Lehrermangel: Zahl der Lehramts-Anwärter fällt – GEW fordert Reform des Referendariats

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HANNOVER. Kurz vor dem Start des neuen Schuljahres in Niedersachsen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Lehrkräftemangel beklagt und eine Reform des Referendariats gefordert. Nach Gewerkschaftsangaben vom Montag fehlen landesweit rund 11.000 Beschäftigte an den Schulen, darunter etwa 8.000 Lehrkräfte. Und die Perspektiven sind nicht rosig. 

Es werden immer weniger… Illustration: Shutterstock

Der GEW-Landesvorsitzende Stefan Störmer sagte, die Zahl der Neueinstellungen sinke, wie auch die Zahl der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Dies sei ein echtes Alarmzeichen. In ganz Niedersachsen gibt es rund 70.000 hauptamtliche Lehrerinnen und Lehrer an den allgemein bildenden Schulen. Wie das Kultusministerium jüngst mitteilte, sind von zuletzt knapp 1750 ausgeschriebenen Stellen bisher erst etwas mehr als 1400 besetzt worden.

Die Zahl der Referendare geht laut dem Kultusministerium zurück. 2022 waren es noch rund 4200 Kräfte, ein Jahr zuvor waren es noch knapp 4500. Für dieses Jahr lagen dem Ministerium noch keine Zahlen vor. «Offenbar wird es zunehmend unattraktiver in den Vorbereitungsdienst einzutreten. Leider stellen wir zudem fest, dass die zeitliche und psychische Belastung im Referendariat zu Unzufriedenheit und Überforderung führen», sagte Störmer.

Die Gewerkschaft fordert eine Reform des Referendariats. «Die Ausbildung muss praxisorientierter werden und sich stärker auf den Berufsalltag beziehen. Wir brauchen eine Abkehr von der Prüfungsorientierung des Referendariats, hin zu einem Coaching der angehenden Lehrkräfte durch die Studienseminare», forderte Störmer. Insgesamt solle nach dem fünfjährigen Studium nur noch eine dreijährige Einführungsphase greifen. Das ergäbe eine Verkürzung von eineinhalb Jahren im Vergleich zum bisherigen Ablauf.

Umfrage: Viele Referendare sehen sich nicht gut vorbereitet

Die Gewerkschaft hat von Mitte Juni bis Anfang Juli Referendare und Berufseinsteiger befragt. Von rund 400 Referendaren gaben 84 Prozent an, dass es vollkommen oder überwiegend zutreffe, dass das Studium zu wenig auf die Herausforderungen in der Praxis vorbereite. 36 Prozent gaben an, dass sie sehr häufig oder häufig Angstzustände hätten, wenn sie an das Referendariat denken.

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der 200 Berufseinsteiger, die die Umfrage beantworteten, gaben an, dass sie sich überfordert fühlen. Jeder zweite gab an, dass er in Teilzeit arbeiten möchte.

Neues Pflichtfach für einige Schüler

Informatik wird nach den Sommerferien an fast 1000 allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen im Jahrgang 10 zum Pflichtfach. Ein Jahr später wird Informatik auch in der 9. Klasse ein Pflichtfach. Störmer sprach von einem Lehrermangel für das Fach. «Ich weiß nicht, wo die alle herkommen sollen.»

Die GEW hat nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder im Bundesland. Am Donnerstag beginnt das neue Schuljahr in Niedersachsen. Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) wird am Mittwoch einen Ausblick auf das neue Schuljahr geben.

Pensionierte Lehrer wieder in Klassenzimmern?

Störmer kritisierte, dass es keinen Brief von Kultusministerin Hamburg an pensionierte Lehrer gegeben hätte, um für eine Weiterbeschäftigung zu werben. Das Kultusministerium bestätigte, dass es einen solchen Brief bislang nicht gegeben hat. Die Ministerin habe in der Vergangenheit jedoch mit diversen Statements um Pensionierte geworben, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Schulleitungen und Landesämter würden zudem proaktiv auf pensionierte Lehrkräfte zugehen. Man prüfe derzeit, ob sich eine umfangreiche Werbeansprache per Brief umsetzen ließe. Der Sprecher verwies zudem auf eine Anhebung der sogenannten Hinzuverdienstgrenze.

Weitere Stimmen zum Schulstart

Der Verband niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) blickt mit großer Sorge auf das neue Schuljahr. «Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat es nicht geschafft, zum neuen Schuljahr alle ausgeschriebenen Lehrkräftestellen zu besetzen. Die daraus resultierende schlechte Unterrichtsversorgung wird für alle an Schulen Beteiligten zu einer nicht hinnehmbaren Belastung und Benachteiligung führen», sagte Verbandsvorsitzende Torsten Neumann.

Grundsätzlich begrüßt der Verband die Einführung des Faches Informatik. Das sei ein notwendiger Schritt, auch mit Blick auf die Berufsvorbereitung. Für so manche Schule werde die verpflichtende Einführung zu einer Herausforderung, da nicht genügend ausgebildete Fachkräfte für dieses neue Pflichtfach zur Verfügung stünden, hieß es.

Ministerium verweist auf geplante Gehaltsanhebung

Gefragt nach den Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an Schulen, verwies das Kultusministerium kürzlich auf die für 2024/25 geplante Anhebung der Gehälter von Lehrkräften, die an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichten. Diese soll die Arbeit an den Schulen attraktiver machen. Zudem solle zusätzliches Schulpersonal etwa für die IT oder Verwaltung die Lehrkräfte entlasten, so das Ministerium. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel: „Die Situation wird angespannt bleiben!“ GEW fordert, Lehrpläne auszudünnen

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Dirk Meier
9 Monate zuvor

Mal wieder fordert die GEW eine weitere Aufweichung des Leistungsprinzips. Wer im Referendariat nicht durchhält, kommt auch im Alltag mit voller Stelle nicht zurecht. Wir haben jetzt schon viel zu viele leistungsschwache Lehrkräfte an den Schulen, die es vor zehn oder 20 Jahren niemals zu einer solchen Stelle gebracht hätten.

Gut fände ich, wenn sich im Bildungsbereich eine neue Gewerkschaft bilden würde, welche einen charismatischen und angriffslustigen Vorsitzenden wie Herrn Weselsky (gerne auch weiblich oder divers) hätte und sich einzig und allein um die Beschäftigungsbedingungen von Lehrkräften kümmern würde.

Wenn man sich die reale Lohnentwicklung der Lehrerinnen und Lehrer in den letzten beiden Jahren ansieht, weiß man auch, weshalb die Zahl der Job-Interessenten immer weiter zurückgeht. In anderen Branchen gibt es Home-Office, vier Tage Woche, ein Job Rad oder einen Zuschuss zum Deutschlandticket und gute Leistungen werden honoriert. Bei uns heißt es immer größere Klassen, schwierigere Schüler und mindestens 10 % weniger Gehalt als vor zwei Jahren.

Ale
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Sehe ich ganz anders und dass obwohl ich das Ref gut abgeschlossen habe. Wir brauchen Lehrer die vor der Klasse stehen können und 25h Unterricht zu Beginn überleben. Schüler bedanken sich nicht für ein dauerhaftes Feuerwerk im Unterricht. Aber genau dieser Typ Lehrer wird gerade gefördert. Wir brauchen Leute die mit Schülern umgehen können und sich für diese Interessieren. Was bringen hier mehrere Lehrproben an Infogewinn. Wenn man refs gut begleitet weiß die Schule viel mehr über die Person. Und der Druck und das Angst machen an den Seminaren, die blödsinnige Doku… . Es gibt auch gute Fachleiter keine Frage aber genau diese wissen, wie eingeschränkt deren Perspektive ist. Und das sind nur Beispiele

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Schüler bedanken sich nicht für ein dauerhaftes Feuerwerk im Unterricht. Aber genau dieser Typ Lehrer wird gerade gefördert.

Finde ich auch.

Kadee
9 Monate zuvor

Naja, eingestiegen ist man/ frau in Brandenburg nicht annähernd mit 4000,- Euro.
Ich war 22 Jahre Studienrätin an einem ländlichen Gymnasium, mit den Fächern Deutsch und Englisch. Von Jahr zu Jahr wurde die Arbeitsbelastung höher und höher, besonders in den Prüfungsmonaten. Immer habe ich, weil das Pensum (angemessen) nicht schaffbar war, von mir aus auf Gehalt verzichtet und habe nur verkürzt gearbeitet.

Dann bin ich, weil ich, wie es oben so schön heißt, begriffen habe, dass das Leben ja sehr kostbar ist und schön(er) sein sollte, freiwillig an eine Grundschule gewechselt. Die finanziellen Einbußen sind minimal, aber meine dadurch gewonnene Freizeit für die eigene Familie schätze ich so, wie Sie es beschrieben haben.

Laubi
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

….“Bei uns heißt es immer größere Klassen, schwierigere Schüler und mindestens 10 % weniger Gehalt als vor zwei Jahren….“
….und Inklusion ohne Förderlehrer und allgemeiner Lehrermangel und….
Genau darum kann man diesen Breuf als Vollzeitlehrer nicht mehr schaffen.
Das hat überhaupt nichts mit leistungsunfähigen Referendaren zu tun.

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Laubi

10% weniger Gehalt? Bitte verbreiten Sie keine Gerüchte.

Es gibt in vielen Bundesländern A13 für alle. Das bringt rund 500 Euro mehr. Es gibt Zulagen und bessere Eingruppierungen (Stufen). Das brachte in Berlin bis zu 1600 Euro mehr. Es gibt die Wiederverbeamtung. Die bringt einige hundert Euro Netto monatlich mehr.

Und es gibt die normalen Gehaltserhöhungen, errungen von den Mitgliedern der Gewerkschaften mittels Streik.

Hmm...
9 Monate zuvor

Bitte verbreiten Sie keine Gerüchte.

Für Beamtinnen und Beamte am Gymnasium in Berlin greift leider keine der von Ihnen genannten Maßnahmen. Die letzte Lohnerhöhung im Dezember 2022 betrug 2,8%. Die nächste ist noch nicht absehbar, Zeitpunkt und Höhe offen.

„Die Tarifverhandlungen zur Anpassung des Tarifvertrags für die Beschäftigten der Länder (TvL) beginnen im Herbst 2023, da der TvL 2022/202 bis zum 31. August 2023 Gültigkeit hat.
Erst nach Abschluss dieser Tarifverhandlungen erfolgt – wie oben dargelegt – auch eine Anpassung der Landesbesoldung und -versorgung.
Die letzte zeit- und systemgerechte Übertragung des Tarifabschlusses im Länderbereich führte in der überwiegenden Anzahl der Länder am 1. Dezember 2022 zu einer Anpassung der Bezüge von 2,8 Prozent (Ausnahme Hessen, das seit 2004 nicht mehr Teil der Tarifgemeinschaft der Länder ist und eigenständige Tarifverträge abschließt).“
https://www.dbb.de/artikel/fragen-und-antworten-zur-einkommenrunde-2023-2024.html

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Bitte verbreiten Sie keine Gerüchte.

(1) Es war Berlin, das seinen neueingestellten Lehren sofort Erfahrungsstufe 5 gewährte und somit bis zu 1600 Euro mehr. Auch an Gymnasien!

(2) Es war Berlin, das (als Erstes?) A 13 für alle Lehrer einführte und somit den Betroffenen gut 500 Euro mehr brachte. Ja, Gymnasiallehrer nicht, denn die hatten das schon.

(3) Es war Berlin, das allen Landesbediensteten die Hauptstadtzulage in Höhe von 150 Euro gewährte. Bis A13-Verdienstler, also auch die meisten Gymnasiallehrer.

(4) Es war Berlin, dass den Landesbediensteten ein Firmenticket gewährte und jetzt das „Deutschlandticket Job“ (verrechnet mit der Hauptstadtzulage). Gymnasiallehrer nicht?

(5) Es ist Berlin, dass nun allen Lehrern bis 52 die Verbeamtung ermöglicht und somit weitere hundert Euro netto mehr im Portmonee. Auch Gymnasiallehrer !

Sie wollen mir jetzt sagen, die Gehaltserhöhungen gelten nicht für die Beamten in Berlin??? Davon habe ich noch nichts gehört. Verbeamtet war übrigens zuletzt eine Minderheit der Berliner Lehrer.

Tarifabschlüsse für Bund und Kommunen sind etwas anderes als die Tarifabschlüsse der Länder (Ihr Link). Lehrer sind zumeist Landesbedienstete !!! Natürlich bekamen die die letzte Gehaltserhöhung der Landesbediensteten auch! Was reden Sie da?

Klara
9 Monate zuvor

Um nochmal der Wahrheit die Ehre zu geben:
Berlin bezahlt seine Landesbeamten in R- und A-Besoldung unterdurchschnittlich schlecht. Das wurde höchstrichterlich festgestellt, in Juristendeutsch heißt das „Unteralimentierung“.
Dagegen legen wir seit mindestens 7 Jahren 1x jährlich Widerspruch beim Dienstherren ein.
Berlin wurde vom Gericht aufgefordert, das zu ändern, tat das aber nur bei der R-Besoldung = Richter*innen. Eine angemessene A-Besoldung wird ausgesessen.
Die 150,00 € Hauptstadtzulage wurde nach meiner Erinnerung danach eingeführt, wird aber von der Tarifgemeinschaft der Länder als eigenmächtig abgelehnt. Es könnte immernoch der Rausschmiss aus der TGdL (richtige Abkürzung?) oder die Rücknahme der Zulage folgen.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall fällt m. E. unter „Fürsorgepflicht“ des Dienstherrn.

1.600,00 € mehr in Berlin gilt für Quereinsteiger*innen, nicht für Bestandslehrkräfte.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Klara

Ich möchte auch zur Wahrheitsfindung beitragen. Die Einstufung in Stufe 5 bei Neueinstellung bekamen NICHT NUR Quereinsteiger, sondern alle neu eingestellten Lehrer ab 2013 oder so. Das waren allerdings zumeist angestellte Lehrer. (nicht gleichzusetzen mit Quereinsteigern!!!)

Dass die Tarifgemeinschaft die Hauptstadtzulage kritisch sieht, bedeutet ja aber nicht, dass es sie nicht gibt, oder? Man bekommt also mit derzeit 5600 Euro (oder schon mehr) bei A13 noch 150 Euro Hauptstadtzulage.

Die „Unterbesoldung“ von verbeamteten Lehrern betraf aber ab 2005 nicht mehr die neuen Lehrer in Berlin, denn die wurden ja angestellt. Mit wehenden Fahnen wollten und wollen sie aber fast alle Beamte werden. Weil sie dann weniger verdienen? Nee, weil sie dann netto mehr haben als ihre angestellten Kollegen!

Soweit zur Wahrheitsfindung.

Klara
9 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Tatsächlich kann ich nicht sagen, wer wann was und wie viel bekam. Ich bin aber aussagekräftig über die Besoldung von Lehrer*innen meiner Generation mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Vgl. meine vorhergehende Wortmeldung.
Hinzufügen muss ich, dass ein erheblicher (i. d. R. vierstelliger) Betrag des (v)erdientes Geldes pro SJ eingesetzt werden muss, um angemessen arbeiten zu können. Das gibt es wahrscheinlich in keinem anderen Beruf.

Hmm...
9 Monate zuvor

Die Hauptstadtzulage gibt es seit 2020. Das war vor der Inflation. Ziel war es, den niedrigeren Verdienst im Vergleich zu anderen Bundesländern auszugleichen ohne aus dem TdL ausgeschlossen zu werden.

Alle anderen Punkte betreffen mich persönlich nicht, da ich seit über 20 Jahren Beamtin mit A13 bin.
Wenn es Herrn Meier genauso geht, hat er also Recht mit „mindestens 10 % weniger Gehalt als vor zwei Jahren“ (inflationsbereinigt).

Das können Sie jetzt akzeptieren oder nicht. Ist aber so.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Aber weil es einige nicht betrifft, das gibt es ja immer, heißt das doch nicht, dass die Aussagen vom Kleeblatt grundsätzlich falsch waren. Sie stimmen doch grundsätzlich. Nur in Ihrem Falle nicht. Weil Sie Stufe 5 schon hatten und weil Sie nicht Grundschullehrerin sind und weil Sie die Hauptstadtzulage nicht bekommen??? Die Gehaltserhöhung, die die angestellten Lehrer für Sie erstritten haben, aber doch. Reicht Ihnen nur nicht. Wie unterstützen Sie die Streikenden beim nächsten Tarifstreik?

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Die ganzen Verbände und Gewerkschaften sind so ein Witzverein. Kämpfen nur für die unteren EGs mit ihrer Sozialismuspauschale und finden die Erhöhung der Jahressonderzahlung von EG13 unfair. Ganz ehrlich, das was bald kommt wird wieder so lächerlich. Selbst der TV-ÖD Abschluss ist schlecht, und besser wird es niemals. 3.000 Euro langgezogen wie Kaugummi und dann 2025 8%? Alles Luschen

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

DAS schrieben Sie:
„Hmm…
1 Tag zuvor

Antwortet  Vierblättriges Kleeblatt
Bitte verbreiten Sie keine Gerüchte.
Für Beamtinnen und Beamte am Gymnasium in Berlin greift leider keine der von Ihnen genannten Maßnahmen.“

Jetzt betrifft es nur noch Sie und wenige andere.

Hmm...
9 Monate zuvor

Die 2,8% habe ich natürlich bekommen. Da haben Sie mich wohl missverstanden.

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Die Anpassung der Besoldungen erfolgt immer nach den Gehaltserhöhungen der Angestellten. 2023/24 steht erst noch bevor !

Ich hoffe, Sie sind bei den Arbeitskämpfen diesbezüglich dabei und unterstützen die Gewerkschaften, welche auch immer, wenigstens mit Ihren Mitgliedsbeiträgen !!

Hornveilchen
9 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Ihr Beleg ist keiner, denn da geht es um die Bediensteten des Bundes und der Kommunen! Und es geht um die kommenden Tarifabschlüsse, die hinterher immer auf die Beamten übertragen werden. Vorher geht ja schlecht.

Auch neueingestellte Gymnasiallehrer bekamen in Berlin sofort Erfahrungsstufe 5 und können sich jetzt verbeamten lassen.usw.

Marc
9 Monate zuvor

A13 kommt oft nur Stufenweise und ist unabhängig von drr aktuellen Inflation dringend geboten gewesen, da alle Lehrer mittlerweile fast überall die gleichwertige Ausbildung (Master) erwerben.

Allerdings stimmt das mit der Inflation schon. Die Länder sind tariftechnisch ziemlich angeschmiert. Zu Anfang der Inflation gabs nur 2.8% auf zwei Jahre.

Insgesamt ist die Besoldung aber abzüglich PKV wenig attraktiv. Dort wo noch A12 gilt, tauscht man 7 Jahre Uni und Ref gegen 2600 netto. Eine Frechheit

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Nein, die meisten Bundesländer haben A13 schon eingeführt. Und nicht stufenweise.

Alexi
9 Monate zuvor

Leider falsch. Die grössten (NRW, Bayern, Niedersachsen) haben :

NRW ab 2026
NDS ab 2024
Bayern: gar nicht

Marc
9 Monate zuvor

Das ist schlicht falsch. Viele haben den Stufenplan.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Nein, in vielen Bundesländern ist A13 bereits eingeführt. Aber googeln Sie selbst. Sogar n4t berichtete!

Georg
9 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Ist das so schlecht? Nach Abzug der PKV im Jahr 2009 bei zugegebenermaßen A13 hatte ich rund 2700-2800€ netto.

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Damit lockst du keine Sau hinterm Baum hervor

Marc
9 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Ich glaube Sie sind eigentlich clever genug dass Sie genau wissen dass ein Vergleich von Gehältern zwischen 2009 und 2023 Null Sinn ergibt. Nicht nur wegen der stetigen Inflation, sondern auch wegen unterschiedlicher Indexe

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Mal als Vergleich zur Unterstützung ihres Argumentes:
Den Berg hoch um die Ecke bei mir steht ’ne Produktionsfirma für Pömpelnippes (Kunststoff-Kleinkram wie Saugnäpfe, Schalter, Rahmen von Verpackungen).

Ein Produktionshelfer (!), was man btw. auch ungelernt (!) machen kann geht im Schichtbetrieb mit 2.8 bis 2.9, im Extremfall (mehrere Nachtschichtzyklen) mit 3 K NETTO nach Hause.

Wenn der zu Hause ist, hat der aber frei.

Dass der nebenbei gesagt auch sonst null Verantwortung hat und grösstenteils Kisten rumschiebt, Boxen unter Auswurfstutzen hängt usw. … und eher ausgeruht denn durchgestresst nach Hause komnt … geschenkt.

Also ja: Da kann man ideologisch daherquatschen wie man will – das Gehalt für Lehrer ist bestenfalls angemessen, für Berufseinsteiger/Refs eher mal viel zu klein.

Klara
9 Monate zuvor

Um der Wahrheit die Ehre zu geben:
Die genannten 1.600,00 € mehr beziehen sich auf Quereinsteiger*innen, ni ht auf Bestandslehrkräfte.

Ale
9 Monate zuvor

Ne das war auch in Bw so, dass in den ersten Dienstjahren das Gehalt um 10 Prozent gekürzt worden ist. Am Seminar hat man uns Angst vor dem Widerspruch gemacht – könnte sich nachteilig auf die Verbeamtung auswirken. Dann würde das gerichtlich gekippt und einige ohne Widerspruch hatten Pech.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Sie wünschen sich also eine Schule wie vor 20 Jahren? Uff, das wäre ehrlichgesagt nicht meins. Ich arbeite vorzugsweise im Team, wo man sich gegenseitig vertrauen kann und unterstützt. Ihre gewünschte Arbeitsumgebung klingt für mich ein wenig nach geschlossenen Türen, wo niemand sich traut, Schwächen einzugestehen – Leistungsprinzip eben 😛

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie sind ja auch ein Weichei. Lusche. Harte und echte Männer brauchen die Herausforderung. Den Drill. Die Durchsetzungskraft und den Konkurrenzkampf, wo die ganzen Luschen dann raus sind. Wer genug Selbstbewusstsein hat, der ist das Team als Einzelkämpfer. Haben Sie nur noch nicht verstanden. Mal Coachen lassen von Mindsettern und echten Erfolgstypen.
Welche Schwächen denn? Wenn Menschen mit Schwächen nicht durch das Referendariat durchfallen, dann ist sowieso was ordentlich am Dampfen. Die gibt’s dann nämlich nicht mehr bei „voll ausgebildeten“ Lehrkräften!

Muss ich das noch als Sarkasmus kennzeichnen? Ich hoffe nicht.

PFK
9 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Machen deshalb so viele Frauen den Beruf? Weil die so hard boiled sind?
(Augenzwinkeremoji)

Der Zauberlehrling
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Also in Baden-Württemberg gibt’s ein Job-Rad.

Dafür aber keine Wertschätzung.

Inflationsausgleichsprämie = Fehlanzeige.

Das Referendariat ist eine Farce, egal ob im Norden oder im Süden. Da sind zum Teil profilierungssüchtige Leute am Werk, die es selbst nicht hinbringen. Mit Coaching hat das nichts zu tun. Es wird gefordert, was gerade hip und in ist – kommt das in der Lehrprobe nicht, wird es übel ausgehen. Die Verkürzung auf 18 Monate hat es auch nicht gebracht, eher noch geschadet. Jetzt noch eine Stundenerhöhung für die Referendare im zweiten Jahr, alles klar. Da wird der Lehrermangel geringer werden.

Wenn manch‘ junger Lehrer so wie schaffen täte, wie er klagt – da wäre tatsächlich geholfen. Aver man kann auch nicht alle über einen Kamm scheren. Vielleicht ist doch etwas dran an einem Ausgleich zwischen Arbeit und Leben. Man lebt ja nicht, um zu arbeiten.

Jeder Lehrer hat zwei Leben (wie jeder andere auch). Und das zweite beginn, wenn man begreift, dass man nur eines hat.

Heinrich Birmgärtner
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Vollste Zustimmung!
Zwei kleine Anmerkungen für das Land Baden-Wü: hier gibt es für die Landesbeamten und Angestellten die Möglichkeit eines JobRades, ebenso wie ein vergünstigtes JobTicket („Deutschlandticket“) für monatlich 21,55 Euro.

Bla
9 Monate zuvor

Sie sind ja bestimmt auch ein Alpha-Male. Da kann man schon mal zustimmen. Oder ist man dann schon das Beta? Hm. Puuuh. Überlegen Sie sich das ganz genau, sonst sind Sie zu lasch für Dirk und er springt Sie beim Augenblinzeln an und dann wars das. Wobei die Anmerkungen schon etwas Dominanz zeigen. Zumindest ein „klein“ wenig.

ed840
9 Monate zuvor

Trifft es zu, dass in BW die Anhebung der GS-Vergütung aus Kostengründen abgelehnt wird , Referendare sich dort nach Abschluss der Ausbildung bis zum Dienstantritt im neuen Schuljahr arbeitslos melden müssen und die Bildungsausgaben pro Schüler/Jahr deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen?

Mike M.
9 Monate zuvor

Neid. In Niedersachsen weder Job Rad noch Job Ticket für Beamte.

Walter Hasenbrot
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Sehr viele KollegInnen bezeichnen das Referendariat als eine der belastendsten Zeiten ihres Lebens.

Das Refendariat war für mich deutlich belastender als der Arbeitsalltag.

Insofern sagt es gar nichts über die Fähigkeiten angehender LehrerInnen aus, wenn sie die Belastung des Refernadariats nur schwer ertragen.

Und zweitens ist die Alternative, dass Stellen gar nicht besetzt werden, wenn Referandarinnen durch das Referendariat verschreckt werden.

Eine aggressiver Tarifpolitik der Gewerkschaften wünsche ich mir aber auch schon lange.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Sie wünsche sich eine aggressivere Tarifpolitik der Gewerkschaften GEW und VBE? Inmteressant. Also höhere Gehaltsforderungen?

Und wer soll das dann machen? Die Anderen? Die Erzieher? Die sollen für die Lehrer streiken, die als Beamte nicht streiken dürfen und es als Angestellte nicht tun (bzw. nur minimal)?

Unterstützen Sie die Gewerkschaften wenigstens mit Ihrem Mitgliedsbeitrag? Damit dann die Erzieher und Sozialpädagogen für höhere Lehrergehälter auf die Straße gehen?!?

Bernie
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Ziemlich viel Gejammer und Plattitüden.
Witzigerweise hat man mir im Ref gesagt, ich bin der Doppelbelastung (hatten damals frisch Nachwuchs) nicht gewachsen. Inzwischen bin ich an meiner Schule nicht mehr wegzudenken. Über mein Gehalt möchte ich auch nicht meckern – 10% weniger Gehalt? Homeoffice? 4 Tage Woche?
Ernsthaft?
Klar, Jobrad oder Ticket wäre interessant, aber dieses Gejammer nervt…

ConfirmationBias
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Den ersten zwei Absätzen stimme ich vollumfänglich zu. Auch Ihre Einschätzung, dass der Beruf durch äußere Faktoren immer anspruchsvoller wird, teile ich. Aber Ihre Bemerkungen zum Gehalt möchte ich hier doch einmal in Relation setzen, weil ich das nun immer wieder von Lehrkräften höre, die anscheinend vergessen haben, wie es in der „normalen“ Welt aussieht.

Ein Lehrer in NRW (alleinstehend, Berufsanfänger A13, zahlt Kirchensteuer, Mietenstufe IV) erhält ein Nettogehalt von 3647,08 Euro monatlich [1]. Um als „normaler“ Arbeitnehmer auf diese Summe zu kommen, benötigen Sie ein Bruttojahresgehalt von 74736,60 Euro [2].
Viele Leute (auch Akademiker) erreichen so ein Gehalt nie, schon gar nicht als Einsteiger; auch als Masterabsolvent im MINT-Bereich ist das nicht die Norm. In Zahlen heißt das: Sie gehören mit diesem Nettogehalt zu den obersten 13 % der Gesamtbevölkerung und zu den obersten 29 % derjenigen mit Hochschulabschluss [3].
In diese Betrachtungen ist die gute Altersvorsorge durch Pension noch nicht eingeflossen, die der „normale“ Arbeitnehmer durch private Investitionen von seinem Gehalt stemmen müsste.

Insofern kann ich Ihre Klage über das Gehalt nicht wirklich nachvollziehen, zumal der Tarifvertrag der Länder ja bald neuverhandelt wird. Danach wird es auch wieder eine ordentliche Anpassung der Besoldung geben.

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  ConfirmationBias

Oder: „Wie man mit Statistik die Wahrheit verdreht“.

Der schöne „Reichen“-Rechner der iwkoeln.de (IW = Insitut der deutschen Wirtschaft = arbeitgebernaher Lobbyverband) hat zwar viele Buttons zum Anklicken, die sich aber leider nicht kombinieren lassen. Der A13-Beamte aus obigem Beispiel arbeit nämlich sowohl Vollzeit, hat ein Hochschulstudium abgeschlossen und wohnt in einer westdeutschen Großstadt („Mietenstufe IV“). Das lässt sich im iwkoeln.de-Rechner leider nicht kombinieren, also muss man schätzen:

3647,08 € netto heißt Vollzeit. Der „Durchschnittsdeutsche“ arbeit aber nicht Vollzeit, sondern nur 34,7 Stunden (siehe https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/woechentliche-arbeitszeitl.html ). Also knapp 87% einer Vollzeitstelle. Das reduziert das Äquivalent-Gehalt unseres Beamten gleich einmal auf 3347€ netto. Davon geht beim Beamten die Krankenversicherung ab, sagen wir ca. 250€ netto um die teilweise steuerliche Absetzbarkeit zu berücksichtigen, d.h. ca. 3100€ netto bleiben über. Mit dem Button „Hochschulabschluss“ sind plötzlich schon 42% „reicher“ (und nicht mehr 29%). Ein Klick auf den Button „Westdeutschland“ bringt noch ca. 1 Prozentpunkt im Verglich zur Gesamtbevölkerung (Hochschulabschluss spielt dann keine Rolle mehr, da die Merkmale im Rechner nicht kombinierbar sind). Also kann man schätzen, dass 43% „reicher“ sind als unser A13er. Die Frage bleibt, was mit „Hochschulabschluss“ im iwkoeln.de-Rechner gemeint ist. Ein Bachelor ist ja auch ein „Hochschulabschluss“, dauert aber weniger als halb solange wie ein Lehramststudium mit Master + Referendariat. Man könnte vermuten, dass man dann schnell bei 50% „reicher“ und somit 50% „ärmer“ als der Durchschnitt der Arbeitnehmer mit ähnlicher Qualifikation landet. Also eher im Mittelfeld als im oberen Einkommensdrittel der „Hochschulabsolventen“ eingeordnet.

Wenn man eine seriöse Statistik haben will, sieht man z.B. bei den Seiten der OECD nach ( https://www.oecd-ilibrary.org/docserver/dd19b10a-de.pdf?expires=1692124271&id=id&accname=guest&checksum=A11782833D348457902071E4820B164F ): Dort bestätigt sich, dass Lehrkräfte nur „duchschnittlich“ entsprechend ihres Bildungsstandes (Abschluss im tertiären Bereich) verdienen (Abb. D3.1, Seite 418), Lehrkräfte im Primarbereich aber deutlich unterbezahlt sind (Tabelle D3.2 Spalte 7, Seite 442).

Also: Ohne den Rechner des arbeitgebernahen „Instituts der deutschen Wirtschaft“ erhält man ein realistischeres Bild. Die „Inflation“, die Ende 2021 begonnen hat und durch den TV-L und damit auch bei der Lehrerbesoldung im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen noch NICHT ausgeglichen ist (= realer Einkommensverlust von ca. 16%) ist dabei nicht einmal berücksichtigt.

Bayer
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

🙂 merci

Emcy
9 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Vielen Dank! Sehr aufschlussreich.

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  ConfirmationBias

1. nicht alle haben A13
2. Mietstufe gibt es nur mit Kindern im NRW – Netto mit Kirchensteuer 3550, A12 3150.

Minus 300 PKV! Demzufolge hat Marc recht. 2850 Euro ohne 13. Gehalt oder sonstiges, da lachen sich vergleichbare Leute (Anwalt zB) doch ins Fäustchen. Das in Verbindung mit 41 Stunden!

PFK
9 Monate zuvor
Antwortet  ConfirmationBias

Das ist ein wichtiger Hinweis. Von wegen mal die Relationen klar machen…
In Deutschland lebt jetzt bald jedes 4. Kind in Armut. Die von den Lehrern, die sind es meistens nicht.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  PFK

Nie! Fast alle meine Kollegen haben (oder suchen) ein Eigenheim.

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  PFK

Wäre ja auch noch schöner!!!!

447
9 Monate zuvor
Antwortet  ConfirmationBias

Statistisch haben Sie recht.

Die andere Dimension ist halt, was leistungsfähige und eben oft auch (logischerweise, im Kapitalismus) verdienstorientierte Menschen individuell erwirtschaften können.

3,6 K ist gerade mal 3-4 hundert netto mehr, als in einigen Produktionsbetrieben in meiner Nähe ein (böse gesagt) Fließbandjockel verdient – und nein, körperlich anstrengend ist das schon lange nicht mehr.

Opportunitätskosten abziehen, reale Freizeitmenge überschlägig reinrechnen – lohnt sich da Doppelstudium, Ref-Erniedrigung, Probezeit, Brimbamborium?

Handwerker?
Statistisch viel, viel schlechter als Lehrer – wenn ich Ihnen aber nun sagen würde, dass Sie schwarz (und Schwarzarbeit ist mittlerweile völlig normal und gängig bei diesem Abzockerstaat, der oirmalen AN ca. 50% direkt und nochmal 20 indirekt wegfuttert):
– dafür, mit einem Hammer Sachen umzuhauen (Abbrucharbeiten am WE) umgerechnet 15-20 EUR NETTO die Stunde kriegen plus Freifutter und Transport
– Maler/Trockenbauer pro renovierzem kleinen Zimmer EASY 2-2,5 K pkus Material bekommen
… da sieht die Welt halt anders aus.

Lehrergehalt ist nix besonderes mehr und schlicht kein Argument mehr.

SonderangebotLehrer
9 Monate zuvor
Antwortet  ConfirmationBias

Liebe Kollegen_innen, liebe Eltern und liebe Leser!

Es gibt auch „andere Lehrer“: Rund ein Drittel aller Lehrkräfte (Daten v. 2021, laut Bundesagentur für Arbeit, Tendenz steigend!), nämlich angestellte Lehrer_innen.
Diese fühlen sich nicht überbezahlt, so meine wage Vermutung…

Konkret z.B. ich… der EG13 zugeordenet, Stuffe 3, was vieeeeel Bruttogehalt bei VZ bedeutet:
4748,54 €. Davon Abzüge gesamt 1926,66€.
Keine Familienzuschläge (längst abgeschafft) für Angestellte (unsere Kinder sind den anderen nicht gleichwertig).
Netto bleibt also 2821,88€.

Somit möchte ich hier auch, einmal meine Bemerkungen zum Gehalt in Relation setzen: NEIN, ich fühle mich nicht überbezahlt. Im Gegenteil.

Torsten
9 Monate zuvor

Das sehen wir genau so.
Meine Frau und ich sind beide Grundschullehrer seit über 40 Jahren- und Angestellte!
Früher in der ehemaligen DDR studiert, in Hessen an einer Privatschule gearbeitet und seit 6 Jahren in Nds.
Wir leisten die gleiche verantwortliche Arbeit wie die Beamten an der Schule.
In Entfernung ausgedrückt: Ca. in 5m Entfernung erhält die Kollegin ca. 1000 Euro mehr als ich.
Was soll diese Ungerechtigkeit???
In den Parlamenten erhalten auch alle die gleichen Bezüge!
Ist man als Beamter automatisch ein besserer Mensch?
So sind meine Frau und ich am falschen Ort zur falschen Zeit geboren!
Armes Deutschland!

Madina
9 Monate zuvor

Wow!
…zum Gehalt in Relation: E13 heute bringt ins Portemonnaie soviel, wie Georg mit A13 vor 24 Jahren (!) bezog.
Ich frage mich, was wäre, wenn Angestellte Kollegen und Kolleginnen, also rund ein Drittel aller Lehrkräfte deutschlandweit (!) seine Arbeit niedergelegt hätten, um gegen diese Ungleichheit zu protestieren?

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Genau, am besten sollte man noch 5 Jahre verpflichtend bei der Bundeswehr arbeiten müssen. Mit mindestens zwei mehrmonatigen Auslandseinsätzen in Gefahrengebieten. Alles so lasch sonst. Dann hält man den Lehrerjob bestimmt irgendwie aus.
*Kennzeichnung: DEUTLICHE IRONIE – alternativ gerne auch SARKASMUS*

So ein Schwachsinn.

Tina ref.
9 Monate zuvor

Herr Meier schreibt es:
die harten Fakten sagen es uns:
2 Jahre Lohn auf der gleichen Stelle; sogar Verluste von ca. 500 E im. Monat, Präsenzarbeit, keine 4-Tage Woche bzw. Anspruch (außer an manchen Testschulen), keine Bonuszahlungen.
Das sind Akademiker. Die können doch alle nachrechnen und jeden Tag ist die Rede von homeoffice.

Gen Z. will homeoffice und 4 Tage Woche.
Also meckert nicht, sondern überlegt, wie das in die Schulen kommt oder was von zuhause klappt für Lehrer.

Pendelei, Präsenz, Zeit, Geld für Sprit. Präsenzjobs müssten eigentl mehr Gehalt bieten als homeofficejobs?!

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Tina ref.

Interessant. Haben Sie Quellen, welche die 4-Tage-Woche entkräften?
Fand diesbezüglich leider nur Meinungen

Tatjana
9 Monate zuvor

homeoffice, 4-Tage Woche, gute Gehälter- fehlt alles im Lehrerberuf

Pölli
9 Monate zuvor
Antwortet  Tatjana

Dafür ne Pension, freie Zeiteinteilung, selbständiges und unabhängiges Arbeiten, großzügige Lohnfortzahlung, PKV… ich brauche keine 4 Tage Woche. Bezahlung finde ich ehrlichgesagt mehr als gut…

Lehrerin
9 Monate zuvor
Antwortet  Pölli

Freie Zeiteinteilung? Stundenpläne oftmals katastrophal…Unabhängiges Arbeiten ist auch nur sehr beschränkt möglich! Erfahrung als Lehrkraft?

Pölli
9 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Ja. Viel Erfahrung. 18 Jahre um genau zu sein. Ich habe meist nur einen „langen“ Tag bis 15 Uhr. Ansonsten bin ich um 13.30 aus der Schule raus und kann mir meine Zeit einteilen wie ich will. Meine Frau arbeitet in einem Betrieb und kommt meist nicht vor 19 Uhr nach Hause (insgesamt 1 Stunde Pendeln). Sie hat auch studiert, hat eine gute Stelle und verdient weniger als ich. Wenn ich sehe, wie sie zwischen Chef, Kollegen, Kunden und Dienstleistern aufgerieben wird und Druck hat: ich bin gerne Lehrer! In jedem Beruf ist es stressig, aber im Gegensatz zu mir kann sich meine Frau nicht alle 6 Wochen neu sortieren und auf/abarbeiten und Überstunden abbummeln.

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Tatjana

:-))) Einstiegsgehälter ab etwa 4000,- Euro. Meistens ab dem frühen Nachmittag zuhause. Rund 10 Wochen Ferien, die im ÖD auch Urlaub sind.

Ich möchte das nicht missen !!!!!!!!!

Alexi
9 Monate zuvor

Du bist mit wenig zufrieden.

Pensionist
9 Monate zuvor

Bescheidenheit ist das Vergnügen
an Dingen, welche wir nicht kriegen

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Tatjana

Der Beruf hat zu wenig Prestige, aber die Jobsicherheit interessierte mich damals dafür. Wusste da noch nicht, dass ich als Letzter übrig bleiben würde XD

Carsten
9 Monate zuvor

Informatiker sehen Arbeitsbedingungen und Gehalt und gehen dann an die Schule ? Vorstellungen aus einem Paralleluniversum.

Gelbe Tulpe
9 Monate zuvor

Es hat sich halt herumgesprochen, dass im Referendariat 70-80-Stunden-Wochen normal sind und viele Beziehungen an dem Stress kaputt gehen. Da ist es nur verständlich, wenn sich das weniger Leute antun wollen.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Aufpassen, sonst gehören Sie zu dem bösen Work-Life-Balance-Lager 😉

Olli
9 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Nein. Beziehungen gehen kaputt, weil die Menschen nicht zueinander passen. Lehrer-Lehrer-Beziehungen in meinem Umfeld sind SEHR stabil. Ich selbst war 15 Jahre mit einer Lehrerin verheiratet. Die Beziehung ging ganz bestimmt nicht wegen ihrem „Stress“ in die Brüche. Aber sie hatte auch keine 70-80-Stunden-Wochen (VZ).

Gelbe Tulpe
9 Monate zuvor
Antwortet  Olli

Es hat aber nicht jeder Referendar einen anderen Referendar oder Lehrer zum Partner. Und da gehen Beziehungen massenweise kaputt wegen der langen Arbeitszeiten.

Pölli
9 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Nach 15 Jahren Lehrerinsights kann ich sagen: das Referendariat ist eine sadistische Veranstaltung, die mit dem „Leben danach“ überhaupt nichts zu tun hat. Lange Arbeitszeiten hingegen habe ich bei meiner Exfrau sehr selten gesehen. Ein Problem war allerdings, dass sie in den Ferien reisen wollte, ich aber nie genug Urlaub hatte. In der Ferienlangeweilestimmung war so mancher Streit vorprogrammiert.
70-80-Stunden-Wochen hatte sie (bis vor 2 Jahren als wir uns haben scheiden lassen) NIE. Und sie hat VZ gearbeitet.
(Und es ist nicht so, dass meine Exfrau mega organisiert, Hochleister oder mega belastbar ist)

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Während meines Refs schien ein Hauptstressor die Jagd nach Bestnoten zu sein, um früher verbeamtet zu werden. Und ich denke, wir wissen alle, wie berechenbar, fair und zufriedenstellend die Notenvergabe an Schulen ist 😉

Palim
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das ist wohl lang her, heute hat jede:r die Stelle sicher, es sind ja genug offen.
Dennoch wird in vielen Seminaren großer Druck aufgebaut.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Lange her?
Ne, ich meinte die Möglichkeit/ das Problem einer frühzeitiger Verbeamtung auf Lebenszeit. Am Ende macht es meiner Meinung nach den Braten nicht fett, aber viele Kolleginnen und Freundinnen gingen da ein wenig durch die Hölle

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

In NRW gibt es sowas nicht. Nach dem Ref macht man die Verbeamtung auf Probe für 3 Jahre, egal welche Note. Dazu erschliesst sich mir auch nicht der Vorteil, was die Verkürzung Verbeamtung auf Lebenszeit angeht. Man verdient ja gleich wenig.

Ale
9 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Stelle sicher? Echt? Unsere Refs müssten lange suchen, bedarf da aber keine Stelle genehmigt.

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Tja. Sek 1 und Grundschule bewirbt man sich bei 5 Schulen im Bewerbungszeitraum und man ist bei jeder Schule der einzige Bewerber

Palim
9 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Nds hat noch 300 Stellen offen,
Schulanfang morgen.

Nur zu!

Ale
9 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Sie werden lachen, einer unserer Refs hat genau deswegen nach Sachsen gewechselt (ich weiß nicht Nds). Aber September geht das „Schreien“ wieder los. Jedes Jahr das gleiche. Und gerade mit Mitte/Ende 20 hat man meist einen Kreis, den man nicht aufgeben will.

Walter Hasenbrot
9 Monate zuvor

Die volle Bezahlung im Referendariat (A 13) wäre ein Anreiz. Schließlich haben alle Referendare einen vollwertigen Master-Abschluss.

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nee, ne? Wieder die Geldschiene. Ich bekomme die volle Bezahlung für volle Stundenzahl (28 an den GS in Berlin) und bei abgeschlossener Lehrerausbildung. Der Master-Abschluss entspricht dem früheren 1. Staatsexamen, damit hatte man keine abgeschlossene Lehrerausbildung. Man wurde im ÖD nicht mal eingestellt als Lehrer.

Warum soll jemand für 12 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht und ohne abgeschlossene Lehrerausbildung genau das Gleiche verdienen?

Bla
9 Monate zuvor

Gut, dann das Referendariat freiwillig machen. Für diejenigen, welche sich nach dem Studium erst schön einarbeiten wollen/müssen. Also als Hilfsangebot ohne Durchfallmöglichkeit auf einer gemeinsamen Ebene.

Geht nicht, da „nicht vollwärtig“ durch das Studium alleine?
Dann sollte man das Studium vielleicht so gestalten, dass man danach auch fertig ist. Machbar ist sowas.
Konsequenz: Alle! ohne abgeschlossenem Referendariat -> Studenten, Seiteneinsteiger, angestellte ohne Ref. sofort ausstellen.
Die Quereinsteiger UND Referendare/Lehramtsanwärter gar keine selbständigen Stunden geben lassen oder nur unter durchgängige Betreuung im Unterricht.
Kein Bock auf die Mehrbelastung?
Tja … Dann wäre das Cherry-Picking.

Mal als „Kompromiss“ aus Vorschlag und Ihrer Anmerkung (auch wenn ich das Geld nur ein Teilproblem beim Ref sehe …):
Der LAA/Ref bekommt anteilig A13 auf die von ihm/ihr gegebenen Stunden (12). Die Stunden für das Seminar geben zusätzlich eine Art „gutes Ausbildungsgehalt“.
Dürfen hier auch Überstunden dann beantragt werden? *Kleiner Scherz*

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Das Referendariat ist die 2. Phase der Lehrerausbildung. Erst danach hat man die Berufsausbildung zum Lehrer beendet. Sie ist für mich die wichtigste Phase der Lehrerausbildung, denn sie ist die Praxis-Phase.

PS: Ich verstehe Deutsch ganz gut. Für mich müssen Sie die Rosinenpickerei nicht ins Englische übersetzen.

Walter Hasenbrot
9 Monate zuvor

Gehen Sie mit der Zeit und leben Sie nicht in der Vergangenheit:

Ein Master-Abschluss ist ein vollwertiger Studienabschluss. Warum sollte man die Referendare also mit Peanuts abspeisen? Das macht den Leherberuf nicht attraktiv.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Bleiben Sie bitte in der Realität. Was auch immer ein Masterabschluss ist, er kein vollwertiger Lehrer-Berufsabschluss, denn dann fehlt noch das Referendariat, die 2. Phase der Lehrerausbildung.

oneLehrer
9 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

So glaubt man in DE, aber muss es so sein?
In den vielen Ländern (auch Mitgliedstaaten der EU) gibt es kein dem Referendariat vergleichbares System, sondern Probezeit.
Und trotzdem gelingt es Ländern wie Belgien, Irland, den Niederlanden, Polen, Estland und Finland (und den ostasiatischen Staaten), vergleichbare und bessere Kompetenzen zu erzielen (laut den PISA-Statistiken).

Pappenheimer
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Sofortige Pensionierung nach dem Referendariat mit Höchstpension wie nach 45 Jahren Vollzeit und alle 2 Jahre eine Weltreise auf Staatskosten, wäre bestimmt auch ein doller Anreiz.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Pappenheimer

Das witzige an Ihrer Replik ist:
1. Wer schon im System ist und es kennt, gleicht sich das „so“ aus.
2. Wer noch nicht drinnen ist, kann auch einfach woanders hingehen – ganz egal wie „flott“ die Boometsprüche sind, mit denen hochqualifiziertes Personal klein und kurzgehalten werden soll.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Früher, also ganz früher wurden die Lehrer*innen nach dem Studium als Junglehrer bei vollem Gehalt eingestellt und haben sich dann einmal die Woche in einem Seminar (unbegleitet) ausgetauscht. Irgendwann in 5 Jahren konnten sie dann die Prüfung ablegen.

Vierblättriges Kleeblatt
9 Monate zuvor

Jahrelang hatte es geheißen, der Lehrerjob müssen finanziell attraktiver gemacht werden, dann würden auch wieder mehr junge Leute Lehrer werden wollen. Dann gab es hier Zulagen, dort A13 für alle und allüberall wieder die Verbeamtung. Nun wollen aber gar nicht mehr junge Leute Lehrer werden. War das also alles nie wahr? Eigentlich war es klar, denn wer Lehrer werden will, will das in der Regel nicht nur wegen des Verdienstes. Von diesen Verbesserungen profitierten nur die, die sowieso schon Lehrer sind.

Man hat jahrelang auf das falsche Pferd gesetzt und leider auch GEW und VBE. Nun haben sie den Salat: Die nie zufriedenen Lehrer sind bald fast alle wieder verbeamtet, dürfen nicht mehr streiken und man kann nichts mehr mit ihnen durchsetzen.

447
9 Monate zuvor

Wenn GLEICHZEITIG unter frecher Aufkündigung des wahren Deals (13:15, max. 14:05 ist Sense!) …
1. Die FAKTISCHE Arbeitszeit schon auf 1500 bis 1600 ausgedehnt wird (und jeder Lehrer weiß, dass damit noch kein Handschlag der wirklichen Arbeit erledigt ist!)
2. PLUS alle Nachmittagspflichten so bleiben wie früher
3. UND Lehrer ständig in ihrer Autorität untergraben werden

…dann werden Leute, die auch Anwalt, Zahnarzt oder Ingineur werden können (denn von dem Qualifikationsniveau reden wir hier bei echten Bollzeitlehrkräften) das AUF DAUER nicht mitmachen.

Mit „leuchtenden Kinderaugen“, sozialem Druck usw. kann man die Leute lange veräppeln…aber eben (in Zeiten des Internets) nicht mehr für immer.

Tom Bell
9 Monate zuvor

Gehälter angleichen, Gym gut bezahlen wegen Abi, 4 Tage Woche wie in Mitteldeutchland einführen und einige Std. homeschooling. So können Lehrer auch flexibel arbeiten und es gleicht sich wie in den anderen Branchen an.

Theoretisch müssten doch Präsenzjobs besser bezahlt werden als homeofficejobs.

Wenn Sie hier jeden Tage 25 min zur Arbeit fahren, ist das ihre Zeit und ihr Spritgeld, oder nicht?

Palim
9 Monate zuvor

Wenn der Lehrkräftemangel so groß ist,

  • dass nicht einmal die 2 Betreuungsstunden gesetzt werden können, sodass die Referendare allein bleiben,
  • dass Referendare von Beginn an eigenständig unterrichten und nun in NDS noch mehr Stunden erhalten -als Ausgleich wurde die 2. Arbeit gestrichen, die schon erheblich gekürzt war,
  • dass Referendare wo es geht einspringen und nach Ablegen der Prüfung sofort aufstocken können, gerade weil der Mangel so groß ist,

dann haben die Änderungen allein den Zweck, den vom Land gemachten Lehrkräftemangel zu lindern. Mit Ausbildung hat das nichts zu tun.

Sicher kann man am Ref einiges finden, das nicht gut umgesetzt ist, aber das Ref komplett streichen? Oder ist das nur der verkürzten Darstellung geschuldet?

Eigentlich bräuchten die Schulen, also die Lehrkräfte, Stunden dafür, dass sie Referendare ausbilden und begleiten, denn Ausbildung in der Schule braucht es und ein GHR-Praktikum reicht dafür nicht aus.
Seminare sind inhaltlich sicher sinnvoll, sollten aber einem Curriculum folgen und nicht den Vorlieben der Seminarleitungen. Über die Besuche und deren Bewertung lässt sich vieles sagen, unverständlich bleibt, warum die Anzahl der Besuche je nach Seminarstandort schwankt. Vielleicht müsste man das Coaching von der Bewertung trennen. Auch bleiben die Kriterien trotz Änderungen immer noch zu intransparent.

Probleme, wie sie nun aus OL bekannt werden, löst man nicht durch wegschauen, sondern dadurch, dass die Narrenfreiheit genommen wird. Dann muss eben auch mal jemand Externes in den Seminaren und Prüfungen auftauchen. Zudem brauchen Referendar:innen und auch Lehrkräfte mehr Möglichkeiten, ihre Beschwerden und ihre Kritik – vielleicht auch mal Anregungen – loszuwerden, ohne davon Nachteile befürchten zu müssen.

Davon unabhängig müssen die Arbeitsbedingungen verbessert werden und der Arbeitsschutz auch in Schulen gelten und greifen, einschließlich regulärer Arbeitszeiten, sodass der Beruf Vollzeit über Jahrzehnte zu bewältigen ist. Warum sollte man diesen Beruf derzeit wählen?

Der Anspruch der GEW, Kinder inklusiv zu beschulen, darf nicht länger ohne Ressourcen bleiben, die Grundversorgung in den Schulen müsste ein Vielfaches höher sein und in den Klassen ankommen, pädagogische Assistenzen oder zumindest Alltagshelfer:innen gehören in alle Klassen, gerne in Vollzeit.
Da müsste sich die GEW vorrangig für das Personal stark machen.

Dazu kommt, dass in einem Flächenland der Protest in die Fläche gehört und nicht allein zentral – und damit als Tagesreise – nach Hannover.
Es braucht Aktionen, die an allen Schulen umgesetzt werden können und jeden Tag weh tun, weil die Unterversorgung in den Schulen auch jeden Tag schmerzt und zu Lasten viel zu vieler Kinder und Kolleg:innen geht.
Motto:“Nach 10 Stunden endet der Arbeitstag“, „11 Stunden Ruhezeit gelten auch für Lehrer:innen“, „Überstundenfreier Monat – wir machen Dienst nach Vorschrift“, „Wer Klassenfahrten will, soll Ausgleich für 24/7 bezahlen“ oder „Heute müssten 156 Schüler:innen zu Hause bleiben, weil uns die Lehrkräfte fehlen.“
Damit würde die Gewerkschaft den Lehrkräften den Rücken stärken, die viel zu oft und viel zu lange die Überlastung getragen haben.

Fakten sind Hate
9 Monate zuvor

Liebe Studenten diverser Lehramtsfächer,
wir haben erst kürzlich den Lehrerjob deutlich attraktiver gemacht. Wir haben eure spätere Deputatstunden um +1 erhöhen, welche ihr freiwillig abarbeiten sollt. Falls euch eure spätere Schule mal nicht so gefällt, haben wir für euch einen besonderen Bonus: Falls ihr kündigt oder eure Beamtenstelle aufgebt, werden ihr ganz sicherlich keine Beamtenstelle mehr in Niedersachsen erhalten. Aber ihr dürft euch gerne wieder bewerben und frewillig weniger Geld erhalten.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

… Eine semi-harte Entscheidung könnte sein: sollen es die Neuen einfacher haben?
„Leichtere“ Ausbildung?
Besseres Gehalt?
Flexiblere Arbeitszeiten?

Will keinen Konflikt beschwören, aber ich hoffe, die Kolleg*innen sind für überfällige Zugeständnisse bereit, von denen sie nie profitierten.
Vielleicht spinne ich auch, aber ich lese viel von Quereinsteigenden und wenig von „Kolleg*innen“

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ne, wenn ich krank werde, dann sollten bitte auch alle anderen krank werden und da durch müssen. Egal welche Krankheit. Fände ich fair.
Nur nicht andersrum bitte. Da könnte ich dann keine Kirschen pflücken evtl.

Teacher Sachsen
9 Monate zuvor

Wie wär’s denn mal mit einer Reform von Schule und Lehrberuf?
Kämen dann Bewerber nicht von ganz alleine?

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Kommt auf die Reform an.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Was soll denn schon wieder reformiert werden? Sie machen mir Angst!

Karl Heinz
9 Monate zuvor

Es sieht mir so aus, als würde es hier doch all zu sehr nur um’s liebe Geld gehen.

Mal ganz ehrlich: Wer bei E13 oder gar A13 noch jammert, möge sich jetzt den zweiten Teil des Satzes denken…

Machen z.B. 300,- € mehr (Schweigegeld) den Beruf wirklich attraktiver?
Wird damit irgendeine zusätzliche Belastung genommen?

Gern verzichte ich in der nächsten Tarifrunde auf eine Erhöhung, wenn dafür endlich mal Personal eingestellt würde, was gebraucht wird (System-Administratoren, PMs, Schulsozialarbeiter… usw.) und ein ordentliches Budget für Ausstattung bereit stünde…

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Ok, da es ja „nicht ums liebe Geld“ gehen soll – meine Hecke braucht nen Rückschnitt, Pfad freigraben im Obergarten und einen Kellerraum neu verputzen und streichen.
Ich schaffe Ihnen auch ganz tolle Arbeitsbefingungen: Werkzeug wird gestellt, es gibt Kaffee so viel Sie wollen, Cola, Sprudel und ein Mittagsgericht nach fast freier Wahl, so lange es grillbar ist.

WAAAAAS, Sie Co2-produzierender Kapitalist wollen das nicht umsonst machen???? 😉

Ihnen geht es auch nur ums Geld, und das wo Sie doch so ein unverschämt hohes Riesengehalt als Lehrer bekommen sowie immer Ferien und Nachmittags frei haben!

Echt schlimm diese Leute, denen es „immer nur um das schmutzige, ekelige Geld“ geht! Obwohl man ihnen beste „Arbeitsbedingungen“ anbietet!

Bayer
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich hätte da auch noch einige qm Arbeit 🙂

Bei A13 gehe ich gerade so noch mit ( bei E13 ausdrücklich nicht).
Sie vergessen: Nicht jeder bessert so wie Sie ( gaaanz oft beschreiben) böse kapitalistisch sein Salaire auf dem Aktienmarkt auf.
So mancher braucht die Stunden dringend, um halbwegs über die Runden zu kommen, – Berufsanfänger schon gleich gar.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Bayer

Ich weiß, wie weniger Geld schmeckt. 🙂

Meine Stichelei richtet sich nicht gegen „die da unten“, sondern gegen „die da oben“, die ANDEREN vorschreiben wollen, faktisch umsonst Zusatzarbeiten zu verrichten.

Fürs höhere Wohl anderer Leute, nech. 😉
Leuchtende Kinderaugen, Balkonklatschen…

Nun, wenn das so ist…warum will dann von den Fans der „Arbeitsbedingungen“-These (die natürlich auch richtige Anteile hat) keiner umsonst meine Hecke schneiden?

Na, eben…weil diese Diskussionsteilnehmer selber wissen, dass sie virtue-signalling-Unfug reden. Oder selbst nicht als echte Lehrkräfte im Einsatz stehen.

***Arbeitsbedingungen**“ und ***Bezahlung*** sind zwei Seiten der gleichen Münze…und selbst nachts um drei am Späti werden nur ganze Münzen akzeptiert.

Oberkrämer
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Das ist ja Unsinn. Wir reden hier nicht von „Aufstockern“, die 40 Stunden die Woche arbeiten und davon nicht leben können, sondern von Gutverdienern, die nie zufrieden sind.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Das ist garkein Unsinn.

Sie stellen die (billige) moralische Forderung auf, dass ANDERE Leute sich mal gefälligst mit weniger zufrieden geben sollen.

Wenn ihre eigene Forderung auf Sie selbst angewendet werden soll: Rumgemucke.

Da hinten auf ihrem Esstisch steht eine große Flasche Wein…wieso haben Sie da mit Edding „Wasser“ draufgeschrieben? 🙂

Karl Heinz
9 Monate zuvor
Antwortet  447

ganz ganz billige Polemik

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

So billig und heuchlerisch wie gut verdiende Legrkräfte, die ANDEREN vorwerfen, was bei uns grundgesetzlich geschützt ist: Mehr Gehalt fordern.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

So billig und heuchlerisch wie gut verdiende Lehrkräfte, die ANDEREN vorwerfen, was bei uns grundgesetzlich geschützt ist: Mehr Gehalt fordern.

Sie wollen, dass umsonst mehr gearbeitet wird?
Da habe ich einen super Tipp für sie: „Be the change you want to see in the world.“

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Es mutet mir unprofessionell an, wenn manche denken, bei einem Beruf sollte es nicht ums Geld gehen. Und ja, 300 Euro wären eine Attraktivitätssteigerung. Jeder darf in der Wirtschaft handeln und das Geld sehen, aber ich leuchtende Kinderaugen? Lächerlich

Karl Heinz
9 Monate zuvor
Antwortet  Alexi

Wenn schon Lehrkräfte kaum in der Lage sind, kurze Texte zu verstehen, dann brauche wir uns um die Ergebnisse bei PISA, IGLU & Co. nicht wundern.

Meine vorsichtig formulierte Kritik betraf die Reduzierung des Problems auf ein rein finanzielles, während andere Aspekte ausgebledet werden.
Die Probleme, die diesen Beruf in letzter Zeit zunehmend unattraktiv gemacht haben, liegen außerhalb der Besoldung.

guckst du hier
oder auch hier

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

So ist es.
Das Gehalt spielt trotzdem eine Rolle für angehende Interessierte. Das kann man doch nicht absprechen. Das Gehalt alleine wird eine Situation (Bedingungen) nicht sonderlich verbessern. Das stimmt auch. Das wäre zu kurz gedacht.
Zusätzlich sollte man andere Problembereiche angehen. Welche ich tatsächlich auch als „größere Probleme“ als das Gehalt alleine sehe.
Allerdings muss man „im Gesamtpaket“ halt nach oben.

Alexi
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

„ Die Probleme, die diesen Beruf in letzter Zeit zunehmend unattraktiv gemacht haben, liegen außerhalb der Besoldung.“
Interessant, dass du mir erklären willst, was für mich und den A12er Kollegen das Hauptproblem ist.

Möchte-Gern-Lehrerin
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Endlich erwähnt jemand den ausschlaggebenden Grund: Es ist nicht das Geld, sondern die Umstände!
Uneinsichtige, eingebildete und blinde Eltern und verzogene, faule, freche und lernunfähige Kinder!
Kein Werkzeug um damit umzugehen (Eintrag/Verweis…hahaha)

Alexi
9 Monate zuvor

Plus Geld

dickebank
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Die OECD-Blindschleiche als Quelle ist eher lachhaft.

Für den überwiegenden Teil der Lehrerschaft, die an GS, HS oder RS bzw. der SekI allgemeinbildender Schulen eingesetzt sind, ist die Gleichstellung mit Gymnasial- und Förderschullehrkräften bzgl. des Entgeltes von großer Bedeutung. Das ist keine Gehalts- sondern eine Statusfrage.

Was Herr Schleicher vergisst zu erwähnen, ist die tatsache, dass in D Lehrkräfte grundsätzlich über mindestens zwei Fakulten verfügen müssen und bei der Berechnung der arbeitzeit nur die Höhe der deputatsstunden zugrunde gelegt wird, während alles Andere pauschal abgegolten wird. Gemessen an Kaufkraft und tatsächlich aufgewendeter Arbeitszeit ist das Lohnniveau deutscher Lehrkräfte eher unterirdisch. Die Vergütung z.B. englischer Lehrkräfte für Korrekturen ist deutlich besser.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

In dem Punkt stimme ich Ihnen völlig zu.

dickebank
9 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Nur die Eingruppierung in A13/E13 ist doch keine Entgelterhöhung sondern trägt der geänderten Festsetzung der Regelstudienzeiten für alle Lehrämter Rechnung.

In NRW muss bei einer Höhergruppierung der Differenzbetrag um die 460 EUR ausmachen. Bei einer Höhergruppierung infolge einer regulären Beförderung wird eine Erfahrungsstufe gestrichen, es geht also von E12/6 auf E13/5 für die Dauer von fünf Jahren.

Marie-Luise
9 Monate zuvor

ja, Reform
Lehrer nur noch 3-4 Tage anwesend in der Schule, zuhause homeschooling ausbauen und einen Tag zuhause für Korrektur und Vorarbeit.

Dann deckt sich das auch mit den ganzen office Jobs / homeoffice 😀 bzw. gleicht sich an.

Die KInder wollen doch auch flexibel arbeiten (wie die Eltern)

Geählter anheben, Abibonus zahlen, Entfernungspauschalen auch für andere, die raus müssen und fahren. 🙂