Schulprojekt: Schüler enttarnen mithilfe von KI demokratiefeindliche Inhalte im Netz

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OSNABRÜCK. Es geht um das Enttarnen von demokratiefeindlichen Inhalten im Internet und darum, den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu erlernen: Ein neues Projekt namens «demoKI» an einer Osnabrücker Schule wendet sich an Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen. In Lerngruppen sollen das Verständnis von demokratischen Grundprinzipien wie Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit sowie die Medienkompetenz gefördert werden, wie die Projektträger am Mittwoch mitteilten. Hinter dem Vorhaben stehen neben der Friedensschule Osnabrück auch die Polizei Osnabrück und das Regionale Landesamt für Schule und Bildung Osnabrück. 

Die KI hilft, kritische Inhalte zu identifizieren (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Schülerinnen und Schüler würden vermehrt mit Falschmeldungen und demokratiefeindlichen Inhalten konfrontiert und es falle ihnen schwer, diese richtig einzuordnen, sagte Schulleiter Christoph Wiebke laut Mitteilung. Das Projekt solle sie dazu befähigen, Inhalte kritisch zu hinterfragen und besser einordnen zu können. Erlernt werden sollen laut Schule auch die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI in der Demokratiebildung.

Oliver Voges, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, zeigte sich begeistert vom innovativen Ansatz des Projektes: «Demokratiefeindlichkeit und mangelnde Medienkompetenz beschäftigen uns als Polizei leider zunehmend. Das Projekt wird dazu beitragen, Bildung und Haltung junger Menschen zu fördern. Denn Bildung ist der beste Schutz vor antidemokratischen Bestrebungen und damit einhergehenden Straftaten.»

Rita Feldkamp vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Osnabrück erklärte: «Im Kern geht es darum Schülerinnen und Schüler zu befähigen, „Stammtischparolen“ und demokratiefeindliche Inhalte mit dem nötigen Grundwissen und mit einer entschlossenen Haltung zu begegnen.» Demokratieförderung sei ein zeitloser Auftrag im Bildungsbereich. «In Zeiten zunehmender Angriffe auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung müssen Schülerinnen und Schüler besonders sensibilisiert und qualifiziert werden. Fake News in den sozialen Medien werden oftmals unreflektiert als Fakten wahrgenommen. Hier gilt es, ein geschärftes Bewusstsein zu schaffen und Werkzeuge an die Hand zu geben, um demokratiefeindliche Inhalte zu enttarnen.» Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt und soll regelmäßig evaluiert werden. Möglicherweise wird es auch an anderen niedersächsischen Schulen angeboten. News4teachers / mit Material der dpa

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4 Kommentare
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Unfassbar
27 Tage zuvor

Sollte man nicht eigentlich, bevor man die Möglichkeiten und Grenzen der KI beim Thema Demokratiebildung untersuchen lässt, die Möglichkeiten und Grenzen der KI an sich untersuchen? Gerade beim aktuell sehr kontroversen Thema Demokratie, Extremismus usw. sind jegliche Filter in der KI schädlich.

Besseranonym
26 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Es kommt wieder darauf an, der KI ( wir machten gute Erfahrungen mit gemini) genau zu sagen, was man haben will/ was sie tun soll.

2 Fliegen mit einer Klappe würde ich sagen
1 – Möglichkeiten und Tücken der KI erkennen
2 – demokratiefeindliche Inhalte herausfinden
Filter: muss dabei Lehrer*in sein – anstrengend, so doch interessant.

Carsten
26 Tage zuvor

Fake News in anderen Medien – Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen – werden oft auch für bare Münze genommen