Hitze macht Unterricht in maroden Schulen zur Qual: Philologen fordern Schutzplan für Schüler und Lehrer

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MAINZ. Angesichts der aktuellen Witterung und dem sich verschärfenden Klimawandel begrüßt der Philologenverband Rheinland-Pfalz die Initiative von Bundesgesundheitsminister Lauterbach, einen „Hitzeschutzplan Deutschland“ zu erstellen. Dem eigenen Bildungsministerium wirft er dagegen Untätigkeit vor. Mit Blick auf die Schulen stellen die Gymnasiallehrkräfte fest: „Die Landesregierung hat es leider in den letzten Jahren versäumt, auf die immer heißeren und trockeneren Sommer mit einer geeigneten Strategie zu reagieren.“ 

Viele Schulgebäude sind schlecht gedämmt – was sich auch im Sommer bemerkbar macht. Foto: Shutterstock

Man sei in Deutschland nicht gut aufgestellt – meint Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Es gehe um ein sehr wichtiges Präventionsthema, das an Bedeutung gewinnen werde: den Klimawandel und, damit verbunden, die zunehmende Hitze. „Andere Länder machen uns vor, wie es geht“, so Lauterbach. Bald gehe eine Einladung an Akteure für ein Gespräch im Bundesgesundheitsministerium heraus. Man werde dann ein gutes Maßnahmenbündel  haben. Mit Verweis auf die noch anstehenden Gespräche nannte der SPD-Politiker nur einige mögliche Details.

Es geht demnach um Warn- oder Alarmstufen, die ausgerufen werden und mit denen dann konkrete Maßnahmen verbunden werden, etwa eine gezielte Ansprache älterer oder pflegebedürftiger Menschen und die Versorgung mit Flüssigkeit. Lauterbach nannte auch die Einrichtung von Kälteräumen und erwähnte kostenlose Trinkbrunnen in großen Städten in den USA oder Frankreich. „Das sind niedrig hängende Früchte, die aber viel bringen.“ Der Bund sei auch zu Investitionen bereit.

„Eine umfassende Sanierung der Schulen in Deutschland muss endlich politische Priorität haben“

Dass auch für Schulhöfe und Kita-Außenflächen Handlungsbedarf besteht, darauf machte das Bundesamt für Stahlenschutz (BfS) bereits im vergangenen Jahr aufmerksam. „Es ist wünschenswert, dass etwa Schulen und Kitas, aber auch Freibäder ihre Außenflächen mit Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern versehen“, hieß es (News4teachers berichtete). Viele Spielplätze etwa lägen immer noch in der prallen Sonne.

Auch die Gebäude selbst seien oftmals nicht gut gegen Hitze isoliert, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) seinerzeit feststellte. „Es ist teilweise kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen unsere Kinder lernen müssen“, hieß es. „Eine umfassende Sanierung der Schulen in Deutschland muss endlich politische Priorität haben.“ Der Sanierungsstau bei Schulgebäuden wird aktuell bundesweit auf rund 47 Milliarden Euro geschätzt.

Der Philologenverband Rheinland-Pfalz stößt ins gleiche Horn. „Schülerinnen und Schüler, ebenso aber auch die Lehrkräfte und anderes Schulpersonal arbeiten häufig in viel zu heißen Räumen, die teilweise nur unzureichend beschattet und gelüftet werden können“, sagt die Landesvorsitzende Cornelia Schwartz. Sie fordert die Landesregierung auf, zusammen mit den Schulträgern tragfähige Konzepte zum Gesundheits- und Arbeitsschutz zu entwickeln und dazu auch notwendige bauliche Maßnahmen zügig umzusetzen.

Schwartz: „Die neuen Schulbaurichtlinien, auf die wir schon viel zu lange warten, müssen den veränderten Gegebenheiten Rechnung tragen. Aktuell muss die Landesregierung im Zusammenwirken mit den Kommunen dafür sorgen, dass die momentane Hitzewelle nicht zur Gefahr für die am Schulleben Beteiligten wird.“ Ganz konkret und als Akutmaßnahme fordert der Philologenverband Rheinland-Pfalz die Aufstellung von gut erreichbaren Wasserspendern in allen Schulgebäuden des Landes.

Auch mit dieser Forderung ist der Philologenverband nicht allein. „Dafür setzen wir uns schon lange ein“, so heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Landesregierungen könnten eine Vorreiterrolle gegen die Folgen der Klimaänderung einnehmen, wenn sie schrittweise alle Schulen mit Trinkwasser-Zapfstellen ausstatten würden. News4teachers

„Betreuung muss gewährleistet sein“: Hitzefrei gibt’s für Schüler immer seltener

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Lolo
11 Monate zuvor

Wie wäre es mit Klimaanlagen?

Teacher Andi
11 Monate zuvor
Antwortet  Lolo

Oh, wie vermessen!! Die werden nur für die ministeriellen Räume genehmigt. Wo kommen wir denn da hin! In Schulen! Klimaanlagen! Ist doch die Digitalisierung schon so teuer! Und die wackelnden Stühle sollten ja auch ausgetauscht werden! Der Linoleum-Boden blättert überall ab und springt auf, man kann nicht alles haben. Im Übrigen läuft einem halt 6 Stunden das Wasser den Rücken herunter, es gibt Schlimmeres. Zum Ausgleich frieren wir dann im Winter wieder, weil die Heizung immer noch nicht funktioniert. Lehrer und Schüler haben sich als sehr leidensfähig erwiesen, warum soll man das ändern?

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Lolo

Klimaanlagen wirken in Schulen nicht, siehe Luftfilter.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Klimaanlagen die Temperatur oftmals nur um 2-3 °C absenken.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und in Schulen zudem nur im Winter…

Tim Bullerbü
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und viiiiel zu laut.
Wirksamkeit nicht bestätigt.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Klimaanlagen wirken in Schulen nicht, siehe Luftfilter.“

Wissenschaftler haben zweifelsfrei nachgewiesen, dass Lehrkräfte zu bl… sind, Klimaanlagen richtig zu bedienen. Auch mit Luftfiltern waren und sind sie überfordert. Erst ab Besoldungsgruppe B1 (= Schulbehörde) hat man die notwendige Kompetenz.

Vielleicht reicht ja auch eine Schulung für Lehrkräfte, wie man Fenster öffnet? Oder alternativ eine Handreichung zum „richtigen Lüften bei Hitze“.

Außerdem stören Klimaanlagen beim Erreichen der CO2-Ziele. Und da Lehrkräfte sowieso alles „faule, linke S…“ sind, wollen sie es ja so: Schwitzen für das Klima!

Und früher gab es auch keine Klimaanlagen in Schulen! Da hat man noch mit 100 Personen in einem viel zu kleinen Raum gemeinsam geschwitzt. Und trotzdem was gelernt…

Gabriele
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Die heutzutage immer häufiger erreichten Hitzespitzen wegen des Klimawandels – die zukünftig wohl eher noch viel öfter sogar mit noch weit höheren Extremwerten zu erwarten sind – sind doch überhaupt nicht vergleichbar mit den Temperaturwerten früherer Hitzeperioden.
Damals gab es sogar noch „hitzefrei“ – das war in den 1960ern und 1970ern.

Den früheren Unterrichtsschluss wegen „hitzefrei“ gibt es ja eh schon lange nicht mehr!

Eine Anpassung der Unterrichtsszeiten an die veränderten Wetterbedingungen ist wohl ins Auge zu fassen, z. B. temporärer Unterrichtsbeginn um 7.15 Uhr (Frühstunde).
Zumal wenn die Temperaturen im Schulgebäude nicht (mehr) bautechnisch, und/oder finanziell, zu senken sind.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach will Gesundheitsvorsorge auch durch einen angedachten „Hitzeplan“ verfolgen, um insbesondere die Zahl der Hitzetote unter den Älteren und Kranken zu reduzieren.

Zumindest ein kleines Zeichen in die richtige Richtung, obgleich wohl eher Symbolpolitik und Ablenkungsmanöver von Versäumnissen z.B. bei der Entlastung von pflegenden Angehörigen daheim bzw. beim Thema „Long Covid“ oder „Post Covid“.

Es gibt ja auch ältere oder hitzeempfindliche Lehrkräfte jeden Alters, ebenso Kinder und Jugendliche, die Hitze aus verschieden Gründen nicht gut vertragen oder meiden sollen.

Eindrücke aus der sommerlichen Unterrichtsrealität:
1) an unserem neuen Gebäudetrakt fuhren die Außenjalousien sofort hoch, wenn ein bisschen Wind herrschte. Die Verschattung war also sogleich weg! Sauna pur!

2) Fenster konnte man nur kleinen Spalt öffnen, da Sicherungssperren deren weites Öffnen, z.B. zum frühmorgigen Durch- und Querlüften, verhinderten.

In der Not unterrichteten wir bei geöffneten Türen, damit zumindest die etwas kühlere Luft aus dem Gang in die aufgeheizten Unterrichtsräume trat.
Natürlich hörten wir so die Stimmen aus den Nachbarzimmern sehr deutlich, was die Konzentration auch nicht steigerte.

dauerlüfterin
10 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Der HItzeplan aus dem Bundesgesundheitsministerium wird wieder so angelegt sein, dass er in Schulen nicht gilt, wetten?
(Hintergrund: sonst müssten die Kommunen ihren maroden Gebäudebestand sanieren, in dem es zu heiß wird. Und das ist natürlich zu teuer.)

Rainer Zufall
11 Monate zuvor

Nachdem ich die Luftfilter-Diskussion erlebt habe, hege ich extrem geringe Erwartungen. Millionen Euro ausgeben, dass Kinder in der ohnehin (zu) knapp gesteckten Zeit lernen können, oder alle bei Hitze heimschicken?

Oh, wie wird sich die Politik nur entscheiden? Wahrscheinlich kommt noch irgendwas mit Homeschooling dazu und alles sieht gut aus – auf dem Papier

Tito
11 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nach Hause schicken gibt es bei uns eigentlich gar nicht mehr.
Wir haben betreutes Schwitzen.

OMG
11 Monate zuvor

Bei uns ist es seit der Sanierung ein Problem. Es kann nur noch die Hälfte der Fensterflächen geöffnet werden. Durchzug ist nur schwer möglich. Dazu müssten Keile unter Türen geschoben werden oder jemand stellt sich hin und hält auf. Eine Lüftung wurde nicht eingebaut, dafür ist das Gebäude top gedämmt. Tipp des Schulträgers: Ab 5.00Uhr alle Fenster auf und dann ab 9.00Uhr alle zu.
Spitzenwert diese Woche auf der Sonnenseite: 33.7 Grad im Innenraum

Hellus
11 Monate zuvor
Antwortet  OMG

Dann muss der Schulträger nur noch die entsprechende Manpower bereitstellen, die in allen Schulen um 5:00 die Fenster öffnet.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Hellus

Gehört das nicht irgendwie zum Lehrberuf? Ich frage für Neueinsteiger.

Christabel
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Schwitzen und frieren gehören auf jeden Fall dazu! Klo aus Kaisers Zeiten und Holzstühle aus den Siebzigern auch! In der Lehrerküche aus den Achtzigern leben viele andere Lebewesen und im Rest der Schule stinkt es nach Schülerklos und zieht es durch undichte Türen und Fenster. I love it!!!

Pit2020
11 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

@Christabel

*grübel*
Dieses „Bühnenbild“ kommt mir irgendwie bekannt vor … voll Multi-Retro! 😉
Das spart doch glatt den DeLorean samt „Fluxkompensator“ vom guten alten Doc Emmet L. Brown (Der hätte schon längst Abhilfe geschaffen, jede Wette!) – oder anders gesagt: „Zurück in die Zukunft“, was aber das Vorhandensein einer Zukunft (hier: des Bildungswesens) voraussetzt, oder wenigstens den Glauben 😉 daran …

Als Doc Brown in der letzten Szene des 80er-Jahre-Kultfilms „Zurück in die Zukunft“ den „Fluxkompensator“ der DeLorean-Zeitmaschine mit Abfall statt Sprit betankte, da war es noch Science-Fiction …
Und wenn wir heute mit dem ganzen „Müll“ in Form von unsinnigen Studien, den hier schon vielfach zitierten durchs Dorf zu treibenden pädagogischen und methodischen „Säuen“, den ganzen leeren Versprechungen, den hohlen Phrasen und den plumpen Lügen, den unnützen Emails zur Unzeit, dem ganzen Bürokratie-Unsinn und -Dünnpfiff (sorry) dasselbe machen könnten wie Doc Brown – jahaaaaa, dann wären wir schon sehr viel weiter.
Ich glaub‘, ich muss mal wieder einen guten Film schauen …

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

:o) !!

OMG
11 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Cool. Teil 2 sehe ich gerade

Frau Kauz
11 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

Hier..hier..ich auch..ich auch: 30 Grad Raumtemperatur im eher kühlen Lehrerzimmer. Im Computerraum (vollsonnig) kann man leider keine Jalousien mehr runterlassen, weil das an der provisorisch installierten Feuertreppe scheitert (provisorisch vor 6 Jahren etwa eingebaut). In dem Zimmer ist es somit an sonnigen Tagen bereits um 9 Uhr unerträglich.
50 defekte Fenster, die nicht mehr geöffnet werden können, in manchen Zimmern funktioniert von 3 Fenstern nur noch 1.
Dahingegen find ich die Mäuse im Lehrerzimmer und dass es regelmäßig durchs Dach regnet gar nich so dramatisch 🙂

Tim Bullerbü
11 Monate zuvor
Antwortet  Frau Kauz

Das ist ja meine Schule!!!

dauerlüfterin
11 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

Ergänzung: Viel zu wenige von diesen Kaiserszeiten-Klos (widerspricht sämtlichen aktuellen rechtlichen Anforerungen).

ulschmitz
11 Monate zuvor
Antwortet  OMG

Da lachen ja die Hühner – ein Schulgebäude, das 1979 gebaut wurde – zwischenzeitlich Anbau neu – hatte in der Planungserwartung max. 25°C. Nun brennt die Sonne auf die außen angebrachten Bleche. Jeder Versuch, die Haudsmeister dazu zu bringen, Montagmorgen ab 07:00 alle Fenster zu öffnen, um die übers Wochenende angestaute Greenhouse-Mieferei/-Hitze loszuwerden, scheiterte gnadenlos. Aus feuertechnischen Gründen wurde dann auch die Möglichkeit abgeschafft, in einem der Treppenhäuser die Warmluft durch Dachfenster-Öffnungen abziehen zu lassen. Flure von 200 m Länge hatten an den Enden je 1 kleines Fenster zum Abkippen. Gemessen wurde bereits auf der 2. Etage gegen 11:00 35°C.
In den Klassen 5-7 grenzen solche Verhältnisse schon fast an Körperverletzung.

mississippi
11 Monate zuvor
Antwortet  OMG

Fenster zu habe ich ausprobiert, dann ist die CO2 Ampel ständig auf rot und die SchülerInnen in Panik. Geht also auch nicht.

OttoderKleine
11 Monate zuvor

Früher gab’s mal „hitzefrei“, so hieß das. Aber in der verlässlichen Ganztagsschule geht das wohl nicht mehr.

ulschmitz
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Außerdem handelt man sich dort, wo meiste beide Elternteile arbeiten – womöglich auswärts – brutalst-mögliche Telefonanrufe ein – Gleiches früher bei heftigen Schneeverhältnissen. Es sei denn, pfiffige Eltern hätten längst Betreuungs-Netzwerke aufgebaut, die derlei Zustände auffangen.

Marielle
11 Monate zuvor
Antwortet  ulschmitz

Wie machen das Lehrer mit schulpflichtigen Kindern, wenn die Kinder schulfrei haben (wegen Konferenz, Fortbildung, Lehrerausflug, Abitur, pädagogischen Tag, oder eben hitzefrei) und sie selbst bis 17 Uhr in der Schule sein müssen? Es werden ja nicht alle Eltern in der Nähe haben? Ich frage, weil das in der Tat ein Problem ist für arbeitende Eltern. Auch, wenn sie nicht Raffinerie dem schnöden Mammon fröhnen sondern einfach, naja nenne wir das Kind beim Namen, ihre vertraglich geschuldete Leistung erbringen.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Aus eigener Erfahrung: genauso wie andere Eltern in derselben Situation: Netzwerke bilden und organisieren, wer sich kümmert.

Marielle
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ich habe die traurige Erfahrung gemacht, dass Lehrermütter gerne auf Unterstützung zurückgreifen und mir ihre Kinder in Obhut gegeben haben (die Tage vor der Einschulung als in den anderen Klassen schon Schule war, oder gaaaanz wichtige Konferenzen). Mein Mann und ich haben diese Termine immer umschifft und seeeehr viel unbezahlten Urlaub genommen. Im Gegenzug hatten dieser Lehrerinnen in den Ferien genau NULL Zeit und Lust, uns zu helfen. „Nach dem ganzen Trubel tut es uns allen gut, einmal ganz ruhig zu machen. Also das passt jetzt leider so gar nicht“
Ja. „Einzelfall“. Anekdotische Evidenz. Aber leider sehr wahr und sehr traurig. Das hat meine Meinung von Lehrerinnen leider nachhaltig geprägt.

Gabriele
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Liebe Marielle,

„Geben und Nehmen“ sollte doch eigentlich selbstverständlich sein.

Da haben Sie leider einfach Pech gehabt.
Auch unter Lehrkräften gibt es „Schnorrer“, die keine Gegenleistung erbringen.

Solchen Menschen tut man im Wiederholungsfall dann einfach keine Gefallen nicht mehr!
Man lässt seine Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft dann halt nicht weiter „ungestraft“ de facto ausbeuten.

Ich habe das Glück, eine hilfsbereite, ganz liebe „Vollzeitmutter“ in der Nachbarschaft zu haben, die meine Kinder zusammen mit ihren eigenen in der Kindergarten- und Grundschulzeit versorgte und betreute, wenn ich noch Unterricht hatte – oder nach dem Unterricht Konferenzen. Unentgeldlich!

In den Schulferien revanchierte ich mich dann natürlich immer!
Denn ohne sie hätte ich nicht sorglos an der Schule sein können.
Ich bin ihr heute noch sehr dankbar für ihre damalige Hilfe.

Ich hatte die große Kinderschar dann in den Schulferien selbst öfter über viele Stunden bei uns im Haus: bekochte, betreute und „bespaßte“ ihre und meine Kinder, Abholen vom Kindergarten und „Schulferienprogramm“ inklusive.

„Gnadenlos ausnutzen“ geht doch wohl gar nicht! Das ist einfach unanständig.
Als LehrerIn sollte man hohe ethische Werte verinnerlicht haben.

Ich bin kein Gutmensch – und ich kenne viele LehrerInnen mit einem sehr hohen Berufsethos!

Auch weiß ich von einigen Fällen unter meinen ehemaligen Kolleginnen, wo das beschriebene „Geben und Nehmen“ in ähnlicher Form ebenfalls allerbestens geklappt hat. Eine win-win-Situation für beide Seiten.

Übrigens,
1) die vielen Konferenzen zu Schuljahresbeginn sind wirklich sehr wichtig: entscheidende Weichenstellungen, Absprachen, Teambildung etc.

2) Ich wurde am Einschulungstag meiner beider Söhne von meiner Schule vom Dienst freigestellt. Der Papa und beide Omas und Opas, alle waren anwesend.

All dies ist gelebte Mitmenschlichkeit, zeugt von einer echt menschlichen Schule – bereichert das Leben.

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Auch Lehrer*innen können wie andere Menschen sein.

Blau
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Also wir haben oft Besuch in den Ferien. Wir arbeiten auch die Hälfte aller Ferien und das geht viel besser, wenn unsere Kinder Besuch haben und beschäftigt sind. Aus 3 mach 6 Kinder

Gabriele
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Unterrichtsausfall wegen Abitur, Konferenzen, Fortbildung oder Pädagogischem Tag???

In welchem Bundesland gibt es das denn???

Während meiner aktiven Dienstzeit in Bayern (1995 – 2014) jedenfalls de facto nicht!

In meiner jahrzehntelangen (!) Dienstzeit – davor in Baden-Württemberg – habe das praktisch also nicht (!) erlebt, erinnere nur ganz wenige, somit äußerst seltene Einzelfälle.
Ich habe an insgesamt vier Gymnasien in den beiden Bundesländern unterrichtet, überwiegend in fast Vollzeit.

Marielle
10 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Ja. BW. Gestern und heute kein Unterricht wegen mündlichem Abitur. Nächste Woche Weiterbildubgstag für die Lehrer.
Die Ausfälle wegen Konferenzen werden dann wohl die Wochen danach kommen.
Ich weiß: das ist Teil der Arbeit der Lehrer. Aber als Eltern kann man halt schon auch genervt sein bei so viel Ausfall (der jetzt nicht wegen Lehrermangel oder Krankheit zustande kommt, sondern eingeplant ist).

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Das ist aber doch schon immer so gewesen. Sie dürfen wegen anderem Ausfall genervt sein, nämlich dem, der entsteht, wenn einfach keine Lehrkräfte verfügbar sind, weil die Politik sich nicht rechtzeitig gekümmert hat.

Blau
10 Monate zuvor
Antwortet  Marielle

Aber Abitur gibt es doch erst an weiterführenden Schulen. Spätestens ab Klasse 7 können Kinder doch alleine zuhause sein? Und davor gibt es idr eine Notbetreuung in der Schule

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Als ich (in NRW) als Lehrerin anfing, war der Elternsprechtag tatsächlich noch ein ganzer Tag, dafür fiel der Unterricht komplett aus. Auch für den jährlichen Lehrerausflug durfte man noch einen ganzen Tag nutzen. Über Betreuungsprobleme hat sich nie jemand beschwert… Aktuell gibt es 2 Ganztagskonferenzen pro Jahr, im kommenden Schuljahr kommt noch eine zusätzliche „Digitalkonferenz“ dazu.

Mama hoch 3
11 Monate zuvor
Antwortet  ulschmitz

Ich finde es so traurig, dass alle Kinder darunter leiden müssen, dass Rücksicht auf die Kinder der Vollzeit- Berufstätigen genommen werden muss. Was war es früher schön, als man bei hitzefrei schon um 11:30 Uhr im Freibad war. Das ist doch was, an das man sich gerne erinnert und der jetzigen Generation von Schülern komplett verwehrt bleibt.

Mary-Ellen
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Stimmt!
Darum haben wir im Sommer im Ganztag immer Sprühflaschen (ursprünglich für Zimmerpflanzen gedacht) dabei gehabt, um die knallroten, verschwitzten und doch schon recht apathischen GS-Kinder regelmäßig mit kühlem Nass zu reanimieren, sodass wir sie zum Schulschluss in halbwegs vorzeigbarer Verfassung den Eltern übergeben konnten.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Wildschweine suhlen sich zu dem Zweck auch mit nachweislich nachhaltigem Erfolg im Schlamm, das haben meine Studien ergeben. Ich werde in Kürze eine ausführliche Handlungsinformation zukommen lassen.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Der Sandkasten ist ausgetrocknet: Wasser für Schlamm gibt’s nicht! Wer soll das denn bezahlen?!

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Die schnöde Realisierung liegt bei den unteren Etagen und ficht mich als Weitsichtvisionär nicht an in meiner Wissensschafferei – auch der Wildsau im Wald ist es Wurst.

Mary-Ellen
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ich bitte ausdrücklichst darum! 😉

DerechteNorden
11 Monate zuvor

Bei uns an der Schule werden nachmittags sämtliche Fenster geschlossen und die Sonne erhitzt alles ganz wunderbar. Es gibt überall Zwischentüren wegen des Brandschutzes …
Natürlich darf kein Unterricht ausfallen, denn die Kids wären ja sonst unbetreut. Egal, ob die Zustände in der Schule unerträglich sind, Hauptsache, alle sind in der Schule.

Sally
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es geht nicht um die Betreuung, sondern um die Schulpflicht. Die raren Unterrichtswochen des Jahres wollen genutzt werden.
Hätten die Lehrer während der Lockdowns nicht so ein Gewese um die Unmöglichkeit, von Zuhause zu arbeiten gemacht, wäre eventuell home schooling / home Office möglich.
Aber so stehen die persönlichen Befindlichkeiten, die Überstrapazierung des Datenschutzes und überhaupt die Unmöglichkeit, woanders als in der Schule Unterricht zu geben diesem im Wege.
Lasst doch Eure Konferenzen ausfallen. Aber klar, wenn es anstrengend wird ist Unterricht das erste, was gestrichen werden soll.
Ja. Im Sommer ist es heiß in schlechten Gebäuden. Aber für die 4 Stunden pro Tag lohnt sich nunmal eine Generalsanierung nicht.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Genau, die raren Unterrichtsstunden müssen genutzt werden, sagen sich so manche Elternteile und beantragen die Freistellung vor den Ferien (wahlweise ist das Kind auch krank), um eher in den Urlaub zu verschwinden.

Sally
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Mag sein, dass das so manche machen. So manche Lehrer leiden aber auch plötzlich an Schul-Brücken an Migräne.
Oder unken nach hitzefrei.

HellaWahnsinn
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

@Sally

Tri-tra-Trollala … 😉

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

„So manche Lehrer leiden aber auch plötzlich an Schul-Brücken an Migräne.
Oder unken nach hitzefrei. „- verstehe ich nicht. Was sind „Schul-Brücken? Und „nach etwas unken“ ist mir unbekannt.
Haben Sie vielleicht zu viel Sonne abbekommen?

HellaWahnsinn
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@DerechteNorden

Vielleicht hat der Übersetzungs-Bot von „Sally“ schon Ferien?
Oder Migräne?
Oder Brücken-Tag?

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

… oder zu wenige Lehrer abbekommen? Fragen über Fragen.

Hellus
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Sie haben offensichtlich keine Ahnung von Migräne. Ich halte es für primitiv, sie für despektierliche Witzchen oder Unterstellungen zu missbrauchen.

laromir
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Für Konferenzen gibt es kein Hitzefrei. Die Kinder gehen heim und die Lehrkräfte sitzen auch bei 40°C weiter in der Schule. Also was soll der Kommentar. Und effektiv ist Lernen bei windstillen 28 °C und tropischer Luftfeuchtigkeit hinter riesiger Fensterfront bei praller Sonne ab 8 Uhr, wirklich nicht.

OMG
11 Monate zuvor
Antwortet  laromir

…..aber man hat doch schon etwas tropischen Urlaubsflair. Insofern ja doch beste Vorbereitung auf den Urlaub (Ironie aus)

Canishine
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

🙂

TaMu
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Früher gab es trotz Schulpflicht hitzefrei. Es geht um Betreuung, weil zu Hause niemand für die Kinder da ist. 4 Stunden? Unterricht dauert ohne Ganztagsbetreuung bereits von 7.45 Uhr bis 13.05 Uhr. Wenn es anstrengend wird? Wer kann bei über 30 Grad in einem Raum noch produktiv lernen, denken, lehren? Im Grunde genommen ist es Qualhaltung. Man sollte es vielleicht über den Tierschutz regeln.

Christabel
11 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Unterricht in weiterführenden Schulen dauert von 8 bis 3 oder länger, alles ohne angemessene Pause. Keine Möglichkeit zu beschatten, keine Klimaanlage, keine Trinkspender, Cafeteria schließt um 13 Uhr, danach keine Getränke mehr. Bei Hitze eine absolute Zumutung, egal wie alt man ist.

Ça me fatigue
11 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

… nein!
Wie kommen Sie auf 4 Stunden?

Schule (Unterricht) dauert (je nach Tag und Stundenplan) von 8 Uhr bis 13:30 Uhr oder 15:45 Uhr oder 17 Uhr je nach Tag!
An manchen Tagen mit 8 Stunden (8 mal 45 Minuten) Unterricht und etwa 45 Minuten Pause mittags – und in der restlichen Zeit nochmal Hitze, Gespräche mit Kollegen, Konferenzen, Verwaltungsaufgaben, Unterrichtsvor- / -nachbereitung (Experimente, Materialpflege etc.), Kopieren, warten auf einen Kopierer, … usw.

Man kann dann aber nicht erst um 8 Uhr kommen, also muss man ab 7:45 Uhr rechnen, ebenso muss man am Ende des Tages Zeit dazuaddieren.

Danach kommt zuhause die Unterrichtsvor- und -nachbereitung für den /die nächsten Tag/e, Korrekturen, Mails an Eltern /Kollegen / andere Stellen, Kommunikation mit SuS über Teams, Organisation von irgendwas.

In einem Raum, der nach Süden ausgerichtet ist, kann man nur mit teilweise geschlossenen Läden und offenen Fenstern existieren (wenn das überhaupt möglich ist). Zusammen mit (im Schnitt) über 25 Jugendlichen, die alle selbst auch noch heizen und ausdünsten (Pupertät!), ist das ein für alle Anwesenden oft unerträgliches Raumklima. Da hilft auch Lüften nicht mehr, wenn drinnen und draußen die gleiche Temperatur herrscht. Spätestens nach 12 Uhr sind die SuS zu nichts mehr zu motivieren.

Wie lauten eigentlich die Arbeitsschutzbedingungen der verschiedenen Bundesländer/Kultusministerien bzgl. der Raumtemperaturen für Lehrer in Klassenzimmern? Gibt es da einen Überblick? Ich meine konkrete Regeln mit konkreten Zahlen.

Die Bedingungen für das Verwaltungspersonal sind ja normalerweise klar definiert. Auch für alle anderen Berufszweige gibt es klare Vorgaben, die die Arbeitgeber einhalten müssen (mit vielen Ausnahmen für die Gastronomie).

Die Bedingungen für Lehrer müssten die gleichen sein wie die für Schüler (ist ja auch der gleiche Raum). Ich habe beim Suchen nur alte Dokumente gefunden, in denen nichts Konkretes steht.

Falls es tatsächlich keine neueren Regeln für dieses Thema geben sollte, wird es höchste Zeit, dass welche definiert werden, die arbeitnehmerfreundlich (für SuS und LuL) sind.

Mit solchen „Saunaaufenthalten“ incl. natürlicher Aromen kann man kein neues Lehrpersonal gewinnen. Das wirkt höchst abschreckend – auch bei den heutigen SuS, also den potentiellen LuL von morgen.

TaMu
11 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Ich hatte auf Sally geantwortet, weil ich ebenfalls erstaunt war, dass er/sie von 4 Stunden geschrieben hatte, deshalb auch mein Fragezeichen dahinter.

Ça me fatigue
11 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

… oh ja, stimmt … hatte ich überlesen …

Gabriele
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Echt? Unterricht nur (!) bis 13.05 Uhr??
Gibt’s am Gymnasium schon seit ewigen Zeiten nicht mehr, liegt ferne Urzeiten zurück!

Elma283
10 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Meine Tochter ist am Gymnasium. Täglich bis 13.10 Uhr Unterricht. Jetzt ab Klasse 9 kommt wohl ein Nachmittag dazu.

ulschmitz
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Die Zeugnis- und Päda-Konferenzen sollen ausfallen? OMG! 4 Stunden pro Tag? Ich kenne das nur mit 07:40 Beginn, mit Glück gegen 15:00 raus. Was heißt hier „Gewese“? Ich kenne reichlich fälle, wo nur die IT-Ausstattung des selbständigen Lebensgefährtin Beschulung per Netz/PC überhaupt möglich machte. Wenn hier jemsnd „Gewese macht“, dann sind das wohl eher Sie.

Peace
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Mal wieder typisch. Alle Lehrer sind faul und meckern nur rum. Ich kann es nicht mehr hören. Sage ja auch nicht, dass alle Eltern unfähig zur Erziehung sind und ihre Kinder lieber abgeben, anstatt sich selbst zu kümmern. Geht mir extrem auf die Nerven.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Vier Stunden pro Tag? Verstehe ich nicht. Bei uns geht der Unterricht bis zur 9. und in einigen Fällen auch bis zur 10. Std.
Ich verstehe Ihren Post auch sonst nicht, denn ich habe Distanzunterricht gemacht.
Und an die Kids denken Sie wohl gar nicht, Sally?

Konfutse
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nein, Sally will die eigenen Kinder 24/7 am liebsten an andere abdrücken und ärgert sich, dass das nicht klappt. Deshalb verhärmt!

Sally
11 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

Mit nichten.

Sandrina
11 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

Ist ja schon absurd das ganze.

Lehrer berschweren sich, dass einige (wenige) Schüler kurz vor den Sommerferien nicht mehr in die Schule kommen („verlängerte Ferien“) und klagen deshalb die Eltern an.
Wenn diese Eltern allerdings wollen, dass die Kinder in die Schule gehen (auch im Sommer), werden diese Eltern des „Abdrückens“ beschuldigt.
Wohingegen die Lehrer – die die Kinder alle in der Schule sehen wollen, obwohl die Klassen zu groß sind – am besten per Polizei einfordern wollen, dass alle Kinder zum Unterricht kommen – im Sommer am liebsten gar keinen Unterricht machen wollen (weil Sommer und warm).
Sollen die Eltern die Kinder nun in die Schule schicken oder nicht?
Manchmal finde ich die Argumentation von Lehrern sehr verwirrend.
(Meine Kinder hatten in der Grundschule tatsächlich meistens nur bis 12 Schule…)

A.J. Wiedenhammer
11 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Also, ich kenne eigentlich keine Lehrer, die sich „beschweren“, wenn weniger Schüler zur Schule kommen. Außer ein paar ganz hundertprozentige oder ganz idealistische, je nachdem.
(Politisch gewollte) Schulpflicht und deren Umsetzung st Sache der (Schul-)Politik.
Aber manche Eltern händeln es eben auch so: Auf der einen Seite viel Engagement von Seiten der Schule fordern, aber andererseits bei persönlichem Bedarf die Schulsache „locker“ sehen

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Nein, die Schulaufsichtsbehörde klagt. Sie verwechseln Lehrer als Bedienstete des Landes mit deren Dienstgeber.
Wenn die Verbandssprecher von Industrieverbänden für eine Anhebung des Rendenalters plädieren, sprechen sie für die arbeitgeber und nicht für die Arbeitnehmer.
Mir als Lehrkraft ist doch die Anzahl der Fehlstunden einzelner Schüler und Schülerinnen gleichgültig. So lange die minderjährig sind liegt das Aufenthaltbestimmungsrecht bei den Erziehungsberechtigten. Dass diese dabei ggf. gegen die bestehende Schulpflicht verstoßen, interessiert mich als Person nicht die Bohne. Ich muss lediglich die Arbeitsanweisungen meines Arbeitgebers beachten und der Meldepflicht nachkommen. Ich muss also das Fehlen melden. Alles Weitere liegt außerhalb meines Zuständigkeitsbereiches.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

Mit dem Differenzieren haben Sie es nicht so, was?
Sie ziehen die falschen Schlüsse.
Wenn die Verhältnisse in der Schule normal sind, dann sollten die Kids auch in die Schule kommen, um etwas zu lernen.
Ist es zu heiß, muss man hier Abstriche machen können, weil es gesundheitsschädlich und wenig produktiv für die Kids ist. (Es wird ja gefordert, dass man daran arbeitet, die Hitze nicht in den Gebäuden zu haben!)
Wenn Kids zukünftig eine Woche vor Ferienbeginn mit ihren Eltern nach Malle fliegen dürften, dann würden das immer mehr Eltern so machen und die Ferien verlängerten sich auf 12 Wochen, weil man dann ja immer früher bzw. später fliegen muss, da sich die Preise danach richten. … Die gemeinsame Unterrichtszeit würde weniger …
Da muss man kein Hardliner sein, um das zu verstehen.
Wenn Klassen zu groß sind, dann ist das richtig übel, ja, allerdings kann die Konsequenz daraus nicht lauten, dass man dann ja gar keine Schule haben sollte.

Gabriele
10 Monate zuvor
Antwortet  Sandrina

ad Sandrina:

verquere Gedankenführung, bunt gemischter, vermischter Gedanknewust!

Im Übrigen, schon mal was von „Schulpflicht“ gehört?
Ist verfassungsmäßig vorgeschrieben!

Alfons
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Stehen Sie sich mit Lehrkräften so gut, dass Sie diese prinzipiell duzen? Oder ist das abschätzig gemeint?

Peace
11 Monate zuvor
Antwortet  Alfons

Ne, das gehört dazu. Groß rummeckern und dann die einfachsten Höflichkeitsregeln nicht kennen. Aber da sind natürlich auch die Lehrer Schuld, weil sie wohl vergessen haben, es zu vermitteln.

Leseratte
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

4 Stunden pro Tag? Schon mal in einen Stundenplan der Mittel-und Oberstufe geschaut?
Die Klassenstufen 5+6 haben bei uns in Thüringen am Gymnasium 62 Wochenstunden, also pro Jahr im Durchschnitt 31, die 7+8 hat 67 und die 9+10 hat 68 Wochenstunden, also 34 pro Jahr, in der Abiturstufe bis zu 37,5 Stunden. Und je älter die SuS, umso mehr Nachmittagsunterricht fällt an. Zu der Zeit ist es bei uns besonders warm und insgesamt unangenehm, weil viele Räume zur Sonn- und Straßenseite liegen und man bei offenem Fenster zu der Hitze auch noch den Lärm hat, aber die Fenster geschlossen zu halten ist auch keine Lösung.

dauerlüfterin
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

*gähn*

Gabriele
10 Monate zuvor
Antwortet  Sally

ad Sally:

Wahrlich unsägliches Gesülze von Jemandem, der nun wirklich keinerlei Ahnung von Schule hat!

Sicherlich einer dieser unseligen Trolle oder bots, die wieder einmal auch hier versuchen, ihr Unwesen zu treiben.
Leute oder Hintermänner/-frauen, die lediglich Aufmischen um des Aufmischens willen im Schilde führen und keinerlei sachdienliche, weiterführende Infos oder konstruktive Gedanken beisteuern.

Armselig!.

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor

Arbeitsschutz in Schulen? Kein Thema. Aber echt nicht.

https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/456#:~:text=Die%20Lufttemperatur%20in%20B%C3%BCror%C3%A4umen%20soll,26%20%C2%B0C%20nicht%20%C3%BCberschreiten.

Die Arbeitsstättenverordnung gibt der Sache dann den Rest an Details.

Wenn man die Prognose für die nächsten Jahrzehnte anschaut, sollte man bei Neubauten eine Klimaanlage berücksichtigen. Wird nicht geschehen und hinterher singt die KMK das Lied „Wer konnte das erahnen, wer hat so viel Geld ..“

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

„In Einzelfällen kann das Arbeiten bei über +26 °C zu einer Ge-
sundheitsgefährdung führen, wenn hinsichtlich erhöhter Luft-
temperatur gesundheitlich Vorbelastete und besonders schutz-
bedürftige Beschäftigte (z. B. Jugendliche, Ältere, Schwangere,
stillende Mütter) im Raum tätig sind.
In solchen Fällen ist über weitere Maßnahmen anhand einer an
die schutzbedürftige Person angepassten Gefährdungsbeurtei-
lung zu entscheiden.“

(von dort)

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ja genau. Die Einordnung meinerseits ist auch recht einfach. Ältere. Die Jugend ist gewichen, still bin ich geworden.

Carsten
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

„ist …. zu entscheiden“ bedeutet, dass dies gemacht werden muss. Also erst Gefährdungsbeurteilung – angepasst an die Klientel, dann Entscheidung. Hat jemand Erfahrung mit dem Pochen auf dieses Vorgehen ?

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Ja schon, aber es steht da ja nicht, wie über weitere Maßnahmen entschieden werden muss. Vielleicht, nur als ein Beispiel, kommt heraus, dass es schon noch geht, man muss es aber ganz genau beobachten …

Carsten
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Gibt sicher eine Kommentierung dazu, vielleicht ist auch die Gefährdungsbeurteilung der Schlüssel, sollte zu den Akten genommen werden damit das Gericht die Vollständigkeit prüfen kann.

Carsten
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ergänzung: Der Kommentar zur Arbeitsstättenverordnung ist von Kollmer und Wiebauer!

Blau
11 Monate zuvor

In unserem Klassenraum ist es schon bei 23 Grad draußen schon in der ersten Pause 30 Grad heiß. Die Kids können sich kaum konzentrieren. An Außentemperaturen um 35 Grad mag ich im Moment gar nicht denken. Abhilfe ist absehbar nicht in Sicht.

Csa
11 Monate zuvor

Was wir ganz dringend brauchen, ist eine Broschüre zum richtigen Lüften.

Mami
11 Monate zuvor
Antwortet  Csa

Made my day.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Csa

Hatten wir doch schon bei Corona, schick laminiert: „effektiv Lüften“. Allerdings ging es da um den Winter, weil die Raumtemperatur zu schnell auf 17 Grad und tiefer absank…

Indra Rupp
11 Monate zuvor
Antwortet  Csa

Man könnte im Schulgebäude aber auch Tomaten, Zitronen, Orangen und Melone anbauen. Ich glaube, dass wächst bei dem Klima wunderbar!

ulschmitz
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das gab mal nen Bericht über ein GYM in Wien, die verdienten reichlich Geld mit a) Urinsammlung (Oberstufe) für Harnsäurenherstellung und b) Gewächshaus-Vorbauten vor den Klassenfensterreihen. Die Innenluft wurde trickreich in die Gewächshäuser geleitet, kam gekühlt und gereinigt zurück, das Gemüse aus den Gewächshäusern wurde uf dem Naschmarkt oder wo vertickt.

Marion
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und spendet so herrlich schön Schatten. Gegen den Durst kann man dann gleich die reifen Früchte vom Baum pflücken und sich ein leckeres Kaltgetränk mixen. Seufz, Schule kann so schön sein…..
Ich hatte trotzdem lieber hitzefrei. Gab es mal bei 27° im Schatten – kicher.
Also früher galt das mal:
27° = Hitze. LOL!

laromir
11 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Und wir konnten trotz Hitzefrei lesen. Hitzefrei hat die Bildung wohl nicht ruiniert.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Was hätte alles aus mir werden können, wenn es kein Hitzefrei gegeben hätte… Aber so hat’s wegen der vielen verpassten Schulstunden nur für Lehrer gereicht.
Hey, das ist doch DAS Mittel gegen den Lehrermangel: ganz viel Hitzefrei, und dann sind die Kids hinterher zu zu doof für irgendwas anderes und werden Lehrer! Also bei mir hat das funktioniert!

Kaddrin
10 Monate zuvor
Antwortet  Csa

Da kommen Erinnerungen hoch, … ✌️

Konfutse
11 Monate zuvor

Völlig hirnrissiges und vermessenes Anliegen der Philologen! Phantasten. Philosophen.
Die haben wohl nicht kapiert, dass es nur um um Schulen/KiTas und deren mobiles Inventar aka. Personal und Schüler/Kinder geht. Bildung darf kein Geld kosten. Da ist jeder investierte Euro rausgeschmissenes Geld. Das ist seit Jahrzehnten so. Und so soll es auch in Zukunft bleiben.
Ansprüche hat das Volk, da kann man nur staunen!

PaPo
11 Monate zuvor

Warum gilt es heutzutage eigtl. als Argument, Schüler weiterführender Schulen nicht mehr (auch unangekündigt) vor regulärem Unterrichtsschluss nach Hause zu entlassen, warum gab es für diese Notbetreuung während der Pandemie, wird Ganztagsbetreuung als notwendig verklärt, wo diese Schüler doch i.d.R. mind. zehn Jahre alt sind und jungen Menschen seit Urzeiten (und andernorts immer noch) berechtigterweise erfolgreich(!) zugetraut wurde, alt genug zu sein, um über ein hinreichendes Maß an Eigenverantwortung und Fähigkeiten zu besitzen, sich ein paar Stunden selbst zu beschäftigen und zu versorgen, ohne hier befürchten zu müssen, dass sie auf dem Heimweg außerhalb der Zeit verlustig gehen, ihrer kriminogenen Energie freien Lauf lassen, in Unfallkatastrophen cineastischen Ausmaßes verwickelt werden o.ä. oder zu Hause verhungern, die Wohnung abfackeln, an Unterbeschäftigung verenden etc.?

Maggi
11 Monate zuvor

Was gibt es da zu fordern oder zu diskutieren? Das ist alles schon längst im Arbeitsschutzgesetz festgelegt. Nur wird es nicht eingefordert:
Das Arbeitsschutzgesetz besagt, dass die Temperatur am Arbeitsplatz muss bei Temperaturen über 30°C durch effektive Maßnahmen vom Arbeitgeber gesenkt werden. Lüftungseinrichtungen, eine Lockerung der Bekleidungsregeln und das Bereitstellen von kühlenden Getränken sind dabei einige Möglichkeiten. Liegt die Temperatur über 35°C gilt der Raum nicht mehr als Arbeitsraum.

Die Lehrer sind z. T. Arbeitnehmer und nur angestellt – warum nicht einfach heimgehen? Bei Beamten ist es komplizierter, aber der Hauptpersonalrat müsste hier das Land mehr in seine Fürsorgepflicht erinnern und deren Einhaltung endlich mal einklagen. Die Gewerkschaften könnten das auch machen.

Wie eine bessere Klimatisierung umgesetzt wird ist nicht die Aufgabe der Lehrer oder Schulleitungen, sondern die Verantwortung liegt hier bei den Ländern.

Carsten
11 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Heimgehen ist eine gute Idee, vorher Beweise sichern, geeichtes Thermometer, anderen Raum fordern, gleich Feststellungsklage einreichen …

dauerlüfterin
11 Monate zuvor

Ich bin am Wochenende zwei Stunden lang durch eine Waldorf-Schule geführt worden. Erbaut in mehreren Bauabschnitten in den Achtzigern.
Bemerkenswert war, dass überall im Haus angenehme Temperaturen herrschten.
Bei einer analogen Tour durch meine Schule, erbaut Ende der Sechziger, käme man aus dem Schwitzen gar nicht mehr raus.
Muss wohl an der Bausubstsnz liegen…

OttoderKleine
11 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Wie macht man das eigentlich in Südeuropa, also Italien, Spanien, Griechenland, wo es im Sommer noch wärmer ist als bei uns?

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Da es dort ja schon länger immer wärmer gewesen ist, wird man Schulen wahrscheinlich etwas anders gebaut haben. So wie Häuser dort auch.

Makkus
10 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ausweiten der Ferien sollte nicht das Rezept gegen Missstände sein.

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Makkus

Ich denke, Sie haben meinen Beitrag nicht verstanden. Es ist kein Vorschlag, sondern nur eine Antwort auf Ottos Frage. SO machen es die Südländer.

dauerlüfterin
10 Monate zuvor
Antwortet  Makkus

Hat außer Ihnen ja auch niemand insinuiert.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Außerdem gibt es dort längere Sommerferien.

gri
10 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Die haben meist deutlich längere Sommerferien (in Italien etwa 3 Monate)

OttoderKleine
10 Monate zuvor
Antwortet  gri

Ja, und warum können die das und wir nicht? Beim PISA-Test werden dennoch alle gleich behandelt. 🙂

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Da haben die Kinder 10 bis 12 Wochen Sommerferien. Im Gebiet Valencia z.B. startete man dieses Jahr wie NRW am 22.6., hat aber bis 10.9. frei. NRW „darf“ schon am 7.8. wieder ran, mitten in der Hochsommerphase. Bei uns gibt es Räume, da zeigt das Thermometer schon vor Unterrichtsbeginn knapp 30 Grad an. Abhilfe? Fehlanzeige. Wir dürfen nicht mal nachts die Oberlichter auf Kipp lassen, es könnte ja reinregnen (Lehrer sind anscheinend auch zu doof, im Wetterbericht zu erkennen, ob diese Gefahr besteht). Wenn man sich beschwert, heißt es nur, man könne mit den Kindern raus gehen (dort ist es ja auch überhaupt nicht heiß) oder „erleichterten Unterricht“ machen (alle sitzen schwitzend rum und warten auf den Schlussgong). Ganz prima.

Kim P
10 Monate zuvor

Ein großer Baum ist die beste, nachhaltigste, energiesparendste Klimaanlage.
Leider dauert das Wachstum noch länger als der Einbau einer Wärmepumpe.

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  Kim P

Vor meinem Klassenraum stehen mehrere große Bäume. Die machen den Raum zwar dunkel, aber nicht kühl.

Ureinwohner Nordost
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Komisch,

vor meinem Chemie-Labor wachsen Pappeln.
Es ist der klimatisch (Temperatur,
Luftfeuchtigkeit,…) begehrteste Raum an der Schule.
Alle wollen dort hinein.
Und ich soll Chemie woanders unterrichten.
8 Monate, dann hört das auf… für mich. 😉

Hellus
10 Monate zuvor
Antwortet  Kim P

Bei uns wurden die großen Bäume gefällt, wegen Umsturzgefahr bei zunehmenden Starkwindereignissen. 🙁