Bund will Programm zur Sprachförderung in Kitas einstellen – Bildungssenatorin: „Fehler!“

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Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hat gefordert, bei der Sprachförderung in Kitas nicht zu sparen. Das teilte die Bildungsverwaltung am Montag mit. Die Länder seien am Freitag über Pläne des Bundesfamilienministeriums informiert worden, das Programm «Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist» nicht fortführen zu wollen.

„Enttäuschend“: Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD). Foto: Lena Giovanazzi / Bildungsverwaltung Berlin

«Der Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition im Bund versprach die Weiterentwicklung und Verstetigung des Programms. Das nun angekündigte Aus durch die Bundesregierung ist enttäuschend», kritisierte Busse. «Ich hoffe, dass die Abgeordneten der Ampel-Koalition den Fehler korrigieren werden.»

Ziel des Bundesprogramms sei, Kinder mit sprachlichem Förderbedarf und Einrichtungen in benachteiligten Stadtteilen zu unterstützen, so die Bildungsverwaltung. Allein in Berlin profitierten davon mehr als 300 Kitas, der Förderumfang betrage in diesem Jahr rund 13,2 Millionen Euro.

«Wir würden für diesen Fall alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das Konzept der umfangreichen Sprachförderung abzusichern»

«Insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Benachteiligung während der Corona-Pandemie ist gerade die Förderung von Kindern mit besonderem Sprachbedarf eine wichtige Aufgabe und eine Verpflichtung der Politik», sagte Busse. «Falls das Bundesprogramm nicht fortgeführt werden sollte, muss der Bund mehr Geld in das Gute-Kita-Gesetz stecken, damit die gekürzten Mittel für die Sprachförderung ausgeglichen werden können.»

Berlin bereite sich auch auf den Fall vor, dass das Bundesprogramm nicht gerettet werde, so Busse. «Wir würden für diesen Fall alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das Konzept der umfangreichen Sprachförderung abzusichern.» News4teachers / mit Material der dpa

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5 Kommentare
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lehrer002
1 Monat zuvor

Frau Busse hat recht. Die Neubesetzung des Familienministeriums mit der jetzigen Personalie war ein großer Fehler. Die Familienministerin scheint dem Amt nicht gewachsen zu sein und fachlich ähnlich sattelfest wie die Verteidigungsministerin.

Realist
1 Monat zuvor

Das Bekloppte dabei ist, dass der Ampel-Koalition gleichzeitig Überlegungen anstellt, pro Jahr den Zuzug von 400.000 Fachkräften plus Familiennachzug OHNE Nachweis von deutschen Sprachkenntnissen zu ermöglichen:
https://www.focus.de/finanzen/ampel-plant-mehr-zuwanderung-um-den-personalmangel-zu-bekaempfen-setzt-die-ampel-jetzt-auf-mehr-migration_id_114480866.html

Ist keinem Verantwortlichem klar, dass das schiefgehen MUSS, wenn man gleichzeitig die Sprachförderung in den Kitas streicht?

Oder wieder nur ein Plan, um den „faulen S…“ im Nachhinein Versagen in Kita und Schule vorwerfen zu können? Analog dem Motto: Wenn man Dummheit als politisches Leitmotiv ausschließt, macht alles plötzlich wieder Sinn?

Susanne
1 Monat zuvor

In RLP wurden die Sprachfördermaßnahmen bereits mit der Einführung des neuen Kita Gesetzes im Juli letzten Jahres gestrichen. In unserer Kita sind 98% aller Kinder mit Migrationshintergrund….
Angeblich ist die Sprachförderung jetzt im Personalschlüssel enthalten, ich merke davon leider nix. Viel Spaß den Grundschulen, das Einschulungsniveau wird jedes Jahr niedriger, Einschulungsuntersuchungen fallen auf Grund von Corona immer noch aus….
Zumindest durften unsere Grundschulen die Klassenstärke auf Grund der Probleme auf 20 Kinder senken. Da wir aber dies nicht durften, bleibt eine riesige Problematik bestehen, die vermutlich auch die Grundschulen nicht auffangen können.

Karo
1 Monat zuvor
Antwortet  Susanne

ist doch gut! Je dümmer die Kinder und Jugendlichen, umso einfacher kann man ihnen wirklich alles erzählen, sie glauben das und geben ihre Stimme für Intellektuelle Granaten wie Baerbock ab! Was war nochmal das Thema ihrer Master Thesis??

Sandra
1 Monat zuvor
Antwortet  Susanne

Naja, wenn die Kinder früh genug in die Kita kommen nehmen die hier trotzdem viel mit. Ich hab Jahrelang in einer Kita mit 100% Migration gearbeitet, die Kinder kamen mit 3 Jahren in die Kita und ich konnte sie dennoch mit gutem Gewissen in die Schule entlassen. Natürlich hatten sie keine Deutschkenntnisse wie Muttersprachler, aber die Kinder sind alle gut in der Schule angekommen.

Anders sieht es in der Kommune aus, in der ich zurzeit arbeite. Dort bekommen Kinder, deren Eltern nicht oder nur teilweise arbeiten erst im letzten Jahr einen Kitaplatz, da es zu wenige Kitaplätze gibt. Das eine Jahr Kita reicht nicht aus, um den Kindern Deutsch zu vermitteln und sie in die Schule zu entlassen.