SANTA MONICA. Was heute in Klassenzimmern gelernt wird, entscheidet darüber, ob junge Menschen morgen auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Der jetzt veröffentlichte „Skills Economy Report 2026“ des US-amerikanischen Weiterbildungs- und HR-Anbieters Cornerstone OnDemand zeigt, wie stark sich die Anforderungen von Unternehmen weltweit verschieben – und welche Qualifikationen künftig gefragt sind. Das zentrale Ergebnis: Technische Kompetenzen und klassische „Soft Skills“ lassen sich nicht mehr trennen. Wer erfolgreich arbeiten will, muss beides beherrschen.

Der „Skills Economy Report 2026“ erhebt den Anspruch, internationale Arbeitsmarkt-Trends frühzeitig sichtbar zu machen. Grundlage ist ein von der Cornerstone-Tochter SkyHive entwickeltes KI-gestütztes Analysemodell, das große Mengen anonymisierter Daten auswertet – darunter Stellenanzeigen, Berufsprofile, Qualifikationsanforderungen von Unternehmen sowie Weiterbildungsangebote. Eingeflossen sind Daten aus den Jahren 2023 bis 2025, mit besonderem Fokus auf 24 Märkte, in denen Datenmenge und -qualität besonders hoch sind.
Das Ergebnis: Die Ansprüche steigen (weiter). Deutlich wird das beim Blick auf die Nachfrage nach einzelnen Fähigkeiten. Erstmals haben Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz und Machine Learning die Kommunikationsfähigkeit als meistgefragten Skill weltweit überholt. Laut Report ist die Nachfrage nach KI-bezogenen Fähigkeiten zwischen 2023 und 2025 um 245 Prozent gestiegen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um hoch spezialisierte Entwicklerrollen. Der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit KI entwickelt sich laut Bericht zu einer Grundqualifikation für nahezu alle Berufe.
Parallel dazu gewinnen weitere technische Felder an Bedeutung, etwa Cybersecurity und sogenannte grüne Skills. Kenntnisse zu nachhaltigem Management, erneuerbaren Energiesystemen und klimafreundlichen Technologien verzeichnen teils dreistellige Wachstumsraten. Gleichzeitig verlieren Tätigkeiten an Wert, die sich leicht automatisieren lassen. Die Nachfrage nach Datenpflege, einfacher Buchhaltung oder juristischen Recherchen geht weltweit deutlich zurück.
Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeitende, die mit Unsicherheit umgehen, komplexe Probleme lösen und Veränderungen aktiv gestalten können
Bemerkenswert ist jedoch, dass der technologische Schub menschliche Fähigkeiten nicht verdrängt, sondern ihre Bedeutung eher noch verstärkt. Emotionale Intelligenz, kreatives Denken sowie Resilienz und Flexibilität zählen laut Report inzwischen zu den gefragtesten Soft Skills überhaupt. Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeitende, die mit Unsicherheit umgehen, komplexe Probleme lösen und Veränderungen aktiv gestalten können. Auch Kompetenzen wie eigenständiges Arbeiten, sorgfältiges Vorgehen oder virtuelle Zusammenarbeit verzeichnen starke Zuwächse, obwohl sie noch nicht zu den formal meistgenannten Top-Skills gehören.
In vielen Branchen zeigt sich dabei ein ähnliches Muster. Routinetätigkeiten verschwinden, während neue hybride Rollen entstehen, die technisches Know-how mit sozialen und kognitiven Fähigkeiten verbinden. In der Technologiebranche etwa steigt die Nachfrage nach AI Engineers, Cloud Architects und Security Specialists stark an, während klassische Einstiegsrollen oder einfache IT-Support-Tätigkeiten deutlich seltener nachgefragt werden. Vergleichbare Entwicklungen beobachtet der Bericht auch im Finanzwesen, im Gesundheitssektor, im Handel, in der Logistik und in der Industrie.
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Die Duale Ausbildung in Deutschland gilt international als Erfolgsmodell – gleichwohl steckt sie in einer Krise. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, die Berufsorientierung an Schulen auszubauen und die Berufliche Bildung zu stärken. Für uns als Redaktion von News4teachers ein Anlass, die Hintergründe zu beleuchten – und den Blick auf Lösungen zu richten.

Deutschlands meistgelesenes Bildungsmagazin widmet dem Thema im Januar einen eigenen Themenmonat – ein perfekter Rahmen für Ihr Content-Marketing: Für Sie als Anbieter im Bereich Berufsorientierung und Berufliche Bildung (oder als Unternehmen, das sich Schulen als Ausbildungsbetrieb präsentieren möchte) eröffnet sich hier eine große Chance: Schulen suchen nach Unterstützungsangeboten – von Info-Angeboten bis hin zur Nachwuchsförderung in Kooperation mit Unternehmen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Angebot dort sichtbar zu machen, wo Lehrkräfte und Schulleitungen sich informieren und entscheiden. Interessiert? Schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail: redaktion@news4teachers.de
Die zentrale Herausforderung sieht Cornerstone weniger im Wegfall von Arbeitsplätzen als in einer wachsenden Qualifikationslücke. Neue Anforderungen entstehen schneller, als entsprechende Kompetenzen aufgebaut werden können. „KI verändert grundlegend, wie wir arbeiten und welche Skills gefragt sind, doch die Menschen bleiben immer im Zentrum von Fortschritt und Innovation“, sagt Cornerstone-CEO Himanshu Palsule. Die Nachfrage nach menschlichen und KI-bezogenen Fähigkeiten sei inzwischen nahezu ausgeglichen, viele Organisationen seien darauf jedoch noch unzureichend vorbereitet.
Für Schulen und Bildungspolitik sind diese Ergebnisse hoch relevant. Der Bericht macht deutlich, dass es nicht mehr ausreicht, digitale Kompetenzen isoliert zu vermitteln oder Soft Skills als ergänzendes „Beiwerk“ zu behandeln. Gefragt ist eine Bildung, die technisches Verständnis, kritisches Denken, Kreativität und soziale Fähigkeiten systematisch miteinander verbindet. Wer heute unterrichtet, bereitet Kinder und Jugendliche auf Berufe vor, die sich gerade erst herausbilden – und auf Anforderungen, die weit über Fachwissen hinausgehen. News4teachers / mit Material der dpa
Forscher fordern: Schüler müssen Lernen lernen – Faktenwissen reicht nicht mehr









Gut, dass technische Fähigkeiten durch die Lehrplanreformen immer weniger ausgebildet werden und fehlende Soft Skills aka Pünktlichkeit, Höflichkeit usw. in der Schule hingenommen werden müssen.
Yesterday skills halt
der schriftlichen Division wird dabei wohl eine ganz besondere Schlüsselrolle zukommen… *lol*
Spaß beiseite
“die technisches Verständnis, kritisches Denken” werden gefordert.
damit kann man in der Tat nicht früh genug mit beginnen.
Rainer Mühlhoff zeigt, wie KI-Ideologie die Demokratie untergräbt
gibt es auch als Buch
Wer etwas mehr Kontext braucht, wird auch fündig
Und damit Lehrkräfte selber kritisch hinterfragen, was ihnen die Industrie als Lehrstoff vorgibt, ebenso Hinweise, was zu beachten und zu lernen wäre…
Hauptsache wirtschaftlich verwertbar, die zukünftigen HR.
Technisch und fachlich kompetent, kommunikativ und kollaborativ, sozial kompetent, emotional intelligent, mit Unsicherheiten umgehend, kreativ und resilient, das alles verknüpfend. Fehlt eigentlich nur noch: Mit 16 von der Schule fertig ausgebildet, nie krank und höchstens 4 Stunden Schlaf.
Vielleicht sollten wir es mit Gentechnik versuchen.
Genau. Wen man die „Anforderungen“ mit dem Ist-Zustand vergleicht, sehe ich doch ziemliche Gegensätze:
technische und fachliche Kompetenz: mangelhaft laut PISA
Soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz: Gewalt in den Klassenzimmern nimmt zu, Sprüche der Art: „was soll ich mich für dieses Land anstrengen“ lassen zweifeln
Mit Unsicherheiten umgehend und resilient sein: nö, durch Studien bestätigt: Resilienz auf dem absteigenden Ast, große Zukunftsängste
Tja, dat wird wohl nix…
Das waren schon die Future-Skills als ich vor 35 Jahren noch jung war.
Also es braucht Leute, die flexibel, belastbar, sozial kompetent, kognitiv leistungsfähig, herausragend fachlich ausgebildet, zuverlässig, exakt und hoch motiviert sind.
Ich denke mal mit der Vermutung, dass alle dieser Kriterien gleichzeitig nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung erfüllt, lehne ich mich nicht allzu weit aus dem Fenster.
Wünschen kann man sich vieles, aber die Menschen werden nicht einfach intelligenter, flexibler oder kreativer. Derartiges kann man auch nur sehr begrenzt antrainieren.
Da bleibt nur das Potenzial, das vorhanden ist, möglichst optimal zu fördern und damit zu leben, dass Menschen (auch die Mitarbeiter der eigenen Firma) eben Schwächen haben.
Ich lese von Kreativität, Sorgfältigkeit, Eigenständigkeit/Selbstständigkeit, Frustrationstoleranz/Kritikfähigkeit, Flexibilität…. alles das steckt auch in den sogenannten Kopfnoten/Verhaltensnoten und heißt in modernen Varianten auch so.
Trotzdem wird das so oft abgewehrt und schlechtgeredet. Diese Kompetenzen sollten viel mehr im Zentrum stehen mit monatlichen bzw. regelmäßigen Rückmeldungen und natürlich gehören sie auch aufs Zeugnis! Es sind Schlüsselqualifikationen für erfolgreiches Lernen und Arbeiten – und Leben!
Das alles vermittelt in Schulen, die dafür weder Platz, noch Lehrkräfte, noch Technik haben. Schön wenn sich Unternehmen das wünschen, entspricht nur nicht dem, was man von jedem Schüler erwarten darf. Vielleicht wäre es an der Zeit, über eine Reform der betrieblichen Ausbildung nachzudenken. Sechs Monate zusätzlich, in denen die Unternehmen diese Arbeitskräfte der Zukunft – kreativ, sozial, digital native – mit dem fehlenden vernetzten Wissen und dessen Anwendung versehen. Die nachgefragten technischen Kompetenzen lassen sich jedenfalls im Klassenraum einer absurd heterogenen Gruppe von Förderschüler bis hochbegabt nicht vermitteln, schon gar nicht, wenn überlastete Lehrkräfte das selbst nebenbei noch lernen sollen. Es gibt kaum noch Hauptschüler und immer weniger einfache Jobs, super, alle werden KI-Experten. Hallo, auch wenn wir uns noch dreißig Jahre einreden, alles sei nur eine Frage der Förderung: Komplexe Zusammenhänge zu verstehen und passende Methoden darauf anzuwenden werden niemals alle gleich gut beherrschen.
“Emotionale Intelligenz, kreatives Denken sowie Resilienz und Flexibilität zählen laut Report inzwischen zu den gefragtesten Soft Skills überhaupt. Unternehmen suchen zunehmend Mitarbeitende, die mit Unsicherheit umgehen, komplexe Probleme lösen und Veränderungen aktiv gestalten können.” – wieviel Prozent können das? Jede Tätigkeit kreativ und flexibel, keine Routinen mehr, entweder das oder Knöpfe drücken, wenn die KI das anzeigt? Wer das nicht schafft, fegt die Straßenecken, bis da auch ein Spezialroboter arbeitet? Nicht ‘Menschen bleiben im Zentrum von Fortschritt und Innovation’, es sind nur einige, sehr wenige Menschen. Anhang der Tech-Bros, mit einigen Resten von deren Tisch als Belohnung, der sonstige ‘workforce’ wird auf Staatskosten vom Arbeitsmarkt entsorgt. Dumm gelaufen, ihr kreativen Digital Natives, ‘der Staat’ seid jetzt ihr, die restlichen Jobbesitzer, jedenfalls auf der Einnahmenseite.
Früher haben mal Wissenschaftler und Politiker öffentlich über gesellschaftliche Aspekte von industriellen Umwälzungen diskutiert, heute quittieren nur noch sie die neuen Anforderungen der Unternehmen. Kohle, Werften, Stahl, da ging es um zehntausende Arbeitsplätze, jahrzehntelangen Wandel, halbwegs erträgliche Bedingungen für ganze Regionen. Heute sind es hunderttausende, im Tempo von vielleicht zehn Jahren, überall im Land, aber das wird sich alles von allein regeln. Jeder schließt per Online-Fortbildung die Qualifikationslücke und alle sind glücklich…
Was Unternehmen zunehmend fordern (Schüler also lernen müssten)
Erstmal bilden wir Schüler nicht primär für den Arbeitsmarkt bzw. bestimte, kommende Berufe aus, sondern vermitteln eine allgemeine Bildung. Natürlich soll damit die Grundlage für beruflichen Erfolg gelegt werden, aber es geht nicht darum, fertige Arbeiter aus der Schule zu entlassen.
Überspitzt: Wenn ein Krankenhaus in der Nähe dringend einen Neurochirurgen braucht, müssen meine Schüler nicht plötzlich Neurochirurgie lernen – und ich es ihnen nicht beibringen!
Nur weil wir laut Artikel Spezialisten für Cybersecurity brauchen, ist das nicht die Aufgabe der Schulen, Hacking und Abwehr zu vermitteln.
Emotionale Intelligenz, kreatives Denken sowie Resilienz und Flexibilität zählen laut Report inzwischen zu den gefragtesten Soft Skills überhaupt.
Die Skills-Orientierung wird m.E. völlig überzogen:
Unternehmen suchen keine Arbeitnehmer, die hauptsächlich kreativ oder kommunikativ sind. Jemand, der zwar viel reden kann, aber nicht weiß worüber, bringt nichts.
Es werden Menschen gesucht, die entsprechendes Wissen und die entsprechende Ausbildung haben und darüber hinaus aus die Soft Skills haben!
Skills bzw. Kompetenzen kann man nicht isoliert trainieren, sondern nur im Kontext von Wissen erwerben. Ebenso kann man keine Sprache beherrschen, ohne die Vokabeln oder Grammatik zu kennen.
Gerade die oft genannte Kreativität ist ein schönes Beispiel. Es geht nicht darum, ob ein Kind ein schönes Bild gemalt hat (“Es ist ja so kreativ!“) oder irgendwelche Dinge “ganz kreativ” zusammengeworfen hat.
Unternehmen brauchen i.d.R. keine Mitarbeiter, die schöne Bilder malen oder den ganzen Laden kreativ auf den Kopf stellen. Vielmehr geht es beim kreativen Problemlösen darum, bspw. Wissen und Lösungsansätze aus einem Bereich in eine anderen Bereich zu übertragen. Dafür braucht man aber solides Wissen als Grundlage.
Ebenso hilft es doch, sich auf seine soliden Grundlagen und seinen Erfahrungsschatz verlassen zu können, um in sich auf wechselnde Bedingungen einstellen zu können, also flexibel sein zu können und eben keine Angst vor solchen Situtationen zu haben, also resilient zu sein.
Wer heute unterrichtet, bereitet Kinder und Jugendliche auf Berufe vor, die sich gerade erst herausbilden – und auf Anforderungen, die weit über Fachwissen hinausgehen.
Wie gesagt, wir bereiten nicht explizit auf irgendwelche Berufe vor, sondern bilden allgemein aus. Dank aktueller Kompetenzorientierung und Digitalität glauben viele Menschen, dass Wissen keine Rolle mehr spielen würde.
Daher sollte man diesen letzten Satz mit folgendem Fokus lesen:
Die Anforderungen an unsere Schüler sind vielfältig, sie müssen mehr als reines Wissen haben, aber ohne Wissen geht es eben nicht. Unser Ziel muss es sein, zumindest ein soldies Wissensnetz zu vermitteln, an das dann angeknüpft werden kann und auf dessen Basis die Schüler weitere Kompetenzen ausbilden können.
Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen also, ein Beweis mehr für die Nichtexistenz des Fachkräftemangels.
Nicht wirklich. Es beweist nur, dass die Anforderungen steigen.
Warten Sie nur ab, wenn wir versuchen “hocheffiziente Verbrenner” zu verkaufen, um dann an 100 Jahre alten Naturgesetzen zu scheitern.
Und dann wundern sich wieder alle, warum die jungen Menschen so faul sind XD
Welche “Naturgesetze” meinen Sie, an denen die “Verbrenner” scheitern? Ich verstehe Ihren Kommentar mal wieder nicht. Sorry!
Schade, dass Sie nur die Hälfte der zwei Wörter erfassten…
“hocheffiziente Verbrenner” war das Zitat.
Wenn Sie meinen, der Thermodynamik trotzen zu können, sollten Sie zur Union gehen, die warten auf dieses Wunder.
Wenn Sie meinen, die 100 Jahrer Erkenntnis über die Grenzen des Verbrenners nicht zu kennen, kann ich diese aber gerne auf Nachfrage an einen Wikipediaartikel verweisen 🙂
Hocheffiziente Verbrenner sind so häufig wie hochintelligente CDU-Präsidiumsmitglieder, wenn man davon ausgeht, dass die Häufigkeit von Einhörnern nur von den genannten Fällen übertroffen wird.
“Der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit KI entwickelt sich laut Bericht zu einer Grundqualifikation für nahezu alle Berufe.”
Chefetagen ausgenommen 😛
Aber im Ernst, machine learning ist ja nichts Neues. Da lässt sich vielleicht greifbarer Ansetzen, als “KI wird alles verändern” zu posaunen – welche Schlüsse sollen Schulen da ziehen?