Gastkommentar zur PISA-Debatte: Warum die Personalie Schleicher nicht das Kernproblem ist

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BERLIN. Nachdem PISA-Koordinator Andreas Schleicher mit neuer Kritik an der Lehrerschaft in Deutschland nachlegte, forderte der Philologenverband den zeitweiligen Ausstieg aus PISA – zumindest so lange, wie der OECD-Direktor Schleicher an der Spitze des Studienverbunds steht (News4teachers berichtete). Unser Gastkommentator, Prof. Ralf Tenberg, hält das für „wenig durchdacht“. Denn das Kernproblem ist nicht die Personalie Andreas Schleicher. Sondern eine Bildungspolitik, die auf PISA nicht angemessen reagiert.

Die Leistungskurve weist nach unten. Foto: Shutterstock

PISA aussetzen – das wäre der Untergang

Seit 2000 nimmt Deutschland als OECD-Mitglied am Programme for International Student Assessment, kurz: PISA, teil. Ähnlich wie in den olympischen Spielen – nur nicht alle vier, sondern alle drei Jahre – vergleicht man sich mit anderen Staaten. Die Disziplin ist dabei nicht Weitsprung oder Fußball, sondern Bildung, gemessen und bewertet werden muss trotzdem, aber mit anderen Instrumenten und Maßstäben.

Der ursprüngliche Ansatz erfolgt in einer Erhebung der Kompetenzen im Lesen, Rechnen und den Naturwissenschaften innerhalb einer Alterskohorte. Hinzu kamen wechselnde Querschnittsthemen wie Lernstrategien, Problemlösung, informationstechnische Grundbildung. Über die zurückliegenden zwei Jahrzehnte war Deutschland im Ländervergleich meistens im Mittelfeld, nie in einer Spitzenposition und dabei oft hinter Staaten mit einer deutlich schwächeren Volkswirtschaft. Das war am Anfang ernüchternd – nach der ersten PISA-Veröffentlichung sprach man von einem PISA-Schock – dann hat man sich aber wohl daran gewöhnt, ähnlich wie bei unserer Fußball-Nationalmannschaft: „wir sind halt schlecht, was soll‘s“.

Die Befunde von 2022 zeigen nun einen Absturz. In den drei Basiskompetenzen liegen die deutschen Schüler auf den bislang niedrigsten Punkterängen, besonders ausgeprägt in Mathematik und Naturwissenschaften. Die Differenz zwischen den Ergebnissen dieser und der vorausgehenden Erhebung entspricht dem Lernfortschritt eines 15-Jährigen eines ganzen Schuljahres. Im internationalen Vergleich liegen vor uns Kanada, Schweiz, Estland, hinter uns Mexiko, Brasilien, Indonesien. Der oberste PISA-Koordinator Andreas Schleicher hat klar geäußert, wo er hier die Hauptverantwortlichen sieht: Es sind unsere Lehrer, die einfach nichts mit den PISA-Befunden anfangen können und überhaupt einfach einen schlechten Job machen. Nebenbei legte er auch ein despektierliches Lehrerbild offen, er sieht sie als Befehlsempfänger in einem intellektuell wenig anspruchsvollen Beruf, die ständig wegen Überlastung quengeln.

Daraufhin fordert nun der Philologenverband, so lange nicht mehr an PISA teilzunehmen, wie Schleicher hier im Lead ist. Eine verständliche, aber wenig durchdachte Reaktion, denn was sollte an PISA besser werden, wenn Schleicher ausgetauscht würde? Klar, sein Mindset ist – bezogen auf die Interpretation der Befunde – nicht optimal, aber es sind andere, die dafür sorgen, dass die Millionen, die Jahr für Jahr in dieses aufwändige Programm investiert werden, nur dem Stoffwechsel dienen, denn die Auftraggeber von PISA, also die Kultusministerien der Länder, haben noch nie auf die Befunde adäquat reagiert. Nach den Veröffentlichungen ist immer ein wenig Hektik erkennbar und man diskutiert, wie man damit umgeht. Konsequente und vor allem wirksame Maßnahmen bleiben aber bislang aus. Also: Entweder PISA abschaffen, oder dafür sorgen, dass substanziell reagiert wird, oder weiterhin Steuergelder verschwenden und Lehrer dafür verantwortlich machen.

Dr. Ralf Tenberg ist Professor für Technikdidaktik und Geschäftsführer des pädagogischen Instituts der Universität Darmstadt. Er ist Gutachter in universitären Berufungsverfahren, nationalen und internationalen Förderlinien, Mitbegründer und Herausgeber des International Journal of Technical Education (JOTED) und Redakteur der Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik (ZBW).

„Noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen“: Schleicher brüskiert deutsche Lehrer

 

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Clara
1 Monat zuvor

Ich fände es schon wichtig, dass eine Persönlichkeit, die man fachlich und menschlich respektieren kann, das Sprachrohr für PISA ist. Es wäre einfach motivierender, wenn eine gewisse Wertschätzung für die Arbeit von Lehrkräften rüberkäme, vom Respekt mal ganz zu schweigen. Vielleicht lässt sich ja doch jemand mit diesem „mindset“ finden.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Clara

Auf der anderen Seite wird sich auch dann wohl nicht viel ändern.

Wer ist Auftraggeber? KuMis
Wer wird kritisiert? Lehrkräfte

Wir sind nicht im 21. Jahrhundert angekommen – mir war nicht klar, dass das zu meiner nichtvorhandenen Stellenbeschreibung gehört.

Wir müssen….. einfach entspannen und dem ganzen Schul-, Bildungs-, Nichtlern-, Nichtfinanzier-, Lehrerbashing- und -mangel-Wahnsinn …. aussitzen.

Hat bei Kohl immer geklappt.

Das kriegen wir schon hin – wir faulen Säcke!

Vielleicht mal in den Bummelstreik – nach neun Stunden Schule keine Elterngespräche mehr am Abend….

Wir sind NICHT verantwortlich!

Ich habe fertich

Hans Malz
1 Monat zuvor

„Klar, sein Mindset ist – bezogen auf die Interpretation der Befunde – nicht optimal, aber es sind andere, die dafür sorgen, dass die Millionen, die Jahr für Jahr in dieses aufwändige Programm investiert werden, nur dem Stoffwechsel dienen, denn die Auftraggeber von PISA, also die Kultusministerien der Länder, haben noch nie auf die Befunde adäquat reagiert.“

Sein Mindset ist nicht optimal – Ich schmeiß mich weg! Der Kaffee ist im kompletten Lehrerzimmer verteilt, danke Herr Tenberg.
Im Teaser steht es doch schon: Die Bildungspolitik reagiert nicht oder falsch und ist beratungsresistent gegenüber denen, die es jeden Tag machen.

Und wenn die Auftraggeber von PISA eh nicht darauf reagieren, dann ist ist das für uns Lehrer erst recht ein Grund das ganze zu boykottieren. Bringt ja eh nix außer mehr Arbeit – Achtsamkeit und so.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Touche‘!!!

Danke!!!

ed840
1 Monat zuvor

Ich kann den ganzen Hype um PISA nicht verstehen. Der Vergleich des Durchschnittswertes der 16 Bundesländer mit Ländern, die ein einheitliches und zentralistisches Schulsystem haben, ist m.M. eh nicht sehr aussagekräftig. Die Unterschiede der Bundesländer bei bei den bundesweiten IQB Vergleichsstudien, sind ja mindestens ebenso hoch wie bei PISA zwischen den EU-Ländern, ohne dass da ähnlich hysterisch darauf reagiert würde. Dabei haben doch die bundesweiten Vergleichsstudien längst gezeigt, dass die Leistungen in allen Bundesländern abwärts gehen, auch in Sachsen und Bayern.
Wenn also immer mehr Schüler immer schlechtere Basiswerte in Lesen, Schreiben und Rechnen erzielen, nützt es doch nicht darauf zu verweisen, dass es in anderen Ländern noch schlechter steht. Wenn man z.B. die Ergebnisse der skandinavischen Länder genauer betrachtet und dstatistische Ungleichheiten der getesteten Stichproben heraus rechnet, würde auffallen, dass deren Ergebnisse mind. ebenso schlecht oder z.T. sogar schlechter wären als der Bundesschnitt und deutlich schlechter als in den BL Sachsen oder Bayern, die separat gerechnet wohl nicht weit hinter Estland lägen. Das wäre aber m.M. aber kein Grund dort weniger zu tun. Wenn die Leistungen absinken, müssen alle Bundesländer Ursachenforschung betreiben und Maßnahmen ergreifen den Trend zumindest zu verlangsamen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Bayern hat Deutschlandweit die meisten „Sitzenbleiber“! Das verfälscht die Vergleiche zB auch, weil dort dann mehr Schüler ein Jahr mehr Zeit haben.
Es verfälscht auch, wenn Inklusionskinder in einem Land Teil der Klassen sind und mit in die Auswahl kommen und in anderen Ländern nicht.
Es verfälscht auch, wenn man Kinder herausnehmen kann, die „nicht repräsentativ“ sind und dies von manchen aus Ergeiz dazu genutzt wird, das Ergebnis zu verbessern und von anderen aber nicht.
Es verfälscht ebenfalls, wenn sich Kinder in einem Land lange auf diese Tests vorbereiten und ihnen autoritär eingebleut wird, sich dabei anzustrengen, während sich in anderen Ländern Jugendliche einen Spaß daraus machen, Quatsch in die Aufgaben zu schreiben.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Dass in Deutschland nur 2,5% der gezogenen Schüler aussortiert wurden, aber in den Skandinavischen Ländern bis zu 11,7% ist kein Geheimnis. Wenn „Sitzenbleiben“ angeblich so positiv für den Lernerfolg in der 9. Klasse wäre, könnten es die anderen Bundesländer ja auch strenger handhaben, oder etwa nicht? Diesen Zusammenhang sehe ich als pädagogischer Laie aber nicht. Dass Bayern auch unter Berücksichtigung der Inklusionsschüler die niedrigste Quote an jungen Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss hat, spricht m.M. auch gegen Ihre These. Ob die IQB-Tests in den Bundesländern unterschiedlich ernst genommen werden, weiß ich nicht. Die Trends scheinen aber in allen BL gleich zu sein. Wobei manche BL aber schon deutlichere Rückgänge haben als anderen. Reagieren müssen m.M. aber alle Länder, wenn es abwärts geht.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ach ja und es verfälscht auch, wenn ein Land mehr und ein Land weniger Flüchtlinge aufnimmt.
Dies alles mit einbezogen steht D international evtl besser dar und Sachsen und Bayern evtl gar nicht mehr so viel besser national.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wenn man die statistischen Abweichungen der Stichproben in den OECD-Ländern bei PISA berücksichtigt, wird das Bild in der Tat anders. Das ändert aber nichts an den rückläufigen Leistungen in DE. Welche Länder wie viele Flüchtlinge aufgenommen haben, lässt sich leicht herausfinden. Wie hoch der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund in den getesteten Stichproben der Länder war, lässt sich bei PISA und IQB ebenfalls ermitteln. Dieser Prozentanteil war in Bayern zum Beispiel ca. 2,7 mal höher als in Sachsen. Wie hoch die Punktabstände zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund waren kann man ebenfalls nachlesen. In Bayern z.B, sehr deutlich geringer als der Bundesschnitt und auch am niedrigsten von allen Bundesländern im Westen. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch in Bayern und Sachsen die Leistungen sinken und Maßnahmen nötig sind, diesen Trend zu stoppen oder zu wenigstens zu bremsen.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor

Denn das Kernproblem ist nicht die Personalie Andreas Schleicher. Sondern eine Bildungspolitik, die auf PISA nicht angemessen reagiert.“

Ketzerische Frage: warum sollte sie das überhaupt?

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Warum die Personalie nicht das Kernproblem ist?Weil Kernprobleme eher bei Steinobst auftreten.

Sie hörten einen adäquaten Kommentar.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und ich Depp dachte an Kernkraftwerke, ich Dummerchen:)

Mika
1 Monat zuvor

Mich würde ja mal interessieren, wie viel Prozent der Schüler in den PISA-Siegerländern bereits in der Grundschule von Leuten unterrichtet werden, die dafür nicht ausgebildet wurden. Wir haben SuS in Klasse 9, die von von Beginn ihrer Schulkarriere an ausschließlich von Personen unterrichtet wurden, welche dafür nicht ausgebildet sind. Gibts das auch in den anderen PISA-Ländern?

Peter Melunke
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung den Abwärtstrend beschleunigt. Allerdings muss man fairerweise dazu sagen, dass schon bei der PISA-Studie im Jahr 2000 die Ergebnisse alles andere als gut waren – und damals vermutlich sehr wenige Quereinsteiger in den Schulen (ohne Ausbildung) auf die Kinder und Jugendlichen „losgelassen“ wurden.

Canishine
1 Monat zuvor

Mir erscheint die Forderung nach Boykott (Aussetzen) der PISA-Teilnahme auch ein wenig aus der gekränkten Ecke zu kommen, obwohl man sicherlich sachlich über den Wert und die Aussagekraft der Studie diskutieren kann. Gerade die Anforderungen der heutigen Zeit an Schule (Inklusion, Identität, Integration, Demokratie, physische und psychische Gesundheit, Lebensführung, …) zeigen, dass Bildung eben weit mehr ist, als ein PISA-Test abbilden kann, die Defizite und Probleme im nichtintellektuellen Bereich jedoch deutliche Auswirkungen auf die intellektuelle Leistungsfähigkeit haben können. Daher greifen aus meiner Sicht sowohl das „Mindset“ von Herrn Schleicher des universalengagierten Lerncoach (etwas überspitzt formuliert) als auch der Gedanke, ein besseres PISA-Ergebnis sei ein Zeichen für eine gebildetere (und gesunde) Gesellschaft, zu kurz.
Leider wirkt die (vielleicht auch in der Darstellung verkürzte) Forderung von Herrn Schleicher nach mehr Engagement und weniger Gejammer eher gegenteilig, da sie das vorhandene Engagement (bei durchaus hohen, wenn auch vielleicht nicht ausschließlich intellektuellen Anforderungen) nicht anerkennt und die schwierigen Rahmenbedingungen (nahezu) unbeachtet lässt. Ich werde allerdings mein persönliches Engagement nicht von einer solchen externen Bewertung abhängig machen.

Hysterican
1 Monat zuvor

Die Conclusio ist falsch gezogen…da kann auch ein Gastkommentator Tenberg die verheerende Wirkung von Pisa, die despektierlichen -an Verachtung grenzenden Äußerungen von Schleicher und die jahrzehntelangen Vernachlässigungen seitens der Bildungspolitik nicht „weichreden“.

„Also: Entweder PISA abschaffen, oder dafür sorgen, dass substanziell reagiert wird, oder weiterhin Steuergelder verschwenden und Lehrer dafür verantwortlich machen.“

Es muss stattdessen lauten:
„Also: Entweder PISA abschaffen und dafür sorgen, dass substanziell reagiert wird, oder weiterhin Steuergelder verschwenden und Lehrer dafür verantwortlich machen.“

Und da kommt meines Erachtens nur der erste Teil der Aussage in Frage!!

AvL
1 Monat zuvor

Kinder, die bereits in der ersten Klasse
gute Leser sind, sind dies nach einer
großen Studie des renommierten kanadischen
Psychologen Keith Stanovich auch in der 10.Klasse.
Umgekehrt gehören schlechte Leser in der
ersten Klasse auch zu denen, die in der
10. Klasse schlecht lesen können und
lebenslang benachteiligt sind,
sich aktiv Wissen selbstständig anzueignen.

Um es mit Stanovich Worten auszudrücken:
Ein langsamer Leseerwerb hat kognitive,
verhaltensbezogene und motivierende Konsequenzen,
die die Entwicklung anderer kognitiver Fähigkeiten
verlangsamen und die Leistung bei vielen
akademischen Aufgaben beeinträchtigen. 
Kurz gesagt, während sich das Lesen entwickelt,
beeinflussen andere damit verbundene kognitive
Prozesse das Niveau der Lesefähigkeit. 
Auch Wissensbestände, die in wechselseitiger Beziehung
zum Lesen stehen, werden an der Weiterentwicklung
gehindert. Je länger diese Entwicklungssequenz andauert,
desto allgemeiner werden die Defizite und dringen in
immer mehr Bereiche der Kognition und des
Verhaltens ein. Oder um es einfacher und trauriger auszudrücken:
„Lesen beeinflusst alles, was man tut.“

Wenn also in den weiterführenden Schulen aktiv
Wissen selbstständig durch Lesen angeeignet
werden muss, sind die schlechten Leser sehr
viel langsamer im Erfassen von Lerninhalten,
da das Lesen ihnen sehr viel schwerer fällt.
Entsprechend sind die schulischen Leistungen der
langsamen Leser sehr viel schlechter als die der schnellen Leser.

Das bedeutet aber, dass die Methoden des Erlernen
des Lesens bereits in der ersten Klasse bereits strukturiert
werden müssen, um allen Kindern ein automatisiertes
Lesen lernen zu vermitteln.
Es gilt weg vom eigen initiativen Erlernen des Lesenlernen.

Das IntraAktKonzept hat die Forschungsergebnisse
der Psychologie der vergangenen 50 Jahre praxisnahe
umgesetzt. Die Kinder vermitteln sich die
Phonem-Graphem-Beziehung ohne die Vermittlung
von Bildmaterialien, die als Medium die Entwicklung
der Leseautomatisierung zusätzlich hemmen.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Warum machen Sie bei jeder Gelegenheit Werbung für das Intra-Act Konzept? Ich kenne es und habe es ausprobiert und halte es nicht für jeden Schüler geeignet. Es ist ein zusätzliches Fördermaterial, das Schüler aufgrund der reinen Druckbuchstaben und wenig sinnvollen und unzusammenhängenden Wörter und Sätzen wenig motiviert. Aber man kann es als „technische Übung“ benutzen, wenn die Fibel nicht ausreicht. Ein emotionaler Zugang zu den sturen Wörtern ist nicht gegeben.
Eine moderne Fibel, die langsam Buchstabe für Buchstabe aufbaut und verschiedene Schülerlernstände berücksichtigt mit Texten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu einem Thema, das den Wortschatz und das Verständnis der Welt kontiunuierlich erweitert, gute aufbauenede Zusatzmaterialien anbietet, ist in meinen Augen für die Gesamtklasse besser geeignet, den Alphabetisierungsprozess bzw. Leselernprozess voranzutreiben. IntraAct als Zusatz für Schüler, bei denen eine Fibel nicht ausreicht, aber nicht als Grundlage.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Es existiert kein anderes ähnlich aufgebautes Konzept,
dass ohne Bildhilfen die Phonem-Graphem-Beziehung
vermittelt. Und somit ist es das einzige im deutschen
Sprachraum zur Verfügung stehende Konzept dieser Art.

Allerdings weiß ich, dass die Logopädinnen auf der
Grundlage dieses Konzept die Lese-und Sprachförderung
und deren Automatisierung ohne Bildhilfen trainieren.
Das IntraAktKonzept arbeitet eben als einziges zur
Verfügung stehende Leselernheft ohne bebilderte Hilfsmittel.
Es geht um die Methode der direkten Herstellung der
Phonem-Graphem ohne die die Leseautomatisierung
blockierenden Buchstabenbilder, wie B wie Baum,
Au wie Auto und M wie Mond.

Die Bilder der Anlauttabellen verzögern und behindern
die direkte Abspeicherung der Phonem-Graphem-
Verbindung im Sprachspeicher des Langzeitgedächtnis.
Beim Erlernen des Lesen werden Hirnareale, die in der
Evolution des menschlichen Gehirn für das optische
Abspeichern von Gegenständen und die der Orientierung
im Raum dienten, zur Abspeicherung der Grapheme
im visuellen Cortex verwendet.

Die Buchstaben werden entsprechend ihrer Häufigkeit
nach systematisch nacheinander eingeführt.
Trainiert wird zunächst das Lesen, was zunächst über
den sequentiell arbeitenden Arbeitsspeicher erfolgt,
der durch die Farbbilder wieder geleert wird.
Durch die Wiederholungen des Lesevorganges erfolgt
schließlich die Abspeicherung im sehr viel schneller
arbeitenden Langzeitspeicher.
Es ist falsch zu behaupten, dass Kinder wiederholende
Übungen als langweilig empfinden.
Sie üben mit ihren Schülern auch englische und französische
Liedertexte singend ein, deren Bedeutung diese nicht verstehen.

Das Modell von Glaser und Glaser, dass den Stroop-Effekt
bestens erklärt, ist hervorragend geeignet, um aufzuzeigen,
dass der Sprachspeicher ohne die Vermittlung des Bedeutungsspeicher funktioniert und ersteren für den reinen Lesevorgang nicht benötigt.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Es ist stumpfes Einbimsen von Silben ohne Zusammenhang, die Testungen liefen in Einzelförderung unter Bedingungen, die Schule so nicht abbilden kann und ursprünglich mit geistig eingeschränkten Kindern. Ja, da kann es ein Hilfsmittel sein, weil diese den normalen Leselernprozess nicht mit dem sonst üblichen Material schaffen.

Logopäden werden übrigens für Logopädie bezahlt und dürften Leistungen zum Erstlesen gar nicht abrechnen, auch Übungen zum Rechtschreiben sind nicht vorgesehen und von der Übernahme der Krankenkassen nicht gedeckt.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Es ist ein Lehrwerk für den primären Lese-
und Schrifterwerb.
Kein stumpfes „Einbimsen“ von Silben findet
bei der Bearbeitung dieses auf den Ergebnissen
der Psychologie fußenden Werkes statt.
Und ihre abwertenden Bemerkungen über einen
Fördergebrauch für geistig beeinträchtigte Menschen
ist despektierlich gegenüber diesen Menschen
und den Ergebnissen der vergangenen 50 Jahre
der wissenschaftlichen Psychologie.

Die Logopädinnen verdienen übrigens sehr gut an
den Folgen des Spracherfahrungsansatzes.
Und die machen genau das, was ich oben beschrieben
habe, wenn Übungen für Schitismus und ähnliches
verordnet wurden.
Außerdem steht jedem frei, wen man selbst für
Nachhilfe bezahlt. Ihr Methodensammelsurium hat
jedenfalls dazu geführt, dass die Nachhilfeinstitute
und die verantwortungsbewussten Eltern sehr viel
Zeit und Geld für die schulische Arbeit im Nachgang
des selbst erforschenden Unterricht aufbringen müssen.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Eine Fibel kann man nicht gleichsetzen mit Anlauttabellen. Ihre theoretische Beschäftigung mit dem Konzept in Ehren. Sie berichten als betroffenes Elternteil. Ich verstehe, dass Sie nur die beiden Alternativen kennen: Anlauttabelle oder Intra-Act. Die Fibel, die Buchstaben aufbaut, wie man es schon lange gemacht hat, ist eine andere Alternative. An meiner Schule gibt es eine Fibel und die Kinder lernen damit gut lesen. Anlauttabellen spielen eher eine untergeordnete Rolle für Kinder, die schon weiter sind als die Klasse.
Natürlich muss geübt werden, denn ohne Übung lernen die meisten nicht lesen. Es ist ein didaktisches Grundprinzip, dass auch der emotionale Bezug zum Thema hergestellt werden muss. Das fehlt, wie ich schon erwähnte, dem Intra -Act- Konzept. Deswegen kann man das nicht für eine ganze Klasse als Grundstock fürs Lesen nehmen. Es ist nur für bestimmte Schüler geeignet.
Übrigens übe ich mit den Schülern keine Liedtexte ein, dessen Inhalte nicht geklärt sind, sondern Lieder, die zum Thema und Wortschatz passen.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Ich arbeite im übrigen vorwiegend mit den
silbenanalytischen Lernmaterialien aus dem
Mildenberger Verlag. Und selbstverständlich
wird dabei mit der wiederholenden Anwendung
von Regeln, die richtige Schreibweise automatisierend
eingearbeitet im Sinne einer Schreibautomatisierung.

ysnp
28 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Mit Ihrem Kind? Oder gibt es eine Therapie diesbezüglich im medizinischen Bereich?
Die Mildenbergermaterialien sind gut, die setze ich auch öfter ein.

AvL
28 Tage zuvor
Antwortet  ysnp

Nein, es sind weder medizinische noch
psychologische Probleme. Alleine die
Motivation ist in Folge der fehlenden
Empathie bei den meisten Schülern im
Keller, und außerdem muss bei der
Transkription der Phoneme in die zugeordneten
Grapheme stark nachgesteuert werden.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

„ Die Buchstaben werden entsprechend ihrer Häufigkeit
nach systematisch nacheinander eingeführt.“ Das ist nicht korrekt, z.B. wird das E/e als letzter Vokal eingeführt, das B/b als 8. Buchstabe insgesamt…

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Egvina

Wer suchet, der findet…….das Haar in der Suppe.

AvL
27 Tage zuvor
Antwortet  Egvina

Dann haben sie ja bestimmt auch den
wissenschaftlich begründeten Einleitungsteil
zum IntraAktKonzept von Streit/Jansen gelesen.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Von außen betrachtet ist nicht PISA das Problem, sondern dass Bildungssysteme und Herr Schleicher als Person in erster Linie die Lehrkräfte für das immer schlechtere Abschneiden der Schüler verantwortlich machen. Teilweise sind die Vorgaben von den Kultusministerien so engmaschig, dass Lehrerkräfte gar nicht anders handeln können. Zudem sollen sie immer mehr nebenher machen, sodass das eigentliche Unterrichten ohnehin zum Nebenjob wird. DA muss angesetzt werden. Aber weder Herr Schleicher, noch die Kultusminister haben dies verstanden.

AvL
1 Monat zuvor

Herr Schleicher befindet sich mit seinen stark
pauschalisierten Äußerungen sehr weit entfernt
von den alltäglichen Problemen der Vermittlung
des Schrift- und Leseerwerb der Schüler.
Mit diesen sehr verallgemeinert und vereinfacht
formulierten Thesen über Lehrer, dient er niemanden,
außer sich selbst in seinem Ego.

AvL
1 Monat zuvor

Ein Ausstieg aus PISA auf Grund der despektierlichen
Aussagen des deutschen Vorsitzenden Schleicher ist
kontraproduktiv, da ansonsten die Leistungen der deutschen
Schüler nicht mehr transparent im internationalen vergleich
abgebildet werden können.

Es fehlt dann auch ein Druckmittel auf die Politik,
um an den Methoden der Vermittlung der Basiskompetenzen
der Schüler in den ersten drei Schuljahren etwas zu verändern.
Eine schlechte, unsystematische und unstrukturierte
Methodik in der Vermittlung der Lesefähigkeit auf Grund
eigen initiativer und selbst erforschender Lernmethoden
überfordert in einem zunehmenden Maße eine sich
verändernde Schülergeneration.

Wenn Teile der Grundschullehrerinnen und Lehrer sich
weiter als lernbeobachtende Lernbegleiter verstehen,
ohne selbst aktiv in den Lernprozess der Schüler direkt
einzugreifen, in dem etwa geeignete Lernmethoden des
Wiederholens und des Einübens für die Schüler reflektierend
praktiziert werden, bleiben ansteigende und nachhaltige
Lernerfolge eben nach 10 Schuljahren weiterhin aus.

Der Spracherfahrungsansatz nach Brügelmann bildet
in seiner wenig wissenschaftsbasierten Methodik und
den Ergebnissen der Psychologischen Forschung der
vergangenen 50 Jahre entgegen gerichteten Methodik
das Kernproblem für die schlechten Ergebnisse bei Pisa
und den IQB-Ergebnissen.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Wenn Teile der Grundschullehrerinnen und Lehrer sich
weiter als lernbeobachtende Lernbegleiter verstehen,
ohne selbst aktiv in den Lernprozess der Schüler direkt
einzugreifen,“

Es ist unverschämt, was Sie hier Lehrkräften einmal mehr unterstellen, womit Sie sich mit Schleicher auf eine Stufe stellen und ebenso behaupten, es seien die Lehrkräfte, die schlecht, unwillig und unengagiert seien.
Die Behauptung der unterlassenen Hilfeleistung kam auch von Ihnen, eine beabsichtigte Kriminalisierung von Lehrkräften.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Ihnen mangelt es offensichtlich an Kritikfähigkeit
in Bezug auf die negativen Auswirkungen des
Methodenmix des Spracherfahrungsansatz auf
die Vermittlung des Lesevermögens der Schüler.

Seine Heiligkeit und dessen Anhang lässt keine
Kritik am Methodenmix des sogenannten
Spracherfahrungsansatz zu, der in seiner
Allgemeingültigkeit unumstößlich auf immerdar anzuwenden sei.
Wie konnte ich nur dieses Axiom in Frage stellen.

AvL
27 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Brauchen sie Nachhilfe in Algebra, um den
Begriff Teile der Grundschullehrerinnen zu verstehen ?

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

„Wenn Teile der Grundschullehrerinnen und Lehrer sich
weiter als lernbeobachtende Lernbegleiter verstehen,
ohne selbst aktiv in den Lernprozess der Schüler direkt
einzugreifen, in dem etwa geeignete Lernmethoden des
Wiederholens und des Einübens für die Schüler reflektierend
praktiziert werden, bleiben ansteigende und nachhaltige
Lernerfolge eben nach 10 Schuljahren weiterhin aus.“

Werter Kollege,
ich bin GS-Lehrer und sehe mich absolut nicht als Lerncoach. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Hoffnung, durch geeignete Methoden seien unter den gegebenen Voraussetzungen bessere Leistungen möglich, unbegründet ist. Vielmehr ist es so, dass unter den gegebenen Voraussetzungen (Sie wissen schon: Inklusion, Klassengröße, fehlende Erziehungsmittel, fehlender Rückhalt durch Vorgesetzte, …) im Grunde gar keine echte Bildung möglich ist, sondern schon lange nur noch Bildung simuliert wird.

Und solange die Bedingungen in der GS so prekär sind, wird sich daran auch exakt gar nichts ändern.

Hochachtungsvoll aus dem Maschinenraum grüßend

Ein Grundschul-Depp

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Sie sind kein Depp, jedenfalls nicht in meinen Augen.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Er/ Sie ist kein Kollege, sondern Elternteil und, wenn ich mich recht entsinne, irgendwo im medizinischen Bereich tätig.

Ignaz Wrobel
28 Tage zuvor
Antwortet  Egvina

Etwa auf einer Arztschule ?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ich stelle Ihre implizierte Aussage, dass Lehrkräfte sich „ als lernbeobachtende Lernbegleiter verstehen,
ohne selbst aktiv in den Lernprozess der Schüler direkt
einzugreifen, in dem etwa geeignete Lernmethoden des
Wiederholens und des Einübens für die Schüler reflektierend
praktiziert werden“ sehr in Frage.
Wenn ich, derzeit Lehrkraft an einem Gymnasium, mich derart verhalten würde, hätte ich nur bei 10% der SuS etwas zu beobachten und zu begleiten. Mehr SuS beschäftigen sich nämlich nicht intrinsisch motiviert mit dem Unterrichtsstoff in den Pflichtfächern Mathematisch, Physik und Informatik, insbesondere nicht in der Pubertät. Und ich behaupte mal, dass das die meisten meiner Kollegen bestätigen werden.
Ohne unser permanentes Aktivieren und Motivieren der SuS und auch den gelinden Zwang durch den Willen der meisten SuS, versetzt zu werden, würde garnichts passieren!
Ich habe Ihre durchdachten Kommentare hier in den ersten beiden Jahren der Pandemie sehr geschätzt. Durch Kommentare wie diesen hier, der mir Zuschauermentalität, Faulheit und Desinteresse am Vorankommen meiner SuS unterstellt, fühle ich mich in meinem Berufsethos beleidigt.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Dann bin mit Sicherheit falsch rübergekommen,
da das Gros der mir bekannten Lehrer sehr engagiert
den gestellten Aufgaben sehr professionell nachgeht.

Allerdings gibt und gab es mit der Lehrkraft
meines Sohnes im Grundschulbereich erhebliche
zwischenmenschliche Probleme zwischen
der Lehrerin und Teilen der Schüler sowie
der Schülern untereinander, wo von ihr nicht sachgerecht
oder erst viel zu spät in Konklikte innerhalb des
Klassenverbandes eingegriffen wurde,
und die Sozialarbeitern eben viel zu spät hinzugezogen wurde .
Die Empathie zu Teilen der Schüler ging zum Teil in Richtung Nichtbeachtung.
Zum Glück fanden inzwischen mehrere Gespräche unter
Hinzuziehung der Sozialarbeiterin und der Rektorin statt.
Leider verließen mehrere Kinder bereits den Klassenverband.

Mondmatt
1 Monat zuvor

Ob der Bildungsvergleich im Rahmen der Pisa-Studie im Allgemeinen oder die Personalie des des Herr Streicher im Besonderen fachlich sinnvoll ist oder nicht kann ich nicht beurteilen.

Mir fehlt einfach die Erfahrung. Ich kenne weder die Fragen der Studie genau, noch bin ich Statistiker oder habe Daten zur Arbeit des Herrn Streicher, über seine unqualifizierten Aussagen zur Lehrerschaft hinaus.

Kritisch sehe ich es aber auf jeden Fall anhand der Ergebnisse der PISA-Studie Rückschlüsse auf die Qualifikation und das Engagement der Lehrer zu ziehen.

Die PISA-Studie bewertet nur das sichtbare Endergebnis. Die Rahmenbedingungen unter welchen dieses Ergebnis entstanden ist werden hingegen nicht berücksichtigt.

So gesehen ist die Lehrerkritik des Herr Streicher also so als würde man kritisieren, dass die drei letzten Läufer eines Rennens nicht motiviert genug in ihrem Sport sind ohne zu berücksichtigen, dass davon einer über 80, einer beinamputiert und einer stark übergewichtig war.

Um aus der Pisa-Studie Rückschlüsse zur Arbeit der Lehrer ziehen zu können, wie Herr Streicher das gerne tun würde, müsste diese die Schülerleistungen mit Daten zum Umfeld der Bildung in Relation setzen.

Wie hoch sind die Bildungsausgaben pro Schüler, Klassengrößen, Aufbau der Lehrpläne, wie viele Sozialarbeiter, Sprachförderlehrer und sonstige Unterstützung gab es, Verwaltungsaufwand….

So lange dies nicht berücksichtigt wird, sind die Aussagen des Herr Streicher zur Arbeit der Lehrer im besten Fall als unqualifiziert und unverschämt zu bezeichnen.

Ob man ihn deswegen ersetzen sollte?

Was würde ein private Firma mit einem Personalchef tun der in einem Einstellungstest ein Rennen zwischen einem Trabbi und einem Porsche als Grundlage für die Eignung der Fahrer durchführt?

Man würde ihn wohl entlassen. Entweder wegen sträflicher Dummheit oder wegen einer absichtlichen, plumpen Manipulation aufgrund persönlicher Vorlieben oder Interessen.

Herr Streicher hat aber wahrscheinlich Glück. So unqualifiziert und borniert seine Aussagen auch sein mögen, sie sind sehr im Interesse der KMK.

Ihre eigene Arbeit bleibt außerhalb des Radars und wird in keiner Weise bewertet. Die Schuldigen sind nach der Expertise des Herr Streicher die Lehrer.
Lehrer sind ja, wie allgemein bekannt ist, sowieso faul, unmotiviert und unqualifiziert.

Für die politisch Verantwortlichen ist mit den Aussagen von Herr Streicher für sie selbst also alles in Butter.

Wahrscheinlich wird er also eher befördert als entlassen.

Pensionist
1 Monat zuvor
Antwortet  Mondmatt

Er heisst Schleicher, zum Donnerwetter!

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Pensionist

Ja, schon- aber seine Analyse erhält von mir 10 Daumen zusätzlich.

Kognitive-Dissonanz
1 Monat zuvor

Die ad-hominem-Angriffe, die einige hier fahren, sind mMn einer Lehrkraft unwürdig. Genauso wie der Trend, sich als Befehlsempfänger und Opfer zu stilisieren, um keine Mitverantwortung für Missstände übernehmen zu müssen.

Lera
1 Monat zuvor

Beamte SIND Befehlsempfänger.

Verantwortung für die ganze Sch… müssen Bildungspolitiker und ihre Einflüsterer, Erfüllungsgehilfen und Steigbügelhalter aus der Bildungsforschung übernehmen.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Politiker haben uns diesen selbst erforschenden
Methodenmix mit seinen nachhaltigen Folgen
eingebrockt, weil die den wissenschaftlichen
Forschungsergebnissen der psychologischen
Forschung der vergangenen 50 Jahre wenig
aufgeschlossenen Lerntheoretiker aus dem
Bremer und dem Siegener Elfenbeinturm, sich
erfolgreich über die KMK und die Kultusministerien
Gehör verschaffen konnten.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Das stimmt schlichtweg nicht.
Methodenmix bedeutet, dass man Inhalte auf unterschiedliche Weise präsentiert und einbringt, um Lernende mit unterschiedlichen Neigungen besser ansprechen und erreichen zu können und auch, um gleiche Inhalte in verschiedenen Kontexten zu üben und zusätzlich verschiedene Herangehensweisen zu erlernen.

Sie sind festgefahren in der Kritik an Materialien, die von Kindern viel Selbstständigkeit verlangen, scheren dabei alles, was Ihrer Meinung nach ähnlich klingt, über einen Kamm, wollen Methoden nicht differenziert betrachten und stehen inzwischen für eine 1:1-Beschulung und den Gedanken, dass die gleiche Behandlung die gleichen Resultate hervorbringt. Das klappt schon in der Medizin nicht, in der Pädagogik ist es ein noch schlechterer Ratgeber.

AvL
28 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Klar, sie machen mit dem Spracherfahrungsansatz
ein selbst erforschendes Lernangebot an die Schüler,
aus dem diese sich die geeigneten Materialien
heraussuchen, um dann nach individuellen
Lernwegen sich selbstständig gewisse Lerninhalte
selbstständig anzueignen.
Und sie beobachten das Ganze, und geben dann
schon mal Hilfestellung. Jeder Schüler ist in seinem
Tempo allein unterwegs.

Alter Pauker
28 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Mein Gott, der Spracherfahrungsansatz ist jetzt so um die 30 Jahre alt und wird schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr unterrichtet. Wie viele Jahrzehnte brauchen Sie noch, um Ihr Trauma zu überwinden? Vielleicht mal einen Kollegen zu Rate ziehen!!!

AvL
28 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Hä, dann lesen sie einmal bei Palim weiter oben nach,
er ist real existent in der Grundschulpraxis in NRW.

Palim
27 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Zum einen: Ich arbeite gar nicht in NRW.
Ihre Unterstellungen, wie ich arbeiten würde, können Sie gerne belegen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie in meinem Unterricht hospitiert hätten, weiß aber, dass ich konkret aus meinem Unterricht heraus darlegen kann, auf welche verschiedenen Möglichkeiten Alphabetisierung erfolgen kann.

Zum anderen: Methodenvielfalt oder Methodenvariation ist unabhängig vom Spracherfahrungsansatz, gehört aber zum Handwerkszeug jeder Lehrkraft.
https://www.news4teachers.de/2017/11/methodenvielfalt-im-unterricht-bildungsforscher-raet-lieber-einen-gang-zurueckschalten/

AvL
28 Tage zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Ein Schultrauma mit beeinträchtigten und
geschädigten Schulkarrieren erleben alle
jene Kinder, denen es nicht bis spätestens
zum Ende der dritten Klasse gelingt
automatisiert sinnentnehmend lesen zu
erlernen. Die richtigen Probleme treten dann
in den weiterführenden Schulen auf, wenn die
Schüler sich umfangreichere Textpassagen
inhaltlich erschließen müssen.
Da werden diese Kinder dann vollständig
abgehängt.
In Berlin sind es bereits 30 % der Schüler
nach der 9.Klasse, die nicht sinnentnehmend
längere Textpassagen erfassen können.
Es fehlt sogar am Hörverstehen.
Das ist doch die eigentliche Katastrophe.
Und Pisa und die IQB-Studie sind doch nur
das Abbild dieser Katastrophe.
Ich habe oben auf die große Studie von
Keith Stanovich verwiesen, wie es ausgeht,
wenn Kinder bis zum Enden der ersten Klasse
nicht gut lesen können.
Und so muss sich doch etwas drastisches
in der Methodik der Vermittlung des Lese-
und Schriftspracherwerb ändern.

Egvina
28 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Ihre Thesen werden immer steiler…

AvL
27 Tage zuvor
Antwortet  Egvina

Ihre Texte sind wenig ergiebig und von wenig
sprachlichem und argumentativen Tiefgang getragen,
und eigentlich wollen sie doch mit diesen kurzen
Statements nur provozieren.
Darf ich mal bei ihnen nachfragen ?
Sie sind nicht zufällig im Grundschulverband organisiert?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

@Lera

Don’t feed the „Kognitive-Dissonanz“. 😉

Lessi
1 Monat zuvor

Gegenfrage: Was wäre Ihrer Meinung nach für eine Lehrkraft würdig?
(wirklich interessiert)

Lisa
1 Monat zuvor

Nun ja, ein Herr Schleicher, der eben nicht die Kultusminister, sondern das zweitschwächste Glied in der Kette ( das Schwächste waren die Schüler. Ich weiß, der kam flach) attackiert, ist einfach nur verletzend.
Während anderswo “ Lehrertag“ gefeiert wird, hört man hierzulande „‚Faule Säcke“ .Ich selbst denke, man braucht kein Pisa um zu wissen, was im Argen liegt. Das weiß jeder Lehrer, und jeder Lehrer könnte auch sagen, was er braucht, um die Leistungen seiner Schüler zu verbessern.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Geld für PISA ist da…..

Für was könnte das wohl (besser) genutzt werden – grübel….

Wofür werden eigentlich fiese Millionen ausgegeben?

Und warum ist das so teuer?

Undcwarum kritisiert nicht mal jemand die KuMis?

Uups.

Weil die unantastbar sind, unsere Glorreichen.

Warum machen die keine Fortbildungen, um die Auswertung zu verstehen? Ach, die arbeiten schon so viel? Aha.

Leute – das kann man doch alles nicht nehr ernst nehmen.

Wer erstellt die Aufgaben?

War da jemals jemand in Klassen und Schulen – also nicht nur in der Mensa mit dem leckeren gesunden Essen?

Mal Schüler beobachtet oder vielleicht gesehen?

Wenn bei j e d e r wie auch immer Studie oder Umfrage rauskommt, dass die Lehrkräfte in der Vergangenheit verharren und überhaupt immer schuldig sind – sei’s drum.

Unsere Lehrpläne, Lernstandards etc. sind es doch auch

Und unsere KuMis – könnten sich zur Abwechslung mal mit der Realität beschäftigen….

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

dto

Annemaus
27 Tage zuvor

Hätten alle Leute, die jetzt fordern, nicht mehr an der Pisa-Studie teilzunehmen, das auch gefordert, wenn Deutschland unter den Top 3 oder Top 5 gelandet wäre? Das Testverfahren wäre ja genauso gewesen.