Studie: Die meisten Lehrkräfte nutzen ihren Dienst-Laptop kaum – weil die Schul-IT nicht vernünftig funktioniert

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BERLIN. Schlechte Rahmenbedingungen und fehlende Zeit bremsen die hohe Bereitschaft der Lehrkräfte zu digitalem Unterricht. Dies zeigt eine neue Studie der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen, die von der Berliner GEW in Auftrag gegeben  wurde. Die große Diskrepanz zwischen den Bemühungen der Lehrkräfte und den zur Verfügung stehenden Ressourcen sorge unter Lehrkräften für großen „digitalen Stress“, der ihre Gesundheit gefährde, heißt es.

Es hapert allzu oft an der Schul-IT (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

„Wir Lehrkräfte wollen guten Unterricht machen“, sagt Maximilian Tessenow, Lehrer an der Clay-Schule in Neukölln, bei der Vorstellung der Studienergebnisse. „Wir Lehrkräfte haben längst erkannt, dass der Einsatz digitaler Mittel unseren Unterricht bereichert.“ Aber: „Die Umstellung auf das neue Endgerät kostet viele Kolleg*innen Zeit, die sie nicht haben. Viele fühlen sich ausgebremst, weil sie mit ihrer eigenen Technik eingespielt sind und die aber nicht mehr verwenden dürfen.“

An seiner Schule könne er erleben, wie in einem Neubau funktionierende Technik, WLAN und digitale Tafeln die Arbeit von Lehrkräften erleichtert. Tessenow: „Das ist aber leider die seltene Ausnahme. Ich höre von vielen Kolleg*innen aus anderen Schulen, dass sie sich auf ihre Technik nicht verlassen können und darum doppelt planen müssen, digital und analog. Das verursacht Stress und verbrennt zusätzliche Zeit. Ein technischer Support vor Ort und Studientage zur Schulentwicklung mit dem ganzen Kollegium sind dringend notwendig, damit die Digitalisierung endlich in Schwung kommt.“

Der Bericht des Lehrers macht anschaulich, was Wissenschaftler der Universität Göttingen nun herausgefunden haben. Sie stellten die ersten Ergebnisse einer Arbeitsbelastungsstudie unter 2.385 Berliner Lehrkräften vor, die aufzeigen sollen, wie es um den digitalen Unterricht in Berlin bestellt ist. Die Befragung mache deutlich, dass die Nutzung digitaler Medien in Berliner Schulen zur Regel geworden ist, heißt es. Zwei von drei Lehrkräften nutzten digitale Medien jeden Tag in ihrem Unterricht. Insgesamt 93 Prozent nutzen sie mindestens jede Woche. Drei Viertel der Befragten sagen, sie würden gerne noch mehr digitale Elemente in ihren Unterricht einbauen.

Doch die Rahmenbedingungen erschwerten den Einsatz digitaler Medien und Methoden enorm. 79 Prozent der Befragten benennen die „fehlende Vorbereitungszeit für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht“ als Haupthinderungsgrund. Das führe dazu, dass die Digitalisierung vor allem als Belastung empfunden wird. So benennen 71 Prozent der Befragten die „Auswirkungen der Digitalisierung“ als einen Hauptfaktor für ihre Arbeitsbelastung.

„Nur ein Drittel der Lehrkräfte nutzt das von der Senatsverwaltung herausgegebene persönliche digitale Endgerät regelmäßig mindestens wöchentlich“

Dr. Frank Mußmann, Leiter der Studie, zeigte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse überrascht über den Kontrast zwischen der hohen Bereitschaft der Lehrkräfte zu mediengestütztem Unterricht auf der einen Seite und den großen Schwierigkeiten der Schulverwaltung, angemessene Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

„Der gewichtigste Hinderungsgrund beim digitalen Unterrichten sind die organisationalen Hindernisse: technische Ausfälle, mangelnde Unterstützung und zu wenig zeitliche Spielräume bei der Umsetzung“, so Mußmann. Er nannte ein Beispiel: „Nur ein Drittel der Lehrkräfte nutzt das von der Senatsverwaltung herausgegebene persönliche digitale Endgerät regelmäßig mindestens wöchentlich, unter anderem weil es sich nicht mit der digitalen Tafel in der Schule verbinden lässt. Wieso ist so ein Problem nach zwei Jahren noch immer nicht gelöst?“ Viele Lehrkräfte verwendeten deshalb private Geräte, obwohl das gar nicht erlaubt sei.

Unterm Strich erleben laut Umfrage 55 Prozent der Befragten „stärkeren“ oder „sehr starken digitalen Stress“. Bei den übrigen 45 Prozent ist er „gering“ oder „sehr gering“ ausgeprägt. Folge könnten gesundheitliche Schäden bis hin zu Burn-out sein, warnte Mußmann. Der Wissenschaftler sieht daher Handlungsbedarf bei der Bildungsverwaltung.

Seine Vorschläge: Mehr Weiterbildung, besserer Support, bessere IT-Infrastruktur und Abbau der Hürden für die Nutzung dienstlicher Endgeräte. Dies hätte nach seiner Einschätzung direkten Effekt auf die Gesundheit der Lehrkräfte: „Da hoher digitaler Stress ein Gesundheitsrisiko darstellt, ist es im Sinne des Arbeits- und Gesundheitsschutzes notwendig, die Umsetzung des digital unterstützten Lehrens und Lernens an den Berliner Schulen zu verbessern.“

„Die Befragung zeigt eindeutig, dass die Lehrkräfte hoch motiviert sind und digital arbeiten wollen“

„Die Ergebnisse sollten Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch endgültig wachrütteln, denn bisher wird die Schuldigitalisierung von den politisch Verantwortlichen verschlafen“, kritisiert Anne Albers, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der Berliner GEW. „Die Befragung zeigt eindeutig, dass die Lehrkräfte hoch motiviert sind und digital arbeiten wollen. Die Senatsbildungsverwaltung zieht ihnen dabei buchstäblich den Stecker. Fehlender Support, dysfunktionale Geräte sowie zu geringe Apps und fehlendes WLAN verhindern oft die Umsetzung. Teure Geräte zu beschaffen allein reicht nicht, wenn die digitale Infrastruktur nicht entwickelt wird und die Lehrkräfte keine Zeit für die Arbeitsumstellung bekommen“, betont Albers.

Albers ruft die Christdemokratin auf: „Setzen Sie sich mit der GEW an einen Tisch und sprechen Sie mit uns darüber, wie der notwendige Schulentwicklungsprozess hin zu einer digitalisierten Schule aussehen kann. Die Lehrkräfte müssen die benötigte Zeit und organisatorische Unterstützung erhalten, damit die Berliner Schulen rauskommen aus der Kreidezeit. Wir fordern Studientage zur Entwicklung digitaler Arbeit in Schule, digitale Arbeitsplätze in der Schule sowie mit digitaler Technik ausgestattete Unterrichtsräume, die Einstellung von IT-Support-Personal und die Einhaltung von Daten- und Arbeitsschutz. Der Senat muss liefern, bevor die Lehrkräfte vollends demotiviert sind“, so Albers. News4teachers / mit Material der dpa

Videokonferenzen, Störungen, neue Anforderungen: Über die Hälfte der Lehrkräfte nimmt die Digitalisierung als „Techno-Stress“ wahr

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Unfassbar
2 Monate zuvor

Ich bin froh über das Dienst-iPad und die AppleTVs an meiner Schule. Als kompakter und leichter Präsentations- und Tafelbildknecht tut das seine Dienste wunderbar. Für produktive Arbeiten ist es hingegen nicht geeignet und wurde von Apple dafür auch nicht konzipiert.

Die wenn überhaupt kaum billigeren Plastikklötze von Laptops sind nach dem, was ich von anderen Lehrern mitbekommen habe, klobig, schwer, leistungsschwach, wenig ausdauernd und oftmals mit zu wenigen Rechten für die Lehrer ausgestattet. So ein Gerät würde ich auch nicht nutzen.

Business-Laptops wären geeignet, jedoch kosten die mindestens 2000€ pro Stück. An meiner Schule nutzen etliche Kollegen privat angeschaffte MacBooks neben den iPads.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Hört sich für mich nach Müllproduktion an.

Wer daran nur verdient? Grübel…

Wir haben IPads, Convertibles, Laptops… zwei Fachräume mit PCs für fast alle Klassen (unterschiedliche Klassengrößen). Klappt recht gut im Unterricht.

Und ich nutze gerne die PCs im Lehrerzimmer.

Die muss ich nicht schleppen. Kann dann auch nicht runterfallen…

Mr X
2 Monate zuvor

Was will ich mit dem alten Ziegelstein?
Ich brauche schon ein aktuelles Gerät mit Digitizer.

Wenn ich das nicht bekomme, nutze ich das digitale Endgerät eben als Briefbeschwerer…

Rainer Zufall
2 Monate zuvor

Teile diese Beobachtungen. Im Kollegium gibt es regemäßig Probleme mit den Schlepptops, bspw. wenn man word nur mit einem „Trick“ öffnen kann.

Persönlich habe ich mir ein Privatgerät angeschafft. Da ist alles drauf, was ich will, jeder Fehler ist mein eigener und ich muss nicht Tage/ Wochen auf Fernwartung warten.

Ich nehme dann erst ein Leihgerät, wenn die Kinderkrankheiten raus sind (und die Schüler*innen auch welche bekommen) 😀

Heinz
2 Monate zuvor

Ich nutze es überhaupt nicht und nur private Geräte. Das fängt ja schon damit an, dass ich Software, die ich dringend brauche sonst nicht installieren kann. Wir brauchen nicht davon reden, dass der Billigschrott der Stadt auch nen viel zu kleinen Bildschirm hat (und ich bin gerade mal Ende 30) und er sich auch nicht ordentlich mit einem Stift nutzen lässt, keine Backkamera zum Fotografieren von Schülerlösungen hat usw..
Für mich unbrauchbar. Am Anfang der Karriere wäre es vll. Möglich gewesen, aber nicht, nachdem man etliche Jahre anders gearbeitet hat.

GriasDi
2 Monate zuvor

Mal so ins Blaue: es wird sich nichts ändern. Die Geräte sind gekauft, damit ist der Fall erledigt. Was die Geräte können sollten interessiert doch diejenigen, die sie anschaffen nicht. Vielleicht wird es in 10 Jahren besser, wenn es neue Geräte gibt, falls Geld da ist. Ein zusätzliches Zeitbudget zur Umsetzung der Digitalisierung? Wo lebt der Herr denn? Das muss nebenbei gehen. Das Verbot, mit eigenen Geräten zu arbeiten und statt dessen mit unbrauchbarem Material arbeiten zu müssen ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten und zeugt nur von Ignoranz gegenüber Lehrkräften und SchülerInnen.

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

In zehn Jahren sind selbst die langlebigen ipads schon mindestens vier Jahre unbrauchbar, eher fünf oder sechs. Bei Tablets auf Android-Basis und den billigen Laptops würden mich drei Jahre Nutzbarkeit freuen. Für sehr viele Millionen Euro würde sehr viel Elektroschrott angeschafft, der nach Meinung der Politik jahrzehntelang funktionieren wird.

Der Zauberlehrling
2 Monate zuvor

Kann ich nur bestätigen. Dysfunktionale Geräte, die keinerlei Wartung erhalten – es sei denn, ich mache es alles selbst.

Wenn ich mein Dienstlaptop von Lenovo verwenden will, muss ich es erst einmal aufladen. Denn so wenig, wie ich es nutze, ist der Akku immer leer. War halt eines der ersten Geräte, die angeschafft wurden. Kein Convertible, kein Touch und die Software musste ich alles selbst installieren. Daher nur OpenSource und kostenlos. Ich lasse es so lange liegen, bis ich ein neues Gerät bekomme. Nutzungsdauer in den letzten zwei Jahren? Gefühlte 135 Minuten.

Die digitalen Tafeln sind der letzte Dreck. Youtube geht noch. So manche Internetseite nicht mehr: „browser too old“ oder ähnliche Meldungen. Bei den Stiften lassen die Akkus nach. Niemand ist dafür zuständig und ich nehme den Ball nicht auf. Sonst habe ich 40 von den Drecksdingern zu warten und zu pflegen. Warum sieht niemand ein, dass ein Hausmeister für’s Digitale ebenso wichtig ist, wie der für die Sch…häuser?

Canishine
2 Monate zuvor

Dr. Frank Mußmann, Leiter der Studie, zeigte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse überrascht über den Kontrast zwischen der hohen Bereitschaft der Lehrkräfte zu mediengestütztem Unterricht auf der einen Seite und den großen Schwierigkeiten der Schulverwaltung, angemessene Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.“
Wozu so eine Studie doch gut ist …

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Wieso die überraschte Reaktion? Ist doch normal in Deutschland.

Canishine
2 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Es kann nur überraschen, dass es noch überrascht :-).

Carsten
2 Monate zuvor

Schweden und Dänemark kehren wieder zum Papier zurück. Zum Glück bleiben wir eine verspätete Nation.
https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2-impuls-20231120-1605-01-schweden-viele-schulen-kehren-zurueck-zu-heft-und-buch-102.html

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten

Wer nicht (sicher) lesen, schreiben und/oder kann, hat digital verloren, trickst sich durch, lebt von „fakes“, bekommt womöglich gute Noten für fremde Arbeit oder Raten.

Analog, mit Stift und Papier, bleibt wenigstens die Chance, es doch noch zu lernen und dem Lehrer die Chance, es beizubringen.

Wann kommt der Punkt, an dem ein großer Teil der Lehrkräfte es selbst nicht mehr analog gelernt haben und folglich auch nicht mehr lehren kann?

Doch, auch ich nutze „digital“ – aber erst, wenn sie lesen, schreiben, rechnen können oder für Aufgaben, bei denen es auch nicht verlangt ist.

Susi
2 Monate zuvor

Hätte Herr Dr. Frank Mußmann sich intensiver mit der Bildschirmarbeitszeitverordung beschäftigt, wäre klar, dass schon dieser Dienst-Laptop eine Zumutung darstellt.
Fazit meiner Studie:
In Berlin werden Arbeitsschutzmaßnahmen nicht bis kaum angewandt.
Arbeitszeiterfassung, Arbeitsplatz, Dienstfahren, Bildschirmarbeit, …

Autobahnabfahrt
2 Monate zuvor

… und wie groß war das Geschrei auch hier, dass man einen Dienstlaptop brauche, denn die anderen (in der freien Wirtschaft) hätten ja auch einen. Bei uns benutzt ihn auch fast niemand. Trotz diverser Fortbildungen zum Gebrauch.

Unverzagte
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Welches Geschrei denn bitte?
Bitte nicht von sich auf andere schließen, es gibt durchaus auch die, die ihren Labtop gewinnbringend für alle einsetzen.

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Was für ein Gerät haben Sie denn gestellt bekommen?

Autobahnabfahrt
2 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Das Geschrei hier, als es noch keine Dienstlaptops gab. Es wurden permanent gefordert. Wieso von sich auf andere schließen? Lesen Sie mal die Kommentare dazu. Sie gehören zu einer kleinen Minderheit. Ich kenne Kollegen, die haben den Dienstlaptop an ihre Kinder weitergereicht. Zum Spielen.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Laber-rhababahhh…
…wenn ich Sie beauftrage, mit der dienstlich gelieferten Sense das Gras zu mähen (statt mit einem gut motorisierten Rasenmäher) ist es die Krone der Heuchelei, würde ich mich darüber beschweren, wenn Sie sich im Baumarkt Abhilfe beschaffen.

Oder das „Rasenmähen“ findet eben auf dem Geschwindigkeits- und Qualitätsniveau des mittelalterlichen Sensenschwingers statt.

unverzagte
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Gehörte zur den Referendar*innen, die erstmalig alle (!) zu Beginn ein Labtop bekamen. Da gab es schon neidische Reaktionen. War damals der neueste Scheiß. Sorry, mir ist diese Problematik in den mir bekannten Kollegien so gar nicht begegnet.

Autobahnabfahrt
2 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

PS: Das sind die Ergebnisse einer Studie, die besagen, dass die Mehrheit der Lehrer ihren Dienst-Laptop nicht benutzt! Insofern schließe nicht nur ich auf das, was meine Praxiserfahrung längst besagte. Sehen Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Unverzagte
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Eine Mehrheit von Lehrer*innen, wieviele, wo und welche Altersgruppe?

Hier in der Großstadt gedeiht der Wald wohl weniger…

ginny92
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Naja wenn das Gerät, welches man hingestellt bekommt kaum nutzbar ist.

Joe
2 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Ich benutze meinen eigenen Laptop. Auf meinem Dienstgerät darf bzw. Kann ich Software gar nicht installieren. Streng genommen darf ich meinen Laptop gar nicht benutzen. Wir MÜSSEN die Dienstlaptops benutzen. Ist mir egal … Funktioniert halt nicht. Deswegen liegt mein surface Go auch unbenutzt im Schrank.

Autobahnabfahrt
2 Monate zuvor
Antwortet  Joe

Das ist bei ganz vielen so.

Dejott
2 Monate zuvor

Mein Diensttablet steht symbolisch für so viele typische Erfahrungen im Schuldienst….
Winziger Bildschirm, provisorisches Handling, kein Word, kein Verbindungskabel zum Beamer. Das Ganze über Nacht bekommen-ohne, dass irgendwer gefragt hätte, was man denn zum Arbeiten wirklich benötigt hätte. Nicht zu gebrauchen.
Sinnlos. Liegt bei mir im Schrank. Kann man als Briefbeschwerer oder Türstopper nutzen.
Von den unausgegorenen Plattformen und Programmen mal ganz zu schweigen.

Caro
2 Monate zuvor

Ich liebe meinen Dienstlaptop!
Funktioniert super, wir können damit auf den Schuldrucker zugreifen und dürfen uns nahezu uneingeschränkt alles (nicht kostenpflichtige) downloaden, was wir benötigen.

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  Caro

Dann haben Sie Glück gehabt.

Detlef
2 Monate zuvor

Wir haben „nur“ ipads erhalten. Als Dienstgerät für die Unterrichtsvorbereitung und zum Schreiben von Gutachten etc. leider komplett unbrauchbar (viel zu kleiner Bildschirm…).
Als Zusatz zu meinem eigenen Laptop nutze ich das Gerät aber schon gerne für Emails, Teams, webuntis und um die Geräte der Schüler per classroom einzusehen.

Daher ein aber zweischneidiges Schwert in meinen Augen.

Hans Malz
2 Monate zuvor

Hier hilft bei einigen auch mal der Blick in die sonst immer so gern zitierte „freie Wirtschaft“. Wenn mir mein Chef damals ein Endgerät zugewiesen hat, dann musste ich das benutzen. Mir persönlich wäre vielleicht etwas anderes lieber, aber das habe ich nicht zu entscheiden. Falls ich das nicht benutze, sondern meine Firmengeheimnisse lieber auf einem Privatgerät verarbeite, bin ich ratzfatz meinen Job los (auch schon lange vor DSGVO, bevor mir da jetzt jemand mit Datenschutz als Bremser kommt).

Man muss halt mit dem arbeiten, was man hat und wenn etwas damit nicht geht, dann geht es halt nicht.

Und nein: In den meisten Firmen werden nicht die tollsten supidupi Geräte angeschafft (mittlerweile nimmt sogar der „refurbished“ Anteil zu). Auch da gibt es oft unhandliche Geräte, die natürlich ebenfalls in eine Struktur eingebunden sind. Da hat man mitnichten alle Berechtigungen und natürlich klare Dienstanweisungen zur Handhabung!

Schönen Gruß von jemandem, der beide Welten ganz gut kennt.

Ach so: Ich stimme natürlich zu, dass die IT Grundstruktur in vielen Schulen un Kommunen totale Kacke ist.

ginny92
2 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Funktioniert halt total gut, wenn die Programme zum Zeugnis erstellen oder Noten eintragen nicht auf dem Dienstgerät funktionieren. Oder es ist ein winziges Tablett.
Klar in der Wirtschaft ist nicht alles Gold was glänzt.
Der große Haken ist aber das man in der Wirtschaft auch mal zu seinem Chef gehen kann und dem sein Gerät vorsetzten kann mit der Frage „ Zeigen sie mir mal wie das geht!“. Meistens wird da ganz schnell zurück gerudert und was geändert.
In der Schule sagt der SL er kriegt es auch nur vorgesetzt und derjenige der es ausgesucht hat ist nicht greifbar.

Hans Malz
2 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Aber genau das ist es doch: Wenn im Unternehmen die Aufgaben nicht mehr bewältigt werden können und dann einfach liegen bleiben, dann ändert sich was.

Wenn jetzt alle (außerhalb des gesetzlichen Rahmens) weiterarbeiten, passiert genau nichts. Eingabe an die SL, die kann sich ja bei der nächsten Schulleiterdienstbesprechung ausweinen. Eingabe an den Schulträger. Eingabe ans zuständige Ministerium oder besser noch, an die schulpolitischen Sprecher der Oppostition. Und natürlich den Schulaussschuss in der Stadt nicht vergessen.

Wenn ich eine Aufgabe nicht mit dem Dienstgerät machen kann, muss das dokumentiert werden.

ginny92
2 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Dieses Info wird schon an alle stellen weiter gehen zumindestens in meinem Umfeld. In dem Fall des Noten/Zeugnis Programms kam dann die Lösung das wir uns doch bitte mit 125 Kollegen dann die 10 funktionierenden PCs teilen sollten dafür.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Ich gehe mit und biete…4 Eingabe-PCs, von denen zwei aktuell auch im Bonner Computermuseum zu sehen sein könnten…

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  ginny92

Zur Not muss die Schule aus ihrem Etat eben ein paar stationäre Geräte anschaffen. Fehlt das Geld halt woanders.
Die Lösung kann doch nicht sein, dass man gesetzwidrig die Daten auf Privatgeräten verarbeitet! Wir haben doch gesehen, wie viel Wert auf Formalien gelegt wird. Wenn das ein Elternteil mitbekommt und klagt, sind die Kollegen dran. Sie haben gegen jede Dienstanweisung gehandelt.
Und es gibt eine Menge Eltern, die das als willkommene Gelegenheit sehen, der Schule eins auszuwischen.

Marie
2 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Unsere Gemeinde wollte ursprünglich auch Tablets an die Kollegen ausgeben. Erst nachdem wir sehr, sehr hartnäckig darauf hingewiesen haben, dass unser Zeugnisprogramm darauf nicht funktioniert, gab es Laptops. Den allerdings nutze ich nur zu Hause, da am Board im Klassenraum ein extra Gerät angeschlossen ist. Unser aktueller Aufreger ist jedoch, dass der externe IT-Verwalter die USB-Anschlüsse „aus Sicherheitsgründen“ stillgelegt hat. Jetzt muss ich alles, was ich in der Schule ausdrucken will, mir per Mail selbst schicken. Total arbeitserleichternd….

ginny92
2 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Der Protest hat leider nicht wirklich Wirkung gezeigt bei uns.
Was mich immer ein bisschen nervt ist dieses „ ja aber…“ das von anderen die nix mit dem Beruf zu tun haben kommt. Klar ich möchte auch mit einigen Berufen nicht tauschen. Aber ich muss mir ständig anhören „ warum machst du nicht so“ oder „ dass ist aber ineffizient“. Während man Schrott vor die Nase gestellt bekommt.

Marie
2 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Ich bin die Diskussionen mit der Gemeinde auch sooo leid. Wir schildern begründet, warum wir Geräte so und nicht anders brauchen und werden immer wieder „abgebügelt“. Manchmal hat man das Gefühl, dass Frauen in dem Gebiet keine Expertise zugetraut wird.

Teacher mit Herz
2 Monate zuvor

Ich gebe zu, dass auch ich mein „Endgerät“ nicht nutze. Wir haben ein Surface bekommen, dass ist mir viel zu fipsig. Dazu kommt, dass ich nur installieren darf, was im Unternehmensportal drin ist (also von der Berliner Senatsverwaltung zugelassen wurde). Demnach kann ich Zuhause nicht drucken, da der Treiber meines Druckers nicht dabei ist. Für meine Erst- und Zweitklässler drücke ich aber in Farbe und das geht in der Schule nicht.
Außerdem kann ich das Gerät nicht mit dem Smart Board in meinem Klassenraum verbinden. Okay, selber schuld, dass ich mir eine Icy Box zugelegt hatte, um denn Klassenraum-PC sinnvoll anschließen zu können. Bekommen hatte ich ein 10m Kabel (Abstand zur Dose keine 2m) das ich täglich hätte abziehen müssen, um den PC dann einschließen zu können. Draußen stehen lassen, dürfen wir die Geräte ja nicht. Wie lange die Internet-Anschlussbuchse das überlebt hätte, wollte ich nicht ausprobieren. Also lieber alles sauber angeschlossen, so dass nur Ladekabel uns USB-Kabel für die Icy Box angestöpselt werden müssen. Statt der Icy Bix den mit dem Endgerät gelieferten Adapter zu nutzen, geht leider auch nicht. Für den Klassenraum-PC gibt’s dafür keinen Treiber, da er schlicht zu veraltet ist.
Also nutze ich Zuhause meinen privaten PC, solange ich es darf und in der Schule den Klassenraum PC. Das liegt super, bis die Start-Lizenz abgelaufen war, denn in der Coronazeit hatte ich die Software Zuhause installieren dürfen uns bis vor ein paar Monaten könnte ich so auch Tafelbilder am eigenen PC erstellen. Nun greife ich erstmal auf Vorhandenes zurück oder speichere in den Stunden entstandenes ab.

Frustriert
2 Monate zuvor

Dienst-„Laptop“???

Wir haben besch… iPads bekommen – natürlich die billigste Version mit winzigem Bildschirm und minimalem Speichervolumen, auf denen keinei externen Programme laufen, einschl. der Unterrichtssoftware zum Schülerbuch (die natürlich nicht als Online-Kollegiumslizenz vorliegt, „zu teuer“). Auch den iStift dazu müssten wir selbst kaufen. Aber dafür wiegt das Teil mit Minitastatur mehr als mein privat bezahlter rundum funktionierender Laptop (kein HighEnd-Businessgerät!). Warum genau traut man uns nach Jahrzehnten des Selbst-Kaufens nicht zu, unseren eigenen Bedarf einzuschätzen, und gibt Budget aus statt Endgerät???

(Und unsere weniger betuchten Schüler_innen mussten ihre ausgeliehenen iPads noch während Covid zurückgeben, die vergammeln jetzt irgendwo bei der Stadt.)

Einfach nur rausgeschmissenes Geld!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor

Ich nutze meins sehr regelmäßig!

Es wird alle paar Wochen aufgeladen, damit der Akku nicht kaputt geht. 🙂

Carearbeit 😉

Lisa
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Erinnert mich ans Tamagochi.

Joe
2 Monate zuvor

Auf den Laptops darf normalerweise kein MS Office installiert werden und das Ministerium schickt docx .. kannst du dir nicht ausdenken.

ginny92
2 Monate zuvor
Antwortet  Joe

Manchmal wünsche ich mir eine Spalte in der Zeitung wo täglich nur solche Kapriolen drin stehen.

Pälzer
1 Monat zuvor
Antwortet  ginny92

selber schreiben und an die Zeitung schicken? … es wäre den Versuch wert.

Hans Malz
2 Monate zuvor
Antwortet  Joe

Oh, ich fülle das dann immer aus, formtiere das mit Funktionen, die es nur in LibreOffice gibt und speichere es im LibreOffice Format, bevor ich da was zurückschicke. Bei Tabellen und Präsentationen ist das sehr effektiv.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Super Idee, mache ich ab jetzt auch.

447
2 Monate zuvor

Alt, von allem das drittbeste und erstmal frisch formatieren und von „kommunalem Behinderungs-, ääähhh Sicherheitsmüll“ entrümpeln?

Nein danke, kommt originalverpackt ins Regal.

Nota bene:
Theoretisch darf ein echter „Dienstrechner“ zumindest theoretisch zu 100% gelesen/ausgewertet werden…

Pälzer
1 Monat zuvor

Bei uns ist es nicht so schlimm, aber von der Tendenz ähnlich.
Die Digitalmedien sind nicht immer zuverlässig.
Besonders bedrohlich finde ich, wenn Digitales nicht als Ergänzung eingesetzt wird, sondern die traditionellen Medien wie die Tafel ganz wegfallen und es nur noch digitale Präsentation gibt.

uesdW
1 Monat zuvor

Man sieht an den Kommentaren, wie unterschiedlich in der Republik mit dem Thema verfahren wurde. Ich komme mir vor, wie auf der Insel der Glückseligen.
Wir wurden vom Landkreis gefragt, welche Art von Geräten wir wollen. (IPAD, Laptop (Win), Convertible)?
Dann wurde dem Landkreis klar kommuniziert, dass das nur Sinn macht, wenn die LK diese Geräte so nutzen können, als wäre es ihr privates Gerät, d.h. es muss die Möglichkeit bestehen, auch selber Software installieren zu können. Diese Möglichkeit wurde so eingerichtet.
Die gewünschten Geräte wurden beschäftigt, können über das Schul-WLAN ins Internet (nicht in das Schulnetz), und mit einer Grundaustattung eingerichtet, mit der 70 % der Lehrkräfte gut durch den Alltag kommt. Insgesamt sind das auch solide Geräte.
Klar, es gibt keine offizielle Betreuung, jeder ist für sein Gerät selber verantwortlich,
Aber im Gegensatz zu den meißten Meldungen hier, werden die Geräte in der Schule genutzt (Kann man täglich im Lehrzimmer sehen)

Ich habe aber leider auch von anderen Schulen gehört, da hat der SL entschieden, dass alle die günstigste IPAD Variante bekommen, ob sie wollen oder nicht. Das Ergebnis dass sich eingestellt hat, steht oben in der Studie.
Daher ist mein Fazit: Wenn der Wille da ist, etwas vernünftiges zu machen, sich mit den Anwendern bespricht und nicht über ihre Köpfe entscheidet, kommt was vernünftiges raus.

Ein bischen erinnert mich das an ein bekanntes deutsches Unternehmen, dass einen zentralen Einkauf hatte und seinerzeit einen sehr guten Rahmenvertrag für den Einkauf von Fahrzeugen abgeschlossen hat. Es stellte sich dann heraus, dass diese Fahrzeuge zwar o.k. im Flachland waren, aber in Deutschland gibt einige hügelige Gegenden, üfr die das Fahrzeug ungeeignet war besonders im Winter. Das war auch ein Spass.

Silja
1 Monat zuvor

Ich möchte mein Dienstgerät (Surface) nicht mehr missen. Es kann nicht fliegen und den Unterricht bereitet es auch nicht alleine vor, aber in meinen Fächern kann ich es zu meiner vollen Zufriedenheit einsetzen in Kombination mit der Beameranlage, die in mittlerweile jedem Klassen- und Fachraum installiert ist.
Ich mache damit im Unterricht keinen interaktiven Schnickschnack, das Thema habe ich mir noch nicht erschlossen und aktuell auch keinen Bedarf, aber als irre schnelles Tafelbild und für Anschauungsmaterial (und Hörmaterial) finde ich es wirklich klasse. Den Stift nutze ich eher selten, finde ihn dann aber schon praktisch in seiner Zeichnen-Funktion. (PowerPoint.)
Auch Arbeitsmaterial zum Ausdrucken kann ich darauf einwandfrei erstellen und dann direkt auf den Schuldrucker schicken (Word).
Mein Privatgerät ist seitdem tatsächlich privat, weil ich alles Berufliche mit dem Dienstgerät erledigen kann. Für mich ein absoluter Gewinn und ich danke meinem Schulträger (still und leise) jeden Tag dafür.
Klar gibt es manchmal auch Schluckauf-Tage, wo die (Beamer-)Technik in den Räumen hakt oder das W-Lan weg ist, aber in 95% der Zeit funktioniert alles wie gewünscht.