STUTTGART. Rund 100.000 Viertklässlerinnen und Viertklässler in Baden-Württemberg haben den ersten Teil des Leistungstests Kompass 4 bereits hinter sich, doch die politische Debatte läuft weiter auf Hochtouren. Nach dem heftig kritisierten Start im Vorjahr steht die Landesregierung unter besonderer Beobachtung – und Ministerpräsident Winfried Kretschmann wirbt demonstrativ für Gelassenheit. Das Land hat den Test überarbeit und organisatorisch entschärft.

Nach der umstrittenen ersten Ausgabe im vergangenen Schuljahr steht auch in diesem Jahr für gut 100.000 Viertklässlerinnen und Viertklässler der Leistungstext Kompass 4 an. Am heutigen Mittwoch fand der Test im Fach Deutsch statt, am morgigen Donnerstag steht Mathematik auf dem Plan.
Der Test ist ein Kriterium der verbindlicheren Grundschulempfehlung, die für die derzeitigen Fünftklässler erstmals zur Anwendung kam. An Stelle des reinen Elternwillens steht nun ein Modell aus drei Komponenten: Lehrerempfehlung, Leistungstest und Elternwunsch. Stimmen zwei aus drei überein, gibt das den Ausschlag. Wollen die Eltern ihr Kind dennoch entgegen der Empfehlung aufs Gymnasium schicken, muss das Kind einen weiteren Test absolvieren. Verbindlich ist die Empfehlung allerdings nur für das Gymnasium.
Im vergangenen Jahr gab es um die erste Ausgabe des Leistungstests heftige Debatten. Eltern- und Lehrerverbände monierten, dass die Fragen vor allem in Mathematik deutlich zu schwer gewesen waren. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Theresa Schopper (beide Grüne) hatten deswegen Überarbeitungen des Tests in Aussicht gestellt.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg begrüßte die Anpassungen der Tests zwar, hält das ganze Verfahren aber weiterhin für «bildungspolitischen Unsinn». «Kein Kind wird durch die Tests klüger, Kinder werden unter Druck gesetzt, was gutes Lernen verhindert statt zu motivieren», sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Auch sei der Verwaltungsaufwand viel zu hoch. Laut ersten Rückmeldungen von Eltern, Schülern und Lehrkräften zum Kompass 4 Test in Deutsch hätten die Aufgaben aber von den Kindern bewältigt werden können.
Fragen vorab getestet
Den diesjährigen Test hat das für die Erstellung zuständige Institut für Bildungsanalysen (IBBW) neu aufgebaut und vor allem vorab konkret getestet. 2.700 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen testeten Ende des vergangenen Schuljahrs an 57 Grundschulen die neuen Aufgaben des Kompass 4. Im vergangenen Jahr gab es solche Tests aus Zeitmangel nicht. Auch wurde getestet, ob die Zeit für die Lösung der Aufgaben ausreicht.
Bei den Aufgaben haben die Macher darauf geachtet, dass Teilaufgaben auch unabhängig voneinander gelöst werden können und pro Aufgabe nur eine konkrete Kompetenz abgefragt wird. Zudem sollen auch Schüler auf schwächerem Niveau Aufgaben lösen können. Rund die Hälfte der Fragen ist deswegen auf grundlegendem Niveau, je ein Viertel auf mittlerem und auf erweitertem Niveau.
Kein landesweites Grundschulabitur
Außerdem hat das Ministerium den Schulen die Durchführung des Tests etwas erleichtert. So müssen diese nicht mehr wie im vergangenen Jahr zwingend um 9.00 Uhr mit dem Test starten, sondern können das zwischen 8.30 Uhr und 9.30 Uhr tun. So will das Ministerium verhindern, dass die Schüler wegen ungewohnter Startzeiten unruhig werden und der Eindruck eines landesweiten Grundschulabiturs entsteht.
Ministerpräsident Kretschmann riet allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Gelassenheit. «Ich will alle beruhigen, die etwas aufgeregt da hineingehen», sagte der Regierungschef. Der Kompass 4 solle nicht aussieben, sondern sei eine zusätzliche Chance neben der pädagogischen Empfehlung der Lehrkräfte und dem Potenzialtest. News4teachers / mit Material der dpa
Debakel für Kultusministerium: Schüler klagt gegen Leistungstest Kompass 4 – erfolgreich









So wie ich das verstehe, wären die Tests wären doch eigentlich nur eine zusätzliche Chance für Schüler*innen, welche keine Grundschulempfehlung fürs Gymnasium erhalten haben.
Da irren Sie sich.
Es ist nicht “nur” diese Möglichkeit, ebenso kann die Kompassprüfung herangezogen werden, mit der Klassenleitung gegen den Elternwusch zu entscheiden.
“Da irren Sie sich.”
Mag sein, dass sie das unbedingt glauben wollen, aber einleuchtend wäre das nicht.
Also angenommen ein Kind hätte keine Grundschulempfehlung fürs Gymnasium, nur den Elternwusch.
Wenn es den Kompasstest oder den Potentialtest bestehen würde, könnte die Grundschulempfehlung überstimmt werden.
Ohne einen bestandenden Test könnte die Grundschulempfehlung nicht übergangen werden.
Das heißt für logisch denkende Menschen eigentlich , dass sich durch die Tests die Chancen nur erhöhen, aber nicht verschlechtern können,
Ich weiß, dass dies auf der Seite des Kultusministeriums steht: “Eine Anmeldung am Gymnasium ist möglich, wenn neben dem Elternwillen entweder die pädagogische Gesamtwürdigung der Klassenkonferenz dies empfiehlt oder die entsprechenden Leistungen in der Kompetenzmessung Kompass 4 erreicht werden. Falls beides keine Prognose für den Schulerfolg am Gymnasium zulässt, kann als zusätzliche Möglichkeit ein Potenzialtest den Zugang zum Gymnasium ermöglichen. Durch diese Maßnahmen soll vermieden werden, dass Kinder, die den Leistungserwartungen am Gymnasium nicht gerecht werden können, dauerhaft frustriert werden.” (https://ibbw-bw.de/,Lde/Startseite/Kompetenzmessung/kompass4)
Eben deshalb glaube ich ja, dass Sie es sind, der sich mit der Behauptung irrrt.
“ebenso kann die Kompassprüfung herangezogen werden, mit der Klassenleitung gegen den Elternwusch zu entscheiden.”
Wenn die Kompassprüfung erfolgreich wäre, würde das ja gegen die Grundschulempfehlung schon für den Übertritt auf Gymnasium reichen , wenn nicht bliebe weiterhin die Möglichkeit des Potentialtests. Wenn der Potentialtest erfolgreich wäre, dann wären die Ergebnisse des Kompasstest egal und das Kind dürfte auch ohne Grundschulempfehlung und nicht bestandenem Kompasstest aufs Gymnasium, wenn die Eltern es wollen.
Genau das hat ed840 geschrieben.
Genau so nicht.
Ich gehe aber trotzdem davon aus, dass ich es nicht nur gelesen habe, sondern auch verstanden habe was da steht.
Ich halte Ihre Interpretation dessen weiterhin für pessimistisch. Sie nehmen ein Szenario an, wo viel Grundschullehrkräfte in Ihrer Einschätzung von den Kompass-Ergebnissen abweichen.
Ich traue den Kolleg*innen da deutlich mehr (aber keine Unfehlbarkeit) zu.
Wollen Sie nicht langsam auspacken, dass es Sie eigentlich stört, dass das Gymnasium einer winzigen Elite vorbehalten bleiben sollte, was nicht mehr in unsere Zeit passt, aber in Ihr reaktionäres Denken? Oder ist es noch zu früh? 😉
“Ich traue den Kolleg*innen da deutlich mehr (aber keine Unfehlbarkeit) zu.”
Woher dieser plötzliche Sinneswandel im Vergleich zu gestern, als noch zu lesen stand:
“Die Lehrkräfte lagen umgekehrt ja auch nicht sonderlich zutreffend mit ihren Empfehlungen”
Und was meinen Sie eigentlich mit “Kolleg*innen” ?
Es geht doch um Lehrkräfte an Grundschulen.
Dass deren Einschätzung wichtig, aber nicht unfehlbar ist. Kompass soll da ja ein Hilfsmittel darstellen.
“Und was meinen Sie eigentlich mit “Kolleg*innen” ? Es geht doch um Lehrkräfte an Grundschulen.”
Haben Sie noch einen Punkt, dass Sie Lehrkräften ggf. nach Schultypen die Kollegialität aberkennen, oder wollen Sie nur noch widersprechen?
Dass Sie im Gegensatz zu mir hier regelmäßig behaupten Lehrkraft zu sein, habe ich schon mitbekommen.
Sind Sie denn sicher , dass Lehrkräfte an Grundschulen, die Ihre Beiträge hier gelesen haben, von Ihnen als “Kolleg*innen” bezeichnet werden möchten?
Nein.
“Das heißt für logisch denkende Menschen eigentlich , dass sich durch die Tests die Chancen nur erhöhen, aber nicht verschlechtern können”
Im Vergleich SINKEN die Chancen, SOFERN Sie davon ausgehen, dass die Einschätzung der Grundschullehrkräfte zutrifft, dementsprechend durch die Prüfung bestätigt wird.
Ed840 postuliert ein Szenario, wo die Lehrkräfte falsch liegen und dies durch die Prüfungen bestätigt wird
“Wollen Sie nicht langsam auspacken, dass es Sie eigentlich stört, dass das Gymnasium einer winzigen Elite vorbehalten bleiben sollte”
Natürlich würde mich das stören, wenn es so wäre.
Sie etwas nicht?
Deshalb finde ich es gut, dass eine negative Grundschulempfehlung durch ein positives Ergebnis im Kompasstest oder Potentialtest kompensiert werden könnte. Ohne diese Möglichkeit würden vermutlich weniger Jungs und Schüler*innen mit Migrationshintergrund und/oder aus sozial-benachteiligten Familien den Übertritt aufs Gymnasium genehmigt bekommen als mit den Tests.
Worüber Sie hier sinnieren, kann ich allerdings nicht so ganz nachvollziehen, da Sie sich mit Ihren Auusagen ja z.T, innerhalb kurzer Zeit selber widersprechen.
Siehe z.B. Vertrauen in die Richtigkeit der Grundschulempfehlungen .
“Natürlich würde mich das stören, wenn es so wäre.”
Danke für die Ehrlichkeit.
Nein, tatsächlich halte ich es für angemessen, dass Schüler*innen dazu befähigt werden sollten, ihr Potential zu entfalten, selbst wenn manche dann “zu heterogene” Gymnasiast*innen beklagen. Spricht meiner Meinung nach eher für einen Reformbedarf der Gymnasien, wenn diese ihren Mögklichkeiten nicht gerecht werden, stattdessen auf eine kleie Elite setzen, welche (noch) im völlig veralteten System zurechtkommen.
“Deshalb finde ich es gut, dass eine negative Grundschulempfehlung durch ein positives Ergebnis im Kompasstest oder Potentialtest kompensiert werden könnte.”
Schrieben Sie aber nicht. Sie verallgemeinerten ausschließlich gegen die Grundschulempfehlung der Grundschullehrkräfte, die Sie nicht als Kolleg:innen bezeichnen wollen:
“Das heißt für logisch denkende Menschen eigentlich , dass sich durch die Tests die Chancen nur erhöhen, aber nicht verschlechtern können,”
“Wollen Sie nicht langsam auspacken, dass es Sie eigentlich stört, dass das Gymnasium einer winzigen Elite vorbehalten bleiben sollte”
Also sehe ich das richtig, Sie würde das im Gegensatz zu mir nicht stören, wenn es so wäre?
“Ed840 postuliert ein Szenario, wo die Lehrkräfte falsch liegen und dies durch die Prüfungen bestätigt wird”
Da scheinen Sie mich tatsächlich mal richtig verstanden zu haben.
Die Tests sind meiner Meinung nicht dafür konzipiert eine neagtive Grundschulempfehlung zu bestätigen, sondern Schüler*innen ohne positive Grundschulempfehlung zusätzliche Chancen einzuräumen, die Eignung fürs Gymnasium nachwesien zu können.
Davon dürften vermutlich vor allem Jungs und Schüler*innen mit Migrationshintergrund und /oder aus sozial-benachteiligten Familien profitieren.
“Die Tests sind meiner Meinung nicht dafür konzipiert eine neagtive Grundschulempfehlung zu bestätigen, sondern Schüler*innen ohne positive Grundschulempfehlung zusätzliche Chancen einzuräumen”
Jup. Und damit liegen Sie falsch.
Zuvor hatte die Elternwahl Vorrang, hier liegt also eine Abmilderung dessen vor. Das die Prüfungen unterhalb den Anforderungen der Grundschullehrkräfte liegen sollen, ist Spekulation.
Aber da Sie ja keine Meinung dazu haben, ist es ja auch egal, wie falsch Sie liegen 😉
Der elternwunsch ist ja das Problem. Dinger, die kognitiv absehbar am Gymnasium scheitern, sollten dort nicht angemeldet werden. In Klasse 6 oder 7 ist der Wechsel ans Gymnasium ja noch immer möglich.
Der Elternwunsch war vorher der Normalfall, die Kompassprüfung stellt daher ja einen Schritt in die von Ihnen gewünschte Richtung dar.
Die Lehrkräfte lagen umgekehrt ja auch nicht sonderlich zutreffend mit ihren Empfehlungen (https://www.news4teachers.de/2025/03/grundschueler-ohne-gymnasialempfehlung-im-test-fast-ein-drittel-kommt-durch/), da ist doch eine Vergleichsprüfung – der Idee nach – ein Kompromiss 🙂
Das sagt nur, dass die Kompassprüfung nicht sonderlich anspruchsvoll ist.
Hätten Sie es umgekehrt lieber, dass der Test so knüppelhart wird, dass sein Bestehen, dieselbe Arbeitseinstellung bis Ende Klasse 13 vorausgesetzt, eine nahezu Garantie für ein 1er Abitur gibt?
“Das sagt nur, dass die Kompassprüfung nicht sonderlich anspruchsvoll ist.”
Die Ergbnisse sind aus der Zeit VOR Kompass und würden, wenn überhaupt zeigen, dass die Einschätzung der Lehrrkäfte einem Drittel (!) der Schüler*innen nicht gerecht wird und die Prüfung als Korrektiv notwendig macht ^^
Ihre Anschlussfrage spricht mich nicht sonderlich an. Ich habe weder diese Klientel, noch weiß ich, was die Wirtschaft am Ende an Komptenzen benötigt (Oder hatten wir beide einen glatten Einserschnitt? 😉 )
Hat nicht eben erst jemand folgendes geschrieben?
“Ich traue den Kolleg*innen da deutlich mehr (aber keine Unfehlbarkeit) zu.”
Jup. Kompass soll da eine Ergänzung bieten, um den Konflikt aufzulösen.
Ich nehme an, Sie haben keine Meinung dazu, werden aber behaupten, diese mehrfach geschrieben zu haben, ohne auch nur einen Link anführen zu können? 😉
Woher sollen den die allermeisten Eltern die Expertise über die Gymnasialtauglichkeit ihrer Kinder erworben haben, welche Grundschulkolleg*innen mit zwei Staatsexamen besitzen?
Es gibt in Baden-Württemberg auch Real- und Gemeinschaftsschulen, die den Weg zum Abitur öffnen.
Zwei Staatsexamen sagen was über einen Abschluss, aber nicht zwingend etwas über Ahnung aus.
Ich kenne etliche GS LK, die sich von Stereotypen, Klassismus und Vorurteilen Leuten lassen.
Ein Problem ist auch, dass unser Schulsystem theoretisch durchlässig ist, das aber eher Makulatur als gelebte Realität ist.
“theoretisch durchlässig”
In dem Bundesland, in dem ich wohne, werden ca. 40% der Studienberechtigungen nicht am Gymnasium erworben, sondern z.B. über FOS/BOS. Dort schicken auch über 25% der Eltern ihre Kinder auf andere Schulen, auch wenn sie die nötigen Notenschnitte fürs Gymnasium hätten, .
Nun ja, in BW wird ca. jedes 3. Abi an einem beruflichen Gymnasium erworben. Es mag in anderen Bundesländern nicht stimmen, aber in BW kann jeder Schüler, der die Eignung hat, Abitur machen. Das klassische Klientel für diese Gymnasien waren immer die Realschüler. Somit eher nicht Makulatur, sondern wirklich gelebte Realität, zumindest im Ländle… ob das Abitur von so vielen benötigt wird, steht auf einem anderen Blatt.
“Zwei Staatsexamen sagen was über einen Abschluss, aber nicht zwingend etwas über Ahnung aus.”
Ich las, es genüge inzwischen zur Klassenleitung, ohne dass jemand Beschwerde einlegt :/
DAS ist ja die Kritik am Elternwunsch gewesen, weshalb die Prüfung eingeführt wurde.
Die Eltern erstellen meines Wissens nicht die Kompassprüfung
Die Eltern wissen viel besser als die Lehrer, dass ihre Kinder hochbegabte Genies sind.
Mag sein, nur soll die Kompassprüfung einen eventuellen Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit deutlich machen (helfen).
UND überwiegen, wenn Kompass die Meinung der Lehrkraft stützt. Ich würde behaupten, DIES ist ja der Sinn der Sache.
ed840s “Sorge” ist aber sofort der Schrecken, dass die Eltern ihr Kind am Gymnasium einschulen wollen UND dass eine standartisierte Prüfung diesen Wunsch bekräftigt ^^
Wie ich sehe haben Sie meine Vorschlag nun angenommen mit Ihren Diffamierungsversuchen bei anderen Themen weiterzumachen.
Aber auch hier werden Sie wie gehabt vergeblich darauf hoffen, dass ich auf diesem Niveau antworten würde.
Ich denke, Sie haben die möglichen Ergebnisse völlig einseitig ausgeleuchtet und umgekehrt nicht als Faktor gegen einen Elternwunsch gewichten.
“Das heißt für logisch denkende Menschen eigentlich , dass sich durch die Tests die Chancen nur erhöhen, aber nicht verschlechtern können”
Wenn Sie diese Kritik als “Diffamierung” bezeichnen wollen, interessiert mich dies ehrlichgesagt nicht. Wenn Sie diese entkräften oder widerlegen mögen, hauen Sie raus 🙂
Ich dachte eigentlich eher an solche Ergüsse, aber vermutlich haben Sie die schön längst wieder vergessen.
“ed840s “Sorge” ist aber sofort der Schrecken, dass die Eltern ihr Kind am Gymnasium einschulen wollen UND dass eine standartisierte Prüfung diesen Wunsch bekräftigt”
Aber bei der Geschwindkeit mit der sich hier Ihre Meinungen ändern, kann ich schon verstehen, wenn Sie sich nicht mehr alles erinern, was Sie hier so zum Besten geben.
Oh, mein Fehler, da habe ich Sie wohl missverstanden 😉
Was wollten Sie eigentlich ausdrücken mit: “Das heißt für logisch denkende Menschen eigentlich , dass sich durch die Tests die Chancen nur erhöhen, aber nicht verschlechtern können”?
Dass logisch denkende Menschen zwei zusaätzliche Chancen besser finden würden und sich vor allem für Jungs, Schüler*innen mit Migartionshintergrund und Schüler*innen aus sozial-benachteiligten Familien die Chancen erhöhen könnten , wenn eine negative Grundschulempfehlung durch einen positiven Test kompensiert werden kann.
Verschlechtern können sich die Chancen ja nicht.
ed840s Sorge teile ich, weil die Prüfung genau wegen solcher Kinder eingeführt wurde. Ich hätte aus dem Grund die Prüfung anspruchsvoller gestaltet als es der Grundschullehrplan eigentlich vorsieht.
Welche “Sorge”?
Das ist doch nur ein plumper Diffamierungsversuch, der auch nicht wahrer wird, wenn man ihn wiederholt.
Oh shit, selbst die Menschen Ihrer Meinung wissen, dass Sie ausschließlich spekulieren 😀
Wenn eine Vergleichsprüfung aussagt, dass das Kind fürs Gymnasium taugen KANN, würde ich dies doch als Argument für den Elternwunsch nehmen, zumal Lehrkräfte sich bei einem Drittel der Empfehlungen wohl irrten (würde ich meinen SuS nicht durchgehen lassen).
Und wenn Sie scheitern, kann das Gymnasium sie ja weiterhin nach unten werfen, wie gehabt.
Ehrlichgesagt glaube ich, dass manche ihrem frustrierten Wunsch nach einer völlig aus der Zeit gefallenen Elitenschule Luft machen.
Da träumen manche noch davon, die nächsten Offiziere des Kaisers oder Napola auszubilden XD
“Auch wurde getestet, ob die Zeit für die Lösung der Aufgaben ausreicht.”
Wow, da geht jemand wahrhaftig die Extrameile, Selbstverständlichkeiten zu erfüllen. Weiter so! 😀
Leistung ist Arbeit pro Zeit…
Ok, ich komme nicht drauf. Was wollten Sie aussagen? 🙂
Wenn man beide Beiträge liest, liegt es eigentlich auf der Hand was gemeint ist, denn die Aufgaben sind ja für alle Schüler*innen die gleichen-
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Unfassbar bei sämtlichen Prüfungen die selbe Zeit vorgibt, sondern schon berücksichtigt, dass diese möglichst beendet werden können.
Aber vielleicht haben Sie ja recht. Antwort abwarten
Und die GEW wieder…
Gibt es noch GEW Mitglieder, die ernsthaft hinter dem stehen, was die Sprecher der GEW so von sich geben?
Will die GEW eigentlich irgendetwas, was auch nur im Ansatz die Bildungsmisere verbessert? Oder die Arbeit von Lehrkräften erleichtert?
Ich bin kein GEW Mitglied aber totaler Gegner des KompassTest. Und die GEW hat recht, nur durch das Testen wird man alles nur nicht besser. Im Gegenteil, man baut Druck auf: auf Familien, auf Schüler und auf Kollegen. Ich bin kein GS Lehrer aber vertraue meinen Kollegen dort. Die Zeit für diesen Test und die Korrekturen kann man viel sinnvoller in der GS nutzen. Und es führt noch zu etwas: die schwachen Schüler werden aus dem Blick verloren, weil der Testzeitpunkt das Tempo vorgibt
Doof gefragt: Der Test soll ja den Gang auf das Gymnasium regulieren, sprich den Anteil der Gymnasiasten reduzieren. Wieso macht man dann den Test nicht bewusst so schwer, dass ihn nur potenziell normale und gute Gymnasiasten schaffen? Die schwachen Gymnasiasten werden durch die Grundschullehrer ja erkannt und dank elternwillen klappt das dennoch. Mit dem einfacheren Test wird das Urteil der Lehrer ausgehebelt.
Man hatte ja letztes Jahr nen schwereren Test. Folge: riesiger Aufschrei, weil nur ein paar Prozent diesen geschafft haben.
Aha, was wollen Sie damit erreichen? Allen Schülern die das Gymnasialniveau nicht erreich das “Versagergefühl” geben. Sehr pädagogisch, oder soll es wirklich ein GS-Abitur werden in Form eines Aufnahmetests? Die Kinder sind noch keine 10 Jahre alt, nur mal so am Rande.
Man könnte mal wieder anfangen, alle Schulformen unterhalb des Gymnasiums nicht mehr als Versagerschulen abzuwerten. Daran bin ich als Gymnasiallehrer aber nicht schuld, das war die Politik.
Wie hat “die” Politik das denn gemacht? Da hätten wir gerne Zitate, die das belegen.
Oder ist es schlicht so, dass Eltern naturgemäß nach dem Besseren für ihre Kinder streben – wenn es erkennbar besser und schlechter gibt?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Immerhin gab’s mal den Slogan:
„Schick dein Kind länger auf bessere Schulen!“
Das war nicht direkt die Regierung, sondern das, was heute als “Bündnis” oder “Bürgerrat” bezeichnet würde, eine NGO-Organisation.
https://www.spektrum.de/magazin/das-gymnasium-als-lernwerkstatt/824615
Gerne hätte ich nur die Hälfte des Selbstbewusstseins von führenden GEW-Funktionär*innen:
Einerseits trägt der eigene Verband durch Schlagwörter-Vorschläge aus dem Wolkenkuckucksheim eine große Mitschuld an der landesweiten Schulmisere, andererseits wird weiterhin das große Wort geschwungen.
Als betroffene Lehrkraft gesprochen:
Not in my name!
Dr Google teilte mir gerade auf meine Frage nach diesem “Unsinn” mit:
“Hoher Stellenwert: In Japan wird großen Wert auf standardisierte Tests gelegt, insbesondere auf Aufnahmeprüfungen, da sie über den weiteren Bildungsweg der Schüler entscheiden.”
Aber auf dem Papier hat Japan natürlich dieses wunderbare einheitliche Schulsystem, in dem alle optimal gefördert werden. Da sieht man mal, wie das dann praktisch aussieht: Da geht es nicht darum, ins Gymnasium zu kommen oder nicht, sondern es geht darum, in WELCHE der begehrten “guten” Schulen man kommt. Angeblich gibt es schon bei manchen Grundschulen Aufnahmeprüfungen für die 6-Jährigen mit zugehörigen Vorbereitungskursen für die 4-Jährigen, selbstverständlich privat finanziert.
NB: Japan gehört traditionell mit zu den PISA-Siegern.
Das sollten alle bedenken, die hier gegen solche Tests zu Felde ziehen. Auch in anderen Ländern steht das einheitliche Schulsystem mehr oder weniger nur auf dem Papier, in Wahrheit gibt es dann anspruchsvolle und weniger anspruchsvolle “einheitliche” Schulen. Das betrifft auch Schweden und Finnland. Auch in Deutschland sind bekanntlich nicht alle Realschulen bzw. Gymnasien untereinander gleich. Das ist vermutlich ein weltweites Phänomen.
Und in den USA gibt es stattliche und private Schulen!