„Einstieg wird unnötig erschwert“: FDP-Fraktion kritisiert Kettenverträge bei Lehrkräften

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KIEL. Wer mehrfach hintereinander Anstellungsverträge auf Zeit bekommt, kann nicht sicher planen. Das kritisiert die FDP bei Lehrern zur Aushilfe in Schleswig-Holstein. Das Land verteidigt seine Praxis.

Manche Lehrkräfte hangeln sich von Vertrag zu Vertrag – trotz Lehrermangels. Foto: Shutterstock

Aus der FDP-Fraktion kommt Kritik an der Praxis des Landes Schleswig-Holstein, Lehrer zur Aushilfe mehrfach hintereinander mit Zeitverträgen zu beschäftigen. Die Landesregierung sollte diese Fachkräfte so schulen, dass sie regulär und entfristet an den Schulen eingesetzt werden können, forderte Fraktionschef Christopher Vogt. «Hierfür fordern wir verstärkte Anstrengungen, um sofort eine Verbesserung der Unterrichtsversorgung zu erreichen und die Praxis der Kettenverträge an den Schulen zu beenden», sagte er der dpa.

Der Fraktionschef reagierte damit auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage unter anderem zur Zahl der befristet beschäftigen Lehrer im Land. Wegen der Umstellung auf ein neues Personalmanagementverfahren sei dazu derzeit keine Auswertung möglich, antwortete das Bildungsministerium. «Uns erstaunt, dass die Landesregierung offenbar nicht mal weiß, wie viele Lehrkräfte längerfristig als Aushilfen eingesetzt werden, obwohl die dafür nötige Software zur Erfassung bereits seit einem halben Jahr im Einsatz ist», sagte Vogt.

«Mit der vielgepriesenen Attraktivität des Lehrerberufes hat das nichts zu tun»

Die Praxis der Kettenverträge verschärft aus Sicht des Abgeordneten den Lehrkräftemangel unnötig und führt zu Frust. «Statt den Aushilfen eine Perspektive für eine dauerhafte Anstellung zu bieten, werden sie mit Kettenverträgen vergrault und der Einstieg in den Lehrerberuf unnötig erschwert. Mit der vielgepriesenen Attraktivität des Lehrerberufes hat das nichts zu tun.»

Nach Angaben des Ministeriums ist der Abschluss mehrerer befristeter Verträge hintereinander oder die Verlängerung von befristeten Verträgen bei Vorliegen eines Sachgrundes grundsätzlich zulässig. Vertretungsverträge seien ein Instrument zur Sicherung der Unterrichtsversorgung und dient nicht der dauerhaften Erwerbssicherung. «Die Landesregierung verkennt jedoch nicht, dass durch den Abschluss mehrerer Vertretungsverträge hintereinander bei den Vertragsnehmern Hoffnungen auf eine dauerhafte Beschäftigung wachsen.» News4teachers / mit Material der dpa

Trotz Lehrermangels: Kultusministerin schickt befristet angestellte Lehrer über den Sommer (wieder) in die Arbeitslosigkeit

 

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3 Kommentare
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Walter
1 Monat zuvor

Murmeltierfaktor SH 2018 FDP zu Befristete Verträge von Lehrkräften – Kettenverträge

Last edited 1 Monat zuvor by Walter
Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter

Warum hat man sich denn damals nicht wirkungsvoll dagegen eingesetzt? War es alles bloße Rhetorik?!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

„Mit der vielgespriesenen Attraktivität des Lehrerberufs hat das nichts zu tun.“ Der Lehrerberuf ist nicht attraktiv. Aufwachen, liebe Politiker und Entscheidungsträger!