Umfrage: Fast alle Lehrkräfte halten die Inklusion unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für nicht realisierbar

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MÜNCHEN. Am heutigen Diversity-Tag rücken behinderte Menschen in den Blickpunkt. Doch: Bei der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung fühlen sich Lehrkräfte nach Einschätzung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) allein gelassen. Der BLLV bezieht sich dabei auf eine Befragung von 695 Lehrkräften zum schulischen Alltag, wie der Verband mitteilt. «Inklusion wird heute nur durch den Einsatz und den pädagogischen Idealismus von Lehrerinnen und Lehrern am Leben gehalten», betont die Vorsitzende des BLLV, Simone Fleischmann. Das dürfte auch für die anderen Bundesländer gelten.

Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit in Deutschland. Foto: Shutterstock

Insgesamt 97 Prozent der befragten Lehrkräfte halten laut BLLV die Inklusion unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für nicht realisierbar. Lediglich von Schulbegleitung, Kollegium und Schulberatung vor Ort fühlten sich die Lehrkräfte unterstützt – von der Politik nicht. Denn, so heißt es in einer Pressemitteilung: «Es fehlt an Personal für Fördermaßnahmen, an professionellen Unterstützungssystemen, an guten Fortbildungsangeboten und schlicht an Zeit für Bildung. Nicht zuletzt fehlt es an Personal und Ressourcen für eine Differenzierung im Sinne eines individualisierten Unterrichts zur optimalen Förderung von Schülerinnen und Schülern.»

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf werden laut Umfrage bei der Klassenbildung kaum berücksichtigt. So seien inklusive Klassen meist so groß wie nicht-inklusive. Lehrkräfte hätten dann nicht mehr Zeit, sich den einzelnen, förderbedürftigen Kindern zu widmen. Zudem hätten die Lehrerinnen und Lehrer kaum Möglichkeiten sich fortzubilden. «Natürlich gibt es Fortbildungen und Unterstützungssysteme, aber nur in homöopathischen Dosen», betont Fritz Schäffer, Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik des Verbandes.

«Die Kinder bekommen nicht die Förderung, die sie brauchen. Besonders schlimm trifft es die Regelschulen»

Weiter erklärt er: «Die Kinder bekommen nicht die Förderung, die sie brauchen. Besonders schlimm trifft es die Regelschulen. Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die eine Förderschule besuchen, wird rund das Doppelte aufgewendet wie für die, die an einer Grund- oder Mittelschule inklusiv beschult werden. Diese Differenz kann man als unfreiwillige Spende der Kolleginnen und Kollegen an den Staat betrachten.»

Lernspiele im shop.4teachers.de

Ergebnisse im Einzelnen:

  • Nur rund ein Drittel der Befragten erklären, dass sie Unterstützung durch Schulbegleitung, Sozialpädagoginnen und -pädagogen oder Sozialarbeiterinnen und -arbeiter bekommen. Noch seltener unterstützen der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) oder Förderlehrkräfte die heterogenen Lerngruppen. Ähnlich sind die Zahlen, wenn man nach der Durchführung von Förderstunden fragt: Nur 21 Prozent der Befragten gaben an, dass diese regelmäßig an ihrer Schule stattfinden.
  • Nur acht Prozent der Befragten meinten, dass die Anzahl von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bei der Klassenbildung eine Rolle spielt. Entsprechend unterscheidet sich laut 85 Prozent der Befragten die Klassengröße von inklusiven Klassen nicht von der Größe nicht-inklusiver Klassen. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf werden bei der Stundenzuweisung von Lehrerstunden bislang aus Lehrersicht oft kaum berücksichtigt: Zumindest an den Regelschulen, wo der Großteil der Inklusion heute stattfindet, kommen kaum zusätzliche Stunden an.
  • Der Einsatz von Schulbegleiterinnen und Schulbegleitern wird immer wieder als wichtiger Baustein der Inklusion angeführt, aber auch hier scheint die Realität eine andere zu sein: 75 Prozent der Befragten plädieren für eine Neukonzeption der Schulbegleitung und sehen den bisherigen Ansatz als nicht genutzte Chance. Aus Sicht des BLLV mangelt es an einer qualifizierten Ausbildung, an angemessener Bezahlung und dem arbeitsrechtlichen Status – eine Chance wäre die Entwicklung eines Berufsbilds «Sonderpädagogische Inklusionsassistenz“ mit einer Zuordnung zum Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Statt eine punktuelle Einzelfallbetreuung zu bieten, könnte die Schulbegleitung mit einem breiten Einsatzgebiet und guter Qualifikation damit zu einer echten Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Lehrkräfte werden.

Darüber hinaus fordert der BLLV, dass bei Budgetierung und Stundenzuweisung an den Schulen Kinder mit Förderbedarf dreifach gezählt werden. Dadurch würden Klassen, denen Kinder mit Förderbedarf angehören, kleiner. So hätten die Lehrkräfte mehr Zeit, diese Kinder bedarfsgerecht zu fördern. Auch müsse es nach Ansicht des Verbands mehr Fortbildungsmöglichkeiten, mehr Lehrerstunden sowie Stunden für Sonderpädagogen an Schulen geben, die sich für Inklusion einsetzen.

«Es gibt Konzepte und Ideen für eine gelungene Inklusion. Nach über 15 Jahren wird es Zeit, diese endlich umzusetzen»

Der Freistaat hat seit 2011 rund 1.100 neue Stellen für die Umsetzung der Inklusion bereitgestellt, teilte das bayerische Kultusministerium mit (bei insgesamt rund 120.000 Lehrkräften im Freistaat). Ein großer Teil dieser Stellen werde mit Lehrkräften für Sonderpädagogik oder Lehrkräften zur Unterstützung von Einzelinklusion besetzt. Ebenso sei das Thema Inklusion fester Bestandteil der Lehrerbildung.

Inklusion, so meint hingegen BLLV-Präsidentin Fleischmann, dürfe kein Sparmodell sein, das auf dem Rücken von Lehrkräften an den Regelschulen durchgesetzt wird. Sie betont: «Es gibt Konzepte und Ideen für eine gelungene Inklusion. Nach über 15 Jahren wird es Zeit, diese endlich umzusetzen.» News4teachers / mit Material der dpa

Trotz (oder wegen?) Inklusion: Immer mehr Schüler mit besonderem Förderbedarf

 

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AndiBandi
8 Monate zuvor

Man sollte endlich aufhören so zu tun, als ob man wirklich an Inklusion interssiert wäre! Für die meisten ist das halt ein Buzzword, mehr nicht! Echte Inklusion kostet viel Geld, viel Personal und auch ein Mindset, das viele nicht besitzen!
Kurz, echte Inklusion ist zu teuer und daher will das auch kein Politiker realisieren! Kann man dem Volke aber nicht so sagen, deshalb tut man so als ob! Und Menschen mit Behinderung interessieren sowieso keinen, klingt hart, ist aber so! Da gibt es andere Gruppen die mehr Geld und Aufmerksamkeit bekommen!

Martina
8 Monate zuvor
Antwortet  AndiBandi

Doch, ich glaube schon dass Menschen mit Behinderung interessieren. Allerdings hapert es oft mit der richtigen Vorstellung davon, wie sie behandelt werden möchten. Jedenfalls sagen Behinderte oft, dass sie kein Mitleid wollen, für sinnvolle und tatkräftige Hilfe aber durchaus dankbar sind.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Martina

Ja, das glaube ich auch. Menschen mit Behinderungen wollen kein Mitleid.

Was sie aber auch nicht wollen und nicht brauchen, sind

  • jede Stunde ein Schlag ins Gesicht (sie kommen nicht mit, die Zeit fehlt)
  • jede Stunde zu merken, dass sie nicht mitkommen und hinten an stehen
  • Beleidigungen – SuS, die selbst Probleme und Minderwertigkeitskomplexe haben, hauen gerne mit Beleidigungen auf noch Schwächere ein
  • Klassenprügelknabe zu sein

Ich weiß, dass durch die Inklusion genau das alles verhindert werden soll. Und das wäre sicher mit kleinen Klassen und mehr Lehrkräften, Sozialarbeiter:innen etc. zu schaffen, doch das ist der Wunsch, der Ist-Zustand sieht ganz anders aus. Klappt nämlich nur bedingt, denn es gibt immer Kids, die auf ihnen rumhacken.

Wir bringen sehr viel Unterrichtszeit damit zu, hier zu schlichten und zu erklären und angemessenes Sozialverhalten (Was du nicht willst,…. ) einzuüben.

Diese Kinder gehen nicht gerne zur Schule.

JAAAA, wir haben auch einige Kinder, die akzeptiert sind und gut in die Klassengemeinschaft integriert sind.

Doch was soll Inklusion für die anderen bedeuten? Abhärtung?!

Für manche dieser Kids ist das eine Hölle mit destruktiven Lernerfolgen – ich bin doof, ich kann nichts, die anderen mögen mich nicht, sie schlagen mich, sie beleidigen mich, ich bin ein ungewollter Mensch.

Das passiert überwiegend in den Pausen. Falls hier jemand fragt, wo die Lehrkräfte sind, die hier doch inklusiv arbeiten sollen.

Ich frage mich, wieviele Tiefschläge ein sehr junger Mensch einstecken muss, bis er endlich aus der Schule raus ist.

Die Idee ist dennoch prima! Sie kommt nur 25 Jahre zu spät. Und ohne Geld, …..,

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor

Es war in der frühen 1990ern, da hatten wir einen Schüler an der Schule mit Gehbehinderung. Er wurde von uns anderen Oberstufenschülern immer die Treppen rauf- und runtergetragen für jeden Zimmerwechsel.

Es war in den frühen 2000ern, da hatten wir einen Schüler an der Schule mit Gehbehinderung. Er wurde von mir beim Ausflug die Treppen eines Kirchturms rauf- und runtergetragen, ziemlich viele Stufen.

Es war so um 2010 herum, da hatten wir eine Schülerin an der Schule mit Gehbehinderung. Sie wurde von mir im Schullandheim die Treppen in der Unterkunft rauf- und runtergetragen, so ca. 5-10x pro Tag über fünf Tage.

Es ist 2022 und es ist Inklusion.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Verstehe ich nicht.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich verstehe diese negative soziale Entwicklung der Menschen auch nicht. Aber sie ist da.

Es gab Zeiten, s. oben, da haben SuS ohne das Wort Inklusion zu kennen und ohne dass es Thema war, ihren Mitschüler:innen geholfen, einfach so, aus Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Fürsorge.

Seit den frühen 2000ern machen das keine Schüler:innen mehr – es sind die Lehrkräfte!

Nun haben wir Inklusion – und das geht schief, weil die antisoziale, egozentrische Entwicklung neue Höchstformen erreicht, aber noch nicht am Umkehrpunkt angekommen ist.

Fakt bleibt aber: Die Aufgabe der Inklusion liegt in den Händen der Lehrkräfte – die Schüer:innen sind aus erziehungstechnischen Gründen längst raus.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Danke für die Aufklärung äh… ich meine für nichts.
Bei uns bedeutet Inklusion etwas anderes als das gemeinsame Lernen von Menschen mit Gehbehinderung und ohne.

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Naja, vielleicht so: Wir schaffen seit Jahrzehnten noch nicht mal eine solide Barrierefreiheit für Gehbehinderte im schulischen/schulnahen Standardkontext. Und Gehbehinderung ist m.E. noch eine recht unkomplizierte Einschränkung, wenn man über Schulinklusion redet – bzw. sollte sie sein.
Dann die allermeisten Nachteilsausgleiche, die ich kenne, lauten i.d.R. so in der Art: Zeitzugabe bei Überprüfungen von mal 10%, mal 15% (ich warte noch auf 11,11%) oder separater Raum, ha, und selbst dabei wird es schon „interessant“, wie man das immerzu neu improvisiert kriegt, wenn die Besenkammer gerade schon für Betreuungsgespräche verplant ist und auf’m Flur die Schallmauer durchbrochen wird – wir sind schon richtig doll aufgestellte Inklusionskünstler, bravo für solch zauberhafte Vorstellungen!
Derweil haut’s der Autistin die Hirnschale raus vor Hyperinput und Nachbars Tick (oder doch Tourette oder doch nur Tick oder doch oder doch, doch, doch, doch) sorgt für Abwechslung in jeder Konzentrationsphase, so auch in der KA.
Zum Rolli-WC? Ja, einfach da lang, hinten hoch, Rampe runter, links rüber, dann zwei Stufen – dauert kaum 20min. Bitte, gern geschehen, wir seh’n uns dann wohl erst morgen wieder. Achso, die Batterie vom Mikro war eh leer, dann hast du nix mitgekriegt in der Stunde. Seit drei Wochen schon, aha, warum hast du nicht früher was gesagt? Achso, mal Ruhe gebraucht in der ganzen Hektik, ja, versteh ich.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Danke! Das kann ich nicht nur nachvollziehen, sondern muss ich sogar unterschreiben.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Genau. Viele Millionen Euro wurden in den barrierefreien Ausbau der Gebäude investiert. Das genügt, zumal die meisten Inklusionsfälle an Regelschulen körperlich nicht so stark beeinträchtigt sind, dass sie keine Treppen mehr selbst steigen können.

Marie
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Leider ist das halt immer das öffentliche Bild von Inklusion: das Kind, das im Rollstuhl sitzt (bei Interesse gern mal in diversen Fibeln/ Lesebüchern blättern). Inzwischen kommen aber tatsächlich alle Kinder erst mal zu uns: hörgeschädigt, sprachbeeinträchtigt, ES, lernbeeinträchtigt, Autisten, die teilweise als unbeschulbar gelten… Von GS-LK wird erwartet, das alles gleichzeitig zu wuppen, natürlich ohne das entsprechende Sonderpädagogengehalt. Und alle anderen Kinder sollen bitteschön auch vollkommen individuell gefördert werden. DAS ist nicht mehr leistbar !

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Jepp. Und es werden immer mehr Schüler:innen mit immer differenzierteren Diagnosen.

Wir kriegen viel in unserer Schule gewuppt. Da sind wir schon weit vorne. Es reicht aber einfach nicht (s.o.).

Schüler:innen mit Hörproblemen haben wir, mit ESE, Sprachbeeinträchtungen, Lernschwierigkeiten, geistiger Behinderung, Autisten, Mutisten – das ist schon ein sehr buntes Bild und es gelingt durchaus, einigen gerecht zu werden. Leider nicht in allen Stunden und nicht in allen Fächern. Das geht einfach nicht – und hier geht es „nur“ um den Lerninhalt.

Probleme gibt es bei der Akzeptanz der Schüler:innen untereinander – wenn der Tag gut läuft, …., prima. Läuft irgendetwas schief – wird auf den Schwächsten rumgehackt. Das führt immer wieder dazu, dass einige Kids da ihre Zeit absitzen.

Und das ist dann wieder der Ruf nach Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen. Das ist nicht mehr zu wuppen, dazu sind wir zu wenige und dafür sind die Probleme zu viel.

Maren
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Gehbehinderungen sind nur kleine Probleme bei der Inklusion, Dil Uhlenspiegel. Gäbe es nur sie, würde sich kaum ein Lehrer über die Inklusion beklagen.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Eben. Und deshalb sind Förderschulen so wichtig.

AusderPraxis
8 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Gehbehinderung kann an einer nicht barrierefreien Schule auch zum Problem werden.
An unserer GS haben wir eine Rollstuhlfahrerin, die inzwischen über 96 kg schwer und 1,72m groß ist. Im vorletzten Schuljahr konnte sie noch kürzere Strecken gehen, letzten Schuljahr konnte sie noch einige Schritte gehen, inzwischen gar nicht mehr. (Die Gehbehinderung hat psychische Ursachen, inzwischen können ihre Beine das Übergewicht aber auch nicht mehr tragen).

Der Fachraum (Kunst) im ersten Stock ist somit für die gesamte Klasse unerreichbar.

Last edited 8 Monate zuvor by AusderPraxis
Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Würde mich schon interessieren, was psychischen Gründe für Gehbehinderung sind

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

….was psychische Gründe für Gehbehinderung sind und wie diese diagnostiziert werden.

AusderPraxis
8 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Das Mädchen ist ein Flüchtlingskind!
Nach der Flucht aus Syrien war sie unfähig, längere Strecken zu Fuß zu bewältigen.
Da keine körperliche Ursache festgestellt werden konnte, wurde eine psychische Ursache diagnostiziert: die Post-traumatische Belastungsstörung (PTBS)
Inzwischen fesseln die 11-jährige (?) diese PTBS und das starke Übergewicht 24/7 an ihren Rollstuhl.

Last edited 8 Monate zuvor by AusderPraxis
Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Danke für die Antwort! Konnte mir einfach nichts darunter vorstellen. Das ist ja schon schlimm für das Kind und das Umfeld. Schade, dass die GS noch nicht barrierefrei ist!

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Es gibt übrigens auch psychische nicht- neurologisch – epileptische Anfälle. Also psychische Epilepsie. Nennt sich PNEA. Haben vor allem Frauen mit traumatischen zB Mißbrauchserfahrungen.

Sissi
8 Monate zuvor
Antwortet  AusderPraxis

Es gibt derlei gar nicht so selten; die Frage von psychischen Gründen für neurolog. Auswirkungen wie Lähmungen et al. Ist hier gut nachzulesen

https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/somatische-belastungsst%C3%B6rung-somatic-symptom-disorder-ssd-und-verwandte-st%C3%B6rungen/konversionsst%C3%B6rung

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Korrekt. Und die Tatsache, dass für Gehbehinderungen überall alles gut eingerichtet wurde, zeigt ja schon , dass …

Georg
8 Monate zuvor

„Realisierbar“ oder „nicht realisierbar“ impliziert in irgendeiner Form sinnvoll oder notwendig oder beides. Beinhaltete die Umfrage auch die Frage, ob die Inklusion an sich ein Fort- oder Rückschritt ist?

Michael Felten
8 Monate zuvor

Ja, angesichts der real existierenden wie absehbaren Ressourcen kann qualitativ vertretbare Inklusive Bildung nur punktuell realisiert werden, etwa in gut ausgestatteten Schwerpunktschulen.

Alles andere schadet den Förderschülern nur – und dem Schulsystem als Ganzem.

Das ist in Bayern nicht anders als in NRW.

Dort läuft gerade eine Petition zum Thema:

https://www.openpetition.de/petition/online/inklusion-nrw-in-der-sackgasse-gemeinsames-lernen-bitte-nur-dort-wo-kinder-wirklich-profitieren

Die kann bundesweit unterzeichnet werden – auch nicht-öffentlich. Denn die Problematik ist länderunabhängig …

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Michael Felten

Bei Schwerpunktschulen kann man die Förderschulen gleich erhalten.

rikiki
4 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Warum DAS denn… ???

Klugscheisser
8 Monate zuvor

Wir dürfen/müssen jetzt in unseren Schulkonzept darstellen, wie wir Inklusion umsetzen sollen/wollen.
Ohne dafür ausgebildetes Personal, ohne zusätzliche Lehrkräfte, ohne irgendwas an unserem Berufskolleg. Barrierefreiheit? ah ja… ne.

Ein Papiertiger für den Papierkorb.

Ich verfalle in Arbeitsverweigerung. Es gibt genug anderes zu tun. Z.B der normalwahnsinnige Schulalltag.

Andre Hog
8 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Lieber klugscheißer…
Einfach den Mut haben und es zeitökonomisch minimieren.

„Unter den gegebenen bzw zur Verfügung gestellten Umständen gar nicht!“

Wenn das Ding von der BzR zurückkommt – mit der Aufforderung zur Überarbeitung – denselben Satz wieder einreichen – mit dem Hinweis, dass bei unveränderten Bedingungen obiges das schulische Konzept zur Inklusion ist.

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Ok, Inklusion wollen wir umsetzen mit 33% mehr Räumen in einer barrierefrei und adäquat umgebauten Umgebung, 50% mehr KuK und ausgebildetem, erfahrenem Fachpersonal, sagen wir pro zwei besonderer SuS eine Fachkraft. – Schickt es mal so ab.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ergänzung: Dauerhaft anwesende Fachkraft inkl. der Pausen. Das bedeutet also mindestens 1,5 Vollzeitstellen pro zwei Schüler pro Klasse. Bei einer ungeraden Anzahl Förderschüler in einer Klasse ist aufzurunden. Die Fachkräfte sind natürlich für den jeweiligen Förderbedarf ausgebildet.

Last edited 8 Monate zuvor by Georg
Sissi
8 Monate zuvor

Ich möchte jetzt nicht den Teufel an die Wand malen…..
Doch, – wenn die “ normale “ Inklusion schon nicht funktioniert -, was machen wir dann mit hoffentlich wenigen, hoffentlich zeitweisen, hoffentlich nicht chronisch erkrankten… postcovid- Kids.
Es wird langsam klarer, wie die Krankheitsbilder aussehen können, die Anzahl? Viel zu viele…..
Wir? nein,
endlich jemand, dessen glorreicher Job dies ist, steht in der Pflicht;
er/sie bräuchte die Fähigkeit, logisch zu folgern, Empathie und päd./psych. Kenntnisse, sollte planen können – schnell und verbindlich….

Sehr gute Zusammenfassung incl. Film mit Betroffenen

https://mobile.twitter.com/FarazFallahi/status/1530461717926486016

Maren
8 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Bitte jetzt nicht auch noch die Inklusion für die Angstschürung vor Corona benutzen!

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Doch, lieber doch, bitte. Mein Selbstsicherheitsslevel erreicht bereits wieder grenzwertig bedenkliche Level, da kann ich bald für nichts mehr gratulieren.

Sissi
8 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Genieß es…..;)

Sissi
8 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Ich versteh Sie ja; ist aber keine „Angstschürung“, eher der Versuch, Angst und Panik durch möglichst gute Vorbereitung einzudämmen.

Sind Sie Lehrer? Kennen Sie bereits postcovidäre SuS?

Die meisten sind zunächst nicht in der Lage, in die Schule zu gehen.
Wir koppeln derzeit 2 über teams – PC- Multivisor auf die untere Leinwandecke; sie sind dabei.
Beide sind in körperl. wie geistiger Leistung deutlich retardiert. Sie brauchen Zusatzmaterial, Erklärzeit, Pausen, das alles will vorbereitet sein,- will es bei diesen Kids besonders, denn für sie hat sich die Welt total verändert,- der eine ( vor covid Einserschüler) erinnert sich nach 5 Min nur noch an ein Viertel des Gelernten; vieles, was er vor der Infektion konnte, ist weg! Er muss sich auch erst psychisch sammeln,- kenne ich, war bei mir auch so.
Nur das meinte ich: Vorbereitet sein, das hat mit Angst und Panik null zu tun!
D.h., wir sollten vorbereiten, wo wir können; es sieht nicht nach großartiger Hilfe von oben aus.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Da werd ich jetzt mal sarkastisch… Wenn sich der ehemalige Einserschüler nach fünf Minuten nur noch an ein Viertel erinnern kann entspricht das einer geistigen Behinderung. Und genau DIE wollt ihr doch weg haben, denn das macht doch keinen Sinn und hält nur alle auf. Oder hat DER andere Rechte? Warum soviel Aufwand für DEN? Ist der im Gegensatz zu anderen geistig beeinträchtigten Menschen nicht selber Schuld sondern unschuldig, weil es Corona war und seine Gene zuvor Einsen ermöglichten? ^^

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

?????????????????????????

Dil Uhlenspiegel
8 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Blutbildanalysen, Atem-, Fitnessbeschwerden, Kreislaufprobleme, Erschöpfungszustände auch bei meinen Kunden … die dritte (oder vierte) große Positivenwelle ist gerade durch.

ein Vater
8 Monate zuvor

Ich bin nicht Lehrer, interessiere mich aber für Bildungsfragen. Als Außenstehender habe ich zur Inklusion folgendes Bild gewonnen:
Die Inklusion wurde vor allem aus Gründen der Moral eingeführt. Kein Kind sollte mehr „ausgegrenzt“ oder auf eine Sonder- bzw. Förderschule „abgeschoben“ werden, weil dies diskriminierend sei.

Es wurden viele Förderschulen aufgelöst und die Kinder mit Behinderungen auf Regelschulen geschickt. Körperliche Beeinträchtigungen scheinen dabei viel weniger Schwierigkeiten zu bereiten als geistige und emotional-soziale.
Bei den Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen beschränke ich mich darum auf die Kinder mit kognitiven Problemen.

Ich lese immer wieder, dass die Schulen erheblich mehr Personal für die Integration dieser Kinder brauchen, weil er sonst nicht funktioniert und alle Beteiligten überfordert sind. Nicht selten wird von chaotischen Zuständen berichtet, die alle Kinder und Lehrer schwer belasten und einen vernünftigen Unterricht weitgehend unmöglich macht

Was erwartet man von einer funktionierenden Inklusion mit mehr Personal? Ich stelle mir eine Klasse mit 2 inkludierten Kindern und deswegen 2 zusätzlichen Hilfskräften vor, was an personeller Ausstattung wahrscheinlich schon illusorisch ist. Ein Kind ist nach meiner Vorstellung stark lernbehindert, das andere vielleicht Autist.

Wie werden die Kinder nun integriert? Kurz gesagt: Können sie überhaupt integriert werden oder sitzen sie rein äußerlich nur in der Klasse und werden neben dem Unterricht her von den beiden Zusatzkräften extra betreut. Das lernbehinderte Kind arbeitet mit einer Hilfsperson an Extraaufgaben auf niedrigem Niveau und dem autistischen Kind wird durch eine andere Person geholfen, seinen Ängsten und Verhaltensstörungen Herr zu werden und am Platz sitzen zu bleiben.

Ich denke, das Ganze ist für die anderen Kinder recht unruhig, lärmend und störend. Vor allem aber frage ich mich, ob das der Vorstellung von gelungener Inklusion mit befriedigender Personalausstattung entspricht. Vielleicht habe ich als Außenstehender aber nur eine begrenzte Vorstellung davon, was mehr Personal bringen würde.

Und wären solche Rahmenbedingungen dann nicht nur Erleichterung, sondern auch ein Gewinn für alle Beteiligten? Die Inklusion sollte ursprünglich ja für alle Schüler eine Bereicherung sein und nicht nur der Moral dienen. Mich interessieren also die Lernvorteile aller, wenn die personelle Ausstattung verbessert wird..   

Klugscheisser
8 Monate zuvor
Antwortet  ein Vater

Es ist von der EU Inklusion gefordert worden. Das ‚wie’ war dabei nicht Thema.

In anderen Ländern wird Inklusion nicht so verstanden, dass man die Kinder mit sonderpädagischen Bedürfnissen in „normale Klassen“ stopft.
Man hat bspw. verschiedene Klassen, in denen man auf einer Schule das für sie geeignete Lernumfeld schafft. Profi Teams mit sonderpädagogischer Ausbildung werden dann in den Klassen eingesetzt, wo es diesen Bedarf gibt.

Hier in D ist die Umsetzung des EU Gesetzes ein Sparmodell geworden. Förderschulen werden geschlossen, die Schüler auf die Regelschulen verteilt. Schulen werden das schon irgendwie wuppen. Fertig.

AndiBandi
8 Monate zuvor
Antwortet  ein Vater

ist politisch so gewollt! Förderschulen waren für viele Menschen mit Behinderung eine gute Sache! Sie hatten dort eine auf sie zugeschnittene Umgebung und das Personal bestand aus lauter Menschen die wussten, wie sie mit ihnen umgehen mussten!
Lehrer an den Regelschulen haben davon keine Ahnung, weil sowas im Studium nicht vorkommt! Ist ja auch okay, es gab ja gute Gründe warum Lehramt für Realschulen und Lehramt für Sonderschulen NICHT die exakt gleichen Studieninhalte hatte!
Aber wie du sagst, die Grünen und andere sind der Meinung man muss alle zusammen würfeln, ohne dabei auf die Bedürfnisse der einzelnen Menschen einzugehen!
Übrigens, früher waren „Förderschullehrer“ noch normale Menschen, also denen konnte man auch vertrauen und die wussten schon was sie machen!
Heute studieren immer mehr Leute „Sonderpädagogik“ weil sie meinen das sei „easy“ oder weil sie völlig weltfremde Ansichten haben und sonst nix mit sich anfangen können!
Habe erst kürzlich beim Bäcker meinen ehemaligen Klassenlehrer (Berufsschule Heilerzihungspflege) getroffen. Er meinte, er freue sich, da er bald in Rente geht. Es sei nicht mehr schön, jedes Jahr laufen noch abgedrehtere Figuren auf der Schule rum und wollen mit Behinderten arbeiten! Und er war auch klar der Meinung, dass vor 25 Jahren die Leute auf der Schule zumindest von A bis X besser und erwachsener waren! Da kommt einiges auf die Behindertenhilfe zu, leider nichts gutes!

Anna
8 Monate zuvor
Antwortet  AndiBandi

Förderschulen waren für viele Menschen mit Behinderung eine gute Sache? Vielleicht fragt man mal die Betroffenen selbst dazu – und siehe da: Deren Verbände fordern einhellig ein Ende des Sonderschulwesens.

„Die Verbände sehen einen klaren Widerspruch zu Art. 24 BRK, wenn die Empfehlungen nunmehr die Sonderschulen zu einem konstitutiven Teil inklusiver

Bildungsangebote erklären und so den Eindruck erwecken, das deutsche Sonderschulsystem entspreche bereits den Zielsetzungen der BRK. Das Gegenteil ist richtig: Die UN-Behindertenrechtskonvention erfordert tiefgreifende Veränderungen im deutschen Bildungssystem zugunsten behinderter Kinder, die weit über die bisherige Integration hinausgehen müssen.“

Quelle: https://www.vdk.de/deutscher-behindertenrat/mime/00064313D1308307730.pdf

klm
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Die Eltern, die ich kenne und die anderes sagen, sind anscheinend nicht in dem von Ihnen erwähnten Behindertenverband.
Auch bei anderen Verbänden, Räten oder auch Gewerkschaften ist mir schon aufgefallen, dass sich die Meinung an der Basis nicht unbedingt mit der Ihrer Vertreter und Sprecher deckt.
Scheint ähnlich zu sein wie oft auch bei politischen Parteien. Unten werden Dinge anders gesehen als oben.

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Die Verbände und die Betroffenen selbst sind nicht identisch.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Die BRK fordert nur eine Teilnahme am Bildungssystem. Die gab es mit den Förderschulen bereits.

OMG
8 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Das ist nur bedingt richtig. Alle Beschulungsformen, die nicht mindestens 20% in dem Regelsystem stattfinden, sind nihct BRK – konform. DIe 80 -20 Regel ist seit den 70er in den USA etabliert und hat sich auch im Fachrat der UN durchgesetzt

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  OMG

Nach meiner Ansicht sollte die Möglichkeit, an den Förderschulen jeden Abschluss machen zu können (nicht auch tatsächlich zu schaffen), den geforderten 20% locker entsprechen.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  OMG

Ist bzw. war die Förderschule in den 16 Ländervarianten kein Teil des Regelsystems?

Was spricht dagegen?

Solange man dort Abschlüsse machen kann und die Durchlässigkeit gegeben ist, spricht m. E. mehr dafür, Förderschulen als Teil des Regelsystems zu sehen

Realität
8 Monate zuvor
Antwortet  Georg

„Förderschulen waren für viele Menschen mit Behinderung eine gute Sache? Vielleicht fragt man mal die Betroffenen selbst dazu – und siehe da: Deren Verbände fordern einhellig ein Ende des Sonderschulwesens.“

Vielleicht sollte man an diesem Punkt einmal einschreiten und fragen: wie „schwer“ ist die Behinderung.
Ein Beispiel: In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Familie mit einem stark geistig beeinträchtigten Kind. Hier war von Anfang an das Ziel dem Kind die Fähigkeit des Sprechens zu ermöglichen. Die geistige Beeinträchtigung ist für alle anderen Sachen einfach zu groß. Mittlerweile ist das Kind 18 Jahre alt, kann 1-Wort-Sätze sprechen und lebt in einer Wohngemeinschaft. Kleine Beträge bis 5€ kann er selber bezahlen. Das ist für das Kind ein unglaublicher Gewinn an Eigenständigkeit.
Ich glaube nicht per se, dass eine Inklusion schlecht ist, aber wir müssen uns in unserem Bildungssystem auch die Frage gefallen lassen: Ist das Ziel an eine „Regelschule“ erreichbar oder nicht.
In meinem Beispiel war es für das Kind die beste Lösung auf eine Sonderschule zu gehen. An einer Regelschule wären diese individuellen Fortschritte nur schwer oder gar nicht erreichbar gewesen.

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  Realität

Ganz ähnlich ist es bei uns auch mit unserer Tochter.
Und eine ähnliche Sichtweise auf die Inklusion haben wir auch. Trotz aller sozialen/ integrativen Ziele usw. , die angeblich erreicht werden sollen, muss man auch fragen, welche Lernziele für das Kind wichtig sind und in welchem Setting es diese am besten erreichen kann.
Ich freue mich für jedes Kind, das in der Regelschule inkludiert werden kann. Aber das ist „Handarbeit pur“. Inklusion braucht Zeit, geht nicht von heute auf morgen, muss sorgfältig von allen Seiten geplant werden. Sonst sind Stress und Fehler vorprogrammiert, und das schadet am meisten den Betroffenen. Gut ist, wenn Lehrer es gerne machen und nicht unter Druck. Und wenn Eltern keine überzogenen Erwartungen und Ansprüche haben.
Vor allem halte ich für sinnvoll, wenn lernbehinderte Kinder davon profitieren. Alle Sonderschulen abschaffen zu wollen scheint zumindest derzeit noch sehr utopisch zu sein.

Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Ich habe vor 25 Jahren als (neu eingestellter) Lehrer eine Schülerin per AOSF auf eine Förderschule verdammt habe (dachte damals ich tue der einen Gefallen). Irgendwann traf ich sie in einem Supermarkt vor mir (sie machte da ein Praktikum) uns sie erzählte mir weinend was das für ihr Leben bedeutet hat. Katastrophe halt. habe ich danach keinem mehr angetan.

Marie
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Und weil das damals für 1 Kind die falsche Entscheidung war, ist Förderschule jetzt per se schlecht??

Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ja ist per se schlecht. Uneingeschränkt. Alleine die Idee der Segretion bestimmter Bevölkerungsgruppen ist so abartig das mir schleierhaft ist wie man auf so etwas jemals kommen konnte.

Marie
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Aha. Wie ist das denn dann mit unserem gegliederten Schulsystem? Ist die Segregation der armen Gymnasiasten auch schlecht?

Last edited 8 Monate zuvor by Marie
Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ja ganz eindeutig schlecht. Gibt es ja auch weltweit zum Glück so gut wie gar nicht. Dieser Traum einer homogenen Lehrgruppe ist eine Fiktion die überhaupt keine reale Grundlage hat.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Diese Behauptung hat keine reale Grundlage.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ja, nur in diesem Fall nicht für die Gymnasiasten, die durch die Segregation bevor teilt werden.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Das erzählen Sie mal Autisten, die mit Reizüberflutung, die bei Gruppenaktivitäten immer stattfinden, nicht klar kommen.
Was ich damit sagen will, Ihr Urteil ist viel zu pauschal. Wollen Sie denn alle in etwas zwingen, womit sie sich absolut nicht wohlfühlen?
Das Problem ist doch, dass unser Schulsystem eine Art Massenbetrieb ist, wo alle Kids sehen müssen, wo sie bleiben. Leider bleiben auch viele – aus unterschiedlichsten Gründen – auf der Strecke, weil wir eben diese Art von Betrieb haben. Als Lehrkraft kann ich so nicht allen gerecht werden. Interessiert aber niemanden. Ausbaden müssen diese Überforderung der Lehrkräfte natürlich alle Kids, die schwächeren aber ganz besonders.
Fazit: Inklusion, so wie sie in Deutschland stattfindet, hat diese Bezeichnung gar nicht verdient, da sie schlicht nicht möglich ist. Ich würde das alles eher als „alle irgendwie unter einem Dach“ bezeichnen, mehr nicht.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bitte nicht immer die Autisten als Alibi nehmen (auch an Andere hier) , denn damit pauschalisieren auch Sie! Autisten sind speziell und es liegt in Ihrer Natur garnicht integriert werden zu wollen. Das beißt sich mit der Inklusion, bei der es eben gerade um Integration geht. Das ist dann aber auch die einzige mir bekannte Gruppe Menschen, die nicht Teil der Gemeinschaft sein und dazu gehören möchte!

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Tipp: Lesen Sie doch Uwes Beitrag, auf den ich mich beziehe, noch einmal. Danke!

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich hab auch meistens keinen Bock auf Menschen.

Jetzt kennen Sie schon zwei Gruppen.

Last edited 8 Monate zuvor by Lera
Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Autisten die ich im gemeinsamen Lernen unterrichtet habe?Warum sollte ich das denen erzählen die sind gut klargekommen.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Dann haben Sie wohl Glück, dass es an Ihrer Schule still, übersichtlich usw. ist und „Ihre“ Autisten eigentlich gar keine sind. Ich habe einen Autisten in meiner Klasse und dem ist alles sehr schnell zu viel. Reizüberflutung und zu viele tägliche Abweichungen von den für Autisten notwendigen Strukturen. Ich habe verschiedene Fortbildungen gehabt UND eigene Erfahrungen gemacht.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dann protestieren Sie doch dagegen und überlegen sich ernsthaft, Ihre Wahlentscheidung nächstes Mal von der Haltung zum Thema Inklusion abhängig zu machen. Ansonsten ist es ein geliefert wie bestellt und bedenke worum Du bittest, weil es Dir gewährt werden könnte.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Komische Reaktion auf das, was ich beschrieben habe. Was habe ich bestellt? Schlechte Verhältnisse an Schulen?

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Nein, sie ist nicht per se schlecht!

Vielen der Kids, die wir im Regelunterricht haben, benötigen tägliche Betreuung und das heißt zum Beispiel – ab in den Supermarkt und für 10 Euro einkaufen. Mehr Geld ist nicht dabei.

Oder ab auf die Straße und Straßennamen lesen.

Oder ab in die Schulküche und Kuchen backen, Essen kochen.

Manche haben ein extrem schlechtes Hygieneverhalten. Da heißt es, Badeanzug/Badehose an und zeigen, wie man sich wäscht.

Das lernt niemand im Regelunterricht – allenfalls auf dem Papier.

Diese Kids brauchen Praxis und die jeden Tag.

Und – jaaaaa, es kommt auf den Grad des Förderstatus an. Das sollte selbstverständlich sein!

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Gilt das auch für Pädophile, Massenmörder, Psyhopathen? Sollen die also nicht segregiert werden?

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Wieso vergleichen Sie Behinderte mit Pädophile, Massenmörder? Haben Behinderte auch was verbrochen?

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Gefängnisse abschaffen!
Psychiatrie braucht keiner!

Finagle
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Und warum ist hier nicht der Entscheidungsfindungsprozess in der Kritik, sondern gleich die gesamte mögliche Maßnahme? Warum wird gleich das Kind mit dem Bade ausgekippt?

Mit einer analogen Begründung könnte man auf sämtliche Urteile oder Beurteilungen verzichten, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Müsste es nicht Ziel sein, bessere Entscheidungen zu treffen? Ihre Entscheidung war offenbar suboptimal bis katastrophal falsch. Als Lehrkraft ist man doch ständig gefragt, das eigene Handeln zu beobachten und zu hinterfragen. Was hat denn zu der Entscheidung geführt? Vertrauen in einen Maßnahmenkatalog, eigene falsche Kriterienbewertung? Menschlich kann ich total verstehen, dass man sagt „dann mache ich das nie wieder“, aber professionell finde ich das nicht. Als Lehrkraft haben unsere Entscheidungen massiven Einfluss auf unsere Schützlinge – immer.

„Alles, was Du tust, kann sich als richtig oder falsch herausstellen – inklusive nichts zu tun.“

Daher plädiere ich für eine wohlabgewogene Einzelfallentscheidung und nicht für Pauschalurteile wie sie scheinbar immer beliebter werden.
Aber vielleicht habe ich Dich jetzt da auch missverstanden, und es pauschaler verstanden als es gemeint war.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Viele Eltern, die ihre Kids in die Förderschule geben mussten, weil es sie noch gab, sind sehr begeistert über deren Erfolge und dankbar, dass ihre Kids den derzeitigen Wahnsinn nicht erleben müssen.

Sie beobachten (durch Freunde, Nachbarn,…) die derzeitige Inklusions-Entwicklung (oder vom Land Vernachlässigung) und sind entsetzt.

Es müssen – je nach I-Lage – ganz andere Dinge gelernt werden als das, was wir im Regelunterricht anbieten (können).

Vor Jahren hatte ich eine achte Klasse mit einer Fö-Schülerin, die Sätze nach Bildern bilden musste – Die Katze sitzt auf der Mauer. Der Regen fällt vom Himmel. …. Grundschulniveau.

Sie hat sich nie wohl gefühlt, obwohl sie gut betreut wurde, etwa 2 Stunden pro Woche – mehr war nicht möglich. Ihr war immer klar, und zwar jede verdammte Stunde!, dass sie die anderen Aufgaben nicht versteht und sich der Rest der Klasse im Bestfall zurückhielt und nichts mit ihr unternahm. Sie war dabei – und dadurch in gewisser Weise akzeptiert, doch auf der Klassenfahrt wollte sie niemand in seiner Gruppe haben, weil die Interessen komplett auseinandergingen.

Und das soll toll sein? Für wen? Allenfalls ein „Alibi“ für Eltern, die ihr Kind nicht so akzeptieren können/wollen, wie es ist.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

„Förderschulen waren für viele Menschen mit Behinderung eine gute Sache? Vielleicht fragt man mal die BETROFFENEN selbst dazu – und siehe da: Deren VERBÄNDE fordern einhellig ein Ende des Sonderschulwesens.“

Finde den Fehler.

potschemutschka
8 Monate zuvor
Antwortet  ein Vater

Was Sie beschreiben, ist leider meistens die Realität (nur ohne die pädagogischen Hilfskräfte).

Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  ein Vater

„Mich interessieren also die Lernvorteile aller, wenn die personelle Ausstattung verbessert wird.. “

Es gibt so etwas wie soziales Lernen. Und ja da ist es von Vorteil wenn Menschen nicht ausgegrenzt werden. Sonst klagen z.B. Einige auf Reisepreisnachlass weil sie Menschen die Anders sind als Belastung im Hotel empfinden.

Georg
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Das soziale Lernen ist das einzige Argument, das ich bei der Inklusion gelten lasse. Wie viel davon übrig bleibt, wenn das Inklusionskind in der weiterführenden Schule jede Woche weiter abgehängt wird, weiß ich nicht.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Soziales Lernen kann auch schlecht sein, wenn die Bullies gewinnen, weil es zu wenige Möglichkeiten der Intervention gibt. Die Bullies lernen, dass sie andere bedrohen können, um sich durchzusetzen. Die Schwächeren lernen, sich rar zu machen, damit sie aus der Schusslinie sind.
Auch hier: Bei Massenbetrieb, den wir in Deutschland nun einmal haben, gehen die Schwächeren unter. Machen wir uns nichts vor. Da können Sie auf die Menschenrechte pochen, wie Sie wollen. Schulen können das, was viele erwarten nicht leisten. Um es mal anschaulicher zu machen: In der Kantine erwartet auch niemand den Service, den es im Nobelrestaurant gibt.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was mich bei Ihnen wirklich schockiert ist, dass sie aber alle anderen „Schwächeren“ integrieren wollen – nur diese nicht! Sie plädieren für Gesamtschulen, setzen sich für Minderheiten (die dadurch auch „Schwächere“ sind), Migranten, lgbti* ein. Alle sollen zusammen sein, außer die mit der Behinderung. Das empfinde ich als grausamer, als wenn manche hier prinzipiell gegen heterogene Klassen sind und dies dann aber für alle gelten lassen. Und wieso müssen die Schwächeren gehen und nicht die „Bullis“? Weil die Bullis eine Chance auf einen Abschluß haben, der bei GE-Kindern von vornherein ausgeschlossen ist?

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja zu Ihrem letzten Satz. Und das tut mir sehr, sehr leid. Ich mache die Bedingungen in Schulen nicht, sondern die Politik. Und da man die Bullies nicht loswerden kann und sie unendlich Kapazitäten „verbrauchen“, sehe ich das inzwischen nur noch praktikabel.
Beschweren Sie sich bei der Politik, die den Schulen und uns Lehrkräften und in letzter Konsequenz den Kids alles versauen.
Was Migranten und LGBTQ+ angeht, die passen nicht in denselben „Topf“ wie Kids, die in ihren kognitiven Möglichkeiten begrenzt sind. Zusammen bilden sie für mich auch keinen „Topf“.
Noch einmal: Ich bin nicht per se gegen Inklusion. Und Sie sollten nicht über meine Aussagen schockiert sein, sondern nur traurig ob der Umstände, die an unseren Schulen herrschen. Ich bin dann voll bei Ihnen.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich will nicht alle Schwächeren integrieren. Ich bin grundsätzlich für mehr äußere Differenzierung – sprich optimale Bedingungen für das, was alle wollen und predigen, aber im Status Quo kaum bis gar nicht erreichen können: individuelles, prozessbegleitendes Feedback. Dafür braucht man eine Lernatmosphäre, die den Namen verdient. Und die stellt sich -entgegen der Beteuerungen der Inklusionsagenten- NICHT durch möglichst viele verhaltensauffällige Personen in einem Raum ein.

Uwe
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja das Argument das Homogenität Mobben verhindern würde (das SCHUTZRAUMARGUMENT) ist eines der Blödesten überhaupt. ERSTENS liegt Mobbing natürlich nicht daran das die Gemobbten irgendwie anders sind (oder Schwach) sondern daran das es Mobber gibt und ZWEITENS ist es natürlich auch in Förderschulen Schwache und Starke und auch Schüler*innen die Anders sind, dick oder dünn, groß oder klein……. Grade übrigens an den LB und GB Förderschulen gibt es jede Menge Mobbing und Gewalt . Da hab ich schlimme Dinge gehört.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Mobbing kann es überall geben, ja.
Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Regelschullehrkräfte an Regelschulen viel zu viel leisten müssen, um den schwachen Kids gerecht werden zu können. Ich bin nun einmal keine eierlegende Wollmilchsau, die in einer Gruppe von über 20 Kids allen (von gym. bis förd.) sowohl im kognitiven als auch im sozialen Bereich gerecht werden könnte und „nebenbei“ auch noch Unterricht vorbereitet, Abiturklausuren korrigiert, Beratungsgespräche führt und Lernpläne verfasst sowie Eltern erzieht und gegen Mobber ermittelt. Von der ganzen Bürokratie, die noch on top kommt, fange ich gar nicht erst an.
Wer muss denn die ganze Arbeit machen? Und wie viel Arbeit kann eine normale Lehrkraft eigentlich leisten?
Es geht nicht darum, ob es nicht besser wäre, wenn möglichst viele Kids inkludiert werden, sondern darum, WIE das gehen kann. Und wenn das WIE so gar nicht berücksichtigt wird, dann geht es eben nicht. So ehrlich muss man einfach mal sein.
Mit den Kapazitäten der Lehrkräfte steht und fällt Inklusion. Wer das einfach immer ausblendet, der hat gar nichts verstanden.

mama51
8 Monate zuvor

Meiner Meinung nach wären an meiner Schule nicht die Seh-/Hör-/Lern-/ oder Körperbehinderungen ein Problem, denn die gibt es kaum, sondern „der Rest“ (s.u.).
Wir haben ca 30 Inklusionsfälle bei ca 260 SuS:
2x Autisten, 1x echten GE (=geistige Entwicklung), ca 10x Lernbeinträchtigungen. (Geht alles zu „wuppen“!)
Und der Rest:

  • schlecht bis gar nicht erzogen
  • frech
  • „grenzenlos“
  • unendlich „gepampert“ und verwöhnt
  • unselbstständig
  • …alle jeweils mit uneinsichtigen / unfähigen Eltern, die eine konstruktive Zusammenarbeit unmöglich machen. Die Anträge für Schulassistenzen nicht stellen wollen, Termine zu „runden Tischen“ oder sonstigen Gesprächen nicht wahrnehmen und/oder die Vereinbarungen nicht einhalten, Empfehlungen für „allerlei“ Diagnostiken in den Wind schlagen,…usw.

Diese werden mit ADHS oder ESE (= Emotional-Soziale – Entwicklungsstörung) diagnostiziert!
Und DIESE Gruppe verschlingt Resourcen, Energi und kostet Nerven! Und das alles hat m.M. nach herzlich wenig mit dem eigentlichen Sinn und Zweck der Inklusion zu tun. Sorry, aber so sieht das mein Kollegium auch! Trotzdem geben wir unser Bestes!
Ich denke, hier besteht „Definitionsbedarf“: Was genau fällt unter den Begriff? Gehört da auch dazu, dass LuL der Regelschulen den betreffenden Teil der Eltern „- mit- erziehen – muss“?
Bei Kindern mit „echten“ Beieinträchtigungen ist das nämlich nicht erforderlich!

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Und hier „schlecht bis gar nicht erzogen“, „frech“, „grenzenlos“, …, an dem Punkt, der es für viele Inklusionsschüler:innen wirklich schwer macht – denn die sind häufig die Opfer, wenn es darum geht, einen Prügel- oder Anmecker- und Anmotzknaben zu haben.

Und ja, die o.g. Gruppe gleicht Vampiren – sie saugen einen aus, den anderen wird man nicht gerecht.

Und aus allen diesen Gründen brauchen wir einfach Hilfe in Form von Mitarbeiter:innen unterschiedlichster Berufsgruppen.

An unserer Schule haben wir über 30 Schulbegleitungen durch alle Klassenstufen durch. Das heißt im Umkehrschluss – über 30 SuS sind nicht in der Lage, ohne eine erwachsene Person direkt an ihrer Seite den Schulalltag zu bewältigen.

Das ist erschreckend, die Räume sind voll, überall wird gemurmelt und erklärt und wiederholt und …. darin soll Unterricht stattfinden!? Man fragt sich, wie.

Für Autisten ist so etwas die Hölle – vor allem, wenn dann auch noch Unterricht vertreten wird, weil Lehrkräfte erkrankt sind.

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

.“…die Räume sind voll, überall wird gemurmelt und erklärt und wiederholt und…..darin soll Unterricht stattfinden!? Man fragt sich, wie.

Für Autisten ist so etwas die Hölle……“

Genau das frage ich mich auch schon lange. Wie kann sich ein Kind da konzentrieren? In Sonderschulen für Schüler mit Geistiger Behinderung haben die Klassen zuerst 6 Schüler, später 7bis 9. Das ist für viele mehr als genug, denn auch dort herrscht große Heterogenität.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

„Unsere“ Autisten wuppen das, indem sie mit ihren Schulbegleitungen den Unterrichtsraum verlassen dürfen, wenn es ihnen zuviel wird.

Dann haben sie Ruhe und können sich konzentrieren, kriegen aber den Unterricht ansonsten nicht mit.

Oft wird auch geschaut, ob sie eine Unterrichtsreduzierung erhalten können. Dann werden die „wichtigen“ Fächer so gelegt, dass Autisten sie mitmachen können, meist in die ersten drei oder vier Stunden. Das geht aber leider nicht immer.

Es ist nicht nur für Austisten gruselig laut und unruhig. Es kostet jeden unglaublich viel Energie, das Gemurmel (zig Schulbegleitungen erklären ihren Schützlingen die Aufgaben und dann will auch noch die Lehrkraft was sagen!) auszublenden.

Martina
8 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Ja, ich fürchte, die Lehrer müssen „den betreffenden Teil der Eltern mit- erziehen“. Die Schule steht allerdings auf verlorenem Posten, wenn Eltern nicht einsichtig sind, sich nicht an den Riemen reißen, den Kindern alles durchgehen lassen und einfach nur meinen, die Schule stehe in der Verantwortung und müsse alles richten, was sie vernachlässigen.
In dieser Haltung werden sie leider oft bestärkt, wenn es mal wieder heißt, dass die Lehrer den Kindern dieses und jenes beibringen müssten, was sie zu Hause nicht mehr lernen und daher von den Staatsdienern übernommen werden muss.

Ja, liebe mama51, so irre es sich anhört, viele Eltern müssten eigentlich mit-erzogen werden. Das können Schulen aber nicht leisten, weil u.a. die Eltern- und Schülerrechte seit Jahrzehnten so exzessiv ausgebaut und die Lehrerrechte entsprechend eingeschränkt wurden, dass die Pädagogen sich oft nicht mehr in der Lage sehen, etwas gegen den Willen der Eltern und Kinder zu bewirken.
Bewusst provokant möchte ich sagen: Die Lehrer werden heutzutage auf Grund ihrer politisch diktierten Ohnmacht von (zu) vielen Kindern und Eltern am Nasenring durch die Manege geführt. Und sind sie nicht willig, wird mit dem Rechtsanwalt gedroht oder mit Beschwerden bei den Vorgesetzten.
Die Schulen leiden nicht nur darunter, dass sie zu viele Fremdaufgaben erfüllen sollen, sondern auch darunter, dass ihnen die dazu wirksamen Mittel aus der Hand geschlagen wurden. An beiden Missständen müsste sich dringend etwas ändern.

Palim
8 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Die Integration der Erstgenannten, also Beeinträchtigung im Sehen, Hören, in der Sprache, im Lernen, benötigen auch Ressourcen.
Derzeit hat man dafür so gut wie nichts, selbst die 2 Stunden Grundversorgung kommen in den Schulen nicht an.
Wie viele derer, die später im Verhalten auffällig sind, haben womöglich vor der Schule u d in den ersten Schuljahren nicht genug Unterstützung bekommen?

Hilfen sind immer noch vom Nachweis abhängig, ich muss ein Kind also zuerst scheitern lassen und über Monate oder Jahre Misserfolge nachweisen, bevor Hilfe beantragt und gewährt werden darf.

Bis dahin sind die Kinder sich selbst überlassen und den Lehrkräften, die alles allein schaffen sollen, egal wie viele Kinder einer Klasse Hilfe benötigen.
Da geht es nicht um einzelne in Klassen mit sonst fitten Kindern, sondern in etlichen Klassen auch um sehr viele Kinder mit speziellen Bedürfnissen, die Hilfe benötigen und ohne diese verkümmern müssen.

Indra Rupp
8 Monate zuvor

– Die Bildung eines geistig behinderten Menschen kann nicht dem späteren Broterwerb oder gar dem Anhäufen von Reichtum und Besitz dienen oder dem Beitrag an der Gesellschaft (Steuern, ect) . Sie dient der Integration in die Gesellschaft und eine auch dafür relevante (bedingte) Selbständigkeit. Deshalb ist es völlig kontraproduktiv exklusiv zu beschulen! Exklusion verhindert, dass Menschen geistig Beeinträchtigte verstehen und integrieren. Exklusion bereitet den Weg für ein Leben am Rande der Gesellschaft. Ob die Bildung exklusiv beschulter Kinder besser bzw intensiver ist, ist dabei egal, da der erreichte Bildungsstand am Ende keinen Wert hat (gibt keine Noten, Abschluß zählt nicht, kognitiv reicht es nicht um etwas damit zu erreichen). Nebenbei erfahre ich aber öfters, dass I-Kinder an der Regelschule mehr lernen, weil für das Lernen die anderen Kinder mitunter wichtiger sind als die Erwachsenen.

– Wie schon vor mir erwähnt wurde, sind es oft die verhaltensauffälligen gesunden Kinder, die den Unterricht belasten. Da diese heute aber alle als beeinträchtigt gelten, sind es dann offiziell die „behinderten“ Kinder, die den Unterricht stören und der Klassiker, das geistig behinderte Kind, muss quasi als Symbolbild dafür herhalten. Da die Verhaltensauffälligen ja durchaus auch ein gutes Zeugnis bekommen können, müssen im Zweifelsfall die schwächsten, die geistig behinderten Kinder die Gemeinschaft verlassen oder werden garnicht erst genommen. Da muss man als Eltern schon gut über seine Rechte Bescheid wissen um sich nicht abwimmeln zu lassen. Und wenn man doch mal die Förderschule ausprobiert, wird einem suggeriert man könne dort nicht mehr weg! Kurz, das geistig behinderte Kind muss für die Probleme der verhaltensauffälligen gesunden Kinder herhalten! Aber auch an Förderschule mehren sich diese verhaltensauffälligen gesunden Kinder, was dazu führte, dass meine Tochter nach ihrer Grundschulzeit das halbe Jahr an einer Förderschule unerträglich fand und über Monate komplett verweigerte. Nun ist sie an der Oberschule glücklich, obwohl sie öfters zu kurz kommt, es nicht genug Personal /Konzept gibt. Die Mitschüler*innen helfen ihr, sie ist beliebt, sie wird gut integriert und vor allem möchte sie mit sozial – emotional gesunden Kindern zusammen sein.

– Was heißt geistige Behinderung? Im Falle meiner Tochter heißt es, dass sie langsam und entwicklungsverzögernd lernt. Vor allem heißt es, dass sie sich bei unvorhergesehene Situationen nicht zu helfen weiß, weshalb sie zwar seit ihrem fünften Lebensjahr Fahrrad fahren kann, man sie aber trotzdem nicht im Straßenverkehr allein lassen kann.
Sie ist aber NICHT verhaltensauffälligen! Sie stört nicht den Unterricht. Sie hat ein B im Sozialverhakten und war in der Grundschule konsequent auf „Grün“. Sie kann auf unseren Ponys gallopieren und springen. Sie hat bei unserer großen Amatheurtheaterbühne mitgespielt. Sie hat den ersten Teil von Harry Potter durchgelesen und verstanden. Sie kann eine Seite lange Geschichte schreiben und macht nur etwa einen Rechtschreibfehler pro Satz. Sie bekommt Noten, in den Fächern, in denen sie mithalten kann und nicht schwächer als 3 ist. In Kunst ist sie 1!

– Und dann sind da ANDERE, die nicht betroffen sind und einfach feststellen, Inklusion lohnt nicht. Die einfach nur die Bildungsmöglichkeiten zusammen rechnen und auf die Verhaltensoriginellen schauen. Wegen denen müssen wir also fürchten, irgendwann zur Förderschule abgeschoben zu werden. Dann wacht meine Tochter wieder nachts heulend auf, weil sie in einer Klasse sitzt, die zu 95 % aus schreienden unsozialen Jungs besteht und wo sie mit vier Erwachsenen im Kunstunterricht Stempel auf ein Plakat drücken kann. Und weißt ihr was? Euer Problem ist dann garnicht gelöst – denn von den Verhaltensoriginellen werden viele bleiben!

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich muss mich jetzt aber doch fragen, was Ihre Tochter dann davon hat, in einer Regelschule unterrichtet zu werden. Eigentlich ja sogar das Gegenteil. Regelschulen bieten auch anderen Kids, die der Beschreibung Ihrer Tochter entsprechen, keinen Schutz, wie sie ihn benötigen.
Die wenigsten von uns haben etwas gegen Inklusion. Uns geht es darum, dass man unter den Bedingungen, die Sie selbst doch auch beschreiben, keine sinnvolle Inklusion durchführen kann.
Wenn die Rabaukis alle Aufmerksamkeit erhalten müssen, haben Lehrkräfte kaum noch Kapazitäten für anderes. Die Lieben und Netten bleiben total auf der Strecke.
Ich denke, Sie haben sich keinen wirklichen Gefallen getan mit Ihrem Beitrag. Auch mich hat daran erinnert, was noch dazu beiträgt, dass Inklusion an deutschen Schulen tendenziell nicht funktioniert.

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich verstehe Indra Rupp schon. Geistige Behinderung ist nicht gleich geistige Behinderung. Es gibt soviele unterschiedliche Ausprägungen wie es geistig behinderte Kinder gibt. Da kann es durchaus sein, dass für das eine die Inklusion in der Regelschule das passende ist, für das andere aber gar nicht. Soviel ich weiß, haben z.B. Menschen mit Trisomie 21 alle einen hohen Behinderungsgrad, eine „Schwere Behinderung“. Trotzdem lernen sie ganz unterschiedlich, das erkennt man schon von Anfang an. Das hängt von verschiedenen zusätzlichen Faktoren ab, ob ein Kind zu früh geboren wurde oder Komorbiditäten hat.
Ich kenne die Diagnose von Indra Rupps Tochter nicht, habe aber nach den Schilderungen durchaus den Eindruck, dass sie relativ fit ist.
Unsere Tochter könnte nie Radfahren lernen. Sie lernte erst mit 5 Jahren laufen. Und das war schon überraschend, da bei der ersten orthopädischen Untersuchung keine Bänder festgestellt werden konnten und der Orthopäde allerhöchstens ein Laufen “ mit Schienen“ prognostizierte.
Die Bandbreite der Menschen mit Trisomie 21, die ich von Anfang an kenne, ist recht groß, und alle wurden von Anfang an sehr gut gefördert.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Ich beziehe mich nicht auf die Eignung der jeweiligen Kids, sondern den fehlenden Schutz vor den Knallis bzw. die durch deren Aufmerksamkeitsdefit hervorgerufene mangelhafte Förderung. Wenn die Tochter wegen der „schreienden unsozialen Jungs“ unglücklich ist, dann kann die Beschulung in der Regelschule ja nicht förderlich sein.

Cornelia
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Aber offensichtlich fühlt sich das Mädchen doch in der Regelschule, die sie besucht, wohler als in der Förderschule, in denen es Klassen gibt, die „zu 95 % aus schreienden unsozialen Jungs“ bestehen?

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

So habe ich das auch verstanden.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die schreienden unsozialen Jungs waren in der Förderschule!

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Entschuldigung, das habe ich falsch verstanden. Ich dachte, es bezöge sich auf die Regelschule.
Ich bin nicht per se gegen Inklusion.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Und weißt ihr was? Euer Problem ist dann garnicht gelöst – denn von den Verhaltensoriginellen werden viele bleiben!“

Das ist die Grundlage für die Missverständnisse.

Aber – es gibt in beiden Schulformen verhaltenskreatiefe Schüler:innen.

Und ja, die werden bleiben.
Und ja, das wird ein Problem bleiben.
Und ja, für alle!

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ihre Antwort klingt suggerierend. Können oder wollen Sie meinen Text nicht verstehen?

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nicht suggerierend, sondern feststellend. Bei uns an der Regelschule ist es genauso, wie ich es bei Ihnen meinte gelesen zu haben. Das ist nämlich viel öfter der Fall.
Wir haben auch Kids, die in netten Klassen sind und wo es toll läuft. Jedoch ist es häufiger eben genau anders.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich bin sehr erschüttert über das, was Sie von den Lehrkräften und der Schülerschaft einer/der Förderschule berichten.

  • Kunstunterricht: Stempel auf ein Plakat drücken
  • 95% schreiende unsoziale Jungs

Das ist m.E. kein Problem der Förderschule, das ist ein Problem der Auffassung dessen, was ihr Kind kann.

Unsere Förderschullehrkräfte (wir sind eine Gemeinschaftsschule) wie auch wir Regelschullehrer:innen (ich hasse das Wort Regelschule!) gehen da alle anders mit um – auch und obwohl wir als Regellehrer:innen das nicht explizit gelernt haben.

Das kenne ich so nicht und unsere Kolleg:innen arbeiten da ganz ganz anders!

Die Frage ist doch, ob Inklusion (hier haben wir leider auch in vielen Klassen schreiende unsoziale Jungs) für jede(n) geeignet ist.

Ich sage pauschal einmal nein! Wir haben Kids, die kommen gut klar, das soziale Gefüge passt. Dann haben wir Kids, die stündlich leiden – das soziale Gefüge passt nicht.

Es gibt einen Tag in der Woche, an dem die Kids aus dem Regelunterricht herausgenommen und alle gemeinsam gesondert unterrichtet werden.

Und nun fragen wir mal ohne Vorbehalte zu haben – was gefällt den FöS besser? Wo lernen sie mehr? Wo lernen sie befreiter?

Die Antwort dürfte klar sein.

Und zum Thema Abschlüsse – bei uns gibt es einen Förderschulabschluss. Der ist zwar nicht amtlich, aber bescheinigt dem Kind im individuellen Bezugsrahmen Fortschritte.

Gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das ist ja mal ein gelungenes Beispiel von: das beste nur für mein Kind.
Wie halten Sie es denn mit der Inklusion der – wie haben Sie es so hübsch ausgedrückt – 95% schreiender unsozialer Jungen?

Ach, ich verstehe: Inklusion bitte nur so, wie es für mein Kind am besten passt.

Aber keine Angst: das machen all die anderen Eltern der Kinder, die für Ihr Töchterlein gut genug sind, natürlich auch. Deren Kinder sind dann am Gymnasium oder gleich auf der Privatschule.

Nichtschonwieder
8 Monate zuvor

Als damals die UN Resolution zur Inklusion für Deutschland bindend würde, da haben sich unsere Bildungspolitiker doch ein zweites Loch in den Arsch gefreut. Ein riesiges Sparpotenzial hat sich eröffnet und das wird bis zum letzten Cent ausgeschöpft. Schulen schließen, stattdessen BFZ in allen Kreisen hier in Hessen. Die meisten Förderschulkolleginnen haben über Nacht ihren Beruf verloren, jetzt sind sie Regelschulen zugeordnet mit einem aberwitzigen Betreuungsschlüssel. Dem (eigenen) Anspruch können sie überhaupt nicht gerecht werden. Sie dürfen nicht mehr in der Klasse unterrichten, sie schreiben jetzt Förderpläne (was eigentlich die Regellehrer machen sollen, aber nicht können), erstellen Arbeitsmaterial, machen Elterngespräche (meist mit unkooperativen Eltern die alles torpedieren), Einzelförderung (eigentlich aber auch nicht gerne gesehen), runde Tische, sprechen sich mit Kliniken ab (die für sowas eigentlich auch keine Zeit haben) und beraten die Regellehrer (die dafür meist keine Nerven und keine Zeit haben). Und dürfen alles dokumentieren, jede Stunde müssen sie in ihren Arbeitsplan eintragen, der in ihrem BFZ gesammelt wird. Und dann dürfen sie von Weihnachten bis Ostern noch mehrere Schüler:Innen überprüfen und für jedes noch ein Gutachten schreiben. In dieser Zeit fehlen sie natürlich an den Regelschulen. Sie haben sich im Studium auf zwei Richtungen spezialisiert, jetzt dürfen sie sich aber mit allen beschäftigen. Der sehr eklatante Mangel an FörderschulkollegInnen führt dazu, dass massenweise mit Regellehrern Stellen besetzt werden. Die kennen sich aber nicht gut aus, dürfen keine Schüler:Innen überprüfen, das bleibt dann wieder an den ausgebildeten FörderschulkollegInnen hängen.

Es gab in Frankfurt Mal das Modell des gemeinsamen Unterrichts. Das hat prima funktioniert. Da war eine Förderschullehrerin einer Klasse mit inklusiv zu beschulenden Kids zugeordnet. Mit ihren gesamten vollen Stunden. Sie war immer in der Klasse, konnte direkt eingreifen wenn was schief lief und alle Beteiligten haben davon profitiert. Sie haben sogar selbst einzelne Nebenfächer unterrichtet, während der Regellehrer mit in der Klasse saß und sich alles Mal aus der anderen Perspektive angeschaut hat. Aber was gut funktioniert, wird eben im deutschen Bildungssystem so schnell wie möglich wieder abgeschafft. Es ist zum heulen.

Das System, wie es jetzt läuft, ist zum Scheitern verurteilt. Eine ESE Kind in der Klasse ohne gut geschulte Integrationsassistenz kann das Unterrichten in der Klasse über weite Strecken des Tages unmöglich machen. Ein mehrfach behindertes Kind mit Autismus kann man vielleicht bis zur 5. oder 6. Klasse in der Regelschule integrieren, auch wenn es eigentlich in den meisten Fächern nur an den eigenen Aufgaben arbeitet. Spätestens wenn die anderen pubertieren, klappt das alles einfach nicht mehr, weil sich die Lebenswirklichkeiten dann weit voneinander entfernen. Und dann steht einer alleine auf dem Pausenhof, während der Rest der Klasse ihren Hormonen fröhnt. Das zerreißt einem das Herz.

Es ist eine Schande, dass in diesem reichen Land das Thema Inklusion zum sparen genutzt wird. Schöne Sonntagsreden können diese unfähigen Politiker alle halten. Derweil brennt an der Basis die Hütte. In ihrem Wolkenkuckucksheim bekommen die das doch überhaupt nicht mehr mit. Sie sollten sich schämen da oben. Aber das Wort Scham kennen die ja nicht Mal.

mama51
8 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Hallo, „Nichtschonwieder“,
Sie haben die Zustände perfekt beschrieben! Vielen Dank dafür!
Schade, dass die Verantwortlichen hier die Beiträge (zu allen bildungspolitischen Themen!!!!) hier im Forum nicht lesen und „was draus“ machen…

Soso
8 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Dem „Sparmodell Inklusion“ haben vor der Einführung leider auch viele Lehrer und der Großteil der Öffentlichkeit zugestimmt, die sich von den frommen Worten seiner Befürworter (u.a. die GEW) haben einlullen lassen.
Es gab auch Warner, die ziemlich genau das vorraussagten, was in der Praxis dann eingetreten ist. Aber sie wurden durch die Bezeichnung „Behindertenfeinde“ und sonstige üble Schimpfwörter kaltgestellt.

Heute haben wir den Salat. Und glaubt wirklich noch ein Mensch daran, dass für die Inklusion bei der heutigen Personalknappheit und Unattraktivität des Lehrerberufs mehr Personal locker gemacht wird oder locker gemacht werden kann? Es gibt ja noch andere Baustellen im Bildungsbereich, die alle mehr Personal erfordern.

Nein, wer mit besseren Rahmenbedingungen für die Inklusion in absehbarer Zeit rechnet, baut seine Hoffnungen auf Sand. Wahrscheinlich wird es nie eine befriedigende Verbesserung geben, weil die Maßnahmen dafür viel zu teuer und letztlich ein Fass ohne Boden sind.
Die Inklusion hätte einfach nicht eingeführt werden dürfen und verhindert werden müssen.Manch andere „Reform“ übrigens auch.

Anna
8 Monate zuvor
Antwortet  Soso

Ich finde, auch das Frauenwahlrecht sollte wieder abgeschafft werden. Kostet eine Menge und bringt Männern gar nichts. Es gab damals, 1918, genügend Warner, die genau das voraussagten, was in der Praxis dann eingetreten ist. Ein Fass ohne Boden.

Gleiche Rechte für alle – verrückt …

Soso
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Sollte das Frauenwahlrecht etwa den Männern etwas bringen statt den Frauen?
Und sollte man auf Warner nie hören, weil Warnungen manchmal auch falsch sind?

Ihrer Logik und Ihren Vergleichen kann ich manchmal nicht folgen, Anna.

Anna
8 Monate zuvor
Antwortet  Soso

Ist das so schwer? Als Nicht-Betroffener erklären Sie Betroffenen, dass die Inklusion doch sowieso hätte verhindert werden müssen. Das habe ich nur übertragen.

Menschenrechte werden aber nicht nach Gutsherrenart vergeben.

Soso
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Nein, das werden sie nicht. Allerdings ist es keineswegs so, dass nur inklusiver Unterricht an Regelschulen den Menschenrechten entspricht. Das ist die eigenwillige deutsche Interpretation der UN-Konvention, während andere Länder durchaus im Besuch von Sonderschulen eine Erfüllung der Menschenrechte sehen.

Ich denke mal, Anna, das wissen Sie auch. Also Schluss mit dem Märchen, es ginge bei der Inklusion um die einzige Form der Menschenrechtserfüllung.

Anna
8 Monate zuvor
Antwortet  Soso

Darüber entscheiden aber nicht Leute wie Sie in eigener Hoheit – sondern die UN-Behindertenrechtskonvention, der die Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist.

Ob diese hierzulande umgesetzt wird oder nicht, das wiederum wird vom Deutschen Institut für Menschenrechte im Auftrag der UN begutachtet.

Aktuelles Fazit: „Über zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK im Jahr 2009 muss mit Blick auf das deutsche Schulsystem exemplarisch festgestellt werden, dass der Umsetzungsstand weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. In keinem Bundesland ist der notwendige gesetzliche Rahmen, eine inklusive Schule zu schaffen und zu gewährleisten, abschließend entwickelt worden.“

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/rechte-von-menschen-mit-behinderungen/bildung

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

In der BRK steht nur, dass es für alle Zugang zum BildungsSYSTEM geben muss.
Dass alle in das gleiche Gebäude gehen müssen, steht nirgends.

Martina
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das alles erfüllen auch Förderschulen, und vielleicht sogar besser. Oder meinen Sie, wenn geistig behinderte Kinder in der Regelschule mit anderen Kindern zusammensitzen und sonderbehandelt werden, stärke dies ihr Selbstwertgefühl oder sie würden dadurch befähigt zu einer „wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft“?

Sonderschulen legen sogar höchsten Wert darauf, Kindern in Kleingruppen die einfachsten, aber notwendigsten Dinge für ein späteres, möglichst eigenständiges Leben beizubringen.

In der Regelschule sitzen sie als Außenseiter in einer viel größeren Gruppe, können aber meist nur sinnlos beschäftigt oder auf Grund emotionaler oder sozialer Störungen im Zaum gehalten werden.
Glauben Sie wirklich, diese Realität an den Regelschulen erfülle das, was so schön auf dem Papier steht? Im Gegentei!!

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Als ob jemand gegen Teilhabe wäre… das ist doch nur noch polemisch.

Es geht nur um die Frage, WIE Teilhabe bestmöglich realisierbar ist.

Moralkeule bitte wieder einpacken. Danke.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Zugang zum SYSTEM.

Lesen – verstehen.

Langsam wird es lächerlich hier.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dieses Institut (so darf sich jeder nennen) ist ein privater Verein, der zweckgebunden öffentliche Fördermittel bekommt.

Die haben eine Meinung.

Nicht mehr.

Und die muss man nicht teilen. Vor allem, wenn die Grundlage der Behauptungen u.a. die seltsamen Statistiken eines Herrn Klemm sind.

Der hat einfach Kennzahlen DEFINIERT.

Muss man auch nicht teilen.

Einfach mal nicht nur die Überschriften lesen, Jungs…

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Soll das jetzt meiner Aussage widersprechen?

Man weiß es nicht.

Alex
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Bericht zum Stand der Inklusion in Deutschland ist wesentlich abhängig von der Einschätzung der Monitoring-Stelle, wie Inklusion auszusehen hat.
Die Vepflichtung zum Besuch von Regelschulen ist nur eine Lösung, die andere sind Förderschulen im Schulsystem. Nicht alle, aber etliche andere Länder ziehen die zweite Lösung vor.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Martina

Meine Tochter lernt in der Regelschule mehr! Grund sind die anderen Kinder. Auch soziales lernt mein Kind besser in der Regel Schule, denn da sind die benötigten Kinder um eben diese sozialen Sachen zu lernen. An der Förderschule hat man dagegen vier Erwachsene um sich herum, die einem in der Theorie erklären können, wie das soziale Miteinander funktioniert. Mit den anderen Kindern dort genau das auch auszuprobieren geht aber schlecht, da die Gruppe dort zu homogen ist (gilt übrigens in gewisser Weise auch für Gymnasien…). Zwischen den einzelnen behinderten Kindern können größere Welten liegen als zwischen meinem GE-Kind und Gymnasiasten. Die beste Freundin meiner Tochter aus der Grundschulzeit geht jetzt übrigens aufs Gymnasium und war das schlaueste Kind der Grundschulklasse . Sie hatte gleichauf mit der GS-Lehrerin den größten Anteil daran, dass meine Tochter sich in der GS wohl fühlte, weil sie Sie immer mit genommen und mit einbezogen hatte. Das sie so viel ehrliches Interesse an der Freundschaft zu meiner Tochter hat/hatte ist für so ein leistungsstarkes Kind schon ungewöhnlich – ein ganz besonderes Kind! Da waren einige Kinder plus die Lehrerin, die einfach zu positiv-dominant waren, als das ein auffälliges Kind hätte meine Tochter mobben können. An der Förderschule dagegen wurde sie gemobbt, denn heute sind nicht nur Kinder mit Behinderung da, sondern vor allem auch sozial inkompente Kinder, die aufgrund ihres Verhaltens, dass vielleicht nur auf einem problematischen Elternhaus basiert, ebenfalls eine Diagnose „beeinträchtigt“ bekommen. Deshalb habe ich an der Förderschule fast nur sozial problematische Eltern und schlecht integrierte Familien kennen gelernt. Es waren dort fast nur Jungs. Eine Behinderung kommt aber normalerweise in allen „Schichten“ vor und geht auch nicht einher mit sozialer Inkompetenz. Wo waren die sozialstarken, gebildeten ect Familien mit ihren sozialstarken behinderten Kindern? Geben tut es die auch, kenne drei davon aus dem Waldorfkindergarten. In der Flut der einfach nur vernachlässigten Kids gehen diese Familien unter. Und mit diesen vernachlässigten Kids übt es sich auch schlecht im sozialen Miteinander. Meine Tochter möchte Teil einer Kindergruppe sein, Teil einer Bande aus wilden Hühnern, wilden Kerlen, Vorstadtkrokodilen. Sie möchte nicht mit einem anderen Mädchen, fünf durchgedrehten Jungs und vier Erwachsenen in der Spielecke der S2 – Klasse (etwa Klasse 5-8) sitzen und üben, dass man sich nicht anspuckt.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und aus dem Wörtchen „integrativ“ schlussfolgern Sie jetzt, dass alle in das selbe Gebäude gehen müssen?

Ich verstehe nicht, was Ihr Zitat mit meiner Aussage zu tun haben soll.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sehr geehrte Redaktion,
Ihre Behauptung, dass meine Behauptung sachlich falsch sei, ist sachlich falsch.

Das Zitat, das Sie gegen mich anführen, BESTÄTIGT sogar, was ich sagte, nämlich:

In der BRK steht NICHT, dass jede EINZELNE Schule „integrativ“ sein soll.

Da steht: Das SYSTEM soll integrativ sein.

Haben Sie ja selbst zitiert.

Ein System, das für alle ein qualitatives Angebot bereithält, ist bereits integrativ.

Die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe war und ist im viergliedrigen System gegeben.

Die Ideale einer weltanschaulichen Gruppe unter Verweis auf eine angebliche Rechtsverbindlichkeit zur allgemeinen Norm erklären zu wollen, ist vermessen.

Fünf Minuten Google-Recherche zur BRK wären an der Stelle durchaus angemessen gewesen, bevor Sie anderen Unkenntnis unterstellen.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vom SYSTEM ist NIEMAND ausgeschlossen, auch wenn Sie das noch so tapfer wiederholen.

Saskia
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Ausschluss“ behaupten Sie. Andere bezweifeln, dass der Begriff korrekt ist und die Sache trifft.
Oder sollten Gymnasien auch bis zum Ende schwache und überforderte Schüler mitschleifen müssen, weil diese sonst „ausgeschlossen“ wären?

Das ist doch reine Moral-Ideologie. Wenn das so weitergeht mit dem Gerechtigkeitswahn, der alles andere aus den Augen verliert, kann es mit der Schulbildung aller Kinder nur weiter bergab gehen.
Dann läuft alles nur noch auf „Eine Schule für alle“ hinaus, die fast keinem Kind mehr gerecht werden kann.
Und man sollte auch offen zugeben, dass man letztlich „Eine Schule für alle“ haben will.

klm
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und was ist die Vereinbarung? Sie fordert Teilhabe an Bildung für alle!
Haben Förderschulen etwa keine Bildung vermittelt? Und das sogar in teuren Kleingruppen, in denen auf die Einzelnen viel besser und zielgerichteter eingegangen werden kann als im Regelunterricht.
Meine Güte, sind die Kinder wichtiger oder realitätsfremde Vorstellungen von angeblicher Ausgrenzung und Nicht-Teilhabe.

Soso
8 Monate zuvor
Antwortet  Anna

Und warum wurde die UN-Behindertenrechtskonvention von deutscher Seite so interpretiert? Weil die Lösung Inklusion eben billiger war als die Lösung Förderschule.
Wie Sie sehen, haben das viele Lehrer zu ihrem eigenen Leidwesen und auch dem ihrer Schüler inzwischen erkannt.

Nichtschonwieder
8 Monate zuvor
Antwortet  Soso

Inklusion ist mitnichten billiger als Förderschulen, sie ist sogar teurer, sofern sie richtig gemacht wird.

Riesenzwerg
8 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

JAAAA, deswegen kann man das, was wir da machen, ja auch noch lange nicht Inklusion nennen.

Uns fehlt jede Menge, wenn wir es richtig machen sollen!

Ronja
7 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Sie schreiben „sofern sie richtig gemacht wird“. Dass die Inklusion hinten und vorn nicht funktioniert, ist bei Ihnen also „nur“ eine Sache falscher Handhabung.
Sie wissen doch genau, dass die schönen Theorien falsch sind und dass es nie die Rahmenbedingunen geben kann und wird, unter denen sie vielleicht besser funktionieren würde. Sie sind schlichtweg nicht realisierbar, weil viel zu teuer und personalintensiv.
Sollen die Geldruckmaschinen mehr Geld liefern und Personl auf der Straße angeworben werden?
Ich habe die Schnauze mehr als voll von schönen Sprüchen und Theorien, die nur dazu da sind, die Schüler und Lehrer in ihrem Elend verharren zu lassen.

Nichtschonwieder
8 Monate zuvor
Antwortet  Soso

Natürlich musste die Inklusion eingeführt werden, das Recht auf Teilhabe kann man ja nicht wegdiskutieren.
Es aber derart bescheiden auszugestalten, grenzt für mich an Menschenverachtung.

Pit2020
8 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

@Nichtschonwieder

„Aber was gut funktioniert, wird eben im deutschen Bildungssystem so schnell wie möglich wieder abgeschafft. Es ist zum heulen.“

Und darauf ist Verlass! 🙁
Auch das ist zum Heulen …

Indra Rupp
8 Monate zuvor

Soweit ich weiß gehört zur Lehrerausbildung auch der Perspektivwechsel! Das können wir jetzt doch mal prima üben und ich wollte eh Anna (und Uwe,…) unter die Arme greifen:

Nehmen wir die schreckliche, von Michael Felton verlinkte Petition (gemeinsames Lernen nur, wenn alle davon profitieren) und ersetzen „Behinderte“ durch “ ukrainische Flüchtlinge“ oder durch „Frauen“ :

Sollten wir ukrainische Flüchtlinge nur mit ins Boot lassen, wenn alle dadurch profitieren? Ist wohl unrealistisch, denn zweifelsohne müssten wir im Boot zusammenrücken.

Sollten wir Frauen nur Arbeiten gehen lassen, wenn alle davon profitieren? Ist auch nicht realisierbar, denn eine Frau, die einen Job kriegt verhindert mitunter, dass ein Mann diesen bekommen könnte und zweifelsohne kann sie während der Arbeit nicht für ihre Kinder da sein, weshalb ja Lehrerinnen bis 1951 nicht heiraten durften ^^

Das klingt so toll und gut gemeint… Wir machen das nur, wenn alle profitieren! Aber was heißt das wirklich? Das heißt, du bekommst die gleichen Rechte nur, wenn das nicht an meinem Thron, meiner Macht kratzt. Z. B. Frauen dürften nur arbeiten, wenn sie dadurch keinem Mann die Arbeit wegnehmen oder sich das auch nur etwas negativ auf das Einkommen eines Mannes auswirken könnte. Angenommen alle Männer verdienen 5.000 Euro und Frauen nichts. Durch die arbeitenden Frauen verdienen nun alle Frauen 100 Euro und Männer nur noch 4.900 Euro. Verglichen mit der Situation von behinderten Menschen, lgbti* ect müssten die Männer nun aufschreien „Wir werden diskriminiert!“, so wie es die Heteros oder die Eltern leistungsstarker Kinder in so einem Fall tun. Ja, das meinen die auf dem Thron in so einem Fall, sie meinen sie werden diskriminiert, weil sie für andere etwas zurücktreten müssen. Tatsächlich wären hier die Männer erst benachteiligt, wenn sie weniger als die Frauen verdienen würden. Fälschlicherweise sind sie aber so verwöhnt, dass sie schon meinen diskriminiert zu werden, wenn sie nicht weiter bevorteilt werden!

„Wir machen das nur, wenn alle profitieren“ könnte man auch umbenennen : Entweder geht es uns allen spitze oder nur mir! Entweder geht es allen gut oder nur den Männern. Entweder geht es allen gut oder nur den Deutschen. Entweder dürfen alle von der Gesellschaft profitieren oder nur die Nicht-behinderten! Makaberer geht es garnicht! Diese Petition ist pure Heuchelei. Man verlangt eine nicht realisierbar perfekte Welt und weil diese eben nicht realisierbar ist, sollen Menschen mit Behinderung eben weiter wie Dreck behandelt werden.

In der NS – Zeit sprachen Ärzte im Bezug auf geistig behinderte Menschen von „leeren Menschenhülsen“! Wenn ihr selber so ein Kind habt, dann wißt ihr, dass ihr es mit einem vollwertigen, auf seine Art für unsere Gesellschaft bereichernden, unverzichtbaren Menschen zu tun habt! Ja, ist so! Meine Tochter zB bringt einen durch ihre einfache Denkweise dazu inne zu halten und die Welt elementarer und richtiger zu sehen. Sie sieht gerade heraus das gute in Menschen und spricht dies direkt aus ohne darin Vor-oder Nachteile für sich zu definieren. Genauso ehrlich auch negatives, aber da sie wie viele geistig behinderte Menschen positiver eingestellt ist, überwiegt bei ihrer Betrachtung von Menschen immer das positive! Während wir gebildeteren Menschen dagegen uns immer am Riemen reißen müssen, nicht immer nur das Negative an Anderen zu sehen. Deshalb hat meine Tochter immer ihrer Kigagruppe bzw Schulklasse gut getan und auch ihren LehrerInnen , denen sie regelmäßig mitgeteilt hat, was sie gut machen und warum sie sie mag. Wir leistungsorientierte Menschen erkennen es nicht so leicht, aber wir brauchen alle Sorten von Menschen um uns zu ergänzen. Meine Tochter ergänzt ebenfalls etwas, das uns anderen oft fehlt!

Liest man aber als Mutter eines behinderten Kindes eure Kommentare, dann spiegelt das die Idee von den leeren Menschenhülsen, über deren Sinn und Zweck wie auf einem Markt verhandelt wird! Was wäre wirklich eine rechtliche Gleichstellung? Wenn ALLE die Situation mittragen, so wie sie ist. Man kann versuchen, mehr Personal und Geld zu erstreiten. Wenn es das aber nicht gibt, dann ist es nicht die Lösung Schulkinder in wichtigere und unwichtigere einzuteilen und den „unwichtigen“ nur gleiche Rechte zuzubilligen, wenn die „wichtigen“ abgesichert sind!

Wie ich schon schrieb, ist es für ein GE – Kind unbedeutend, ob es an der Regelschule bis 100 rechnen lernt und an der Förderschule bis 120 oder umgekehrt. Das Lernen in diesem kleinen Rahmen dient ausschließlich der gesellschaftlichen Integration und die wird eben durch Exklusion verhindert!

Aber um nochmal auf Perspektivwechsel und der Longcovididee von Sissi zurück zu kommen : Vielleicht bekommen eure Kinder trotz Impfung Longcovid. Das sie dann nicht mehr Karriere machen ist sowieso klar. Aber ist es nicht schön, dass dann die Förderschulen wieder aufblühen? ^^ Denn IHR seid doch für Exklusion? Dann können eure Kinder so richtig toll mit anderen Behinderten auf Augenhöhe Freundschaften schließen, denn Behinderte sind doch alle gleich und eure Kinder müssen nicht mehr in der Regelschule mit ihrer Clique abhängen, zumal da auch garnicht alle von profitieren würden… Und ihr unterschreibt dann die Petition und verhandelt hier – nein WIR, die mit den gesunden Kindern ohne Longcovid verhandeln hier, wo eure unwichtig gewordenen Kinder nun zum Wohle der Leistungsgesellschaft am besten bleiben…

Übrigens sind die wenigsten Eltern von I-Kindern von vornherein gegen Inklusion, im Gegenteil! Sie wollten das alle! Und jetzt kommt zur Abwechslung mal eine richtig üble Kritik von mir an die Lehrkräfte : Man hat teilweise den Eindruck, dass die Kinder auch gewollt ins Messer laufen sollen, damit die Eltern einsehen, dass die Förderschule besser ist und die Regelschulen somit wieder ihre Ruhe haben! Das scheint eine Taktik, wie Lehrkräfte mit den politisch gewollten freien Elternwillen umgehen. Wenn man dem Kind nicht hilft, geht das mit der Exklusion schneller. Ich wurde seit dem Kiga mit Förderschulwerbung bombardiert. Man könnte das auch Manipulation nennen und das kommt zu den unzureichenden Unterstützungen der Politik noch dazu.

kanndochnichtwahrsein
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Die Argumentation unterstütze ich voll und ganz!
Jeder hat das Recht, dort zu lernen, wo und wie es zum besten Ergebnis kommt.

Wenn das so sein soll (s. Menschenrechte), muss man eigentlich nur gucken, welche Ressourcen dann für alle zusammen zur Verfügung stehen.
Kommt man zu dem Schluss, dass nicth ausreichend Ressourcen (Lehrer) da sind, muss überall gekürzt werden.
Würde für mich heißen, den Ganztag einzuschrumpfen, solange zu wenig Lehrkräfte da sind, um wo und wie auch immer ALLE Kinder angemessen im Lernen zu begleiten.

Dann würden die Kinder nachmittags vielleicht auch wieder gemeinsam und unsortiert auf der Straße spielen. Dort würden dann auch alle Kinder gemeinsam zusammen sein, egal wie gut sie die Anforderungen der Schule stemmen. Jeder könnte zeigen, was er kann. Jeder hätte Begabungen aufzuweisen, die sich nicht auf Unterricht beziehen. ALLE würden davon profitieren.
Im sozialen Umfeld außerhalb von Schule würden sich automatisch Gelegenheiten ergeben, mit Menschen jeder Begabung zusammen zu sein.
(Statt dessen erzwingen wir Beschuldung und Aufbewahrung bis spätnachmittags, erfinden „lehrerfreie Zonen“ in Schülercafes u.ä. um die Illusion zu erhalten, dass Kinder doch ohne Erwachsene existieren könnten…).

Manches (sogar Inklusion) können Menschen (Kinder) auch ohne Lehrer und Schule!!! Dazu müsste Schule nur eine neue (ihre alte?), weniger ausschließliche Bedeutung (zurück-)bekommen.

Lera
8 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie insinuieren, dass IRGENDJEMAND von der als „Inklusion“ vermarkteten Schließung geeigneter Förderorte profitiert.

Genau das wird ja hier bezweifelt.

Es handelt sich nach Ansicht der großen Mehrheit aller Praktiker aber um eine Loose
-Loose-Loose-Situation. Starke mittlere UND schwache Schüler werden im Rahmen der real existierenden „Inklusion“ schlechter gestellt als im gegliederten System.

Die Studienlage dazu ist mindestens ambivalent.

Indra Rupp
8 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Jedes Mal, wenn hier jemand berichtet, dass es seinem I- Kind auf der Regelschule besser geht oder jemand so ein Kind persönlich kennt, wird das hier als IRGENDJEMAND abgetan… Da gibt es schon einige und das, obwohl die von der Inklusion abgeneigten Lehrkräfte auf das Ergebnis Einfluss haben, die Inklusion nicht vernünftig umgesetzt wird – wie wäre das erst wenn das alles positiv gesehen würde und auch noch richtig umgesetzt. Kinder, die an Förderschulen zufrieden sind, kennen übrigens oft garnichts anderes. ZB kenne ich da ein Mädchen, dass das einzige Mädchen in seiner Klasse ist, dazu Heimkind und allenfalls Lern behindert – mehr nicht. Sie ist zufrieden, sie kennt es nicht anders.

mississippi
8 Monate zuvor

Doppelbesetzungen in Inklusionsklassen werden derzeit oft für Krankheitsvertretungen abgezogen. Ebenso werden Flüchtlingskinder mit Null Deutschkenntnissen oft einfach in Inklusionsklassen gesteckt und das zu mehreren. Um alle soll sich dann 1 Lehrkraft allein kümmern? Ach ja, die Inklusionskinder gibt es ja auch noch. Und die Regelschulkinder, die Hochbegabten, die Verhaltensauffälligen, die Vernachlässigten, die Armen…

Marie
8 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

Was für Doppelbesetzungen? In unserer Schule gibt es in jeder Klasse mindestens 1 I-Kind, in einer Klasse sind es 9 (!). Wir haben eine SoPä, die aber vorrangig in Klasse 1 und 2 arbeiten soll (warum auch immer). Bedeutet am Ende in Klasse 3 und 4 etwa 4 Stunden mit der SoPä und 22 Stunden allein der Klassen- oder Fachlehrer. Oft wird wegen hoher Krankenzahlen die SoPä zum Vertretungsunterricht gebraucht, dann fallen diese Stunden ersatzlos weg. Dann dürfen wir die I-Kinder komplett allein „versorgen“, natürlich ohne Teamteacher, spezielle Ausbildung und schon gleich gar nicht zum SoPä-Gehalt…

mississippi
8 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ist bei uns genauso. 8 I-Kinder, teilweise doppelt besetzt ( 6 Stunden), wenn nicht abgezogen, mit der Ausbildung ebenso wie du schreibst.

Palim
7 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Niedersachsen nennt es „Grundversorgung“, gewährt generell nur 2 Std. pro Klasse an FöS-Lehrkraft, egal, wie groß die Klasse ist und wie viele Kinder Bedarf haben oder hätten.
Die im Erlass angesetzten Stunden kommen gar nicht an, weil Förderschullehrkräfte fehlen. Ersetzt oder ausgeglichen werden die Stunden auch nicht und wenn die FöS andere Aufgaben erhält (andere Schule, Überprüfung etc.) entfallen die Stunden.