Giffey sagt 40 Millionen Euro für Sanierung eines maroden Gymnasiums zu

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BERLIN. Vor zahlreichen Demonstranten am Roten Rathaus hat Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey eine Sanierung des als marode geltenden Gymnasiums am Europasportpark in Pankow für 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. «Es ist ganz klar: Es muss was passieren, und es wird etwas passieren», sagte Giffey am Freitag nach einem Krisengespräch unter anderem mit Vertretern von Eltern und Schülern, des Bezirks, der Finanz- und Bildungsverwaltung – und auch des Schulhausmeisters. «Wir haben eine Vereinbarung geschlossen über Maßnahmen, die wir machen werden», sagte die SPD-Politikerin.

Hatte sich deie Zustände vor Ort angeschaut Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Giffey war genau eine Woche zuvor zu Besuch in der Schule gewesen und hatte sich ein Bild von Zuständen gemacht, über die Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung schon lange klagen. Fenster lassen sich dort nicht mehr benutzen, Teile des Schulhofs dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden, Eltern machen sich Sorgen, ob ihre Kinder dort ungefährdet unterrichtet werden können.

Im Bezirk hatten viele auf eine Sanierung in absehbarer Zukunft gehofft. Doch seit diesem Herbst steht das Gymnasium nicht mehr auf der Liste mit Projekten bei der Investitionsplanung des Landes Berlin bis 2026. Damit war die Hoffnung auf baldige Baumaßnahmen dahin – und die Frustration groß. Noch am Freitag gab es einen Demonstrationszug aus Protest gegen Platzmangel und fehlende Sanierungsperspektive, der schließlich vor dem Roten Rathaus endete.

«Eins ist klar: Wenn da komplett saniert wird, kann da kein Unterricht stattfinden», sagte Giffey. Deswegen brauchen wir eine Ausweichmöglichkeit.» Nötig sei aber auch eine klare Ansage zu den notwendigen Investitionen. «Die Schule wird mit mindestens 40 Millionen Euro ab 2024 saniert werden.» Für das Schuljahr 2027/28 ist dann geplant, das Gymnasium am ursprünglichen Standort wieder zu nutzen.

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Schon im nächsten Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler nach Angaben der Regierenden Bürgermeisterin an einen Ausweichstandort kommen. «Das wird in zwei Stufen passieren», erklärte Giffey. Zunächst ziehe die Oberstufe ab Januar 2023 an einen Ausweichstandort in die Landsberger Allee um. «Wir werden dafür die Finanzierung sicherstellen.»

Im zweiten Schritt soll es dann einen Ausweichstandort für die gesamte Schule und alle 800 Schüler geben. Sie sollen «aller Voraussicht nach» nach Wilhelmsruh gehen, kündigte Giffey an. Gedacht sei an den Standort eines ehemaligen Umspannwerkes, der in sehr gutem Zustand sei. Der Senat werde seine Zustimmung dazu geben, versicherte Giffey, allerdings müsse es auch eine vom Abgeordnetenhaus geben. «Wir werden dafür sorgen, dass eine Anmietungsvorlage ins Parlament kommt.»

Pankows Schulstadträtin von der Linkspartei, Dominique Krössin, hatte sich schon vor dem Krisentreffen für einen Ausweichstandort in einem Bürogebäude in der Landsberger Allee stark gemacht, wie die Tageszeitung «taz» berichtete. Über den Sanierungsbedarf bestand von der Schulleitung bis zu den Elternvertretern ohnehin Einigkeit. News4teachers / mit Material der dpa

Kassensturz: 45,6 Milliarden Euro fehlen, um die Schulen in Deutschland in Schuss zu bringen (und das Loch wird absehbar größer)

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5 Kommentare
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Riesenzwerg
2 Monate zuvor

Abreißen und neu bauen – ist bestimmt billiger.

Kritischer Dad*NRW
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

40 Mio. nur Sanierung (oder eher wie BER)
„Für die Sanierung des Gymnasiums im Europasportpark sind 23,75 Millionen Euro … kalkuliert“
konnte man kürzlich noch am 01.08.2022 lesen.

Mal eben neu bauen hat man bei uns 2020 auch noch gedacht.
Abriß des Objektes aus 1972 und dann Neubau kalkuliert um 100 Mio.. Anfang 2021 bereits 125 Mio.. Nun erst einmal um zwei Jahre nach hinten verschoben. Aktuell mit Beginn vielleicht 2024/25 und die Kosten liegen bereits bei über 180 Mio. und dazu im Schulbetrieb unbehobene gravierende Gebäudeschäden (Dach, Fenster, Technik) und bekannte Brandschutzmängel (Fluchttüren zu allen ca. 12 Treppenhausanlagen öffnen entgegen der Fluchtrichtungen) was durch die Aufsichtsbehörden wegen „Bestandsschutz“ unkritisch gesehen wird da wie bekannt der Neubau kommen wird …

Realist
2 Monate zuvor

Vielleicht die Idee der Zukunft:

Man lost pro Bundesland in jedem Schuljahr eine Schule aus, die nach allen Künsten auf den notwendigen Stand gebracht wird: Gebäude, Personal, Ausstattung. Dort buttert man dann alles Geld rein, was man hat. Die Schule wird dann „Leuchtturmschule“ und man lässt sich als Kultusministerin feiern. „Schulpreis“ inklusive.

Die anderen x-tausend Schulen haben davon zwar nichts, können aber auf das nächste Jahr hoffen. Wie beim Lotto.

Ron
2 Monate zuvor

Ich habe bei den Sanierungskosten der Schule jetzt eine wertvolle Jugendstilfassade, umfangreichen Stuck und gotische Fensterfronten erwartet. Stattdessen soll das Geld in eine abgerockte 70er-Jahre -Betonfassade mit Plastikfensterfront fließen. Das ist absurd. Ich schätze einen Neubau für 900 Schüler aktuell auf 20 Mio Euro. Wo sollen da die 40 Millionen für das Gymnasium am Europasportpark investiert werden? In die Asbestsanierung? Bitte einfach mal selber Bilder googeln.

Pro Schüler würden bei dieser Baumaßnahme ca 44.000 Euro investiert. Würde man nicht nur für 900 Gymnasiasten, sondern für alle 360.000 Schüler Berlins so bauen – und viele Schulen dort hätten es nötig – dann müsste man 15 Milliarden in die Hand nehmen. Das bei einem Gesamthaushalt Berlins von 75 Milliarden, von dem die Berliner selbst nur einen Teil selber erwirtschaften. Arm aber sexy war gestern.

Vierblättriges Kleeblatt
2 Monate zuvor

Ach ja? Was die Kollegen als Ausgleich bekommen, die nicht verbeamtet werden, steht immer noch in den Sternen. Es zieht sich hin von Monat zu Monat und nach all den Versprechungen bleibt nun wohl das lächerliche „sächsische Modell“ übrig.

Aber sehr bald wird ja wieder gewählt in Berlin und die SPD steht derzeit nicht besonders gut da…….