Schüler in Quarantäne abgekoppelt? CDU kritisiert Unterrichtsausfall

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MAINZ. Wie gut klappt digitaler Unterricht in den Schulen? Die oppositionelle rheinland-pfälzische CDU stellt fest, dass viele Schüler auch in der vierten Corona-Welle wegen Defiziten bei der Digitalisierung kaum Unterricht erhielten. Die Landesregierung dagegen lobt die Fortschritte der Schulen in diesem Bereich.

Der Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU, Jan Zimmer, sieht in der vierten Welle der Corona-Pandemie erneut Tausende Schüler vom Unterricht abgekoppelt. Die Jungen und Mädchen, die wegen Quarantäne oder einer Corona-Infektion zu Hause bleiben müssten, könnten oft noch immer nicht digital am Unterricht teilnehmen, kritisierte Zimmer in Mainz. «Es kommt dann wieder auf die einzelne Schule an.» 1732 Schüler seien Ende vergangener Woche positiv getestet gewesen. Dazu kämen rund 8000 Verdachtsfälle.

Stecker raus bei Quarantäne? Technisch bedingt fällt für viele Schüler in Quarantäne mehr Unterricht aus, als nötig. Illustration Shutterstock

«Wir haben schon vor Corona sehr viel für die Digitalisierung unserer Schulen getan und unsere Aktivitäten in der Pandemie noch einmal verstärkt», sagte dagegen die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Bettina Brück.

Hybrider Unterricht sei technisch aber längst möglich, betonte Zimmer. Die kommerzielle Plattform Microsoft Teams funktioniere gut, dürfe aber demnächst nicht mehr genutzt werden. «Der hoch gelobte Schulcampus der Landesregierung zum digitalen Lernen kommt nicht richtig voran», sagte Zimmer. «Jeder Schüler, der wieder ohne Anbindung zu Hause bleiben muss, ist eine Katastrophe und ein Armutszeugnis für das Bildungsministerium.»

«Unsere Schulen gehen bei der Digitalisierung große Schritte voran und das Bildungsministerium unterstützt sie dabei mit allen Kräften», sagte dagegen Brück. Das Land gewähre den Schulträgern als Zuschuss für technische Unterstützungsaufgaben elf Euro pro Schülerin oder Schüler und Schuljahr, insgesamt rund sechs Millionen Euro.

Das Land habe dafür gesorgt, dass die Schulen direkt zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 eine Videoplattform zur Verfügung hatten und rolle den Schulcampus weiter in allen Schulen aus. Zudem sei ein eigenes kostenfreies Videokonferenzsystem zur Verfügung gestellt worden. «Wir werden unsere Schulen weiterhin bestmöglich unterstützen.» (dpa)

Schule der Zukunft: Was hinter der Digitalisierung des Unterrichts steckt – und wie sie die Lernkultur verändert

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5 KOMMENTARE

  1. Wieso sind Schülerinnen in Quarantäne? Das dürfte gar nicht sein. Schulen sind doch sichere Orte. Warum benötigen die Sclerinnen dann Online-Unterricht? Den gibt es dovh bei anderen Erkältungskrankheiten auch nicht. Da reicht normalerweise ein Paket Taschentücher.
    Wie stellt man sich, abgesehen von der mangelhaften Technik (ich stelle mir gerade meinen neuen, aber bereits altersschwachen Dienstlaptop in Verbindung mit dem immerhin vorhandenen aber katastrophalen WLan vor) die Sache vor? Aus dem Unterricht zu streamen dürfte Probleme mit dem Datenschutz geben. Nicht nur wegen drr Kinder, auch meinetwegen. Für extra Online-Unterricht braucht man Stunden, also Personal.
    Statt also zu lamentieren, man kann es immer nur wiederholen, sollten hochklassige Raumluftfilter angeschafft werden.

  2. Ich sehe es ja schlicht und ergreifend so: wenn ich morgens meinen vollen Präsenzunterricht in der Klasse abhalte, dann ist meine Unterrichtsverpflichtung damit erledigt. Da gibt es dann auch keine extra VK für die Quarantänekinder mehr am Nachmittag. Die Unterrichtsinhalte etc stelle ich auf der Lernplattform ein, das wars dann aber auch. Und nein, in meinen Präsenzunterricht wird kein Kind per VK zugeschaltet, wo kämen wir denn da hin, wenn „Hinz und Kunz“ beobachten könnte, wie die anderen Kinder sich im Klassenraum verhalten?? Da ist mir dann mal der Datenschutz „heilig“.

  3. Vielleicht können es die Landes-PolitikerInnen, die derzeit in der Opposition stehen, innerhalb ihrer Partei mal an diejenigen vermitteln, die in anderen Bundesländern für die Schulen oder die Digitalisierung oder beides verantwortlich sind.
    Da kann man dann voneinander lernen und miteinander dafür sorgen, dass Schulen und SchülerInnen besser ausgestattet werden.

    Wenn doch alle dafür sind, müssten doch die Schulen im ganzen Land glänzen!

  4. Kinder per ViKo am Unterricht teilhaben zu lassen? Stelle ich mir gerade vor.
    Da ich ja in der GS keine Vorlesung halte und auch nicht am Pult sitze, halte ich also mein privates Handy (das funktioniert auch ohne WLAN) am Selfiestick vor mich, während ich im Unterrichtsgespräch die Aufgaben vorbereite. Immer darauf bedacht, nicht versehentlich ein Kind ins Bild zu bekommen.
    Während das Handymikro hoffentlich meine Stimme noch irgendwie verständlich rüberbringt, sind die Beiträge der Kinder natürlich unhörbar. Sollte ich ein Kind ermahnen müssen, schalte ich das Mikro vorher natürlich schnell aus und vergesse auch nicht, es danach wieder einzuschalten!
    Während ich durch die Reihen wandere, um die Fenster zu öffnen oder zu schließen oder zu Kindern zu gehen, die sich melden, liegt das Handy plus Selfiestick so auf dem Pult, dass kein Schüler, (ich aber auch nicht), zu sehen ist.
    In der Ergebnissicherungsphase, hört das Kind zu Hause zwar die Beiträge der Kinder nicht, aber immerhin meine Antworten darauf.
    In der Pause versuche ich, mein Handy wieder ein wenig zu laden und hoffe, dass das WLAN stärker geworden ist, um mein Datenvolumen nicht aufzubrauchen.
    Das zu Hause gebliebene Kind sitzt den ganzen Vormittag hochmotiviert vor seinem häuslichen Bildschirm und ist nur ein ganz kleines bisschen frustriert, wenn ich seine Meldungen und Beiträge nur dann beachten kann, wenn mein Handy gerade nicht auf dem Pult liegt, wo ich es nicht sehe!
    Aber vielleicht ist es gut bei Stimme und macht so lange Rabbatz, bis ich es hinten im Raum höre und hinsprinten kann!
    Wird bestimmt sehr lustig!

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