wird die Maske zur Makulatur (s.o.). Aber auch hier wäre es noch(!) schlimmer ohne Maske: Auch Wechselunterricht der länger als zwei Stunden dauert, sit unverantwortbar!
    Warum das kein Argument gegen masken sein kann, sollte klar sein, aber um das zu verdeutlichen:
    Wenn ein Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät in einem verqualmten/verrauchten Raum für N Stunden überleben kann, bevor das Gerät seine Wirkung verliert, man aber entscheidet, dass er für N+x Stunden in diesem Raum verharren muss und sich dann wundert, dass er totz umkippt, ist die Lösung des Problems nicht, ihn direkt von Anfang an ohne Atemschutzgerät in diesen Raum zu schicken, sondern seine Verweildauer auf den Zeitraum N (bzw. N-x) zu reduzieren.

    * Vgl. Kriegel, Martin & Hartmann, Anne (2021): Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel – Vergleichende Bewertung von Innenräumen hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes. URL: https://depositonce.tu-berlin.de/bitstream/11303/12578/5/kriegel_hartmann_2021.pdf

    ** Vgl. Curtius, J.; Granzin, M. & Schrod, J. (2021): Testing mobile air purifiers in a school classroom: Reducing the airborne transmission risk for SARS-CoV-2. URL: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02786826.2021.1877257

  26. Hinterher ist man schlauer. Stimmt. Das gilt für mich im Nachhinein auch für die Landtagswahl. Allerdings hat sich dort im Gegensatz zur Maskenthematik auch nicht eine wirklich gute Alternative zur Wahl gestellt.

  27. Kretschmanns Haltung ist fahrlässig! Booster Impfung ab 18J. und kein Impfzentrum in BW wird in Mannheim eröffnet. Beim Hausarzt eine Warteliste von 500 und keine Chance in der nächsten Zeit eine Impfung zu erhalten. Die Hausärzte sind am Limit und haben das Personal nicht um soviele Impfungen zu verabreichen und andere Behandlung bleiben auf der Strecke!

    https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-corona-ticker-baden-wuerttemberg-kretschmann-gegen-eine-wiedereroeffnung-der-impfzentren-update-_arid,501540.html

  28. Und deshalb Maske auf:
    Die meisten Menschenleben werden durch die Infektionsprävention gerettet: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Kontakte minimieren.

    Auch das Tragen von Masken ist derzeit unerlässlich. Auch ein einfacher chirurgischer Mund-Nasen-Schutz kann die Infektionsgefahr bei Kontakt zu einem Covid-19 Patienten um 60-80% reduzieren, eine FFP2 Maske um 95-99%.

    https://www.muenchen-klinik.de/infektionen-immunsystem-immunkrankheit/coronavirus/

    38 beliebte Meldungen –> https://www.muenchen-klinik.de/covid-19/fake-news/

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