Philologen beklagen Einser-Inflation: „Wert des Abiturs befindet sich im Sinkflug“

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HANNOVER. Aus Sicht von Gymnasiallehrern geht es mit dem Niveau der Abiturprüfungen bergab. «Der Wert der Allgemeinen Hochschulreife befindet sich im Sinkflug, da müssen wir bundesweit gegensteuern», forderte der Vorsitzende des Philologenverbands Niedersachsen (PHVN), Christoph Rabbow. Seine Bilanz des Abiturs 2024 fällt auch in puncto Organisation mäßig aus.

Werden Abiturientinnen und Abiturienten besser – oder gute Noten billiger? Foto: Shutterstock

Die Abiturjahrgänge würden scheinbar immer besser. Eine Inflation der Zeugnisse mit einer Eins vor dem Komma führe aber zu einer Verzerrung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. «Unsere niedersächsischen Schülerinnen und Schüler haben nach 13 Schuljahren eine faire Leistungsbewertung verdient, da nur diese bei der Wahl von Ausbildung und Studium eine verlässliche Bewertungsgrundlage bieten kann. Leistung muss sich lohnen», sagte Rabbow.

Tatsächlich hatte im Schuljahr 2022/23 fast jeder dritte Abiturient im Land (29 Prozent) einen Notenschnitt von 2,0 oder besser. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil mit 19 Prozent noch deutlich niedriger. Und auch der Gesamtnotenschnitt aller Abiturienten hat sich verbessert: von 2,56 im Vor-Corona-Jahr 2019 auf 2,43 im vergangenen Jahr. Das zeigen Daten des Kultusministeriums. Gleichzeitig fielen zuletzt jedoch weiterhin 5,4 Prozent der Prüflinge durch. Die Quote der Schülerinnen und Schüler, die die Abiturprüfungen nicht bestanden, war damit genauso hoch wie im Jahr 2019 vor Ausbruch der Pandemie.

Das Ministerium sieht den Trend zum besseren Abi-Notenschnitt auch nicht als ein Problem. Vielmehr sei dieser ein «Beleg einer stetig steigenden Qualität und Chancengleichheit bei der schulischen Förderung junger Menschen», hieß es.

Die regulären schriftlichen Abiturprüfungen endeten am Dienstag mit dem Fach Mathematik, am Mittwoch begannen die Nachschreibtermine. Die mündlichen Prüfungen finden von Montag an statt. Der Philologenverband zog bereits eine erste Bilanz. „Eine erste Auswertung verdeutlicht, dass nicht alles so gelaufen ist, wie man es hätte erwarten dürfen und schon gar nicht wie es wünschenswert gewesen wäre. Leider müssen wir auch in diesem Durchgang feststellen, dass die Prüfungen nicht vollumfänglich optimal gelaufen sind“, erklärte Rabbow.

„Es ist schon ein Unding, wenn den Prüflingen ein Experiment vorgelegt wird, dass umständehalber mal gelingt und mal nicht“

Konkret nannte er den Umgang mit den (durch einen Einbruch in eine Schule) vor der Prüfung in die Öffentlichkeit geratenen Prüfungsaufgaben im Fach Politik durch das Ministerium „optimierbar“. Rabbow: „Es ist schlichtweg nicht zumutbar, dass die Abiturientinnen und Abiturienten fast zwei Stunden auf den Beginn der Prüfung warten müssen, weil die Ersatzklausuren nicht fristgerecht an die Schulen geliefert werden können. Hier hat sich gezeigt, dass ein zielführender und passgenauer Notfallplan bei ungewöhnlichen Ereignissen im Abitur im Haus der Ministerin Hamburg nicht existiert. Es ist notwendig, die Mängel zu analysieren und umgehend abzustellen. Von der Meldung eines Vorfalls bis zur Ausgabe neuer Aufgaben dürfen keine drei Stunden vergehen. Das ist weder zumutbar noch professionell.“

Problematisch sei zudem die Prüfung im Fach Biologie. Das vorgeschlagene Schülerexperiment habe nicht durchgängig zu den im Erwartungshorizont formulierten Leistungen geführt. „Es ist schon ein Unding, wenn den Prüflingen ein Experiment vorgelegt wird, dass umständehalber mal gelingt und mal nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass wir hier Probleme feststellen. Als Kriterium für Experimente in Prüfungen muss gelten, dass sie stabil und wahrnehmungsaktiv sind, andernfalls gehören sie nicht ins Abitur“, so Rabbow.

„Kritisch sehen wir darüber hinaus, dass in einigen Klausuren oftmals Zusammenfassungen von den im Material dargebotenen Aspekten oder das Erstellen von Fließdiagrammen ohne Verwendung jeglicher Fachkenntnisse verlangt werden. Da muss man sich ernsthaft fragen, was damit bezweckt werden soll. Eine solche Prüfungsleistung wäre ja nicht einmal mehr dem Anforderungsbereich I zuzuordnen. Wenn man heute im Chemieabitur mehrere Aufgabenteile ganz ohne das Aufstellen einer einzigen Reaktionsgleichung absolvieren kann, dafür aber seitenlanges Material einfach nur wiedergeben muss, dann ist das mehr als bedenklich. Wir fordern daher eine grundsätzliche Überprüfung des Umfangs von Materialien. Es werden zu oft reine Informationsseiten, die kaum noch etwas mit Fachinhalten zu tun haben, ausgegeben. Das ist für eine leistungsbezogene Abiturprüfung nicht zielführend, es erzeugt nur Berge von Papier“, erklärte der Verbandschef.

Sein Fazit: „Die Professionalität der Ausführungen von Abiturprüfungen an den Schulen, hängt im Wesentlichen von der Arbeit in den Fachkommissionen und im Ministerium ab. Nur wenn gut vorgearbeitet wurde, kann die Umsetzung an der Basis gelingen. Allein dies verhindert Unmut an den Schulen und völlig unnötige Petitionen von Seiten der Schülerschaft. Hier sehen wir im Ministerium und bei der Ministerin noch deutlich Luft nach oben.“ News4teachers / mit Material der dpa

Bestnoten-Inflation im Abitur: Warum dies die Corona-Folgen für die Schulen verharmlost – und letztlich der Bildung schadet

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62 Kommentare
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DienstnachVorschrift
16 Tage zuvor

Vor allem werden dann auch in anderen Fächern im Prinzip Deutschkenntnisse abgefragt, was nicht Sinn der Sache sein kann. Das sorgt zusätzlich noch für Frustration und eine Ungleichbehandlung bei Migranten. Ist extrem demotivierend, wenn man eigentlich die Aufgabe lösen kann, sie aber nicht richtig versteht. Da werden wie im Fach Mathematik teilweise vollkommen falsche Kompetenzen abgeprüft. Und in der Universität verschwinden dann die Textaufgaben, zu mindest nach meiner Erfahrung in der Klausur Mathematik für Wirtschaftswissenschaften

Nick
16 Tage zuvor

Sprachkenntnisse gehören zur Schulfähigkeit einfach dazu. Das ist in anderen Ländern mit deren jeweiligen Muttersprache auch nicht anders.

Lisa
15 Tage zuvor
Antwortet  Nick

Das ist nicht richtig. In vielen Ländern gibt es, um niemanden zu benachteiligen, sogar nur Multiple Choice Tests. Ich habe selbst erlebt, wie Schüler mit nur mittelmäßiger Beherrschung des Spanischen Prüfungen ablegen konnten.

Nick
15 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Naja, so ganz untätig ist man in den hiesigen Schulen auch nicht. Sek1: DaZ, Deutsch-Förderung, Sprach- Förderung. Betroffen sind SuS im Alter ab 12 Jahren. Parallel bleibt die Entwicklung von (mittel-)starken SuS oft zurück, weil die vermittelnden Personalkapazitäten begrenzt sind.

Der Zauberlehrling
15 Tage zuvor
Antwortet  Nick

Das ist schon richtig, aber die Mathematikabiture verkommen mehr und mehr zu eine Sprachprüfung. Rechnen und Algebra kommt fast nur noch im Nanobereich vor.

DienstnachVorschrift sieht das schon richtig.

Da könnten viele Migranten viel besser sein, wenn das blöde Gelaber nicht außenrum wäre.

Nick
15 Tage zuvor

Das setzt voraus, dass die Betroffenen vorher schon mal eine Schule von Innen gesehen haben, mit vergleichbaren Bildungsniveau.

Küstenfuchs
16 Tage zuvor

Und in den Wirtschaftswissenschaften wird dann die Mathematik nur zum Selbstzweck unterrichtet und später nie in Sachzusammenhängen (hier Wirtschaft) benötigt? Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ich glaube doch kaum. Auch kann man als Arbeitgeber von einem Abiturienten erwarten, dass er über gute Deutschkenntnisse verfügt. Möglicherweise ist dies ja schon wichtig für Kundenkommunikation usw. Übrigens gibt es für Migranten, die so kurz in Deutschland sind, dass sie möglicherweise Schwierigkeiten haben, eine Textaufgabe zu verstehen, genug Möglichkeiten eines Nachteilsausgleichs.

JoS
16 Tage zuvor

Alles soweit richtig, aber den Elefanten im Raum spricht niemand an: Die „Noteninflation“ ist ein politisch gewollter Prozess, der mit der Einführung von Zentralabiturprüfungen eingesetzt bzw. so richtig Fahrt aufgenommen hat.

447
16 Tage zuvor
Antwortet  JoS

^ dieses.

Kat
16 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Vor allem ist es doch so, dass 16 Bundesländer eigentlich jeweils eigene Noten vorgeben, und diejenigen Bewerber aus dem „großzügigsten“ in allen nicht zentral vergebenen Studjengängen (was die allermeisten sind) bessere Karten haben. Als einzelnes Bundesland gegenzuhalten ist in diesem System aktiv dumm, da man seine Bevölkerung in eine Situation bringt, in der verdiente Bildungschancen verloren gehen. Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen es ihren SchülerInnen vergleichsweise schwer, wenn man nach den Tabellen von hochschulstart für Medizin-NCs geht. Daher muss die Landesregierung eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt den Wert Ihrer Noten senken, damit ihre SchülerInnen bei der Bewerbung um Studiengängen mithalten können. Angetrieben wird sowas in Thüringen z.B., wo der Notenschnitt inzwischen etwa bei 2,0 liegt.

JoS
15 Tage zuvor
Antwortet  Kat

Thüringen, Bayern und Sachsen sind bei der Noteninflation in der Tat ganz vorne mit dabei.

ed840
14 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Wer in der Lage ist Tabellen und Statistiken zu lesen und zu verstehen, wird schon erkennen, was an diesen Behauptungen stimmt und was nicht.

Der Zauberlehrling
16 Tage zuvor
Antwortet  JoS

In Baden-Württemberg hängt das nicht mit der Einführung des Zentralabiturs zusammen.

JoS
15 Tage zuvor

In Baden-Württemberg gibt es meines Wissens schon seit Jahrzehnten diese zentralisierte Schmalspurprüfung, deshalb hat sich der Durchschnitt auch in den letzten Jahren nicht signifikant verändert. 2006 lag er bei 2,38 und 2019 bei 2,41 (Quelle: KMK). In den Jahren dazwischen lag er immer in diesem Bereich.
Anders sieht es in Ländern aus, die das Zentralabitur neu eingeführt haben. In Hessen hat sich der Schnitt in diesem Zeitraum von 2,49 auf 2,37 verbessert, in Berlin sogar von 2,68 auf 2,42. Man sieht also klar, dass die Anforderungen bei zentralen Prüfungen niedriger sind.

Educater
15 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Die zentralen Abschlussprüfungen konzentrieren sich gezwungenermaßen auf die Kompetenzen, die messbar sind und eine Ziffernnote gepresst werden können. Das ist im Anforderungsbereich 1 einfacher als im Anforderungsbereich 3. Dadurch tritt echte Bildung mMn zunehmend hinter einer schulischen Ausbildung zurück – verbunden mit der Hoffnung, die Bildung würde sich dabei schon irgendwie von selbst einstellen.
Die z.B. so hochgelobten Abiturienten aus Bayern und Sachsen sind zwar unter Umständen in der Breite besser ausgebildet, aber aus eigener Erfahrung keineswegs besser gebildet als andere – teilweise sogar weniger gut darin, selbständig und differenziert Probleme zu lösen.

JoS
15 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Ganz genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Besonders lustig war das in den ersten beiden Semestern meines Studiums, als die Bayern auf den harten Boden der Tatsachen gebracht wurden, nachdem sie zuvor mit der typischen Arroganz aufgetreten sind.

447
16 Tage zuvor

Ich habe gerade das aktuelle E-Abi abgegeben und natürlich eins bekommen – in beiden Fällen grob ~40% 1er-Noten (bei „ihm“ wie auch bei mir).

Warum?

1) Weil das Abi zu leicht und zu niveaulos ist.
2) Weil echte Lehrer, die noch richtig was verlangen ihre Kurse für das Abitur „übertrainieren“ (O-Ton: „Da waren igre Klausuren oft schwerer“)

Aber keine Sorge, diese Drohne fährt ja jetzt auch Weichspülgang in der soft era.

Inflation an 1ern wird dann auch zurück gehen.

DienstnachVorschrift
16 Tage zuvor
Antwortet  447

Bei anderen Abschlüssen ist das nicht so. In meinem Bundesland gibt es zentrale Prüfungen für die Fachoberschulreife. Es gibt auch keine Zweitkorrektur. Die Prüfungsaufgaben sind ziemlich schwer, sodass ich weder im letzten Jahr noch in diesem Jahr einen SuS mit => 93 % = 1 hatte. Die meisten SuS bewegen sich bei mir im 3er und 4er Bereich (Schnitt ca. 3,4), was angesichts der Schwere der Prüfungen meiner Ansicht nach vollkommen vertretbar ist. Ich bin echt gespannt, wie das in anderen Bundesländern aussieht. Fachoberschulreife interessiert ja in den Medien sowieso niemand.

447
15 Tage zuvor

Vermutung: Je mehr im politischen Fokus, umso zersetzter ist die Prüfung.

Pit2020
16 Tage zuvor

Hey, Leute! Wollt ihr den allerneusten Witz hören? – Also gut:

„Das Ministerium sieht den Trend zum besseren Abi-Notenschnitt auch nicht als ein Problem. Vielmehr sei dieser ein «Beleg einer stetig steigenden Qualität und Chancengleichheit bei der schulischen Förderung junger Menschen», hieß es.“

Ach nee, sorry! Das ist ja derselbe Witz, der schon seit Jaaaaahren erzählt wird.
Gääääähn. 😉

Unfassbar
16 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Im Sinne der Chancengleichheit ist das doch super: Durch die Niveauverflachung wird die Chance, zum 1,x-er Kreis im Abischnitt zu gehören, immer größer.

ed840
16 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Erstaunlicherweise ist der Trend in den Schulvergleichsstudien wie IQB oder PISA genau gegenläufig, da geht es nach meinen Beobachtungen mit den Leistungen bergab und selbst am Gymnasium steigen die Anteile an Schülern , die nicht mal mehr die Mindestanforderungen für den MSA erreichen oder sogar die Mindeststandards in Lesen verfehlen usw. . Dort werden aber natürlich 9. Klässer getestet. Warum die Lehrkräfte den qualitativ hochwertigen Unterricht und die tolle schulische Förderung erst ab Klasse 10 auszupacken scheinen, ist mir ein Rätsel. 🙂

447
15 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Da sehen Sie mal, wie krass mega gut ey wir OS-Lehrer sind.

Keinesfalls kann es am Lauchabitur liegen.

Heide Blume
16 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Dann sind der Lehrermangel und die allgemein beklagten Zustände an den Schulen, in welchem Bereich auch immer, belanglos. Solange die Schüler immer besser werden, kann es ja nicht so schlimm sein … /s

Mika
15 Tage zuvor
Antwortet  Heide Blume

Das ist der Homöopathie-Effekt: je weniger Lehrer desto größer der Bildungserfolg!

AvL
5 Tage zuvor
Antwortet  Mika

D50 ist aber tödlich für das Gesamtsystem.

Canishine
16 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Die Oberstufe bewirkt scheinbar Wunder: Von PISA-Versagern zu angehenden Elite-Studenten in wenigen Jahren. (Was für ein großartiger Wirkungswille der S2-Lehrer …)

Educater
15 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Der Philologenverband würde dies vermutlich sogar noch unterschreiben.

447
14 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Danke, gut dass nicht nur ich der Überzeugung bin: „Mensch, mal ganz ehrlich jetzt: Wir sind schon die Besten!“ (mit großem B, jawoll!)

potschemutschka
16 Tage zuvor

Immer mehr 1er Abis => immer mehr Schüler mit schwachen Mathe-, Lese- und Rechtschreibleistungen? Wie passt das zusammen? „Ick höre die Schere klappern.“ – ist das nun gut, oder nicht? Und wenn ja, für wen? Ist das bildungspolitisch so gewollt?
Fragen über Fragen!

Nick
16 Tage zuvor

Das dürfte eine Auswirkung des Elternwillens sein. Wenn es bei G8 für einen 1,0er Schnitt nicht reicht, dann hilft bestimmt G9. Oder vielleicht G10? … Luft nach Oben ist immer.

A.M.
16 Tage zuvor

Wie groß ist eigentlich die Freude der Schüler, wenn sie vor dem Abi mal nur ´ne Zwei schreiben? Das ist doch eigentlich bei so einem tollen Notenschnitt keine gute Note mehr? Und wie sieht es mit den Extrazahlungen der Eltern und Großeltern für Schulnoten aus?

Katze
16 Tage zuvor

Hurra wir sinken (weiter). Wann läuft das Schiff Bildung auf Grund? Wie hart wird der Aufschlag?
Das immerwährende Klagelied der Philologen erklingt periodisch und verstummt wieder.
Die Hütte brennt seit Jahren. Die Kollegen haben schon sehr lange Schnappatmung und (Bildungs)Kollaps.
Wen interessierts?

Bereits 2016 veröffentlicht und seitdem weiter und weiter in fachlichen Flachwassern.

Gerhard Wolf, Professor für Ältere Deutsche Philologie an der Uni Bayreuth
„Studierfähigkeit“ zwar erlernbar, sagte er im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. „Allerdings findet die Erlernbarkeit von Studierfähigkeit ihre Grenze an der Intelligenz. Ich formulier es jetzt mal etwas krass: Sie werden jemanden mit einem IQ von 70 nicht studierfähig bekommen.“

Viele Schüler kämen heute zu einem Abitur, die das früher nicht geschafft hätten. Ein wachsender Teil bringe schlicht die Kompetenzen nicht mit, die ihnen in den Zeugnissen attestiert würden, stellt die Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung fest. Deshalb seien die Universitäten „zunehmend mit Studienanfängern konfrontiert, die ihre Begabungen offenbar auf ganz anderen Feldern als in der Wissenschaft haben“. Es existiere eine wachsende Gruppe von Studierenden, die den Anforderungen des gewählten Studiengangs intellektuell und von seinen fachlichen Voraussetzungen her nicht gewachsen seien, monieren die Experten.

„Kultur des Durchwinkens“Doch nicht nur der starke Zulauf zu den Gymnasien habe die Standards absinken lassen. Problematisch sei auch, dass nicht mehr der Fachunterricht die Lehrpläne dominiere, sondern das neue Leitbild des „kompetenzorientierten Unterrichts“. Komme die fachliche Bildung jedoch zu kurz, flüchteten sich die Schüler in die Geschwätzigkeit, monieren die Experten. Im gesamten Bildungssystem habe sich eine „Kultur des Durchwinkens“ von der Grundschule über das Gymnasium bis zur Universität etabliert.

https://www.n-tv.de/panorama/Abi-aber-zu-dumm-fuer-die-Uni-article18764066.html

Für mich als Chemielehrer und viele MINT-Kollegen nicht bedenklich sondern zunehmend irrsinnig, erschütternd, entsetzlich, furchtbar usw.

„Wenn man heute im Chemieabitur mehrere Aufgabenteile ganz ohne das Aufstellen einer einzigen Reaktionsgleichung absolvieren kann, dafür aber seitenlanges Material einfach nur wiedergeben muss, dann ist das mehr als bedenklich.“ 

Fazit: Fachkräfte aus dem Ausland sind die einzige Hoffnung. Aus unseren Schulen kommen vermehrt „Geschwätzige“ aber mit Kompetenz – worin auch immer.
Also doch wieder ein klarer Fall von „Geliefert wie bestellt“!

Educater
15 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Was hat „Geschwätz“ mit Kompetenzorientierung zu tun? Auch als MINT-Lehrer sollte man beides auseinanderhalten können und im Unterricht entsprechend erkennen und bewerten können.
Insbesondere inselhaftes Fachwissen ohne fachübergreifende Bezüge wird nicht ausreichen, um in einer Zukunft mit ihrem enormen Wissenzuwachs und disruptiven Entwicklungen bestehen zu können. Leider gibt es gerade im MINT-Bereich zu viele, die zwar Expertenwissen haben, aber nicht über den Tellerrand hinausschauen können/wollen und daher „Kompetenzorientierung“ gerne für Teufelszeug halten. Eine echte Kompetenzorientierung gepaart mit einen fundierten (aber mehr exemplarischen als allumfassenden) Fachwissen wäre optimal. Denn nur diese versetzt Schüler in die Lage, sich selbst weiter Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Dann lassen sich auch weitere und neue Fachinhalte nachvollziehen.

Katze
15 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Und genau solche kompetenten Schüler und Schülerinnen haben wir bis Ende der 1990-er Jahre an den Gymnasien in Sachsen ausgebildet. Damals dominierten die fachlichen Inhalte die wissenschaftpropädeutischen Lehrpläne. Kompetente über die Tellerränder hinausschauende Schüler mit mehr als Inselwissen hatten damals auch an den Unis die besten Voraussetzungen.
Wie war das nur möglich?????

Mit dieser sinnfreien Entwicklung wahrscheinlich:

„Wenn man heute im Chemieabitur mehrere Aufgabenteile ganz ohne das Aufstellen einer einzigen Reaktionsgleichung absolvieren kann, dafür aber seitenlanges Material einfach nur wiedergeben muss, dann ist das mehr als bedenklich.“ 

Educater
13 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Wenn dieses Beispiel zum Anforderungsbereich 2 oder 3 gehören sollte, haben Sie recht. Aber nicht, wenn Sie Kompetenzorientierung pauschalisierend mit „Geschwätz“ gleichsetzen.
Das Vermeiden von Polarisierungen und Pauschalisierungen sind übrigens Kompetenzen, die auch von Lehrkräften nicht-sprachlicher Fächer erwartet werden können. Denn so ein Argumentationsverhalten fällt – zumindest für mich – unter „Geschwätz“ und mangelndes Interesse an konstruktivem Diskurs. Oder lassen Sie solche Beiträge bei Ihren Schülern durchgehen? Ich glaube/hoffe nicht.

FL62
13 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Da haben Sie den Zusammenhang, nach dem Sie eingangs fragen, aber überzeugend auf den Punkt gebracht.

AA-Stiftung
14 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Achtung böser Kommentar: Aufgrund der Normalverteilung der Intelligenz und der Abiturquote von etwa 50% schafft jemand mit IQ ab 100 das deutsche Abitur, was eine allgemeine Studierbefähigung ausweist, jedoch trotzdem an einer Befähigung zu einem ernsthaften MINT-Studium, also der Bereich, auf den Deutschland angewiesen ist, zweifeln lässt. Da läuft doch etwas schief.

Educater
13 Tage zuvor
Antwortet  AA-Stiftung

Gemäß Ihrer Argumentation müsste eine allgemeine Studierfähigkeit auch die Befähigung zu einem ernsthaften Studium der Altphilologie, Theologie, Orientalistik, Sinologie, … beinhalten.
MINT ist sehr wichtig, aber nicht das Maß der Dinge. Insbesondere an ethischen Grundlagen und dem Verständnis gesellschaftspolitischer Zusammenhänge mangelt es erfahrungsgemäß leider vielen MINTlern. Das mag mit der spezifischen Denkweise in diesen Fächern zusammenhängen.

Unfassbar
13 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Danke für den Beitrag. Die von Ihnen genannten Studienfächer sind sicherlich auch anspruchsvoll, bieten jedoch kaum ernsthafte Berufsaussichten. Daher habe ich die ausgeklammert.

AvL
5 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Danke für ihren gut ausgearbeiteten Kommentar.

Der Zauberlehrling
16 Tage zuvor

Die Frage ist, wie das Bildungssystem damit umgeht, wenn jeder einen Schnitt von 1,0 hat.

Porsche ist deswegen so wertvoll, weil nicht jeder einen hat.

Die kontinuierliche Absenkung der Anforderungen wird ab einem gewissen Punkt nicht mehr helfen.

Pit2020
15 Tage zuvor

@Der Zauberlehrling

„Porsche ist deswegen so wertvoll, weil nicht jeder einen hat.“

Bestimmt gibt es bald auch eine an die neuen Lebenswirklichkeiten angepasste Generation von Partyspielchen:
Man wird sich auch gewöhnen an Leute mit der berühmten gelben Haftnotiz an der Stirn klebend, darauf stehen dann aber andere Wörter wie bisher, Wörter wie eben „Porsche“ (Ist wenigstens was Solides! 😉 ) oder „Abitur“ (Ey, voll lost!).

Statt „Hilfekärtchen“ kann man diese Klebezettel sicher auch bald fertig bei einschlägigen Online-Händlern kaufen, als Abreißblock mit jeweils 50x „Porsche“ und 50x „Abitur“ im Wechsel – um die gaußsche Verteilungskurve noch etwas weiter aufzulockern.
Aber dennoch kann jedes Kind nur „gewinnen.
Leuchtende Kinderaugen, kein Kind zurücklassen … !

Educater
13 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Wenn Ihnen Sprüche wie „Leuchtende Kinderaugen, kein Kind zurücklassen, …“ so zuwider sind, sollten Sie besser kein Lehrer sein. Oder gehören Sie auch zu der Fraktion der (be)lehrenden Miseranthropen, denen Fächer und Fachinhalte wichtiger sind als Menschen.

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Wenn Ihnen Politfloskeln lieber sind, dann sollten Sie in die Bildungspolitik oder die Schulaufsicht wechseln und die Kolleg*innen vor Kreide in Ruhe arbeiten lassen.

Katze
12 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Volle Zustimmung! Diesen Wechsel sollte Educater nicht auf die lange Bank schieben.
Aber Vorsicht, es ist mancher schon beim Elfenbeinturmklettern abgestürzt und schmerzhaft in der Realität aufgeschlagen.

Mika
12 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Die von Ihnen erwähnten Sprüche sind mir als leidenschaftlich gern unterrichtende Lehrkraft zutiefst zuwider, weil sie im Regelfall aus dem Mund von Personen kommen, die zwar in der Verantwortung, aber nicht willens sind, Schulen personell und sächlich so auszustatten, dass individualisierte („kein Kind zurücklassen“), begeisternde („leuchtende Kinderaugen“) und effektive („alle schaffen das Ziel“) Bildung möglich ist. Misanthropen findet man im Lehrerjob übrigens nur sehr selten: warum sollte man sich einen Job mit maximalem Menschenkontakt (und Kinder/Jugendliche sind insbesondere in Gruppen sehr herausfordernd-das weiß jeder, der mal einen Kindergeburtstag durchgestanden hat) antun, wenn man keine Menschen mag? Da gehe ich lieber ins Kultusministerium und hab meine Ruhe!

potschemutschka
12 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Danke!

Hoffnung
16 Tage zuvor

Keine Ahnung von welchen Oberstufen hier die Rede ist, in meiner Umgebung gab und gibt es keine Einserinflation. Die jungen Leute kämpfen um jeden Punkt, gerade nach Corona, schaffen sehr, sehr viele das Abitur nicht.

Chefdenker
16 Tage zuvor

Wir haben bei uns an der Schule das Problem, dass viele Schüler nach der 10 auf ein Berufskolleg nach NRW gehen (wir sind in Niedersachsen) und dann deutlich bessere Noten als bei uns haben.
Vorher waren das Schüler, die tendenziell eher Probleme in der 10 hatten und ziemlich sicher auch nicht an der Uni studieren. Mittlerweile gehen auch sehr gute Schüler, um einen besseren Schnitt zu bekommen.

Die Inflation der Noten nervt mich gar nicht so sehr, sondern die komplett fehlende Vergleichbarkeit.

JoS
15 Tage zuvor
Antwortet  Chefdenker

Der Unterschied zwischen den Noten in NRW und Niedersachsen ist ja noch gering. Schauen Sie lieber mal, wie inflationär gute und sehr gute Noten in Bundesländern wie Thüringen oder Bayern vergeben werden.

ed840
15 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Warum verweisen Sie auf Bayern und nicht auf andere Bundesländer, deren Abschnitte noch deutlich besser ausfallen? Den Notenvorsprung Bayerns zu NS und NRW könnte man ja ggf. noch mit dem Punktevorsprung Bayerns bei IQB erklären. Allerdings liegt Bayern bei IQB zwar regelmäßig im Wechsel mit Sachsen auf Rang 1 oder 2 und auch ganz deutlich vor NS und NRW, bei den Abiturschnitten dagegen nur im Mittelfeld. Und das hinter Bundesländern, die bei IQB z.T. deutlich schlechter abschneiden als BY, wie TH, BB, HE, BW oder Berlin. Geschenkt gibt es in Bayern vermutlich eher wenig. Es dürfte ja bekannt sein, dass z.B. das Berliner Abitur im Leistungskurs Mathematik deutlich weniger anspruchsvoll gestaltet ist, als das bayerische Abitur im Grundkurs Mathe, das für alle bayerischen SuS Pflicht ist. Da Berlin bei IQB schlechter abschneidet als Niedersachsen oder NRW, wundert es mich schon etwas, dass Sie sich trotzdem lieber über Bayern echauffieren.

JoS
15 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Als Lehrkraft (?) sollten Sie doch eigentlich wissen, was diese „kompetenzorientierten Vergleichstests“ wert sind, nämlich nicht einmal das Papier, auf dem sie gedruckt werden. Hier geht es um die Noteninflation beim Abitur und da sind Bayern und Thüringen eben relativ weit vorne.

ed840
14 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Ich bin keine Pädagoge, wie sieht es da bei Ihnen aus? Beruflich bedingt bin ich aber geübt mit Statistiken umzugehen. Und bei den Abiturschnitten lag Bayern eben im letzten Schuljahr nicht an der Spitze, sondern im Mittelfeld auf Rang 7 noch hinter Berlin. Der Abstand zu Thüringen war auch deutlich größer als zu NRW oder zu Niedersachsen. Aber natürlich ist niemand verpflichtet Daten und Fakten bei der Meinungsbildung zu berücksichtigen.

Hysterican
16 Tage zuvor

Neeneeneee, das ist gar kein Problem … das ist doch total gut, weil somit viel mehr Leute die Chance bekommen, tolle und hochdotierte Jobs zu machen … das ist doch seit Jahren politisch genau so gewollt … ubd quasi ein elementarer Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Dieser Logik kann man sich doch gar nicht entziehen, v.a. weil die GEW und die KuMis doch das immer wieder ganz laut und ganz viel erzählen … ubd dann muss es ja stimmen.

Wie bei einem Schüler aus meiner damaligen Gauptschulklasse, der auf die Nachfrage, was eine Missernte ist ganz begeistert erzählte, dass das nichts Schlechtes sondern was ganz ganz Gutes ist … sowas ähnliches, wie Miss Germany oder Miss World.

Ich mache jetzt bei dem Trend auch mit und öffne den jungen Menschen damit gaaaaanz viele Türen zu hochqualifizierten Jobs.

Katze
15 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Vielleicht ist auch die Wahl zur Miss Bildung oder zur Miss Wirtschaft längst überfällig. In der Evolutionstheorie vermittle ich meinen Schülern, dass Missbildungen (z.B. durch Mutationen) nachteilig für die reproduktive Fitness sind, da derartige Phänotypen der Selektion zum Opfer fallen. Die ist natürlich nur auf das Pflanzen- und Tierreich anzuwenden.
Die abiotischen und biotischen Ursachen für Missernten in Monokulturen erklärt die Ökologie, allerdings als nichts Gutes für den (Land)Wirtschaftsstandort Deutschland.
Sicher habe ich im Studium so einiges missverstanden, neue Bildungstrends der letzten 20 Jahre verpennt und mir fehlt auch der schöpferische Funkenflug für die gewünschten Kreativaufgaben in meinen Fächern.
Dem Zwang zur Vergabe von inflationären „Zuckernoten“ für Flach- und Fehlleistungen habe ich mich (und viele meiner Fachkollegen) bisher entschlossen widersetzt, obwohl der Selektionsdruck ausgehend von hochqualifizierten Schulleitungen und Bildungsagenturen gegen uns oft deutlich spürbar war.

Pit2020
15 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

@Hysterican

„was eine Missernte ist ganz begeistert erzählte, dass das nichts Schlechtes sondern was ganz ganz Gutes ist … sowas ähnliches, wie Miss Germany oder Miss World“

Heiliger Dummbatz!
Gibt es höhere Mächte (auch ohne Abitur), so mögen sie uns bewahren vor immer stärker schwächelndem Sinn und mögen sie wenigstens eine Vorspeisenportion Hirn vom Himmel regnen lassen!

Bei dieser obigen Definition von „Missernte“ (Wer weiß, wie „Ernte“ noch verstanden werden kann?! Mich fürchtet! 🙁 ) kombiniert mit immer weiter sinkenden Hemmschwellen und „herausfordenden“ Verhaltenweisen kombiniert mit tiktok-Videos und sonstigen „Challenges“ möchte ich mir nicht ausmalen, was die Welt da erwarten „darf“! 🙁

Philine
16 Tage zuvor

Seit ca. 15,20 Jahren steigt in meinem Bundesland schleichend der Druck, neudeutsch besser wohl „nudging“ genannt, „wohlwollend“ zu bewerten, um immer bessere Schnitte zu erzielen. Dieser Druck hat seinen Ursprung bei politisch Verantwortlichen, die immer nur Erfolge progagieren wollen und wird durch loyal-karrierebewusste Schulleitungen umgesetzt. Kaum eine LehrerIn hat die Kraft und Entschlossenheit, sich hier quer zu stellen, es ist auch ein verlorener Posten.

Educater
15 Tage zuvor
Antwortet  Philine

Leider sind es meiner Erfahrung nach leider viele Lehrkräfte, die mit dem Notendruck von der mangelnden Qualität ihres eigenen Unterrichts ablenken wollen. In Kollegium gibt man sich dabei gerne als Vorkämpfer gegen die Noteninflation und verbreitet auch gerne Verschwörungstheorien von politisch gewollten Standardabsenkungen (bisher konnte mit noch niemand zweifelsfreie Belege dafür liegen). Die Ursachen dafür liegen mMn v.a. in anderen Bereichen wie zunehmender Entsolidarisierung in Verbindung mit egoistischen Tendenzen, t sich selbst gegen die anderen die besten Bedingungen zu schaffen und zwar nicht unbedingt auf Basis von eigenen Leistungen, sondern Netzwerken u.ä..

Indra Rupp
13 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Oft liegen Wahrheiten in der Mitte. Vielleicht konnte man diejenigen, denen man was zutrauen könnte, nicht genug fordern, weil man viel mit denen diskutieren musste, die keinen Bock haben und die den Unterricht stören. Am Ende hat nicht viel Unterricht stattgefunden und das sollen dann nicht die leistungswilligen Schüler ausbaden…?
Nur ne Idee!

Lehrer 2024
8 Tage zuvor
Antwortet  Educater

Doch, es gibt einen klaren Fall: In Niedersachsen lag im Fach Latein die Fehlergrenze für eine noch ausreichende Übersetzungsleistung bei 10 % der Wortzahl des Übersetzungstextes, im B-Teil waren 50 % der Rohpunkte für eine noch ausreichende Leistung zu erreichen. Mit dem seit ca. 2014 gültigen KC wurden diese auf 15% bzw. 40% abgesenkt!

AvL
5 Tage zuvor

Es fehlt an validen Fakten und Daten für den
Anstieg der Abiturnoten,
Der Druck der Elternlobby nach besseren Noten
könnte mit dazu beigetragen haben, dass die
Schwemme an sehr gut bewerteten Abiturzeugnisse
in den vergangen zehn Jahren weiter zugenommen hat,
ohne dass das Allgemeinwissen und die sich daraus
ergebenden Kompetenzen zugenommen hätten,
wie ich vermute. Ich weiß es aber nicht.
Frau Lin-Klitzing vermutet ein Absenken der
Leistungsanforderungen, was mir auch plausibel
erscheint. Es ist eben auch eine Vermutung,
aber eben die einer erfahrenen Fachkraft.
Gestützt wird ihre These durch die jährlich
sich verschlechternden Leistungsergebnissen,
wie PISA,IGLU etc.
https://www.quarks.de/gesellschaft/bildung/abitur-das-bedeutet-die-einser-schwemme/