MAGDEBURG. Die AfD hatte bereits auf Bundesebene im Wahlkampf angekündigt, sie werde die allgemeine Schulpflicht lockern. Nun erklärte der der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, die Schulpflicht „erweitern“ und „zu einer Bildungspflicht“ umbauen zu wollen. Die KMK könnte dagegen allerdings vorgehen – mit einer harten Maßnahme.

„Das ist ein riesengroßer Unterschied“, erklärte Siegmund in einem Video in seinem Kanal bei X mit Blick auf Berichterstattung der „Welt“, der zufolge er die Schulpflicht abschaffen wolle (was allerdings offensichtlich trotzdem stimmt). Eine Presseanfrage der Zeitung an Siegmund mit Bitte um eine Konkretisierung seiner Vorhaben wurde nicht beantwortet.
Stattdessen fordert der 35-Jährige auf X „individuell die Möglichkeit“, „dass Schüler auch in kleineren Verbänden oder auch im Homeschooling unterrichtet werden können“, wie es in dem Video weiter heißt. Natürlich müsse es Prüfungen geben, „zum Beispiel alle halbe Jahr im Ministerium“. Sollte das Modell scheitern, gelte: „Dann ist die Schulbank wieder zu drücken. Das ist klar.“
Zur Begründung verweist Siegmund auf aktuelle Probleme im Bildungssystem: „Was an den Schulen los ist, das darf so nicht weitergehen“ – deshalb „voller Fokus wieder zurück zu einer vernünftigen Bildungspolitik“. Dieses Modell funktioniere auch in anderen Ländern „hervorragend“, wobei Siegmund betont, dass die AfD diese Position bereits seit Jahren vertrete.
Der 35-Jährige hat Chancen, erster Ministerpräsident der AfD zu werden. In Umfragen liegt die AfD derzeit bei etwa 40 Prozent. In zwei Umfragen war die AfD zuletzt deutlich als stärkste Kraft vor der CDU nahe der 40-Prozent-Marke ausgewiesen worden. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU gewonnen. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz schon als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
„Das große Ziel ist es, das ganze Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen“
Siegmund hat weitere radikale Pläne publik gemacht. So plant er laut eigenen Angaben, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch höchstens zwei Sender zu ersetzen, denen Meinungsäußerungen aller Art verboten sein sollen. Dieser „Grundfunk“ dürfe dann „ausschließlich sachlich berichten“. Unter Migranten will er „die Spreu vom Weizen trennen“. Es gehe dabei nicht bloß um Sachsen-Anhalt: „Das große Ziel ist es, das ganze Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.“ Konkreter wurde Siegmund bislang nicht, er sagte: „Was wir im Detail genau anpacken werden, wird derzeit in den zuständigen Gremien unserer Partei beraten.“
Dass die AfD allerdings auch nach einer möglichen Regierungsübernahme nicht nach Gutdünken in den Schulen agieren könnte, hat Felix Hanschmann, Jura-Professor an der Bucerius Law School in Hamburg, unlängst auf dem Deutschen Schulportal deutlich gemacht. „Das Grundgesetz selbst gibt keine expliziten Bildungs- und Erziehungsziele vor. Aber die im Grundgesetz verankerten Werte – Gleichheit vor dem Gesetz, die absoluten Diskriminierungsverbote, die Menschenwürde, Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip – sind indirekt auch Bildungs- und Erziehungsziele, die sich im Unterricht und in der Organisation schulischer Bildung und Erziehung widerspiegeln müssen“, so Hanschmann.
Und weiter: „Schulen dürfen nach dem Grundgesetz keinen rassistischen, islamophoben oder antisemitisch angehauchten Unterricht machen. Sie dürfen auch keinen Geschichtsunterricht anbieten, der die Verbrechen des Nationalsozialismus auch nur ansatzweise in Abrede stellt. Und Schülerinnen und Schüler dürfen schließlich nicht nach unzulässigen Kriterien, beispielsweise Herkunftsmerkmalen, in unterschiedlichen Klassen oder gar Schulen separiert werden.“
„Die Ultima Ratio wäre die Aberkennung von Schulabschlüssen. Das ist ein relativ scharfes Schwert“
Der Jurist schränkt aber ein: „Die AfD wäre aber nicht so dumm, dies explizit in einen Lehrplan oder eine Dienstanweisung zu schreiben. Das würde subtiler und informeller ablaufen: Man verändert ein bisschen die zugelassenen Unterrichtsmaterialien, man behandelt im Geschichtsunterricht mehr die Befreiungskriege und die Reichsgründung, und am Ende bleiben nur noch zwei Unterrichtsstunden für 1933 bis 1945 übrig.“
Allerdings verfüge die Kultusministerkonferenz über einen starken Hebel, um die AfD schulpolitisch auszubremsen. Hanschmann: „Die Ultima Ratio wäre die Aberkennung von Schulabschlüssen. Das ist ein relativ scharfes Schwert. Damit hätte die KMK die Möglichkeit, die Wählerinnen und Wähler in den von der AfD regierten Ländern gegen ihre Landesregierung aufzubringen. Wenn die große Mehrheit der Bundesländer die in diesem Bundesland erworbenen Abschlüsse nicht mehr anerkennt, dann verlieren die Schülerinnen und Schüler ihre Mobilität und sind auf ihr Bundesland festgenagelt. Das ist innerhalb des Bundeslandes politisch kaum durchsetzbar.“ News4teachers
Propaganda: Altersgrenze für Soziale Medien? Warum sich die AfD-Fraktion dagegen stellt









Zum Glück funktioniert in unserer liberalen Demokratie die Gewaltteilung, das Bundesverfassungsgericht sprach wiederholt ein klares Urteil:
“Das Bundesverfassungsgericht hat 2006 entschieden, dass Homeschooling in Deutschland verboten ist, um sicherzustellen, dass alle Kinder die Vielfalt von Meinungen und Kulturen in öffentlichen Schulen erleben können. Auch während der Corona-Pandemie gab es nur eine temporäre Ausnahmeregelung für Homeschooling. Im Jahr 2021 wurde das Verbot erneut bestätigt.”
https://www.deutschlandfunk.de/schulpflicht-deutschland-100.html
Erstaunlich, dass es hierbei bisweilen eine gemeinsame Grundhaltung zwischen dem rechten Rand und Menschen gibt, die sich eher als libertär oder linksalternativ bezeichnen. Beide Seiten haben Probleme mit der offenen Gesellschaft.
Gute Bildung gefährdet AfD-Wahlerfolge. Insofern ist dieses Vorhaben konsequent.
Komisch, wieviele erziehungswissenschaftlichen “Experten” haben hier schon mal annähernde über eine solche abschaffung geschrieben? “Schulpflicht versus Bildungsfreiheit”, “die Schule ist ein Korsett”, “die Schulpflicht löst Ängste und Störungen bei den Schülern aus”, so ungefähr habe ich das noch im Kopf. Da wurde im Forum oft zugestimmt. Verstehe ich jetzt nicht.
Gerne Belege für solche Behauptungen liefern. Herzliche Grüße Die Redaktion
Der Spielball ging nicht an Sie, sondern mitunter an mich. Außer Sie haben das auf “Belege zur Behauptung, dass das (von anderen) behauptet wird” bezogen/gemeint.
Das was “Teacher Andi” hier schreibt ist eher “Sarkasmus” behaupte ich. Er ist (offensichtlich) für eine Schulpflicht.
Und hier ist das “Brot-Problem”. Wieviel kann man “Extremen” zugestehen?
Weil diese gegen/für etwas sind ist es schlecht?
Sehe ich persönlich anders. Ansonsten überlässt man Radikalen/Extremen auch jegliche Diskussionspunkte und hebt diese Empor. Will man dann “jeden Prozess” aufhalten, da “die dagegen/dafür” sind? Wäre schon eine sehr fragwürdige Art und Weise zu agieren.
Aber zu Ihren Punkten (und Andis):
“Gerne Belege für solche Behauptungen liefern. ”
“erziehungswissenschaftlichen “Experten” haben hier schon mal annähernde über eine solche abschaffung geschrieben?”
Ob ich jetzt so gelte oder nicht spielt doch kaum eine Rolle. Meine Vita geht in die Richtung zumindest. Aber sei’s drum … Das wäre eine Autoritätsargument und kein gutes Argument. Im Diskurs spielt das Wissen eine wesentlich höhere Rolle, als das Autoritätsargument – auch wenn das häufig leider nicht die Realität ist. Also: Es sollte so sein.
” “Schulpflicht versus Bildungsfreiheit””
Schulpflicht vs. Bildungspflicht. Keine “Bildungsfreiheit” – außer Sie definieren dies gleich/ähnlich/genau so.
Und ja … Natürlich kann man darüber diskutieren.
Es kam allerdings nicht sonderlich viel von Ihnen, wenn ich mich noch recht erinnere …
Gerne führe ich den Diskurs mit Ihnen.
““die Schule ist ein Korsett””
Habe ich nicht geschrieben – stimmt trotzdem. Natürlich sind Regelschulen systemisch aufgebaut. Somit ein “Korsett”. Privatschulen auch. Nur mit etwas mehr “Bauchfreiheit”.
““die Schulpflicht löst Ängste und Störungen bei den Schülern aus””
Pauschalisierungen. Super.
Natürlich kann die Schulpflicht [und die “Rahmenbedingungen dessen”] zu Ängsten führen. Dazu braucht man auch nicht lange “recherchieren” – man kann das aber gerne machen. Selbstverständlich gibt es (genügend) Fälle, wo Schulangst bedingt durch XY und YX auftritt. Das ist doch nicht Ihr Ernst, dies abzustreiten? Wow.
“so ungefähr habe ich das noch im Kopf”
Weil Sie das so interpretieren bzw. interpretiert haben? Würde es erklären.
“Da wurde im Forum oft zugestimmt. Verstehe ich jetzt nicht”
Weiß ich nicht, ob da oft zugestimmt wurde.
Mit dieser Meinung bin ich und andere (aktuell) wohl deutlich in der Minderheit hier.
Ist aber auch kein Problem … Austausch. Meinungen. Diskurs.
Ich bin da recht offen.
Das merke ich, dass Sie das nicht verstehen. Daher: “Sprechen” Sie doch mit mir.
Ich bin zumindest aktuell “Pro-Bildungspflicht”, war aber ewig “Anti-Bildungspflicht” und “Pro-Präsenzpflicht”.
Ist doch vielleicht auch interessant, weshalb ich dies bin, obwohl ich durchaus die deutlichen Einschnitte und Konsequenzen verstehe. Oder zumindest denke, dass ich die verstehe. Vielleicht “erhellen” Sie mich ja (wieder)?
Meine Quellen wurden nicht akzeptiert. Und irgendwie haben Sie nicht verstanden, um was es mir geht.
Und ich bin der Meinung, dass bei der momentanen Einstellung in der Gesellschaft ein Abschaffen der Schulpflicht in die Katastrophe führen wird. Die Bildung ist jetzt schon am unteren Level angekommen, mit allen Nebenerscheinungen. Schule ist für viele noch der einzige Rettungsanker.
“Meine Quellen wurden nicht akzeptiert.”
Von wem? Habe keine Quellen von Ihnen diesbezüglich im Kopf.
“Und irgendwie haben Sie nicht verstanden, um was es mir geht.”
Das kann sein. Kann man ja erklären? Kann man auch diskutieren.
“Und ich bin der Meinung, dass bei der momentanen Einstellung in der Gesellschaft ein Abschaffen der Schulpflicht in die Katastrophe führen wird.”
Richtig.
Macht es so wie “wir” fahren allerdings auch.
Jetzt kann man versuchen alle zu “retten” – verstehe ich auch. Und geht trotzdem mit dem Großteil unter.
Oder man kann zumindest schauen, dass diejenigen, welche “wollen” zumindest zum Großteil “gerettet” werden.
Es geht mir hier gar nicht drum, dass Bildungspflicht per se besser wäre als Präsenzpflicht.
Es geht mir auch nicht drum, dass es “die Rettung” ist.
Ich teile hier Ihre Einschätzung. So ist das nicht.
Ich bin (momentan) nur der Meinung, dass die Präsenzpflicht und das “drumherum” auch eine massive Katastrophe IST. Und zukünftig sogar noch mehr und mehr als Katastrophe “ausgebaut” wird.
Verstehen Sie mich nicht falsch … Wenn die Präsenzpflicht tatsächlich funktionieren WÜRDE – gerne.
Wenn die Präsenzpflicht genug Ressourcen, Rahmenbedingungen und Personal HÄTTE.
Wenn die Präsenzpflicht nicht eine noch massivere Katastrophe [meine Meinung] in Zukunft sein wird.
Pragmatisch könnte man das so sehen/nennen: Ich bin für die Notanker.
Und hier ist es etwas wie bei einer Triage – einer Art Bildungstriage.
Und da ist “meine” Abwägung momentan eben … Ressourcen und Personal dort konzentrieren und fokusieren, wo Lernen noch möglich wäre. Soll heißen … “Wer Bock hat kommt”, “wer eh nur stören will … Bleibt halt daheim”.
Und ja … Man würde nicht jeden erreichen. Machen wir so oder so nicht.
Und ja “Kollateralschäden” gibt es dann auch. Gibt es so auch.
Es ist wirklich für mich einfach “das kleinere Übel”. Es ist nicht “gut” oder “generell besser”. Das ist nicht mein Standpunkt.
Er ist lediglich meiner Meinung nach das kleinere Übel. Und ja, da kann ich daneben liegen … Ich war auch sehr lange gegen Bildungspflicht und für Präsenzpflicht.
Aber was meinen Sie, wie lange das “so” noch flächendeckend funktioniert und funktionieren wird?
Entweder man “macht was” [sinnvollen + massiv Geld]. Oder nicht.
Und die Tendenz und Richtung ist momentan bitter. Die Zustände sind jetzt unter aller sau und werden tendenziell noch (deutlich!) schlechter. Machen wir uns doch nichts vor.
– Inklusionsförderungen gehen zurück derzeit an vielen Stellen
– DaZ/DaF … Hat immernoch massive Probleme – auch in den Kursen [Strukturell/Vorgaben]
– Deputate werden nicht weniger [Erhöhungen/Vollzeit]
– Schulbegleitungen werden reduziert [Modell von mehreren I-Kindern und eine Schulbegleitung als “Pool”]
– Geld wird weiterhin gespart und “reduziert”
– Rechte will man als Land nicht abgeben -> schränkt Geld und “Reichweite”/Reformen ein
– Schulleitungen sind unzufriedener und es gibt mehr Zwangsbesetzungen [Dienstälteste Beamte], nicht Besetzungen und Doppel-Schulen-SL
– Viele LuL sind unzufriedener [genauso wie Kinder und Eltern]
– System etc. steht mehr denn vor Corona etc. in Kritik und “Misstrauen”
– Multiprofessionelle Teams wird es weiterhin nicht geben .. Geld und Personalmangel als Gründe
– Kündigungen steigen weiterhin
-> Schauen Sie sich mal den Faktor der jeweiligen Bundesländer an … Absolut vielleicht nicht so “die Masse”, Faktoriell jedoch massivst. Dazu weiterhin hohe Abbrecherzahlen.
-> zeigt den Rahmen und die Zufriedenheiten und auch “die Wünsche”
– Viele LuL empfehlen den Beruf schlichtweg nicht mehr weiter [oft zurecht] und/oder eigene Kinder sehen das im privaten aktuellen Bereich und entscheiden sich (logischerweise) dagegen
– Dementsprechend kommend immer weniger Nachwuchs, wenn “wir” so “taktisch” weiter machen
-> Homeoffice ist eben gefragt aktuell. Flexibilität auch. Aufstiegschancen teilweise. “Jobhobbing” teilweise “Trend”. Verbeamtung immer weniger der Wunsch.
– Unzufriedenheit “ins/ans System” ist auch merkbar und “spürbar”
– Privatschulboom [ebenfalls steigende Tenzen]
-> das ist ein systemischer “Zwischenschritt” und logische Konsequenz aus dem Bildungssystem und unserer Politik
– Boomer gehen in Pension/Rente
-> Massive Kosten/Zahlungen
–> Wo wird man wohl wieder einsparen? Und wer hat “Schuld”? Wie wird das dann “gerechtfertigt”? Bin ich gespannt … Hab da meine Vermutungen
-> Massiver Abgang
–> Sind wir mal ehrlich auch hier … Nicht umsonst wird zur Zeit “gekördert” und “gefischt”
– usw.
Mal ganz im Ernst … Wie lange? Sitzt man das aus?
10 Jahre? 15 Jahre?
Bis alle ausgebrannt sind? Verschleißt?
Also ja … Ich stimme Ihnen zu. Bildungspflicht würde tatsächliche eine Katastrophe sein.
Die Frage ist für mich nur … Ist sie eine kleinere als die Präsenzpflicht aktuell und v. A. (!) künftig?
Und das bezweifel ich bzw. “hinterfrage” ich zumindest.
Aber da die Bildungspflicht sehr wahrscheinlich nicht kommen wird … Sehen wir ja zumindest die Auswirkungen und Wirkungen [und “Förderungen”] der Präsenzpflicht.
Warum wird Bildungspflicht (erstmal) nicht kommen?
-> Das wäre eben ein Eingestehen der Misstände im Bildungssektor, sowie der Politiker und Politik
–> Das ist absolut zu (ver)meiden … Komme was wolle. Ausbaden sollen und müssen es ja auch andere primär
–> Wahl- und Legislaturperioden
–> Bürokratische und rechtliche Hürde
–> “Systemwechsel” als Komplex
Also keine Angst … Wir sprechen ja hier nur von hypothetischer Bildungspflicht.
Die kommt wirklich nur als absoluter Notanker und mit Verweis auf Australien, Österreich und “Projekte”. Auch da brauchen wir uns/brauche ich mir nicht vor machen.
“Die Bildung ist jetzt schon am unteren Level angekommen, mit allen Nebenerscheinungen. ”
Haha. Habe gut gelacht.
Nein ist Sie nicht – meiner Meinung und Einschätzung nach. [Hoffen wir alle … Ich lieg daneben]
Warten wir doch ab … Die Tendenz ist der langsame Sinkflug. Aber man sieht ihn.
Kurzer Aufstieg war durch “Förderung” und “Testungen”.
Das wurde schon weitgehend in einigen Bezirken reduziert und teilweise “eingestellt”. Gut … Geht weiter. Und ohne Auftrieb – ists der Abtrieb.
“Schule ist für viele noch der einzige Rettungsanker.”
Das ist so. Auch hier haben Sie recht.
Schule ist für andere eher der Horror.
Die Lernumgebungen sind nicht immer “optimal” … Nennen wir es so.
Die “Flucht” ist steigend. Nachfragen an Privatschulen. Auch hier aber nicht immer “zufrieden/besser”. Auch das ist Teil der Realität.
Einige schlagen sich mit “aufmüpfigen SuS” rum. Einige Schulen haben massivste Hilfeschreihe bereits “abgegeben”.
Wo wollen wir denn hin? Wie? Und wie realistisch?
Das sind so paar Fragen ….
Und rein moralisch ist es auch das:
– Lieber SuS beschulen mit genug/besseren Ressourcen/Teilern usw. die tatsächlich ungestört lernen wollen
oder
– Alle und dabei eben auch massivste “Störenfriede” (versuchen zu) tragen … Soweit möglich
-> dafür eben anderen die Schulzeit “zur Hölle” machen
Es ist einfach eine Abwägung (für mich). Es ist keine “gute Lösung” – zugegeben.
Sie ist moralisch kritisierbar und fragwürdig – auch das. Den Punkt gebe ich.
Aber es ist vielleicht zumindest eine “bessere Katastrophe” als jetzt und v. A. künftig.
Wow, die Partei des kleinen Mannes. Und faktisch: Staat soll runter gewirtschaftet werden (hier die Schulen) und Privatschulen das staatliche System ersetzen. Weil die gegen Geld besser arbeiten können. Wow. Also Familien noch mehr belasten (woher kommt das Geld) und die Gutverdienenden noch mehr entlasten. Nochmals wow.
Scheußlich. Wer kann sich da morgens noch belügen, diese gesichert Rechtsextreme hätten irgendein Interesse an Deutschlands Zukunft, wären gar Patriot*innen?
Es erstaunt mich, dass vorher schon so viele Menschen ungebildet/ dumm/ hasserfüllt sind, bevor die Rechtsextremen die Bildung zu Grabe trugen
Die Schüler sollen dann einmal im Halbjahr zu Prüfungen ins Ministerium? Bin ich der einzige, der da laut loslacht? Die paar externen Prüfungen, die jedes Jahr in den Bezirksregierungen durchgeführt werden sind doch schon ein extremer Aufwand für die Dezernenten. Gut auf der anderen Seite würden viele Lehrerstellen frei werden, aber das zu planen wird eine Herausforderung, vor Allem wenn das Ministerium dann für die Überwachung der Schulpflicht zuständig ist.
Das ist auf jeden Fall der falsche Weg um die gravierenden Missstände im Schulsystem auf kommunaler-, bezirks- und länderebene anzugehen. Billig aber falsch uns ich glaube wir wissen alle, dass das System mit der aktuellen Bereitschaft vieler Eltern, sich an der Schulbildung ihrer Kinder zu beteiligen, auf jeden Fall scheitern wird. Wenn sie mit der Erziehung zu einem immer größer werdenden Teil schon so überfordert sind, dass die Schule das Meiste davon übernehmen muss, kann ich denen doch nicht noch die Bildung zusätzlich zumuten.
Außerdem hat die Coronaschließend meines Erachtens gezeigt, dass auch im Sinne von Kinder- und Jugendschutz die Schulpflicht extrem wichtig ist, wie sollen sonst Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt werden?
Am dem Punkt müsste ich auch lachen. Ein völlig absurder weltfremder Vorschlag, der nur zeigt, dass die AFD keine Ahnung von der Schul- und Bildungsrealität hat.
Echt, nur von der Schul- und Bildungsrealität? Schauen Sie noch einmal genauer hin.
AfD und Bildung schließt sich ja auch aus..
Auch auf das hier ein Shitstorm entsteht, ich kann diese Aussagen “Bereitschaft vieler Eltern, sich an der Schulbildung ihrer Kinder zu beteiligen” nicht mehr hören. Ich bin Mutti. Ich bin voll berufstätig in einer Behörde (oh weh und NEIN keine Beamtin). Ich verdiene nicht genug um auf meine Stunden zu reduzieren (ist auch nicht nicht gewünscht). Mein Arbeitszeitrahmen wurde angepasst. Wir liegen nun von 07:00-19:00 Uhr herrlich! Ich fange jeden Tag um 07:00 Uhr an. Mein Dienstschluss ist 15:30 Uhr, wenn ich Glück habe. Aber ach nein ich muss länger machen um meine Zeit reinzuarbeiten, damit ich Freitags zumindest die Chance habe mein Kind von der Schule abzuholen, damit sie nicht wie jeden Tag 45 Minuten warten muss bis der Bus kommt. Also bin ich regulär, wenn ich mal nicht einkaufen muss gegen 17:00 Uhr zu Hause. Was glaube Sie wie aufnahmefähig meine Tochter ist, wenn ich dann gegen 17:30 Uhr anfange und mit ihr noch irgendwelche Binomischen Formeln durchsprechen möchte (zumal das mein Gehirn nach fast 10h unterwegs sein auch nicht mehr wirklich mit macht). Aber ich möchte mich ja an der Schulbildung meines Kindes beteiligen. Also machen ich das zwischen Abendessen vorbereiten (wir haben zu Hause alle kein warmes Mittag, also koche ich Abends oder wärme Reste auf, Asche auf mein Haupt) Haushalt und Essenszeit. Meine Tochter ist genervt, weil sie vom Schultag fertig ist, sie ist genervt weil sie einfach ein Teenager ist und ihre Ruhe vor ihrer Mutter haben will und eigentlich ist alles doof und meine Nerven liegen dazwischen auch irgendwo blank. Denn zwischen dem ganzen muss noch organisiert werden wann Sie wie zu ihren Freunden kommt, ihren Hobbies nachgehen kann und eben auch etwas Zeit für die Familie ist. Wir leben auf einem Dorf der Bus fährt nun ja reden wir nicht drüber, so das meine Tochter auch hier auf uns angewiesen ist und ich teilweise echt arg an meiner Kotzgrenze bin. Aber wissen Sie was mich am meisten ankotzt sind genau diese Aussagen! Ich bin bereit, ich will, ich möchte auch gerne. Aber ich bin alt, die Hälfte versteh ich nicht mal was mein Kind lernen muss oder kann es gar nicht aussprechen. Warum werden wir Eltern immer als unfähig kein Bock oder ähnliches hingestellt. Ich sage auch nicht das alle Lehrkräfte an unserer Schule unfähig sind, nur weil meine Tochter mit der einen Lehrkraft besser klar kommt als mit der anderen oder bei dem einen den Stoff versteht und bei dem anderen nicht weil der andere Lernmethoden hat. Verstehen Sie mich nicht falsch aber es ist einfach verletzend all den Eltern gegenüber die jeden Tag ihr bestes geben und es doch nie ausreicht. Vielleicht sollte einfach mal alles überdacht werden ohne jedem den schwarzen Peter zuzuschieben sondern einfach mal gemeinsam vernünftige Lösungen zu finden. Sorry aber manchmal kommt es einfach über mich und da musste mal raus
Sie sind aber definitiv nicht gemeint, denn Sie scheinen eine alleinerziehende Mutter zu sein. Und dass es so doppelt schwierig ist, wissen wir wohl alle.
@heinz hat leider sehr allgemein formuliert. Ich denke, er meint eher Eltern, die nicht arbeiten und sich, obwohl sie Zeit hätten, nicht um ihre Kinder kümmern.
Wenn Kinder zuhause lernen sollen, müssen aber engagierte Eltern dafür sorgen, dass sie es auch tun.
Es geht nicht darum, dass Sie um 17:30 Ihrer Tochter irgendwelche Matheaufgaben zu erklären. Es reicht völlig aus, wenn Sie nachhalten, dass Ihre Tochter die Hausaufgaben gemacht hat. Falls nicht, soll sie Ihnen erklären, woran es lag.
“…und da musste mal raus”
Ist doch Ihr gutes Recht. Und in gewisser Weise habe Sie ja auch Recht.
“Warum werden wir Eltern immer als unfähig kein Bock oder ähnliches hingestellt.”
im allg. Austausch von Meinungen ist ein gewisses Maß an Verallgemeinerung unvermeidlich – als Stilmittel.
Man kann ja nicht ständig wissenschaftliche Langtexte verfassen, und jede Eventualität ausdifferenzieren, nur um ja niemanden auf die Füßchen zu treten.
Das “Eltern-Klischee” trifft ganz sicher nicht auf alle zu.
Aber als ein Phänomen, welches unseren Arbeitsalltag (teils gravierend) mitbestimmt ist es eben auch nicht wegzuleugnen.
Insofern darf man eben jene Verkürzung auf “die Eltern” auf keinen Fall persönlich nehmen.
Ich glaube nicht, dass es “einen Shitstorm” gibt.
Heinz hat ein systemisches Problem angesprochen. Die politische Unfähigkeit [hier der AfD].
Dazu Schule – Eltern [Erziehungsaufträge] als weiteres Problem.
Sie haben das ergänzt durch das systemische Problem der “Erziehung mit Vereinbarkeit von Beruf”. Das zeigt dich insbesondere häufig bei Alleinerziehenden. Dazu aber auch “generell” -> 2-3 Jobs/Nebenjobs, trotzdem kaum Geld und Zeit am Ende. Dazu strukturelle Probleme. [Dazu käme noch der generelle Gesellschaftliche Wandel und “Jugendtrends” – wie “Mediensucht/-konsum” .. Tiktok. Snapchat. “Social Media”. Dazu “Dauerbespaßung”/”macht mir (keinen) Spaß”/”warum…/ICH will aber …”. Der Zentrismus der Gesellschaft.]
Und dazu kommt dann das systemische Problem “Schule”. Also ein absolutes Mangelsystem, welches vieles abfangen soll – allerdings kaum Mittel und Ressourcen diesbezüglich gestellt werden.
Und so entsteht halt irgendwie “Frust auf mehreren Seiten”.
Vieles ist kein “Unwollen”, sondern “Überlastung”, “Unwissenheit” und “Überforderung”.
Hier eben auch wieder wichtig … Erwartungshaltungen.
Trotzdem …
“diese Aussagen “Bereitschaft vieler Eltern, sich an der Schulbildung ihrer Kinder zu beteiligen””
ist nicht unbedingt komplett falsch. Das gibt es halt.
Genauso, wie es Lehrer gibt, welche für den Beruf vielleicht nicht unbedingt “bestbesetzt” sind.
Auch das “müssen” wir Lehrkräfte immer und immer wieder lesen/hören. Daher ist eine Trennung und Abkapselung wichtig. Das lernt man oder nicht. Und muss man meiner Erfahrung und Meinung nach durchaus immer wieder selbst reflektieren und einordnen.
Das gilt für “alle Seiten”. Gerade bei “Pauschalisierungen”.
Fragen Sie sich: Strengen Sie sich an? Meinen Sie es gut? Versuchen Sie es?
Und Sie sind meistens nicht davon betroffen.
Es gibt (leider) auch einige andere Eltern. Diese sollten sich eben auch solche Fragen stellen … Und ehrlich sein.
Genauso wie Lehrkräfte halt auch.
Alles sind “nur” Menschen. Aktuell zumindest.
Normalerweise (so sehe ich das zumindest):
Eltern
– Erziehung (Primäraufgabe der Eltern)
– Bildung (Sekundäraufgabe der Eltern – soweit möglich und zumutbar jeweils – hier “wird xy erledigt?” – das sollte tatsächlich allen möglich sein + ggf. “Nachfrage an Schule”)
– Kommunikation mit Schule (Primäraufgabe)
Lehrkräfte
– Erziehung (Sekundäraufgabe – je nach Schulart ggf. auch Teil-Primäraufgabe)
– Bildung (Primäraufgabe – “Ist es auch richtig gemacht worden?” + ggf. Feedback an Eltern)
– Kommunikation mit Eltern (Primäraufgabe)
– Förderung – soweit möglich an der Schule/für LuL (Verdachte, Beratung, Förderstunden, Therapie)
Jetzt prallen eben oft zwei “Mangelsysteme” (systemisch) aufeinander …
Das kann nicht klappen.
Je besser “bei einer/bei beiden ‘Seiten’ ” die Rahmenbedingungen, desto mehr kann/muss ausgeglichen werden.
Also bspw. liest man dann eben so (pauschale) Sätze:
– Ich muss sowieso meinem Kind alles nach der Schule selbst lernen/beibringen
– Was machen die faulen Säcke da überhaupt?
– Eltern machen gar nichts, können nicht mal ihre eigenen Kinder erziehen
– Eltern wollen gar nichts machen, nur bespaßen/Kumpel sein
Und die Realität ist eben oft “dazwischen”. Pauschal ist das immer falsch. Geben “tut” es alles. Und zack … Dabei.
Mein ernsthafter gut gemeinter Rat: “Lernen/Versuchen Sie das einzuordnen und (sich) abzugrenzen.”
Vieles ist tatsächlich auch ein systemisches und gesellschaftliches (Wandel) Problem. Das muss – und kann – man verstehen. Muss man aber leider oft hart erst lernen meiner Erfahrung nach.
Wie löst man das ? Das weiß man theoretisch – auch die Politik. Geld. Ressourcen. Rahmenbedingungen.
Warum wird das nicht gemacht? Legislaturperioden/Wahlperioden, “Bildungspolitik” ist ganz heiß … Und leider langfristig. Die politische Denkweise hingegen nicht. Machtgefüge und Machtpositionen/Hierarchien. [Zeigt sich an Länderrechte vs. Bundesrechte, Feriendiskusionen – Sommerferien, Rechte und Pflichten usw. usf.]
Dazu Bürokratien und Gesetze. Zuständigkeiten ebenfalls.
Was “gemacht gehört” … Weiß man ja. Wird nur nicht gemacht.
Und so ist man in einer “Wirtschaftliche gestützten Abhängigkeit” von Eltern/Leute müssen (lange/mehr) arbeiten. Systemisches Problem im “Elternhaus”.
Und auf der anderen Seite “zu wenig Ressourcen und massiver Mangel im Bildungsbereich”.
Wann fällt das “Kartenhaus” ein?
Das ist ein schleichender Prozess. Das zieht sich für gewöhnlich. Daher agiert Politik auch nur bedingt und nach “am Rand”.
Wann bricht es denn aber ein?
Naja … Wenn 1-2 Generationen jetzt “leiden” und man das tatsächlich im “Wirtschaftsbereich” spürt.
Heißt konkret: Noch mehr Beschwerden der Unternehmen. Problem der Stellenbesetzungen und Eignungen. Wirtschaftlicher “Downfall”. Hier sind wir noch nicht. Das zieht sich. Bis dahin sind aktuelle Politiker auch raus.
Die Boomergeneration hat zudem – immer mehr – einen Verschnellerungseffekt.
Aktuell:
– Elternhäuser oft Überlastet [juckt nicht, solange nicht wirklich deutlich spürbar]
– Kitas/Kindergärten massiv überlastet [och, bis die in die Wirtschaft kommen .. das dauert. Vertagt man]
– Grundschule [massiv spürbar … Auch hier .. dauert es]
– Weiterführende Schulen [“noch leistbar” – hier kommen aber schon “Beschwerden” -> Ausbildung/Berufsschulen/Unternehmen/Uni/Hochschulen – nimmt man in Kauf]
– Berufsschulen [sowieso starker Mangelbereich oft … Hier werden Beschwerden zunehmend mehr. Mit Betrieben gemeinsam.]
Schaun wir mal … 10-15 Jahre?
Was könnte man machen:
– Bildungsebene Länderrechte zum Teil abgeben und auf Bundesebene heben -> gemeimsame Abschlüsse. Planung bis “1. Abitur” -> 15 Jahre.
– Massiv Ressourcen, PR, Personaleinsatz, Attraktivität steigern im Erziehung-/Bildungssystem
Problem: Siehe oben.
Könnte von mir kommen, bin zwar männlich und meine Frau arbeitet nur 50% als Lehrerin, aber hier geht es mit 3 Kindern in der Grundschule genauso. Die Belastung für Familien ist massiv gestiegen, will nur keiner sehen. Ihnen viel Kraft und Kopf hoch!
Ich bin kein Verfechter von Homeschooling , aber ich denke schon lange nach, ob Schulpflicht immer sinnvoll ist.
Wenn ich an Zaristisches Russland denke, durften die “adlen” Kinder ab 10 Jahren aufs Gymnasium gehen, mussten aber schon lesen, schreiben, ein bisschen Arithmetik können, was sie am meistens zu Hause gelernt haben (natürlich von Heimlehrern).
Heute gibt es auch Menschen, die sich leisten können, selber ihren Kindern Grundschul-Basiskenntnisse beizubringen oder jemanden das machen zu lassen.
Ich habe von einigen Eltern gehört, dass ihre Kinder, wenn sie schon lesend (und sogar schreibend) in die Grundschule kommen, sich langeweilen, weil Lehrer leider keine Zeit haben, sie zu fordern. Oder es kann Probleme bei der Disziplin und Lautstärke in der Klasse geben, Kinder werden gestsresst und bewegen sich im Stoff nur langsam voran.
Also meine Frage ist: welche Nachteile entstehen würden, wenn man in einigen wenigen Fällen in der Grundschule (oder in den ersten 2 Klassen) die Schulpflicht durch die Bildungspflicht ersetzen würde? Vielleicht im Fall von den Schulen, die Brandbriefe and die Regierung schreiben? Oder da, wo wie in Gräfenauschule in Ludwigshafen etwa ein Drittel des Jahrgangs wegen fehlender Deutschkenntnisse die Klasse wiederholen musste? Also in den Fällen, wo das Kind vielleicht benachteiligt sein kann.
Würde es den Zustand in den Schulen nur verschlechtern? Oder könnte es manchmal auch gut sein?
In meiner Heimat ist die Homeschooling in Ausnahmesituationen möglich: aus medizinischen Gründen, bei Hochbegabung, aus familiären Gründen, wenn Eltern zum Beispiel viel reisen müssen. Diese Möglichkeiten benutzen nur wenige, es ist kein verbreitetes Phänomen geworden.
“… welche Nachteile entstehen würden, wenn man in einigen wenigen Fällen in der Grundschule (oder in den ersten 2 Klassen) die Schulpflicht durch die Bildungspflicht ersetzen würde?”
Gerne das Bundesverfassungsgericht dazu hören:
“Der staatliche Erziehungsauftrag richte sich nicht nur auf die Vermittlung von Wissen, sondern auch auf die Heranbildung verantwortlicher Staatsbürger, die gleichberechtigt und dem Ganzen gegenüber verantwortungsbewusst an den demokratischen Prozessen in einer pluralistischen Gesellschaft teilhätten. Soziale Kompetenz im Umgang auch mit Andersdenkenden, gelebte Toleranz, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung einer von der Mehrheit abweichenden Überzeugung könnten effektiver eingeübt werden, wenn Kontakte mit der Gesellschaft und den in ihr vertretenen unterschiedlichen Auffassungen nicht nur gelegentlich stattfänden, sondern Teil einer mit dem regelmäßigen Schulbesuch verbundenen Alltagserfahrung seien. Daher sieht das BVerfG die Schulpflicht auch in einem angemessenen Verhältnis zu dem Gewinn, den die Erfüllung dieser Pflicht für den staatlichen Erziehungsauftrag und die hinter ihm stehenden Gemeinwohlinteressen hat.” Quelle: https://www.pedocs.de/volltexte/2019/12724/pdf/Schulpflicht_SchVw_HeRPPDF_A.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Denken Sie, dass das Absetzen von Schulpflicht – nicht pauschal, sondern in einigen Fällen – den Gemeinwohlinteressen im Weg stehen würde? Oder würde es auch dem Kindeswohl dienen – zb bei Angststörungen oder bei Hochbegabung?
Bei Erkrankungen ist das auch jetzt schon möglich. Informationen gibt es hier: https://www.bundestag.de/resource/blob/918406/aa2ed7ef4641e164bad8e14bdfa0c94b/WD-8-055-22-pdf-data.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es gibt Länder in Europa, die eine Bildungspflicht haben und die rotzdem demokratisch sind. Man könnte auch argumentieren, dass die Schulpflicht den Nationalsozialismus nicht verhindern konnte. Das Problem ist, dass reine Bildungspflicht in Deutschland seit 100 Jahren keine Tradition mehr hat und dadurch auch keine Strukturen.
Für Kinder, die schon frühzeitig lesen, schreiben und rechnen können, gibt es auch die Möglichkeit eine Klasse zu überspringen Das Enkelkind einer Freundin wurde mit einem anderen Kind von der 1. gleich in die 3. Klasse versetzt (auf anraten der Lehrerin, da beide Schüler sich schon in der 1. Klasse langweilten – übrigens beides Kinder mit Migrations-Hintergrund). Beide Kinder fühlen sich in der 3. Klasse sehr wohl.
Nicht für jedes Kind ist Schule geeignet um den besten Lernerfolg zu haben. Das wissen wir als Lehrer schon immer.
Und mit mobbinggeplagten Kindern, extremen Unterrichtsausfall und dem jetzt seit Jahren immer schlechter werdenden Ressourcen durch den Staat ( Lehrermangel, Bausubstanz, Quereinstieg, etc). ist es zumindest eine Möglichkeit das Bildungssystem anders zu denken.
Wichtig wäre aber zentrale Prüfungen um sicherzustellen, dass die Bildungspflicht von den Eltern auch umgesetzt wird.
Insgesamt aber ein Vorschlag, der auch wenn er von der AfD kommt, nicht gleich deshalb verworfen werden sollte.
Diese Defizite in den Schulen lassen sich alle beheben, wenn man die Gelder vernünftig einsetzt.
Und Bildungssystem anders denken, das klingt so nach Umsturz. Mir reichen schon die undurchdachten Reformen, die da ständig vom grünen Tisch kommen. Hat eher geschadet. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit vernunftbasiertem und pragmatischen Denken statt dieser erziehungswissenschaftlichen Spinnereien? Schule muss wieder Schule werden, es handelt sich hier nicht um ein Wellnesshotel, das die individuellen Befindlichkeiten der Schüler berücksichtigt. Aber dies wird den Schülern immer mehr suggeriert.
Na ja, dann wird Bildungserfolg vom Geldbeutel abhängig. Damit bekommt man also nur als “gutverdiener” das Problem aufgefangen. Der Rest geht noch weiter unter.