Dramatische Zahlen: Lehrermangel verschärft sich – Keine Lösung in Sicht

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BERLIN. Berlins Schulen werden voller, gleichzeitig fehlen Lehrkräfte. Die neue Bildungssenatorin verkündet alarmierende Zahlen – und sieht keine schnelle Lösung des Problems.

Neue KMK-Präsidentin: Katharina Günther-Wünsch (CDU). Foto: Katharina Günther-Wünsch

Immer mehr Schüler, aber immer weniger Lehrer: Der Mangel an Fachkräften an Berlins Schulen wird immer dramatischer. Für das neue Schuljahr, das Ende August startet, rechnet Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) mit einem Lehrkräftedefizit von 1460 Vollzeitstellen. Zu Beginn des laufenden Schuljahres hatte die Lücke nach ihren Angaben noch bei 973 Stellen gelegen. Insgesamt gibt es an Berlins Schulen etwa 32 000 Vollzeitstellen für Lehrerinnen und Lehrer.

Das Defizit führte die Senatorin vor allem auf Pensionierungen und den Weggang von Lehrkräften zurück. Um der Entwicklung entgegenzuwirken, dürfe es keine Denkverbote geben, sagte sie. Unter anderem prüfe die Verwaltung den Einsatz von Lehrkräften in nur einem Fach, eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie weniger Abordnungen von Lehrern in die Landesverwaltung. Eine schnelle und einheitliche Lösung des bundesweiten Fachkräftemangels an Schulen werde es nicht geben.

Der Druck steigt zusätzlich, weil die Zahl der Schüler stetig zunimmt. Laut Günther-Wünsch besuchen aktuell 347.559 Schüler die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Berlin. Bis zum Schuljahr 2031/2032 steigt diese Zahl Prognosen zufolge voraussichtlich um etwa 25.000 auf 372.280 Schüler. Der Bedarf an Lehrkräften nimmt bis dahin um 2.000 auf 34.000 Vollzeitstellen zu.

Ein wichtiges Instrument gegen die Personalnot soll die Verbeamtung von Lehrkräften sein. Berlin hatte diese nach 18 Jahren Auszeit als letztes Bundesland wieder eingeführt, um den Beruf attraktiver zu machen. Ende Februar war dazu ein Gesetzespaket in Kraft getreten.

Seither haben gut 8.700 bisher angestellte Lehrkräfte einen Antrag auf Verbeamtung gestellt, wie Günther-Wünsch mitteilte. Das sind etwas mehr als die Hälfte der 16.000 Lehrerinnen und Lehrer, für die diese Möglichkeit nun offen steht. Die Senatorin wertete die Zahl positiv. «Gleichzeitig sind es aber auch erst die Hälfte. Das zeigt, dass es bei der Umsetzung des Vorhabens offenbar noch einigen Präzisierungsbedarf gibt.»

Günther-Wünsch plädierte dafür, schnellstmöglich zu klären, wie der sogenannte Nachteilsausgleichs für Lehrkräfte aussieht, die das 52. Lebensjahr bereits vollendet haben. Sie können wegen dieser Altersgrenze nicht verbeamtet werden. Im Gespräch ist je nach aktueller Vergütung eine monatliche Kompensation von 250 oder 300 Euro. Laut der Senatorin werden derzeit zusätzliche Kompensationsmöglichkeiten für ältere Lehrkräfte geprüft.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden an Berlins Schulen schon seit Jahren immer mehr sogenannte Quer- oder Seiteneinsteiger eingestellt. Sie verfügen in der Regel über einen Hochschulabschluss, der einem Schulfach zugeordnet wird. Ihr pädagogisches Rüstzeug sowie Kenntnisse in einem zweiten Fach erhalten sie parallel zu ihrer Tätigkeit im Rahmen berufsbegleitender Studien sowie eines sogenannten Vorbereitungsdienstes.

Ende Dezember 2022 hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass es für diese Studien keine Rechtsgrundlage gibt. Insbesondere fehlten Festlegungen über den Zugang zum Studium sowie das Prüfungsverfahren, so das Gericht.

Als Konsequenz aus dem Urteil beschloss der schwarz-rote Senat am Dienstag einen Entwurf zur Änderung des Lehrkräftebildungsgesetzes, der diese Punkte berücksichtigt. Der Gesetzentwurf wird nun im Abgeordnetenhaus weiter beraten und dann verabschiedet. «Damit ist Rechtssicherheit hergestellt», sagte Senatorin Günther-Wünsch. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel: Berlins neue Bildungssenatorin setzt auf Autonomie der Schulen bei Einstellungen – GEW: fatal!

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Oberkrämer
1 Jahr zuvor

Was soll man dazu sagen? Die Wiederverbeamtung sollte die Lösung sein. Sie kostet den Steuerzahler irre viel Geld und hat offensichtlich gar nichts gebracht. Das war vorhersehbar, denn die Nicht-Verbeamtung war nie der Grund für den Lehrermangel oder hatte Berlin keine Lehrer? Es hat und hatte über 30.000, die allermeisten zuletzt ohne Beamtenstatus.

Wieder ist Zeit und Energie und Geld für die falschen Rezepte verschwendet worden. @Kleeblatt, ich warte auf deinen Einsatz. Die CDU hat die weiterhin angestellten Lehrer wohl auch „belogen“.

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Naja, da steht aber auch, dass sie nach weiteren Möglichkeiten eines Nachteilsausgleichs suchen. Du musst vielleicht nur noch etwas Geduld haben.

Rainer Zufall
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Die Frage ist ja unter anderem, ob genügend Menschen in Berlin Lehrkraft werden wollen. Das Prestige war zuletzt ja nicht gerade umwerfend

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nach der Idee des Pflichtkindergartens kommt sicher bald die Idee eines Pflichtlehrjahres. Wenn keiner freiwillig will, dann muss eben jemand müssen, genau wie beim Hausi-Vorlesen.

Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Berlin hat rund 35 000 Lehrer. Etwa 600-900 davon haben in einem Jahr aus unterschiedlichsten Gründen Berlin verlassen. Wie viele sind zugezogen? Leider finde ich keine Zahlen dazu, aber Berlin soll besonders bei jungen Menschen attraktiv sein.

In Berlin hat es im vergangenen Jahr wieder mehr Zuzüge als Wegzüge gegeben. Trotz erneuter Corona-Maßnahmen zogen mehr als 166.500 Menschen im Jahr 2021 in die Stadt, weggezogen seien knapp 150.300 Menschen, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Mit einem Plus von mehr als 16.200 Menschen sei dies ein deutlicher Wanderungsgewinn. …
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/07/berlin-statistik-einwohner-zuzuege-wegzuege.html

Last edited 1 Jahr zuvor by Vierblättriges Kleeblatt
Fakten sind Hate
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Das Nichtsbringen wird man wohl erst in sieben oder mehr Jahren sehen. Es entstehen schließlivh nicht plötzlich Lehrer, weil verbeamtet wird. Die jungen Leute sind sind gerade aus dem Studium heraus, haben Familie gegründet bei einem festen Job in ihrem Fachbereich (o.ä). Mit Kindern werden nur die wenigsten Leute mit einem Berufswechsel experimentieren.

Man muss daher erstmal die Zeit abwarten, bis sich bei den Abiturjahrgängenherungesprochen hat, dass verbeamtet wird.

Silberfischchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Mit der gleichen Argumentation hätte man aber auch erstmal die Ausbildungkapazitäten erhöhen und abwarten können, ob sich das auswirkt.

Dass die Nicht-Verbeamtung nicht zu einem Lehrermangel führen muss, zeigen Jahrzehnte vorher, als in Ostdeutschland einen Lehrerüberschuss gab, obwohl nicht verbeamtet wurde !

Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  Oberkrämer

@ Oberkrämer, hallo, hier bin ich. Danke, dass auch mal andere an das Thema erinnern! Ich verspreche, auch ich bleibe am Ball. 😉

gehtsnoch
1 Jahr zuvor

Ja die Jahrgänge der Babyboomer, die Schuldigen am Defizit als heutige Pensionäre und Rentner neben ein wenig Fluktuation, konnte man ja nicht erahnen … da könnte nach Amtsantritt auch ein wenig mehr zumindest langsame Lösung im Handgepäck sein.

Rainer Zufall
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ich finde es etwas irritierend, auf dieser Seite etwas von „Schuld“ zu lesen…
Die Generation der Babyboomer hatte zu wenige Kinder ODER zu wenig in die Rentenkassen eingezahlt ODER zu wenig Migrationen nach Deutschland mitermöglicht ODER geht zu „früh“ in Rente.

All das ist aber die Verantwortung der Politik. Diese muss die Situation erklären und Lösungswege aufzeigen, anstatt der Mehrheit nach dem Mund zu reden. Individuen der Boomer trifft hier garantiert keine Schuld!

Der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung? Die Politik hat auch heute noch Letztere, muss die schlechte Lage erklären und bittere Lösungswege aufzeigen und beschreiten

Boomer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mag man die Schuld geben, wem nan will.
In 6 Jahren ist Pensionierung- nach dann vollen 37 Dienstjahren mit Abschlag. Juhu!

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Das Defizit führte die Senatorin vor allem auf Pensionierungen und den Weggang von Lehrkräften zurück.“
steht so im Text des Titelthemas zu lesen.

@Rainer Zufall:
Wann sind die Babyboomer geboren?

Der Jugendforscher Simon Schnetzer definiert die Jahrgänge 1955–1964 als Baby-Boomer und die folgenden Jahrgänge 1965–1979 als Generation X.
Rentenbeiträge, eigene Kinder oder Migration sind für diese Generation dabei beim Lehrkräftemangel kaum ein Thema, aber genau die Jahrgänge haben Ihr Ende der aktiven Arbeitszeit nun erreicht und werden dem Arbeitsmarkt entzogen und sind proaktiv zu kompensieren.

Last edited 1 Jahr zuvor by gehtsnoch
Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Dass auch die neue Bildungssenatorin mit dem Weggang von Lehrern argumentiert, enttäuscht mich. Es gibt immer Zuzüge und Wegzüge. Die viel zitierten Zahlen von einigen hundert Lehrern sind gar nicht aussagekräftig, weil niemand erhohen hat, warum die weggegangen sind. Ein Teil von denen war sogar bereits verbeamtet, denn Berlin verbeamtete ja bis 2004 oder so.

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor

Die Lüge von den hunderten Lehrern, die Berlin wegen der Nicht-Verbeamtung verlassen, hat doch wunderbar funktioniert. Die Berliner Lehrer werden nun wieder verbeamtet und das ist alles, was sie wollten – auch wenn es keinen einzigen Lehrer mehr bringt, denn die da nun alle verbeamtet werden, sind ja schon Lehrer in Berlin.

Last edited 1 Jahr zuvor by Cecilia Fabelhaft
Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor

Hm, Lehrermangel. Also ich hätte gerade Zeit, soll ich?
Ich werde nur zu Beginn eine einzige kleine Frage stellen und die muss ehrlich beantwortet werden. Schwindeln ist nicht erlaubt. Ok, gilt’s?
Volle cool, also meine Frage lautet: Würdet ihr es selber tun?

Rainer Zufall
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Bin dabei und mache es noch eine Weile.
Die Zögerlichkeit lege ich jetzt nicht unbedingt als brennende Motivation aus, aber wir brauchen wirklich jede und jeden – dementsprechend auch wenig Druck 😀

Didaskalos
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Sehe die Frage erst jetzt. Ganz ehrliche Antwort:

„Gerade Zeit“: Das hört sich nach etwas Zwischenzeitlichem an. Das bringt weder der Schule noch Ihnen etwas. Am Anfang ist jede, auch eine angelernte Tätigkeit anstrengend. Bis sich Routine herausgebildet hatt, ist alles anstrengend. Auch Lehrer sein. Ehrliche Antwort: Für kurze Zeit auf keinen Fall machen!

Außerdem hört es sich so an, als ob kein finanzieller Druck da wäre. Ohne die Notwendigkeit, Geld verdienen zu müssen, würde ich niemandem empfehlen, irgendetwas zu tun, was ihm seine Freiheit nimmt. In diesem Fall, also klare Antwort: nein.

Aber das ist wohl nicht die eigentliche Frage. Wenn keine Leidenschaft da ist, dann auf keinen Fall Lehrer werden. Wenn die Leidenschaft erloschen ist, möglichst schnell raus!

Die Antwort auf die eigentliche Frage ist: Es ist ein anstrengender Beruf, es gibt viel Stress. Oft ist es undankbar. Man wird nur bei besonderen Anlässen mit Applaus begrüßt oder verabschiedet. Leuchtende Kinderaugen sind selten. Auch Schüler stecken in dem System und kämpfen sich da durch. Die Bezahlung ist für einen Beruf, für den man studiert haben muss, ok – mehr nicht, aber auch nicht weniger. Es ist weder die Hölle noch das Paradies.
Wenn es eine vernünftige Alternative gibt, nicht Lehrer werden oder als Lehrer arbeiten!

Theodor Mainz
1 Jahr zuvor

Es ist doch unattraktiv, weil es attraktivere Möglichkeiten gibt.
Schule-5Tage Woche , völlige Präsenz, laute Klassen, unflexibel (Urlaub in Hauptreisezeiten für überteuerte Preise).

Homeofficejob flexibel, von zuhause, keine Fahrt hin und her, Druck geringer, leiser und vllt. sogar noch 1000 Euronen drauf.

Deshalb wandern (leider) schon manche Lehrkräfte ab und das macht es noch schlimmer für die Bleibenden. Vermute ich mal?

Realist
1 Jahr zuvor
Antwortet  Theodor Mainz

Psst, nicht den „Glorreichen 16“ weitererzählen. Die Leben immer noch in ihrer Traum-Bubble, dass jedes Jahr zehntausende von qualifizierten Studienanfängern, die auch Medizin, Jura, Ingeneurwissenschaften oder andere hochbezahlte Berufe studieren könnten, sich nichts sehnlicher wünschen, als 40 Jahre lang in einem unflexiblen, streng hierarchisch organisierten, durch hunderte von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen reguliertem Berufsumfeld unter Ignoranz von Arbeitszeit- und -schutzgesetzen in sanierungsbedürftigen Gebäuden ohne vernünftigen eigenen Arbeitsplatz bei Präsenzpflicht an 5 Tagen in der Woche bei einer Vollzeitstelle irgendwo auf dem Dorf fern von kulturellen und sonstigen Angeboten der Daseinsfürsorge, „leuchtende Kinderaugen“ nicht nur zu unterrichten sondern auch erst einmal zu erziehen bei stetig sinkender Aufmerksamkeitsspanne derselben… das Ganze bei einer Einkommensentwicklung, die schon seit 20 Jahren der allgemeinen Wirtschaft in Bezug auf hochqualifizierte Tätigkeiten deutlich hinterherhinkt,

Gen Z hat schon festgestellt: „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Mein Kumpel ist BWL-Prof an der FH. Der sagt, wenn es um Fachkräfterekrutierung für die eigene Firma geht, folgendes: Streichen Sie nie das Weihnachts-und Urlaubsgeld, 41 Stundenwoche ist ein Nogo, erhöhen Sie tunlichst nicht die Arbeitsstundenzahl, verwehren Sie tunlichst nicht die Teilzeitarbeit, sondern verteilen Sie Boni, Sonderzahlungen und gönnen Sie Ihrer Belegschaft den Fitnessclub. Kümmern Sie sich um eine angenehme Arbeitsatmosphäre, schauen Sie, dass jeder Angestellte einen ArbeitsPLATZ hat, an dem man arbeiten arbeiten kann und gerne arbeitet. Fazit: Kümmern Sie sich um eine zufriedene Belegschaft, wertschätzen Sie sie und Sie werden sehen, dass jeder seinen Beitrag dazu leisten will, dass sie Firma prosperiert.
Kein Scherz, nicht erfunden!

Sally
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Wie sieht denn aus Ihrer Sicht eine Lösung aus?
Schule ohne Präsenzpflicht? Während Corona hatte es einige zarte Versuche gegeben, die gelinde gesagt beim lehrenden Volk nicht unbedingt offene Türen eingerannt hat.
Wir haben einige Male versucht, die Lehrkraft unserer Kinder zu entlasten und die 60 Stunden-Woche zu entzerren, indem wir vorgeschlagen haben, das Elterngespräch (das von der Schule vorgegeben ist. Also kein Wunsch von uns Eltern) virtuell in den unterrichtsfreien Zeit durchzuführen. (Wie gesagt: nicht unser Wunsch. Das heißt, die Zeit musste die Lehrkraft sowieso aufbringen). Kam nicht gut an. Also ist jemand von uns Eltern vormittags in die Schule. Dass die Lehrkraft dann bis spät nachts noch korrigiert hat (was auch immer. Außer den Arbeiten wird an der Grundschule hier rein gar nichts korrigiert. Und Arbeiten gibt es gefühlt auch nur noch maximal halb so viel wie „früher“) ist also nicht unser Verschulden. Aber die Ferien sind heilig. Wir haben den Eindruck, dass das genau! so! gewollt ist. Toujours 40 Stunden hält der Lehrerorganismus vermutlich gar nicht aus, der Biorhythmus eines Lehrers scheint nach Mittagsschlaf und alle paar Wochen nach Ferien zu lechzen. Und dagegen kann man auch nichts machen. Stress aus den Schulwochen nehmen und auf die Ferien schichten: Affront!
Also: wie soll Schule unter „Bedingungen aus der Wirtschaft“ funktionieren? Wollen Lehrer das? Welche Bestrebungen gibt es, den Arbeitsalltag an „alle anderen“ anzupassen? Wollen Lehrer zuhause arbeiten? Oder wollen sie lieber einen Arbeitsplatz in der Schule? Aber wenn Arbeitsplatz in der Schule, dann müssten sie dort auch (den ganzen Tag) sein? Aber Präsenzpflicht soll es auch nicht sein. Wollen Lehrer eine Abkehr vom Ferienmodus? Wie wollen sie ihren Urlaub nehmen? (wie „alle Eltern“ in den Ferien? Aber die gibt es nicht mehr. Wollen sich Lehrer wie „andere“ ihren Urlaub aufteilen, damit die Kinder betreut sind, wenn keine Ferien sind?) Wollen Lehrer überhaupt mit Kindern arbeiten? Oder lieber wie „in der Wirtschaft“ in der Produktion oder im Außendienst?
Ja, Schule ist nicht immer schön (finden übrigens alle). Aber im Bürgeramt, beim Bäcker, in der Bankfiliale, … – oder dem Lehramt entsprechende Berufe: bei Gericht, beim Arzt, … müssen die Menschen auch vor Ort sein.
Und nun? Wie sieht die Lösung aus?

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

„60 Stunden-Woche“ natürlich bei 52 Wochen im Jahr … man sollte nicht immer allen Angaben blind vertrauen.
Die Arbeitszeiterfassung wäre ein belegbarer Anfang.

Last edited 1 Jahr zuvor by gehtsnoch
Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Solche Arbeitszeiterfassungen gab es schon. Da wurden Lehrer selbst befragt und die haben das Ansehen der Tagesschau als Arbeitszeit abgerechnet, weil sie sich dabei politisch gebildet haben.

Realist
1 Jahr zuvor

Geschichten aus dem Paulanergarten…

Marielle
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Nein, die Lehrer und Lehrerinnen in meinem Umfeld zählen sogar das Packen der Tasche zur Arbeitszeit. Und den Arbeitsweg.

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marielle

Och, das geht noch viel besser, geben Sie doch bitte den Kollegen folgende Tipps:
Wir müssen immer hübsch und adrett aussehen: Frisörbesuch und Shoppen sind also Arbeitszeit, genauso wie Gartenpflege, da diese der Erhaltung meiner seelischen Gesundheit dient, um arbeiten zu können. Schlaf: ganz wichtig, ist definitiv Arbeitszeit, da mir im Schlaf die besten Ideen für den Unterricht kommen (ja wer will mir denn das Gegenteil beweisen?).Wenn ich’s mir so recht überlege: ziehen wir doch lieber von den 24h die Zeit ab, die nicht zur Arbeitszeit gehören. Hmmm, fällt mir nix ein, Ihnen vielleicht?
Sagen Sie mal, fragen Sie echt die Lehrer in Ihrem Umfeld: „Sag doch mal, was zählst du denn so zur Arbeitszeit?“ Und die antworten Ihnen „Auf jeden Fall die Tasche packen und den Arbeitsweg!“? So ganz glaubwürdig kommt mir das irgendwie nicht vor…

Hans Malz
1 Jahr zuvor

Wenn ich die Tagesschau jeden Abend gucken muss, weil ich das am nächsten Tag im Unterricht diskutieren möchte, dann „ist“ das Arbeitszeit. Zumal ich im Nachgang noch Hintergrund recherchieren und eventuell Material erstellen muss.
Freiwillig gucke ich die Tagesschau nämlich nicht.

Marielle
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hans Malz

Danke, ich habe keine Fragen mehr.

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hans Malz

Aha und weil es diesen einen Fall geben mag, wird für alle Lehrer das Ansehen der Tagesschau mit täglich 15 Minuten oder das Lesen der Illustrierten im Warteraum des Frisörs womöglich mit monatlich 30 Minuten als Arbeitszeit erfasst oder wie?

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor

Oder wenn sich zwei Lehrer in ihrer Pause über das schlechte Benehmen eines Schülers aufregen. Dann rechnen sie das nicht als Pause, sondern als Arbeitszeit (Dienstgespräch eben).

Papi von Lea
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

Ich bin auch ein Papi und muss ihnen vehement widersprechen. Meine Große fragt sich auch, warum sie in der Oberstufe ab 11. Kl. noch 5 Tage hin muss. Da gehen viele Kurse online bzw. im homeschooling / flexibel.
Ab der 5. Kl. kommen die Kiddies auch schon mit Laptops klar.
Kleine Betreuung kann immer gegeben sein. Aber 5 Tage müssen doch auch die Kiddies ab 5/6 Kl nicht mehr hinne.
Std. Pläne von Lehrern auf 3 Tage packen, so dass jeder Tag in der Schule mit ein paar Gruppen gedeckt wird.
Digitaler werden, sonst gibts keine Lehrer mehr

Realo
1 Jahr zuvor
Antwortet  Papi von Lea

In Sachsen Anhalt gibt es die 4 Tage Schulwoche schon und keinen scheint es zu stören. Freitags sind alle zuhause und machen es digital bzw. Projekte online in Kleingruppen. Mit KI wird sich da eh einiges verändern. Die Kinder sparen sich dann auch manchmal 1,5 Std. Hinfahrt zur Schule ein. Tote Zeit.
Nur ein Beispiel

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realo

Gerücht ! Hier wurde mal sowas Ähnliches berichtet, wenn ich mich recht erinnere aber von 1 Schule und ich meine sogar, das wurde ihr verboten.

Gegenbeweise?

GriasDi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Papi von Lea

Dass das blendend funktioniert und alle SchülerInnen gut mitarbeiten hat Corona ja gezeigt. Was ist gewonnen, wenn die SchülerInnen nur noch 4 Tage in die Schule müssen. Gibt es dadurch eine Lehrkraft mehr?

Realist
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

müssen die Menschen auch vor Ort sein“

Die Lösung ist einfach, will aber keiner von den privilegierten „Homeoffice-Arbeitern“ (die lieber über ihre Stromrechnung stöhnen statt zu realisieren, wie viel Fahrtkosten sie mittlerweile sparen…):

Berufe, in denen Präsenz zwingend erforderlich ist, müssen attraktiver gemacht werden als solche, die man vollständig oder an 3-4 von 5 Tagen in der Woche im Homeoffice verbringen kann. Das heißt bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld als für eine vergleichbare Tätigkeit im Homeoffice. Sonst wird das ein Großteil der Gen Z nicht mehr machen wollen, So einfach ist das.

Stattdessen geht der gesellschaftlich Trend in genau die entgegengesetzte Richtung: Die „Homeoffice“-Privilegierten wollen bei vollem Lohnausgleich nur noch vier Tage die Woche arbeiten, da sie ja im Homeoffice so viel produkltiver seien… das sie vorher nur (mindestens) einen Tag auf Kosten der Arbeitgeber mit Büro-Smalltalk und sinnlosen Meetings verschwendet haben, darauf kommen sie nicht…

So wird das nichts mehr, schon gar nicht mit dem Lehrkräftemangel. Unter den gegenwärtigen Bedinungen sagt sich Gen Z (zu Recht): „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Sally
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Es freu mich immer wieder, wenn Nicht-Lehrer der völligen Unkenntnis der Arbeitsortes „Schule“ bezichtigt werden, wohingegen Lehrer den TOTALEN Durchblick haben, wie arbeiten in der Wirtschaft funktioniert. Heutzutage, nicht vor 20 Jahren, als der eine oder die andere hier noch ein Praktikum in einem Betrieb gemacht hat. Dass viele Unternehmen wieder zur Präsenzkultur zurückkehren oder es versuchen, hat sich offensichtlich noch nicht rumgesprochen. Dass Home Office für viele die präferierte Lösung ist, weil die Kinder nachmittags ansonsten alleine zuhause sind oder die Ferien einfach nicht abzudecken sind, fällt den Lehrern gar nicht auf, weil sie eben diese Probleme überhaupt nicht kennen (weil sie nachmittags und in den Ferien im Home Office sind. Wie produktiv, effizient oder effektiv bleibt hier mal dahingestellt. Aber natürlich mit keinerlei sinnlosen Tätigkeiten).
Also Zusammenfassung: viele Betriebe ermöglichen max. 40% der Arbeitszeit im Home Office. Und das ist weit weniger als Lehrer SCHON IMMER machen.
JA – jetzt kommt wieder die Leier von „wir armen Lehrer haben in der Schule gar keinen Arbeitsplatz, wir müssen ja zuhause arbeiten“.
JA – in der Schule gibt es keine Arbeitsplätze von Lehrer, weil DIE ALLE ZUHAUSE (vulgo: Home Office) arbeiten. Mehr als 50%, mehr als 60% und wenn man den horrenden Angaben zur Arbeitszeit Glauben schenkt: mehr als 80% ihrer Arbeitszeit.

Bayer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

Sehr undifferenzierte Meinungsmache.
Sie sind Spezialistin in Lehrerfragen, haben den totalen Überblick über Schulen und heimische Arbeitszimmer.

Jeder Ref, der Ihre Tirade über sich ergehen lassen muss, ergreift die Flucht oder denkt, dass Eltern so sein könnten wie sie.

Übrigens im BS-bereich sind viele LuL regelmäßig in Betrieben, sprechen sich mit Ausbildern und Ausbildenden ab, in Persona und/ oder dig.

Sie sind eine echte Megacheckerin 🙂 allerdings wär Ihr Beitrag in der bild besser aufgehoben.

Sally
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

Sehr viel sogar. Glauben Sie mir. Unter anderem, warm niemand Lehrer mag.

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

@Sally

„Unter anderem, warm niemand Lehrer mag.“

Falsch.
Ich mag Lehrer. (Keine Ironie!)

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

Ich mag Lehrer.

Unverzagte
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und ich mag die Lehrerinnen 🙂

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sally

Ich mag Lehrer total dolle!

Hornveilchen
1 Jahr zuvor

Wieso denn jetzt nur 250-300 als Zuschlag? Es sind doch schon 300 beschlossen worden?!? @Redaktion?

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Hallo , hier spricht die Redacktion! Volle ehrlich.
Also wir zalen dasnicht.
Danke fürs fragen, Tschüß!

(PS: Leider keine Ahnung.)

Last edited 1 Jahr zuvor by Dil Uhlenspiegel
Meinetwegen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Nein, das hat sich nicht geändert, das war schon so. Ich glaube, die mit A14/E14, die bekommen 250 Euro mehr, die anderen 300 (sollen bekommen, ist ja noch nicht so). Irgendwie so. Vielleicht weiß der Dil wenigstens das???

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Meinetwegen

Äh, mein Heftaufschrieb dazu wurde geklaut, also das ganze Heft, seit der zweiten Klasse alle Hefte.

Silberfischchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Seien Sie doch nicht so billig!

Gelbe Tulpe
1 Jahr zuvor

Der Nachwuchs hat wohl keine Lust auf 70-80-Stunden-Wochen. Wer will es ihm übelnehmen, schließlich braucht man ja auch noch Zeit für Beziehungspflege und Kindererziehung. Es sind genug Beziehungen im Referendariat durch die Arbeitsbelastung kaputt gegangen.

Meinetwegen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Und warum wurde dann immer behauptet, der Lehrermangel ließe sich mit dem Beamtentum lösen. Beamter oder nicht, die genannten Probleme sind doch für alle gleich!

Boomer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Memmen!

Socki
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Können wir bitte ein bisschen bei der Wahrheit bleiben?
Es sind 100 Stunden Wochen.
Und man hat keinen Urlaub. Nie. Und wenn mann sich mal ein verlängertes Wochenende aus den Rippen schneiden kann, dann muss man für den Urlaub bezahlen! (Obwohl man sich den doch verdient hat).
Weil man immer im Präsenz arbeiten muss. Alle 100 Stunden!

Mal ohne Mist. Ich habe meinen Chef nach der 4 Tage Woche bei vollem Lohnausgleich (die es ja angeblich ÜBERALL gibt) gefragt.
Nachdem er darauf nicht angesprungen ist habe ich ihm vorgeschlagen, meine Überstunden alle 6 Wochen am Stück abzufeiern.
Was denkt Ihr, wie er reagiert hat? Bin auf Vorschläge gespannt.

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Socki

Hat er mit Burnout reagiert? Oder mit Entlassung gedroht? Oder mit Entlastung gescherzt? … ne!! Er hat Yoga empfohlen?

Last edited 1 Jahr zuvor by Dil Uhlenspiegel
Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  Socki

Lehrer sind leider oft im Jammern groß und im Machen klein. 🙁

An den Streiks nehmen nur sehr wenige teil (von denen, die dürfen).

Realität
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

welche 70 Stunden Wochen? Reden wir von Selbstständigen oder Lehrern?
Sämtliches Lehrergejammer ist ein unerträgliches Gejammer aus dem Elfenbeinturm, nie das echte Leben gesehen.
Liebe Lehrer, sie haben bereits halbtags Home Office! In dem meißten Fällen sogar mit echtem Nichtstun im Home Office.
Sie haben 12 Wochen im Jahr frei, das ist in der Wirtschaft völlig unbekannt.
Im Vergleich zu z.B. einem Museum (ebenfalls Bildungsanstalt im ÖD) sind Lehrer auch völlig überbezahlt. Ein E13 bekommt man dort nach Promotion. Dafür schreibt man das Curriculum der Anstalt. Die ausführenden Organe (Lehrer bzw. Museumsführer) bekommen ein sachgerechtes E8 bis E9. Bei deutlich komplexeren Themen übrigens.

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realität

Sie haben ja völlig Recht, aber bitte sagen Sie das doch nicht so öffentlich! Es hat so viel Arbeit durch und Lobbyieren bis in die höchsten Spitzen der Politik hin gebraucht, bis der Ruf der Lehrer so ruiniert war, dass keiner mehr den Job machen will. Wenn Sie jetzt verbreiten, wie es wirklich ist, wollen wieder mehr in den Job, und wir faulen Säcke ( höchstens! 25-20h Arbeit pro Woche bei Vollzeistelle) müssen uns bewegen, weil Konkurrenz da wäre. Also bitte, schön leise die Wahrheit verkünden, damit weiterhin Lehrermangel bleibt!

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realität

Pssscht, das ist doch geheim! Jetzt wollen wieder alle Lehrer werden, menno.

Hellus
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realität

@ Realität
Entweder ist die Ironie bei mir nicht angekommen oder Sie haben keine Ahnung.
Ich kenne beides, Selbständigkeit und die Arbeit als Lehrkraft. Die Arbeit ist anders verteilt, aber vom Arbeitsaufwand und Stresspegel tun sich beide nix.

Last edited 1 Jahr zuvor by Hellus
Realist
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realität

Köstlich! Bitte mehr von Ihren besch… Postings! Das wird den Abschreckungseffekt auf die Gen Z noch weiter erhöhen, so dass das Schulsystem demnächst so richtig gegen die Wand fährt und Sie Ihre Gören wieder selber unterrichten müssen, damit diese überhaupt noch etwas lernen… aber so ein Durchblicker wie Sie steckt das aufgrund der „Übung“ während der Corona-„Schulschließungen“ (komisch meine Schule war nie vollständig geschlossen) ja locker weg…

Ich gehe nur auf ein paar Punkte ein:

  • „halbtags im Home Office“! Ja, so stellt sich Gen Z das „Homeoffice“ vor: Fünfmal pro Woche in der Schule antanzen, am besten irgendwo im Nirgendwo, damit die Fahrtkosten auch schön hoch sind, und sich dann ZUSÄZLICH die andere Hälfte des Tages im großteils selbstfinanzierten Arbeitszimmer (Absetzbarkeit nur im Rahmen der persönlichen Steuerquote) die Arbeit zu erledigen, die liegengeblieben ist…
  • „Lehrer = Museumsführer“… man, man, man, was für ein naives Weltbild vom Lehrerjob muss man da haben. Nebenbei: Wann waren Sie zuletzt im Museum? Da gibt’s kaum noch „Museumsführer“, und wenn, dann sind diese freiberuflich tätig. Haben Sie schon einmal einen dieser „Museumsführer“ für eine Gruppe gebucht? Unter ein paar hundert Euro für 2 Stunden geht da nichts… wenn Sie irgendwo noch einen festangestellten finden, der das auf Steuerzahlkosten für E9 (und damit für Sie quasi umsonst) macht, dann haben Sie echtes Glück gehabt…
  • „12 Wochen frei“, nur „halbtags“ in der Schule: Das schaffen Sie heutzutage selbst als Sport-Erdkunde-Hauptschullehrer nicht mehr, denn erstens gibt’s kaum noch Hauptschulen, also auch keine Lerngruppen mit 10-12 Schülern mehr, und zweitens haben Sie gerade als Hauptschullehrer/Realschullehrer/Gesamtschullehrer mittlerweile einen unbezahlten Zweitjob als Sozialpädagoge / Sozialarbeiter…

Aber posten Sie ruhig weiter Ihrern vorurtailsbehafteten Unsinn, das wird noch weitere Mitglieder der Gen Z von einer fatalen beruflichen Fehlentscheidung bewahren:

Gen Z: „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

uesdW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Der Vergleich „Museumsführer (MF)“ ist doch schön.
Am Anfang des Schuljahrs werden die Schüler gefragt, ob sie einen Lehrer (MF) haben wollen.
Alternativ hätten wir einen Audioguide, der sie automatisch durch die Schulzeit leitet.

Über die Voraussetzung zum Verlassen der Schule müssen wir uns leider noch Gedanken machen.

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  uesdW

@uesdW

„Über die Voraussetzung zum Verlassen der Schule müssen wir uns leider noch Gedanken machen.“

Wenn sich der Audioguide mit KI verbindet, kann ja auf den Ausgang (für alle Fälle mit automatischer Schiebetür 😉 , Schieben aka Fördern bis zum „Finale“) hingewiesen werden …

GriasDi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realität

Scheinbar ist es in der freien Wirtschaft leichter bei weniger Aufwand mehr zu verdienen. Würden sonst so viele vor dem Lehramt kneifen?

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

Ich glaube nicht, dass der Verdienst es ist, der „abschreckt“, sondern vielmehr das Benehmen vieler Schüler und die Hilflosigkeit vieler Lehrer.

GriasDi
1 Jahr zuvor

Ist halt wie bei allen sozialen Berufen. Will keiner mehr machen, bei dem Benehmen vieler Leute.

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

60, 70-80 Stunden oder gar 100 in der Woche reine Arbeitszeit.
Kommt mir ohne beleghafte Arbeitszeiterfassung vor wie beim Hobbyangler.

uesdW
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Wenn jetzt noch 8.Stunden Schlaf pro Tag noch drin sind, dann bleibt ja noch etwas für die Freizeit über.

Gelbe Tulpe
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ich rede vom Referendariat. Da hat man sehr wohl 70-80-Stunden Wochen außerhalb der Ferien. Mit sprachlichen Fächern ist man nach dem Ref aber auch mit 60 Stunden pro Woche dabei.

Rainer Zufall
1 Jahr zuvor

Zumindest macht sich Berlin halbwegs ehrlich, während in BW über bessere Kitas fabuliert wird – die Erzieher*innen stehen da aber bestimmt auch Schlange…

Ich vermisse aber noch den Punkt, den die KMK auch zu Corona nicht ansprechen wollte: Was lassen wir künftig – und hoffentlich so kurz wie möglich – an Unterrichtsinhalten ausfallen?

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ohje, einer hat’s ausgesprochen. Endlich.

Meinetwegen
1 Jahr zuvor

Wenn Politiker von Prüfen reden, werde ich immer mega misstrauisch. Das Ergebnis einer Prüfung kann ja auch sein: Tut uns leid, geht nicht.

Deshalb schreiben Politiker so gerne „prüfen“ bei Themen in die Verträge, bei denen sie sich nicht einigen können. Aufgeschoben ist dann auch oft aufgehoben! Ehrlich jetzt mal!

„Günther-Wünsch plädierte dafür, schnellstmöglich zu klären, wie der sogenannte Nachteilsausgleichs für Lehrkräfte aussieht, die das 52. Lebensjahr bereits vollendet haben. Sie können wegen dieser Altersgrenze nicht verbeamtet werden. Im Gespräch ist je nach aktueller Vergütung eine monatliche Kompensation von 250 oder 300 Euro. Laut der Senatorin werden derzeit zusätzliche Kompensationsmöglichkeiten für ältere Lehrkräfte geprüft.“

Last edited 1 Jahr zuvor by Meinetwegen
Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor
Antwortet  Meinetwegen

Ein bisschen hoffe ich noch auf Frau Günther-Wünsch.

Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor

Wie ich eben schon kommentierte, ist wieder eine Stundenabminderung im Gespräch, allerdings nur für ältere Kollegen (das sind jedoch die, die nun leer ausgehen würden, obwohl sie am längsten ohne Beamtenstatus gearbeitet haben und insofern ja wirklich fair!).

Wil
1 Jahr zuvor

Wie die Politik der selbstverursachten Entwicklung hinterrennt hat etwas durchaus Erheiterndes.

Dr. Klaus Miehling
1 Jahr zuvor

 „Das Defizit führte die Senatorin vor allem auf Pensionierungen und den Weggang von Lehrkräften zurück. […] Laut Günther-Wünsch besuchen aktuell 347.559 Schüler die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Berlin. Bis zum Schuljahr 2031/2032 steigt diese Zahl Prognosen zufolge voraussichtlich um etwa 25.000 auf 372.280 Schüler.“

Da scheint doch eher die steigende Schülerzahl verantwortlich zu sein! Und die kommt bestimmt nicht daher, dass die Deutschen nach wie vor weniger Kinder bekommen als es zum Erhalt des Status quo nötig wäre. Aber den rosa Elefanten im Raum will man, wie auch bei abnehmenden Schülerleistungen, steigender Kriminalität, Wohnungs- und Finanznot nicht sehen.

Realist
1 Jahr zuvor

„Das Defizit führte die Senatorin vor allem auf Pensionierungen und den Weggang von Lehrkräften zurück.“

Diese faulen S.. ! Stehlen sich nach 40 Jahre Dienst vor der Klasse einfach in die Pensionierung davon! Dabei arbeitet man in der „freien Wirtschaft“ doch mittlerweile mind. bis 70, ehrenamtlich natürlich! Lehrkräfte sollte man verpflichten bis 75 zu arbeiten, denn schließlich haben diese eine „Mission“ zu erfüllen!

\Sarkasmus

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Kein Sarkasmus zu finden, grad so wie Lehrkörper. Nur eine große Traurigkeit, die alle Lande bedeckt, angesichts der unzuverlässigen Knechte und Mägde. Haben sie womöglich gar söldnerisch anderswo angeheuter? Und überhaupt äußerst rätselhaft, warum trotz aller Attraktivitätsintensivbooster-Maßnahmenpunktelisten heute noch weniger als gestern in die Reihen drängen. Wo sind nur alle? Mit Tränen, hochachtungsvoll.

Dr. Klaus Miehling
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Ich habe nur die Aussage zitiert und in Zweifel gezogen. Insofern sollten Sie diese Antwort direkt auf den Artikel machen, nicht auf meinen Kommentar.

GriasDi
1 Jahr zuvor

Die jahrelange Verunglimpfung des Lehrerberufes trägt endlich Früchte. Geliefert wie bestellt.

Cecilia Fabelhaft
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

Jahrelange Verunglimpfung wegen einer sattsam bekannten Floskel des Alt-Bundeskanzlers Schröder? Eher vielleicht das ewige Gejammer und Genörgel über den Lehrerberuf in Lehrerforen????

GriasDi
1 Jahr zuvor

Quatsch, weil sich ja so viele in Lehrerforen tummeln.
Die Bildzeitung tut auch was sie kann, um Lehrer zu verunglimpfen.

Tanja aus dem home office
1 Jahr zuvor

tja, kein hoemoffice und keine 4 Tage Woche und deshalb nicht privilegiert.
Generation Z wird da nichtz mitspielen und andere Berufe wählen.
Schule braucht 50% homeschooling, Flexibilität und gute Bezahlung.

Sally
1 Jahr zuvor

Wo ist der Unterschied zum Status quo?
Und wie möge bitte das Home Office aussehen, wenn alle Lehrer ausschließlich unterrichten wollen (ohne Korrekturen, ohne Elternkommunikation, ohne wasweiß ich)?

Vierblättriges Kleeblatt
1 Jahr zuvor

Das habe ich eben dazu gelesen. Ein bisschen Hoffnung gibt es also noch, wenngleich die SPD mal deutlich mehr versprochen hatte (4 Abminderungsstunden für alle, die angestellt bleiben):

„„Wir prüfen explizit, ob wir die Altersermäßigungsstunden weiter herabsetzen können“, sagte die CDU-Politikerin. Man höre insbesondere von älteren Lehrkräften immer wieder, dass die Belastung sehr hoch sei. Derzeit sieht die Altersermäßigung vor, dass Lehrkräften ab dem 58. Lebensjahr eine wöchentliche Unterrichtsstunde erlassen wird, ab dem 61. Lebensjahr sind es zwei Stunden.“
https://www.tagesspiegel.de/weniger-unterrichtstunden-fur-angestellte-lehrer-bildungssenatorin-will-weiteren-nachteilsausgleich-prufen-9864002.html

Jutta Langlois
11 Monate zuvor

Solange in Bayern ein Lehramtsstudium aus NRW nicht voll anerkannt und somit der Lehrer schlechter bezahlt wird, ist das nicht verwunderlich !

potschemutschka
11 Monate zuvor
Antwortet  Jutta Langlois

Das ist eben Föderalismus! (Übrigens war ich oft versucht „Förderalismus“ zu schreiben, bis ich mir diese Eselsbrücke einprägte: „Föderalismus hat nichts mit „fördern“ zu tun, für das Bildungssystem ist es NICHT förderlich.“)