Bundesbildungsministerin für neues Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ (wenn ich Kultusministerin wäre…)

11

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat sich dafür ausgesprochen, Wirtschaft und Finanzen als eigenes Schulfach zu unterrichten. Ein solches Fach wäre eine «riesige Chance», sagte sie im Podcast «Auf Geldreise» des Ratgebers Finanztip. Die FDP-Politikerin verwies auf nötige Grundkenntnisse über die soziale Marktwirtschaft und auf Themen wie sichere Anlagen, Sparen oder Altersvorsorge.

Bettina Stark-Watzinger
„Eine Hemmung“: Bundesbildungsministerin Bettina Stark Watzinger (FDP). Foto: BMBF / Hans-Joachim Rickel

Als Bundesministerin schränkte sie allerdings ein, dass ihr bei der Fächergestaltung der Schulen die Entscheidungsbefugnis fehlt – Bildung ist Sache der Bundesländer. «Das darf ich nicht entscheiden. Wenn ich Kultusministerin wäre, würde ich das umsetzen, aber das liegt auf Länderebene.»

Zur Frage ob Finanzen und Wirtschaft nicht auch in anderen Fächern mitbehandelt werden könnten, sagte Stark-Watzinger, sie sei persönlich der Auffassung, es sollte die Bedeutung eines eigenständigen Faches haben. In einigen Bereichen gebe es auch eine Hemmung, Wirtschaft in die Schule zu holen, kritisierte sie, «weil man das Gefühl hat, da findet eine Ökonomisierung statt».

Die FDP-Ministerin macht sich gemeinsam mit Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner schon länger für das Thema Finanzbildung junger Menschen stark. Im März hatten beiden die Erarbeitung einer «nationalen Finanzbildungsstrategie» in Zusammenarbeit mit der OECD angekündigt und den Aufbau einer zentralen Finanzbildungsplattform. News4teachers / mit Material der dpa

Warum es mehr Finanzbildung braucht – und wieso Lindner und Stark-Watzinger trotzdem zu kurz springen

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

11 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
PaPo
9 Monate zuvor

„In einigen Bereichen gebe es auch eine Hemmung, Wirtschaft in die Schule zu holen, kritisierte sie, «weil man das Gefühl hat, da findet eine Ökonomisierung statt».“
Problem erkannt… aber nicht verstanden?!

In NRW mutierte in der Mittelstufe das Fach „Politik“ zu „Politik-Wirtschaft“ und jetzt „Wirtschaft-Politik“ – hier mein entsprechendes ceterum censeo: https://www.news4teachers.de/2023/07/verfassungsschutz-warnt-rechte-gruppen-agitieren-bewusst-im-umfeld-von-schulen-mehr-demokratische-bildung-gefordert/#comment-532691

Und hier mein aktueller rage:
Ich soll meinen Neuntklässlern jetzt allerhand zur Unternehmensgründung, Start-Ups und Co. beibringen, während ca. die Hälfte der Unterrichtsstunden auch dieses Jahr bereits ohnehin dem Wirtschaftssystem und der entsprechenden -politik. hierzulande gewidmet ist. Zusätzlich vergeuden die Schüler und ich unsere Zeit mit Praktika etc.
Bereits in der 8. Klasse war lediglich ein Bruchteil der Unterrichtsstunden für das politische System in Deutschland (Verfassungsorgane, Wahlprinzipien, Gesetzgebungsprozesse, polit. Partizipationsmögöichkeiten etc.) vorgesehen, auch hier bestand die Hälfte der Nettounterrichtsstunden aus Potenzialanalyse, Vor- und Nachbereitung von Berufsfelderkundungen und natürlich deren Durchführung etc. (Dinge, die zumindest am Gymnasium nicht notwendig wären, wären diese nicht de facto – gemessen an der Schülerzahl – inzwischen die hauptschulen der Nation und voller Schüler, die de facto nicht für das Gymnasium geeignet sind, niemals eine HOchschulzugangsbefähigung, allenfalls die -berechtigung erhalten werden).
Die Önokomisierung hat das Fach „Politik“ fast komplett geschluckt……… und auch in der Oberstufe bleibt von einer Vielzahl an Disziplinen, die die Sozialwissenschaften außerhalb der Schule bilden, am Ende insb. die Wirtschaft und ein paar Reste von politik und Soziologie, die hier lediglich Zulieferer des Wirtschaftsthemas sind: Wirtschaftspolitik, sozialer Wandel der Arbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialstaat und dessen Einfluss auf die Ökonomie etc. Nicht, dass hier ökonomishces Wissen nicht relevant ist, aber dann doch bitte umgedreht, als Zulieferer oder zumindest lediglich komplementär zu Politik und Soziologie (und vielleicht könnte man den Schülern auch noch Kenntnisse in anderen Disziplinen der Sozialwissenschaften bermitteln, damit diese nicht die Schule in dem Glauben verlassen, Sozialwissenschaften wären lediglich VWL, BWL, Politologie und Soziologie…

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Trotz aller Belastungen, Widersprüche und der zu knappen Unterrichtststunden, denken Sie unbedingt daran „die Demokratie zu retten“:
https://www.news4teachers.de/2023/08/krisenmodus-ohne-ende-populismus-und-die-sozialen-medien-warum-die-schule-jetzt-gefordert-ist-die-demokratie-zu-retten/

Nicht jammern, sondern ranklotzen („Sokratischer Eid“)!

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Soll das Sarkasmus sein? Unpassend. Ja, wäre unser Job, wird uns aber verunmöglicht. Und jetzt?

Konfutse
9 Monate zuvor

Wenn ich KM wäre, Frau Prien, dann würde ich mich erst mal an der Basis meiner Mitarbeiter erkundigen, was nötig ist, dass alle SuS gesichert Lesen, Schreiben, Rechnen lernen, damit sie in der Lage sind, ihr „Leben“ draußen in der Freiheit mit all seinen Tücken und Kleingedrucktem VERSTEHEN können. Und auch, dass sie lernen, Politikersprech einordnen zu können, damit sie nicht auf hohles Gewäsch hereinfallen.

konfutse
9 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

Es muss natürlich Frau Stark-Watzinger heißen und nicht Frau Prien. Ist aber eh egal….

Palim
9 Monate zuvor

„Wenn ich Kultusministerin wäre, würde ich…“

… ein sehr schöner Anfang, der vielfältig fortgesetzt werden kann.

Lisa
9 Monate zuvor

Wir hatten in den Siebzigern in der Realschule und Gymnasium das Fach “ Wirtschaftslehre“ . Wurde das zusammen mit “ Hauswirtschaft und Ernährungslehre“, hatten wir auch, abgeschafft oder warum tun alle so, als wäre das eine völlig neue Idee?

Pfleiderer
9 Monate zuvor

Das kommt auf die lange, lange Liste der neuen Schulfächer, die wir anstelle der allgemeinbildenden Fächer unbedingt brauchen (siehe Berichte über Lesefähigkeiten von Schülern).

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Pfleiderer

Wenn die Schüler alle gut lesen könnten, dann könnten siesich das Wissen erlesen…

Einer
9 Monate zuvor

Wird doch in anderen Fächern schon unterrichtet
– Prozent- und Zinsrechnung wird im Matheunterricht behandelt und ist elementar für ein Verständnis von Finanzen.
– Lesen wird im Deutschunterricht gemacht und ist elementar für das Aufnehmen von Infos.
– Recherche wird in jeden Unterricht gemacht und ist elementar für das Finden von Alternativen.
– Denken und abwägen wird in jedem Unterricht gemacht und ist elementar um eine Entscheidung zu treffen.

Es ist alles schon da. Vielleicht sind unsere Schüler mittlerweile nur zu verwöhnt und lassen sich deshalb alles vorkauen. Getreu dem Motto „Sei schlau – stell dich dumm“. Oder sie haben das Verknüpfen von Techniken/Informationen unterschiedlicher Fächer einer verlernt und lassen sich lieber von Katzenvideos auf Youtube und TikTok ablenken.

GriasDi
9 Monate zuvor

Dann sollte man mal das „Wirtschaftswissen“ von SchülerInnen aus Bundesländern mit Wirtschaft als Schulfach mit dem von SchülerInnen ohne Wirtschaft als Schulfach vergleichen. Wahrscheinlich wird man keinen Unterschied feststellen. Wenn doch, dann kann man das Fach ja einführen. Wenn nicht, sollte man sich fragen, ob die Lehrpläne auch vernünftig sind.