Brandbrief-Schule: Bildungsminister zieht personelle Konsequenzen – CDU startet “Meldeportal” (auch gegen Lehrer)

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LUDWIGSHAFEN. Rheinland-Pfalz’ Bildungsminister Sven Teuber (SPD) hat im Fall der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen Fehler eingeräumt – und Konsequenzen gezogen: Der in der Aufsicht zuständige Schulrat wurde abgelöst. Die CDU mutmaßt, dass es weitere Schulen im Land gibt, an denen die Gewalt überhandnimmt. Sie hat dafür ein Meldeportal eingerichtet, auf dem Missstände  anonym gemeldet werden sollen. Auch Beschwerden über Lehrkräfte und Schulleitungen können dort nun abgegeben werden.

Wasser marsch. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

„Immer mehr Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler berichten von Angst, Respektlosigkeit und einem Klima, das mit dem, was Schule sein sollte, kaum noch etwas zu tun hat. Lehrkräfte trauen sich nicht, offen über Probleme zu sprechen – aus Sorge vor Konsequenzen. Eltern verzweifeln, weil sie das Gefühl haben, niemand hört ihnen zu. Und Kinder erleben, dass Konflikte und Gewalt zum Alltag geworden sind.“

Mit diesem Statement reagiert die CDU Rheinland-Pfalz auf die Vorfälle an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen – genauer: auf Berichte von Lehrkräften über zunehmende Gewalt und Respektlosigkeit in der Schülerschaft. Die Reaktion der Christdemokraten: Sie haben ein Meldeportal eingerichtet, das sich an Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler richtet und über das Missstände an weiteren Schulen im Land anonym gemeldet werden sollen. „Mit diesem Meldeportal geben wir all jenen eine Stimme, die bisher keine hatten“, heißt es.

Das Problem: Die CDU ruft darin auch ausdrücklich dazu auf, vermeintliches Fehlverhalten von Lehrkräften und Schulleitungen anonym zu melden. Angekreuzt werden kann: „mangelnde Unterstützung durch Schulpersonal oder Behörden“. Ein Freitextfeld eröffnet die Möglichkeit, namentlich benannte Personen anonym zu benennen. Das Modell ist bekannt – von der AfD.

Vor einigen Jahren bereits schalteten Landtagsfraktionen der Rechtsaußen-Partei „Meldeportale“, über die Schüler und Eltern anonym parteikritische Lehrkräfte melden sollten. 2024 startete die AfD-Fraktion in Niedersachsen einen neuen Versuch – diesmal mit einer eigenen E-Mail-Adresse statt eines Online-Formulars. Kürzlich gab es laut GEW einen Vorstoß zu einem Meldeportal in Sachsen, zudem versuche die AfD in Thüringen, mit einem Meldeportal „Gewalt an Schulen“ Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Unterdessen hat der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) Fehler bei der Schulaufsicht eingeräumt. Wie der SWR berichtet, sagte Teuber nach Beratungen im Bildungsausschuss, dass „jahrelang zu wenig reagiert“ worden sei. Wörtlich erklärte er: „In dem Fall ist tatsächlich für diese Schule jahrelang zu wenig reagiert worden und nicht so gewürdigt worden, wie es hätte der Fall sein sollen.“ Laut Welt hatte er im Ausschuss erklärt, dass es in der zuständigen Schulaufsicht bereits eine personelle Konsequenz gegeben habe: Ein für die Region verantwortlicher Schulrat sei abgelöst worden.

Teuber ordnete die Vorgänge zugleich in einen größeren Zusammenhang ein. Laut SWR sagte er, die Vorfälle seien Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung: „Diese gesellschaftliche Verrohung und tatsächlich auch Entgrenzung von Regeln macht in so einem Fall auch bei einem Lehrer oder einer Lehrerin nicht Halt. Das ist schrecklich und da müssen wir auch als Staat null Toleranz walten lassen – und ordnungsrechtlich und strafrechtlich alles verfolgen.“ Außerdem wird er mit der Aussage zitiert: „Jeder Angriff ist einer zu viel.“

„Die schwierige Situation an der Schule kann nicht kurzfristig aufgelöst werden. Die Probleme haben sich über Jahre hinweg aufgebaut“

Teuber wies auf besondere soziale Herausforderungen in Ludwigshafen hin. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Sozialisationen träfen dort aufeinander. „Dort, wo wir solche Herausforderungen haben, wird es auch in der Schule herausfordernder, damit umzugehen“, sagte er laut SWR.

Teuber kündigte an, die Karolina-Burger-Realschule personell zu stärken. Das Land steuere so um, dass Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzliche Unterstützung erhielten. Zugleich erklärte er laut SWR, dass die Strukturen im eigenen Verantwortungsbereich überprüft würden, um künftig schneller reagieren und Kommunikationswege sicher gestalten zu können. Teuber sagte: „Wir brauchen auch gleichzeitig die Sicherheit, dass dort, wo uns diese Hinweise erreichen, es gar nicht erst eskalieren muss.“ Teuber kündigte an, das Kollegium solle im Umgang mit herausfordernden Schülern auch besser geschult werden.

Laut Welt erklärte Teuber im Bildungsausschuss des Landtags, nach der Messerattacke auf eine Lehrerin im Mai hätten „alle Behörden vom ersten Tag an sofort die nötigen Maßnahmen ergriffen“. Die mutmaßliche Täterin befinde sich seitdem in stationärer Therapie, die Schulgemeinschaft werde psychologisch begleitet. Bereits jetzt, so die Zeitung, gebe es sieben Vollzeitkräfte, die an der Schule mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auf der anderen Seite fehlt es offenbar an personeller Kontinuität: in den vergangenen acht Jahren gab es dem Bericht zufolge drei Wechsel in der Schulleitung.

Nach Angaben der Zeitung wies Teuber darauf hin, dass auch die bauliche Situation der Schule schwierig sei. Es gebe zahlreiche bislang unkontrollierte Ein- und Ausgänge, und der Schulträger – die Stadt Ludwigshafen – habe hierfür „einige Hausaufgaben aufgeschrieben bekommen“. Gleichzeitig wolle Teuber die Vorfälle nicht verallgemeinert sehen. Die Welt zitiert ihn mit den Worten: „Die Probleme an dieser konkreten Schule dürfen nicht in eine allgemeine Debatte über Ludwigshafen oder über die Realschulen plus ausufern.“

Hoffnung auf eine schnelle Lösung machte der Bildungsminister laut Bericht indessen nicht. Teuber: „Die schwierige Situation an der Schule kann nicht kurzfristig aufgelöst werden. Die Probleme haben sich über Jahre hinweg aufgebaut.“ News4teachers 

Brandbrief-Schule: Lehrkraft schildert Zustände im Unterricht (“unverletzt rauskommen”)

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vhh
1 Monat zuvor

Nette Idee, das besondere Dienstverhältnis von Beamten mit gegenseitigen Treue- und Fürsorgepflichten durch einen Aufruf zur anonymen Anzeige zu würdigen. Vielleicht würde es schon helfen, wenn Schulaufsicht und Ministerium die nicht anonymen Hinweise als Anlass nähmen, den Problemen nachzugehen, nur so eine ganz absurde Idee.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Macht zuviel Arbeit und ist aus der Sicht unserer Dienstherren nicht zielführend … die Ursachen für diese Auswüchse müssen – aus deren Sicht – mindestens zu 60 bis 70% auf Seiten der LuL liegen (falsches mind-set zum Beruf, Faulheit, Inkompetenz, Dummheit, usw) um dann beruhigt die Verantwortung an die pädagogische Basis abschieben zu können … denn eine ernsthafte Veränderung an den Rahmenbedingungen kostet nachweislich zu viel Geld – und das will man erfahrungsgemäß nicht an solchen Stellen ausgeben müssen.

Und – das darf man nicht vergessen – die Haltung großer Teile der Gesellschaft verorten derartige Probleme ebenso auf Seiten der LuL … und damit hat man in der verantwortlichen Führungsebene im Falle heftiger Angriffe gegen LuL immer das Ass im Ärmel, dass eine erhebliche (Mit-) Schuld bei den Lehrkräften zu suchen – und natürlich auch zu finden – ist.

“Haben Sie den / die S / S* vielleicht mit der Vergabe der schlechten Note, der Rüge wegen unverschämtes, respektloses oder arbeitsverweigerndes Verhalten angegriffen, verärgert, provoziert, usw?”
Ja dann dürfen Sir sich auch nicht wundern!”

Muxi
1 Monat zuvor

Diese Petzportale vergiften das gesellschaftliche Klima und müssen weg. Dafür ist fast jeder Anlass gut.
Nur ist etwas wohlfeil sich erst jetzt, wenn es einen selber, bzw. die eigene Gruppe triff, über die Politik der Meldestellen zu beschweren. Man hat diese Denunziationsunkultur in den letzten Jahren akzeptiert, die Mehrheit durch Schweigen, einige durch aktives mitmachen, am Anfang nach dem Motto: “das trifft ja eh nur die Coronaleugner”.
Aber wenn man diese Büchse der Pandora erstmal öffnet, geht es immer weiter und (je nach politischem Wind) kommt eine Gruppe nach der anderen in den Fokus der Petzen.
Wir müssten da dringend umsteuern und diese Kultur des Verdachts wieder abschaffen, sonst nimmt das kein gutes Ende.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Sind Petzportale und anonyme Hateposts auf privaten digitalen Endgeräten nicht auch ein Grund, weshalb wir in der Schule Cybermobbing immer wieder als Thema haben und machen müssen?

Und ein Grund, weshalb immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch krank werden?

Nun denn: Die CDU ist nun mal stark blau-affin.

Leute, wundert euch nicht, wenn niemand mehr Lehrer werden will.

Wir sind jetzt schon die dauerüberlasteten Sündenböcke für alles, was auf weit höherer Ebene vermurkst wird.

Und nun noch das? Mir scheint, die CDU möchte dringend und ganz schnell das bisschen Bildungssystem, das wir noch haben, in die Tonne treten.

Man fragt sich: zu wessen Gunsten und mit welchem Ziel…..

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Na die Büchse der Pandorra ist doch länst weit offen. Auch hier im Forum wird gern mit Dtreck (unbelegten Unterstellungen, Diffamierungen)gearbeitet, in der Hoffnung, irgendewtas bleibt kleben. Wie man damit Menschen gravierend schaden kann, zeigt die “Gelbhaar-Affaire”:
https://www.nordkurier.de/politik/vernichtendes-urteil-gruene-sex-intrige-zerstoert-politische-karriere-3669956
Natürlich muss man Verdachtsfälle umgehend aufkläre., Aber erlogene Anschuldigungen müssen ebenfalls hart bestraft werden, um Denunziantentum (zum eigenen Vorteil und Nachteil Unschuldiger) zu unterbinden!

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das ist die Schattenseite des Internets, da haben Sie sicher Recht.
Aber es ist ein großer Unterschied, ob in irgendeinem Forum (sorry liebe Redaktion) jemand unter Pseudonym auf einen anderes Pseudonym mit Dreck wirft, oder ob ein Staat dazu aufruft.
Da kann man auch mal die Geschichte bemühen (was ich sonst vermeide): Immer wenn ein deutscher Staat dazu aufgerufen hat Mitmenschen anonym zu melden, ging es in die Hose. Ob Inquisition im Mittelalter, oder später, das war nie eine gute Idee.
Und da sind wir über Anfänge längst hinaus.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Richtig! Aber die “Anonymität ” des Internets ist ein anschauliches Übungsfeld und zeigt, was geht. “Man” kann da schon mal die Grenzen ausloten und testen,wer wem und wann Grenzen setzt, oder eben nicht.

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wir können seit einigen Jahren ja direkt beobachten, dass “rote Linien” nicht mehr zählen, wenn es nur “die Richtigen” trifft.
Und je nach Feindbild sind “die Richtigen” immer andere, was anscheinden zu viele Leute nicht begreifen können oder wollen.
Man musste schon sehr naiv sein um zu glauben, dass z.B. die Dammbrüche der Coronazeit danach einfach verschwinden würden.

Biene
1 Monat zuvor

Komisch, war die CDU nicht mal gegen ein solches Meldeportal…
Übrigens ist diese Entwicklung nicht neu. Jetzt zeigt sich nur die Unfähigkeit der Politik insgesamt, das Problem nicht schon vor mehreren Jahren angegangen zu sein. Egal wo wir in Deutschland unterwegs sind.
Zu dem ist es auch ein Problem, dass eigentlich die Erzeuger dieser Deliquenten in ihren erzeugerlichen Aufgaben zu lösen hätten. Allerdings scheint Erziehung heute Glückssache zu sein, wenn sich solche Artikel häufen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Biene

Die Kinderproduzenten haben ihre Erziehungsberechtigung doch schon lange aufgegeben.

Eltern nehmen sie wahr!

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich pflege in Gesprächen mit verantwortsgsnegierenden Eltern (allem Ernstes: “Mein Sohn weigert sich, sein Zimmer aufzuräumen und spielt nächtelang am Computer – sagen Sie dem mal, dass das nicht geht – zuhause haben wir immer totalen Stress deswegen!”) Immer zu sagen:
“Sie sind nicht nur Erziehungsberechtigte – sie sind erziehungsverpflichtet.”

Wird gerne als übergriffig wahrgenommen (“Was erlauben Sie sich?”) … aber in dem Moment tzt es mir gut.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Biene

Und Sie kennen die Antwort auf derartige “Probleme” der “Erziehung nach einem Prinzip Glückssache” und schuldig ist “die Politik” insgesamt.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Die Antwort(en) sind irrelevant, da diese
– nicht durchgesetzt
– nicht finanziert
werden.

Scan abgeschlossen.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Nicht mein Zirkus – nicht meine Affen!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Döööp

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Allgemeinplätze und völlig falsche Signale sind also die politische Antwort auf eine verzweifelte Lehrerschaft, die nach Hilfe schreit. Gerade den Schülern besagter Schule wirds eine Freude sein zu melden, wie fies und gemein die Lehrkräfte dort doch sind. Offensichtlich kann oder will man das Problem einfach nicht sehen und es ähnlich unter den Tisch kehren wie bei der Gräfenau-Grundschule im selben Ort, wo sich nichts verbessert hat, man aber stattdessen bestmögliche Wege sucht, um der Schulleiterin einen Maulkorb zu verpassen.

Man will es aussitzen und zieht die völlig falschen Schlüsse und Konsequenzen. Was die Schule in Ludwigshafen JETZT dringend braucht, um zur Ruhe zu kommen:

  • personelle Verstärkung, eventuell auch vorübergehend durch einen Sicherheitsdienst
  • Übersetzer, die täglich ansprechbar sind und vermitteln können
  • Mehr Angebote der Schulsozialarbeit (mit mehr Personal)
  • Zusätzliche, verpflichtende Sprachkurse am Nachmittag
  • einen klaren Katalog an Konsequenzen, wenn Schüler gegen Regeln verstoßen

Herr Teuber: „Die Probleme an dieser konkreten Schule dürfen nicht in eine allgemeine Debatte über Ludwigshafen oder über die Realschulen plus ausufern.“

Doch, da Ludwigshafen nur ein Beispiel von vielen ist. Und die Realschule Plus ist eine Mogelpackung. Man hat Hauptschulen nur einen neuen Namen gegeben.

Konfutse
1 Monat zuvor

Ihr letzter Satz bringt es auf den Punkt.
Da in BW die Schulstruktur entsprechend geändert wird (Neue Sekundarschule, eine Schule für alle außer für Gymnasiasten), werden wir bald ähnliche Verhältnisse haben.
Interessiert in BW kaum jemanden, Hauptsache das Gymi bleibt für die Klientelwähler….

447
1 Monat zuvor

Ahhhh, “Meldeportale”.

Gestern noch Teufelszeug aus der populistischen Ecke…heute so in etwa “Werkzeug der Schulentwicklung” ?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Autsch!
Das trifft es.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ne, immernoch popoulistisches “Teufelszeug”, solange es um das Melden von Personen anstelle bon Problemen geht 😉

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Viel Spaß beim Melden der tatsächlichen Probleme. Ich rate davon ab, wenn Sie morgens um 6 Uhr keinen Bademantel zur Hand haben.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

“Die Reaktion der Christdemokraten: Sie haben ein Meldeportal eingerichtet”
Fast geschafft! Jetzt noch ein Kästchen einfügen für die verantwortliche Bildungspolitik, welche weder die Strukturen an die heutige Zeit anpasst, noch die notwendigen Lehrkräfte einstellt, geschweige die Schüler*innen durch angemessene Präventionsmaßnahmen unterstützt.

Ich meine, sonst zeigen die Betroffenen ja nur gegenseitig aufeinander, während kostbare Zeit verloren geht und die Politik däumchendreht…

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich halte nichts von solchen Meldeportalen, egal wie viel Kästchen sie auch enthalten würden.

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

In RhPf regiert seit längerem die SPD, Ludwigshafen hatte bis vor kurzem eine SPD-Oberbürgermeisterin. Das ist jetzt kaum die Stunde, auf die CDU zu schimpfen. Und es gibt keine Einigkeit über eine “verantwortliche Bildungspolitik, welche die Strukturen an die heutige Zeit anpasst”, allenfalls etwas Blabla von der KMK (BMK). 

Realist
1 Monat zuvor

“Meldeportale gegen Lehrer”

CDU goes AfD? “Brandmauer” gegen Lehrkräfte?

Dann hat man ja gleich etwas für den Koalitionsvertrag…

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Wenn die cdu so weiter macht wie bisher, braucht sie sich mindestens in Sachsen Anhalt darüber keine Gedanken zu machen.

Götz
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Hat nicht die GEW vor ca. einem halben Jahr auch eine Art Beschwerdestelle für bzw. gegen Lehrkräfte vorgeschlagen und ist dann eilig zurückgerudert? Oder täuscht mich mein fantasievolles Gehirn?

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Jepp, immer gut, wenn man die Feuerwehr für den Brand verantwortlich machen kann.
“Das weiß man doch, dass alle Feuerwehrleute versteckte Pyromanen sind – wer will denn sonst schon tagtäglich mit diesen brandheißen Dingen zu tun haben.”

Schon komisch, dass man diese Schlagzeile weder in den Zeitungen liest noch aus dem Innenministerium hört.

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Bei aller Kritik sollte man doch gerne den ganzen Text sinnerfassend lesen, ehe man sich zu diesem sogenannten Meldeportal äußert.

Es ist ein erheblicher Unterschied, ob die AfD unbelegte einzelne Äußerungen einzelner Lehrkräfte dazu nutzen will, politisches Kapital herauszuschlagen, oder ob unter der Rubrik „mangelnde Unterstützung durch Schulpersonal oder Behörden“ etwas eingetragen wird.

Ich finde das zwar auch schwierig, aber andere Kommentatoren scheinen sich so gar keine Gedanken über die Unterschiede gemacht zu haben.

DumDiDum
1 Monat zuvor

Anonyme Meldeportale führen das gesamte Rechtssystem ad absurdum. Solche Instrumente erinnern eher an die Mittel früherer, zum Glück nicht mehr existierender deutscher Staaten.

mama51
1 Monat zuvor

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant !
(Hoffmann von Fallersleben)

Ich bin ansonsten nur noch sprachlos.
(Heul!)

TaMu
1 Monat zuvor

Anonym sollte in einer Schulgemeinschaft überhaupt nicht möglich sein, schon gar nicht über eine Plattform. Es sollte Klassen- und Schulsprecher geben, an die sich die Schülerinnen und Schüler wenden können, ebenso wie eine Schulsozialarbeit. Diese können dann über vorgetragene Probleme mit dem Kollegium oder mit einzelnen Lehrkräften sprechen. Bei sehr schwerwiegenden Fällen wie sexuellem Missbrauch sind Polizei und Jugendamt zuständig.

Lehrkräfte müssen bei ihren Schulleitungen und übergeordneten Schulämtern und -Ministerien gehört werden. Es darf kein Wegducken, Verschleiern und Kleinreden geben. Auf Wunsch von Gewalt betroffener Lehrkräfte sollten die Schulleitungen zur Anzeige bei der Polizei verpflichtet sein, so dass die Adresse der Lehrkraft nicht in den Ermittlungsakten steht.

Ich halte diese Eröffnung der Meldeplattform, auf der aufgrund der Anonymität keine Moderation stattfinden kann und es dem Missbrauch die Türen öffnet, für destruktiv. Der Lerneffekt besteht im Denunzieren. Wer wirklich etwas verändern möchte, geht anders damit um. Leider haben die Lehrkräfte bisher erleben müssen, dass sie nirgendwo gehört wurden. Diese anonyme Plattform wird vermutlich nur von frustrierten Eltern und Jugendlichen benutzt und nicht von Lehrkräften, wird aber den politisch Verantwortlichen aufzeigen, dass die Lehrkräfte schuld sind, weil so viele Eltern, Schülerinnen und Schülerinnen anonym auf der Plattform über diese klagen.
Das ist eine der miesesten politischen Reaktionen, von denen ich bisher gehört habe.

Kleopas
1 Monat zuvor

Teuber: „Die schwierige Situation an der Schule kann nicht kurzfristig aufgelöst werden. Die Probleme haben sich über Jahre hinweg aufgebaut.“ 

Ein paar Hilfssheriffs könnten aber erstmal für Beruhigung sorgen. Manche Kinder scheinen eine gewisse Autorität zu benötigen, ihnen fehlt es an “Selbststeuerung” oder so ähnlich. Mit “Gesundbeten” durch die üblichen Phrasen allein wird es jedenfalls nicht gehen.

Dejott
1 Monat zuvor

AFD-Style. Geht gar nicht. 6 – setzen.