Berufsethos: Bildungsforscher Zierer verlangt Lehrkäften einen „Sokratischen Eid“ ab

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AUGSBURG. Der Bildungsforscher Prof. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, hat die Forderung gestellt, Lehrkräfte sollten (vor sich selbst) einen „Sokratischen Eid ablegen. In seinem jüngsten gleichnamigen Buch erneuert er die frühere Idee des Reformpädagogen Hartmut von Hentig – ein mehrseitiges Bekenntnis, das mit den Worten beginnt: „Als Lehrperson verpflichte ich mich, all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin auszurichten.Im „Spiegel“ begründet Zierer seine Forderung.

Klaus Zierer war Grundschullehrer – und ist heute einer der renommiertesten Bildungsforscher in Deutschland. Foto: privat

Drei Seiten umfasst der „Sokratische Eid, den Lehrkräfte ablegen sollen – wenn es nach dem Bildungsforscher Prof. Klaus Zierer (selbst ehemaliger Grundschullehrer) geht. Darin enthalten: Selbstverpflichtungen gegenüber Schülerinnen und Schülern („kein Kind zurückzulassen oder abzuschreiben, egal welche Gründe gegeben sind“), Eltern, der Gesellschaft, der Bildungsöffentlichkeit, den Kolleginnen und Kollegen („die tagtäglich gemachten Fehler zu teilen und gemeinsam zu reflektieren“) – sowie sich selbst gegenüber: „regelmäßig meine Berufshaltungen zu reflektieren“.

So sollte es sein“, antwortet Zierer auf die Frage, ob das nicht Selbstverständlichkeiten seien. „Aber wenn man in die Schulen schaut, muss man feststellen, dass viele Punkte, die eine grundsätzliche Haltung zum Lehrberuf beschreiben, nicht selbstverständlich sind: Da wird bei Problemen häufig weggeschaut. Lehrer schreiben im Unterricht WhatsApp-Nachrichten oder kommen ständig zu spät. Der Eid soll dazu beitragen, dass sich Lehrkräfte auf ihre Kernaufgaben und eine respektvolle Haltung gegenüber Kindern besinnen.“

„Wir haben auch im bestehenden System sehr wohl Möglichkeiten, Dinge zu verändern“

Zu den Arbeitsbedingungen von Lehrkräften meint der Bildungsforscher: „Es gibt dieses Totschlagargument: Ich habe zu wenig Zeit, zu wenig Geld, und die Klassen sind zu groß. Deshalb kann ich es nicht besser machen. Dahinter steckt eine bestimmte Haltung, der ich nicht noch weiteren Rückenwind verleihen möchte. Wir haben auch im bestehenden System sehr wohl Möglichkeiten, Dinge zu verändern. In der Pandemie haben viele Schulen unter widrigsten Bedingungen – schlechte Technik, Coronaauflagen usw. – sehr guten Unterricht gemacht, und viele Lehrpersonen haben engagiert Kontakt zu Kindern gehalten.“

Zierer betont: Lehrkräfte müssten keine Heiligen sein. „Man muss nicht jeden Tag alle Punkte des Eides erfüllen, aber man sollte das Bestreben haben, dies zu tun. Darauf kommt es an.“

Im Vorwort seines Buches schreibt er über den Lehrerberuf: „Dessen Erfolg hängt entscheidend von der Professionalität des Einzelnen ab. So richtig es daher ist, dass eine Selbstverpflichtung alleine nichts bewirken kann, so richtig ist auch: ohne diese Selbstverpflichtung verpufft nahezu alles, was im Schulsystem an Innovationen möglich ist. Ob es die Reduzierung der Klassengröße von 30 auf 20 Lernende, die millionenschere Förderung der Digitalisierung, die Einführung eines neuen Lehrplanes oder die Veränderung des mehrgliedrigen Schulsystems ist, immer bleibt der Erfolg dieser Maßnahmen aus, wenn die Lehrpersonen nicht dahinter stehen. Strukturen schaffen und Menschen stärken, ist daher einer der wichtigsten Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung. Denn es sind die Menschen, die das Schulsystem zum Leben erwecken. Erfolgreiches Lehrerhandeln ist eine Frage der Haltung, wie sie in Form eines Berufseides fixiert werden kann.“ News4teachers

Hier geht es zu einer Lesesprobe aus Zierers Buch, die den vollständigen „Sokratischen Eid“ enthält.

Bildungsforscher Zierer: Fernunterricht kann gelingen – mit der richtigen Pädagogik

 

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194 Kommentare
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Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

Ich denke, die Lösung liegt wieder im Stoßlüften.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Lieber Dil, ….. eine perfekte Einschätzung, die ich mit Überzeugung teile.

Ob Herr Zierer wohl auch stoßlüftet??

Ich meine, er, der er ja quasi als „pädagogischer Amor“ seine Pfeile zur allumfassenden SuS-Liebe in uns alle versenken will, sollte ebenso allumfassend als Positivbeispiel voranschreiten.

Last edited 3 Monate zuvor by Andre Hog
dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Könnten Sie die pfeile zuhause lassen? Friedfertiger Schulalltag kann nur ohne Bewaffnung gelingen.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das sind Schneckenpfeile, die dienen der Befruchtung, in diesem Falle mit Wissen ( hoffe ich jedenfalls, sonst hab ich wieder bei der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht versagt)!

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Trommeln gehört zum Geschäft.

PS: Liebe Leut‘, auch üch hab ein Buch geschrüben. Es heißt: „Alles, aber besser!“ Das sollt ihr lesen oder wenigstens kaufen. Dies Buch soll euch nützen alle Tag‘, quack, quack! Wer heut‘ kauft, kriegt eine laminierte Stoßlüftanleitung gratis dazu und ein Viertel-Pfund Aal.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Laminiert ist doch nur für GS-Lehrkräftinnen:)

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

einfach genial!!!

Mensch Leute, was ist heute mit euch los??….man könnte spontan ein Kabarett-Programm daraus entwickeln.

Gäbe es die Chance auf ein „Best of…“ bei n4t, dann könnten solche Beiträge dabei sein.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ich kann nichts dafür, der Sokrates hat angefangen!

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Bestimmt wollte der Soki nur so’n bissken Spaß machen?!

Und Spaß hatte ich gestern schon jede Menge bei diesen Kommentaren – es ging gleich beim Eingangskommentar los!
Vielen Dank für das Feuerwerk der Heiterkeit – so etwas braucht es in diesen wirren Zeiten, auch wenn den Humor (oder Humor allgemein) nicht jeder annehmen/verstehen/akzeptieren möchte/kann.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Hallo, ich muss mich nochmal kurz melden. Ich habe nochmal genauer gegoogelt wegen Eid und so und es sieht ganz schlecht aus:

„Eidechsen zählen zu den Schuppenkriechtieren und […] Als wechselwarme Tiere verändern Eidechsen ihre Körpertemperatur abhängig von ihrer Umgebung. Sinkt diese auf unter drei Grad, erfriert die Eidechse“ (https://www.biologie-schule.de/eidechse-steckbrief.php)

Ich glaube also, das geht wahrscheinlich schief.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ja ja, das sind schon besondere Kreaturen – diese Eid-Echsen…

dickebank
3 Monate zuvor

Tarifbeschäftigte Lehrkräfte müssen keinen Eid ablegen, allenfalls gelobigen. Also muss mich als angestellter Lehrkraft der sokratische Eid auch nicht kümmern – und ansonsten ein Meineid mehr oder weniger, was soll’s.

Mel
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Der sokratische Eid sollte dich vielleicht nicht kümmern. Aber als jemand, der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, hoffe ich dennoch, dass dich die Aussage des Eides in deiner Arbeit mit deinen Schülern leitet. Wäre traurig, wenn nicht.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Mel

Ich hab die ADO und die ASchO – mehr brauchts nicht.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ich hab Gummibärchen, die sind auch hilfreich!

Sissi
3 Monate zuvor

Interessant wäre für mich der Sokratische Eid, den H.Zierer für die Glorreichen formulieren würde.
Denn bei allem lobenswerten Idealismus, bestehen so doch ja Vorgaben, die manch heres Ziel ad absurdum führen.
Da Sokrates auf Glorreich nicht zur Verfügung steht, bleibt @ Dils Auslegung Stoßlüften

Melone
3 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Was für „Glorreiche“? Kann man das mal übersetzen?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Melone

7 – in Worten „Sieben“ oder wieder nix von den „glorreichen“ Sieben gehört.

Filmklassiker und nicht mit eine(r)m Faust sondern vielen Fäusten.

Btw ist „hehrer“ nicht das Synonym für absurd – vor allem wenn es im Schulministerium mit Zielen einhergeht?

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Sorry…aber da muss ich leider korrigieren…sitze am Schreibtisch (quasi als Arbeitsplatz 😉 ) es sind 16 Gloreiche…und damit sind die KuMis (also die Kultusminister*innen / Bildungssenator*innen – HH & HB -) gemeint…die anderen Bemerkungen von dickebank unterstütze ich unumwunden.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Aber den Witz mit dreimal sieben kenne Sie schon, oder?

Also, was gibt 3 * 7 ?

Korrekte Antwort: Ganz feines Mehl.

btw bei den Gloreichen fällt mir grundsätzlich als erstes „Sic transit gloria mundi“ ein. Das ist genau das, was mit den unrühmlichen 16 nebst Staatssekretär*innen als erstes passiert.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Menno!
Das habe ich eben auch geschrieben

Sissi
3 Monate zuvor
Antwortet  Melone

Sorry, die 16 KultusministerInnen

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Melone

Sissi meint die 16 KuMi, hier gern als „die glorreichen 16“ betitelt.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Melone

Ist ein Insider.

Demzufolge müssten „wir“ erst einmal fragen, wer das wissen will und ob derjenige dazugehört.

Als Außenstehender und Unkundiger in Sachen Schule darf ich es aber verraten und habe gelernt, dass man so in der hiesigen Mundart die 16 Kultusminister nennt.

Auf eine Differenzierung nach Staatregierung, Landesregierung und Senat wird in diesem Zusammenhang verzichtet.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Wir? Das ist doch ie Antwort auf die Frage: „wer bin ich? – Und wenn ja, wie viele?“

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Moooooment….hieß es nicht mal „was bin ich?“ und hatte was mit Robert Lemke zu tun?

….um den Berufsstatus zu erfahren bräuchte es heute eine Menge Fragen Richtung prekärer Arbeitsbedingungen…. bei den vielen „Neins“ wäre das `Schweinderl´garantiert sehr schnell voll, weil sich vor 30 oder 40 Jahren niemand hätte vorstellen können, wohin der Beruf des Lehrers / der Lehrerin abrutschen könnte.

Ach ja….als Historiker schwärme ich hier von der „guten alten Zeit“

(nebenbei bemerkt: Ich bin nicht rechts!)

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Und, welches Schweinderl wollen Sie? Wenn jeder eines hat, kann auch jeder seines durchs Dorf treiben.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Wöiches Schweinderrl hättens denn gerrn?
Das Grrüüne bidde!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Ich finde, Herr Zierer sollte den Eid mal von unseren Glorreichen 16 fordern!

GriasDi
3 Monate zuvor

Erst mal Lehrer haben.

Alla
3 Monate zuvor

Wer von euch fühlt sich bei den Worten von Herrn Zierer „Eltern, der Gesellschaft, der Bildungsöffentlichkeit, den Kolleginnen und Kollegen („die tagtäglich gemachten Fehler zu teilen und gemeinsam zu reflektieren“)“
auch an Wolfgang Leonhards Buch: „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ Kapitel Kritik und Selbstkritik erinnert?
Nur dass diese sich nur den Parteifunktionären stellen mussten…..

Last edited 3 Monate zuvor by Alla
Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Kritik und Selbstkritik…eine wunderbare Variante, sich eventuellen Anschuldigungen zu stellen, die „das System noch gar nicht gesammelt hat…aber über psychologische Tricks – quasi selbstentlarvend – aufzudecken willens ist.“

Wer sich verteidigt ist schuldig!!

Das scheint das Konzept deutscher bundesbürokratischer Bildungspolitik zu sein.

„Wer – und v.a. was – was von unten angemahnt wird, zeigt die Richtung der zu treffenden Entscheidungen.“

LuL, die etwas fordern, müssen auf alle Fälle ignoriert, übergangen und im Härtenfall sanktioniert werden, damit das hierarchische Gefälle deutlich gemacht wird und die „die unteren Chargen“ begreifen, dass ihre Einlassungen keinerlei Relevanz besitzen.

Schattenläufer
3 Monate zuvor

Wie lautet denn der sokratische Eid?

Finger im Po. Mexiko?

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Aber, aber, hier lesen vielleicht auch SuS mit: Natürlich nicht Mexiko, sondern Italien! Geographie ist auch wichtig …

Last edited 3 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Sissi
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Fast,
scheitert schon an dem schönen Sokrates- zitat im Vorspann von H.Zierer : „Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“
Ist scheinbar für Glorreiche schwerst anwendbar, weil deren bisherige Auslegung : –
Hopp, hopp, jetzt macht mal, ihr f….S…., (per Mail früh um Sieben) umzusetzen ab Unterrichtsbeginn – bestand.
Ein ernstzunehmendes Lese- und Umsetzverständnis bez des Zitats ist da nicht zu erkennen.
Vlt. besser Socrates in den LP auch außerhalb des Griechischen aufnehmen und Goethe behalten ?
Bringt vielleicht doch was ?
( meine Kinder meinen doch, war gut)

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

„Gebt mir einen festen Punkt im All, und ich werde die Welt aus den Angeln heben. “

Ich kenn auch einen Griechen und der heißt Archimedes. Nur wer die KMK für einen Fixpunkt aka festen Punkt hält, der hebt nicht mal ’ne Tür aus den Angeln.

Gerd Möller
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Finde den Vorschlag und die Argumentation von Prof Zierer sehr gut. Viele Kommentare hier im Blog bestärken mich, dass die Haltungen von Lehrkräften nicht immer den verantwortungsvollen Bildungsaufgaben entsprechen. Bei einigen frage ich mich, warum sie überhaupt Lehrer geworden sind. Meine Hoffnung ist, dass die Kommentatoren hier im Blog nicht repräsentativ für die Lehrkräfte insgesamt sind.
Nun warte ich gespannt aber gelassen auf die Reaktionen auf meinen Kommentar.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Ich warte mit … als Repräsentant aller LuL weltweit.

Last edited 3 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Gott, wie ich Warten hasse … pfff … sind Sie überhaupt noch da oder warte ich alleine hier?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und ich bin wieder drauf reingefallen und angesprungen….. SchlagvornKopf

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Bildungsaufgaben – ja genau, die hat die Politik schon lange aufgegeben – also die Bildung.

Mel
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Da stimme ich zu.
Ich kenne nicht den kompletten sokratischen Eid, aber die Dinge, die oben im Text beschrieben sind, sind für mich, als jemanden, der mit Kindern arbeitet, selbstverständlich. Sonst hätte ich den falschen Beruf gewählt.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Mel

Der „sokratische Eid“ ist eine Erfindung von Herrn Zierer. Falls Sie am Gesamtkunstwerk interessiert sind, finden Sie ihn unter dem im Text angegebenen Link.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Mel

Der volle Text dessen, was Zierer vorschlägt, scheint mir eindeutig zu lang zu sein und vor allem zu sehr Phrasen aus der sog.“Bildungswissenschaft“ zu enthalten, die zu allgemein sind, um sie konkret mit Leben zu erfüllen. Beispiele sind das eingedeutschte „no child left behind“ (war ja nicht gerade ein Erfolgskonzept), „Herausforderungen im Bildungsprozess zu setzen“ (haben wir nicht schon genug „Herausforderungen“?), „Schule als Willkommensort zu begreifen“ (klingt nach „Willkommensklassen“, aber ist wirklich jede Art von Benehmen willkommen?).
Als Kontrast dazu rufe man sich die alte Karikatur eines Lehrers gegenüber von unzähligen Schülern ins Gedächtnis, wo der Lehrer fragt: „Seid ihr der Pillenknick? Ich bin die Lehrerschwemme“.
Letztlich frage ich mich, ob Sokrates selbst das überhaupt alles so für richtig erklärt hätte. Vielleicht wird das in dem Buch ja beantwortet.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Jo, Herr Möller, es ist tatsächlich eine Schande, wie sich so manche Lehrkräfte hier äußern,und es ist wirklich absolut verantwortungslos, sowas auf SuS loszulassen. Aber was willste machen – andere kriegste halt nicht. Will ja keiner den Job machen (ich verstehe das auch nicht). Aber bei der außergewöhnlichen Fürsorge der Landesregierung und der Hochachtung der Eltern vor der Arbeit der Lehrer brauchen Sie sich meiner Meinung nach nicht zu beunruhigen: da haut noch so manche/r von diesen faulen Säcken in einen solchen und die Schülerschaft wird nach und nach von derart unverantwortlichen Elementen befreit.

Last edited 3 Monate zuvor by Mika
Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

sic transit gloria mundi!!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

😉

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

So verstarb Glorias Hundi.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ne, das würde heißen “ sic transit glorias hundi“

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Es gab mal eine Zeit, da waren Lehrer wenigstens in der Schule noch so was wie Autoritäten. Lang ist’s her.
Auch der Amtseid der Politiker wäre sinnlos ohne die Macht, die sie tatsächlich haben. Die Bundeswehr-Soldaten leisten doch ein „Gelöbnis“, und was bringt das konkret?
Ein Amtseid oder Berufseid von Leuten, die kaum noch wirklichen Einfluss haben, der wird nichts bringen.

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Glauben Sie ernsthaft, dass die von Ihnen angesprochenen Kommentare ernst gemeint sind? Es werden nur täglich neue Forderungen gestellt – meist von unterrichtsfernen Schichten, die glauben genau zu wissen wie es geht. Viele/die meisten Kolleginnen und Kollegen sind es halt einfach Leid – und deshalb die Kommentare. Vielleicht sind solche Äußerungen wie die von Herrn Zierer auch mit ein Grund für den Lehrermangel. Nach dem Motto: steter Tropfen Höhle den Stein.

Last edited 3 Monate zuvor by GriasDi
Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Tja, Warten hat verschiedene zeitliche Dimensionen…ich warte auf eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt…ich warte auf den Beginn eines Konzerts von… (hier bitte den Namen ihrer Lieblingsband einsetzen) …und schwupps…gestaltet sich das Warten sehr unterschiedlich.
Wenn aber jemand Er-(Wartungen) formuliert, die – ohne Zweifel wünschenswert wären – aber jenseits von Gut und Böse der aktuellen Realität liegen, dann wünsche ich mir, dass „Außenstehende“ mal einfach „die Fresse halten“ (wie Herr Nuhr es mal so treffend formulierte), wenn sie keine Ahung von der jeweiligen Realität haben.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Satire? Humor? Kennen Sie das überhaupt in Ihrem Leben???
Nun warte ich gespannt, aber gelassen, auf Ihre Reaktion auf meinen Kommentar. 😉

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Der arme Herr Möller.
Humorlosigkeit soll ja erblich sein.

DieElfe
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Da spreche ich mal für mich: Weil ich ein fauler Sack bin! Und total auf diesen unglaublich prestigeträchtigen Beruf stehe und dabei noch nicht mal was kann! Huch- ist das Ironie?

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Je mehr man von den Lehrern verlangt, desto schwieriger wird es, geeignete zu finden. Postulieren ist leicht, aber alle Anforderungen in Kombination zu erfüllen, ist nicht so leicht.
Machen Sie sich keine Illusionen: Vermutlich hält eine Mehrheit der Lehrer tatsächlich nicht viel von dem Wirken der reinen Theoretiker, z.B. irgendwelcher Bildungswissenschaftler, die mal wieder eine Korrelation entdeckt haben, die als soziale Ungerechtigkeit interpretiert werden kann. Dazu ist das alles eben zu wenig nützlich, was da erforscht wird, und es wird gerne auch mal gespottet.
Aber Zierer ist ernst zu nehmen, das denke ich auch, kennen Sie sein Buch zusammen mit Nida-Rümelin? Da steht was von „Bildungskatastrophe“ im Titel.
Einen „Sokratischen Eid“ könnte man sich ja auch für Bildungsforscher vorstellen, nämlich die Forderung, ehrlich zu bleiben und nicht sein Mäntelchen nach dem Drittmittel-Wind zu hängen. Wie ehrlich war eigentlich Herr Schleicher in seinen Interviews? Sogar Prof. Tenorth schreibt an einer Stelle (Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung), es wurden uns von ihm Korrelationen allzu grob als ursächliche Zusammenhänge verkauft, auch im Hinblick auf die Frage der Schulsysteme.
Schließlich könnte man auch von Intendanten mehr Moral verlangen, die bisherige Intendantin des RBB hat da negative Maßstäbe gesetzt durch Besuche von Luxusrestaurants auf Kosten des Gebührenzahlers sowie durch Kungelei mit dem Aufsichtsgremium (das letztere scheint typisch für unsere Gesellschaft zu sein; haben Sie das mal beanstandet?). Und etliche Banker machten Schlagzeilen mit Cum-Ex-Geschäften. Was sollen sich Lehrer im Vergleich dazu vorhalten lassen?

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Herr Möller: in dem von mir zitierten Buch zur Bildungskatastrophe steht auf S. 67 als Ausspruch von Prof. Zierer:
„Im Kontext von PISA wird darauf verwiesen, dass der Bildungserfolg stark vom sozioökonomischen Status abhängt. Ich frage hier provokativ: Wovon soll er sonst abhängen? Aus Studien ist beispielsweise bekannt, dass wir bis zum Schuleintritt einen Unterschied von 30 Millionen gehörten Wörtern bei Kindern aus bildungsnahem Milieu im Vergleich zu Kindern aus bildungsfernem Milieu haben.“
Ich fürchte, keine Schulreform der Welt kann das ausgleichen, aber von den Lehrern wird’s von den Theoretikern verlangt. Man kann allenfalls ein paar kleinere Retuschen anbringen, das wird aber das Problem nicht wegschaffen.

Sissi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Sehr geehrter H.Möller,
ich habe lange überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich Ihren Rundumschlag
„Meine Hoffnung ist, dass die Kommentatoren hier im Blog nicht repräsentativ für die Lehrkräfte insgesamt sind.“
So nicht stehen lassen kann.
Es würde mir nie einfallen, eine Klasse in der ich 2, 3 Störer, Verhaltensauffällige,…etc. habe,
gesamt als unfähigen Haufen zu bezeichnen.
Sie tun das

Gerd Möller
3 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Sehr geehrte Sissi,
es tut mir leid, wenn Sie persönlich sich durch meinen Kommentar getroffen fühlen. Ich habe aber keineswegs alle Kommentatoren als unfähigen Haufen bezeichnet. ich meine lediglich (zu viele) Kommentare hier im Blog, die m.E. einer Lehrkraft nicht würdig sind.

Sissi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Danke für Ihre Antwort, H. Möller.
Nein, ich fühle mich nicht persönlich angesprochen/getroffen, da Sie ja auch global die Kommentatoren im Blog ansprachen.
Es wäre nun ein Riesenunterfangen, festzustellen, welche Kommentare einer Lehrkraft aus welchen Gründen nicht würdig sind.
In einigen würden wir wohl auch übereinstimmen – wurde mir doch schon mehrmals die “ Moraltante “ attestiert.
Belassen wirst einfach dabei: Ich bin v.a. bei Kindern, Schülern ein Verfechter differenzierter Sichtweise. Wenn ich das Gefühl habe, es wird jemand einfach so kategorisiert, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Mir war ihre Formulierung einfach zu global.
Beste Grüße

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Herr Möller: zu dem was Lehrer so allgemein denken und meinen, gibt es doch sicherlich repräsentative Umfragen. Kennen Sie solche? Was halten sie zum Beispiel von der Kompetenzorientierung, was halten sie von der gepriesenen Heterogenität, was halten sie von den jeweiligen Befehlen aus den Kultusministerien, den „durchs Dorf gejagten Säuen“ usw. usw. ?
Wir leben doch im Zeitalter der repräsentativen Umfragen. Die Diskussioin hier kann nicht repräsentativ sein, weil sie nicht zentral gesteuert ist. Aber auch Ihre Meinung ist vermutlich nicht repräsentativ, auch nicht das, was die Redaktion hier wiederholt schreibt. Wie sagt man doch heute gelehrt: das ist ein interessantes Forschungsdesiderat.

Schattenläufer
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Bei Berufsantritt ist die große Mehrheit der Lehrer sehr motiviert und oft auch voll pädagogische Ideale.

Leider bemühen sich die Ministerien, die SuS und Eltern nach Kräften diesen Zustand in die Realität zu überführen.
Mit jedem Dienstjahr in dieser Realität blättert etwas Lack ab.
Die traurige Tatsache ist die, dass LuL eben keine absolut frustresistenten Superhelden, sondern normale Menschen sind.

Zur Verdeutlichung stellen Sie sich bitte folgende Situation vor. Sie sind ein begnadeter Sänger und Tänzer. Sie haben seit ihrem 5. Lebensjahr Gesangunterricht und besuchen eine Tanzschule.
Mit 24 Jahren erhalten Sie die Chance ihres Lebens. Sie dürfen auf die große Bühne.
Auftritt, Sie treten ins Licht, schmettern eine Arie und tanzen leichtfüßig los.
Nach 30 Sekunden beginnen die ersten Zuschauer sie mit Müll zu bewerfen.
Nach 1 Minute beginnt der Kegelclub in Reihe 2-4 laut Humpa-Humpa-Täterä zu singen.
Nach 2 Minuten entkommt einer eigeschlafenen Mutter ihr Kind. Dieses klettert auf die Bühne und klammert sich an ihr Bein.
Gleichzeitig klingelt ihr Handy. Der Veranstalter! Er fordert Sie auf leiser zu singen, da sich die Nachbarn beschwert haben.

Die Freude auf den nächsten Auftritt dürfte jetzt schon etwas gedämpfter sein.

Das jetzt 40 Jahre bis zu Pension. Noch Fragen?

Wer motivierte LuL möchte, der sollte sie auch motivierend behandeln.

So ein komischer Eid ist das eben nur lächerlich.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Genau – wir sind alle faule Säcke, haben vormittags Recht(s) und nachmittags frei und sind nur wegen des vielen Urlaubs, der gesellschaftlichen Wertschätzung und Anerkennung Lehrer geworden.

Io

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Aber der führt doch kaum noch Wasser, die Po-Ebene ist ausgedürrt.

Schattenläufer
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Pass doch. Die Bildungslandschaft ist mindestens genau so ausgedörrt.
Hab schon bei der SL vorgeschlagen ein Bild von meinem Rasen als Schullogo zu verwenden.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich schmeiß mich weg.

Last edited 3 Monate zuvor by Lessi
ysnp
3 Monate zuvor

Ich lese aus den Aussagen Herrn Zierers heraus, dass er Lehrern mangelndes Engagement vorwerfen will. Er hat wohl kaum die jetzigen Arbeitsbedingungen realisiert. Herr Zierer hat laut Wiki 2004-2009 als Grundschullehrer gearbeitet. Geht er überhaupt in die Schulen und betreut dort Studentengruppen?
Im vorgeschlagenen Eid stehen viele Sachen, die schon im Lehrplan oder in den Schulvereinbarungen und Profilen einzelner Schulen stehen. Die vorgeschlagenen Inhalte sind nichts Neues.
Reicht nicht der Druck, der insgesamt auf der Lehrerschaft lastet? Warum jetzt durch eine Formel noch moralischen Druck machen?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Druck = Kraft je Fläche, da der Lehrkörper (Zahl der Lehrkräfte) immer kleiner wird und somit weniger Angriffsfläche bildet, braucht es auch weniger Kräfte, um den Druck konstant zu halten.

Alla
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Nun, Herr Zierer nennt ja den Hinweis auf die Arbeitsbedingungen ein „Totschlagargument“. ich hoffe, das wendet er auch auf andere Berufsgruppen (Erzieher, Pfleger) an.
Klappe halten und einfach mehr geben! Kann doch nicht so schwer sein, mit der korrekten Einstellung!

Lanayah
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Warum arbeitet Herr Zierer denn nicht mehr an der Grindschule? Er könnte dort doch so wahmsinnig viel bewegen. Er könnte uns zeigen, wie man zwischen dem Stoßlüften 30 Kindern individuell gerecht wird (für jedes 90 Sekunden also) uns so schwafel und so fort.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

q.e.d.!!

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

„Eine Sau schwärmt vom Fliegen!!“

….klassischer Deserteur von der Bildungsfront…hat nach wenigen Jahren des aktiven Dienstes erkannt, dass er es dort mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat… „Ihhhh…echte Menschen“ …da gehe ich doch lieber zurück an die Uni und schwafel über „gefühlte und erdachte Realität“!

Diese Leute sind für Praktiker die Pest.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Zunächst würde mich mal interessieren, warum Herr Zierer die Grundschule 2009 verlassen hat! Ich habda so eine Idee…. 😉

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Die Leute, die demonstrativ predigen, die besten Köpfe sollten doch Lehrer werden, sind meistens selber keine Lehrer geworden, sondern was besseres mit einem höheren Gehalt und angenehmeren Arbeitsbedingungen. Das schließt die ein, die Lehrer waren und dann schon in relativ jungen Jahren in Landesinstitute, in die Wissenschaft oder auch in die Politik gegangen sind.

Hirschlgruber
3 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

@ysnp
Musste gerade lachen, da ich selbst ebenfalls Google/Wikipedia bemühte, um zu schauen, wie lange Herr Zierer als Lehrer tätig war. Mich würde interessieren, ob der Zeitraum von 2004 bis 2009 das Referendariat mit einschließt?
Finde es immer lustig, wenn solche Typen die fast zeitgleich mit mir begonnen haben, nach nur wenigen Jahren meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und gleichzeitig dem Schuldienst den Rücken kehren.
Alleine bei „kein Kind zurückzulassen oder abzuschreiben, egal welche Gründe gegeben sind“ stellen sich bei erfahrenen Kollegen die Zehennägel hoch. Wie viele Kinder hatte ich seit 2004, die eigentlich nicht schulfähig waren? Obwohl ich mein Bestes gegeben habe und viel Zeit in Förderung und Gespräche mit Eltern investierte, war der Erfolg meist nicht vorhanden oder nur minimalst. Dagegen musste ich aufgrund des Zeitaufwands oftmals die Mehrheit an „normalen“ Kindern zeitlich benachteiligen. Heute habe ich meinen Weg gefunden. Sind die Eltern nicht einsichtig und arbeiten konstruktiv mit (was sie oftmals ja schon im Kindergarten nicht getan haben und ihre Kinder wider den Empfehlungen einschulten), so reduziere ich den Zeitaufwand nach einigen Gesprächen zum wohle der anderen Schüler.
Warum stellt Zierer wohl solche Forderungen? Mit irgendwas muss er ja anecken, damit sich sein Büchle verkauft und er Studierende und Referendare beeindrucken kann. Alleine mit der Feststellung, dass Lehrer ihren Job (größtenteils) richtig machen, lässt sich kein Buch füllen und niemand zum Kauf eines Buches verleiten.

Hornveilchen
3 Monate zuvor

Man könnte das doch hier oft lesen (Marc/Alex). Im Lehrerberuf geht es darum, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel zu verdienen. Und dafür muss man sich auch nicht schämen. Laut Marc/Alex u.a.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Es geht nicht um den Verdienst, es geht um ein angemessenes Entgelt. Verdienste können sich andere an den Hut stecken, mir ist das Entgelt auf dem Konto wichtiger.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Die Definition finde ich witzig und gut.
In welcher Liste kann ich mich eintragen?
Vielleicht lässt sich so nebenbei noch etwas verdienen?

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Verdienen würde ich viel mehr! Was ich kriege, ist relevant!

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Manche verdienen Schläge, sag nicht ich, sagt der Mainstream.

Schattenläufer
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Inzwischen liegen die Lehregehälter bei Sozialhilfeniveau.

Der Rest ist Schmerzensgeld für die Politik der KMK, die Ansprüche und Mitwirkungsbereitschaft der Eltern und die mangelnde Erziehung der Früchte ihrer Lenden.

🙂

Wenn Sie es nicht glauben.

  • Die unverschämten Anspruchs-Eltern scheinen sie ja aus persönlicher Erfahrung zu kennen (Sie haben doch Kinder?)
  • Ansonsten lade ich sie noch gerne zu einem Besuch in einer „Problemklasse“ mit anschließender Visite der Toiletten ein.

PS
Weniger BILD lesen oder wenigstens nicht alles glauben was da steht. Es gibt genug andere Möglichkeiten sich lächerlich zu machen. Posts voller Vorurteile von Leuten der Flachpresse die für Leute ohne Schulabschluss schreiben braucht man da nicht zu reproduzieren.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Ich bin zufrieden mit bald A13. Du bist sicher aus der Kategorie hier im Forum, welche meint, dass Besoldung und Verbeamtung oder Gehalt / E13 total irrelevant ist hinsichtlich Lehrermangel. Aber zum Glück bist du ähnlich irrelevant.

Last edited 3 Monate zuvor by Alex
Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

@Hornveilchen

„… mit möglichst wenig Aufwand …“

Schnipps schnipps schnipps …
Frau Hornveilchen, Frau Hornveilchen, ist das so was ähnliches wie du das immer so machst? Also so immer dasselbe erzählen oder so fast weil das ist so dein roter Faden Frau Hornveilchen und der ist irgendwie immer so gleich rot weil das macht dann möglichst wenig Aufwand und du musst dich auch gar nicht dafür schämen, gell? Und wenn ich groß bin möchte ich auch ein Hornveilchen werden weil ich dann immer möglichst wenig Aufwand habe und mich nie mehr schämen muss. 🙂

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Möglichst viel verdienen – ach, liebes Hornveilchen.

Möglichst wenig Aufwand – Gesetz der Betriebswirtschaft! Finden alle prima. Leider fehlt … ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Das ist das, was die Kids machen – Eltern jubeln, wie ausgebufft die Saisonarbeiter doch sind!

Ron
3 Monate zuvor

„Da wird bei Problemen häufig weggeschaut. Lehrer schreiben im Unterricht WhatsApp-Nachrichten oder kommen ständig zu spät. Der Eid soll dazu beitragen, dass sich Lehrkräfte auf ihre Kernaufgaben und eine respektvolle Haltung gegenüber Kindern besinnen.“

Ganz ehrlich – ich finde das langsam frech, wie hier schon wieder den Lehrern der Schwarze Peter untergeschoben wird. Nicht die Lehrer, sondern die Politik bestimmt aktuell die Rahmenbedingungen von Unterricht und Lernen.

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Wie wäre es mit einem Eid für Bildungsforscher:

„Ich gelobe in meiner Tätigkeit, mich an wissenschaftliche Standards zu halten und nur Dinge zu sagen, die den Tatsachen entsprechen. Ich gelobe insbesondere, nicht dumm herumzuschwätzen.

Ich gelobe Studien nur in echten Schulen unter Alltagsbedingungen durchzuführen und nicht in Musterschulen, die speziell zum Zwecke der Studie eine besondere Ausstattung mit Personal, Räumen und sonstigen Sachmitteln bekommen haben.

Ich gelobe, mir alle drei Jahre eine Auszeit von meiner Hochschultätigkeit im Umfang von einem Jahr zu nehmen, in welcher ich an einer durchschnittlichen Schule als Vollzeitlehrkraft mit allen daraus resultierenden Verpflichtungen arbeiten werde, um meine wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis überprüfen. Ich gelobe dabei, die Arbeit alleine zu erledigen und nicht auf universitäre oder sonstige Hilfskräfte zurückzugreifen.“

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Hey, wo kann ich das unterschrfeiben!!

Wie gesagt….alles Deserteure von der Bildungsfront.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Das war auch meine Idee. 🙂

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Toll geschrieben!

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Sehr gut

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Hartmut von Hentig wird ja oben im Artikel auch genannt. Er und sein Freund Becker von der Odenwaldschule sind doch die besten Beispiele für einen Sokratischen „pädagogischen Eros“. Der muss auch dabei sein. Und Sokrates und andere antike Philosophen hielten viel von der Knabenliebe.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Realist

WOW 🙂

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Welcher Angestellter hat während seiner Arbeitszeit noch keine WhatsApp geschrieben? Manche buchen sogar ihren Urlaub während der Arbeitszeit.

Logi
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Herr Zierer hat sicherlich kein Smartphone 😛

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Außerdem sollten sich Eltern und Schüler darüber freuen, dass auch die Lehrkräfte endlich im digitalen SuchtWahnsinn angekommen sind

Last edited 2 Monate zuvor by Riesenzwerg
JANE
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ja das stimmt. Allerdings gibt es viele Lehrer – wie auch Erzieher z. B. – die wenig bis kein Engagement zeigen und denen die Kinder in erster Linie auf die Nerven gehen. Das muss man auch mal sagen. Nicht jeder ist geeignet für den Job und zieht ihn dann trotzdem durch. Unabhängig von den Rahmenbedingungen. Ich denke, das meinte Herr Zierer, auch wenn es etwas achwafelig formuliert ist.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  JANE

Einige haben vielleicht auch nur resigniert bei den Rahmenbedingungen … Ist jetzt die Frage, ob Burn-Out oder Resignation das Sinnvollere ist.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ich habe mir abgewöhnt, zu spät in den Unterricht zu kommen.

Wie ist mir das Kunststück gelungen?

Ich schubse die Schüler aus dem Klassenraum, wer ein Gespräch will, hat Pech, ich schließe keine Klassenräume mehr auf, weil jemand was vergessen hat, heult jemand nach der Pause – Pech! Ich gehe pünktlich in den Unterricht und lasse ihn stehen!

Herr Möller – Sarkasmus ist drin.
Hornpfeifchen – Übertreibung ist drin.

Und nur für den Fall – ich kann mich nicht teilen.

Tröste ich jemanden, der weint, komme ich zu spät.
Lasse ich ihn stehen, verweigere ich ihm das Wichtigste – Akzeptanz, Trost, Hilfe und Wertschätzung.

Lösung bitte! Keine weiteren Vorwürfe.

Schon gar nicht von Menschen, die „Schule“ nicht kennen!

PaPo
3 Monate zuvor

Aber das ist ja auch überhaupt nicht Sinn und Zweck von Schule. Schule ist keine Wohlfühlveranstaltung für die Schüler.

Die Metafunktion von Schule ist die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen (d.h. mündigen, selbstreflexiven, integren etc.) und gemeinschaftsfähigen (d.h. kooperations- und partizipationsfähigen etc.) demokratischen Staatsbürgern – die Existenzberechtigung des Schulsystems insg. und jedes einzelnen Unterrichtsfachs ist nicht arbiträr, gewiss keine autotelische, sondern eine autopoiesische Berechtigung. Mithin soll jede schulische Bildung diesem Ziel dienen, denn nur der gebildete Bürger ist wirklich partizipationsfähig, mündig, selbstreflexiv, integer etc. (alles Attribute in reziproker Interdependenz).

Um es wenig diplomatisch auszudrücken (und mir empörte Reaktionen zu garantieren):
Bürger – und damit am Ende ihres schulischen Bildungsweges auch Kinder resp. Jugendliche – müssen gewissermaßen funktionieren! Und hierbei geht es nicht um „Gehorsamkeit oder Gefügigkeit“, wie hier eine anonyme Mutter am 04. April in einem von kontraproduktiver Gefühligkeit geprägten Kommentar unterstellte, basierend auf einer hyperindividualisierenden Freiheitsillusion, die den Pflichtanteil jeden Bürgers am Funktionieren von Gesellschaft negierte, zumindest ignorierte und glaubte, Freiheit sei ein Zustand, der nicht der konstanten Erarbeitung bedürfe (s. „‚Liebes Schulsystem, wir müssen reden!‘ Eine Mutter tritt eine Grundsatzdebatte los“), ganz im Gegenteil:

Der Rahmen dieser Funktionstüchtigkeit der Bürger ist ein enorm weiter, aber abermals nicht arbiträrer. Der Rahmen wird durch unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und ihre immensen Freiheiten gesteckt. Um im Rahmen dieser Grundordnung navigieren zu können, Gesellschaft zu erhalten und Bürger zu befähigen, an dieser partizipieren zu können, muss man (a) diese Grundordnung und ihre Reglements kennen und verstehen und (b) entsprechende Kompetenzen vermitteln, damit die Bürger auch partizipieren können. Und „Kompetenzen“ meint hier ein Zusammenspiel aus konkreten Inhalten einerseits und Methoden und Techniken zur Realisierung der hier skizzierten Bildungs-, Gesellschaftserhaltungs- und Partizipationsziele andererseits.

Selektion und Allokation sind aus den skizzierten Gründen Kernaufgaben von Schule: Schule soll Menschen auf eine mögliche Rolle in dieser pluralistischen, freiheitlich-demokratischen Grundordnung als eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige demokratische Staatsbürger vorbereiten, der gesellschaftlichen Nichtpartizipationsfähigkeit von Bürgern (die diese Bezeichnung dann nicht mehr verdient hätten) einerseits und damit anomischen Gesellschaftstendenzen andererseits vorbeugen. Deshalb geschieht all das auch „ungefragt“ – es ist systemrelevant, kann nicht zur Disposition stehen. Aus dem Unverständnis dieser Funktion ggü. entstammt mglw. auch der naive Ansatz zur Demokratieerziehung, wie er in schulsystemkritischeren Kommentaren oft durchscheint.

Ungenommen dieser Einwände ist es natürlich legitim und angemessen, bspw. über konkrete Lehrinhalte zu diskutieren.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Nicht die Kompetenzorientierung ist das Problem, vorausgesetzt man realisiert, dass pragmatisches Wissen, Methoden und Techniken, dass das „know how“ nicht isoliert von inhaltlichem Fachwissen (Daten, Fakten etc.) existiert. Das eigtl. Problem ist die Orientierung an Lern- statt an Lehrzielen.

Man ist zu sehr darauf bedacht, dass am Ende bei allen auch alle Lernziele zwingend ankommen, da gibt es dann scaffolding, wird über die Schwelle getragen, wird das Niveau gesenkt, als sei jeder zu allem in der Lage, würde er nur entsprechend unterstützt, geleitet etc. – eine an Naivität kaum zu überbietende Idee: Jeder Lehrer dürfte (eine Variante) einer sehr bekannten Karikatur kennen, in der eine Reihe von Tieren (Vogel, Affe, Elephant etc.) vor einem Lehrer aufgereiht steht und letzterer instruiert: „Zum Ziele einer gerechten Auslese lautet die Prüfungsaufgabe für Sie alle gleich: Klettern Sie auf dem Baum!“ Hier wird genau das gerade Kritisierte insinuiert, alle müssten auf die Spitze des Baumes befördert werden, ansonsten wäre die Aufgabe ungerecht… dabei hat der karikaturist ja shcon unbedacht selbst das problem dargestellt: Es sind nicht alle gleich, es haben nicht alle die selben Fähigkeiten und auch nicht dieselben Potenziale, dieselben Ziele zu erreichen. Deshalb ja die Selektion und Allokation…

Wichtig wäre damit also eine Rückbesinnung auf Lehrziele: Der Lehrer vermittelt Kompetenzen (im oben skizzierten Sinne)… und die die Schüler kommen damit zurecht oder nicht (d.h. nicht, dass es nicht Hilfestellung etc. gibt, wir dürfen ja auch nciht in das Extrem verfallen zu glauben, jeder könnte alles auf Anhieb richtig oder eben nicht), denn nur darauf kann Selektion und Allokation überhaupt basieren.

Von daher ksnn ich diese Rede von zurückgelassenen Kindern nicht (mehr) hören. Man muss sich auch mal von der Illusion lösen, dass auch noch für den größten Minderleister mit den niedrigsten kognitiven Kompetenzen, für den größten Leistungsverweigerer mit der niedrigsten sozialen Kompetenzen etc. rosige Zukunftsperspektiven warten und deren Lehrer zu Schmieden ihres Glücks werden

Schule darf natürlich eine Wohlfühlveranstaltung sein, ungenommen… sie muss es aber bicht sein.

Und auf die restlichen Unterstellungen mgen, die diesem „Kodex“ inhärent sind, mag ich gerade gar nicht eingehen.

Alla
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Gut gebrüllt, Löwe!

Noch etwas, was mir beim Lesen Ihres Textes einfiel:
JFK bei seiner Antrittsrede 1966: “Ask not what your country can do for you – ask what you can do for your country,”
(Challenged every American to contribute in some way to the public good.)

Geht gar nicht? Gerne rote Daumen hier unten!

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Nix da…dafür gibt es einen Daumen nach oben.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Aber Kennedy wurde schon 1963 ermordet …

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Nichts für ungut, aber es geht hier schon noch um Kinder, oder nicht? Das Zitat kann man nicht einfach auf alle anwenden, finde ich.
„Kleiner, stell‘ dich nicht so an, wenn du Eltern hast, die sich nicht kümmern! Du musst einfach funktionieren, damit der Staat funktioniert.“ – Nö, so möchte ich jungen Menschen nicht begegnen.
Und wenn Sie das Kennedy-Zitat jetzt noch auf sich selbst beziehen, dann müssten Sie Herrn Zierer doch zustimmen, oder nicht? Sie sollen sich ohne zu murren aufreiben für die Ihnen Anvertrauten allen Widrigkeiten zum Trotz, damit der Staat weiterhin funktioniert.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das Kennedy-Zitat ist auch auf Lehrkräfte anwendbar. Ist so. Können Sie doof finden, ist aber so.
Es passt hier doch einfach nicht. Entweder Sie wenden das auf alle Menschen eines Staates an oder verwenden es nicht.
Ich sehe es eher so, wenn der Staat dafür sorgt, dass alle Menschen, die in ihm leben, tatsächlich gleiche Chancen und Fürsorge erhalten, dann kann man es anwenden.
Sie beschweren sich zurecht über die fehlende Fürsorge seitens unseres Arbeitgebers. Vollkommen zurecht.
Aus der Sicht Herrn Zierers sind Sie aber falsch davor. Er würde Ihnen nämlich auch das Kennedy-Zitat an den Kopf knallen können.
Und bevor Sie mich wieder downvoten, werte Mitforist*innen, lesen Sie meinen Beitrag doch einfach mehrmals und ganz in Ruhe. Danke!

P.S.: Ich halte die Forderung Zierers für eine Unverschämtheit.

Alla
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das Zitat ist ja auch auf JEDEN anzuwenden.
Im Moment scheint es so, als sollte nur eine kleine Gruppe (LuL), die unter 1% der Bevölkerung ausmacht, es ganz ALLEINE schaffen, unsere Gesellschaft zu retten.
Andere (Bildungstheortiker, KuMis, und auch einige Eltern) lehnen sich bequem zurück, schauen vom Spielfeldrand zu, kommentieren und werfen auch mal ein paar Stöcke zwischen die Beine der immer kleiner werdenden Gruppe. Wer dann strauchelt ist unprofessionell und kann weg.

Vielleicht spielt da auch meine Erfahrung mit Kollegen an 10 Schulen eine Rolle, von denen halt keiner ein fauler Sack und unreflektiert war! (Halt, 2 solcher Lehrer habe ich 1983 und 1986 doch kennengelernt!) Klar, einige haben irgendwann einmal das Handtuch geschmissen, aber gewiss nicht weil sie faul waren!

Und ich bin durchaus der Meinung, dass auch SuS zum Gelingen der Bildung beitragen müssen. Zum Glück sind die meisten ja auch anstrengungsbereit und verhalten sich sozial. Aber es gibt auch einige, die den Mitschülern das Recht auf Bildung nehmen, weil ihr Verhalten den Unterricht massiv stört, weil sie so viel Aufmerksamkeit beanspruchen, dass für andere nichts mehr übrig bleibt. Wobei ich hier Kinder mit Autismus, ESE und ADHS ausdrücklich herausnehme, denn die sind in unserem System der Massenkinderhaltung einfach nur komplett überfordert.

Last edited 3 Monate zuvor by Alla
DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Sie haben meinen Einwand offensichtlich nicht verstanden oder scheinen zu denken, dass es Chancengleichheit gibt.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Gut gebrüllt, Löwe!!

Schade, dass ein Gutteil der eventuell adressierten Rezipienten deinen Ausführungen gar nicht folgen kann…was du tust, ist eine bereits sensibilisierte Gruppe der Gesamtbevölkerung auf grassierende Missstände aufmerksam zu machen und dabei die jeweils eigenen – sprich individuellen – Verantwortlichkeiten zu apostrophieren.

Das ist ein wenig, wie „Wind um die Ecke schaufeln“….wie der „Ruhri“ es evtl. lebensnah formulieren würde.

Ich lerne sehr gerne aus deinen Ausführungen…obwohl / weil sie quasi eine lerngruppenspezifische Darstellung deiner Sichtweise repräsentiert.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

„Wind um die Ecke schaufeln“
http://www.infokpt.de/Beispiele_Wind.html
(Immer noch …) Frappierend aktuell!

baaaal1
3 Monate zuvor

oh.. ich habe in einer letzten unterrichtsstunden fälschlicherweise auf mein smartphone geschaut.. um die uhrzeit abzulesen.. und zu beginn der unterrichtsstunde wurde ich auf dem gang vom schulleiter aufgehalten.. da kam ich dann 30 sekunden zu spät…
habe ich jetzt gegen diesen sokratischen eid verstoßen? ich gelobe besserung, so wahr mit zeus helfe..
die forderungen von diesem pädagogen sind sowas von hergeholt.. jeder lehrer/in tut das, was er/siekann, bei den momentanen umständen ist es eine frechheit von diesem im berufsleben als lehrer gescheiterten „wissenschaftler“, immer mehr einzufordern. wir arbeiten an der grenze.. ist das dem nicht bewusst? dass die angeführten „tugenden“ selbstverständlich sind, erscheint doch klar. aber man sollte die arbeitsbedingungen im auge behalten.. und ein normaler schulallttag ist momentan einfach nicht realisierbar.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  baaaal1

Im Sinne der Anklage bin ich auch schuldig! Ich verwende jeden Tag, jede Stunde und fast jede Minute mein Smartphone. Warum? Weil ich kein Ukrainisch spreche und nicht verstehe.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Ich hab schonmal während des Unterrichts einen Flug nach Südafrika gebucht. Was da ein Bürohengst schwadroniert ist mir sowas von Latte. Wäre das alles so geil, hätte er ja an der Grundschule bleiben können.

Erst heute hatte ich Unterricht in einer Klasse an der Realschule mit 9 Förderkindern (SE, LE, GB), 4 Daz und 14 der Rest. Ohne Begleitung und Förderschullehrer (die A13 bekommen, waren zu der Zeit Kaffee trinken). Solange das so bleibt, gibt es von mir NICHTS von alledem, was der gute Mann gern hätte

Last edited 3 Monate zuvor by Alex
Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Hmmm, liebe Lessi….das Manko lässt sich doch sicherlich durch einen Urkainisch-Intensivkurs an 2 Wochenenden beseitigen…mit etwas Engagement und gutem Willen ist das bestimmt möglich, denkt ein Bildungsforscher, der aus dem Elfenbeinturm in die Untiefen der schulischen Wirklichkeit blickt.
Dass bei ihm dabei Wahrnehmungsunschärfen entstehen führt dieser im Zweifel als Entschuldigung an … der „Abstieg“ von den universitären Höhen in den alltagsschulischen Sumpf ist jemandem, der einmal im akademischen Elysium angelangt ist ja nicht zumutbar.

Last edited 3 Monate zuvor by Andre Hog
Kathrin
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Wenn die Schulaufsicht im Sinne des propagierten Eides agieren würde, müsste Sie dafür nicht Ihr privates Smartphone nutzen, sondern hätten ein Diensthandy.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Kathrin

Jepp!! 🙂

Christabel
3 Monate zuvor

Manchmal fragt man sich ja schon, ob das noch empirische Bildungsforschung ist oder schon Comedy. Soll der Professor doch mal mit mir mitkommen, 7./8. Stunde Berufsfachschule, da kann er mich mal ausgiebig beraten. By the way, die Klasse ist top, wir kriegen immer viel Spaß miteinander!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

Ich hätte da auch so einige verhaltensoriginelle SuS und Eltern, die ich bei dieser Gelegenheit Herrn Zierer wärmstens ans Herz legen möchte. Und während er dann all sein bildungstheoretisches Wissen handelnd in Können umzusetzen versucht, habe ich Zeit, aus der Zuschauerperspektive kluge und lebensfremde Hinweise der Art „der Tag hat 24 Stunden“ oder „alles eine Frage des Wollens“ zu geben. Herr Zierer – übernehmen Sie!

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

That´s it!!

vhh
3 Monate zuvor

Bildungsforscher forschen über was genau? Bildung und deren Rahmenbedingungen können es kaum sein, dann wäre nämlich auch eine „wertschätzende Grundhaltung“ zu den Betroffenen/Beteiligten seines Forschungsgegenstands selbstverständlich, anstelle der geäußerten Pauschalverunglimpfung. Andere zu diffamieren, um die eigene eingebildete Überlegenheit zu betonen zeugt auch von einer Haltung, alte Griechen nannten das wohl Hybris. Bessere Buchverkäufe rechtfertigen nicht alles, aber wartet auf mein Buch „Götter der Bildungstheorie – Bildungsforscher im Realitätscheck“. Ich muss nur noch schnell um ein Kapitel zu „ich weiß, dass ich nichts weiß“ ergänzen, Sokrates kommt immer gut.

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Solche Äußerungen sind sicher auch mit ein Grund für den eklatanten Lehrermangel der überall herrscht.

SekII-Lehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

„Wertschätzende Grundhaltung“ ist ein gutes Stichwort. Ist ja nicht so, dass Arbeitspsychologen nicht wüssten, dass man Arbeitskräfte durch Wertschätzung am meisten motivieren kann. Bei Lehrkräften muss halt ein Eid reichen…

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Kost halt nichts

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Ich habe den Eindruck, die „Bildungsforschung“ ist erst mit TIMSS und PISA richtig in Gang gekommen, vorher hieß das „Pädagogik“ bzw. „Erziehungswissenschaft“ in Kombination mit Teilen der Philosophie. Das besondere an TIMSS und PISA war, dass erstens die Psychologen plötzlich mit ihren quantitativen Methoden (empirisch ermittelte Kompetenzstufen) einen großen Einfluss hatten und zweitens (besonders bei PISA) die sog. „Bildungsökonomie“ die Regie übernommen hat. In Kurzversion ist das dann das Ziel der „Employability“, nicht der „Bildung“ im klassischen Sinne. Bildung muss verwertbar sein, sonst ist sie überflüssig. Verbrämt wird das gerne durch Formulierungen in einer Präambel von Bildungszielen, alles diene doch nur der „Teilhabe an der Gesellschaft“. Was das genau heißt, bleibt nebulös. Man könnte an die Teilhabe als brave Arbeitnehmer/innen denken, die ansonsten — bei kritischen politischen Themen — das Maul zu halten haben. Insbesondere darf man PISA nicht kritisieren. Manche Wissenschaftler haben es versucht und sind dann persönlich verunglimpft worden.

GriasDi
3 Monate zuvor

Es Ist bei LehrerInnen wie in den meisten anderen Berufen auch: etwa 50% sind unterdurchschnittlich. So ist es halt nunmal.

Lehramtsaussteiger
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Quelle?

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Das ist Statistik

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Hä?

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Kommt drauf an, wie man den Durchschnitt nimmt und welche Bedingungen man setzt.
Sehr stark reduziert würde ihre Aussage stimmig sein. (Milchmädchenrechnung)

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Bla

„(Milchmädchenrechnung)“

uiuiui….wenn das mal nicht diskriminierend ist 😉

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Soyagetränkbubenkalkulation

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Danke für die gerechte Ausgleichsformulierung….jetzt müssen wir nur noch was für die „diversen“ finden.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

50% unterdurchschnittlich in allen Berufen?
Ihnen scheinen nur die schlechten und die besonders engagierten Vertreter*innen jeder Berufsgruppe aufzufallen, die vielen dazwischen, die ordentliche Arbeiten leisten, aber unauffällig sind, wohl leider nicht.
Hoffe, Sie sehen das bei Ihren Schüler*innen anders.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@DerechteNorden

„… die vielen dazwischen, die ordentliche Arbeiten leisten, aber unauffällig sind, wohl leider nicht. …“

Ob das schon die schwindende Mittelschicht ist bzw. war? 😉

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wenn man von einer grossen Grundgesamtheit ausgeht und davon ausgeht, dass das betrachtete Merkmal normalverteilt ist, dann sind 50% unter dem Durchschnitt. Wie beim IQ in der Bevölkerung. Die große Mehrheit ist innerhalb einer Standardabweichung vom Mittelwert zu finden.

Last edited 3 Monate zuvor by GriasDi
Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Dann bin ich der Mittelstrich, dann passt’s

Canishine
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Das ist tatsächlich nicht unwahrscheinlich :-).

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Dann hat der lehrerMangel ja sein Gutes. 50% von zu wenigen sind deutlich weniger Schlechte als 50% einer Lehrerversorgung um die 110%.

Oder allgemeinverständlicher, weniger ist mehr. Ohne Lehrkräfteversorgung gibt es auch keine schlechten Lehrkräfte

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das ist genau die Logik im Bildungswesen: weniger ist besser! Weniger Fachunterricht ist besser, weniger Lehrer ist besser. Extrapoliert bedeutet dies: Schule ist am besten, wenn sie nicht existiert! Und darauf arbeiten die Glorreichen 16 erfolgreich hin – Hosianna in der Höh!

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Hach, ich freue mich immer wieder über so simple und auch für mich verständliche Erklärungen!! Danke!!! 😉

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Gern geschehen – aber so sind die Lehrkräfte, sie erklären nach Kräften das Gefüge der Welten.

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Ist einfach Statistik.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Genau, einfache Statistik ohne Berücksichtigung anderer Faktoren.
Voraussetzung hier wäre, dass nur die jeweilige Berufsgruppe bspw. betrachtet wird.
Nehmen wir andere Berufsgruppen dazu, würde sich der Durchschnitt der „Lehrergruppe“ in eine Richtung (welche auch immer) zum Gesamtdurchschnitt bewegen.
Nehmen wir einen festen „Durchschnittswert“ (der Real aber nicht so ist) wie bspw. die 40/42 Stunden Woche, dann ist „das Gesamt“ der Lehrergruppe (zumindest nach einigen Angaben/Studien) auch hier drüber.
Dazu beachten wir weder die Ausreißer, noch den Durchschnitt als dieses.
Nehmen wir den durchschnittlichen Bildungsabschluss, dann ist „die Lehrergruppe“ wohl auch über dem Gesamtdurchschnitt.
Glaube die Beispiele reichen, um auszudrücken, was ich mit Milchmädchenrechnung meinte?

Das ist so wie bei Studien in einem Fußballstadion nach der Lieblingssportart zu fragen.
Der Durchschnitt hier wird anders sein, als im Vergleich zu einer Boulderhalle.
Auch 1+1=2
Nehmen wir die Bedingung einer Einheit dazu, ändert sich das -> 1 Euro + 1 Cent sind keine 2 Euro.

Daher: Definitionssache, was Sie oben ausdrücken wollen. Rein mathematisch (Statistisch) sieht es aber erstmal richtig aus, das stimmt.

Last edited 3 Monate zuvor by Bla
potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Trifft das auch auf Bildungsforscher, Kultusminister, Politiker usw. zu? Oder sind es da mehr unter dem Durchschnitt – nach dem Peter-Prinzip?

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Peter´s Prinzip wirkt und wirkt und wirkt… 🙂

Jan
3 Monate zuvor

„Ich habe zu wenig Zeit, zu wenig Geld, und die Klassen sind zu groß. Deshalb kann ich es nicht besser machen. Dahinter steckt eine bestimmte Haltung, der ich nicht noch weiteren Rückenwind verleihen möchte.„

Und das liest man hier zigfach genauso! Der Mann trifft den Nagel auf den Kopf!

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Nein, der Mann trifft keinen Nagel auf den Kopf….ich bemühe mal das Vorurteil, dass universitäre Akademiker nicht mal nen Nagel in die Wand schlagen können, weil sie die Theorie von Kraftimpuls nicht mit der reelen Praxis zu verbinden wissen.

Wen die auf den Kopf treffen sind die Praktiker*innen an der Bildungsfront, denen sie mit ihrem halbgaren Geschwafel das mühsame Leben noch schwerer machen.

Lehramtsaussteiger
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

„„Ich habe zu wenig Zeit, zu wenig Geld, und die Klassen sind zu groß. Deshalb kann ich es nicht besser machen. Dahinter steckt eine bestimmte Haltung“

Die Klassen sind zu groß, wegen der „Haltung“ des Lehrers? Was für eine Logik soll das sein? Sind die Krankenstationen zu voll wegen der „Haltung“ der Pfleger und Ärzte?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor

Naja, fas mit der Haltung ist schon irgendwie richtig ..

Die KuMis haben die Haltung, dass Massenkindhaltung das non plus ultra ist.

M.a.W. – kost nichts.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Ja, weil es halt auch stimmt.
Sagen Sie einem „in der Wirtschaft“ mal, dass er bitte auf Gehalt auf einmal verzichten soll und künftig auch keine Gehaltserhöhungen mehr bekommt. Aber Samstag und Sonntag soll er noch zusätzlich arbeiten. Dazu bitte noch in der Freizeit. Super wäre auch, wenn er noch zusätzlich sauber macht und den Rasen des Nachbarn mäht (PR und so). Dazu wäre es auch toll, wenn man für die Arbeit die Materialien besorgt – auf eigene Kosten.
Was meinen Sie, wie lange solches Unternehmen noch bestand hätte und wie motiviert die Angestellten dort auf einmal wären?
-> Und dann sagen Sie: Ach Leute, habt euch doch nicht so, das ist für das Unternehmen super. Da müsst ihr halt auf bisschen was verzichten.
Ansonsten sind die halt einfach faul. Und dann würde man sich wundern, warum keiner bei einem arbeiten möchte.
Komisch…

Last edited 3 Monate zuvor by Bla
Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Ich bezweifle, dass Jan die Transferleistung leisten kann…

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

„Ich habe zu wenig Zeit, zu wenig Geld, und die Klassen sind zu groß. Deshalb kann ich es nicht besser machen.“
Der Mann kennt offensichtlich Probleme und Ursachen, da er den Betroffenen zugehört hat. Seine Konsequenz ist: Ursachen der Probleme ignorieren und den Betroffenen sagen: „Mir egal, wie Ihr die Probleme löst, mehr Ressourcen gibts nicht, alles nur eine Frage der Einstellung.“
Sowas finden Sie hilfreich zur Lösung der Probleme?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Ich gehe davon aus, dass Sie den SARGnagel des Schulsystems meinen…

Lehramtsaussteiger
3 Monate zuvor

Ich wünsche mit einen sokratischen Eid für Bildungsforscher. Folgendes könnte ich mir vorstellen:

„Als Bildungsforsher verpflichte ich mich, all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf nicht auf Dinge hin auszurichten, von denen ich keine Ahnung habe. Insbesondere soll ich dabei die Lehrkräfte von deren Berufsalltag in einem kaputtgesparten System ich keinen blassen Schimmer habe und nicht einen Tag in diesem Job überleben würde, nicht mit salbungsvollen Sprüchlein und Forderungen belästigen“.

Palim
3 Monate zuvor

Das, was Herr Zierer in seinem Eid schreibt, können bestimmt viele Lehrkräfte gut heißen, es wird aber nicht auf fruchtbaren Boden fallen, weil Lehrkräfte seit Jahren verheizt werden und in der mangelhaften Situation nur schwerlich entsprechend handeln können. Auch Ärzte setzen Grenzen und stellen Forderungen!
Darum gefällt mir folgender Passus zur Gesellschaft:
“• alles umzusetzen, was dem Wohl des Kindes dient, und alles zurück-
zuweisen, was dem Wohl des Kindes zuwiderläuft,
• jegliche Interessen und Forderungen an Schule und Unterricht, die nicht in erster Linie dem Wohl des Kindes entspringen, kritisch zu hinterfragen, gegebenenfalls auch öffentlich anzuklagen und zurückzuweisen“

Da fasst sich Herr Zierer mit seinen Vorwürfen und Behauptungen sicher selbst an die Nase, so als Grundschullehrkraft und Uni-Lehrkraft. Sicher hat er seinen Eid gleich selbst unterschrieben.
Und die Selbstlosigkeit und den Aufruf zur Ausbeutung, die man in seinen Äußerungen lesen kann, führt sicher dazu, dass er jeder Schule in Deutschland unentgeltlich ein pdf seines Buches mailt, um alle an seinen Gedanken und Forschungen teilhaben zu lassen. Schließlich bekommt doch auch er Gehalt vom Staat und auch er möchte alles ihm Mögliche zum Wohl der Kinder selbstlos zur Verfügung stellen.

Michi
3 Monate zuvor

So einen Quatsch braucht niemand.

Der Verweis auf von Hentig führt schlußendlich zur völligen moralischen Disqualifizierung.

TheTeacher
3 Monate zuvor

Grundsätzlich halte ich die Ansicht, sich und sein schulisches Handeln regelmäßig zu hinterfragen, ja durchaus gut. Mit der Zeit und Routine schleichen sich doch hier und da möglicherweise negative Verhaltensweisen ein, die man erkennen und wieder korrigieren muss. Einen Eid brauche ich jedoch dazu nicht und finde die die Sichtweise doch etwas vom hohen Ross der Forschung herab.

Wenn ich schon so einen pauschalen Satz lese wie, „dass kein Kind zurückgelassen werden soll, egal aus welchen Gründen“, dann bekomme ich aber Zweifel, wie realitätsnah Herr Zierer ist. Meine Zeit und meine Kraft sind der begrenzende Faktor, aber nicht meine Einstellung. Natürlich bemühe ich mich einen guten Kontakt zu allen Schülern zu haben und versuche alle zu motivieren, mitzuziehen und gestehe auch längere Schwächephasen zu, in der ich viel Energie aufwenden muss, um das komplette Absacken zu verhindern. Ich habe jedoch 30 Kinder in meiner Klasse und da steht jedem rechnerisch 3,3% meiner Kraft und Zeit zu. Manche Kinder erfordern aber 25% davon und da gibt es ja dann nicht nur einen davon. Das kann ich aber auf Dauer nicht leisten bzw. lasse ich ja dann wieder andere Kinder irgendwie zurück. Wie soll das funktionieren? Wenn die Schüler und gleichzeitig Eltern nicht auf Dauer mitziehen, dann investiere ich alles für nichts. Da habe ich schon einige enttäuschende Erfahrungen gemacht und zu Beginn meiner Zeit als Lehrer bis fast in den Burnout versucht zu kitten, was ich nicht kitten konnte.

Wenn ich jetzt merke, dass meine Bemühungen über lange Zeit bei den Eltern und Schülern verpuffen und ich der einzige bin, den das Thema Lernen und Verhalten interessiert, dann setze ich mittlerweile irgendwann eine Grenze und formuliere das den Eltern und auch Schülern gegenüber ganz klar. Die Tür steht selbstverständlich an jedem Tag wieder offen und bin sofort bereit, zu helfen, aber da muss dann zuvor eine Leistung von den Eltern oder Schülern kommen. Da fehlt es häufig an externen Unterstützern, die solchen Kindern und Eltern dauerhaft unter die Arme greifen können, denn ich kann das im Gegensatz zu Herr Zierer leider nicht leisten. Durch meine Veränderungen in der Handhabung solcher Situationen bin ich deutlich entspannter geworden und habe das Gefühl den anderen Schülern gegenüber endlich wieder gerechter geworden zu sein. Auch nicht auffällige oder problembelastete Kinder haben ein Recht auf meine Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Die Aussagen: „Ich habe zu wenig Zeit… und die Klassen sind zu groß. Deshalb kann ich es nicht besser machen….“ und „Ob es die Reduzierung der Klassengröße von 30 auf 20 Lernende, die millionenschere Förderung der Digitalisierung… oder die Veränderung des mehrgliedrigen Schulsystems ist, immer bleibt der Erfolg dieser Maßnahmen aus, wenn die Lehrpersonen nicht dahinter stehen“ finde ich fast schon frech.

Wann wurden denn die Klassengrößen auf 20 Kinder vermindert? Wo wurde der Betrieb der digitalen Medien denn ausgelagert und die digitalen Medien in einem verlässlichen und einfach zu nutzendem Rahmen zur Verfügung gestellt? In wie weit wurden die Lehrer in ihrer Arbeit unterstützt und entlastet, wenn man die volle Spanne bei 30 Kindern hat, die von „große Schwierigkeiten auch nur einfachste Sachverhalte zu verstehen und vom Lernstand mindestens ein Jahr zurückliegen“, bis hin zu „Befähigung Inhalte der nächsten Klassenstufe bearbeiten zu können?“ geht? Binnendifferenzierung ist aus meiner Sicht eine Megaaufgabe.

Ich bin bereit, viel zu investieren und auch sozusagen mal für eine gewisse Zeit in den „roten Bereich“ zu gehen. Meine Haltung ist nicht das Problem! Auf sonderschlaue Sprüche vom Turm der Forschung kann ich dabei gut verzichten. Ich bin ein Mensch und kein Zauberer! 

lanzenbrecher
3 Monate zuvor

„Als Lehrperson verpflichte ich mich, all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin auszurichten.“

Das gilt gleichwohl nicht für die Praktikanten, die an seinem Lehrstuhl ihr Pflichtpraktikum ablegen müssen.

Für die gilt der Maßstab „Als Praktikant*in verpflichte ich mich, all meine Aufmerksamkeit, Konzentration und Zeit im Praktikum dem Ausfüllen des 156-seitigen Praktikumsbegleiters (Autor: Klaus Zierer) zu widmen, den ich zum Preis von 15,90€ verpflichtend kaufen musste und den ich zum Bestehen des Praktikums vollständig ausgefüllt vorlegen muss.“

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  lanzenbrecher

@lanzenbrecher

Und diese gute, hilfreich-zugewandte Seele (K. Zierer) hat der Welt noch viel zu geben!

So hat er in der Zeit der Schulschließungen 😉 (vgl. Erscheinungsdaten seiner Werke) schnell erkannt, wo seine „Unterstützung“ gewinnbringend 😉 eingebracht werden kann …
Er hat noch ein Opus für die Zielgruppe der Eltern verfasst (hat mit dem „Prinzip Freude“ zu tun, jaja), ein weiteres Opus handelt von/mit/über „Herausforderung Homeschooling“

… Mmmmmmhhhhhmmmm ….
„Homeschooling“? – Da war doch noch etwas? … Jaaaa, wir NICHT-Bildungswissenschaftler erinnern uns kurz: „Homeschooling“ meint etwas ganz anderes – in „good old Germany“ gibt es den so genannten Distanzunterricht (= DU), dazu gab es hier im Forum einige Diskussionen und die müssen wir NICHT wieder aufrollen – sie können bei Bedarf im n4t-Archiv nachgeschmökert werden.
Also: In dem Bereich, in dem Herr Zierer uns seine Expertise gerne überlässt (Huch, wo genau ist hier die Ironie? Ich kann sie förmlich riechen …), ist er ja schon mal sehr sattelfest im Hinblick auf die Termini.
Online-Leseproben (Wie beim Trailer im Kinofilm zeigt die Auswahl in Leseproben in der Regel inhaltlich eher starke Ausschnitte) geben Aufschluss über den Tiefgang … (Quelle? Die Homepage einer Buchhandlung der eigenen Wahl.)

Das ganze hat zufälligerweise immer einen Umfang von knapp über/unter 100 Seiten und ist zu Freundschaftspreisen von etwa 10 und 15 Euro erhältlich.

Macht zusammen 25 Euro …
Mal überlegen, was man mit 25 Euro anfangen kann, wenn es sinnvoll angelegtes Geld sein soll … notfalls geht ja auch etwas was einfach nur mal Spaß macht … und trotzdem ein gewisses Mindestniveau haben kann, würde nicht ernsthaft stören. 😉

dauerlüfterin
3 Monate zuvor

Er beruft sich auf Hartmut von Hentig? Sein Ernst?
Wie man an vielen Stellen im Netz nachlesen kann, hat dieser sich nie richtig von den Vorwürfen reinwaschen können, seinen Lebensgefährten beim sexuellen Mißbrauch von Schülerinnen und Schülern während dessen Zeit als Schulleiter der Odenwaldschule gedeckt oder dies mindestens nicht wahrhaben gehabt zu wollen.
Wie ernst kann man einen solch salbungsvollen Eid denn nehmen wenn die Vita des Verfassers dem diametral entgegensteht?

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Natürlich wird sich aber vom Verfasser distanziert:
https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/buch-tipp-klaus-zierer-der-sokratische-eid-brauchen-lehrkraefte-einen-berufseid/

Aber ja, das hat schon ein seltsamen Beigeschmack.
Finde 86 (85 Seiten – wenn man die kostenlose Probeseite abzieht) für fast 20 Euro auch etwas teuer…. Wenn der Eid ihm so wichtig ist, warum dann nicht kostenlos für alle zur Verfügung stellen?
Das wäre doch bestimmt für den Eid mal ein Zeichen und dass man sich selbst indirekt dran hält… Zeit und Geld spielen (anscheinend?) doch eine geringe Rolle als Kriterium für Rahmenbedingungen. Wenn man selbst an den gesellschaftlichen Nutzen und Mehrwert glaubt, dann ist es doch unanständig dafür noch Geld zu verlangen? Sollen LuL ja auch nur bedingt anprangern.
Kostenlose Mehrarbeit beinhaltet doch der Eid sowieso … Kann man sich doch dann auch mal teilen und selbst etwas „aufopfern“.
Ansonsten sehe ich das eher als Buch-PR … Da darf man auch schon mal anecken und Kritik machts für viele attraktiv (zu kaufen).

Dazu sollte er mal 2-3 Jahre aktuell an eine Schule und seinen Eid selbst anwenden und reflektieren. Das nächste Buch kann er dann bestimmt auch gut umwerben/vermarkten. „Von der Theorie zur aktuellen Praxis – ein (gescheiterter) Selbstversuch“ würde ich als Titel vorschlagen.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Bla

„Geld stinkt nicht“ … das wussten bereits die alten Römer, die haufenweise Pisse eingekauft haben, damit die Gerbereien was zum Gerben von Fellen haben, die sie zuvor Tieren (….oder in diesem Fall evtl auch LuL) über die Ohren gezogen haben.

Stefan L.
3 Monate zuvor

Wenn er so schlau ist, warum ist er dann nicht Lehrer geblieben. Er wäre ein gutes Beispiel für seine Umwelt.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Stefan L.

Realitätsschock?

Logi
3 Monate zuvor

Also ich muss auf mein Smartphone gucken… Vertretungspläne, Notizen und Noten.. alles ist bei MIR (zumindest) digital 🙂
Ich weiß nicht was der Typ will. Wollen wir nun die Digitalisierung? Man kann diese Leute nicht ernst nehmen hahaha

Barbara
3 Monate zuvor

Man könnte auch damit beginnen die Probleme in den Schulen ernst zu nehmen und nicht immer die Schuld bei den Lehrkräften zu suchen. Man könnte auch damit beginnen die Berufsgruppe ernst zu nehmen und sie nicht ständig zu bashen und sagen „Lehrkräfte sollen sich nicht beschweren weil sie ja 2 Monate Sommerferien haben“. Man könnte auch damit beginnen die Eltern wieder mehr in die Erziehungspflicht zu nehmen.

Teacher Andi
3 Monate zuvor
Antwortet  Barbara

Dann würde sich das Buch aber sicher nicht so gut verkaufen, und darum geht es letztendlich, Provokation inbegriffen. Mutet fast als pseudo-wissenschaftliches Pendant zum LehrerHasserBuch von Lotte Kühn an. Wenn das unsere Bildungsforscher sind, na dann. Kann man nicht ernst nehmen.

Schattenläufer
3 Monate zuvor

Bei näherer Betrachtung ist die Idee echt ausbaufähig.

Der hypokritische Eid für Ärzte
Der sokratische Eid für Lehrer.
Der archimedische Eid für Ingenieure.
Der platonische Eid für Geisteswissenschaftler

Wenn ich sehe was so manche Handwerker bei mir abliefern.
Warum nicht auch:

Ein Rohrzangen Eid für SHK
Ein Stein und Bein Eid für Maurer.
Ein Schmieröl-Eid für KFZ Mechatroniker
Ein Regenrinnen-Eid für die Dachdecker
Ein Hobel-Eid für die Schreiner.

Man muss bedenken, Politiker sind eine Berufsgruppe die bei der Übernahme von Ämtern schon seit Jahren einen Amtseid schwören. Was soll man sagen, klappt doch tadellos.
Ich meine den Nutzen für das Volk mehren und Schaden von ihm wenden.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Perfekt!!! ….hab Dank für den lauten Lacher!!

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ist der Meineid dann für Egozentriker?

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Nein …eher für Politker*innen vor Untersuchungsausschüssen.

Didi
3 Monate zuvor

Der Kollege Zierer hatte doch als Grundschullehrer alle Möglichkeiten dieser Welt, für alle pädagogischen Pfeifen als leuchtendes Beispiel vorneweg zu gehen.

Jetzt muss er sein Leben als Professor am Schreibtisch fristen – fernab jedes Kontaktes zur Realität.

Irgendwie dumm gelaufen.

Wie blöd.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Didi

Mein Gott…das eigene Leben sinnlos verwirkt … fast eine griechische Tragödie!!

Dem Mann muss dringend geholfen werden – nämlich zurück auf den Pfad der Tugend mit ihm … in seinem Fall eine unbefristete (v.a. bzgl der Arbeitsanforderungen) Stelle an einer Brennpunktgrundschule mit Inklusionsauftrag, Flüchtlingsintegration und all den anderen wundervollen „erotischen“ Dingen, die man da treiben darf.

Es gilt, eine Menschenseele zu retten!! „Auf, auf…!“

Last edited 3 Monate zuvor by Andre Hog
dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

… und wieder denkt hier keiner an die armen Kinderseelen, die dem Selbstversuch im heheren Elfenbeinturm geopfert werden sollen. Schande über euch, die es wagt die Exegeten der hohen Schule vor Kreide stellen zu wollen.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

@dickebank

„Aber es ist doch für die Kiiiiiiinder?“
Oder für die Bremsscheiben? … Es ist aber auch ein Durcheinander mittlerweile! 😉

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Pass auf, da hängt was in der Tür! Mich deucht, es ist ein Schopper?

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Hat die auch stilecht einen Fuchsschwanz an der Antenne baumeln. ..? Wenn nein,dann kann ich die nicht ernst nehmen als echten „Easy Rider“.

Last edited 3 Monate zuvor by Andre Hog
potschemutschka
3 Monate zuvor

@ Redaktion
Könnte man dem Herrn Professor Zierer nicht mal die gesamten Kommentare hier zu seiner grandiosen Idee zukommen lassen? Das müsste ihn doch eigentlich sehr interessieren, wie die Basis diese Idee findet.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ohje…das könnte …
…zum einen seinen Seelenfrieden gefährden (wenn er sie wirklich ernst nehmen würde) —-Kategorie: sehr unwahrscheinlich!

…zum anderen würde es seine eh schon üblen Vorurteile zu LuL bestärken, die einfach nicht so funktionieren wollen, wie er es sich ausgedacht hat —- Kategorie: sehr wahrscheinlich.

Gönnen würde ich ihm diese „konstruktive?? v.a. realistische Dusche“ schon.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@potschemutschka

Und wenn er dann eine Schreibblockade kriegt?! 😉

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Dann würde ich sagen:“ Zweck erfüllt!“

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Ach Pit, dass du auch immer gleich vom Optimum ausgehen musst 🙂

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

Unverbesserlich …
*schulterzuck & betreten guck* 😉

Lena Hauenstein
3 Monate zuvor

Ich habe das gerade mal durchgerechnet, pro Schüler und Woche habe ich 16,67 Minuten Zeit (unterschiedliche Stundenmengen pro Klasse nicht speziell gewichtet, eine Klasse habe ich in zwei Fächern, sonst wäre es weniger), wenn ich nichts anderes tue, als Zeit für sie zu haben. Da kann ich bestimmt viel reißen.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

….aber man bekommt doch soviel zurück!! 😉

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Und wenn man das Zeitmaß in Sekunden angibt, dann sieht der Wert von 1.000 Sekunden doch gleich viel besser aus.

Im übrigen ist es doch toll, dass Du mehr als ein Drittel einer Schulstunde für einen einzelnen Schüler bzw. eine Schülerin je Woche aufbringen kannst. Du musst ja jetzt auch nicht jedem auf die Nase binden, dass das für circa 130 von deinen 150 SuS nix bringt, da Du für sie eben keine Zeit hast – vor allem weil Du nur 40 Wochen im Jahr unterrichtest – wenn überhaupt.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Das ist schon viel.

30 Kids, 45 Minuten ….. eine Minute und dreißig Sekunden pro Stunde und Schüler ….

Das sollte Jan mal lesen.

TaMu
3 Monate zuvor

Allabendlich resümiert die unter Eid stehende eierlegende Wollmilchsau nach ihrem extra für sie zur Arbeitsbewältigung eingeführten 79-Stunden-Tag öffentlich über YouTube ihre an diesem Tag begangenen Fehler und Versäumnisse, damit Eltern und Gesellschaft davon Kenntnis erlangen. Vorher darf sie nicht ihre zwei Stunden Schlaf bekommen, die man ihr zum Erhalt ihrer Schaffenskraft zugesteht! Und dann muss sie wieder pünktlich vor der Klasse stehen und Kinderaugen zum Leuchten bringen und auch die Lernunwilligsten zum Abitur führen! Sie hat geschworen! Und alles ist ihre Schuld! Aaahh, herrlich. Das hat sich der … äh, was ist er nochmal… Bildungswissenschaftler… aber toll ausgedacht. Und ich dachte erst, es ist vom Postillon…

Thomas Wichmann
3 Monate zuvor

Thomas Wichman:
ich persönlich kann es mir nicht anders vorstellen als in der Schule die Welt jeden Tag ein bischen besser zu machen zu versuchen. Mir zu überlegen, was die Schüler brauchen, wie sie weiterkommen können, wie ich es auch den Schwächeren veranschaulichen kann, auch wie ich an mir arbeiten kann, um den Schülern und der zukünftigen Welt noch besser dienen zu können, d.h. auch : meine kleinen privaten Bequemlichkeiten und „Genüsse“ zurückzudrängen und mich immer mehr in einen größeren, auch religiösen Zusammenhang einzugliedern.Ein schöner Beruf, um sich zu entwickeln, wenn man sich denn entwickeln will.
Die Kinder zumindest wollen sich entwickeln. Also ohne solche Gedanken könnte ich gar nicht in die Schule gehen. Geld verdienen kann man auch anderswo……

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Wichmann

Erinnert ein wenig an das Buch von Pfarrer Norman Vincent Peale aus den 50er Jahren mit dem Titel „Die Kraft des positiven Denkens.

Ich stehe dem vorbehalt- und bedingungslosen positiven Denken sehr kritisch gegenüber und halte es sogar für hochgefährlich, sobald es die Realität verklärt, Missstände ignoriert und falsche Hoffnungen weckt.

Ich gehe ja auch nicht total bekifft und tiefenentspannt in den Dienst, weil ich dabei das Gefühl habe, den SuS besonders entspannt und gelöst entgegen zu treten.
Wer so „naturstoned“ ist, sollte seine / ihre innere Haltung zur Wirklichkeit nochmal neu überdenken.

Last edited 3 Monate zuvor by Andre Hog
Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

… meiner erster Gedanke nach dem Post von @Thomas Wichmann war zufälligerweise: „Keine Macht den Drogen.“
Tja …
Aber dann hatte ich die Hoffnung, dass das alles vielleicht in die Rubrik „War doch nur Spaaahaaaaß!“ gehört.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

Ich höre hier schon, das Buch wird ein Schlager. Viele Leute da draußen werden die Melodie lieben, ist einfach gut zum Mitsingen und geht ins Ohr so wohl vertraut.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

„Atemlos durch die Nacht…
Und ein neues Konzept erdacht…
Atemlos durch die Nacht…
Und es wird nicht schlapp gemacht…“

Martina Rheb
3 Monate zuvor

Ich denke, das 2. Gebot reicht: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst….dann bereitet man sich gut vor, man geht mit allen freundlich um, man überlegt sich vorher, ob man stressanfällig ist und man hilft anstatt zu meckern…

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Martina Rheb

Soooo einfach ist der Job?

Was mach ich mir nur immer einen Kopf?!

SchlagdieHandvordenKopf!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor

ICH erwarte, dass Eltern den Sokratischen Eid ablegen –

„Als Elternteil verpflichte ich mich, all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin auszurichten.“

Auch das sollte der Herr begründen können.