Warum ChatGPT zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen kann – und womöglich bald auch Lehrkräfte entlastet

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MÜNCHEN. Seit ChatGPT öffentlich ist, ist die Verunsicherung in Schulen und Hochschulen groß. Mehr als 20 Wissenschaftler:innen der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) aus Bildungs-, Sozial-, Computer- und Datenwissenschaften zeigen nun in einem Positionspapier, dass die sogenannten Sprachmodelle auch viele Chancen für die Bildung bieten. Die Koordinatorin Prof. Enkelejda Kasneci erklärt im Interview, wie Lernende profitieren und Lehrkräfte entlastet werden könnten.

„Künstliche Intelligenz könnte in Zukunft auch bei der Korrektur von Schularbeiten unterstützen“: Prof. Dr. Enkelejda Kasneci. Foto: Astrid Eckert, TU München

Der Schulbezirk New York hat den Einsatz von ChatGPT bereits verboten. Ist das der richtige Weg?

Kasneci: Wir halten das für den falschen und auch einen zu bequemen Weg. Die Entwicklung von Sprachmodellen wie ChatGPT ist ein technologischer Meilenstein, ein Zurück wird es nicht geben. Die Tools sind in der Welt, sie werden besser werden und wir müssen lernen, sie konstruktiv zu nutzen. Wir sind überzeugt, dass sie sehr große Chancen für ein Empowerment von Menschen bieten, die bislang benachteiligt waren. ChatGPT und ähnliche Programme können zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen.

Wer könnte von ChatGPT-Anwendungen profitieren?

Kasneci: Zum einen handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem in Zukunft alle weltweit lernen können, die einen Internetzugang haben – also unabhängig davon, wie gut das Bildungssystem im jeweiligen Land ist. Zum anderen kann es Menschen helfen, sich in Texten besser auszudrücken, die damit sonst Schwierigkeiten haben, beispielsweise aufgrund einer Behinderung. Das kann ihnen neue Möglichkeiten geben, gesellschaftlich zu partizipieren.

Und im Schulalltag?

Kasneci: Hier sehen wir ein großes Potenzial, mit dem personalisierten Einsatz solcher Tools die individuellen Schwächen jedes einzelnen Kindes zu entschärfen, die Stärken hervorzuheben und zu einem konstruktiven Lernerfolg beizutragen. Wir reden ja über ein KI-basiertes Werkzeug, das unterschiedliche Formen von Texten erkennen und schreiben kann. Schüler:innen könnten Vorschläge für sprachliche Verbesserungen und Alternativen für verschiedene Textgestaltungen gezeigt bekommen. Das kann ihnen helfen, ihre Ausdrucksfähigkeit zu verbessern.

Mein Lehrstuhl-Team hat gerade ein Tool entwickelt, das auf Basis von großen Sprachmodellen einen Aufsatz analysieren und Feedback geben kann, etwa „Es wäre besser, eine einheitliche Zeitform zu verwenden“ oder „Du könntest noch mehr auf den Konjunktiv achten.“ Diese Rückmeldungen können an das Alter und das Kompetenzniveau der einzelnen Kinder angepasst werden.

Es herrscht derzeit eher die Sorge, das Lernen von Sprache könnte verkümmern…

Kasneci: Das sehen wir anders. Im Gegenteil, solche Anwendungen können das Sprachverständnis fördern. Aber auch in anderen Fächern können sie hilfreich sein. Sie können beispielsweise Fragen zu einem bestimmten Thema kreieren. Jugendliche könnten sie also zu Hause als Lernbuddy für eine Prüfung nutzen, der auf diejenigen Punkte besonders eingeht, die sie noch nicht so gut beherrschen. Diesen Grad an Individualisierung können die Schulen im Alltag bislang kaum leisten.

Könnte die KI also auch eine Entlastung für die Lehrer:innen sein?

Kasneci: Davon gehen wir aus. Künstliche Intelligenz könnte in Zukunft auch bei der Korrektur von Schularbeiten unterstützen.

… die sich die Schüler:innen zuvor haben erstellen lassen, um bessere Noten zu bekommen.

Kasneci: Natürlich kann niemand ausschließen, dass eine Text-Hausaufgabe nicht selbstständig angefertigt wird. Aber die Diskussion erinnert mich stark an die Debatten beim Start von Wikipedia. Damals wurde auch befürchtet, dass ein Großteil der Schularbeiten künftig aus dem Internet kopiert wird. Damals wie heute müssen wir von der Grundschule an die Bedeutung vermitteln, sich nicht auf Angaben eines einzelnen Portals zu verlassen, Informationen zu überprüfen und mit Quellen zu untermauern. Wenn ein Textautomatisierungsprogramm die Prüfungsleistung übernehmen kann, sagt das auch einiges über die Qualität der Prüfung aus. Da müssen wir uns schon fragen, welche Lehrmethoden wir anwenden und inwiefern wir Kompetenzen wie kritisches Denken und Problemlösungskompetenz vermitteln.

Wer muss was machen, damit ChatGPT und ähnliche Modelle tatsächlich gewinnbringend im Unterricht zum Einsatz kommen?

Kasneci: Die Forschung muss stabilere Erkenntnisse gewinnen, welche Effekte die Sprachmodelle beim Lernen haben, wie sie in einem bestimmten Lernkontext eingesetzt werden können und ab wann sie einsatzbereit sind. Es sind zudem ganzheitliche Lehrkonzepte und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte notwendig. Alle gemeinsam müssen wir schnell reagieren. Und die Anbieter:innen müssen Fragen rund um Datenschutz, Sicherheit, Voreingenommenheit und Verzerrungen beim maschinellen Lernen, Copyright und Transparenz sehr ernst nehmen.

Bis diese Ziele erreicht sind, wird einige Zeit verstreichen. Wie können Lehrer:innen in der Zwischenzeit mit ChatGPT und Co. umgehen?

Kasneci: Wir raten allen Lehrkräften: Probieren Sie die Tools aus! Entdecken Sie sie gemeinsam mit den Schüler:innen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, wenn Sie gleichzeitig einen kritischen Blick bewahren. News4teachers

Zur Person

Prof. Dr. Enkelejda Kasneci leitet den 2022 gegründeten Lehrstuhl für Human-Centered Technologies for Learning an der TUM School of Social Sciences and Technology der Technischen Universität München (TUM), die die Wechselwirkungen von Technik und Gesellschaft erforscht. Sie baut das neue TUM Center for Educational Technologies auf, das Lehr- und Lernmethoden mit neuen Technologien entwickeln und erproben wird.

Kasneci ist zudem Mitglied des Munich Data Science Institute der TUM, das Forschende aus verschiedenen Disziplinen zu Fragen des Maschinellen Lernens zusammenbringt. Enkelejda Kasneci studierte Informatik und forschte vor ihrer Berufung an die TUM zu Mensch-Maschine-Interaktionen an der Universität Tübingen.

Publikation: Kasneci, Enkelejda, Kathrin Seßler, Stefan Küchemann, Maria Bannert, Daryna Dementieva, Frank Fischer, Urs Gasser, et al. 2023. ChatGPT for Good? On Opportunities and Challenges of Large Language Models for Education. EdArXiv. January 30. doi:10.35542/osf.io/5er8f
https://edarxiv.org/5er8f/

Philologen fragen: Wie lassen sich schriftliche Leistungen noch bewerten, wenn sie womöglich mithilfe von KI entstanden sind?

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Georg
1 Jahr zuvor

Jugendliche könnten sie also zu Hause als Lernbuddy für eine Prüfung nutzen, der auf diejenigen Punkte besonders eingeht, die sie noch nicht so gut beherrschen.“

Die wird es bestimmt drei geben und zwar solche, die auch Eltern fragen können oder die Übung kaum brauchen. Die übergroße Mehrheit, gerade die, die Eigenarbeit dringend nötig hätte, wird das Tool eher zum Anfertigen der Hausaufgaben selbst nutzen und das Ergebnis ungeprüft übernehmen.

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Vielleicht sollten die Forscher*innen erstmal in die Schule gehen und schauen, wie viele SuS sich tatsächlich verbessern möchten. Die meisten möchten bloß, dass Ihnen irgendwer die Hausaufgaben macht oder die Aufsätze schreibt. Referate sind jetzt schon oft nur copy paste! Hat ja keiner Bock auf eine tiefere Beschäftigung mit der Materie. Wie schön, dass sie jetzt noch weniger tun müssen. Wie kommen die auf den Trip, dass pubertierende Jugendliche nur das Beste für ihr Lernen und Wissen möchten? Das ist so supi wie mit den digitalen Endgeräten, die werden natürlich nur für den Unterricht genutzt *hust-hust*. Keine Games, keine Chats oder Videos nebenher offen, keine Fotos… vorbildliche digitale Mitarbeit natürlich *husthust* die Luft ist aber auch trocken hier…

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
Oberstufenschüler
1 Jahr zuvor
Antwortet  laromir

Spätestens in der gymnasialen Oberstufe kann dies aber kein Argument mehr sein: Wer nicht lernen möchte, muss die Verantwortung dafür tragen.

Für alle anderen sind Tools wie ChatGPT praktisch und erleichtern das Arbeiten deutlich, indem Aufgaben abgenommen werden, welche für die didaktischen bzw. fachspezifischen Ziele keinerlei Relevanz haben.

SuS pauschal als unmotiviert darzustellen ist schlicht und einfach respektlos.

laromir
1 Jahr zuvor

Ich sagte während der Pubertät. In der Sek Il erwarte ich da schon etwas reflektierteres Verhalten. Und nein, es sind nicht alle unmotiviert. Aber diese Schüler*innen brauchen in der Regel kein ChatGPT, um gute Ergebnisse abzuliefern. Sie sind in der Regel gut, engagiert und motiviert und schaffen die Anforderungen so oder so. Für den Rest wird es eher düster, denn wer in der Mittelstufe nur kopiert und nix selbst gemacht hat, baut Wissenslücken auf und hat nie geübt, Sachen anzuwenden. Das fällt einem in der Sek II dann auf dem Füße.

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
Carlson
1 Jahr zuvor
Antwortet  laromir

Laromir,

an den Unis und Hochschulen sieht es NICHT besser aus oder ist anders! Ein paar ehrliche Studis und welche die einfach Bock auf Lehre haben und selbst in die Forschung wollen, gibt es natürlich immer, keine Frage!
Aber die Masse der Studis will möglichst gechillt und relaxt einen Abschluss mit guten Noten und dafür wenig Aufwand betreiben!
Ob die da was lernen, ist der Masse scheißegal, Hauptsache die Noten sehen aufm Papier gut aus!

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carlson

Eben. Hauptsache die Note passt, selbst wenn man nichts kapiert hat. Und ja KI kann nützlich sein, aber an dieser Stelle wird sie nicht dazu beitragen, das die Menschen schlauer werden. Die große Masse wird dadurch eher dümmer und unselbstständiger. Nur die wenigen, die sowieso clever sind, werden davon profitieren. Wie gesagt, Erfahrungswerte der letzten Jahre, wenn man Hausarbeiten, Referate und Präsentationen gefordert hat, war so viel kopiert und nichts davon kapiert. Fremdworte verwendet, die falsch ausgesprochen wurden und nicht erklärt werden konnten usw. Spätestens bei der 2. Rückfrage kam man ins Schwimmen, Quellen konnte man nicht nennen (oder es wurde allen ernstes google.de angegeben). Zusammenhänge wurden nicht erkannt, weil vorher alles schon nicht durchdacht, sondern nur kopiert und abgelesen wurde. Aber macht nix! Dann sinkt das Niveau eben immer weiter. Stört bislang ja niemanden, solange nur die Noten noch halbwegs passen. Scheint ja schnuppe zu sein, ob die Kinder echt was verstehen oder nicht. Ich hoffe nur, dass ich zukünftig keine komplizierte OP o.ä. zu erwarten habe und der Chirurg sich vor dem Beginn noch die Operationsanleitung durch Chat GPT o.ä. generieren lässt.

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Das sowieso.

Ich sehe es entspannter – wie lange und wie oft hören wir denn schon von dem großen Übel der Hausaufgaben? Der schlimmen Knechtung mit Texten durch Lehrer, dem „Rassismus“ (sic!) der Mathematik (kein Witz, man suche mal nach „math ist racist“) usw.? Der grausigen Folter durch Rechtschreibung, Lesen und patriarchale Schandtaten?

Diese Bildungsdrohne hier ist seit 01012023 deutlich entspannter…der Schüler hat sich halt „digitale Unterstützung“ gesucht (nicht „abgeschrieben“), toller „Kompetenzerwerb“, yo aldah!

Die ***Entlastungsfunktion für Lehrer*** kann ich nur voll bestätigen. Absoluter Wahnsinn, ich lauer schon auf das Bezahlabo, große Renai-Chance des Sachtextes, der Merkliste, des Textes allgemein bei mir!
Ich hab das nicht abgeschrieben!
Ich habe nur die „Buddy-Funktion“ genutzt! 😀

Last edited 1 Jahr zuvor by 447
Aaleks
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Ich bewundere immer die Chuzpe, mit der Menschen, die so ganz und gar offensichtlich von einer Sache nichts verstehen oder so komplett blauäugig einem selbst erfundenen Ideal hinterher hecheln, sich mit ihren Meinungen an die Öffentlichkeit wagen.
Ich würde mal sagen, 5% nutzen das Tool in der von der Forscherin vorgeschlagenen Weise, 85% nutzen den Home Buddy, um sich alles schön machen zu lassen und 10% kriegen es noch nicht mal hin.
Eigentlich kein einziges Bit im Internet wert, um sich mit so einem Unfug auseinanderzusetzen.
Traurige Wahrheit wird aber sein, dass sich nach der nächsten Wahl irgendeiner, der es wieder mal gaanz toll neu besser machen will, dieses Modells bedient und dann krude und abartige neue Lehrformen über die Welt ausrollen wird.
Und die nächste Bildungsstudie wird uns dann wieder um die Ohren fliegen, weil den Lehrern keine Zeit mehr gelassen wird, mit ihren Schülern tatsächlich zu üben und statt gaaanz toller Kompetenzen zu vermitteln, einfach zu lernen und zu üben.

Last edited 1 Jahr zuvor by Aaleks
GriasDi
1 Jahr zuvor

Das gleiche hat man vom Internet auch gedacht. Heute sieht das anders aus. Es vergrößert die Schere.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

… und das __obwohl__ die Lehrpläne den lernfaulen Schülern weit entgegengekommen sind.

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

Jepp, wie jedes Werkzeug potenziert es nur das, was VORHER schon da ist.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

Das liegt vermutlich nur daran, dass wir es versäumt haben, in der GS Medienkunde zu unterrichten… 😉

Wir Schlimmen.

Carsten60
1 Jahr zuvor

Ich nehme an, es werden sich immer Wissenschaftler finden, die gegen ein Honorar die Errungenschaften der profitorientierten Bildungsindustrie als gerechtigkeitssteigernd preisen. Tatsächlich war es schon immer so: Alle „Tools“ (digital oder nicht) kosten letztlich Geld, und wer mehr Geld hat, ist im Vorteil. Und wenn es das Honorar für einen IT-Berater ist, der besser weiß, was man alles machen kann.
Provokante These: Früher, in der „Standesschule des 19. Jahrhunderts“, mussten die Schüler noch selber denken und ihre Aufgaben selber erledigen, sie mussten Übersetzungen ohne Wörterbücher anfertigen und Mathematikaufgaben ohne Taschenrechner und ohne Computer lösen, heute hat man „Tools“ dafür, die man sich letztlich kaufen kann.

Susanne
1 Jahr zuvor

Ist das Tool, das Aufsätze bewertet, öffentlich verfügbar?

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Susanne

Läuft gerade aus. Man findet es noch vereinzelt, wenn man nach „Lehrer“ sucht.

Pit2020
1 Jahr zuvor

„Mein Lehrstuhl-Team hat gerade ein Tool entwickelt, das auf Basis von großen Sprachmodellen einen Aufsatz analysieren und Feedback geben kann, etwa „Es wäre besser, eine einheitliche Zeitform zu verwenden“ oder „Du könntest noch mehr auf den Konjunktiv achten.“ Diese Rückmeldungen können an das Alter und das Kompetenzniveau der einzelnen Kinder angepasst werden.“

Von meinem multiprofessionellen LehrERstuhl-1-Personen-Elfenbeinturm bin ICH NOCH NIE auf derart brilliante Ideen gekommen:
>>Feedback geben kann, etwa „Es wäre besser, eine einheitliche Zeitform zu verwenden“ oder „Du könntest noch mehr auf den Konjunktiv achten.“<<
(Vielleicht aber eher so? … : Es wäre besser, den Konjunktiv nicht einmal halb so inflationär zu "verballern". Es könnte dann aber auch passieren, dass Statements nicht mehr so oberflächlich-unverbindlich erscheinen. 😉 )

Memo an mich:
Morgen Arbeitskreis (Stuhlkreis-Team) bilden.
1 Stuhl freihalten für Chat-Bot.
Tools ausprobieren.
Kritischen Blick bewahren.
Dank für wirkliche fundierte Hilfe zum Ausdruck bringen. (Oder auch das an den Chat-Bot delegieren.)

Gute Nacht. 😉

Und jetzt mal ernsthaft:
Wenn eine Technologie das Analysieren und Korrigieren übernehmen könnte, dann
– könnte das zwar unter gewissen Bedingungen eine Arbeitserleichterung für LKs sein (oder aber die "faulen Säcke" langfristig einsparen bzw. nach Ablauf deren biologisch begrenzten MHDs die Jobs übernehmen)
– setzt das aber voraus, dass eine Unmenge von Daten einer konkreten Person (= SuS) zugeordnet werden kann – andernfalls ließe sich keine Entwicklung/kein Lernfortschritt (oder -rückschritt bzw. Stagnation) feststellen. Diese Datensammlung MUSS also stattfinden.
… Sollten wir das wirklich wollen?
… Sollten wir wirklich glauben, dass diese Daten irgendwann einmal gelöscht werden? (Jaja, ich weiß: Blödes Boomer-Zeugs! 😉 )

Und noch einmal ernsthaft:
Sollten wir uns dann auch noch der Illusion hingeben, dass SuS plötzlich begeisterungstrunken dieses Feedback aufsaugen wie Instant-Nudeln das Kochwasser?
Und dann – natürlich – auf das Feedback reagieren, indem sie sich hemmungslos aktiv einem (u.U. länger dauernden) Lernprozess hingeben?
😉
Könnte sein.
… Lasst es uns doch einfach mal ausprobieren.
… Ich finde, in den letzten 20 Jahren (nur eine grobe Schätzung) wurde viel zu wenig herumprobiert!
(Jaja, ich weiß: Blöde Boomer-Ironie!) 😉

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit2020

Yeah, ausprobieren! Frische Winde zulassen usw. 🙂

Küstenfuchs
1 Jahr zuvor

Und ich habe bei der Überschrift gedacht, hier würde ich einen guten und mal neuen Ansatz zu hören bekommen. Stattdessen sehe ich Thesen einer Wissenschaftlerin, die sich über Schule äußert, von dem System und der Schulrealität aber Lichtjahre entfernt ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Systeme früher oder später die Schule und das Lernen gewinnbringend verändern, aber diese Vorschläge sind heiße Luft, nicht durchdacht und es leuchtet kaum ein, warum man sie beachten sollte.

Last edited 1 Jahr zuvor by Küstenfuchs
Der Zauberlehrling
1 Jahr zuvor

Da bin ich gespannt, wie mir die KI helfen soll.

Die Klassenarbeiten werden noch handschriftlich angefertigt und tragen manchmal Züge großer Individualität – mein Berufsrisiko als Leser.

Das mit der Texterkennung braucht dann noch …

IF understand=nothing THEN read again end if

Einen Zähler zur Vermeidung einer Endlosschleife müsste man wohl noch einbauen. Na ja, ChatGPT kann ja für sich selbst ein Programm schreiben, welches das Verstehen einer Klassenarbeitsantwort einschließlich Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler erleichtert.

Ich bin auf die konkreten Umsetzungsvorschläge von Frau Kasneci gespannt ….

Hoffentlich muss ich den Premium-Zugang nicht noch selbst bezahlen …

Last edited 1 Jahr zuvor by Der Zauberlehrling
Aaleks
1 Jahr zuvor

GANZ SICHER mzss man den dann selbst bezahlen. Im Jahresabo. Und als Bewertungsvorschlag oder Erwartungshorizont kommt dann nixx: „individuelle Schülerantwort“ höchstens

Der Zauberlehrling
1 Jahr zuvor

ChatGPT auf die Frage „Kannst Du Klassenarbeiten korrigieren?“:

Ja, ich kann bestimmte Arten von Klassenarbeiten korrigieren, indem ich Fragen beantworte und Aufgaben löse, die in einer Klassenarbeit gestellt werden könnten. Allerdings bin ich kein menschlicher Lehrer und kann daher nicht die gleiche Tiefe an Feedback und menschlicher Beurteilung bieten wie ein echter Lehrer. Meine Korrekturen basieren auf meiner programmierten Wissensdatenbank und meiner Fähigkeit, Probleme und Fragen mithilfe dieses Wissens zu lösen.

Aaleks
1 Jahr zuvor

Sehr stark. Ehrtliche Antwort. Sollte man der „Bildungsforscherin“ (LOL) vielleicht mal so weiterleiten…

Andre Hog
1 Jahr zuvor

„kann“ und „womöglich“!

Dazu bräuchte es aber klare Umgangsregeln, Geld, das den Zugang zu diesem „Wundermittel“ zur Texterstellung und Inhaltsbeschaffung für alle barrierefrei zulässt…usw. usf.

Ich kann’s nicht mehr hören.
Schule kann sinnvoll und effektiv Wissen und Kompetenzen vermitteln – womöglich sogar für alle Kinder in gleichem Maße … tut sie mittlerweile aber nicht mehr und wird es in absehbarer Zeit auch nicht mehr leisten können.

Ja, leckt mich doch am Arsch! 🙁

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

„Damals wurde auch befürchtet, dass ein Großteil der Schularbeiten künftig aus dem Internet kopiert wird.“

Unabhängig von Wikipedia….. ist das auch so! Das Angebot ist riesig und wird genutzt.

Aber wenn bereits in der Grundschule darauf hingewiesen wird, dass man nur (noch nicht (ausreichend) lesen könnend) verschiedene Quellen vergleichen miss, ist ja alles in Ordnung.

„Es sind zudem ganzheitliche Lehrkonzepte und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte notwendig. Alle gemeinsam müssen wir schnell reagieren.“

Aha! Ich denke, ich soll zur Entlastung Yoga machen…. Nun bin ich ernstlich Yoga – FoBi (ganz schnell) – Achtsamkeit (eher langsam) – …. ABER: Da steht ja was von „ganzheitlich“ – dann ist bestimmt auch was mit Achtsamkeit dabei ;).

Leute – ich werde hier achtsam sein wie sonst was – oder lasse alles ganz entspannt…. vor die Wand fahren. (Mit „alles“ ist unsere bekloppte Gesellschaft mit ihren noch bekloppteren Geldverdien-„Ideenentwicklern“ und „Lehrkräfteentlastern“ gemeint.

Ehrlich – ihr verhunzt unsere Kinder. Merkt ihr das nicht oder ist es euch schlichtweg peng und egal?

„Und die Anbieter:innen müssen“ Geld verdienen, Geld verdienen, Geld verdienen! (Dacht ich mir doch 😉 ! )

„Wir raten allen Lehrkräften: Probieren Sie die Tools aus! Entdecken Sie sie gemeinsam mit den Schüler:innen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, wenn Sie gleichzeitig einen kritischen Blick.“

Gut, die Kids können nicht ausreichend sinnentnehmend lesen, kaum das Kleine 1×1, lernen keine Vokabeln, machen keine Hausaufgaben und nun soll ich sie mit etwas bespaßen, das mir Unterrichtszeit (schon mal was von einem Mangel in dieser Branche gehört? Vielleicht kann der kleine ChatGPT-Lernbuddy eine kleine Übersicht erstellen und beim Lernen nachhelfen 😉 ) für die Basics nimmt?

WAS ist das ZIEL von Schule?

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Durch meine hohe Achtsamkeit beobachte ich seit Jahren, dass das Ding volle Kanne an die Wand gefahren wird und opportunistisch die Rettungsboote (nicht mehr so besonders heimlich) schon besetzt werden.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

https://www.youtube.com/live/c7acvez9RwE?feature=share

Interessanter link zum Thema KI und ChatGPT.

😉

Shuma Tino
1 Jahr zuvor

Manchmal frage ich mich, wie naiv Wissenschaftler (in dem Fall Professorin) sein können. Können diese sich nicht mal im Vorfeld informieren, was eine KI ist (Definitionen sind bekannt) und was eine Software, wie ChatGPT macht? KI wird mittlerweile als Modewort für alles was irgendwie eigenständig Ergebnisse liefert angewandt. Und natürlich greifen Unternehmen wie OpenAI diese Entwicklung auf, um ihr Produkt mit KI zu verbinden, auch wenn rein gar nichts von KI drin ist. Es verkauft sich deutlich besser. ChatGPT ist eine Anwendung, die in jeglicher Art das Urheberrecht missachtet, denn es kopiert ungeniert aus allem, was über dass Internet erreichbar ist. Dabei ist es egal, ob es sich um Texte, Bilder, Musik oder anderes handelt. Ein Zufallsgenerator mischt dann verschiedene Quellen und gespeicherte Entwicklerfakten. Da Algorithmen basierte Zufallsgeneratoren im Allgemeinen Zyklisch sind, kann man auch bei ChatGPT die Wiederholungsrate austesten (wurde bereits nachgewiesen). Weiterhin kann diese Software Unsinn von realen Fakten nicht unterscheiden. Je nach Stand der Anwendung wird meist nach stark reflektierten Seiten zu entsprechenden Themengebieten gesucht. Werden diese aber vorrangig von Verschwörungstheoretikern genutzt, ist das die Anlaufstelle dieser Anwendung und der daraus generierten Texte. In diesem Zusammenhang haben schon Lehrer in ihrem Unterricht von Schülern zu einem Thema verschiedene Texte von ChatGPT erstellen lassen, um sie anschließend zu vergleichen und zu prüfen. Neben brauchbaren Texten gab es aber auch völlig unsinnige Texte oder Textstellen, was von den Schülern auch so erkannt wurde. Dadurch haben sie die Grenzen dieser Software kennengelernt. Da auch dies schon veröffentlicht wurde, stellt sich die Frage, warum die gute Frau Prof. nicht dieses Problem erkannt hat. Wird jetzt auch an Hochschulen und Universitäten unwissenschaftliches Arbeiten zunehmend zur Norm?

Carlson
1 Jahr zuvor
Antwortet  Shuma Tino

Bei dem Chatbot ist natürlich KI vorhanden, er benutzt das Deep Learning Modell! Dieses Modell wird für alle modernen KI Systeme genutzt!
Über das Internet erreicht der Bot gar nix, da er nicht ans Netz angeschlossen wurde, zum Glück!
Er wurde mit vielen Datenbanken u.a Wikipedia trainiert, das Labeling haben Billiglöhner in Afrika übernommen!
Alles was wir heute unter „KI“ verstehen ist Erkennung von Mustern (pattern) und Bildung von neuen Mustern!
Der Bot wurde trainiert zu lernen, welche Wörter für einen Menschen am meisten Sinn ergeben und so nach diesem Modell schreibt er seine Texte!
So entstehen auch Bilder und Videos!

Den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung kann ich nicht verstehen! Jede Art von Kunst, der letzten 100 Jahre , egal ob Gemälde, Musik oder Buch wurde von anderen kopiert oder man hat „sich inspirieren lassen“! Siehe Gerichtsurteil Moses Pelham vs. Kraftwerk!
Moses Pelham hat gewonnen!
Die KI geht in die Richtung von Pelham!

Da man Chatbot in den Trainingsdaten keine Label mit wahr oder falsch mitgegeben hat, weiß er natürlich auch nicht, welche Dinge wahr oder falsch sind!

Carlson
1 Jahr zuvor

Sehr gutes Interview! Es wird noch ein paar Jahre dauern, aber dann wird es auch spezielle KI-Produkte geben, die den Kindern ein individuelles Lernerlebnis liefern und ihnen Inhalte besser und schneller vermitteln werden als viele Lehrer/innen das tun!

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Carlson

… vollumfänglichst und geradewegst korrekst.