Gleitzeit für Schüler: Gymnasium startet Testlauf mit flexiblem Unterrichtsbeginn

48

PLOCHINGEN. Früh aufstehen und zeitig zur Schule gehen oder ausschlafen und erst später zum Unterricht erscheinen? Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a am Gymnasium im baden-württembergischen Plochingen können das bald selbst entscheiden – testweise jedenfalls an zwei Wochentagen. Das Gleitzeit-Modell soll nach Angaben der Schule sechs Wochen lang erprobt werden. Ganz neu ist die Idee nicht.

Should I stay or should I go? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Wissenschaftlich scheint die Sache klar zu sein. Der frühe Unterrichtsbeginn, wie er in den meisten Schulen praktiziert wird, stellt eine „biologische Diskriminierung“ dar, die „Spätschläfer“ benachteiligt und ihnen Bildungschancen verwehrt – meinte jedenfalls der renommierte Chronobiologe Till Roenneberg, Professor am Institut für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er forderte schon vor Jahren, den morgendlichen Start flexibel zu regeln und Klassenarbeiten erst ab 11 Uhr schreiben zu lassen (News4teachers berichtete).

Am Gymnasium Plochingen können sich die Schüler und Schülerinnen der Klasse 7a bis Ende Mai zwei Mal in der Woche aussuchen, ob sie um 7.50 Uhr oder um 9.40 Uhr zum Unterricht kommen möchten. Nach den Osterferien soll es immer dienstags und freitags statt des regulären Deutsch- und Englischunterrichts eine sogenannte freiwillige Lernzeit geben. Für diese bekommen die Schülerinnen und Schüler dann Aufgaben, die sie entweder unter Aufsicht im Unterricht bearbeiten können oder zu einem anderen Zeitpunkt zu Hause.

Die Idee dazu entstand in der siebten Klasse im Deutschunterricht von Lehrer Till Richter –  „von den Schülern selbst“, wie er gegenüber dem SWR sagte. Die Klasse hatte gemeinsam überlegt, was sie an der Schule nicht mag und was verbessert werden könnte. Dabei war der frühe Unterrichtsbeginn einer der kritischsten Punkte, berichtete Richter. So kam die Klasse darauf, ein Gleitzeit-Modell erproben zu wollen. Anschließend hätten die Schülerinnen und Schüler den Schulleiter und den Elternbeirat überzeugt, so heißt es.

„In unseren Fragebögen gaben sie an, dass sie sich wacher fühlten, sich besser konzentrieren und nach der Schule effektiver lernen konnten“

Ganz neu ist die Idee nicht. Ein Gymnasium im nordrhein-westfälischen Alsdorf beispielsweise praktiziert seit Jahren eine Gleitzeitregelung für Oberstufenschülerinnen und -schüler. Wer von ihnen will, darf dort statt zur ersten Stunde auch erst um 8.50 Uhr kommen.

Das pädagogische Konzept des Alsdorfer Gymnasiums erlaubt ohnehin viel Flexibilität. Unterrichtet wird zum Teil nach dem reformpädagogischen Dalton-Prinzip, das auf ein hohes Maß an selbstständigem Lernen setzt. Der „Daltonplan“ ist eine Unterrichtsform, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der US-amerikanischen Reformpädagogin und Montessori-Schülerin Helen Parkhurst entwickelt wurde. Sie führte das Prinzip 1920 an der Public-High-School in Dalton/Massachusetts ein (so kam es zu der Bezeichnung). Auch am Alsdorfer Gymnasium lernen Schüler in sogenannten „Dalton-Stunden“ individuell, aber unter Aufsicht von Lehrkräften. Alle Schülerinnen und Schüler müssen eine bestimmte Zahl solcher Stunden absolvieren, die auch quittiert werden – wann genau, das bleibt aber ihnen überlassen.

Weil ab der Oberstufe das Kurssystem gilt, haben die Schülerinnen und Schüler ohnehin Freistunden am Tag. Sie können nun diese als „Dalton-Stunden“ nutzen. Oder aber sie kommen weiterhin zur ersten Stunde und nutzen den frühen Morgen dann für die Freiarbeit. Jeder Schüler und jede Schülerin hat also die Wahl.

„Mit unserem Unterrichtskonzept verlegt sich das Schulende nicht zurück“, so hieß es seitens der Schulleitung. Deshalb habe es wohl auch schnell Zustimmung für die Idee von Seiten von Schülern, Eltern und im Kollegium gegeben.

Sogar eine wissenschaftliche Begleitung gab es für das Projekt. Mitarbeiter des Chronobiologen Roenneberg untersuchten das Schlafverhalten von 125 der 250 Oberstufenschüler der Schule vor und nach der Reform. Nicht einmal sieben Stunden schliefen die Alsdorfer Schülerinnen und Schüler im Schnitt vor der Umstellung. Eindeutig zu wenig. Zehn bis zwölf Stunden gelten für Jugendliche als optimal. „Als die Schule den neuen Stundenplan eingeführt hat, haben 60 Jugendliche für uns ein Schlaftagebuch geführt, sechs Wochen lang. Das Ergebnis ist eindeutig: An den Tagen, an denen die Kinder später zur Schule gingen, haben sie im Durchschnitt etwa eine Stunde länger geschlafen“, berichtete Roenneberg gegenüber dem „Spiegel“. Allerdings nutzen sie die neue Freiheit im Schnitt nur zweimal in der Woche.

Trotzdem: „In unseren Fragebögen gaben sie an, dass sie sich wacher fühlten, sich besser konzentrieren und nach der Schule effektiver lernen konnten. Ob sich auch die Noten verbessert haben, können wir aufgrund der kleinen Gruppengröße schwer statistisch beweisen. Wir wissen allerdings aus anderen Studien, dass Leistungen eng mit der inneren Uhr zusammenhängen.“

Bei Kindern sei die innere Uhr „früh dran“, sie seien also im Durchschnitt frühmorgens wach, sagte der Wissenschaftler. Mit den Jahren verschiebe sich das Fenster nach hinten – bei Frauen bis zum Alter von etwa 19,5, bei Männern bis zum Alter von etwa 21 Jahren. Roenneberg: „Für Kinder ist der Schulbeginn um 8 Uhr also noch nicht so schlimm. Kritisch wird es ab etwa 14 Jahren. 19-jährige müssen teils während ihrer inneren Mitternacht am Unterricht teilnehmen. Wenn sie ausschlafen dürften, wären sie deutlich zugänglicher und aufnahmefähiger.“ So ließe sich nachweisen, dass Prüfungsnoten vom Chronotypus abhingen – also davon, ob der Schüler Früh- oder Spätschläfer sei.

„Der Schulbeginn um 8 Uhr stellt eine echte biologische Diskriminierung dar. Überspitzt gesagt entscheidet sich dadurch, ob jemand nach dem Abitur Medizin studieren kann oder nicht“, sagte der Psychologe. News4teachers

Untersuchung: Flexibler Unterrichtsbeginn führt nicht zu viel mehr, aber zu besserem Schlaf

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

48 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Ruth
11 Tage zuvor

Was hilft die Gleitzeit den Schüler*innen, wenn die Eltern sie dann ab 7.30 Ihr in die Frühbetreuung schicken? Bei uns gab es mal an der Grundschule ein Konzept, dass Erstklässler immer erst zur 2. Unterrixht haben, damit der Übergang vom Kindergarten. Ichs so hart. Das fand auf massiven Wunsch der Eltern statt. Und dann stellten wir überrascht fest, dass fast alle Kinder dann in der Frühbetreuung waren! Späterer Schulbeginn und damit länger schlafen konnten nur die wenigen Kinder, bei denen Elternteile nicht arbeiten oder erst später zur Arbeit gehen!

Lisa
10 Tage zuvor
Antwortet  Ruth

Ja, wir hatten das Konzept auch. Ich war zur ersten da und Erstklässler nutzten die Gleitzeit, um „anzukommen“ – und mit mir privatzu reden.
Die Kinder in der Frühbetreuung waren in der Tat gestresster als die anderen, die gemütlich ankamen. Sie hatten ihre Revierkämpfe und Lärmpegel eben schon früh am Morgen, wenn sie noch müde waren.
Da müsste in der Arbeitswelt überall Gleitzeit möglich sein für die Eltern.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Deshalb finde ich es schade, dass man diese Möglichkeit (später zu kommen) auch denjenigen nimmt, deren Eltern es möglich machen könnten und wollten.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Ruth

Hier geht es ja um Gymnasiasten, nicht um kleine Kinder, auf die man morgens noch aufpassen muss.

Sandrina
11 Tage zuvor

Ich störe mich an „unter Aufsicht von Lehrkräften“. Es gibt schon zu viele Stunden, die mit Aufsicht verplämpert werden statt sie für Unterricht oder Unterstützung zu nutzen.
Was übrig bleibt ist tatsächlich eine Frühbetreuung für einige. Völlig irrelevant, wie deren innere Uhr tickt.
Ressourcenverschwendung auf Seiten der Lehrer und zusätzliche Verantwortung für die Familien.

Canishine
11 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Wenn‘s gut läuft, habe ich während einer Aufsicht tatsächlich einen ganzen Schreibtisch (!) und etwas Ruhe zum Arbeiten …

Unfassbar
11 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Aber nur, wenn es gut läuft.

Sandrina
11 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Na gut. Sie können arbeiten. Immerhin. Aber warum zum Henker sollten die Kinder dieses „Angebot“ nutzen?

Unfassbar
11 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Die Eltern müssen zur Arbeit.Ende.

Alex
10 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Es geht um Gymnasialkinder. Die sollten alt genug und in der Lage sein, morgens allein aufzustehen und pünktlich zu Unterrichtsbeginn in der Schule zu erscheinen.

Unfassbar
10 Tage zuvor
Antwortet  Alex

Ab Klasse 8 wäre ich bei Ihnen, vorher weniger. Abgesehen davon gibt es nicht nur Einzelkinder.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Meine Kinder haben sich ab Klasse 2 morgens alleine fertig gemacht und sind selbstständig in die Schule.

Und mir wurde bereits vorgeworfen, ich würde die Kinder verhätscheln, weil ich für Unterrichtszeiten bin, die zum Biorhythmus der Schüler passen.

M.L.
21 Stunden zuvor
Antwortet  M.L.

Meine Mittlere hat im Nachhinein mal gestanden, dass sie es schon manchmal unheimlich fand, als es im Winter noch dunkel war, so allein in der Wohnung. Aber das ist ja das Problem von morgens um 8 Uhr – wenn ihr Wecker erst ab 9 Uhr klingeln hätte dürfen, wäre es nicht mehr dunkel gewesen.

447
9 Tage zuvor
Antwortet  Alex

Waaaaaassss?! *schockiertes Gesicht hier einfügen*

Das klingt mir aber sehr patriarchal und bürgerlich!
Am Ende gegen die noch unbeaufsichtigt selbst zu Schule!

Verdächtig!

Hysterican
8 Tage zuvor
Antwortet  447

Klarer Fall für’s Jugendamt…habe mir die Kontaktnummer bereits herausgesucht.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Es gibt bestimmt Schüler, die hin und wieder (je nach Thema) das Angebot wahrnehmen, weil sie etwas nicht verstanden haben und den Lehrer etwas fragen wollen…
Dabei ist doch gut, wenn nur ein Teil der Klasse dieses Angebot wahrnimmt – hat der Lehrer mehr Zeit sich individuell um diejenigen zu kümmern, die da sind.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Stimmt, ich „wundere“ mich auch öfters, wenn meine Töchter (auf nem Gymnasium G8) erzählen, sie seien heute Morgen extra früh aufgestanden und dann hat ein Vertretungslehrer gesagt, sie dürfen Tischkickern gehen, oder was malen…
Sowas kommt nicht selten vor.
Es werden schon viele Stunden „vertrödelt“.
Andererseits können die Schüler auch nicht 36 Stunden die Woche reinen Input aufnehmen. Das muss ja auch mal verarbeitet und angewendet werden.
Deshalb finde ich es schon gut (und auch dringend nötig), diese Freiarbeitsstunden in die ersten Stunden zu legen, damit wenigstens diejenigen, die wirklich unter dem „Leben gegen den Biorhythmus“ leiden, die Möglichkeit haben, später zu kommen.
Meine Töchter sind „Eulen“ (die eine wahrscheinlich sogar noch extremer als die meisten ’normalen‘ Jugendlichen) – sie sind aber durchaus verantwortungsbewusst und strebsam – sie machen oft (eigentlich täglich) abends so gegen 22/23 Uhr Schulaufgaben, weil sie da einfach am besten lernen können (und einschlafen sowieso nicht, egal, wann sie aufgestanden sind).

Canishine
11 Tage zuvor

Gibt es Gleitzeit auch für das Kollegium (besonders auf Klassenfahrten)?

Hysterican
8 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Jepp, die Gleitzeit beginnt um 0 Uhr und endet irgendwo in der Nähe von 23:58 Uhr.

Dazwischen schlittert man durch seinen Arbeits- und Verantwortungsbereich … und zuweilen verliert man dabei sogar die innere Balance.

Mo3
11 Tage zuvor

Letztendlich ist es eine freiwillige Lernzeit in den ersten beiden Stunden, die andere Schulen teilweise in die letzten beiden Stunden legen, für die Schülerinnen und Schüler, die gerne früher nach Hause möchten und dort ihre restlichen Aufgaben erledigen. Das wird gerade in den höheren Klassen gerne genutzt und die Stunden entfallen dann teilweise komplett, was Lehrer sehr entlastet. Für die freiwillige Lernzeit am Morgen, wird es dann aber wohl vermehrt Fachunterricht am Nachmittag geben müssen, wo es bestimmt auch Studien zur mangelnden Aufnahmefähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu dieser Tageszeit gibt.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Mo3

Ich finde, es sollte beides möglich sein. Die freiwillige Lernzeit früh morgens UND (wie bei uns derzeit auch) nachmittags. Das wäre gerechter für alle Typen. Also z.B. zwei Tage die Woche früh und zwei nachmittags.

Das sogenannte „Mittagstief“, dass nachmittags schwerer gelernt werden kann, entsteht laut Studien nur dann, wenn man zu früh aufgestanden ist. Wenn man aber ausschläft und erst später beginnt, dann bekommt man auch nachmittags kein Tief.

Waltraud 72 er Visselhövede
11 Tage zuvor

Und in Hamburg können ältere Schüler teilweise ins Homeoffice wechseln!
Heute im D funk.

Es ist gut, dass die Schulen flexibler werden und für SuS und Lehrkräfte bessere Arbeitsbedingungen schaffen.

Wie will man das auch vekraufen?

Wirtschaft: 4-Tage Woche, 35 Stunden Woche mit Bildungsurlaub und Freizeitausgleich

Schule: 5-Tage Woche, 41 Stunden Woche mit Überstunden und Korrektur am Wochenende

Spätestens, wenn keine jungen Leute mehr in der Schule arbeiten wollen, muss man sich anpassen an den Wandel und Fairness mit anderen Berufsgruppen herstellen. Denn Gerechtigkeit ist ein hohes Gut und lässt hoffentlich die starke Unzufriedenheit im Kollegium schrumpfen!!

Uesdw
10 Tage zuvor

Spätestens wenn das Traumbild der Wirtschaft von der 35-Stunden Woche für alle umgesetzt ist, werden wir feststellen, das die Supermärkte, Tankstellen, Arztpraxen…. ab 3Uhr geschlossen sind.

Nordwest
10 Tage zuvor
Antwortet  Uesdw

Es muss sich was verändern, das stimmt defintiv.
Und klaro digital geht vieles in Schule auch….Konferenzen, manche Stunden, GK, DB von überall aus.

4 Tage Woche unterstütze ich!

Hysterican
8 Tage zuvor
Antwortet  Uesdw

Ich sehe darin kein Problem … da schlafe ich eh – es sei denn ich bin auf einer Klassenfahrt s.o. – denn normalerweise schlafe ich da … doof wäre es, wenn die alle bereits um 15 Uhr schließen würden. 😉

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Als Lehrer geoutet 😉 jeden kleinen ‚Fehler‘ korrigieren müssen, obwohl klar war, wie es gemeint war :-))

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  Uesdw

Oder erst um 15 Uhr öffnen – wenn der Laden von ner Eule betrieben wird 😉
Ne, ernsthaft, Chronobiologen sagen ja, dass auch in der freien Wirtschaft da einiges möglich wäre. Es gab z.B. Studien, da durften die Leute in ihrer „Lieblingsschicht“ arbeiten, anstatt wöchentlich im Wechsel in einer anderen Schicht und: Es waren alle Schichten abgedeckt – weil wir nun mal alle so verschieden sind. Und: Die Arbeiter waren weniger krank, zufriedener und produktiver – unterm Strich sogar ein finanzieller Gewinn für den Betrieb.

Realist
11 Tage zuvor

Interessant wäre zu wissen, wie die „Aufsicht“ für die Lehrkräfte angerechnet wird, falls Schüler das Angebot zur Arbeit in der Schule nutzen. Sind das normale Deputatsstunden oder fällt das einfach unter „sonstige Dienstpflichten“ (= „eh da“-Stunden).

DAS wäre interessant zu wissen. Bisher war es in der Regel so, dass die meisten „Innovationen“ im Schulbereich in der einen oder anderen Form zu unbezahlter Mehrarbeit für Lehrkräfte geführt haben. Deshalb bin ich bei solchen Sachen gegenüber erst einmal skeptisch bis ablehned… man ist ja schließlich schon ein paar Jahre dabei und hat seine Erfahrungen…

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Das kommt selbstverständlich in die Kategorie „Dienstpflicht“, da kann man unendlich viel draufpacken, die Lehrkräfte schlucken alles, noch.

M.L.
1 Tag zuvor
Antwortet  Realist

Es ist ja diesmal so, dass diese „Innovation“ eben nicht von der Politik kam, sondern von den Schülern mit ihrem Lehrer selbst. Der Lehrer hätte doch nicht so dafür gekämpft, wenn es für ihn gravierende Nachteile hätte. Es ersetzt bisherige Deutsch- bzw. Englischstunden, also sind es normale Deputatsstunden. Das einzige, was sich für ihn verändert, ist, dass er bei der Vorbereitung die Lerninhalte und Methoden eben so verteilen muss, dass Freiarbeit/Planarbeit in den ersten Stunden stattfindet und Input, Präsentationen, usw. in den anderen gemeinsamen Stunden.

GriasDi
11 Tage zuvor

Bei uns fahren zwischen 8 und 11 Uhr kaum Busse. Das Los einer Kaff-Schule 🙂

M.L.
1 Tag zuvor
Antwortet  GriasDi

Vielleicht ist das so, weil bisher der Bedarf in diesem Zeitraum nicht gegeben ist – da lohnt es sich nicht für das Busunternehmen. Wenn aber eine oder sogar mehrere Schulen diese Umstellung auf einen (möglichen) späteren Schulbeginn machen würden, könnte man dies dem Busunternehmen melden und es würde sich ggf. dann doch lohnen, in diesem Zeitraum einen Bus fahren zu lassen.

Einer
11 Tage zuvor

Wenn ich erst um 9:40 Uhr in der Schule sein muss kann ich länger zocken und länger schlafen. Ziemlich einfache Überlegung!

Unfassbar
10 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Das ist die Konsequenz. Die Schüler werden dann nicht wacher oder entspannter sein. Der Nachmittagsunterricht wird auch nicht weniger anstrengend als jetzt schon.

Hans Malz
9 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Unsere Schüler würden gerne später anfangen und dafür früher aufhören. Dann kann man noch länger zocken.

447
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich würde das auch gerne.
Aber bei Lehrern ist das nicht so interessant. 🙁

Hans Malz
7 Tage zuvor
Antwortet  447

Wir fangen früher an und hören später auf … das gleicht sich dann aus.

mathea kühnel
10 Tage zuvor

Habe ich als Lehrerin auch die Möglichkeit der Gleitzeit oder gilt die biologische Diskriminierung nur für Schüler:innen?

Sandrina
10 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Nur für Kinder.
Sie sind auch weiterhin strafmündig und müssen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.
Ewig Schule bedeutet nicht ewig Kind.

mathea kühnel
9 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Was ist das für eine bescheuerte Antwort???? Auch erwachsene Menschen haben unterschiedliche Biorhythmen, sie sind nämlich keine Roboter!!! Und was hat mein Biorhythmus mit Strafmündigkeit zu tun? Bei einigen Menschen hier hat man das Gefühl, dass sie sich in irgendeiner Form profilieren müssen, egal , ob die Aussage zum Thema passt oder nicht!

Sandrina
8 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Stimmt. Ihr Biorhythmus hat nichts damit zu tun, auf alles aufzuspringen, was ein „Vorteil“ oder ähnliches für andere ist.

Aber offensichtlich ist Ihr Biorhythmus sehr dominant. So sehr, dass Sie als erwachsener Mensch nicht damit zurecht kommen. Vielleicht hätten Sie Ihren Beruf entsprechend Ihres Biorhythmus wählen sollen. Das haben Sie leider verpasst. Das tut mir leid, dass Sie jetzt leiden. Ich glaube, Sie hätten bei der Berufswahl den Braten mit dem Aufstehen riechen können.

Wann käme es Ihnen denn gelegen zu arbeiten? Und wie viele Stunden lässt das Ihr Biorhythmus zu? Zum Glück sind bald schon wieder Ferien und Sie können sich Ihren Tag entsprechend Ihrer Bedürfnisse einteilen.

Mathea Kühnel
7 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Das ist wieder eine typische Antwort. Ich habe nie von meinem Biorhythmus gesprochen, sondern nur gefragt, ob die Gleitzeit auch für Lehrer: innen gilt. Die Frage nach dem Biorhythmus hätte ich auch für jeden anderen Beruf wählen können.
Es gibt sofort wieder negative Reaktionen bezüglich des Lehrer: innenberufs und persönliche Beleidigungen.
Wie sehr müssen manche Menschen darunter leiden, dass sie diesen “ Traumberus“ einer Lehrerin nicht haben.
Dazu kann ich nur sagen Augen auf bei der Berufswahl!!!
Apropos: Schüler: innen haben mindestens genauso viele Ferien wie Lehrer: innen in denen sie ausschlafen können.

447
9 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Sie verstehen nicht:

Schule heisst nur noch so.

Es geht in Wirklichkeit um drei Dinge:
1. Eltern und SuS sollen versorgt/untergebracht und erfreut werden.
2. „Bildung“ wird so weit geduldet, wie sie nicht den Zielen von 1. im Weg stehen. (Am wichtigsten: Viele gute Noten)
3. Lehrer sind das Servicepersonal, das die Ziele aus 1. und 2. umsetzen soll – und zwar so, dass 1. + 2. der Masse der Wähler nicht bewusst wird.

Wenn Sie sich danach richten (was ich seit ganz grob einem Jahr tue) können Sie permanent null-Unterricht fahren und werden sogar noch dafür GELOBT, wie TOLL Sie doch ihren Unterricht „writerentwickelt“ (sic! Framingalarm) hätten.

Bestellung?
Ok.
Diese Drohne liefert.

Unverzagte
8 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Exakt diese Frage stellte sich mir zum Artikel. Streikt Ihr Hirn auch konsequent bis ca. 10 Uhr vormittags? Vermutlich würde Abendschule einigen Biorhythmen wesentlich gerechter werden. Gibt halt nachtaktive Hirnströmungen, die vermutlich eher auf Mond statt Sonne reagieren oder so ähnlich.

M.L.
2 Tage zuvor
Antwortet  mathea kühnel

Ganz ehrlich, ich bin Ihrer Meinung. Aber die Frage war schon provokativ formuliert, sodass man mit solchen Antworten rechnen muss.
Prinzipiell hat jeder Erwachsene die Freiheit, sich einen Beruf/Job zu suchen, der zu seinem Biorhythmus passt. Schüler haben das leider nicht – sie haben keine Wahl!
Aber, ich sehe schon auch Verbesserungspotential im Lehrerberuf.
In Argentinien z.B. gibt es die Wahl zwischen Vormittags- oder Nachmittagsklasse (für Schüler und natürlich Lehrer auch).
Hat halt den Nachteil, dass man sich schon vor der Anmeldung über seinen Biorhythmus im klaren sein muss – ansonsten müsste man unterm Jahr die Klasse wechseln.
Ich könnte mir ein Modell vorstellen, bei dem sich zwei Parallelklassen zusammen tun mit der Gleitzeit: Ein Lehrer mit Typ Lerche ist immer ab der ersten Stunde da und betreut die Schüler beider Klassen, die früh kommen und der andere Lehrer mit Typ Eule kommt zur zweiten Stunde und übernimmt dafür jeweils die letzte Stunde am Mittag/Nachmittag – Schüler können dann täglich entscheiden, ob sie diese Freiarbeitsstunde in der ersten oder letzten Stunde absolvieren.
Müsste man natürlich alles erst in der Praxis testen – aber, wer nicht wagt, der nicht gewinnt und Stillstand ist Rückschritt.

Hysterican
8 Tage zuvor

Forscher haben herausgefunden, dass man besser dazu in der Lage ist aufzustehen, wenn der Wecker nicht auf eine gerade sondern auf eine ungerade Zeit gestellt wird.

Also z.B. statt auf 6 Uhr lieber auf 10:45 Uhr.

uesdW
8 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Am besten steht man ohne Wecker auf, sondern wenn es die innere Uhr einem sagt.

Blöd ist halt dann nur, das in der früh um 07:00 Uhr noch keine Schüler da sind.

M.L.
1 Tag zuvor

Es gibt mir so viel Hoffnung, dass sich nun endlich etwas in dieser Richtung bewegt.
Auf sämtliche Besonderheiten wird Rücksicht genommen. Alle reden über Heterogenität, Vielfalt, Toleranz, Regenbogenflaggen, aber dann werden doch alle in den Gleichschritt-Takt gepresst und müssen im selben Takt funktionieren. Obwohl längst erwiesen ist, dass es genetisch bedingt unterschiedliche Biorhythmen gibt und diese eben nicht umerzogen oder umgewöhnt werden können.
Meine Tochter hat mal gesagt: „Es gibt doch Sonderschulen für alles mögliche – warum gibt es keine Lerchen- und Eulenschulen?“
Warum nicht???
Es gibt sicher auch Lerchen- und Eulen-Lehrer.
Warum ist dieses Thema eigentlich so ein Tabu-Thema?
Unterrichtsende ist doch täglich und in jeder Klasse auch verschieden. Mal haben sie bereits um 12 Uhr aus, mal dafür bis 17 Uhr, einen Tag bis 13 Uhr und an einem anderen bis 15 Uhr. Kam auch schon vor, dass ein Tag um 11.15 Uhr aus war – und da hat niemand geschriehen „aber da muss ich noch arbeiten, und mein Kind muss betreut werden“.
Freiwillige Lernzeit am Nachmittag gibt es auch schon lange und an vielen Schulen. Was ist der Unterschied, dies einfach auch mal in die ersten Stunden zu legen?
Warum gilt das jetzt als so „revolutionär“?