Schulen im Klimawandel: „Kinder und Lehrende sitzen viele Stunden täglich in baufälligen und stickigen Gebäuden“

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DÜSSELDORF. Angesichts des Klimawandels werden starke und anhaltende Hitzewellen nach Ansicht von Fachleuten eher die Regel als die Ausnahme bleiben. Das Bundesamt für Stahlenschutz (BfS) benennt mit Blick auf den Temperaturanstieg Handlungsbedarf in Kitas und Schulen. Nötig seien Schattenoasen für Erwachsene und für Kinder. Die Verbraucherzentrale NRW fordert öffentliche Wasserspender – vor allen in Schulen. Die Deutsche Umwelthilfe sieht in vielen Schulgebäuden gar „Klimakiller“.

Viele Schulgebäude sind schlecht gedämmt – was sich auch im Sommer bemerkbar macht (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Drückende Hitze, trockene Böden, Wassermangel und Waldbrandgefahr: Die Menschen spüren derzeit, was Hitzewellen im Klimawandel bedeuten. Es sei absehbar, dass Hitzewellen weiter zunehmen werden und immer höhere Rekordtemperaturen auf uns zukommen. Zwischen 2000 und 2018 wurden laut Umweltbundesamt acht der elf wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 beobachtet.

Die Zahl der sonnenreichen Jahre ist laut BfS in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen. „Der Klimawandel bringt uns in Deutschland mehr wolkenlose Tage und damit vermehrt ultraviolette Strahlung, die Hauptkrebs verursachen kann“, sagt dessen Präsidentin Inge Paulini gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seit dem Jahr 2000 habe sich die Zahl derjenigen, die an Hautkrebs neu erkrankt sind, mehr als verdoppelt. Die Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung dürften in der Klimakrise nicht unterschätzt werden.

„Es ist wünschenswert, dass Schulen und Kitas ihre Außenflächen mit Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern versehen“

Das betreffe auch die Plätze, an denen sich viele Kinder aufhalten – vor allem die Bildungseinrichtungen. „Es ist wünschenswert, dass etwa Schulen und Kitas, aber auch Freibäder ihre Außenflächen mit Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern versehen“, sagt Paulini. Viele Spielplätze etwa lägen immer noch in der prallen Sonne. Hitzeschutz und UV-Schutz müssten Hand in Hand gehen. Um sich vor Strahlung zu schützen, lohne es den aktuellen UV-Index zu beobachten. „Schon bei einem recht niedrigen Wert – also ab Wert 3 – sollte man zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben“, sagte Paulini. „Bei deutlich höheren Werten wäre es besser, über Mittag drinnen zu sein.“

Auch die Verbraucherzeintrale NRW hat die gesundheitlichen Belastungen durch die Klimakrise im Blick. „Deshalb sind dringend Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der Klimaänderung notwendig“, befindet Vorstand Wolfgang Schuldzinski.  „Dazu gehört auch der einfache Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum.“ Diesen zu verbessern und sicherzustellen, dass an öffentlichen Plätzen Trinkwasserzapfstellen bereitgestellt werden, fordere auch die überarbeitete EU-Trinkwasserrichtlinie, die Deutschland bis 12. Januar 2023 in nationales Recht umsetzen müsse.

Die Verbraucherzentrale fordert daher ein Landesprogramm „Schulen ans (Trinkwasser-)Netz“: „Leitungswasser ist preiswert, schont Ressourcen und ist ein idealer Durstlöscher“, sagt Wolfgang Schuldzinski. „Dafür setzen wir uns als Verbraucherzentrale NRW schon lange ein – und die neue Landesregierung in NRW könnte eine Vorreiterrolle gegen die Folgen der Klimaänderung einnehmen, wenn sie schrittweise alle Schulen in NRW mit Trinkwasser-Zapfstellen ausstatten würde. Als Startsignal könnte man mit den ersten Tausend beginnen.“

„Es ist teilweise kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen unsere Kinder lernen müssen“

Die Schulgebäude hat unterdessen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Blick. „Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht: Schulen haben keinen Platz auf der politischen Agenda. Bis heute mangelt es an Luftfiltern, Kinder und Lehrende sitzen viele Stunden täglich in baufälligen und stickigen Gebäuden. Eine fehlende Wärmedämmung führt häufig zu Schimmelbildung und eine modere Gebäudetechnik, die sowohl die Lüftung als auch die Temperaturregelung steuern kann, fehlt in den allermeisten Fällen“, so hieß es dort in einer Pressemitteilung vom Juli 2021. Weitere Probleme seien der sommerliche Hitzeschutz und die teilweise desaströsen Zuständen der sanitären Anlagen.

„Es ist teilweise kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen unsere Kinder lernen müssen“, meint Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Eine umfassende Sanierung der Schulen in Deutschland muss endlich politische Priorität haben. Diese Generation wird doppelt unter dem schlechten Gebäudebestand leiden: Heute direkt durch die gesundheitlichen Belastungen und in Zukunft durch den Klimawandel, zu dem diese Gebäude beitragen.“ News4teachers

Klimawandel: Stadt (Dresden) kündigt Modellprojekt gegen Hitze auf dem Schulhof an

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Walter Hasenbrot
16 Tage zuvor

In jedem Klassenraum gibt es ein Waschbecken mit einem Hahn, aus dem Trinkwasser kommt.

Zusätzliche Trinkwasserbrunnen sind also überflüssig.

Das Geld kann aber gerne in die Sanierung der Gebäude und auch der Waschbecken fließen.

Mika
16 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nicht in jedem Raum in meiner Schule gibt es ein Waschbecken mit Wasserhahn. In den Räumen mit Wasserhahn ist dieser in einer Höhe über dem Waschbecken angebracht, dass man sich zwar gerade so die Hände darunter abspülen, aber keine Flasche zum Füllen darunter halten kann.

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wann haben Sie das letzte Mal eine Schule von innen gesehen? Meine GS wird gerade saniert. Die wenigen noch vorhandenen Waschbecken werden abgebaut, statt kaputte zu ersetzen!

Walter Hasenbrot
15 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich sehe täglich eine Schule von innen.

In allen Schulen, an denen ich unterrichtet habe, gibt es in allen Klassenräumen Waschbecken.

Und auch an niedrig positionierten Wasserhähnen kann man eine Flasche auffüllen, wenn man sie schräg hält.

Schulen ohne Waschbecken in Klassenräume dürften eher die Ausnahme als die Regel sein.

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Mit welcher Absolutheit Sie wissen, dass man auch unter niedrig positionierte Hähne eine Flasche füllen kann…
Sehr schwierig, wenn aus Spritzschutzgründen der Auslass des Hahnes unterhalb des Beckenrandes liegt, das Becken konisch geformt und selbst nicht hoch ist. Nein, an unseren Becken können auch Sie keine Flasche füllen.

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ja, solche mit max. 0,2l Inhalt an den wenigen Wasserhähnen in meiner Schule.
Nichts für ungut, aber Sie können sich nicht einfach aufschwingen und behaupten, es wäre an jeder Schule so wie an Ihrer.

Gabriele
12 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ihre Schule ist ganz offenbar überhaupt nicht (mehr) repräsentativ.

Sie ist offensichtlich nicht State of the Art (= auf dem neuesten Stand).

Es verbietet sich folglich, von Ihrer Schule auf die Zustände an den meisten anderen Schulen in Deutschland zu schließen.

Ich kenne Gymnasien in Bayern und BaWü und weiß Genaueres über die digitale bzw. technischen Ausstattung einer Berufsschule in BaWü.

Ein Waschbecken in jedem Klassenzimmer ist offensichtlich – in den Augen der Architekten? aus Kostengründen, da ja Kreidetafeln obsolet (=veraltet)? – entbehrlich geworden.
Die SchülerInnen könnten ja zum Händewaschen in die Vorräume der Toiletten gehen.

Sehr zum Leidwesen der Lehrkräfte!

Besonders während der Pandemie, denn Zeitfresser von wertvoller, knapper Unterrichtszeit des Präsenzunterrichts, wenn etwa 30 SchülerInnen erst einmal – zeitschindend – gemütlich zu den Klos und zurück ins Klassenzimmer schlendern.
Denn ganz gründliches Händewaschen ist ja angesagt bzw. von oben sogar angeordnet.

Gabriele
12 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

In den neueren Schulgebäuden gibt’s in den Klassenzimmern meist nur Whiteboards (elekronische, smarte Tafeln, mit Laptop, Beamer etc), also keine Kreidetafeln mehr!

Höchstens mit bestimmten Folienstiften beschreibbare Nebentafeln, die mit chemischer Flüssigkeit „gewischt“, d.h. gereinigt, werden.

Waschbecken??? Fehlanzeige!

Donauperle
16 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wo ist diese Wunderschule, in der in jedem Klassenzimmer ein Waschbecken ist? Unsere baufällige und auf mehrere Gebäude verteilte Schule (ca. 1700 SuS) wird an anderer Stelle neu gebaut. Im Moment läuft die Planungsphase. In keinem einzigen der Klassenzimmer ist ein Waschbecken vorgesehen. Braucht man ja nicht mehr, es gibt ja keine Tafeln mehr, die nass geputzt werden müssen. Dafür erhält jeder Schüler einen Spind mit der Möglichkeit Tablet bzw. Handy zu laden. So sieht moderner Schulhausbau aus.

potschemutschka
15 Tage zuvor
Antwortet  Donauperle

Diese Begründung mit den Tafeln erhielten wir auch!

KARIN
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Es gibt relativ viel neue Schulen, in welchen keine Waschbecken mehr in den Klassenzimmer zu finden sind!
Teilweise neu gebaut und eingeweiht kurz vor Corona!

TheTeacher
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

In jedem Klassenraum gibt es ein Waschbecken mit einem Hahn, aus dem Trinkwasser kommt.“ Ihre Aussage zeigt ihre Unkenntnis in diesem Bereich deutlich auf, denn diese ist unwahr.

MB aus NRW
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nicht in jedem Raum ist ein Becken, aber in JEDEM mit Becken ein Schild „Kein Trinkwasser“ – erhöhte Legionellenwerte…seit 2 oder 3 Jahren schon, es passiert nichts…
Willkommen in der Realität deutscher Schulen…

Schattenläufer
15 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Bei uns uraltes Gebäude. Etwa 70% der Klassen haben ein Waschbecken. Der Rest wird mit Eimern bedient.
Das Wasser hat oft eine seltsame Farbe dank der uralten Leitungen.

An der Schule meines Sohnes ist das nicht besser. Eine Trinkflaschenfüllung am Waschbecken der Umkleide in der Sporthalle hat ihm letztlich 2 Tage Durchfall und somit Schulausfall beschert.

Lisa_S
16 Tage zuvor

Ähm…wir haben in jedem Klassenraum eine Trinkwasserzapfstelle. Nennt sich Wasserhahn und ist an jedem Waschbecken befestigt!!!

Derdiedas
16 Tage zuvor
Antwortet  Lisa_S

Bei uns tatsächlich nicht. Die Rohre sind alt und es wird nicht dazu geraten dies als Trinkwasser zu nutzen. Zudem sind nicht alle Hähne so hoch, dass eine Trinkflasche darunter passt. Zudem haben mittlerweile sehr viele Schulen aus Platzgründen Container auf ihren Schulhöfen. Die sind oft auch ohne Waschbecken ausgestattet.

potschemutschka
16 Tage zuvor
Antwortet  Lisa_S

Schön für Sie, ist aber an den meisten Schulen, die ich hier in Berlin kenne, nicht so.

TheTeacher
15 Tage zuvor
Antwortet  Lisa_S

Wir haben in keinem Klassenraum ein Waschbecken oder Wasserhahn. Und nun? Bitte einfach mal über den eigenen Tellerrand hinwegsehen.

kanndochnichtwahrsein
16 Tage zuvor

Schön, aber das reicht nicht aus.
Schatten für Schulhöfe, Entsiegelungen, auch um Klimaanlagen werden wir nicht herumkommen, die Gebäude heizen sich unendlich auf, es gibt in vielen Schulen keine effektive Verschattung der Fenster, oftmals nicht einmal halbwegs angemessen gegen Hitze wie Kälte isolierte Klassenzimmer, Schüler müssen am Fenster sitzen, weil anders der Platz fehlt und frieren sich wegen Corona den A… ab, im Sommer werden sie gebraten.
Das ist unzumutbar.
Es gibt keine vernünftigen Waschräume oder Umzugsmöglichkeiten – immerhin sind die Kinder, gerade auf dem Land bei langen Anfahrtswegen, an vielen Tagen zehn und mehr Stunden von zu Hause weg; die Klos sind jetzt schon überfrequentiert, wenn die Kinder im Sommer pausenlos „mal eben trinken“ und dann ebenso pausenlos zum Klo rennen müssen.
Vor Jahren wurden Bäume gefällt, weil sie Laub werfen und der Stadt Arbeit machen. Schon damals stieg die Temperatur in bisher beschatteten Räumen dadurch signifikant und sehr unangenehm.

Da hilft auch ein Wasserspender nicht, um den 400 Kinder stehen, von denen die Hälfte Unsinn mit dem Wasser macht.
Von den hygienischen Umständen dann mal ganz abgesehen – wie oft kommen Kinder zum Lehrer und behaupten, einer habe „körpereigene Flüssigkeiten“ in seine Cola/in seine Wasserflasche…
Muss man das den wirklich Verantwortlichen erklären?

Und warum überhaupt müssen bei extremen Hitzetagen Kinder bis zur letzten Stunde in der Schule bleiben?
Wir haben doch eh Lehrermangel. Alle arbeiten weit über ihr Soll.
Auch die Kinder leiden unter der Dauerbeschulung bis 16 Uhr, zumal unter den gegebenen Umständen.
Warum gönnt man ihnen dann nicht einfach „hitzefrei“, entlastet damit den Nahverkehr (bei Hitze: Menschen in Büchsen) und gönnt den Lehrern ein Abfeiern ihrer unendlichen Mehrarbeit, die keiner bezahlt. Die Lehrer gehen zu 90 % eh nach Hause um den Unterricht für den nächsten Tag oder die Zeugnisse vorzubereiten und dazu endlich mal ein Stündchen mehr Ruhe zu haben… Ich denke, da muss keiner Angst haben, dass der Staat durch Hitzefrei finanziell geschädigt würde, weil die Lehrer zu wenig für ihr Geld tun…
Und das alles so lange, bis Städte, bis Schulen tatsächlich dem Klimawandel angemessen ausgestattet sind, bis es ausreichend Lehrer und Platz gibt, bis man im Notfall auch mal auf dem Schulhof unterrichten kann.
Sowas geht nicht, wenn in der 8.Stunde eh schon Mitbetreuung angesagt ist, der verbliebene Lehrer selbst dehydriert mit Kopfschmerzen nur noch durchhält und die Kinder am Rad drehen…

DerechteNorden
15 Tage zuvor

Wir wissen doch schon, dass wir in Zukunft einfach nur mit mehr Kids pro Klasse und Schule und sonst keinen Veränderungen rechnen können, das haben die Kommunen doch bereits vorgeschlagen, also geplant.
Ach, ich habe die niedrigeren Temperaturen in den Schulen vergessen, weil ja auch noch die Heizungen runtergeregelt werden. Aber das macht uns in Zukunft ja nichts mehr, weil wir das ja schon kennen.

Andre Hog
15 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Genau so wird es kommen…mit der trockenen Begründung, dass für weitergehende Maßnahmen kein Geld da ist…das wurde uns sowohl in Zeiten satter Steuereinnahmen und gutgestellter Staatskasse gesagt und das wird uns gerade jetzt gesagt werden, wo es enger wird….und genau dazu dient zur argumentativen Vorentlastung die Ankündigung aus dem Städtetag und den drohenden Worten von Kretschmann aus BW.

Wer anderes glaubt oder sogar erwartet ist leider nur als „naiv“ zu bezeichnen.

Wie heißt es in einem alten Soulklassiker:
„A hard rain’s gonna come!“

Heinz
15 Tage zuvor

Weil wir doch spätestens seit Corona wissen, dass unser Job vorrangig Kinderbetreuung ist, damit die Eltern in Ruhe arbeiten gehen können oder damit Eltern von verhaltenskreativen Kindern endlich mal ein paar Stunden Ruhe haben.

Neugierig
16 Tage zuvor

??? Trinkwasserzapfanlagen???? Heußt bei mir Wasserhahn. Meine Mutter (Wasseranalytikerin) habe ich das Wasser in meinem Klassenzimmer prüfen lassen (alte Rohrleitungen etc,) Das Wasser, das aus dem Hahn kommt ist bestens. Damit lässt sich wunderbar die Trinkflasche wieder befüllen. Warum also Geld ausgeben? Da haben wir glaube ich drängendere Probleme!

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Bei uns an der Schule haben 3/4 der Räume keine Waschbecken. In den Toiletten kann man keine Flaschen befüllen.

Andre Hog
15 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„In den Toiletten kann man keine Flaschen befüllen.“

Klar kann man das, ist ein bisschen fummelig, dauert entsprechend lange immer wieder die Spülung zu betätigen und man mag das „gezapfte Wasser“ vllt auch nicht trinken….aber breite Teile der Öffentlichkeit werden sich finden, die dann lauthals bestätige werden, dass das problemlos zumutbar ist…, v.a. weil sie es selber nicht ertragen müssen.
So entwickelt sich die Realität in unserem Land.

Last edited 15 Tage zuvor by Andre Hog
-mm-
15 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ich werde mir sicher nicht die Trinkwasserflasche an einem von 30 Leuten mit was auch immer vollgeschlonzten Wasserhahn auffüllen. Und das ist ja nur das sichtbare Ende. In den maroden Leitungen der alten Schulgebäuden werden sich so allerlei Keime tummeln- vorzugsweise Legionellen. Meinen Kindern hab ich das auch schon nahegelegt- weiß nur nicht, mit welchem Erfolg. Auf jeden Fall verlassen sie das Haus zu ihrem… wie hieß es doch gleich?…ach ja Lebensort…immer nur mit gut gefüllten Trinkflaschen.

Andre Hog
14 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Sie haben schon bemerkt, dass mein Post bissiger Sarkasmus war, oder?? 😉

-mm-
14 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ja, hab ich. Ich hab kurz über diese Alternative statt Wasserhahn nachgedacht und dann beides verworfen. Und sie haben vielleicht inzwischen auch schon bemerkt, dass ich nicht vom Auffüllen an der Klospülung sondern am Wasserhahn geredet habe. Aber zugegebenermaßen ist mein Beitrag schusseliger Weise in der falsche Antwort gelandet. War eigentlich als Antwort auf Neugierig vorgesehen.

Walter Hasenbrot
14 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Und glauben Sie dass ein Trinkwasserspender nicht „von 30 Leuten vollgeschlonzt“ wäre?

Das Wasser aus den Trinkwasserspendern würde außrdem durch dieselben Leitungen kommen.

-mm-
14 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wie gesagt, ich fülle meine Flasche nicht in der Schule auf. Auch nicht an einem Trinkwasserspender. Darum ist es mir auch egal, ob sie installiert werden oder nicht. Über die alten Leitungen könnte man schon eher mal nachdenken. Aber das gehört angesichts der übrigen Baustellen in den Schule wahrscheinlich auch schon zum Jammern auf hohem Niveau.

Gabriele
12 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Witz komm raus!

Aber falls das feine, geistreiche Ironie sein sollte? Gründlich misslungen! Eher plump – und dann auch noch aus der „untersten Schublade“!

Zumutung!

uesdW
16 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Nun ja, wir haben zwar in jedem Zimmer Wasser-Hähne, aber unsers Schüler bwvorzugen leider so Sachen wie Red Bull, Monster, Coffee To Go.

Alla
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Wir haben in jeder Klasse einen Eimer für das Tafelwischwasser. Er fasst 5 Liter, der im Kunstraum fasst 10 Liter. Es gibt jeweils einen Ausguss mit Wasserhahn im Erdgeschoss und im Obergeschoss. Unter diesem können auch Flaschen befüllt werden. Die Wasserhähne in den Toiletten sind dafür zu niedrig angebracht.

KARIN
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Siehe oben!
Unter den Hahn passt keine Flasche oder es gibt Waschbecken mehr in den Räumen!

KARIN
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Keine Waschbecken mehr!

Hellus
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Dann hat Ihnen Ihre Mutter wahrscheinlich auch erklärt, dass man vorher das Wasser aus alten Anlagen lange laufen lässt, bis richtig kaltes Wasser kommt, sonst ist es möglicherweise aufgrund chemischer und/oder bakterieller Belastung ungenießbar. Die meisten Kinder wissen das nicht und füllen sich unbedacht das Wasser in ihre Trinkflasche, das möglicherweise seit Stunden in diesem Zweig des langen schulischen Rohrnetzes abgestanden ist.

TheTeacher
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Bitte schauen Sie sich meinen Antwortpost zu Lisa_S an.

MB aus NRW
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Schön, wenn das bei Ihnen so ist…es gibt aber eben andere Schulen…

Heinz
15 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Wow, ich bin bei Ihrem Post wirklich noch am überlegen, ob Sie selbst noch Schüler sind? Anders kann ich mir diese gedankliche assoziationskette auf jeden Fall nicht erklären. Wenn Ihre Mutter (was ich im Übrigen, falls Sie wirklich Lehrer sein sollten etwas strange finden würde) bei Ihnen das Wasser an einem einzigen Wasserhahn untersucht hat, dann kann man also eine grundsätzliche Aussage für alle Schulen in Deutschland treffen? Das ist doch sensationell, warum wird sich nur in so vielen Bereichen so viel Arbeit gemacht? Dann reicht es ja in Zukunft, wenn eine einzige Schule in Deutschland eine Qualitätsanalyse machen muss um eine Aussage über alle Schulen zu treffen. Vll. kann ich dann demnächst auch einfach nur eine Klassenarbeit eines Schülers nachsehen und allen die gleichen Noten geben?

Ich glaube hier dürfte jedem, der darüber logisch nachdenkt klar sein, dass man solch pauschale Aussagen einfach nicht treffen kann. Ich behaupte sogar, dass ich wenn das Wasser in einer Schule an einem Wasserhahn testen würde, ich noch lange keine Aussage über andere Räume in anderen Gebäudeteilen treffen kann.
Nebenbei bemerkt, das Wasser was aus meinem Wasserhahn kommt ist gelblich/bräunlich verfärbt, wie ist denn dafür die Begründung, da sie ja jetzt durch ihre Mutter Wasserexperte für das gesamte Schulwasser deutschlandweit geworden sind?

Walter Hasenbrot
14 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Das Wasser aus den Wasserspendern würde doch aus denselben Leitungen kommen.

Micky
16 Tage zuvor

CO2-Messgeräte statt Luftfilter, etwas Grünes auf dem Schulhof statt Sonnenschutzeinrichtungen an den Fenstern, eine Trinkwasserzapfstelle statt Klimatechnik. Reicht doch, um zu sagen, man hätte was für die Kinder getan.

Cornelia
16 Tage zuvor

Ganz wichtig finde ich, dass auf Kinder in Sondereinrichtungen geachtet wird, die oft selbst nicht in der Lage sind, ihren Durst wahrzunehmen und/oder mitzuteilen, und die oft eine lange Busfahrt ( bis zu 60 Minuten) pro Strecke haben. Da kann es trotz Klimaanlage zu Problemen kommen. Dehydrierung, Überhitzung, und man ist hinterher stundenlang beschäftigt, das apathische Kind „herunterzukühlen“ mit feuchten Tüchern und Trinken.

Rike
16 Tage zuvor

Leute, lassen wir uns doch nicht verar….. – dieses Gerede um Trinkwasserzapfstellen (also Wasserhähne) ist doch das Installieren von Nebenschauplätzen und Ablenken vom eigentlichen Problem. Denn: einen Wasserhahn, aus dem Trinkbares Wasser kommt, wird man in den meisten Schulen finden, wenn auch nicht in jedem Klassenzimmer, aber das ist auch nicht nötig. Gut, nicht immer wird man eine Flasche darunterklemmen können, aber ich bin mir sicher, dass deswegen niemand verdurstet.
ABER: die meisten Schulen (Kitas, Hort usw) in Deutschland sind für die starke Sonneneinstrahlung, steigenden Temperaturen und extreme Hitzewellen in KEINER Weise gerüstet!!!! Von Energieeffizienz, Heizen, Lüften, Kühlen usw gar nicht zu reden. Und 11 Mio SuS und 800000 LuL müssen das ständig aushalten! Viele davon Ganztags. Darüber müsste man endlich reden, und die Eltern müssten dafür auf die Straße gehen. Es müsste täglich in den Nachrichten erscheinen, und zwar nicht nur als Lückenfüller und Randnotiz.
Unter solchen Bedingungen kann man nicht vernünftig lernen und damit wird „ Schule auch nicht zu einem Lebensort“ (oder einem, an dem wirklich niemand leben möchte).

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  Rike

Ich habe es bereits weiter oben geschrieben. Rechnen können wir in Schulen nur damit, dass man die Klassen vergrößert und im Winter die Heizung runterdreht.
https://www.news4teachers.de/2022/07/kalte-schulgebaeude-weniger-kita-fachkraefte-groessere-klassen-kommunen-wir-muessen-realistisch-mit-der-oeffentlichkeit-reden/

Dil Uhlenspiegel
12 Tage zuvor
Antwortet  Rike

Überlebensort?

Teacher Andi
15 Tage zuvor

Alle Verantwortlichen, die das große Sagen seitens Schulbetrieb und -ausstattung haben, sollten meiner Meinung nach bei 30 Grad jeden Tag, 6 Wochen lang, in überfüllten Klassenraum mit großer Fensterfront, wo den ganzen Vormittag die Sonne hereinknallt und die Jalousien oft nicht funktionieren, ihre Arbeit verrichten. Wenn man von einem geräumigen klimatisierten Arbeitszimmer mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten heraus über den Arbeitsplatz von Schülern und Lehrern in einer derart abschätzigen Art entscheidet, dann hilft nur noch knallharte und erlebte Realität. Die Schulen solten diesbezüglich etwas mutiger sein und permanent den Finger in die Wunde legen. Das Herumjammern um diese oder jene Gegebenheiten nützt gar nichts.

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Und damit die Herrschaften Schule mal so richtig real miterleben können, bitte zu 35 in einem Raum arbeiten, der für 30 Personen ausgelegt ist. Können ja nen Stuhl dazustellen.

TaMu
14 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Einfach mal die 112 rufen und sagen, dass hier gerade 8 junge Menschen hinter einer Glasscheibe sitzen, die unverschattet ist und dass sie seit zwei Stunden der prallen Sonne ausgesetzt sind, aber nicht aufstehen und weggehen können und dass sie sehr rote Köpfe und/oder blasse Gesichter haben. Ja, ansprechbar sind sie noch, aber nicht mehr wirklich fit. 6 klagen über Kopfschmerzen, zwei zusätzlich über leichte Übelkeit, alle sind benommen. Wetten, dass die Sanis die Kinder aus der Sonne holen? Da müssen dann die Eltern zum Abholen kommen und mindestens zwei landen zur Beobachtung in der Klinik.
So etwas sind Notfälle und nicht die tägliche Normalität, selbst wenn alle an der Schule Beteiligten da völlig resigniert sind. Ich halte es für bescheuert, den Eiweißen in den Gehirnen beim Gerinnen zuzusehen. Auf jeder Party ist das unterlassene Hilfeleistung, in der Schule ist es normal?

Micky
14 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Logisch, dass daran wie immer die Lehrer schuld sind, die hätten ja in einen kühlen Raum im Erdgeschoss gehen können (haha) oder in den Schatten auf dem Hof (hahaha). Typisch Lehrer, sooo unflexibel.

TaMu
14 Tage zuvor
Antwortet  Micky

So habe ich das nicht gemeint, Micky. Die Lehrer und Lehrerinnen werden schließlich gezwungen, in dieser Form Unterricht zu machen. Aber ich fände es gut, wenn sie mit so einer Aktion protestieren und auf den brutalen Missstand aufmerksam machen würden. Das käme in der Presse und würde auch die Kommunen nicht kalt lassen. Ich finde es auch nicht gut, wenn LuL dem Elend am sonnigen Fenster resigniert zusehen, weil ihre Schulleitung ja auch nichts dagegen machen kann und genau so resigniert ist. Deshalb die Idee mit der 112. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sanitäter bestätigen würden, dass der Zustand der SuS am Fenster kritisch war.

-mm-
14 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Stimmt! Normal und nicht mal erwähnenswert. Wenn dagegen ein Hund von Brad Pit (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) aus dem warmen Auto gerettet wird, füllt die Schlagzeile plus Artikel eine halbe Seite der Bild-Zeitung.

L352
15 Tage zuvor

Hauptsache, ein unbenutztes Whiteboard hängt an der Wand!

Dil Uhlenspiegel
12 Tage zuvor
Antwortet  L352

Unbefleckt und makellos, wie manch‘ Seel‘ gern wär‘.

Lehramtsaussteiger
12 Tage zuvor

Zustände wie in der 3.Welt.

GriasDi
6 Tage zuvor

Zitat:
„Es ist teilweise kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen unsere Kinder lernen müssen“
Sind das nicht die gleichen Bedingungen unter denen LehrerInnen auch arbeiten müssen???
Kann es sein dass der LehrerInnen-Mangel auch damit zusammenhängt?