Lehrermangel – Gros der Schulleitungen meint, dass angemessene Förderung von Schülern nicht mehr möglich ist

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STUTTGART. Den Schulen mangelt es an Lehrkräften. Einer bundesweiten Umfrage unter Schulleitungen zufolge stellt fehlendes Personal die größte Herausforderung für die Schulen dar. Schülern kann oft nicht die benötigte Unterstützung beim Lernen geboten werden. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Es gelingt nach Ansicht der Schulleitung immer schlechter, einzelne Kinder im Unterricht zu fördern – Lehrkräfte fehlen. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Das größte Problem an Deutschlands Schulen ist aus Sicht der Schulleiter der Mangel an pädagogischem Personal. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, die am Mittwoch in Stuttgart veröffentlicht wurde. Besonders angespannt ist die Situation demnach an Schulen in sozialen Brennpunkten. Auch deutliche Lernrückstände bei Schülerinnen und Schülern werden angezeigt. Die Bildungsgewerkschaft GEW rief angesichts der Ergebnisse der Umfrage die «Alarmstufe dunkelrot» aus und forderte schnelle und nachhaltige Hilfen für die Schulen.

Laut Deutschem Schulbarometer, für das erstmals seit 2019 ausschließlich Schulleitungen statt Lehrkräfte befragt wurden, halten zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten den Personalmangel für die größte Herausforderung an ihrer Schule. Mit 80 Prozent wird er demnach besonders häufig an Schulen in sozial schwieriger Lage genannt.

«Für den Lehrkräftemangel gibt es keine schnelle und vor allem keine einfache Lösung», sagte Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung. Weniger bürokratischer Aufwand könne die aktuelle Personalnot an den Schulen aber zumindest lindern, erklärte sie. So könne beispielsweise die Anstellung von Unterstützungsfachkräften in der Verwaltung, von pädagogischen Assistenzkräften oder ausländischen Lehrkräften für Erleichterung sorgen.

«Der eklatante Lehr- und Fachkräftemangel ist die Achillesferse des Schulsystems. Er gefährdet mittlerweile die Bildungsanstrengungen in Deutschland insgesamt»

Alarm schlagen auch die Bildungsgewerkschaft GEW und der Verband Bildung und Erziehung (VBE). «Der eklatante Lehr- und Fachkräftemangel ist die Achillesferse des Schulsystems. Er bremst nicht nur nahezu jedes schulpolitische Reformvorhaben aus, sondern gefährdet mittlerweile die Bildungsanstrengungen in Deutschland insgesamt», sagte GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze. «Schulleitungen und Kollegien brauchen endlich wieder Rahmenbedingungen, um ihre Arbeit professionell tun zu können», forderte sie. Es gelte, dem Teufelskreis aus Überlastung durch Lehrkräftemangel und Lehrkräftemangel durch Überlastung zu entkommen. Das werde jedoch nur gelingen, wenn die Politik bereit sei, insgesamt mehr Ressourcen ins System zu stecken.

Kurzfristig könnten etwa die schnellere Anerkennung ausländischer Lehramtsabschlüsse sowie die Qualifikation von Quer- und Seiteneinsteigern Entlastung bringen. Darüber hinaus müssten die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Länder umgehend eine Strategie entwickeln, kontinuierlich eine ausreichende Zahl Lehrkräfte auszubilden und einzustellen.

«Lehrkräftemangel ist für uns in der Schule nicht nur eine Zahl, es ist eine reale Bedrohung für die pädagogische Qualität unseres Angebots», teilte der VBE-Bundesvorsitzende Gerhard Brand mit. «Vor allem, wenn noch lauter darüber nachgedacht wird, das Lehramtsstudium zu verkürzen und die Lehrbefähigung schon mit dem Bachelor erreicht wird.» Das sei ein Irrweg, warnte er mit Blick auf eine entsprechende Initiative des Landes Brandenburg (News4teachers berichtete).

Lernspiele im shop.4teachers.de

Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ria Schröder, forderte angesichts der Umfrageergebnisse ein Bürokratieentlastungsgesetz für Schulen. «Die Kultusminister sollten prüfen, an welchen Stellen unnötige Vorgaben wegfallen können. Schulen und Schulleitungen brauchen mehr Freiheit und weniger Bürokratie», erklärte sie.

Laut Umfrage haben durchschnittlich ein Drittel der Schüler aktuell deutliche Lernrückstände – an Brennpunktschulen doppelt so viele

Das Schulbarometer zeigt zudem, dass mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Schulleitungen meinen, einigen Schülerinnen und Schülern nicht die benötigte adäquate Unterstützung beim Lernen bieten zu können. Laut der Umfrage haben durchschnittlich 35 Prozent der Schüler aktuell deutliche Lernrückstände, an Schulen in sozial schwieriger Lage sind es mit geschätzten 65 Prozent fast doppelt so viele.

Weit abgeschlagen hinter dem Personalmangel gaben die befragten Schulleitungen die schleppend vorankommende Digitalisierung sowie eine schlechte technische Ausstattung (22 Prozent) als Probleme an, gefolgt von zu viel Bürokratie (21 Prozent) und der hohen eigenen Arbeitsbelastung (20 Prozent). Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen beschäftigen der Umfrage zufolge nur noch jede zehnte Schule.

Weitere Ergebnisse:

  • Eine positive Wirksamkeit der CoronaAufholprogramme sieht nur ein Drittel aller Schulleitungen (32 Prozent). An Gymnasien fällt das Urteil am positivsten aus (42 Prozent). Insbesondere Schulen in sozial schwieriger Lage und solche mit dem höchsten Anteil an Schülern mit Lernrückständen wurden von den Förderprogrammen nicht erreicht (nur 23 Prozent und 25 Prozent sehen eine positive Wirksamkeit).
  • Im Durchschnittlich gibt es an 69 Prozent der Schulen Angebote der Schulsozialarbeit. 35 Prozent der Schulen bestätigen, Unterstützung durch Schulpsychologen zu erhalten. Jedoch sagt die Hälfte der Schulleitungen, die ein jeweiliges Angebot an ihrer Schule haben, dass dennoch der Bedarf nicht ausreichend gedeckt wird.
  • 48 Prozent der Schulleitungen meinen, dass die traditionelle Prüfungskultur und Benotungspraxis eine starke psychische Belastung für die Schülerinnen und Schüler ist. In Ostdeutschland (36 Prozent) und in Berufsschulen (34 Prozent) ist die Zustimmung niedriger.
  • 57 Prozent der Schulleitungen sehen Bedarf an Fortbildungen zum Umgang mit psychosozial belasteten Kindern. Fast die Hälfte (45 Prozent) wünscht sich zu diesem Thema eine Supervision bzw. ein Coaching. Fortbildungen zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung erachten 39 Prozent aller Schulleitungen als notwendig.
  • Mehr als die Hälfte der Schulleitungen (59 Prozent) geht nicht davon aus, dass eine ausreichende Förderung in Deutsch für Neuzugewanderte an ihrer Schule gewährleistet werden kann. Insbesondere an Grundschulen ist die Lage dramatisch: Drei Viertel der Grundschulen (71 Prozent) können keine ausreichende Förderung zusichern. Zudem wird erkennbar: Ukrainische und insbesondere neu zugewanderte Schülerinnen und Schülern aus anderen Ländern als der Ukraine werden häufiger in Schulen in sozial schwieriger Lage beschult.

Trotz der zwei Milliarden Euro schweren Unterstützung aus dem Bund-Länder-Paket «Aufholen nach Corona» benötige die große Mehrheit der Schulleitungen (70 Prozent) dringend weitere Fördermittel, erläuterte Wolf. Das Ziel, insbesondere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu unterstützen, sei weit verfehlt worden, weil alle Schulen über einen begrenzten Zeitraum Fördermittel nach dem sogenannten Gießkannenprinzip erhalten hätten. Es brauche hingegen eine langfristige und passgenaue Unterstützung der Schulen, forderte Wolf.

Auch die Zuwanderung von Schülerinnen und Schülern stellt die Schulen vor große Herausforderungen. Im Schnitt sieben Kinder und Jugendliche aus der Ukraine haben sie seit März 2022 nach Schätzungen der befragten Schulleitungen aufgenommen. Durchschnittlich fünf waren es demnach aus anderen Ländern. Rund die Hälfte der Schulen sieht laut Schulbarometer aktuell keine Kapazitäten mehr für die Aufnahme weiterer Schülerinnen und Schüler. Mit 45 Prozent gaben insbesondere Schulen an sozial benachteiligten Standorten an, bereits über ihrer Kapazitätsgrenze zu arbeiten. Laut Schulbarometer haben sie überdurchschnittlich häufig neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler aufgenommen. News4teachers / mit Material der dpa

Hier lässt sich das vollständige Schulbarometer herunterladen.

KMK-Präsidentin sagt noch zehn Jahre Lehrermangel voraus („mindestens“) – GEW: Studium verbessern!

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Ron
10 Tage zuvor

„Gros der Schulleitungen meint, dass angemessene Förderung von Schülern nicht mehr möglich ist“

Ich würde sogar noch konkretisieren: Derzeit ist ganz normaler Unterricht in vielen Fällen nur noch eingeschränkt möglich, weil zu wenig Lehrkräfte mit zu vielen Schülern, Zusatzaufgaben und Problemen überlastet werden. Dazu noch die Krankheitswellen, die aufzuarbeitenden Corona-Bildungslücken, die vielen Flüchtlingskinder und der Inklusionsdruck. Von Ganztag und mangelnder Ausstattung ganz zu schweigen.

Georg
10 Tage zuvor

Die Lernrückstände sind zu einem nennenswerten Teil selbstverschuldet. Wer als Schüler partout nicht will, muss mit den Konsequenzen leben. Wenn die Politik das nicht will, dann soll sie das Schulgesetz entsprechend anpassen.

KARIN
9 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Wer als Kind in der Grundschule nicht entsprechend bei Bedarf gefördert wird, wird diesen Rückstand nicht mehr aufholen können! Wer das Lesen von Buchstaben nicht lernt, wird evtl.sogar als Analphabet durch Leben gehen, was sich natürlich auch in allen anderen Fächern negativ auswirken wird!
Bei diesen Kindern kann nicht von “ nicht wollen“ gesprochen werden!
Sie fallen durchs Netz, da zu viele Kinder mit zu wenig Personal gleichzeitig unterrichtet werden muss aber nicht jedes Kind mitgenommen werden kann

Georg
8 Tage zuvor
Antwortet  KARIN

Eben drum. Dafür sind dann auch die Eltern (mit-) verantwortlich. Weder Sie noch ich noch sonstwer kann sich während der Unterrichtszeit dauerhaft neben das Kind setzen und notfalls zum arbeiten zwingen.

(ja, ich schreibe überwiegend über Kinder, die selbst gewollt oder dazu erzogen keine Lust auf Schule haben. Damit decke ich einen großen Teil der Minderleister in mehr als einem Fach ab.)

KARIN
8 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Wenn die Eltern aber selber kein Deutsch oder sehr wenig Deutsch können?
Oft lernen die Eltern von ihren Kindern dann noch Deutsch!
Bei diesem hohen Migrationsanteil an Kitas , Grundschulen und weiterführenden Schulen kann man beim besten Willen nicht alle mitnehmen lieber Georg!
Oft sind es langsamere Kinder, manchmal mit Hör -, Lese- oder Sehproblemen, welche noch nicht festgestellt oder durch Förderunterricht behoben wurde oder es sind wirklich fehlende Deutschkenntnisse!
Im Grundschulalter gibt es sehr selten Kinder welche nicht wollen.
Bei weiterführenden Schulen entsteht das von ihnen geschilderte Problem bei Schülern*innen, welche schon oft mit einem Defizit in dieser Schule ankommen und dort dann, um dieses zu vertuschen den Pausenclown geben oder keinen Bock auf Lernen haben!

potschemutschka
7 Tage zuvor
Antwortet  KARIN

Hör- und/oder Sehprobleme sollten eigentlich bei der Einschulungsuntersuchung festgestellt werden. Eigentlich… – aber diese Untersuchungen sind oft auch nicht mehr das, was sie mal waren und manchmal ignorieren Eltern auch die Empfehlungen („mein Kind möchte keine Brille“…)
Sollten diese Probleme später auftreten, wäre es gut, wenn wie zu DDR-Zeiten, alle paar Jahre mal ein Schularzt in die Schulen käme für entsprechende Tests (z. B. auch Farbsehtest). Das gab es zu meiner Schulzeit tatsächlich. Meine Beobachtung der letzten Jahre legten den Verdacht nahe, dass einige Lern- /Leseprobleme der Kinder auf Fehlsichtigkeit zurückzuführen sind.( Meine Beobachtungen, aber ich bin kein Arzt, nur Sonderschullehrer.)

Marc
4 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wegen Überlastung der Gesundheitsämter wurden in unserer Gegend zwei Jahre lang keine Schulfähigkeit überprüft.

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Offensichtlich unterrichten Sie nur ältere S*S bzw. Erwachsene, sonst würden Sie so etwas nicht schreiben.
Es gibt sehr viele Gründe dafür, dass junge Menschen „nicht wollen“. Meinen Sie ein achtjähriges Kind, das nichts tut, macht das ganz bewusst und ist sich der Konsequenzen bewusst? Auch viele Jugendliche haben große „Baustellen“, die sie so sehr beschäftigen, dass sie nicht tun, was vielleicht besser für sie wäre.

Nick
9 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Georg unterrichtet offensichtlich gar nicht. Man findet ihn hier eigentlich mehrmals täglich. Ein aktiver Lehrer im gefühlten 24h-Arbeitstag dürfte für eine derartige Menge an Wortmeldungen gar keine Zeit haben.

Riesenzwerg
8 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das ist alles richtig – haben wir auch – leider – sehr viele von.

Dennoch: Wir benoten und bewerten das Lernen und Wissen.

An dieser Stelle ist doch was verkehrt – und das liegt nicht an uns.

Es gibt viel zu wenig Therapieplätze, viele Eltern wollen keine Therapie für ihre Kinder, …… und WIR können und dürfen es nicht.

Es geht nicht um „wer hat Schuld“, es geht um „wie soll das bitte gelöst werden?“

Immer mehr Schülys brauchen Schulbegleitungen, weil sie es alleine nicht durch den Schulalltag schaffen.

Die Ursachen müssen behoben werden – alles andere ist Flickwerk.

Riesenzwerg
8 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Ich verstehe – mal wieder – die vielen Downvoties nicht.

NIEMAND darf Schülys zum Lernen zwingen – ja.

NIEMAND sollte Lehrys dafür verantwortlich machen.

Sie lernen oder nicht. Punkt!

Und kommt jetzt nicht mit „Motivation“! Auch über die Digi-Schiene sind sie nicht zu erreichen (wenn Lernen im Vordergrund steht) – der Schulleistungsrettung schlechthin, wenn man bestimmten Foristen etc. Glauben schenken möchte…

Kynnefjäll
5 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Sie haben recht, aber warum lernen Sie eigentlich nicht, dass Schülys und Lehrys sich total bekloppt anhört, was tun Sie nur unserer Sprache an?

Dil Uhlenspiegel
9 Tage zuvor

Generell wird es auch schwierig, sobald man die Üblichen nicht mehr als Schuldige hernehmen darf, weil man neue finden will … sehr verzwickte Lage.

vhh
9 Tage zuvor

Bitte neue Lehrpläne schreiben – sagt die Schulleitung
Bitte den Unterricht widerspruchsfest noch genauer als bisher dokumentieren – sagt die Schulleitung
Da war doch noch eine konferenzfreie Woche, endlich auch belegt – sagt die Schulleitung
Das könnte man noch etwas fortführen, wie überraschend, dass zu viel Bürokratie die Befragten nicht so extrem stört. Glaubt Forsa bzw Bosch-Stiftung wirklich, dass es ausreichend ist, nur Schulleitungen zu befragen?

OMG
9 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Ich gehe Mal davon aus, dass jeder , der in Personalverantwortung steht, auch Verantwortung für sein Personal übernimmt. Ich erfasse sehr wohl neben dem Unterricht, was meine Lehrkräfte leisten. Und deswegen gibt es einen Jahresplan mit festen Konferenzen im am Ende des Schuljahres für das kommende. Zwei Kurzkonferenzen aus wichtigem Grund dürfen max. dazukommen im Schuljahr.

vhh
9 Tage zuvor
Antwortet  OMG

So kann und sollte es sein, gut wenn es so tatsächlich auch geht! Wie wäre es mit Online-Fortbildungen für Schulleitungsmitglieder….
Wir sind bei 6 Konferenzen/DB in den zwei Wochen zwischen Ferien- und Halbjahresende, daneben Zeugnisse und Nachschreibklausuren sowie ein Wandertag -> wie man sieht, leider wirklich ein reales Problem.

Bla
9 Tage zuvor
Antwortet  OMG

Ich gehe davon aus, dass jede Lehrkraft unterrichtet. Praxis hab ich als Schüler teilweise anders erlebt.
Von etwas ausgehen darf man.
Verantwortung für sein Personal übernimmt nicht jede/-r. Zumindest steht nicht jeder hinter den „Untergebenen“.
Und wie erfassen Sie das? Was tun Sie bei verbeamteten, welche die Leistungserwartung nicht erfüllen?

Was sind denn „wichtige“ Konferenzen … Der Begriff „wichtig“ ist seeehr dehnbar. Sowohl für politisch „wichtige Themen“, als auch für Personen individuell.
Ich sag mal … So lange Konferenzen zeitlich gut machbar sind und einen echten(!!) Mehrwert haben, werden die Wenigsten wahrscheinlich etwas dagegen haben.

Karen Blümchen
9 Tage zuvor
Antwortet  OMG

Können Sie bitte meine Schulleitung werden?

KARIN
9 Tage zuvor
Antwortet  OMG

Und Konferenzen weil Schüler einer Klasse nicht gut tun und Fachkonferenzen ( da drei Fächer auch drei Konferenzen pro HJ!), und Konferenzen zur Planung vom Tag der offenen Tür oder anderen Auftritten der Schule und Konferenzen zum HJ Zeugnis ( da in bis zu 4 Schularten und dort teilweise in mehreren Schulstufen sind das pro HJ mindestens 3 lange Nachmittage) und, und,und …
Also, je nach Schulart ( Berufsschulzentrum) sehr, sehr viel zusätzliche Konferenzen!

CoronaLehren
9 Tage zuvor
Antwortet  OMG

Da gibt es mindestens ein Gegenbeispiel, unsere SL.

Danke dafür, dass Sie aus Personalführung Personalverantwortung und daraus Verantwortungs für Ihr Personal ableiten. Sie machen das richtig.

Personalverantwortung ist ein Privileg und keine Dienstpflicht.

Riesenzwerg
8 Tage zuvor
Antwortet  OMG

Es gibt leider auch die Schulleitungen, die sich und den Eltern die Schule „schön reden“, damit die Anmeldungen erfolgen.

Zum Glück hält sich bei uns der Konferenzen-„Wahnsinn“ sehr in Grenzen.

Dafür gibt es Arbeitskreise…… „freiwillig“ von „engagierten“ Kollegys – wer nicht dabei ist, …., ist halt nicht engagiert.

Honigkuchenpferd
9 Tage zuvor

Ist auch nicht möglich, Förderstunden fallen eben oft für nötige Vertretungen aus, selbst wenn das bei bestimmten Kindern eigentlich gar nicht erlaubt ist.

Verwunderter
9 Tage zuvor

Lehrermangel? Kann in Baden-Württemberg eigentlich nicht sein. Wenn es Lehrermangel gäbe, wäre das Kultusministerium doch nicht so dumm, Lehrer ohne jeglichen Gesundheitsschutz vor Klassen zu stellen. Bei etwa 10 Prozent Long Covid-Fällen unter den Infizierten (Welche Lehrer*innen hatten es noch nicht?) werden die Kultusministerien doch vorgesorgt haben und eine entsprechende Anzahl an Krankenvertretungen in der Hinterhand haben? Gehört es doch bei den Lehrern laut älterer Aussagen zum „Berufsrisiko“. Diese Reserve könnte man doch jetzt endlich einsetzen…

Und sollten sie wider erwarten nicht genügend Lehrkräfte haben, so wäre es doch eigentlich logisch, dass man die Bildungsplanthemen, also die Unterrichtsstunden reduzieren muss, damit die Versorgung gesichert ist. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu den beschriebenen Überlastungen. Es wäre also alles machbar, würde man jemanden mit klarem Menschenverstand die Problematik bearbeiten lassen!

Beispiel Grundschule: Lehrer fehlen (hier soll der Bedarf ja am größten sein), also Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche: Lesen, Schreiben, Rechnen. Auch wenn jetzt Musik-, SU- und Kunstlehrer klar dagegen sprechen, man kann die Inhalte dieser Fächer reduziert auch in Deutsch und Mathematik einbauen. Dass dies natürlich nicht ideal ist, müsste jedem klar sein, doch wo Mangel herrscht muss man Prioritäten setzen.

Die Aufholprogramme nach Corona sind in der Tat nur sehr begrenzt wirksam. Zu wenige Stunden, weshalb Kontingente an den Schulen meiner Kinder bereits ausgeschöpft sind, teils relativ große Gruppen und fachlich -zumindest teilweise- fragliches Personal (ein „Lehrer“ bei diesen Nachhilfestunden konnte kaum deutsch sprechen). Wie soll es dann für Neuankömmlinge ohne Deutschkenntnisse anders sein? Wie im Text oben beschrieben scheint dieses Thema die Schulleitungen auch nicht mehr groß zu interessieren.

Die geforderten und angekündigten Hilfen sind für die Lehrkräfte zweischneidig. Seiteneinsteiger benötigen Betreuung durch Lehrkräfte, was zu Mehrarbeit der Lehrkräfte führt. Ebenso müssen Hilfskräfte von den Lehrern angeleitet werden, was zusätzlich Zeit kostet. Wie werden diese Lehrkräfte entlastet?

Um bürokratische Hindernisse zu konkretisieren. Lasst die verbindlichen Testungen der Schüler weg. Was bringt es -unabhängig von der Lehrerbeobachtung- noch Testungen einzufordern, wenn keine Förderstunden vorhanden sind?

Dreamghost
9 Tage zuvor
Antwortet  Verwunderter

Kleiner Logikfehler in Ihrer Argumentation: Wenn es keine Deutschlehrer gibt führt die Reduktion von Musikstunden nicht zu mehr Deutschunterricht.
Ansonsten bin ich bei Ihnen

Last edited 9 Tage zuvor by Dreamghost
Hirschlgruber
5 Tage zuvor
Antwortet  Dreamghost

In den Grundschulen müssen die Lehrer (fast) alle Fächer unterrichten. Es wäre also nicht abwegig, zumindest dort die Fachlehrer anders einzusetzen.
Zudem sind -wenn ich richtig informiert bin- dort Mathematik und/oder Deutsch Pflichtfächer bei der Ausbildung in den letzten Jahrzehnten (Bundesland BW). Somit könnte dies dort tatsächlich funktionieren.
Da ich selbst früher zeitweise in der HS unterrichtete, kann ich auch „aus Erfahrung“ sagen, dass der Lerninhalt dort nur wenig mehr als an der Grundschule ist. Sachunterrichtsthemen aus Klasse 3/4 habe ich in der HS mit vereinfachten Arbeitsblättern auch in Klassenstufe 8 bearbeitet (Das ist kein Schreibfehler, ich musste für die HS die Arbeitsblätter von den Texten her einfacher gestalten).
Da vom Hörensagen an den Realschulen das Niveau ebenfalls gefallen ist, dürfte es für einen Lehrer mit Abitur kein Problem sein, sich diesen Mathe- und Deutschthemen zu stellen.
Betrachtet man in BW die Gymnasien, so ist das die Schulart, die wohl noch am meisten Lehrer hat. Sonst würde es dort nicht das Programm geben, bei dem Gymnasiallehrer an Grundschulen unterrichten dürfen. Ob das Sinn macht ist eine andere Frage, doch dürfte deshalb der Mangel dort noch am geringsten sein.

Also könnte diese Variante doch eigentlich funktionieren?!

Lessi
6 Tage zuvor
Antwortet  Verwunderter

,,Seiteneinsteiger benötigen Betreuung durch Lehrkräfte, was zu Mehrarbeit der Lehrkräfte führt. Ebenso müssen Hilfskräfte von den Lehrern angeleitet werden, was zusätzlich Zeit kostet. Wie werden diese Lehrkräfte entlastet?“
Ich betreue seit 2 Jahren mehrere Seiten- bzw. Quereinsteiger und Refendare. Auch wenn ich es als notwendig ansehe und gern mache… Eine Entlastung erhalte ich nicht.

CoronaLehren
9 Tage zuvor

Fazit der Diskussionen bei uns im Lehrerzimmer ist, dass wir für die wirklich guten Schüler nur noch sehr wenig tun können, weil ein größer werdender Teil der Schüler immer mehr Ressourcen unnötig bindet. 20 % der Schüler kosten 80 % der Energie.

Für die guten Schüler wird zuwenig getan.

Nick
9 Tage zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Vielleicht liegt genau hier der Fehler!

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Nick

20% wirklich gute und 20% schlechte SuS, bleiben 60% ganz normale SuS.

Mein Problem ist es ja aufgrund der 20%, die 80% der Ressourcen binden, ausreichend für die 60% dazu sein. Wobei zu den 20% ja nicht einmal die schwachen SuS mit Förderbedarf gehören. Die genannten 20% sind die verhaltensoriginellen SuS.

Bei einer Klasse von 25 SuS sind 60% allein 15 SuS, denen die Möglichkeit genommen wird, sich von ihrem Notenschnitt zwischen 3 und 4 mit entsprechender Unterstützung zu verbessern.

Georg
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Richtig. Die Politik denkt leider von den unteren 20-30% aus, jedoch mit Maßnahmen, die für die oberen 20-30% wirksam wären.

Lakon
4 Tage zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Wenn wir für die guten Schüler nichts tun können, woher kriegen wir dann in 15 Jahren gute Lehrer? und gute Ärzte? und …

Tia
9 Tage zuvor

Das sieht alles ganz übel aus…

Dil Uhlenspiegel
8 Tage zuvor

Jetzt wäre natürlich erst von echten Fachleuten zu klären, ob Schulleitungen überhaupt Dinge aus der Bildung beurteilen können … sind ja nur Lehrer.
Darauf ein dreifaches Insti-Tuten mit Titeln und Konfetti, yeah!

GriasDi
8 Tage zuvor

Was heißt angemessen? Angemessene Förderung war noch nie möglich, wenn mehr als 15 Kinder in einer Klasse sind. Und wo wäre das nicht der Fall.

potschemutschka
8 Tage zuvor

@redaktion
In der „Berliner Zeitung“ steht heute ein interessanter Artikel über eine Lehramtsstudentin „Leerer werden“ ( „leerer“ist kein Tippfehler von mir 🙂
Vielleicht könnt Ihr den Artikel hier veröffentlichen?

potschemutschka
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Schade! Auf Papierzeitung verlinken geht leider schlecht. Ich bin in der Beziehung überzeugt analog. Ich mag das Haptische einer Tageszeitung. Ich weiß, Leute, die noch Tageszeizungen abonieren, sterben langsam aus. Trotzdem bleibe ich dabei.

Mein_Senf
4 Tage zuvor

Das Förderkurse als erste wegfallen, ist keine neue Information. Wir haben seit Jahren aufgrund fehlender KollegInnen 1 einzigen Förderkurs pro Klasse. Das nächste, das wegfallen wird, sind die musischen Fächer und Sport….

milda12345
3 Tage zuvor

Ich hoffe, ich darf hier als Nichtlehrer*in auch etwas zur Diskussionsrunde beitragen.
Ich bin in einer Lehrerfamilie, zwar im Osten aber deshalb nicht weniger Pädagogen, aufgewachsen. Mein Vati wurde nach dem Krieg Neulehrer. Vll ist der Begriff auch Manchen hier nicht bekannt. Also, er war seinen Schülern nur im Stoff einige Tage voraus. Und auch dort gab es Problemschüler: Flüchtlingskinder, die lange nicht in der Schule waren, Waisenkinder, wo Väter tot oder verschollen waren und und und. Es funktionierte, und es war der Lieblingsberuf, genau wie bei meiner Mutti, die mit 18 in eine vierzügige Dorfschule kam und mit dem gleichen Problemen zu kämpfen hatte, nur das Schüler älter, größer und kräftiger waren. Sie wollte nie etwas anderes machen.
Mir fällt hier auf, dass alle schimpfen, ob Kiga, wo ich arbeite, GS, HS, FS und Gymnasien. Eigentlich müssten alle an einen Tisch und sich nicht hier gegenseitig die Schuld zuschieben. Ja, und die liebe Politik versteht nur Bahnhof, weil alles nur Theoretiker oder in der richtigen Partei.