Ukrainische Flüchtlingskinder: Teilzeit-Lehrkräfte sollen jetzt ihre Arbeitszeit aufstocken

44

WIESBADEN. In Deutschland herrscht Lehrkräftemangel. Schon im vergangenen Schuljahr blieben bundesweit geschätzt 15.000 Lehrerstellen insbesondere an Grundschulen unbesetzt. Die KMK hat gerade erst eine Kommission damit beauftragt, den eigentlich bereits seit Jahren bekannten Umstand zu analysieren – da kommt die Flüchtlingswelle aus der Ukraine auf die Schulen zu. In seiner Not schreibt Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nun Lehrkräfte in Teilzeit an, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Das Problem: Viele davon haben ihr Stundendeputat verringert, um den immensen Belastungen in Vollzeit zu entkommen. Fraglich also, ob Lorz mit seiner Initiative erfolgreich sein wird.

Volle Schulen vor Ostern? Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: HKM/ Patrick Liste

„Ich wende mich heute persönlich an Sie, um Ihre Unterstützung zu erbitten. In den vergangenen Tagen und Wochen sind täglich zum Teil mehr Schutzsuchende aus der Ukraine nach Hessen gekommen als auf dem Höhepunkt der großen Fluchtbewegung in den Jahren 2015 und 2016. Aktuell können wir noch nicht genau abschätzen, wie viele ukrainische Kinder und Jugendliche in den folgenden Tagen und Wochen in unsere Schulen aufgenommen werden. Dennoch wollen wir diese Herausforderung meistern“, so schreibt Lorz (der Brief liegt News4teachers vor).

Und weiter: „Als Teil der Gesellschaft tragen wir gerade in der Schule Verantwortung für die vielfach traumatisierten Kinder und Jugendlichen aus Kriegsgebieten wie der Ukraine und anderswo und empfinden es nicht nur als unsere berufliche Aufgabe, sondern als humanitäre Verpflichtung, ihnen mit unseren Möglichkeiten Sicherheit, Halt und die Chance einer persönlichen Weiterentwicklung zu geben. Als Lehrkraft tun Sie dies bereits vielerorts täglich mit einem hohen professionellen und auch menschlich persönlichen Einsatz, wofür ich Ihnen sehr herzlich danken möchte.“

Lorz erwartet einen „mitten im Schuljahr auf uns zukommenden Ansturm von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern“

Der Kultusminister betont: „Um diesem mitten im Schuljahr auf uns zukommenden Ansturm von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern gerecht werden zu können, bedarf es einer Vielzahl weiterer Lehrkräfte nicht nur in unserem Land, sondern auch in allen übrigen Ländern in Deutschland.“ – und lobt sich selbst: „Ich bin froh, dass wir in Hessen auf ein bereits etabliertes und sich auch in Krisenzeiten bewährtes Gesamtsprachförderkonzept bauen können und nicht erst neue Strukturen schaffen müssen. Zudem ermöglicht das Land Hessen durch die Bereitstellung finanzieller Mittel die Einstellung von Lehrinnen und Lehrern zur Bewältigung der neuen Herausforderung.“

Dann lässt er die Katze aus dem Sack: „Als bereits im Schuldienst tätige Lehrkraft bitte ich Sie heute herzlich darum, über eine Aufstockung Ihrer Teilzeit nachzudenken. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns in dem Bemühen, den schutzsuchenden Kindern und Jugendlichen zu helfen, durch Ihren zusätzlichen Einsatz unterstützen würden. Bei Interesse können Sie entweder im Rahmen unseres Sprachförderkonzeptes unterrichten oder im Zuge einer Stundenaufstockung eine schulinterne Umorganisation ermöglichen, damit andere Lehrkräfte diesen Unterricht übernehmen können.“

Sollte der Empfänger des Briefes dem Ersuchen nachkommen wollen, soll er sich „möglichst umgehend“ mit seiner Schulleitung in Verbindung zu setzen. Diese werde sich in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt um alles Weitere kümmern.

Worauf Lorz in seinem Schreiben nicht eingeht: Die GEW Hessen hatte die Besoldung von Grundschullehrkräften zwischen den Bundesländern analysiert und dabei festgestellt, dass Hessen inzwischen bei der Besoldung deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. News4teachers

KMK-Präsidentin Prien rechnet mit 400.000 ukrainischen Schülern – 24.000 zusätzliche Lehrkräfte nötig

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
44 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Hilfe
1 Monat zuvor

Da kann man ja eigentlich nur noch lachen. In Hessen wurden an Schulen sogar Vollzeitkräfte gefragt, ob sie noch mehr arbeiten wollen. Fragt sich nur, wann genau? Kommen die dann Nachts in die Schule? Das würde natürlich das Raumproblem, das Mal wieder überhaupt nicht bedacht wird, lösen. Na Hauptsache er hat Flyer übersetzen lassen unser SuperMinister.

mama51
1 Monat zuvor

Ohne Worte!
@ Hilfe: …und wenn der Tag nicht reicht, nehmen wir halt die Nacht noch dazu.
Der Mann hat doch echt NULL AHNUNG!!!

Realist
1 Monat zuvor

Wie jeder Beamte aus unzähligen Vorschriften weiß: „Soll“ heißt praktisch „muss“. Wahrscheinlich demnächst auch ganz offiziell, wenn die „faulen S…“ das nicht freiwillig „wollen“, dann eben mit Zwang.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Wenn das so kommt, bin `raus aus diesem Job.

Tschüss Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Als ich vor 28 Jahren in RLP anfing, gab es – ich glaube 7 Jahre lang- eine zwangsweise Plusstunde, die angespart und dann in den Folgejahren wieder „zurückgegeben“ wurde. Jedes Schuljahr eine. Und eine Arbeitszeiterhöhung von 0,5 h, die nie wieder zurückgenommen wurde. So was könnte ja wiederkommen.

laromir
1 Monat zuvor

Vielleicht hat er noch nicht ganz mitbekommen, dass es eben Gründe gibt, warum man reduziert. Vielleicht hat er Corona und den ganzen Stress auch verdrängt? Mal sehen wie viele sich melden werden. Ich kenne eigentlich nur Leute, die eher reduzieren wollen, weil es nicht mehr geht oder die Gesundheit und Familie leidet. Und vorallem, welche Anreize gibt es denn, sich weiterhin zu verausgaben? Außer einen netten Brief dann und wann, kommt ja nicht viel. Und wenn die Aufnahme und Integration nicht ganz läuft, dann wird wieder zum Dank auf den Lehrkräften herumgehackt. Das ist natürlich alles schwierig, aber Erzieher*innen und Lehrer*innen können langsam die Welt nicht mehr alleine retten, die Superkräfte gehen irgendwann aus. Da braucht es einfach andere Konzepte. Traumatisierte Kinder brauchen eben nicht nur Bildung, sondern auch anderweitige Betreuung. Aber während Corona war ja schon bloß die Aufbewahrung von Bedeutung. Scheint jetzt ebenso zu sein, hauptsache die ukrainischen Kinder sitzen irgendwie in der Schule. „Irgendwie “ ist pädagogische halt ein büschen wenig, ne?

Hesse
1 Monat zuvor

Nach einer kurzen Recherche in meinem Umfeld habe ich erfahren, dass angehende Lehrer kein zweites Mal Lehramt studieren würden, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten.
Ich war überrascht wie offen darüber diskutiert wurde. Auch ich überlege meinen Job zu wechseln. Wie viel von Lehrern erwartet wird, ist wirklich nicht normal.

Marc
1 Monat zuvor

Wenn man A13 großzügig ausspart, braucht man sich nicht wundern, wenn die Lehrkräfte im Gegenzug einem auch nicht helfen wollen. Wenn man wenigstens mal fairen Lohn umgesetzt hätte, wären bestimmt mehr Lehrkräfte auch bereit zu helfen. Aber wenn die Landesregierung einem abseits des Gymnasiums ständig den Stinkefinger zeigt, braucht man nicht auf Solidarität hoffen

Thomas Höhmann
1 Monat zuvor

Auch wenn die Hessischen Gehälter niedriger liegen: Die Gehälter sind längst nicht das Hauptproblem.
Sondern, wie die Schule zurzeit organisiert ist. Damit ist der Lehrerberuf nämlich unattraktiv für Leute in der Berufsfindungsphase. Deshalb gibt es ja auch so wenige Lehrer.
Jetzt haben wir den Salat! Wie können wir den noch retten? Und zwar schnell! Wir brauchen die Lehrer ja sofort, und nicht erst in fünf Jahren?
Vorschlag: Eine Ultrakurzausbildung einführen, die aus Menschen aller Berufsgruppen Lehrer macht. Aber wirklich kurz, maximal zwei Monate! In dieser Zeit können potenziell Interessierte herausfinden, ob Lehrer das Richtige für sie ist.
Zu kurz, meinen Sie? Was ist denn dann mit den Lehramts-Absolventen, die 1980 die Uni verlassen haben? Die haben nämlich damals maximal zwei Wochen vor einer Klasse gestanden, bevor sie auf die Schüler losgelassen wurden… und dennoch: Diese Lehrer zeigen heute den Referendaren, wie’s geht!

Pakim
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Wir haben auch Ärztemangel, da reichen sicher auch 2 Wochen Ausbildung.
Vielleicht sind Metzger prädestiniert, die bringen Vorbildung mit.

… oder wir schaffen die Schulen gleich ab, war ja Ihr anderer Vorschlag.

o.O
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

@Thomas Höhmann
Oder zeigen eben nicht wie es geht, sondern Erfinden irgendwas und erzählen die Story vom Pferd. Gezeigt wird – zumindest aus meiner Ref-Erfahrung und einigen Gesprächen mit anderen Refs/LuLs – in den meisten Seminaren eher wenig brauchbares. Seminarleiter müssten hierfür schon selbst mal Unterricht zeigen in Form von BuVs ;). Auch die Kritik dann schlucken, welche Sie selbst sonst geben.

Da können die Seminarleitungen aber auch oft nichts dafür. Das ist mir klar. Viele tun hier ihr Bestes. Eigene Unterrichtsstunden vorzuführen ist dann auch irgendwo ein (Kompetenz-)Risiko. Es kann halt immer mal was nicht so laufen, wie es soll. Das sieht man auch bei Musterstunden von Experten, Betreuungslehrern/Hospitationen und im Praktikum. Zumindest, wenn man drauf achtet und das nachbespricht. Hier gilt dann nur eine andere Kritik, wie bei Refs.
Aber die Realität sieht oft ganz anders aus, als das, was man in vielen Seminaren lernt.
Das Selbe gilt auch für die Studienkurse bzw. das Studium.

Es gibt Studienkurse die haben mir etwas gebracht. Welche die komplett sinnfrei waren. Und andere hätte ich mir gewünscht, welche jedoch oft nicht gegeben sind.
Das Seminar ist zum Großteil Glückssache. Dort darf man auf eine „gute“ Schule und Kollegium, genauso wie auf ein sinnvolles Seminar und Seminarleitung hoffen.
Die Schüler sind (wohl) meistens eher weniger das Problem.

LT
1 Monat zuvor

Der lächerliche Lorz tut es wieder. In Hessen 1) gibt es nicht annähernd genug Ref-Plätze für Lehramtsstudenten, so dass viele LiVs ein Semester warten müssen, bis sie einen Platz bekommen.
2) werden Teilzeit Lehrkräfte oft wie Dreck behandelt – oft werden sie in den Schulferien nicht bezahlt.
3) es gibt einen immer größer werdenden Anteil von völlig unqualifizierten „Quereinsteigern“, die als Lehrer zu sehr niedrigen Gehältern beschäftigt werden.
4) die Schulferien wurden schleichend gekürzt – es gibt eine Woche weniger als noch vor einigen Jahren
Und jetzt erwartet Herr Lorz von Lehrern, die ohnehin schon gestresst sind, weil sie als Corona-Versuchslabor benutzt wurden (keine Luftfilter, C02-Maschinen, Masken … all die „Schulen sind sichere Orte und Kinder bekommen das Virus nicht“ Lügen … dass sie jetzt Überstunden machen sollen?
Das muss ein Scherz sein.

Nachgedacht4
1 Monat zuvor

Lehrer, die nur für mehr Geld auf die Straße gehen, aber nicht für bessere Arbeitsbedingungen, sollen freiwillig und aus Solidarität Stunden aufstocken? Da kommt keine Handvoll zusammen!

Teilzeit wird dann wohl bald von oben her stark reglementiert werden. Aber sollte nicht die Verbeamtung den Lehrermangel beseitigen?

dickebank
1 Monat zuvor

Wieso gefragt, so etwas wird doch per Erlass geregelt. So hat NRW die Pensionsregelung für Lehrkräfte auch auf Tarifbeschäftigte Übertragen. Das Beschäftigungsverhältnis bzw. der frühest mögliche Antritt der Altersrente ist erst am Ende des Schulhalbjahres möglich, indem das gesetzliche Rentenalter erreicht wird. Wer so Mitte August oder Februar geboren worden ist, hat da so richtig Spaß dran.

dickebank
1 Monat zuvor

Auch wenn Kurse oder Klassen zusammengelöegt werden, entsteht ein super Einsparpotential. Wer in einer Freistunde vertritt, leistet Mehrarbeit. Wer gleichzeitig zwei Gruppen betreut, leistet eben keine abrechenbare Mehrarbeit …

Alles für den Dackel, alles für den Verein!

Dackel ist eine Variable, jeder darf hier entsprechende Vornamen von Mitgliedern der KMK einsetzen.

Dreamghost
1 Monat zuvor

Liebe n4t Redaktion,
ich mag eure Artikel, aber bitte die Überschriften etwas sauberer formulieren. Es müsste heißen „Teilzeitlehrkräfte sollen jetzt, für die KMK, den Karren aus dem Dreck ziehen und jahrelanges versagen kaschieren“
Bin ich froh nach diesem Schuljahr den Beruf komplett zu wechseln. Dies kann ich den Kolleg/innen hier auch nur empfehlen. Besser wird es ohne einen Crash nicht mehr.

Maren
1 Monat zuvor
Antwortet  Dreamghost

Mit Verlaub,Ihre Kommasetzung ist schlicht falsch,und Nomen werden groß geschrieben.Wenn man schon andere korrigiert….

Tina+2
1 Monat zuvor
Antwortet  Maren

@Maren, ich hoffe doch sehr, Ihr Kommentar strotzt absichtlich vor Rechtschreibfehlern (ich habe vier in knapp 1,5 Zeilen gezählt). Ansonsten sollten ausgerechnet Sie sich schämen, Kritik an der Rechtschreibung anderer Personen zu üben.

Viele Grüße von einer hier mitlesenden und hin und wieder kommentierenden Mutter, die keine Lehrerin oder ähnliches ist.

Sandra Wolters
1 Monat zuvor

Warum denn nicht? Klar ist das unbequem, aber auch in der Wirtschaft gibt es „betriebliche Gründe“, die eine Teilzeittätigkeit verhindern. Diese betrieblichen Gründe gibt es im Schulsystem seit Jahren, nur dass sich bisher noch niemand an die Komfortzone der LuL rangetraut hat. „Die eigenen Kinder nachmittags betreuen“ sollte kein Argument sein – bzw das würde vielleicht ein wenig Schwung in die Ganztagesbetreuung bringen. Vielleicht würde das auch zu einer gleichmäßigen Arbeitsteitverteilung führen (man muss ja nicht alles während der Schulwochen erledigen. Elterngespräche könnten auch in der unterrichtsfreie Zeit stattfinden). Klar, populär ist so eine Entscheidung nicht, aber auch nicht völlig doof.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Na klar…logo.. in der unterrichtsfreien Zeit oder am Wochenende, wenn`s regnet und die Eltern eh nichts familientechnisch (Langeweile) geplant haben. Wie wäre es, Elterngespräche während des Sommerurlaubs auf der Terrasse zu veranstalten? Passt das Ihnen? *Kopfklatsch*

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Vielleicht bezahlen die Familien das Ticket, dann können Sie Ihren Korrekturtisch verlassen und sehen anlässlich der Beratung auch mal etwas anderes.

Marianne Pauli
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

@Lessie: haben Sie Kinder?
Ich finde es befremdlich, Eltern Unfähigkeit und „Fremdbetreuungswahn“ (nicht ausschließlich in Ihrem, aber in vielen Kommentaren) vorzuwerfen.
Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Und in der Regel wollen Sie vom Schule Bildung und keine Betreuung. Viele Bildungsleistungen werden aber an Eltern zurückgegeben, sodass ich Sandra Wolters Kommentar durchaus nachvollziehen kann.

Sami
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Den Kommentar kann ich nicht nachvollziehen. Na klar sollen Elterngespräche nicht im Sommerurlaub veranstaltet werden. Aber was spricht gegen die unterrichtsfreie Zeit, die ist nämlich unterrichtsfrei und nicht arbeitsfrei.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Ergänzung:
Warum schlagen Sie nicht Folgendes vor: Alle angehenden LuL gehen ins Kloster, schaffen sich keine Familie an und stehen der Bevölkerung 24/7 zur Verfügung und retten nebenbei die Welt.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Die Arbeitszeitstudie hat deutlich gezeigt, dass Lehrkräfte in Teilzeit weit mehr als notwendig arbeiten, noch mehr, als Vollzeitlehrkräfte Überstunden anhäufen. Der Grund nennt sich „Deckeneffekt“: auch der Tag einer Lehrkraft hat nur 24 Stunden und irgendwann ist ein Mehr nicht möglich.

Die KMK ist auf Teilzeitlehrkräfte angewiesen und nimmt die unbezahlte Mehrarbeit gerne.

Aber ja, wir können gerne mal ein wenig Schwung in die Erhebung und Abrechnung der Arbeitszeit bringen, natürlich amtsangemessen zu A13, bei aushelfenden Personen entsprechen der Qualifikation mit bezahlten Ferienzeiten.
Bestimmt möchte auch Hessen mit gutem Beispiel voran gehen und seine Wertschätzung auch monetär zum Ausdruck bringen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

@Palim

Ich arbeite Vollzeit – deswegen meine Frage.

Bei uns (SH; an meiner Schule) ist es so, dass die Teilzeitkräfte im Vertretungsfall nahezu sofort eine Unterrichtsstunde abhängen (müssen). Das macht unser Master of Desaster – Vizeschulleiter und für den Vertretungsplan Verantwortliche schon automatisch.

Wir haben aber auch einen megaguten Personalrat – und eine Person davon ist (ja bäh oder nicht) in der GEW und macht dort Schulungen und bekommt dort für uns wichtige Infos.

Die „typische“ Mehrarbeit besteht aus den nicht teilbaren Aufgaben wie Elterngesprächen, Konferenzen, Präsentationstagen usw.

Ich gehe leider davon aus, dass das nicht an allen Schulen in SH so gehandhabt wird.

Koko_Lores
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Genau, lieber die eigenen Kinder den ganzen Tag abschieben, um sich um fremde Kinder zu kümmern *kopfschüttel* Sehr traurig finde ich das!
Erschütternd, dass so viele Menschen der Meinung sind, dass Ganztagsbetreuung das non plus ultra ist.

Maren, Lehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Sorry, bin etwas spät. War zu gemütlich in meiner Komfortzone, in der ich die häusliche Pflege für meinen demenzkranken Vater neben 21 Std Unterrichtsverpflichtung mache. Jetzt aber nehme ich mir 2xMinuten um Ihnen zu antworten.
Es mag ja Mütter geben, die gerne auf Gehalt und Rentenansprüche verzichten und sich in totale Abhängigkeit vom Ehepartner begeben. Aber daneben gibt es pflegende Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren weil es keinen Pflegedienst gibt. Schon mal an die gedacht?

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Maren, Lehrerin

Nicht aufregen über den Kommentar von Sandra Wolters. Der ist einfach nassforsch strotzt derart von Unwissen über sämtliche Hintergründe der Tätigkeit in der Schule und die Natur des Beamtenverhältnisses, dass nicht einmal das Antworten lohnt.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

@dauerlüfterin

nassforsch? ! Ehrlich 🙂

Ich habe mich aufgeregt und ich habe geantwortet – und es hat Spaß gemacht.

Aber es ist schon richtig – Energie sparen ist angesagt und meine ist seit Corona noch lange nicht wieder da. Sie war schon vorher abgängig, fällt mir gerade ein.

NichtSchonWieder
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Ich wollte eben auf Sandra ernsthaft antworten… Da ist mir aufgefallen, dass sie anscheinend keine Ahnung von Schule hat und jetzt habe ich keine Lust und Zeit ihr jede ihrer Behauptungen zu erklären.
Wird bestimmt jemand anderes machen, mir ist sowas zu doof hier mittlerweile.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  NichtSchonWieder

@NichtSchonWieder

Ächz, ich hab`s getan!

Ich habe auf Sandra geantwortet.

(Hat aber Spaß gemacht 😉 )

TaMu
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

Sandra Wolters@ damit verliert man auch noch die Teilzeitkräfte. Das kann niemand wirklich wollen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra Wolters

@Sandra Wolters

UNBEQUEM?

Ich soll meine Kinder vernachlässigen, um wegen einer vollkommen verfehlten Schul- und Bildungspolitik den Karren aus dem Dreck zu ziehen?

Elterngespräche FINDEN in der unterrichtsfreien Zeit statt – wann denn sonst? Wer soll die Vertretung machen, wenn ich Gespräche mit Erziehungsberechtigten habe? Die eigenen Kinder werden schon oft genug wegen der „Kinder anderer Leute“ – wie eine Kollegin einmal sagte – wegorganisiert.

„Schwung in die Ganztagsbetreuung“? HÄ?!

„gleichmäßigen Arbeitsverteilung“ HÄHÄHÄ? Ehrlich mal – Sie scheinen nicht viel mit Lehrkräften (bald Lehrschwachen) zu tun zu haben. Es wird viel auch am Wochenende – wenn andere Party und Ausflüge machen, grillen, schwimmen gehen – gearbeitet. Wollen Sie noch ein paar Wochentage einführen? Oder den Tag auf 38 Stunden verlängern?

Das ist keine doofe Entscheidung – sie ist xxxblöd.

Was glauben Sie denn, was wir alles nicht tun?

Ihr Post war am 15. April. Sonst hätte ich ihn für einen Scherz halten können.

TaMu
1 Monat zuvor

Schulen und Kitas heilen Traumata! Das titeln alle Kultusminister unisono. Das ist bahnbrechend, denn Schulen und Kitas gibt es flächendeckend überall in Deutschland und es spielt keine Rolle, ob sie überbelegt sind, denn selbst dann sind sie geeignet, schwerste Traumata allein dadurch zu heilen, dass der Patient oder die Patientin sich in den Räumlichkeiten dauerhaft, also über mehrere Stunden täglich, verpflichtend aufhält. Es wäre hilfreich, wenn die Person die deutsche Sprache beherrschen würde, für den Heilungserfolg ist dies aber dem puren Aufenthalt im Gebäude untergeordnet. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen sogar mit schwersten Traumata in nächster Zeit Spontanheilungen in unseren Einrichtungen erfahren werden. So werden unter Gleichaltrigen in einem Raum belastende Bilder aus der Zeit im Bunker EINFACH VERGESSEN, das Geräusch, wie Bomben Stahl und Beton durchbrechen, das Herabfallen von Steinen und Staub, die Schreie der Verletzten, die brennenden Häuser auf der Flucht aus dem Keller, die Leichen, der Beschuss und die Oma, die im Kugelhagel zusammen bricht. Die Strapazen auf der Flucht, der Hunger, die Kälte, die Erniedrigung der Mütter an den russischen Kontrollpunkten. All das schrumpft auf Streichholzschachtelgrösse, sobald die Kinder in unserem Bildungssystem ankommen! Es spielt in ihrem Leben keine Rolle mehr! Sie sind in Sicherheit und haben Halt, allein dadurch, dass sie auf unkompliziert dazu gestellten Extrastühlen in Klassenräumen sitzen! Für die doch etwas schwierigeren Fälle gibt es psychologische Hotlines und Flyer. Sobald Betroffene diese durchgelesen oder dort angerufen haben, fällt das Trauma von ihnen ab wie reife Äpfel vom Baum. Diese Erkenntnisse führen bereits dazu, dass Amnesty international mit den Kultusministerien Kontakt aufnimmt, um nach jahrelanger Gefangenschaft befreite Folteropfer in deutschen Schulen auf weiteren Stühlen unterzubringen, damit auch diesen rasch geholfen wird. Überlastete Psychiatrien schließen sich an. So schaffen sie rasch Platz für nicht traumatisierte, anderweitig psychiatrisch erkrankte Personen. Ukrainischen Lehrerinnen wird hier eine einmalige Chance geboten: sie sind eingeladen, selbst zu unterrichten, wodurch alle Schrecken der Besatzung ihrer Dörfer und die Sorge um in der Ukraine gebliebene Ehemänner, Söhne und Freunde und verstörende Nachrichten einfach aus ihrem Bewusstsein sozusagen „heraus fallen“, sobald sie die Schule betreten. Der heilende Effekt des deutschen Schulsystems auf Trauma ist noch nicht hinreichend erforscht, wurde aber bereits während der Corona-Pandemie unaufhörlich beschrieben, als Kinder in großer Zahl extrem unter dem ausschließlichen Aufenthalt in ihren eigenen Familien gelitten haben. Es muss also etwas daran sein. Die Kultusministerien würden niemals ohne fachliche Grundlage zu dieser Aussage kommen, dass Schule und Kita Trauma heilt!

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu

Wer hat denn da bei der letzten KMK-Sitzung mit Tarnkappe mit am Tisch gesessen und so gewissenhaft mitgeschrieben? 😉
Aber ich fürchte, so ähnlich wird es tatsächlich aussehen in den 16 „Dachstübchen“ … Irgendjemand sollte neben die Kaffeetassen und Snacks mal die laminierte Anleitung zum korrekten Lüften legen, hilft vielleicht auch bei den „Dachstübchen“.

TaMu
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Pit2020@ mein Gehirn schafft es mühelos und während ich koche oder putze, sich plötzlich bei solchen Leuten einzuklinken. Echt gruselig

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

Liebe Tamu, ich empfehle, diesen Text der Frau F. Giffey zur Verfügung zu stellen. Dann kann Sie selbst für ihre Idee ,, Zeit des Zusammenrückens- einfach einen Stuhl mehr im Klassenraum“ mächtig auf die Schulter klopfen. Zum Glück ist diese Frau niemals Lehrerin geworden.

TaMu
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Lessi@ ich glaube, das mache ich. Obwohl ich befürchte, sie nimmt es ernst und versteht Satire nicht…

D. H.
1 Monat zuvor

Ja, der hessische Kultusminister ist eine echte Koryphäe auf seinem Gebiet. Deswegen lobt er sich auch immer wieder selbst, wie hervorragend er die Schulen während der Pandemie gehegt und umsorgt hat.

In welchem Paralleluniversum wollen denn Lehrkräfte, welche die Stundenzahlverringerung gestattet bekamen, diese wieder aufgeben?

Und wann wird der Zusatzunterricht in welchen Räumlichkeiten denn erteilt?

NichtflottgemachterTeilzeitLehrer
1 Monat zuvor

Frau Eisenmann wollte zur Beseitigung des Lehrermangels die Teilzeitkräft „flott machen“.

Stellt man den derzeitigen Status fest, ist Frau Eisenmann nicht mehr Kultusministerin und der Lehrermangel immer noch da

https://www.news4teachers.de/2017/07/baden-wuertemberg-legt-umfassendes-massnahmenpaket-gegen-lehrermangel-vor-dazu-gehoeren-auch-versetzungen-und-weniger-teilzeit-gew-das-macht-den-beruf-nicht-attraktiver/

16 Kultusminister abschaffen!

Pandemie und Föderalismus sind ebenso wenig ein Einklang zu bringen, wie Bildungspolitik und Föderalismus.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor

Ich habe den Brief nicht gelesen als etwas, das ich tun „soll“. Sondern als Anfrage bzw. Bitte.
Diese Hausspitze hat es nicht zuletzt wegen ihres Umgangs mit KuK in der Corona-Pandemie derart versch… bei mir, dass ich nichts dergleichen auch nur erwägen werde.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

„Diese Hausspitze…“

Nein, es ist ÜBERALL dasselbe. In jedem Bundesland, egal ob Rot, Grün, Gelb,… im Bildungsressort das sagen hat. Wenn Sie glauben, es ändert sich etwas, wenn die Regierung wechselt, dann sind Sie naiv…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

In SH werden ständig die pensionierten Lehrkräfte gefragt, ob sie nicht doch wollen.

Meine Freundin würde eher auswandern oder sich erschießen!

Ich kenne niemanden, der in diesen Beruf zurück will. Und ich kenne niemanden, der freiwillig aufstockt – schon gar nicht nach der „tollen“ Unterstützung während der Pandemie.