An der Belastungsgrenze: Gymnasiallehrer lehnen Arbeitszeitkonto überwiegend ab

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In einer Umfrage des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt haben sich 75 Prozent der Lehrkräfte gegen ein persönliches Arbeitszeitkonto und Mehrarbeit über die Regelstundenzahl hinaus ausgesprochen. Mit der Regelstundenzahl von 25 Unterrichtsstunden sei für viele Kolleginnen und Kolleginnen die Belastungsgrenze erreicht, teilte die Fachgewerkschaft der Lehrkräfte an Gymnasien am Dienstag in Merseburg mit.

Ein Arbeitszeitkonto soll Mehrarbeit möglich machen. Foto: Shutterstock

Im Koalitionsvertrag hatten CDU, SPD und FDP die Einführung von Arbeitszeitkonten für Lehrkräfte vereinbart. Ziel ist, die Unterrichtsversorgung an den Schulen zu sichern. Lehrkräfte sollen Überstunden auf einem Arbeitszeitkonto ansammeln und dann beispielsweise eher in Rente gehen oder eine Auszeit nehmen können. Bislang kann Arbeitszeit nicht längerfristig angespart werden.

An der Befragung haben sich den Angaben zufolge rund 200 Personen und damit ein Drittel der Mitglieder des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt beteiligt. Die Umfrage spiegele sowohl die Altersstruktur als auch die Verteilung auf Geschlechter und Statusgruppen wider und könne als repräsentativ betrachtet werden. News4teachers / mit Material der dpa

Ukrainische Flüchtlingskinder: Teilzeit-Lehrkräfte sollen jetzt ihre Arbeitszeit aufstocken

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Realist
1 Monat zuvor

„Im Koalitionsvertrag hatten CDU, SPD und FDP die Einführung von Arbeitszeitkonten für Lehrkräfte vereinbart.“

Und wann sollen die abgebaut werden? 2030, wenn nicht nur zehntausende sondern schon mehr als Hundertausend Lehrer fehlen?

Die dann tätige Regierung wird ganz überrascht feststellen, das ein Abbau nicht möglich ist, hat ja keiner ahnen können. Aber der Dank des Vaterlands wird den Lehrkräften trotzdem gewiss sein. Oder wird die Presse dann skandieren: „Faule Lehrkräfte lassen unschuldige Kinder im Stich und bestehen auf Abbau des Arbeitszeitkontos!“

Nika
1 Monat zuvor

Eine wirklich gute Idee, so ein Arbeitszeitkonto. Der Arbeitgeber sorgt zuverlässig dafür, dass es prall gefüllt wird – so prall, dass der eine oder die andere nicht mehr dazu kommen wird, das Guthaben zu verpassen. Vererbt werden kann es nicht … Eine wirklich gute Idee !

Nika
1 Monat zuvor

verprassen, nicht verpassen !

Andre Hog
1 Monat zuvor

Brillianter Plan!!

Kann nur von Oben kommen!!
Die LuL erhöhen ihre wöchentliche Pflichtstundenzahl gemäß des ermittelten Bedarfs…das können dann schon mal reine Unterrichtszeiten von 34 bis 38 Std/ Woche herauskommen…dazu die Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Verwaltungsaufwand, Gespräche, Konferenzen, Weiterentwicklung der schulprogramme, Mentoring der Seiteneinsteiger und Betreuung der Refis, usw-usf…da könnten also zwischen 80 und 90 Std/Woche rauskommen.

In eine vorzeitige Pension geht dann keiner mehr….denn nach einer relativ überschaubaren Zahl von Dienstjahren (hypothetische 10 bis max. 15 Jahre) brechen die einfach tot vor einer Klasse zusammen und werden dann im Body-Bag (wie man sie aus Kriegsgebieten kennt) oder im Zinksarg aus der Schule herausgetragen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Schlaganfall in der Schule wegen Überarbeitung. Gar nicht einmal so selten.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ja leider, vor einige Jahren ist ein Kollege auf dem Lehrerparkplatz in seinem Wagen an einem Herzinfakt verstorben.

Es war an einem Elternsprechtag zum Ende der Mittagspause – vor den ersten Nachmittagsterminen.

Der Sprechtag wurde ohne jegliche Unterbrechung und ohne eine Form des Innehaltens durchgezogen.

Ich und viele KuK waren wie paralysiert – diese Kaltschnäuzigkeit, mit der die weiteren Gespräche mit den ahnungslosen Eltern von der Schulleitung angeordnet wurde hat meine Einstellung zum System Schule nachhaltig negativ geprägt.

Seitenwürstchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Glaube nicht dass es irgendeine Lehrkraft gibt die zwischen 80-90 Stunden arbeitet, völlig albern. Dramaqueen

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Na, ich kenne zumindest mindestens 3 Schulleiterinnen, bei denen das durchaus der Fall ist…
Nix „Dramaqueen“ , Realität!

Seitenwürstchen
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

Unser Schulleiter arbeitet leider auch in diesem Umfang. Kenne aber keine Lehrkraft mit auch nur annähernd diesem Arbeitsaufwand

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Hmm, da hast du – Seitenwürstchen -offensichtlich ein erhebliches Defizit beim Leseverstehen … denn das habe ich gar nicht geschrieben…
Ich habe ein Szenario aufgezeigt, das bei einer Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsstundenzahl zu erwarten wäre…deine Einlassung und der unsinnige Anwurf „Dramaqueen“ zeigt lediglich, dass du auch einer derjenigen bist, die meinen, dass die Anzahl der zu erteilenden Unterrichtsstunden gleichbedeutend mit der Anzahl der zu leistenden Arbeitsstunden ist. Einfach töricht!!

Auf dem flachköppermäßigen Niveau ist es sinnlos, mit dir darüber zu kommunizieren.

Seitenwürstchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Du diskutierst nicht du jammerst und das im voraus. Skizziere doch gerne mal eine 90 Zeitstundenwoche von dir. 5 Tagewoche von 8-13 Schule, 14 Uhr zu Haus und dann wird bis 24 Uhr durchgearbeitet is klar. Dann noch jeweils Sa und So 7,5 Std. sicher dat. Natürlich findet man, im übrigen nicht nur als Lehrkraft, immer etwas zu arbeiten. Aber lass mal die Kirche im Dorf.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

An welcher Schule ist denn heute schon um 13 Uhr Schluss?

Ich unterrichte regelmäßig bis 16:00 Uhr an der Schule. Danach mus der Unterricht vorbereitet und Klausuren korrigiert werden.

Und das bei 25,5 Wochenstunden Unterricht. Bei der von Andre Hog beschriebenen Erhöhung der Pflichtstunden, brauche ich gar nicht mehr nach Hause zu fahren. Dann kann ich gleich in der Schule bleiben und die Nacht durcharbeiten.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

13.00 Uhr ist unrealistisch. Vielmehr kommt man ja heute schon als Vollzeitkraft mit den Unterrichtsstunden plus Pausen und Aufsichten auf an die 8 Stunden. Es ist alles ziemlich aus dem Ruder, was die Arbeitszeit betrifft. Und es ist kein Ende in Sicht…

Klaus.lehmkuhl
1 Monat zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Phasenweise ist das aber so , vor allem im Mai . Dann stehen die Abschlussprüfungen an – in der 10 ( völlig sinnlos , da alle weiterhin die Schule besuchen ) und in der 13 . Da kommt man mit zwei Korrekturfächern mühelos auf solche Zeiten , denn es gibt ja weiterhin die normale Arbeit : Unterricht und Korrekturen in den übrigen Jahrgängen . Ich hatte 142 x Deutsch . Erst – und Zweitkorrektur . Nichts mit “ Dramaqueen “ .

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus.lehmkuhl

Ach, das mit der Sinnlosigkeit kann man doch ändern. Es müssten für die Gymnasiaffen doch nur die gleichen Regelungen eingeführt werden, wie sie auch für alle anderen SuS der SekI gelten.

Grundsätzlich bin ich ja für das GY als Schulform, vorausgesetzt es wird lediglich in der Form eines zweijährigen Oberstufengymnasiums geführt, in die alle SuS, die einen FOR-Q haben und eine Hochschulzugangsberechtigung erlangen wollen, gehen müssen.
Alle anderen SuS besuchen bis Ende des 10. Jahrgangs eine Schulform der SekI – also HS, RS, GemS, SekS oder GE bzw. die entsprechenden Schulformen anderer Bundesländer.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ihre Meinung ist nicht die Realität und auch nicht die Meinung anderer.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Vielen fehlt es an Glauben.

Ist nicht schlimm.

Schlimm finde ich, dass es die Aussage als albern abgetan wird und das Wort Dramaqueen fällt.

Dennoch … Andre Hog hat Recht!

Wer nicht als Lehrkraft tätig ist und wem dann noch der Glaube fehlt … darf gerne an seiner Wortwahl feilen und die Nettiquette ein klein wenig ernster nehmen.

Es sei denn, da ist Ironie verborgen. Dann – gut verborgen!

Last edited 1 Monat zuvor by Riesenzwerg
Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ein win-win-Situation. Fällt keine Pensionszahlung an.

Nur nicht für uns Lehrkräfte. Aber das kennt man-frau ja

potschemutschka
1 Monat zuvor

Liebe Kollegen in Sachse-Anhalt, lasst euch auf keinen Fall darauf ein. In Berlin hatten wir eine temporäre Arbeitszeiterhöhung um 2 Stunden von 2003 bis 2014 mit Arbeitszeitkonto. Seit 2014 kein Arbeitszeitkonto mehr, aber die 2 Mehrstunden sind uns erhalten geblieben!

marc
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Darum geht es ja auch. Das ist eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung durch die Hintertür. Erstmal als „Arbeitszeitkonto“ getarnt.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

NRW ähnlich!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Wir hatten mal eine sog. Vorgriffsstunde.
Bin mir fast sicher, dass wir sie nicht zurückbekommen haben. Ist schon so lange her und bei den vielen lustigen Ideen verliere zumindest ich den Überblick.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Doch, die Vorgriffstunde ist Anfang der 10er Jahre zurückgegeben worden. Die Erhöhung der Stundenzahl von 23,5 auf 25,5 ist aber geblieben.

Die Streichung des Urlaubsgeldes und die Halbierung des Weihnachtsgeldes auch.

Palim
1 Monat zuvor

Die Krux ist, dass das Arbeitszeitkonto anscheinend nur die Unterrichtsstunden erfassen soll.
Würde die gesamte Arbeitszeit erhoben, sähe es anders aus.
Dazu bräuchte es eine Garantie des zeitnahen Ausgleichs.

Aber es geht ja nicht um Arbeitsschutz und Fürsorge.

Wenn man A14-Lehrkräfte mit ihrer Arbeitszeit zur Aufsicht über Schüler:innen einsetzen will, sollte man es so darstellen.
Alles weitere muss dann leider wegfallen.
Dafür tragen die Ministerien die Verantwortung.

Leider vergessen sie in der Regel, diese Konsequenz mitzuteilen und zu veröffentlichen, dass Lehrkräfte die außerunterrichtlichen Tätigkeiten nicht bewältigen können.
Dann gibt es eben eine Schulbescheinigung statt der Zeugnisse.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Korrekt. Nicht ohne Grund werden wir Lehrer für Unterricht und nicht nach tatsächlicher Arbeit bezahlt. Alleine der Wochenendzuschlag würde sehr teuer werden.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Geht vielen BeamtInnen außerhalb des Schulbetriebes so, hohe Überstundenanzahlen mit tatsächlich wenig Möglichkeiten, sie abzubummeln oder sie sich auszahlen zu lassen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Und das macht es was? Besser?

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Diese Problem haben wir alle ja ohnehin. Es „gilt“ nur unsere Unterrichtsverpflichtung.
Selbst das, was regulär noch dazu kommt – Präsenz, Bereitschaft, Sprechstunden, Mehrarbeit – und im persönlichen Stundenplan auftaucht, wird nicht, vor allem nicht mit der dadurch verursachten weiteren Zusatzarbeit am Schreibtisch etc. berücksichtigt.
Das alles ist mit drin im Paket „Lehrer A12“ oder „Lehrer A13“.

Wenn alle ehrlich mit den Ressourcen umgehen würden, müsste man zu dem Schluss kommen, dass als erstes mal Stundenumfang der Stundentafeln und vor allem der Ganztag abgeschafft werden müsste, solange nicht wirklich ausreichend Lehrer da sind. Betreuung für Eltern, die das brauchen, könnten auch andere leisten.

Vielleicht könnte bei einem solchen Szenario dann wirklich ein Arbeitszeitkonto Sinn machen.
Man könnte sich bewusst und aus freien Stücken entscheiden, in jungen Jahren oder wenn es in die persönliche Lebensplanung passt, einige Stunden mehr zu machen, um am Ende dann früher aufhören zu dürfen. Das würde dann den einen oder anderen Lehrer motivieren, andererseits verhindern, dass Lehrer noch vor der Klasse stehen müssen, wenn sie eigentlich nicht mehr können.
Würde allen nutzen.

Palim
1 Monat zuvor

Nach 35 Jahren hätten die Ministerien die Vorgaben mindestens 20 mal geändert und die längst erfüllte Arbeitszeit der letzten 5 Jahre würde nicht erstattet, sondern noch mal an die 40 Jahre angehängt, weil völlig unerwartet Lehrkräftemangel herrscht.

Wenn man ganz ehrlich wäre, müssten Schulen, die nur zu 50% mit Lehrkräften versorgt sind, 50% des Unterrichts streichen. Die Aushilfen würden eine Notbetreuung übernehmen, keinen Unterricht, sofern sie keine Lehramtsausbildung vorweisen können, der Rest der Kinder geht nach Hause und bleibt da, bis die Versorgung besser ist (also Jahre),

Wenn inzwischen Bundesländer auf die Idee kommen, ein BA würde als Ausbildung reichen, um als Lehrkraft zu arbeiten, denken die Minister:innen offenbar, dass der Laden mit den vielen Aushilfen so gut läuft, dass man das zu Regel erklären und gleichzeitig eine Menge Geld sparen kann.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Eben, nur so viel Unterricht, wie LEHRER machen können.

Alles drüber hinaus muss Betreuung sein und auch Betreuung heißen.
Dazu können sich ja dann alle melden, die schon immer mit Kindern arbeiten wollten, aber kein Lehramtsstudium machen wollten.
Muss ja nicht schlecht sein; auch ein Physiker oder ein Maurermeister können sicher schöne und fürs Leben wichtige Dinge mit den Kids machen. Aber sie können eben keinen Unterricht machen, solange sie nicht eine adäquate Ausbildung/Weiterbildung gemacht haben. Die darf nicht auf (Zeit-)Kosten der ausgebildeten Lehrer und der Schüler gehen.

Leider nutzten bisher selbst Arbeitszeiterhebungen nichts, um das „schöne Schulwelt“-Bild der Menschen richtig zu rücken. Schon gar nicht veränderten sie etwas.
Es läuft ja. Jeder weiß doch, dass die Lehrer das schon wuppen. Sie wollten ja Lehrer werden, um sowas zu machen. Jetzt können sie sogar den ganzen Tag mit den lieben Kleinen zusammen sein; und das demnächst bestimmt noch bis 70.

Ich warte auf die Eltern, die sich dann beschweren, dass die Großeltern ihrer Kinder plötzlich bis 70+ arbeiten und sich (soweit Erzieher/Lehrer) mit fremden Kindern rumärgern müssen, statt sich um die eigenen Enkel kümmern zu können. Die müssen dann natürlich in die Kita und die Ganztagsschule… sollen die Lehrer das Problem doch lösen…
Wunderbare Welt der Schule. So schön naiv alles. Läuft doch. Kann man doch so lassen.
Oder???

tozitna
1 Monat zuvor

Antwort der Landesregierung Brandenburg auf die Kleine Anfrage Nr. 49 (26.11.2019)
der Abgeordneten Sabine Barthel (AfD-Fraktion), Dennis Hohloch (AfD-Fraktion), Volker Nothing (AfD-Fraktion) und Lars Schieske (AfD-Fraktion) Drucksache 7/67

Arbeitszeiten von Lehrern
Namens der Landesregierung beantwortet die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport die Kleine Anfrage wie folgt:
Vorbemerkung der Fragestellenden: In seiner Online-Ausgabe vom 18.09.2019 berichtete die britische Tageszeitung The Guardian über eine aktuelle Studie des UCL Institute of Education, wonach die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von englischen Lehrern 47 Stunden beträgt. 25 Prozent arbeiteten gar mehr als 60 Stunden pro Woche. Dabei fallen neben der obligatorischen Stundenvor- und -nachbereitung, Korrekturen, Teilnahme an schulinternen Konferenzen, Weiter- und Fortbildungen sowie administrative Aufgaben, wie die Planung von Exkursionen und Klassen- bzw. Jahrgangsfahrten, Eltern- und Schülerge- spräche, Koordination mit außerschulischen Partnern u.ä., an.
1. Liegen der Landesregierung Erkenntnisse hinsichtlich der durch- bzw. überdurch- schnittlichen Wochenarbeitszeit von brandenburgischen Lehrern vor? Wenn ja, welche? Wenn nicht, warum wurden bislang keine Daten erhoben?
Zu Frage 1: Lehrkräfte haben wie alle im Land Brandenburg tätigen Beschäftigten sowie Beamtinnen und Beamte eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden. Die Arbeitszeit der Lehrkräfte gliedert sich in einen messbaren Bereich (Unterrichtsstunden) und in einen nicht exakt messbaren Bereich (hierzu gehören die Vor- und Nachbereitung des Unter- richts, die Teilnahme an Konferenzen, Aufsichtsverpflichtungen und die eigene Fortbildung). Bei der Erledigung der Arbeitsaufgaben im nicht exakt messbaren Bereich sind die Lehrkräfte selbstständig in der Lage, Zeitpunkt und/oder Ort der Aufgabenerledigung zu bestimmen. Der Urlaubsanspruch der Lehrkräfte beträgt 30 Tage im Jahr. Wären die, den Urlaubsanspruch übersteigenden Ferientage vollständig arbeitsfrei, ergäbe sich für die Lehrkräfte in den Schulwochen eine Gesamtarbeitszeit von 44,5 (Zeit-)Stunden. Vor diesem Hintergrund ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zu bewerten.
Die KMK stellt die Pflichtstunden der Lehrkräfte aller Bundesländer zusammen. Der Ver- gleich der Pflichtstunden mit denen in anderen Bundesländern belegt, dass die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in Brandenburg unterhalb des Durchschnitts liegt.“

Realo
1 Monat zuvor

Stempeln in der Schule. Wäre doch schön.

Morgens zur Arbeit, unterrichten, nachbereiten, vorbereiten, korrigieren, Schülergespräche, Elterngespräche, Konferenzen, Klassenfahrten, Tagesausflüge, Unterrichtsentwicklung, Aktionstage, Elternabende, Buchhaltung für den Kuchenverkauf (oder gibt es doch keine „Kuchensteuer“?), sonstige Funktionen ausfüllen und abends wieder heim.

Für ein freies Wochenende würde ich einiges machen.

Manu
1 Monat zuvor
Antwortet  Realo

Korrigiere während der Woche und die Wochenende sind frei. Klappt!

Realo
1 Monat zuvor
Antwortet  Manu

Gratuliere 😉

Tom
1 Monat zuvor

Warum nicht kündigen und dann irgendwo eine Anstellung suchen, bei der es weniger schrecklich zugeht??? Dann fühlt man sich besser.
Ach nein, A13/A14 ist dafür DAS Hindernis schlechthin. Letztens las ich über Polizisten aus Bremen, vermutlich A8 bis A10, die Nebenjobs ausüben, um über die Runden zu kommen. Deren Dienstzeiten erscheinen wie aus einer anderen Welt (24/7, Nachtdienste, Wochenenden, Feiertage u.a.). Deren Klientel ist nicht vergleichbar mit den SuS auf den Gy (auch nicht mit SuS aus anderen Schulformen)… Mensch Leute, ich kann das Jammern auf hohem Niveau nicht mehr lesen. Wie gesagt, einfach einen anderen Job suchen!!! … Ach, ich bin nicht in der Polizei tätig und komme auch nicht aus Bremen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Bekomme kein A13/14 – nicht mal im Ansatz.
Darf ich jetzt jammern?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Das Klientel der Polizist:innen ist vorab irgendwo zu Schule gegangen und dürfte sich somit decken.

Da bei Lehrkräften die Arbeitszeit gar nicht erhoben wird, kann man nur schwer eine Aussage zu Wochenend-, Feiertags- und Nachtschichten treffen. Vielleicht beschäftigen Sie sich mit der bekannten Arbeitszeitstudie der Uni Göttingen, um dazu Aussagen zu finden.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Mit der Studie beschaeftige ich mich wenn ich lese, dass ein A13/A14-LuL mit dem Gehalt nicht hinkommt und sich auch noch zusätzlich einen Nebenjob suchen muss. Studie bleibt einfach nur Studie. Ansonsten bleibe ich bei meinem Anraten zur Kuendigung und Neuorientierung. Vielleicht wird man dann einfach glücklicher.

Seitenwürstchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

So isses!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Bremen wird schon Gründe haben, weshalb es wie die Bayern Vollzugskräfte des Mittleren Dienstes im Polizeidienst einstellen. Voraussetzung ist da aber eine Ausbildung und kein Studienabschluss mit Master-Degree.

BTW kennen Sie das Pensionierungsalter für Polizisten, die dauerhaft im Wach- und Wechseldienst arbeiten?

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ein „Studienabschluss mit Master-Degree“ befreit nicht davor mit der Zeit zu gehen. Der Rest (Pensionsalter etc.) ist vermutlich ein Streit der Argumente, immer gespiegelt auf einen dabei genehmen Einzelfall. Meine Anregung bleibt: Wenn die Ausübung der eigenen Tätigkeit unzumutbar geworden ist, einfach kündigen und sich neu orientieren!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Unabhängig vom höchstmöglichen Berufs-/Studienabschluss gehen alle mit der Zeit – das nennt sich die biologische Lösung.

Kündigen können verbeamtete Lehrkräfte nicht, sie können nur um Entlassung aus dem Staatsdienst nachsuchen. Letzteres führt zu erheblichen Einbußen bei der Altersversorung, da ja bei der Nachversicherung in die GRV lediglich der AG-Anteil entrichtet wird.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ich ändere meine Formulierung in: „den Job an den Nagel hängen“ (umgangssprachlich). Die sog. „Innere Kündigung“ scheint mancher (m/w/d) doch schon zu leben.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Meine Einschätzung steht auch fest: Wenn man keine Ahnung hat, immer erst mal Fresse halten.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Klingt voll nach Selbsteinschätzung.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Wenn man sich über das Pensionsalter austauschen möchte, dann doch gern i V.m. der Pensionshöhe.

Bavarianteachy
1 Monat zuvor

Ich bleibe immer wieder an der Formulierung „…lehnen…ab…“ hängen!

Wurden die gefragt???

In Bayern ist ein verpflichtendes (!!!) Arbeitszeitkonto für Grundschullehrkräfte einfach eingeführt worden. Läuft jetzt schon das 2. Jahr.
Alle Grundschullehrer*innen unterrichten jetzt nach Geburtsjahrgangskohorten gestaffelt für fünf Jahre lang 29 statt 28 Wochenstunden.

Da wurde keiner gefragt. Wir hätten das auch abgelehnt!

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bavarianteachy

Nicht nur an der GS, an den BSarten in Bayern auch,- ohne Möglichkeit der Einflussnahme

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Die Menschwerdung beginnt erst ab A13, warum sollte der bayrische Staatsminister also mit GS-Lehrkräften überhaupt sprechen?

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Andersrum wird ein Schuh draus,
Manchmal hat mal das Gefühl, bei Piazolo “ die lieben Kleinen“ hört die Schule nach der 8ten auf.

Klugscheisser
1 Monat zuvor
Antwortet  Bavarianteachy

Genauso läuft es auch. Es wird einfach durchgezogen.

Eigenschutz ist dann eben so, dass woanders die Zeit wieder eingespart wird. Dann wird eben mal einiges nicht gemacht oder auf das Nötigste eingedampft.

Ich überlege auch, wegen persönlicher Überarbeitung mit der Stundenzahl herunterzugehen. Über verschiedene Bildungsgänge (ca. 10) im Berufskolleg eingesetzt zu sein, geht irgendwann an die Substanz.

Aber sollte aktuell in NRW tatsächlich durch die Hintertür die Stundenzahl erhöht werden, werde ich Stunden reduzieren. Zweidrittelstelle hört sich dann ganz tauglich an.

Damit sind sie dann stundentechnisch durch meine Stundensparmassnahme wieder im Minus. Würden das viele machen, hätte das KM ein Problem. Ob sie es zugeben oder nicht.

Last edited 1 Monat zuvor by Klugscheisser