Arbeitszeitstudie: Sieben-Tage-Woche ist für Lehrer obligatorisch – allerdings ist die Belastung im Kollegium stark ungleich verteilt

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FRANKFURT/MAIN. Über die Hälfte aller Lehrkräfte arbeitet länger als sie muss, ein Fünftel sogar deutlich mehr – das geht aus einer Studie hervor, die nun vorgestellt wurde. Forscher der Universität Göttingen hatten dafür im Auftrag der GEW Anfang 2020 die Arbeitsbelastung von 1199 Frankfurter Lehrerinnen und Lehrern aus 64 Schulen erfasst. Für die Gewerkscahft ergibt sich daraus ein „exemplarisches Bild“ auch für Lehrerinnen und Lehrer andernorts.

Zwei von drei Lehrkräften meinen, dass die Belastung in den letzten Jahren noch zugenommen hat. Foto: Shutterstock

«53 Prozent der Lehrkräfte liegen mit ihrer Ist-Arbeitszeit über ihrem individuellen Soll und leisten Mehrarbeit», sagte Studienleiter Frank Mußmann. 21 Prozent der Lehrkräfte liegen sogar deutlich darüber. Die «kalulatorische Soll-Arbeitszeit» beträgt in Hessen 47,5 Stunden; real sind es der Studie zufolge im Schnitt 48,5 Stunden.

In einer durchschnittlichen Arbeitswoche arbeiteten die befragten Lehrer im Schnitt Montag bis Mittwoch jeweils neun Stunden, donnerstags acht und freitags sieben Stunden. Am Wochenende kämen durchschnittlich Samstag zwei und Sonntag drei Stunden dazu. „Eine 7- Tage-Woche ist zu Schulzeiten für Lehrkräfte quasi-obligatorisch“, so heißt es in der Untersuchung. In die Berechnung wird die zu erbringende Jahresarbeitszeit ausschließlich auf die Schulwochen außerhalb der Ferienzeiten umgerechnet. Hessische Lehrkräfte liegen laut GEW mit ihrer gesetzlichen Jahresarbeitszeit an der Spitze der Bundesländer.

„Die Streuung der Arbeitszeit von Lehrern ist unangemessen hoch“

Die Verteilung der Arbeit wird von vielen Lehrern allerdings als ungerecht empfunden. „Die in Frankfurt geltenden, auf Regelstunden-Vorgaben basierende Arbeitszeitordnung und die entsprechenden Regularien der Entlastung und Kompensation für die Übernahme weiterer Aufgaben sind nicht in der Lage, das Arbeitszeitverhalten der Lehrkräfte so zu regeln, dass eine einigermaßen faire Zuweisung und Verteilung der Arbeit erfolgt“, so heißt es in der Untersuchung. „Die Streuung der Arbeitszeit ist unangemessen hoch.“

Besonders belastet sind offenbar auch Lehrkräfte an sozial schwierigen Schulstandorten. „20 der 66 Frankfurter Schulen mit Lehrkräften, die an der Studie teilgenommen haben, zeichnen sich durch eine Schulsituation mit drei oder mehr Bereichen überdurchschnittlicher sozialer Herausforderungen aus (festgemacht an soziodemografischen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler, Sprachförderbedarfen, Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler und Unterstützung aus der Elternschaft). „Lehrkräfte an Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen erleben häufiger herablassendes Verhalten durch Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzte. Respektloses Verhalten durch Eltern unterscheidet sich nicht signifikant.“ Auch mehr Konflikte träten mit den genannten Gruppen auf.

Weitere Ergebnisse:

  • 40 Prozent der Lehrkräfte sehen für sich persönlich die Grenzen außerunterrichtlicher Verpflichtungen als überschritten an.
  • Darunter leidet die Vor- und -nachbereitung des Unterrichts, 73 Prozent fühlen sich dadurch (eher) stark beansprucht.
  • 63 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich (eher) stark beansprucht, weil durch ausufernde außerunterrichtliche Verpflichtungen die Qualität des von ihnen durchgeführten Unterrichts leidet.
  • Im Vergleich zu allen Berufsgruppen gehen Lehrkräfte häufiger krank zur Arbeit (Präsentismus).
  • Lehrkräfte, die häufiger krank zur Arbeit kommen, haben deutlich höhere Personal-Burnout-Werte.
  • 28 Prozent der Lehrkräfte lassen sehr häufig und 49 Prozent oft ihre Erholungspausen ausfallen oder verkürzen sie.
  • 46 Prozent der Lehrkräfte gehen sehr häufig oder oft an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
  • 65 Prozent erholen sich nicht in der arbeitsfreien Zeit.
  • Positiv: 77 Prozent der Lehrkräfte begeistert ihre Arbeit oft oder sehr häufig und 50 Prozent erhalten oft oder sehr häufig Anerkennung durch ihre Arbeit

«Zwei von drei Lehrkräften in Frankfurt haben den Eindruck, dass der Arbeitsdruck in den letzten 12 Monaten noch weiter zugenommen hat», stellte der Studienleiter fest. Damit unterscheiden sich die befragten Lehrer erheblich vom Durchschnitt der Beschäftigten in Deutschland, wo bei einer ähnlichen Befragung nur eine von drei befragten Personen zur gleichen Einschätzung kam. Beim Durchschnitt aller Beschäftigten wird die aus dem wachsenden Arbeitsdruck resultierende Beanspruchung nur von 23 Prozent der Gesamtgruppe als „(eher) stark“ empfunden. Bei Lehrkräften sieht dies der Studie jedoch ganz anders aus: 70 Prozent aller Lehrkräfte beansprucht der wachsende Arbeitsdruck„eher stark“ oder „stark“.

Corona hat die Arbeitsbelastung für Lehrer noch einmal deutlich verschärft

Die Befragung wurde zwischen dem 10. Februar und 8. März vorgenommen, also bevor die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden. «Seit Ausbruch der Corona-Krise hat die Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte deutlich zugenommen», sagte Maike Wiedwald, Vorsitzende der Gewerkschaft GEW Hessen.

„Die Ergebnisse sind nicht nur eine Beschreibung der aktuellen Situation, sondern für uns eine Verpflichtung, als Gewerkschaft weiterhin energisch für eine Reduzierung der Arbeitszeiten und eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu streiten“, sagt Maike Wiedwald, Landesvorsitzende der GEW Hessen. „Wir streben natürlich an, mit dem Kultusministerium ins Gespräch über die Ergebnisse der Studie zu kommen. Aus unserer Sicht muss zum Beispiel eine Reduzierung der Pflichtstunden erfolgen, um den Lehrkräften mehr Zeit für pädagogische Arbeit zu geben.“ News4teachers / mit Material der dpa

Hier lässt sich eine umfangreiche Zusammenfassung Studie herunterladen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

 

„Sieben-Tage-Woche in der Schulzeit ist obligatorisch“: Studie zur Arbeitszeit attestiert Lehrern im Schnitt anderthalb Stunden Mehrarbeit pro Woche

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25 KOMMENTARE

  1. Haben sich denn die Kultusminister inzwischen mal zur EuGH-Entscheidung zur Arbeitszeiterfassung geäußert bzw. Stellung bezogen oder befinden sich die Minister immer noch im Mikado-Modus?

    Theoretisch müssten jetzt die ganzen Verbände und Gewerkschaften hier ansetzen. Die Studien gab es schon vor einem Jahr. Das Urteil ist 16 Monate alt. Wo bitte bleibt hier mal ein Fortschritt?

    Ich freue mich auf den Tag, an dem meine Arbeitszeit vernünftig erfasst wird und ich trotz Ausgleichs durch Ferien nicht mehr eine 52 Stundenwoche habe.

    Ich warte übrigens nur noch darauf, dass Gehaltserhöhungen in der nächsten Tarifrunde damit abgelehnt werden, dass es ja massive Steuererleichterungen 2021 gibt (Solidar. weg, Kindergelderhöhung und Steuerliche Begegnung der kalten Progression). Dann hätte das ganze ein neues Level der Erbärmlichkeit erreicht.

    Meine Theorie ist, dass Arbeitszeiterfassung gemieden wird, weil sonst zugegeben werden müsste (bzw. es dazu kommen würde), dass es in einigen Bundesländern nicht gerade so 100% Unterrichtsversorgung gibt, sondern vielleicht 80%. Im übrigen mit der Konsequenz, dass in den Bildubgssektor mehr Geld gesteckt werden müsste.

  2. Coc Cinelles macht es sich zu einfach. Die Arbeitsbelastung hängt auch von den Fächern ab. Dass ältere Kollegen so wie ich länger sitzen, hat eben gerade bei Korrekturen mit dem Alter zu tun. Junge (und alte) Kollegen sind nicht unbedingt effektiver, manchmal auch nicht so genau bzw. faul. Das ist meine Erfahrung.

  3. Wenn wir Lehrer einen Arbeitsplatz an der Schule hätten und dort unsere Stunden ableisten müssten wie ein Kaufmann, Verkäufer (das sind nur Beispiele) und daheim nichts mehr tun müssten, würde ich für die Korrektur meiner Deutsch-Langzeitklausuren acht Wochen benötigen…
    Das Hamburger Modell (Deputatsstunden nach Fächern) ist natürlich nicht beliebt…

  4. Wie wäre es eigentlich mit etwas Teamwork bei den Lehrern untereinander? Lehrer mit weniger Arbeitsaufwand, weshalb auch immer, unterstützen die mit mehr Aufwand. Das ist bei Firmen, die im Wettbewerb stehen Standart. Es wird sich gegenseitig geholfen, ansonsten verschwindet das Unternehmen ganz schnell vom Markt durch unfähige Mitarbeiter. Es wird den Schülern von Team- und Gruppenarbeit gepredigt, aber selbst wird als Einzelkämpfer weiter gewurstelt.
    Was ist das Problem?

    • Nicht böse gemeint, aber das PROBLEM dahinter werden Sie als Außenstehender, der das System Schule nie wirklich von einer anderen Seite kennengelernt hat, niemals verstehen. Wie andere Kollegen hier bereits geschrieben haben, wäre eine 100% Präsenzzeit in der Schule mit Arbeitszeiterfassung eine Lösung, alles andere wird niemals funktionieren.

      • Ganz so aussenstehend bin ich nicht ganz. Als Ausbilder in der Energieversorgung mit 60 Azubis und Studenten sind mir Schulen da ich Prüfer bin und mit Lehrern eng zusammenarbeiten muss nichts unbekanntes. Lehrer wollen nur nicht, dass jemand in ihre heile Parallelwelt Schule hineinblickt.
        Zum Thema Arbeitszeiterfassung gehört auch ganz klar die Kontrolle der Produktivität. Der eine Lehrer benötigt nur eine Stunde der Andere vier Stunden für das Gleiche. Das gehört dann natürlich sanktioniert. Davor haben die Meisten Angst, dass ihre Unproduktivität auffällt…

    • Das Problem ist, dass vermutlich ein Musik- oder Deutschlehrer nicht zwangsläufig Ahnung von Chemie oder Latein haben könnte.
      – Kopfschüttel –

    • @Andreas

      Kenne ich selbst aus dem kaufmännischen Bereich, ich habe auch dafür eine abgeschlossene Ausbildung und einige Jahre Berufserfahrung.
      Dort funktioniert es, weil alle z.B. im Einkauf mit denselben Abläufen und Vorschriften vertraut sind.

      Aber ein Deutschleher könnte nur einen anderen Deutschlehrer die Arbeiten für dieses Fach korrigieren lassen (dieselben Abläufe und Vorschriften). Nun haben die anderen Deutschlehrer aber ihre eigenen Deutschklassen mit entsprechenden Korrekturen. Das hilft also nicht.
      Ein Deutschlehrer kann auch nicht so gut Englisch, wie es ein Englischlehrer kann – es sei denn er hat Fakultas (= Lehrbefähigung) für Deutsch und Englisch.
      Entsprechend gilt das für alle anderen Fremdsprachen.

      Ich kenne niemanden, der alle 3 Hauptfächer (Deutsch, Englisch und Mathe) an weiterführenden Schulen – also jenseits der Grundschulen – unterrichtet.

      Wer Sprachen unterrichtet, sollte auch besser keine Mathematikarbeiten korrigieren.
      Wer Sprachen unterrichtet, kann auch nicht unbedingt Fachunterricht in Musik, Biologie … erteilen.

      Im Vorteil hinsichtlich der Korrekturzeiten sind oft die Kollegen mit sogenannten „Nebenfächern“, weil da oft keine Klassenarbeiten, sondern Tests geschrieben werden. Tests sind kürzere schriftliche Leistungsüberprüfungen – also auch schneller zu korrigieren.

      Tests werden aber oft in den 3 Hauptfächern zusätzlich geschrieben (z. B. Vokabeltests in Fremdsprachen, Grammatiktests in Deutsch, …)

      Also sind die Kollegen mit den Hauptfächern gleich mehrfach gekniffen.

      Aber um hier Mißverständnissen vorzubeugen:
      Auch die „Nebenfächer“ können sehr arbeitsintensiv sein – kommt halt drauf an, mit welchem Anspruch man selber arbeitet und eben auch den Unterricht vorbereitet und nachbereitet.

      Für alle Fächer gilt:
      Haben SuS etwas – aus welchen Gründen – erkennbar nicht gut verstanden, muss für die nächste Stunde die Unterrichtsplanung angepasst oder ganz neu erstellt werden … mit entsprechendem Domino-Effekt für die restlichen Stunden der Unterrichtsreihe (= erneute Mehrarbeit). Eine Unterrichtsreihe ist grob gesagt ein „größeres Thema“ (z. B. Märchen in Grundschule oder Klasse 5), daran wird dann etwa 12 – 15 Unterrichtsstunden gearbeitet, danach folgt ein Test oder eben eine Klassenarbeit.

      Und auch die Kollegen in den Grundschulen kommen da nicht besser weg.
      Man sollte sich schwer davor hüten zu sagen „Ach das bisschen, die schreiben ja kaum mehr als ein paar Worte …“
      Mir ist eine Grundschullehrerin bekannt, die saß auch noch spät abends am Schreibtisch, auch an Wochenenden.
      Ihre Arbeitszeit entsprach der eines Bankdirektors (das konnte ich vergleichen, weil ein Vater einer Freundin diesen Job machte) – ihre Bezüge entsprachen leider so gar nicht denen des Bankdirektors.
      Das war vor 30 Jahren. Geändert hat sich seitdem wenig, wenn man davon absieht, dass es bei Lehrern etliche Nullrunden bei der Besoldung und bei den Tarifbeschäftigten gegeben hat.

      Außerdem gab es immer mehr neue Aufgaben für Schulen und letztlich Lehrer, weil jedes gesellschaftliche Problem an die Schule weitergereicht wird – die sollen das gefälligst mal lösen: Z. B. „Immer mehr adipöse Kinder?“ – Da muss die Schule aber mal … Ernährungsberatung machen, den Kindern gesundes Essen anbieten … (auch, weil viele Eltern – ja isso – den Kindern morgens EINEN Euro in die Hand drücken und davon sollen die dann den Tag über satt werden, am besten gesund und lecker). usw usw

      Auch das erklärt vielleicht auf die Schnelle, warum Lehrer hier oft so – Pardon – „angepisst“ auf manche Kommentare reagieren.

      Schule ist ganz anders als die betriebliche Arbeitswelt.
      In vielerlei Hinsicht gilt: Leider.

      Ich hoffe, Sie haben einen ersten Eindruck von „Was ist das Problem?“

    • Da ist kein Problem,
      tatsächlich machen viele Kollegien das offiziell, wenn durch Ausfall einer Lehrkraft deren Klassenleitung, Klassenfahrt und sämtliche Beauftragungen von anderen zusätzlich übernommen werden, wenn man in Abordnung geht und die eigene Schule es auffängt, wenn man Abordnungen bekommt und halbjährlich neue Leute einarbeitet und diese aus den außerunterrichtlichen Aufgaben heraus hält,
      und inoffiziell, wenn man KollegInnen etwas abnimmt, weil sie durch anderes stark belastet sind.
      Tatsächlich ist das System aber so extrem Unterfinanzierung, dass all das seit Jahren aufgefangen werden muss, dass zudem sehr viele Aufgaben hinzugekommen sind und es keinerlei Ausgleich gibt.
      An GS und HS springen die Allrounder ein, an SekII-Schulen wird es schwieriger, weil stärker auf die Fakultas geschaut wird.
      Ein Ausgleich, der auch von der nds. Arbeitszeitkommission empfohlen wurde, wäre, erheblich mehr Entlastungsstunden ins System zu geben und die vielen zusätzlichen Aufgaben damit zumindest zum Teil aufzufangen. Dann würden die KollegInnen mit den vielen zusätzlichen Aufgaben weniger Unterricht erteilen. Für die GS wurde sogar pauschal für alle 1 Stunde Deputatsminderung zusätzlich zu den Entlastungsstunden gefordert.

      Stellen Sie sich eine Firma vor, deren Stellen zu 80 oder 90% besetzt sind, wovon etwa die Hälfte von einem anderen Standort oder eben aus anderen Berufen hinzugekommen ist. Das läuft nur dann, wenn das Team zusammenhält. Tut es in der Schule, sonst wären die Zustände ganz andere!

      • Das hat nichts mit Romantik zu tun. Da ist kein Platz für Einzelkämpfer wer sich dort nicht ins Team integriert ist fehl am Platz. Der wird dann ganz schnell vom Vorgesetzten aus der Firma entfernt, sollte das durch irgendwelche Gesetze nicht möglich sein, dann regelt es das Team, so dass er selbst ganz freiwillig die Firma verlässt. Was das Unternehmen auch billiger kommt.
        Was glauben sie was für eine Arbeit es ist den Azubis und Studenten die Flausen aus der Schule auszutreiben? Selbständiges Denken totale Fehlanzeige, ständiges Warten auf den Lehrer, bis der irgendeine Asnweisung gibt. Sich bloß nicht gegenseitig helfen, am Besten die Lösungen für Aufgaben für sich behalten und nichts teilen. Wer sich dabei auf die faule Haut legt und die Mitschüler machen lässt bekommt seine Quittung ganz von alleine in Prüfungen.

        • @Andreas

          “ Da ist kein Platz für Einzelkämpfer wer sich dort nicht ins Team integriert ist fehl am Platz. Der wird dann ganz schnell vom Vorgesetzten aus der Firma entfernt, sollte das durch irgendwelche Gesetze nicht möglich sein, dann regelt es das Team, so dass er selbst ganz freiwillig die Firma verlässt.“

          Ja, auch das kenne ich noch von früher!
          Aber „Alle gegen einen“ (selbst wenn der 1 ein A**** ist) hat nichts mit Team zu tun!
          Dann verlässt der 1 auch nicht freiwillig die Firma.

          Das heißt nichts anderes als: Auch in der freien Wirtschaft funktioniert eben nicht alles! Da wo mehr als 1 Mensch auf 1 Haufen ist, KANN es Probleme aller Art geben. Und die können manchmal nicht zufriedenstellend und manchmal gar nicht gelöst werden.

          Ich fand es absolut asozial, als „das Team“ der gewerblichen Mitarbeiter die laminierte Kopie der Kündigung 1es anderen gewerblichen Mitarbeiters am schwarzen Brett der Lagerhalle aushängte und dann wurde unter Gejohle zur Kiste Bier nach Feierabend eingeladen, denn das müsse gefeiert werden.
          Ja, dieser Mitarbeiter war „unter aller Kanone“ und ich würde ihn auch heute noch nicht als „Kollegen“ bezeichnen wollen. ABER der Rest der Abteilung hat sich auch disqualifiziert in der Rubrik „Kollegen“, einfache Freude hätte genügt, meinetwegen auch ein blöder Spruch und dann „Schluss, Aus, Mickey-Maus – Ende der Geschichte“.

          Ich habe das brühwarm miterlebt, weil ich für etwa ein Quartal in dieser Abteilung massig Überstunden geschoben habe als Krankheitsvertretung (Das Problem scheint auch überall zu existieren, aber die Überstunden habe ich mit Zuschlag bezahlt bekommen – meine geschickte Gehaltsverhandlung machte das in DIESEM System möglich.).

          „Was glauben sie was für eine Arbeit es ist den Azubis und Studenten die Flausen aus der Schule auszutreiben?“
          Glauben wir – gerne. Wir haben täglich mit den Flausen zu tun.
          Dazu darf ich Ihnen jedoch mitteilen, dass wir Deppen (=Lehrer) uns doch wohl kaum die Flausen ausdenken, mit denen wir natürlich selbst das Leben schwer machen, aber weil wir dämlich sind, merken wir das nicht?!
          Wie schön, dass das so langsam mal auf das „echte“ Leben nach der Schule durchschlägt, denn alles Mahnen von Lehrern wurde ja schon jahrelang als das übliche Jammern auf hohem Niveau abgetan.
          Wir würden halt Kinder hassen … Blaaaaaa.
          Sorry.
          Aber DAS gehört nun einmal auch zur Realität.

          Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis zu einem anderen Artikel:
          https://www.news4teachers.de/2020/09/beleidigungen-und-schlaege-mehr-schulleitungen-berichten-von-gewalt-gegen-lehrer/

  5. Was das Problem ist? Das fragen sehr viele, die selbst noch nie in dem Job gearbeitet haben. Ist ja auch klar, denn auch ich weiß nicht, wie mein Zahnarzt, Architekt oder mein Mann (Rechtsanwalt) arbeiten.

    In NRW liegt die zu leistende Arbeitszeit von LehrerInnen bei 41 Stunden. Diese Arbeitszeit gilt auch für andere Beamte bzw. Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst. Von den 41 Stunden unterrichten LehrerInnen an Grund- und SEK I-Schulen 28 Stunden. Die restlichen 13 Stunden werden mit außerunterrichtlichen Tätigkeiten gefüllt. Dazu zählt aber eine lange Liste an Tätigkeiten:
    – Korrekturen mehrerer Klassenarbeiten (bei 4 Korrekturen im Fach Deutsch sind das dann ca. 120 Klassenarbeiten, die durchgeschaut werden müssen)
    – Vor- und Nachbereitung de Unterrichts und Klassenarbeiten
    -Vertretungsstunden, Aufsichten
    – verschiedenste Konferenzen und Fachgespräche sowie Elternabende
    – Beratungsgespräche mit Kollegen, SchülerInnen und Eltern (sowohl nachmittags in der Schule als auch telefonisch am Abend)
    – Mitarbeit am Schulprogramm und die Weiterentwicklung / Überarbeitung von Lehrplänen, Förderkonzepten usw.
    – Weiterbildungen und Teilnahmen an Wettbewerben und außerschulischen Projekten
    – Vorbereitung und Organisation von Fachkonferenzen, Klassenfahrten, Ausflügen
    – Absprachen mit außerschulischen Partnern, z.B. Telefonate mit dem schulpsycholog. Dienst oder Nachhilfeinstituten usw.
    – und und und …

    Gehen wir davon aus, dass man durchschnittlich 4 Tage die Woche von 8.00-14.00 Uhr und einmal die Woche bis 16 Uhr in der Schule ist. In diese Zeiten fällt dann der reguläre Unterricht (28 Stunden) sowie Vertretungen, Springstunden und Aufsichten. Bei uns haben beispielsweise alle 2-4 Springstunden, in denen man aber meist andere Kollegen vertreten muss.
    Wenn man dann gegen 14.30/15 Uhr zuhause ist, kommen alle weiteren Aufgaben wie Vorbereitungen, Telefonate (wobei viele Eltern auch erst ab 18 Uhr telefonieren können), Korrekturen usw. (s.o.). Ich arbeite beispielsweise zuhause meist noch von 15.-17./18. Uhr – oft dann aber auch ohne richtige Mittagspause. Häufig kommen dann aber auch noch Telefonate am Abend hinzu. Natürlich gibt es auch Tage, an denen man vielleicht mal weniger zutun hat und zuhause vielleicht nur noch 1 Stunde etwas machen muss – das ist allerdings die Ausnahme. Den Samstag nehme ich mir frei und sonntags korrigiere ich meist Klassenarbeiten und organisiere die kommende Woche.
    Viele Kollegen arbeiten mindestens genauso viel. Das sind dann im Schnitt ca. 42-45 Wochenstunden. Die Überstunden werden nicht offiziell festgehalten und natürlich werden diese auch nich bezahlt oder mit Freizeit ausgeglichen.

    Einige Kollegen, auch ich, bekommen Anrechnungsstunden für bestimmte Tätigkeiten in der Schule (z.B. IT oder Berufsberatung). Diese Stunden liegen dann aber meist als Springstunden in meinem Plan und in diesen muss ich meist vertreten. Daher bringt mir diese Form der „Entlastung“ rein gar nichts!
    Hinzukommend haben meist die HauptfachlehrerInnen eine Klassenleitung. Gerade die Klassenleitung bringt noch sehr viel Mehrarbeit mit sich.
    Nun, wie können andere, weniger belastete Kollegen, mich unterstützen? Nun ja, dann müssten alle zusätzlichen Aufgaben NUR an Nebenfachkollegen vergeben werden – das ist aber auch unfair, da es ja nun nicht so ist, als hätte diese überhaupt keine Arbeit. Zudem kann ich schlecht andere Kollegen beauftragen, die Eltern der Kinder anzurufen, die diese gar nicht unterrichten?!
    Auch lässt sich nicht „einheitliches“ Unterrichtsmaterial für alle Klassen erstellen und immer wieder verwenden, denn u.U. braucht die Klasse 9a andere Zugänge und Unterstützungen als die Klasse 9b. Auch die Korrekturen können nicht einfach so „abgegeben“ werden.

    Grundsätzlich würde es helfen, wenn die Unterrichtsstunden gekürzt würden. Für alle Schulformen auf 20 Unterrichtsstunden. 20-21 Stunden hat man dann für alle weiteren schulischen Tätigkeiten, die leider immer mehr werden. Auch die Korrektur von Klassenarbeiten ist immer zeitaufwendiger, da es oft Zeit kostet, bis man die Texte entziffert bzw. den Sinn/die Zusammenhänge nachvollziehen kann. Bei einigen SchülerInnen muss fast jedes zweite Wort korrigiert werden.
    Zudem würde es helfen, wenn Klassenleitungen entlastet werden, z.B. in dem es feste Teams und Arbeitsteilung gibt. Aber auch dies ist oft schwer umzusetzen, da ich neben meiner Klassenleitung auch noch in zwei weiteren Klassen die Co-Leitung mache.
    Auch die Anrechnungsstunden für besondere Aufgaben müssten so liegen, dass man in diesen Stunden keine Vertretung machen muss, sondern die Zeit auch für die „besonderen“ Tätigkeiten nutzen kann.

    Dies sind noch wenige Beispiele. Insgesamt wird mehr als deutlich, dass die Arbeitsbelastung deutlich über dem Schnitt liegt. Sowohl mein Mann als auch viele meiner Bekannten, die nicht als LehrerInnen arbeiten, haben eine deutlich bessere Work-Life-Balance und insgesamt weniger Stunden (+ häufig viel mehr Einkommen).

    So ist es leider und zahlreiche Studien beweisen dies immer wieder – wurde bisher gehandelt? Nein! Stattdessen wird immer wieder nur über die faulen Lehrer gehetzt und die gesamte Lehrerschaft durch den Dreck gezogen.
    Ein wirkliches Armutszeugnis für ein reiches Land wie Deutschland.

    PS: ich würde mich außerdem als IT-affin bezeichnen. Sollte es noch einmal zu einem längeren Distanzlernen kommen, kann ich sicherlich mit allen Programmen arbeiten. Allerdings sieht auch hier niemand der „Experten“ das Hauptproblem: die Unterrichtsinhalte müssen erstmal digitalisiert werden. Lernvideos müssen gedreht werden und für die jeweiligen Klassen angepasst und abgestimmt werden. In unserer Schule haben wir daher eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Ein kleines Team engagierter Kollegen trifft sich nach dem Unterricht, um Konzepte und Ideen für den Fall der Fälle auszuarbeiten – auch das ist zusätzliche Arbeit.

  6. Gerade als ältere Lehrkraft geht ohne Arbeit am Wochenende gar nichts mehr. Mit 35 habe ich mich nach einem langen Schultag an den Schreibtisch gesetzt und Arbeiten korrigiert. Jetzt unterlaufen mir dabei Fehler, weil Energie und Konzentration nachgelassen haben, also nutze ich den Samstag und Sonntag zum Nachkorrigieren. Da dies Problem bekannt ist, gibt es ja auch eine Altersermässigung. Die eine Stunde gleicht das natürlich nicht aus.

  7. Eine Schulstunde dauert aber nur 45 Minuten. Das bedeutet, dass z.B. bei dem ersten Beispiel 41 Arbeitsstunden minus 28 Schulstunden nicht 13 Stunden für außerunterrichtliche Tätigkeiten übrig bleiben, sondern 7 volle Stunden mehr, also 20 Stunden als Rest.
    Beim 2. Beispiel mit 20 Unterrichtsstunden wären es 5 Stunden mehr, also etwa 25 volle Stunden für die außerunterrichtlichen Tätigkeiten.

    • Und?
      Weder 20 noch 25 h werden ausreichen, fürmdie Vielzahl außerunterrichtlichen Aufgaben.
      Zum Unterricht selbst kommt die Vor- und Nachbereitung, wenn man da pro Unterrichtsstunde mit 15 min auskäme, wäre es sehr sportlich.

    • B.W. So ein Schwachsinn. Ich habe in der Grundschule weder Pausen noch gibt es bei uns eine Schulklingel zu jeder Stunde. Jetzt zu Zeiten von Corona ist das noch verschärft. Schulstart ist nochmals früher, da die Klassen sich nicht mischen dürfen. D.h. konkret: 7:30 hole ich meine Klasse und wenn sie volle 6 Stunden habe, dann entlasse ich sie um 13:00Uhr. In Klasse 1 kann ich in der Zeit wg der Aufsichtspflicht nicht mal auf Toilette gehen. Frühstück mache ich in der Pausenaufsicht, während ich Streit schlichte und aufpasse, dass die Kinder sich nicht verletzten. Durch Lärmbelastung und Daueranforderung bin ich jetzt mit knapp 50 oft völlig fertig nach dem U. Bespreche dann aber noch schnell mit Kollegen wichtige Punkte unseres Teams. Dann geht es am Nachmittag weiter mit Korrekturen, Vorbereitung, Elterngesprächen etc. Ich habe früher in der Industrie gearbeitet. Aber das war eine andere Arbeitsbelastung. Das meine Schulstunde nur 45min hat ist absoluter Schwachsinn. Denn auch in normalen Zeiten stehen die Kinder noch an meinem Schreibtisch mit ihren Sorgen und Nöten, mit Wünschen und Erzählungen. Deshalb kann auch Computer das Lehren übernehmen, es passiert nämlich enorm viel zwischenmenschliches daneben. Während auch heute nich viele die im Büro arbeiten regelmäßige Kaffeepausen machen, Raucherpausen und ein Schwätzchen auf der Toilette halten.

    • Für Vor- und anchbereitung sowie alle anderen unterrichtsfernen Dienstgeschäfte wird das 1,5-fache einer einzelnen Unterrichtsstunde angerechnet. Zu den 45 Minuten Unterricht vor Klasse werden einem also nocheinmal 60 Minuten angerechnet. Wochendeputat 28 Unterrichtsstunden bedeutet also rund 28 mal 100 Minuten gleich 2.800 Arbeitsminuten je Woche. Das sind annähernd 47 Zeitstunden. Für angestellte Lehrkräfte sind das im Vergleich zu anderen Angestellten des ÖD (38,5 Wochenstunden) während der Arbeitswochen erst einmal 8,5 Zeitstunden mehr.
      Während der Angestellte im ÖD also 220 Arbeitstage, umgerechnet also 44 Wochen a 38,5 Wochenstunden gleich 1694 Arbeitsstunden im Jahr arbeitet, arbeiten tarifbeschäftigte Lehrkräfte 40 Wochen a 46,7 Stunden, also 1867 Stunden im Jahr.
      Rechnet man diesen Wert auf die 44 Arbeitswochen um, sind das immer noch annähernd 42,5 Stunden je Woche – und somit 4 Zeitstunden mehr als tarifbeschäftigte Arbeitskräfte im sonstigen ÖD. Bei Beamten mit 41 Wochenstunden ergeben sich in etwa gleiche Zeitwerte für Tätigkeiten als verbeamteter Lehrer oder als Beamter in der verwaltung.

  8. Mich würde bei der Studie interessieren, wie sich die unterichtsfreie dort wiederfindet. Ist diese in den genannten Wochendurchschnitt mit eingerechnet? Das sind ja nach Abzug des gesetzlichen Urlaubs immerhin noch 6 Wochen a 40 zu leistenden Arbeitsstunden,die ja für Vorbereitungen und Korrekturen genutzt werden sollen. Gleicht diese Zeit die oben genannten Zahlen aus, oder ist sie bereits eingepreisst?

    • Ein Schuljahr hat etwa 200 Arbeitstage, ein Arbeitsjahr etwa 220. Dies sind nur 4 Wochen Unterschied, d.h. Lehrkräfte müssten ca. 45 Stunden pro Woche arbeiten, könnten dann aber auch alle Ferientage wirklich frei machen. Wie die Macher der Studie auf 47 Stunden kommen, erschließt sich mir nicht, bedeutet aber eindeutig, dass Ferien komplett rausgerechnet wurden. Insofern sind die tatsächlichen Zahlen noch erschreckender, da die Kollegen ja auch in den Ferien arbeiten ( Korrekturen, Vorbereitung, Arbeiten im Klassenraum, je nach Ferien auch Zeugnisschreiben etc.).

  9. Hallo in die Runde,
    Ich bin selbst auch Lehrerin allerdings an einer Förderschule. Bei uns sind alle Unterrichtsstunden so gelegt dass keine freistunden für die Lehrer entstehen, was den meisten ermöglicht zu Hause vor und nach zubereiten. ich finde es völlig normal dass jeder unterschiedlich viel Zeit dafür braucht. Ich selbst unterrichte beispielsweise ein künstlerisches Fach, was bedeutet dass ich mich nicht einfach mit einem Café hinsetzen kann sondern erstmal in meinem Kopf in meiner Fantasie frei werden muss um neue Ideen zu sammeln. Das bedeutet ich muss z.b. erst mal spazieren gehen eine Musik hören und dann meine gedankenwelt wieder in Richtung Schüler lenken….
    Das braucht auch viel Zeit die ich aber so noch nie gezählt habe und dann kommt natürlich noch der bürokratische Kram dazu und die ganze Dokumentation.
    Früher hatte ich auch eine Vollzeitstelle aber im klinischen Bereich, da habe ich volle acht Stunden pro Tag gearbeitet. In der Schule bin ich aber nach vier Unterrichtsstunden oft schon so erschöpft, wie in der Klinik nach einem ganzen Arbeitstag. Von meiner in „vielen Freizeit“ habe ich dann gar nicht so viel. Wenn über arbeitszeiten von Lehrern gesprochen wird, wird glaube ich oft vergessen, das Lehrer unter einer sehr großen Anspannung stehen, je nachdem auch wie sich die Schüler verhalten. Lehrer sein bedeutet ja immer auch ein Teil der Erziehung zu übernehmen und gleichzeitig noch zu unterrichten und dann manchmal auch noch ganz schwierige Konflikte/Situationen zu bewältigen. Dazu müssen viele Lehrer auch einen Lehrplan befolgen der vielleicht gar nicht gerade dem entspricht was sie gerne unterrichten würden bzw was auch zu der Klasse passt ( oder im Moment besser geeignet wäre)
    ich bin selber total zufrieden mit meiner Arbeit und kann mich auch nicht beklagen. Ich erlebe, dass die Kinder mich einfach einen Haufen Kraft kosten und dass man auch Zeit braucht diese Kraft immer wieder neu aufzubauen. mir tut das total leid wenn andere Lehrer ewig lange in der Schule sitzen müssen um auf ihre unterrichtsstunde zu warten oder nicht genug Zeit bekommen, um vor und nachzubereiten und mit allem unter Druck gesetzt werden von den Eltern von der Schulleitung von einem Lehrplan und meistens setzt man sich ja auch selbst noch unter Druck.also fände ich es vernünftiger die Arbeitsbedingungen für Lehrer zu verbessern, anstatt über ein höheres Gehalt zu reden oder zu versuchen zu erfassen wie viel wochenstunden nun ein mathelehrer oder ein Deutschlehrer braucht. Letzteres finde ich überhaupt nicht relevant, da es meistens definitiv zu viel Zeit ist, die ein Lehrer in seine Arbeit steckt.

  10. Ältere KollegInnen haben einen Anspruch auf Altersermäßigung: Aber auch hier hat sich NRW vor wenigen Jahren etwas einfallen lassen und gekürzt: eine volle Stunde Ermäßigung bekommt nur noch wer Vollzeit arbeitet, also 28 ( oder 27 Std.) Wochenstunden unterrichtet. . Das schaffen die wenigsten an unserer Grundschule. Wer „nur“ 25 Std. unterrichtet, bekommt seit einigen Jahren nur noch eine 1/2 Stunde ermäßigt, obwohl er doch ca. 80 % arbeitet? Und die Altersermäßigung beginnt erst mit dem nächsten Schuljahr nach Vollendung von 56 oder 60 Jahren. Eine Kollegin kann also auch noch 11 Monate nach ihrem 60. Geburtstag auf die Ermäßigung warten, wenn sie im August Geburtstag hat.
    Ich bin seit 27 Jahren im Schuldienst. Dies ist nur ein Beispiel von die ganz, ganz vielen Kürzungen und Streichungen, die NRW in den letzten 20 Jahren vorgenommen hat, um bei den LehrerInnen und an Schule zu sparen. Alleine durch die Kürzungen hat die Arbeitsbelastung immer mehr zugenommen, auf Kosten der LehrerInnen, die vielfach ihre persönliche Unterrichtszeit reduzieren, weil sie die Kraft und Konzentration für mehr nicht nicht mehr aufbringen. Nun kamen und komnen seit einigen Jahren auch noch soziale und gesellschaftliche Veränderungen dazu, die ein Mehraufwand erfordern, aber nicht eingerechnet und berücksichtigt werden. In den Klassen ist es viel lauter als vielleicht vor 10 Jahren und mit OGS, Inklusion, DaZ etc. sind die organisatorischen Anforderungen auch an die KlassnlehrerInnen gestiegen. Vor 20 Jahren war LehreIn mal ein Traumberuf, heute bekommt man mitleidige Blicke.

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