„Permanent am Limit“: GEW startet Studie zu Arbeitsbelastung von Lehrkräften

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Mit einer Studie soll in den kommenden Wochen die Arbeitsbelastung von Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen in Sachsen erfasst werden. Bislang würden aktuelle wissenschaftliche Daten dazu fehlen, begründete die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag die Untersuchung. Über Ergebnisse will man im Herbst informieren.

Die Belastung im Lehrerberuf steigt – nicht erst seit Corona, aber seit Pandemiebeginn verschärft. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Für die Öffentlichkeit und auch für große Teile der Politik seien die tatsächliche Arbeitsbelastung und Arbeitszeit von Lehrkräften meist nur sichtbar, wenn es zu Unterrichtsausfällen komme, erklärte GEW-Chefin Uschi Kruse. «Dabei sind diese nur die Spitze des Eisbergs. Lehrkräfte arbeiten permanent am Limit und bezahlen das nicht selten mit ihrer Gesundheit.»

Kruse verwies auf bundesweite Daten zur Wochenarbeitszeit, wonach ein erheblicher Teil der Lehrkräfte im Schnitt mehr als 48 Stunden pro Woche arbeitet. «Überlastung ist damit ein Dauerzustand an Schulen in Deutschland. Für Sachsen gibt es in den bundesweiten Studiendaten ebenso Hinweise darauf, die mit der Studie nun genauer untersucht werden sollen. Derzeit vergrößert sich die Kluft zwischen dem, was in der Schule zu leisten ist, und dem, was leistbar ist, immer dramatischer.» News4teachers / mit Material der dpa

Arbeitszeitstudie: Sieben-Tage-Woche ist für Lehrer obligatorisch – allerdings ist die Belastung im Kollegium stark ungleich verteilt

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Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Es gibt Situationen von 45min. objektiver Länge, die enthalten bereits die subjektive Belastung eines 8h-Arbeitstages und so kommt man immer wieder bereits dienstags auf die über 48h-Woche-Belastung. Klingt komisch, fühlt sich aber auch komisch an.

nurmalso
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

„Es gibt Situationen von 45min. objektiver Länge, die enthalten bereits die subjektive Belastung eines 8h-Arbeitstages.“
Herrliche Formulierung, so wahr.

Last edited 1 Monat zuvor by nurmalso
laromir
1 Monat zuvor

Okay. Eine weitere Studie. Es gab davon schon ein paar. Bislang führte keine davon zur Entlastung. Aber gut. Vielleicht kommt ja irgendwann mal diese eine, diese einzigartige Studie, die gefehlt hat, damit sich was ändert. *hust*.

Herr Hallmackenreuther
1 Monat zuvor

Wie wärs damit, mal eine Arbeitszeiterfassung einzuführen? War da nicht was von seitens der EU?

Andre Hog
1 Monat zuvor

Hatten wir in NRW bereits iNn den Neunzigern unter Gaby Behler…KuK bekamen ein sog ‚Pädagotchi‘ , mit dem die dienstlich aufgewendete Zeit erfasst wurde.
Nach Abschluss und AUSWERTUNG der Studie verschwanden die Ergebnisse im Giftschrank des KuMi-NRW.

Hmmm, was könnte der Grund für das Totschweigen dieser Erhebungsergebnisse gewesen sein?

Meine These (natürlich völlig unwissenschaftlich und bar jedes Praxisbezugs und -erfahrung):

Wenn auch nur im Ansatz herausgekommen wäre, dass die KuK zuwenig Arbeitszeit aufwenden würden, dann hätte man uns unter Zuhilfenahme dieser Ergebnisse und solcher Kampfmedien, wie der Bildzeitung ne gehörige Schippe mehr an Verpflichtungen aufgedrückt.

Da das unterblieben ist, kann man davon ausgehen, dass die KuK reichlich Zeit für dienstliche Geschäfte aufgewendet hatten und man dann im KuMi beschlossen hat, die weiteren Aufgaben stickum (wie man im Ruhrpott sagt) beizufüttern.

Last edited 1 Monat zuvor by Andre Hog
ed840
1 Monat zuvor

Könnte mir vorstellen, dass so eine Erfassung bei Lehrkräften ziemlich schwierig werden könnte, zumindest wenn es um die Arbeitszeit außerhalb des Schulgebäudes geht. Und welche Arbeiten mit welchem Zeitfaktor bewertet werden. Als Laie könnte ich mir vorstellen, dass z.B. eine Klassenfahrt von Mo – Fr auch nicht mehr zählt, als eine Woche normaler Unterricht. Wenn das so wäre, hätten z.B. Teilzeitkräfte eine erhebliche Untererfassung.

Pet
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Erhalten nicht verbeamtete Lehrkräfte Urlaubsgeld?

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  Pet

Nein.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Dann würde das Schulsystem zusammenbrechen, da zuviel Arbeit liegen bleibt. Die Mär vom „faulen Sack“ ist halt viel bequemer als die Wahrheit.

Fakten sind Hate
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Okay, dann müssten Sie aber auch die Ferien (aka. unterrichtsfreie Zeit) abtreten. Schließlich haben Sie im Jahr einen Anspruch auf ca. 30 Tage Urlaub.

Für mich als Physik/Mathematik/Informatik-Lehrer wäre Ihr Vorschlag eine Verschlechterung der Situation. Sobald meine Arbeit erledigt ist, müsste ich dann wohl gelanweilt in der Schule herumsitzen oder gar weitere Arbeiten übernehmen.

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Genauso ist es.
Wobei ich nicht verstehe, warum eine Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften außerhalb der Schule nicht gehen soll, wenn sie in den 2,5 Jahren Corona im Home Office in vielen anderen Jobs auch funktioniert hat. Warum nicht auch bei LehrerInnen?

Pit2020
1 Monat zuvor

„Über Ergebnisse will man im Herbst informieren.“

Oha!

Gibt’s im Herbst schon wieder was zum Abheften?! 😉

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Jepp, lieber Pit….die werden wahrscheinlich – wie gehabt – in den Toilettenkabinen des KuMi veröffentlicht.
Da werden sie der passenden Nutzung zugeführt. Die sind nämlich „für’n Arsch“.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Ooooh, bald wieder Heftnoten dann im Herbst :o) Da bin ich bestimmt volle gut, ich habe ganz viele Mitunterzeichnende mit Dr. und Prof. vorne dran, die meisten sogar echt.

Viele Grühße,
Dockter Uhlenspiggl