Start Leben Leistungsgerecht? Von wegen: Soziale Herkunft entscheidet immer stärker über Bildungschancen und Einkommen

Leistungsgerecht? Von wegen: Soziale Herkunft entscheidet immer stärker über Bildungschancen und Einkommen

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MÜNCHEN. Eine neue Studie des ifo Instituts zeigt, dass soziale Mobilität in Deutschland deutlich abgenommen hat. Der wirtschaftliche Status der Eltern bestimmt heute stärker als früher, wie viel Kinder später verdienen. Die Befunde passen zu aktuellen Analysen über ungleich verteilte Bildungsinfrastruktur – und stellen das Leistungsversprechen des deutschen Bildungssystems grundsätzlich infrage.

Unvermischbar: Öl auf Wasser. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Der soziale Aufstieg in Deutschland ist schwieriger geworden. Kinder aus einkommensarmen Familien bleiben als Erwachsene häufig arm, während Wohlstand aus wohlhabenden Elternhäusern in vielen Fällen weitervererbt wird. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie von Wirtschaftswissenschaftlern des Münchner ifo Instituts, über die die Zeit berichtet. Die Analyse zeigt, dass die Abhängigkeit des späteren Einkommens vom Elternhaus seit den 1970er-Jahren deutlich zugenommen hat – und inzwischen ein Niveau erreicht, das mit den Vereinigten Staaten vergleichbar ist.

Die Forscherinnen und Forscher Julia Baarck, Moritz Bode und Andreas Peichl stützen sich auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die es erlauben, Einkommensverläufe von Eltern und ihren erwachsenen Kindern über mehrere Jahrzehnte hinweg miteinander zu verknüpfen. Erfasst werden Geburtsjahrgänge von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Gesellschaft, in der Herkunft wieder stärker über Lebenschancen entscheidet.

Konkret zeigt die Studie: Wer in einem Haushalt aufwächst, der zum untersten Viertel der Einkommensverteilung gehört, landet später in vier von zehn Fällen selbst wieder im unteren Einkommensbereich. Nur etwa zehn Prozent dieser Kinder schaffen es in die Spitzengruppe der Einkommen. Umgekehrt bleiben Kinder aus wohlhabenden Familien häufig auch im Erwachsenenalter wohlhabend. Rund 44 Prozent der Kinder aus dem obersten Einkommensviertel gehören später ebenfalls zur obersten Einkommensgruppe, drei Viertel bleiben zumindest in der oberen Hälfte der Einkommensverteilung.

Um soziale Durchlässigkeit vergleichbar zu machen, verwenden die Autoren einen Mobilitätsindikator auf einer Skala zwischen null und eins. Ein Wert von null steht für maximale Durchlässigkeit, bei der das Einkommen der Eltern keinerlei Einfluss auf die Einkommensposition der Kinder hat. Ein Wert von eins würde bedeuten, dass alle Kinder exakt die Einkommensposition ihrer Eltern einnehmen. Für Deutschland lag dieser Wert in den frühen 1970er-Jahren noch zwischen 0,1 und 0,2. Für die in den 1980er-Jahren geborenen Kohorten liegt er inzwischen oberhalb von 0,3.

In der Studie heißt es dazu: „Wir stellen fest, dass die relative intergenerationale Einkommensmobilität im Zeitverlauf deutlich zurückgegangen ist und inzwischen ein Niveau erreicht, das mit den USA vergleichbar ist.“ Weiter schreiben die Autoren: „Der Grad, zu dem die Position eines Kindes in der Einkommensverteilung durch das relative Einkommen der Eltern bestimmt wird, ist für in den 1980er-Jahren geborene Kohorten deutlich höher als für diejenigen der späten 1960er- oder frühen 1970er-Jahre.“

„Basierend auf unseren Schätzungen scheint die Einkommensmobilität in Deutschland mit der in den USA vergleichbar zu sein“

Damit widersprechen die Ergebnisse älteren Studien, die Deutschland lange eine deutlich höhere soziale Durchlässigkeit als den Vereinigten Staaten attestiert hatten. Nach Einschätzung des ifo-Teams beruhten diese Befunde jedoch auf älteren Geburtsjahrgängen und konnten den seit den 1980er-Jahren einsetzenden Rückgang der Mobilität nicht erfassen. „Basierend auf unseren Schätzungen scheint die Einkommensmobilität in Deutschland mit der in den USA vergleichbar zu sein“, halten die Autoren fest.

Als zentrale Erklärung für diese Entwicklung identifiziert die Studie die zunehmende soziale Ungleichheit beim Bildungserfolg. Zwar wurde der Zugang zu höherer Bildung seit den 1970er-Jahren politisch (von SPD-geführten Regierungen) gezielt ausgeweitet, insbesondere durch die Einführung des Bafögs und den Ausbau der Hochschulen. Doch von dieser Bildungsexpansion profitierten vor allem Kinder aus mittleren und oberen Einkommensschichten.

„Wir schlagen einen steiler werdenden Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und dem Bildungsabschluss der Kinder als unmittelbare Erklärung vor“, schreiben die Forscher. Übersetzt bedeutet das: Der Bildungserfolg ist im Zeitverlauf stärker von der sozialen Herkunft abhängig geworden – trotz staatlicher Bemühungen, den Hochschulzugang zu öffnen. Besonders deutlich wird dies beim Hochschulabschluss. Während sich der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker unter Kindern aus einkommensstarken Familien deutlich erhöht hat, blieb er im untersten Einkommensviertel nahezu unverändert.

In der Studie heißt es wörtlich: „Während sich der Anteil der Kinder mit Hochschulabschluss im untersten Viertel der Einkommensverteilung der Eltern im Laufe der Zeit kaum verändert hat, hat er sich bei Kindern aus einkommensstärkeren Familien etwa verdoppelt.“ Die Bildungsexpansion habe somit zwar den Aufstieg für die Mittelschicht erleichtert, die unteren sozialen Gruppen jedoch kaum erreicht.

Hinzu kommt, dass politische Weichenstellungen in den 1990er-Jahren den Trend verstärkt haben könnten. Die Autoren verweisen auf Änderungen beim bedarfsabhängigen BAföG, durch die der Zugang zur Studienfinanzierung zeitweise erschwert wurde. Diese Entwicklung habe insbesondere Kinder aus einkommensschwachen Haushalten getroffen und damit die soziale Selektivität im Bildungssystem weiter erhöht.

Bemerkenswert ist zudem der Zusammenhang zwischen sozialer Mobilität und wachsender Einkommensungleichheit. Die Studie zeigt, dass der Rückgang der intergenerationalen Mobilität zeitlich mit dem Anstieg der Einkommensungleichheit in den 1990er- und 2000er-Jahren zusammenfällt. Die Autoren sprechen von einer „intertemporalen Great-Gatsby-Kurve“: Nicht nur seien die Abstände zwischen den Einkommensgruppen größer geworden, auch die Chancen, diese Abstände zu überwinden, hätten sich verschlechtert.

Zusätzlich verweisen die Forscher auf Befunde zur sogenannten absoluten Mobilität. In einer weiteren Studie habe sich gezeigt, dass der Anteil der Kinder, die real mehr verdienen als ihre Eltern, von 81 Prozent für die Jahrgänge 1962 bis 1966 auf 59 Prozent für die Jahrgänge 1984 bis 1988 gesunken sei. Zusammengenommen, so die Autoren, zeichne dies „ein eher pessimistisches Bild der Chancen von Kindern in Deutschland“.

Diese Befunde lassen sich kaum losgelöst vom Bildungssystem betrachten. Denn Bildung ist der zentrale Mechanismus, über den sich soziale Herkunft in spätere Einkommensunterschiede übersetzt. Genau hier setzen auch jüngste Analysen zur Verteilung von Bildungschancen in Deutschland an. Wie News4teachers gestern berichtete, zeigt eine umfangreiche Datenanalyse der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass Schulen und insbesondere Gymnasien überdurchschnittlich häufig in wohlhabenden Wohngegenden angesiedelt sind. Kinder aus ärmeren Vierteln haben vielfach längere Schulwege – und schon deshalb geringere Chancen, überhaupt ein Gymnasium zu besuchen.

„Die entscheidenden Faktoren für die Bildungschancen von Kindern in Deutschland sind Bildung und Einkommen der Eltern“

Bereits der ifo-Chancenmonitor aus dem Jahr 2023 hatte offengelegt, wie stark der Gymnasialbesuch vom Elternhaus abhängt. Die Wahrscheinlichkeit reicht demnach – je nach Bildung, Einkommen und Familiensituation der Eltern – von gut 20 bis über 80 Prozent. „Die entscheidenden Faktoren für die Bildungschancen von Kindern in Deutschland sind Bildung und Einkommen der Eltern“, hatte ifo-Bildungsökonom Prof. Ludger Wößmann erklärt. Der nun vorgelegte Befund zur sinkenden Einkommensmobilität zeigt, welche langfristigen Folgen diese Ungleichheiten haben.

Wenn Bildungsangebote räumlich und sozial ungleich verteilt sind, verfestigen sich Unterschiede nicht nur im Schulalltag, sondern über ganze Erwerbsbiografien hinweg. Die neue Studie macht deutlich, dass diese Mechanismen inzwischen messbare Auswirkungen auf die gesellschaftliche Durchlässigkeit insgesamt haben. Leistung allein reicht immer seltener aus, um die soziale Position der Eltern zu überwinden.

Damit rückt die Frage nach Leistungsgerechtigkeit in ein neues Licht. Zwar gilt das deutsche Bildungssystem offiziell als leistungsorientiert, tatsächlich aber sind die Startbedingungen so ungleich, dass von gleichen Chancen kaum die Rede sein kann. Die Ergebnisse des ifo Instituts legen nahe, dass Deutschland sich zunehmend zu einer Gesellschaft entwickelt, in der vor allem soziale Herkunft über Lebenswege entscheidet – mit Folgen, die die Schulen direkt betreffen, aber weit über das Bildungssystem hinausreichen.

Denn die Entwicklung ist offensichtlich spürbar und führt bei jungen Menschen bereits zu Ernüchterung. Eine aktuelle Umfrage des Ludwig-Erhard-Forums (über die die tagesschau berichtet) zeigt, dass 41 Prozent der befragten 18- bis 25-Jährigen nicht daran glauben, dass sie es durch Fleiß und harte Arbeit in Deutschland einmal besser haben können als die Elterngeneration. Nur 16 Prozent sind noch absolut davon überzeugt, dass der soziale Aufstieg gelingen kann. Der Studie zufolge haben ein Drittel der Befragten schon mal darüber nachgedacht, Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen zu verlassen. Ebenfalls ein Drittel gibt an, dass sich die Motivation, sich mit den eigenen Fähigkeiten einzubringen und das Land voranzubringen, in den vergangenen drei Jahren nachgelassen habe.

Studienleiter Prof. Stefan Kolev untersucht in regelmäßigen Abständen das Wohlstands-Gefühl junger Menschen. Er warnt vor gravierenden Folgen des sich ausbreitenden Pessimismus: „Entweder man verlässt Deutschland oder man bleibt in Deutschland, aber man zieht sich in so eine Art innere Migration zurück. Und diese innere Migration bedeutet, dass man nicht besonders aktiv ist in der Zivilgesellschaft oder in der Wirtschaft, dass man sich in so eine Art Schneckenhäuschen zurückzieht und sagt, ich mache Dienst nach Vorschrift.”

Zu ergänzen wäre: eben auch schon beim Lernen in der Schule. News4teachers 

BildungsUNgerecht: Gymnasien und Kitas stehen häufiger in wohlhabenden Gegenden – Daten zeigen systematische Schieflage

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Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Wir betreuen zu gut 85% Kinder aus einkommensschwachen Familien mit wenig Bezug zu Bildung. Davon haben die allermeisten Haushalte gemein, dass man darin keine Bücher findet, wohl aber die neuesten technischen Errungenschaften des Handy- und Tabletmarktes. Interessant ist also, in was genau das geringe Einkommen der Eltern investiert wird.

Bildung und Schule werden häufig nicht ernst genommen. Gerade in einkommensschwachen Familien finden wir vermehrt Schulabstinenzler wieder. Und hier schließt sich ein Kreis, aus dem diese Familien teilweise gar nicht ausbrechen wollen. Das mag paradox klingen, doch die Welt dieser Menschen ist recht einfach. Daher finden sich unter ihnen auch viele AfD-Wähler.

Ist hier ein Muster erkennbar?

Bildung muss nicht nur beim Kind, sondern auch irgendwie bei den Eltern ansetzen. Das Bewusstsein dafür, das eigene Kind richtig zu fördern und zu fordern, es zum Lesen zu animieren, es dazu zu bringen, sich in einem Verein zu engagieren – häufig fehlen genau diese Dinge in einkommensschwachen Familien. Coaches würden vom falschen “Mindset” sprechen. Dabei sind Bücher wesentlich günstiger als das neue iPhone. Aber Junior hat keine Lust aufs Lesen und möchte lieber auf dem Pausenhof mit den neuesten Geräten strunzen.

Schule kann nicht alles kompensieren, was im Elternhaus versäumt wird, auch wenn dies gerne suggeriert wird. Wie viele Programme und Schulreformen gab es in den letzten Jahren? Nichts hat sich verbessert, also wäre es nun an der Zeit, sich komplett andere Maßnahmen zu überlegen – auch außerschulische und auf die Erziehungsberechtigten bezogen.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Weitere Frage, die mich immer wieder umtreibt: Warum sollte sich eine Familie/ein Jugendlicher mit überproportionalem Aufwand für Bildung engagieren, wenn man immer wieder weich fällt, wenn man nichts tut?

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Richtig. Man kann das auch so lesen, dass die soziale Hängematte des Staates zu bequem gestaltet wird.
Aber in den USA ist das meines Wissens nicht der Fall, und dort ist die Aufstiegschance anscheinen auch nicht gut…
Vielleicht hinkt der Vergleich mit den USA, die nicht nur ein anderes soziales Netz haben als wir, sondern auch ein anderes Bildungssystem.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Vom Tellerwäscher zum Millionär?

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Man braucht nur eine Ehe und mindestens vier Kinder. Zack, fertig auch ohne Arbeit ein Nettoeinkommen von nicht weit weg von A14.

Hanni
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Ist noch Platz am Lehrer-Stammtisch?

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Naja, aber die AUSGABEN steigen dann ja auch. Also das Dingens hinkt gewaltig.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

In den meisten Ländern dieser Erde sind Studienkosten ein großes Hindernis. Dass die universitäre Ausbildung kostenlos und auch ziemlich vergleichbar an allen Unis ist, gibt es nicht oft. Wer in den USA, aber auch zB Kanada studieren will, zahlt heftige Studiengebühren, verschuldet sich dafür und darf dann lange abzahlen.
Wer ein lukratives Studium wie Medizin absolvieren möchte, hat hohe Hürden zu überwinden. In Kanada beispielsweise muss man einen Bachelor-Studienabschluß in einem Fach vorlegen bevor man sich für Medizin überhaupt bewerben kann. Und danach sind die Aussichten auf einen Studienplatz noch geringer als in Deutschland. Und selbstverständlich zahlt man auch in Kanada heftige Studiengebühren, wiewohl es staatliche Programme für Eltern gibt, die frühzeitig Geld fürs Studium der Kinder zurücklegen (Steuererleichterungen, zinsvergünstigte Zuschüsse).

Und selbstverständlich brauchen die Kinder gute Noten. Die wiederum hängen von der Kombi Intelligenz und Anstrengungsbereitschaft ab. Zumindest Anstrengungsbereitschaft ist keine angeborene Charaktereigenschaft sondern muss eingeübt und gefördert werden in? Richtig: der Herkunftfamilie. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Genau DAS!

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie meinen, dass Bildung in Deutschland keinen sozialen Aufstieg ermöglicht?
Da in meiner Heimat Bildung ein guter sozialer Lift war, versuche ich zu verstehen, was in Deutschland anders sein soll.

JonasG
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Weil wir mal einen Grundkonsens in der Gesellschaft hatten (auch bedingt durch Aufklärung), dass Bildung Freiheit bedeutet. Freiheit zum eigenen Denken, Freiheit vor einem Herren, Freiheit sich zu entfalten.
Es geht nicht nur ums Geld. Abgesehen davon führt hohe Bildung natürlich zu höherem Einkommen.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ausbildung bedeutet nicht immer einen guten Einkommen. In meiner Heimat sind Ärzte und Lehrer fast am schlechtesten bezahlte Jobs. Und trotzdem geben sich Kinder viel Mühe, Diplome zu kriegen, weil es doch Perspektiven gibt, man was gutes tut und im schlimmsten Fall kann man dahin auswandern, wo man geschätzt wird.
“Förderung von bildungsfernen Schichten” ist meiner Meinung nach unmöglich ohne mehr Disziplin seitens Familien oder mehr Druck seitens Schule, wo einzige Kinder öfter nacharbeiten müssen mit der Unterstützung von den Lehrern/Klassenkameraden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmm, wenn ich Opossums Beiträge richtig verstanden habe, wurde er zu Sowjetzeiten in der UdSSR sozialisiert. Das damalige Bildungssystem ermöglichte, wie in der DDR, besonders den Kindern aus Arbeiter- und Bauernfamilien den sozialen Aufstieg.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die politischen Seilschaften sind ein besonderes Thema, deshalb kommen ja so viele unfähige Leute an Posten. Aber der persönliche Aufstieg ist ein anderes Thema und hat viel mit Befähigung und Motivation bzw. Leistungsbereitschaft zu tun, pfeif auf die politische Nähe. Kotzt mich alles nur noch an. Die wahren Performer haben die Energie, ihr Ding durchzuziehen, ohne das Pampern von Günstlingen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Muss jeder Millionär werden? Wäre es nicht erst einmal ausreichend, sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können und zu wollen?

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die ist eh Illusion! Und die Tradierung dieses Märchens wird nichts verbessern!

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Oh Mann ……. natürlich wird nicht jeder Tellerwäscher Millionär, und natürlich geht die Schere arm-reich in Amerika wie überall stark auseinander, aber das ist eine Konsequenz des ungezügelten Raubtierkapitalismus, und dass man Geld mit Geld, ohne Wertschöpfung für die Gesellschaft, immens vermehren kann. Da liegt der große Fehler.
Es gibt aber sicher Fälle (mir sind einige bekannt), die aus einfachen Verhältnissen mit einer Idee, mit Mut und Disziplin und vor allem ungebremster Eigeninitiative eine Weltfirma aufgebaut haben. Und diese Eigenschaften fehlen den Meisten, aber es ist möglich, auch ohne Vitamin B.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Dazu brauche ich aber nicht den Leistungsgedanken, schlechter Vergleich.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Na dann ran an den Speck! Der Leistungsgedanke muss wieder etwas gelten! Die “Eliten” sollten gefördert werden (und alle anderen auch!!!)

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Genau. Ich habe das Ende der UdSSR und den Beginn von Freiheiten in Belarus erwischt.
Schulen waren leistungsorientiert. Studium machte ich schon in Zeiten, wo es kaum politischer Ideologie gab und die auch gar nicht ernst genommen wurde. Man hatte Stipendien je nach Leistung bekommen und günstigen Platz im Studentenzimmer.

Die Hälfte von Dozenten und Professoren in meiner Abteilung waren aus Bauern-/Arbeiterfamilien. Man musste nicht nah an Politik sein, um Professor zu werden. Politische Ideologie war eher eine Formalität.

Viele Firmen wurden gegründet und hatten es nicht schlecht, es sei denn sie wollten Politik beeinflussen. Viktor Babaryko, der vor kurzem befreit wurde, hatte einen sehr guten sozialen Aufstieg, obwohl er aus Arbeiterfamilie stammte.

Für mich war es schon ein sozialer Aufstieg, dass ich für mich selber versorgen konnte und sogar Geld für Reisen hatte, weitere Ambitionen hatte ich nicht. Aber viele von meinen Freunden, ex Kollegen wurden Leiter/Manager von Abteilungen verschiedener Größe. Ja, es wird schwer, ganz hoch zu klettern, aber muss man?

Deshalb überraschen mich immer wieder Gespräche über Bildungsungerechtigkeit hier in Deutschland. Ist es viel anders, als es bei uns war? Oder bin ich in einem Elfenbeinturm groß geworden und habe vieles nicht gemerkt?

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Sie schreiben ein hervorragendes Deutsch, Kompliment!

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Meine Heimat ist Belarus. Der Unterschied existiert. Und dank der Bildung konnten meine Klassenkameraden und ich eine Hoffnung zu kriegen, aus der Armut rauszusteigen.
Deshalb möchte ich gern verstehen, was soll anders in Deutschland sein, dass Sie meinen, es wäre hier in Deutschland für sozialbenachteiligte Schicht nicht der Anstrengungen Wert sein.

Susanne M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Ich wohne in einem vierstoeckigen Mietshaus. Der Großvater meiner Vermieterin, die schon eine alte Dame ist, war vor dem zweiten Weltkrieg Werksmeister und hat es gebaut.
Welcher Facharbeiter könnte das heutzutage noch leisten?
Die meisten Menschen krebsen herum, es reicht für Konsum, aber nicht für wirkliche Investitionen.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Er hat doch im Grunde Recht. Elternhäuser, die die Bedeutung von Bildung verstanden haben, fördern und fordern ihre Kinder in der Regel mehr als solche, die das nicht verstanden haben. Und es dürfte nicht wundern, dass diese Eltern dann auch häufig(er) gut bezahlte Jobs haben. Es gibt fast unzählige Hilfsangebote von der Buchausleihe, über kostenlose Kurse für Kinder an z.B. der Uni Mannheim (Sommerakademie für Grundschüler) und Ganztagsbetreuung. Man muss sie halt nutzen (wollen).
Eltern, denen Bildung nicht wichtig ist, haben relativ oft Kinder, denen Bildung ebenfalls nicht wichtig ist. Wer ernsthaft glaubt, diesen Effekt ausschalten zu wollen, muss die Kinder nicht nur ganztags, sondern Schuljahrweise in Internate stecken.
Im Kern bleibt es jedoch dabei: Das Elternhaus muss mit ziehen. Aus der Verantwortung kann man Eltern nicht raus lassen.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin S

Genau DAS aber wird seit Jahren versucht! Alle sind in der Verantwortung! Politiker, Kita-Erzieher- Lehrer, Bildungs”experten” – nur nicht die Eltern! Dabei steht es ganz klar im Grundgesetz: Die Erziehung der Kinder ist das zuvörderste Recht der Eltern – UND IHRE PFLICHT! Letzteres wird allerdings gern “vergessen”. Da steht auch “Eltern” – nicht “Mütter”! Also die Herren – auf gehts!

Feli
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

Leider aber hat die Politik den Eltern über Jahre hinweg eingeredet, dass Kitas, Schulen und auch Krippen den Kindern eine viel bessere Bildung böten als die Eltern. Und warum das Ganze?
Man wollte die Quote der berufstätigen Frauen erhöhen und ihnen durch einen angeblich viel besseren Dienst am Kind die Erziehung (möglichst ganztägig) abnehmen.
Erst heute, wo kaum mehr zu leugnen ist, dass die staatliche Erziehung nicht auf die Mitarbeit der Eltern verzichten kann, wird nach deren Pflichten gerufen und so getan, als seien sie diejenigen, die versagten.

Fazit: Die politisch gewollte Überschätzung der staatlichen Bildung und Erziehung hat die Eltern im Laufe der Zeit gezielt veranlasst, ihre Erziehungspflicht peu à peu zu “vergessen”.
Ich wünschte mir, dass jahrzehntelange falsche Eriehungsideologien von lebenfremden oder einäugigen Experten und Politikern auf der Anklagebank säßen statt einzelne Erziehergruppen, zu denen auch die Eltern gehören. Kitas, Schulen oder Elternhäuser sitzen im selben Boot und sollten sich nicht gegenseitig ein Versagen vorwerfen, das ganz andere zu verantworten haben.

Fraup
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Damals waren die Menschen, denen man Chancengerechtigkeit zukommen ließ, nicht bildungsfern! Dies ist schon ein Unterschied.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Es tut mir leid, aber ich habe wieder ein Verständnisproblem:
Also – “wirtschaftliche Existenzsicherung” ist klar. Gute Schulbildung und Berufsausbildung sind dafür wichtige Voraussetzungen, aber auch keine Garantie (siehe Nachwendezeit im Osten, Auto-Industrie und manche andere Bereiche jetzt). Diese Möglichkeit sollte jeder erhalten, aber auch wahrnehmen.
Jetzt meine Frage: Was genau verstehen Sie unter “sozialem Aufstieg”? Heißt das, die Kinder müssen immer besser, höher, weiter als ihre Eltern? Also im Endeffekt sollen alle studieren? Was kommt dann? Wie steigen die Akademikerkinder dann weiter auf? Werden die dann alle Politiker?
Ist die Tochter einer Friseurin, die auch Friseurin werden will, dann eine Versagerin? Der Sohn eines Elektrikers auch, wenn er den gleichen Beruf ergreift, wie der Vater? Und die Kinder von Akademikern sind soziale Absteiger, wenn sie lieber ein Handwerk erlernen, statt zu studieren?
Ich verstehe diesen Begriff und dessen Wertigkeit wirklich nicht – es klingt für mich sehr eigenartig in diesem Artikel, als ob der Mensch erst wertvoll ist, wenn er mindestens Abitur hat.

Gaby
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Können alle ganz oben sein?Es braucht alle Beruf,in einem funktionierenden Staat?Das war immer so.Selbst die Klofrau/Mann wird benötigt?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Gaby

Danke für diesen Hinweis auf Toilettenpersonal. Dazu fällt mir der Film “Perfect days” von Wim Wenders ein:
https://www.dw.com/de/perfect-days-wie-ein-toilettenprojekt-wim-wenders-neuen-film-insprierte/a-67701008
Der ist wirklich sehenswert und regt zum Nachdenken über sozialen Status und Vorurteile an!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“…wer oben ist, muss nicht aufsteigen.”
Muss man aufsteigen? Es soll Menschen geben, die nicht “Karriere” machen wollen, die zufrieden sind, wenn sie sich mit ihrer Arbeit ein normales Leben leisten können. Es soll auch Menschen geben, die wissen, dass ihre Fähigkeiten nicht für einen sozialen Aufstieg reichen, die trotzdem ihr bestes geben, die müssen auch unterstützt werden. Aber nicht dadurch, dass man sie unter Druck setzt (sie müssten sozial aufsteigen), sondern durch Wertschätzung (finanziell und ideell). Denn gerade auch die Arbeit dieser Menschen ist oft auch sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Und es soll auch Menschen geben, die zu bequem sind, sich anzustrengen und deshalb nicht aufsteigen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Manche können aber nicht!

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Rahmenbedingungen sind angesichts so vieler Beratungsstellen, Förderungen in der Schule usw. so gut wie nie.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Stabile Schulsozialarbeit wäre schon schön! Und nicht brachliegende Stellen wegen Mutterschutz….

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und wieder andere könnten, wollen aber nicht ums Verrecken. Auch die Erfahrung des Scheiterns muss man gönnen können!

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Oder wollen nicht.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn also alle aufgestiegen sind, sind alle oben? Ich frage für einen Freund.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

“Peter-Prinzip”?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

… fehlt die Bodenhaftung …

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Aber alle tummeln sich auf “Wolke 7”!
Und den “Stairway to heaven” ebnet die Schule. Am besten es wird noch ein Fahrstuhl eingebaut, denn Treppensteigen oder Leitern hochklettern ist zu anstrengend.
https://www.youtube.com/watch?v=Ly6ZhQVnVow
Keiner muss dann den “Highway to hell” nehmen.
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=song+highway+to+hell+&&mid=9B292536F1A408FC7D0B9B292536F1A408FC7D0B&churl=&FORM=VAMGZC
(Ironie!)

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Dann doch lieber den ” Highway to hell”.
Im Himmel sind mir zu viele Scheinheilige.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

P.S.:Warum ist der Aufstieg in den “Himmel” in der Bibel so beschwerlich dargestellt? Eine (Himmels)Leiter hinaufzuklettern ist anstrengend. In die “Hölle” plumpst man dagegen ganz ohne Anstrengung?
Als Atheist (nicht bibelfest) verstehe ich das so, dass man sich anstrengen muss, um etwas zu erreichen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wieso, die Himmelsleiter hängt doch am Turm der Lamberti Kirche in MS. Können Sie sogar als Atheistin hin fahren.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ich habe da eher das Treppengeländer im “Naumburger Dom” vor Augen. Obwohl Atheist, sehe ich mir sehr gern Kirchen und Co. in aller Welt an und bewundere die Kunstfertigkeit der Menschen früherer aber auch neuerer, Zeit. In Münster war ich leider noch nie, steht aber noch auf meiner “Bucket-List”, nicht nur wegen der Lamberti Kirche.
https://www.bing.com/images/search?q=Naumburger+Dom+Treppengel%C3%A4nder&form=IARSLK&first=1&cw=1513&ch=779

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Mir ist eingefallen, dass ich doch schon mindestens 3mal in meinem Leben die Himmelsleiter hinaufgeklettert bin:
Himmelsleiter (Nationalpark Sächsische Schweiz): Wanderungen und Rundwege | komoot
Das erste Mal im Sommer vor meiner Einschulung (FDGB-Urlaub mit meiner Familie).

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank
Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Manche WOLLEN auch nicht! Frage an den Arbeiter, der Glasflaschen herstellt, ob das nicht langweilig sei. Antwort: Nein! Denn Montags mache man braune Flaschen, Dienstags grüne, Mittwochs blaue…!
Der intellektuelle Schädel sollte sich hüten, seine eigenen Bedürfnisse auf alle anderen zu übertragen!

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie sind das Fundament unserer Gesellschaft, ohne sie geht gar nichts! Ich werde NIE verstehen, wie man den Müllwerker, die Reinigungsfrau, die Schulsekretärin, den Hausmeister nicht grüßen oder sogar abschätzig behandeln kann!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

Aber es ist doch so ein tolles Gefühl, wenn man aus seiner akademischen Blase heraus ganz “empathisc”h über Menschen reden kann, die man nur aus der Ferne kennt. Aber man weiß ja besser als diese Menschen, was gut für sie ist – alle müssen “nach oben” (was auch immer damit gemeint ist), ob sie wollen/können oder nicht.
(Sarkasmus)

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was und wer ist “oben”? Wo fängt das an? Ist Reichtum das Kriterium? Oder Macht? Und wiewohl beides gern zusammen vorkommt: wie grenzt man ab? Musk ist sicher reicher als DD, aber hat er mehr, weniger oder gleich viel Macht?
Oder zählt schon der CEO eines KMU dazu?

Stets neugierig auf Ihre fundierten Ausführungen: Cuibono

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Oben ist spätestens dann, wenn man von den geplanten Entlastungen kleiner und mittlerer Einkommen nicht mehr profitiert. 70000€ brutto im Jahr sind somit schon oben.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie müssen weiter zurückspringen: die Arbeitervereine, die sich in der Kaiserzeit bildeten und in der Weimarer Republik großen Zulauf hatten, hatten sich sehr wohl der Bildung verschrieben. Und nicht nur aus pekuniären Interessen, sondern auch, weil Bildung an sich als Wert für Menschen gesehen wurde (Wissen ist Macht). Es gab Fachunterricht, Angebote zu Fremdsprachen, Geschichte, Staatsbürgerkunde, Förderung von Selbstbildung und in größerem Kontext auch Sport und Kultur umfassten.

Aber diese proletische Arbeiterkultur gibt es so nicht mehr. Dafür viel “Lumpenproletariat” – diesen Begriff bitte bei Marx nachschlagen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das bedeutet im Wortsinn aber, dass die “Nachkommen” heutzutage schlechter sind als früher.
Oder sind es nur die Lebensverhältnisse der “proles”?

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Sie werden mit “Brot und Spielen” ruhiggestellt.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Genau, und deswegen tut man alles, damit richtig gute Schüler gebremst, ausgeknockt, behindert werden. Dabei sind es DIE, die nachher das Bruttosozialprodukt steigern.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist das denn so? Ist es tatsächlich der Regelfall, dass überproportional großes Engagement für die eigene und die Bildung der Kinder keine Perspektiven für einen sozialen Aufstieg (was genau verstehen Sie darunter? Den Aufstieg von Unterschicht zu Mittelschicht? Von Mittelschicht zu Oberschicht? Was ganz anderes?) bietet? Bedeutet also im Regelfall: Ich kann mich für die Bildung meines Kindes engagieren, mich mit ihm hinsetzen und Vokabeln abhören, ihm den Wert von Bildung vermitteln, es zum Lernen anhalten – oder ich kann es auch einfach sein lassen, denn mein Kind hat keine Chance auf „sozialen Aufstieg“? Bedeutet das auch, dass ein einfacher Arbeiter minderwertig ist gegenüber einem Arzt? Handwerker minderwertig gegenüber Philosoph? Elon Musk ist die Krone der Schöpfung, weil er die meiste Kohle hat?
Nee, ich hab ein anderes Wertesystem.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion

“Es geht um handfeste materielle Werte.”

Ah so.
Was ist der Unterschied zwischen Smartphone und Buch? – Das Buch zeigt grundsätzlich keine Filmchen. (Altersbeschränkung der Filmchen ist in dem Fall egal.) 😉

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was genau meinen Sie? Dass Personen mit Abitur per se besser verdienen würden (gern über das gesamte Leben nach dem ersten Schulabschluss gerechnet und nicht nur ab Berufseintritt) und dass dieser Verdienst das einzige Kriterium der Berufswahl ist? Ich bezweifle stark, dass ein Abiturient per se mehr verdient als ein Mensch mit MSA. Das kommt doch sehr auf den dann erlernten Beruf an und das, was man selbst draus macht.
Des Weiteren: sollten „handfeste materielle Werte“, sprich: das Maximaleinkommen, das einzige Kriterium sozialen Aufstiegs sein, dann gute Nacht, Marie. (Das stimmt meiner Ansicht nach auch nicht: meines Wissens sind Lottomillionäre nicht zwangsläufig in der gesellschaftlichen Oberschicht unterwegs.
Nach Ihrem Argument sind alle dämlich, welche ihren Berufsweg nach ihren Interessen und nicht nach dem zu erzielenden Einkommen ausrichten.
Ehrlich jetzt?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Spitzenpositionen in der Wirtschaft nicht nach Leistung, sondern nach sozialer Herkunft vergeben werden.”

Das ist aber auch kein neuer Effekt, sondern ist schon seit über 100 Jahren so, zumindest wenn man Studien von Wissenschaftlern wie dem Soziologen Michael Hartmann
glauben schenkt. Demnach wäre z.B. die Herkunft von weiblichen DAX-Vorständen sogar noch exklusiver als bei den Männern.

Die Chancen von Arbeiterkindern hätten sich demnach in den letzen Jahren zwar leicht verbessert, aber zu Lasten der Mittelschicht, nicht zur Oberschicht.

siehe z.B. dw.de

Eliten in der Wirtschaft: Herkunft schlägt Leistung”

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Wir reden zum Beispiel darüber, dass junge Menschen aus Ostdeutschland (wo wenig vererbt wird) kaum Chancen haben, gesellschaftlich aufzusteigen.“

Jupp. Liegt auch daran, dass so ziemlich alle gut dotierten Posten nach der Wende mit Personen aus dem Westen besetzt wurden. Und die besetzen ihre Nachfolge gern aus der eigenen bubble. Es gibt inzwischen jedoch nicht wenige Ausnahmen, wie man an Frau Reiche sieht. Ich war zur Wende 19 Jahre alt, meine Eltern haben nichts zu vererben, und so wie mir ging es fast allen. Wir wussten, dass wir selbst aktiv werden müssen, wenn wir was erreichen wollen. Für meine bubble war das eher Triebfeder.

„ Wir reden auch darüber, dass Spitzenpositionen in der Wirtschaft nicht nach Leistung, sondern nach sozialer Herkunft vergeben werden.“

Nicht nur nach sozialer Herkunft, sondern insbesondere in den eigenen Kreisen. Wie ist das bei Ihnen in der Redaktion, wenn eine Stelle zu vergeben ist? Wie viele Stellenbesetzungen (ob nun Aufträge an Freie oder tatsächlich Anstellungen) erfolgen auf Basis von Empfehlungen oder Verwandtschaftsverhältnissen? Obwohl ich sowas mistig finde, würde auch ich vermutlich eher jemanden einstellen, der mir bekannt ist oder von einer Vertrauensperson empfohlen wird, als einen auf dem Papier genauso geeigneten unbekannten Kandidaten. Sowas ist leider menschlich.

„ Wir reden dann darüber, dass “Leistung” am Ende in dieser Gesellschaft nur eine hohle Phrase ist, weil es darum gar nicht geht.“

Das sehe ich differenzierter. Für „in die richtigen Kreise Geborene“ ist es deutlich einfacher, auch mit geringer Leistung gut durchs Leben zu kommen, da Vermögen deutlich geringer besteuert wird als Einkommen, und siehe oben: einmal bubble, immer bubble. Die vielen erfolgreichen Ostbiographien beispielsweise meines Unijahrgangs zeigen jedoch, dass Engagement und Leistung in der Regel zu Wohlstand führt. Ohne Engagement (welches auch an fehlender Unterstützung liegen kann – mir geht es um den Fakt, nicht um Wertung) ist Wohlstand für „in der falschen Familie“ Geborene schwierig. „Falsche Familie“ bedeutet hier jedoch eher „bildungsfern“, was jedoch sehr oft mit „wenig Einkommen“ korreliert.

„ Und wir reden auch darüber, dass junge Menschen sich alternative “Karrieren” suchen, wenn das bürgerliche Versprechen “Aufstieg durch Leistung” nicht mehr gilt.“

Soll das ne Entschuldigung für: „bin ich arm, klau ich Dir halt die Uhr“ sein? Ich verstehe nicht ganz, was Sie sagen wollen, bitte etwas weniger subtil 😉

„ Schließlich reden wir darüber, was aus einem Land wird, das sich zunehmend zur Oligarchie entwickelt.“

Na jetzt bin ich baff: Sie sind der Meinung, dass D sich zu einer Oligarchie entwickelt? Qua Wahlsystem gibts keiner Politikerdynastien oder die Möglichkeit der klassischen Herrschergruppenoligarchie. Meinen Sie etwa den Einfluss der Wirtschaft, die zunehmend der Politik diktiert, wie Gesetze auszusehen haben? Da wären wir ja glatt einer Meinung!

Mit freundlichen Grüßen,
Mika (der diese Diskussion sehr genießt!)

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Aufstieg ist auch im Osten möglich.
Wem der Aufstieg zu anstrengend ist, kann ja auf die HSB zurückgreifen.
Der Weg führt bekanntermaßen an Elend vorbei, was aber mit genügend Schierker Feuerstein einigermaßen erträglich wird.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ist es nicht furchtbar, ein Wessi, der nicht von sich behaupten kann, noch nie in “Dunkeldeutschland” gewesen zu sein. Und auf dem höchsten Berg in der norddeutschen Tiefebene habe ich schon an Himmelfahrt bei +28 Grad Celsius gesessen, nachdem ich während des Studiums an der einzigen Uni mit zwei WS nur bis Torfhaus gelangen konnte.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Zum Glück gibt es auch Wessis, die mal über den Tellerrand blicken und nicht nur schwarz-weiß-denken. Mit denen kann man auch diskutieren und übereinander und sich selbst lachen. Noch gibt es solche Menschen in Ost und West, zum Glück.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wir reden dann darüber, dass “Leistung” am Ende in dieser Gesellschaft nur eine hohle Phrase ist, weil es darum gar nicht geht.”

Aha, sind wir jetzt hier angekommen? Leistung – also Anstrengungsbereitschaft – bringt nichts, weil man sowieso keine Chancen hat?
In gewissem Maße stimmt das ja sogar. Wenn nämlich Kinder lernen, dass man sich nicht anzustrengen braucht und doch Geld vom Staat erhält, mit dem man die Möglichkeit hat, ein Leben ohne großen Stress (ohne frühes Aufstehen, bis zu 12 Stunden außer Haus sein, nicht so viel Zeit für Freizeitkram haben etc.) leben zu können.
Da haben Sie natürlich recht, denn es gibt ja Menschen, die arbeiten, sind gestresst und haben doch nicht so wahnsinnig viel mehr (, weil sie nämlich Miete und Heizkosten selbst bezahlen müssen).

Entschuldigung, aber ich halte Ihre Darstellung für eine Legitimierung der Leistungsverweigerung, mehr nicht.
Damit gehören Sie zu dieser Gruppe, die immer anderen die Schuld gibt und deshalb hohe Sozialleistungen fordert.
Ihnen gegenüber steht die Gruppe, die kein Interesse daran hat, dass man den Abgehängten hilft und ihnen am liebsten alles wegkürzen will.
Dass man weder auf die eine noch auf die andere Weise wirklich hilft, sollte inzwischen bekannt sein. Und doch ändert sich nichts.
Das ist meiner Meinung nach der eigentliche Knackpunkt, und eben nicht, dass sich Anstrengung sowieso nicht lohnen würde.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was bedeutet “gesellschaftlich aufzusteigen”? Für mich wäre es im Falle von sozialschwachen Familien schon einen guten Job zu haben, wo man selber sich und die Familie finanzieren kann und vielleicht irgendwann Geld sparen kann. Die Erbe wäre immer gut, aber auch ohne ist es möglich. Durch Bildung, soft skills, Fleiß, unternehmerisches Denken. Pech, wenn der Staat in der Krise ist und macht nichts gegen Arbeitsplätzeabbau und zur Unterstützung kleiner Unternehmer.

Irgendwann war IT ein guter Türöffner.

“Spitzenpositionen in der Wirtschaft nicht nach Leistung verteilt”… Bis zu einfachem Direktor mit sehr gutem Lohn kann man auch von ganz unten kommen. Sonst muss man in die Politik gehen 🙂

heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber ist es nicht so, dass gerade in Ostdeutschland teilweise auch noch ein anderes Bild von Schule und Staat herrscht? Zu DDR Zeiten war es immerhin so, dass der Staat sich nahezu jederzeit im Kinder gekümmert hat, damit beide Eltern arbeiten gehen konnten. Ist dort also nicht vll. auch die Sichtweise “um Bildung muss ich mich als Elternteil nicht kümmern” vll. auch höher?

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  heinz

Richtig, in der DDR war ja alles besser, was Bildung angeht.
Ich habe sechs Jahre an einer Brandenburger Schule gearbeitet. Meine Kolleginnen dort haben mir was ganz anderes erzählt.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich ergänze mal :
Mein Sohn überlegt gerade, ob er nach der Schule wirklich studieren möchte oder eine Ausbildung macht. So erstmal nicht schlimm. Er weiß auch, dass er später immer noch studieren könnte. Die Idee, evtl am Ende beides in der Tasche zu haben, ist eigentlich gut, machen auch viele Akademikerkinder so.
Jetzt das große ABER:
Diese Akademikerkinder treffen da eine ungezwungene, freie Entscheidung. Mein Sohn nicht. Wir leben ja in extremer Armut unter Bürgergeld Niveau und er will schneller an Geld, das ist es. Mit Studium ginge das Armutsleben noch bis knapp 30 weiter.
Dies als Grund ist so erstmal auch nicht schlimm, ich will nur zeigen, dass es natürlich unterschiedliche Startbedingungen gibt, die Dinge hemmen oder anderweitig beeinflussen.
Und hier liegt der Hauptfaktor auch gar nicht an unserem Einkommen, sondern daran, dass wir obdachlos sind und seit drei Jahren keine Wohnung bekommen.
Da hilft Bildung auch nicht! Alleinerziehend – raus! Behinderung-raus! Alles mögliche andere – raus!
Top-Schufa, hilft nicht! Kind macht Abi, hilft nicht! Haustier unerwähnt lassen, hilft nicht. Statt “selbständig mit Ponyhof” – “im Nutztierwirtschaftlichem Bereich tätig” schreiben, hilft nicht. Gute Anfragen schreiben, hilft nicht. Gutes Auftreten, dazu kommt es erst gar nicht.
Caritas, hat nichts. Jugendamt, hat nichts. Bürgergeld – hilft nur laut reißerischer Medien, nach dem Motto”die kriegen alles” – Nein! 95% aller Vermieter schreiben betont, sie suchen Berufstätige! Also Stütze in Anspruch nehmen, hilft nicht!
Haben wir nennenswerte Schulden? Nein! Haben wir Sucht Probleme? Nein! Psychische Probleme? Nein! Vorbestraft? Nein! Raucher? Nein! Messis? Nein! Kann ich die Miete zahlen oder das im Zweifelsfall zB durch Wohngeld/Kinderzuschlag ermöglichen? Ja.
Was hilft nun also in unserer modernen, aufgeklärten Gesellschaft, wo aber Wohnen kein Menschenrecht, sondern kapitalistisch ist und womit kriegt man Vermieter rum? Mit einem Mann mit gutem Einkommen!

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wer studiert denn bitte 10 Jahre? Und ja, man muss dann eben Studium und Job unter einen Hut bringen. Geht aber und müssen viele Studies. Muss man Zähne zusammenbeißen, kenne ich. Drei Tage Arbeit und vier Tage Uni, in den Semesterferien Zusatzjobs machen oder vorarbeiten. Mini-Wohnung oder WG und eben kein Auto, Urlaub etc. Sind eben fünf Jahre Einschränkungen, aber kein Ding der in Unmöglichkeit.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Promotionsstudiengang

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

5 Jahre Promotion??

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Zu meiner unizeit war das durchaus üblich. Das war aber auch nicht Medizin, wo man innerhalb eines Jahres vorlesungsbegleitend promovieren konnte.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

… ud die Diss schon nach dem bestandenen Physikum starten konnte.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Heute gibt’s das duale Studium, wo die Studenten bereits während des Studiums richtig gutes Geld verdienen. Machen hier ziemlich viele aus meinen Abiturklassen.

nurmalso
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

In einigen Branchen mag das so sein. Mich hat das duale Studium meines Nachwuchses einiges gekostet. Im ersten Jahr war die Ausbildungsvergütung geringer als die Kosten für die private Hochschule (manche Firmen arbeiten nur mit denen zusammen). Da Betrieb, Hochschule und Berufsschule an drei verschiedenen Orten lagen, waren auch noch eine Unterkunft am Firmenort sowie ein Auto nötig, da mit ÖPNV nicht machbar. Und am Wochenende wurde gekellnert.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  nurmalso

Ach ja, “im ersten Jahr war die Ausbildungsvergütung geringer als die Kosten für die private Hochschule”, um weiviel? 100 Euro? Und im zweiten Jahr? Ist das nicht Jammern auf hohem Niveau? Was ist Ihnen die Ausbildung Ihrer Kinder wert? Ich habe auch Erfahrung mit dem dualen Studium meines Sohnes, A. weniger Kosten, B: unglaublich viele Kontakte zu Arbeitgebern. Sehen Sie denn keine Vorteile?

nurmalso
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ich sehe nur Vorteile! Und ja, es war jeden Cent wert.
Meine Antwort bezog sich auf die Aussage von Mika, dass die so Studierenden bereits während des Studiums “richtig gutes Geld” verdienen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Bekommen Sie denn (überhaupt) Bürgergeld?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Nein. Und?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wegen Ihrem Text.
Warum nehmen Sie dieses nicht in Anspruch?
Bürgergeld und Sozialwohnung?

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was verstehen Sie unter “Spitzenposition”? Vorstandsvorsitzender? Die Anzahl dieser Positionen ist recht überschaubar. Oder reden wir von Teamleitern, Gruppenleitern, Abteilungsleitern in großen Konzernen? Die verdienen schon mal gerne über 100k€. Das wäre dann kein gesellschaftlicher Aufstieg?
Sie sagen also, dass jemand, der sein Abitur macht und z.B. ein BWL Studium absolviert schlechtere Chancen hat, weil er aus der Unterschicht kommt? Ist das Ihr Ernst?
Oder reden wir davon, dass jemand aus der Unterschicht schlechtere Chancen hat, das Abitur und ein Studium zu absolvieren?

Karl S.
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin S

Nein. Teamleiter verdienen nicht über 100k.
Abteilungsleiter in GROSSEN Konzernen – ja!
Aber wie viele Positionen gibt es hier?
Und wie viele Lehrer haben wir?
Finden Sie den Fehler

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Karl S.

Wenn man das Nettogehalt betrachtet und die ganzen Privilegien, und die Tatsache, dass sie nichts für die Rente zurücklegen müssen, sind die verbeamteten Lehrer schon sehr nahe an Führungspositionen der freien Wirtschaft.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Zu Ostdeutschland hier ein interessanter link:
https://www.boeckler.de/de/auf-einen-blick-17945-die-okonomische-und-soziale-situation-ostdeutschlands-17949.htm
“Bildungsgerechtigkeit” wird da zwar nicht erwähnt, aber dafür schaffen es anscheinend Frauen im Osten leichter “sozial aufzusteigen” als im Westen. Wie kommt das denn?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Biblioteken sind für Kinder kostenlos und vieles andere auch. Man müsste diese Angebote nur nutzen, als Familie. Natürlich ist noch Luft nach oben und es könnte noch mehr Angebote geben. Hier nur ein paar Beispiele für Berlin:
https://kidsplanet-berlin.de/freizeit/die-besten-kostenlosen-freizeitaktivitaeten-fuer-kinder-in-hauptstadt
https://www.familienreisefieber.de/kostenlose-aktivitaeten-berlin/
https://www.visitberlin.de/de/eintritt-frei-fuer-kinder-und-jugendliche

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wieviel materielle Werte muss ein Mensch, Ihrer Meinung nach, besitzen, um ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft und glücklich und zufrieden zu sein?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Meinen jetzigen “warmen Sessel” habe ich mir selbst erarbeitet, denn ich habe keine materiellen Werte ererbt oder erheiratet.
Falls Sie aber mit “warmer Sessel” die ideellen Werte meinen – ja dann hatte ich diesen. Meine Eltern und Großeltern haben viel ideelle Werte in ihre Kinder und Enkelkinder “investiert”. Wahrscheinlich, weil sie wussten, wie wichtig gute Bildung ist, um im Leben etwas zu erreichen. Sowohl meine Eltern und Großeltern, waren Vorbilder für uns Kinder, was man im Leben mit Fleiß, Ausdauer ud Wissbegier erreichen kann.

  • von ungelernter Verkäuferin zur Verkaufsstellenleiterin
  • vom Hufschmied zum Schmiede-Meister in einem Schwermaschinenbetrieb
  • vom Rangierer zum Berufsausbilder/Lehrmeister …

Zu Reichtum, oder zu wesentlichen materiellen Werten hat es keiner meiner Vorfahren geschafft. Aber sie konnten normal und glücklich, ohne Existenzsorgen leben und konnten ihre Lebenseinstellung (die ideellen Werte) vererben. Dafür bin ich ihnen dankbar!

Bootsmann.auf.der.Scholle
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Amen

potschemutschka
1 Monat zuvor

Interessanter Nick – dieses Buch von Benno Pludra, bekam ich zu Weihnachten in der ersten Klasse geschenkt und hatte es am Ende der Weihnachtsferien durchgelesen. Mein allerstes allein gelesenes Buch! Es hat heute noch einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal! 🙂
(Die wenigen Buchstaben, die wir zu diesr Zeit noch nicht in der Schule hatten, habe ich mir selbst beigebracht bzw. aus dem (Wort/Satz)Sinn erschlossen).

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Mir sind die Antwortenden im warmen Sessel auch deutlich sympathischer.

Herzlich: Cuibono

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Sie schon so “sticheln” (und “rumdrücksen”…:

Also ist der Besuch von Büchereien usw. auch auf einmal nicht erlaubt?

Also ja: Es gibt massivste Probleme. Da haben Sie absolut recht …
Aber “das Buch” als “uhhhhh – woher bekomme ich das denn?” ist es ja mal tatsächlich eher nicht… Oder glauben Sie das ernsthaft?

Die “Soziale Ungerechtigkeit” gibt es. Sie wird auch immer deutlicher und größer. Alles richtig.

Aber “das Buch” … Wirklich?
So kommt es etwas für mich gerade vor …

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Weniger – vor allem östlich des Grünen Bandes. Aufgrund mangelnder Erkenntnis wird das im Westen allerdings weniger berücksichtigt.

nurmalso
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Lektüreempfehlung: How much is enough? von Robert und Edward Skidelsky (gibt’s glaub ich auch auf Deutsch). Ersterer ist emeritierter Professor für politische Ökonomie, der Sohn ist Philsoph. Lesenswert!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei “handefsten materiellen Werten” ledert jeder Hauptschüler den Philosophieprofessor ab – sofern dieser einen “baustellentauglichen” Beruf ergreift und genau so viel Arbeit (also extrem viel) verrichtet.

Passt natürlich nicht in die Studienwelt, da diese Profite bei weitem nicht alle steuerlich/statistisch erfasst werden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“handfeste materielle Werte” = Wohlstand?
Hier eine Beschreibung von Wohlstand:
Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.”
(Alexander von Humboldt vor über 150 Jahren)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Da müssten Sie schon A. v. Humboldt fragen, welche Menschen er meinte. Ich denke eher, er meinte die wohlhabenderen Menschen, die im Wettstreit miteinander stehen.
Aber der Drang der Menschen, sich über materielle Werte zu definieren, mithalten zu wollen/müssen, dem Nachbarn imponieren wollen durch materiellen Besitz,… scheint seit jeher weiter verbreitet zu sein, als sich durch gute Bildung hervorzutun. “Streber” war schon immer ein Schimpfwort.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Tscha, Zitate verstehen die einen so, die anderen so. Aber es wäre schon interessant, welche Meinung die Humboldt-Brüder zu unserem derzeitigen Bildungssystem hätten.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/wilhelm-von-humboldts-bildungsideal-vom-menschenkind-zum-100.html
Das “Humboldtsche (humanistische) Bildungsideal” geht zwar hauptsächlich auf Wilhelm v. H. zurück, aber Alexander war sicher ähnlicher Ansichten.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

So ist das mit Zitaten.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Besitz belastet doch nur.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ist Eigentum nicht eh Diebstahl?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Pierre-Joseph Proudhon

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Man könnte das schulische Lernen auch einfach dem Kind überlassen – und statt dessen für ganz viel Möglichkeit zur Vernetzung sorgen, indem man z.B. Museen zusammen besucht, Konzerte hört, sich auf Wanderungen begibt, vorliest, auf Fragen des Kindes antwortet. Kostet alles wenig bis nix, wenn man clever sucht.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie soll man das verstehenß

Sollen Lehrkräfte etwa Kindern aus der unteren sozioökonomischen Schicht davon abraten höhere Schulabschlüsse und akademische Abschlüsse zu erwerben, weil das den Aufwand eh nicht rentieren würde?

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Nein. Es geht darum, alles zu nivellieren, jedem seinen Abschluss für null Leistung hinterherzuschmeißen, damit alles gerecht bleibt. Wir sind da in Dtl. ganz, ganz weit vorne!

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Dann schlägt die große Stunde der privaten Bildungsketten, die in anderen Ländern schon sehr erfolgreich sind.

Aber zuerst muss der Boden bereitet werden und das staatliche Bildungssystem richtig auf den Hund kommen.

Viel fehlt nicht mehr, der Anteil der Privatschulen steigt stetig.

Und warum soll letzten Endes Bildung kostenlos sein?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

“Dann schlägt die große Stunde der privaten Bildungsketten, die in anderen Ländern schon sehr erfolgreich sind.”

Boomen ja sowieso schon.

“Aber zuerst muss der Boden bereitet werden und das staatliche Bildungssystem richtig auf den Hund kommen.”

Schleichendes System. Anstieg ist da. Gib dem noch 5-15 Jahre.

“Viel fehlt nicht mehr, der Anteil der Privatschulen steigt stetig.”

So ist es. Wer es sich leisten kann (und will) … Der “wechselt” häufig schon.
Gerade auch wenn es um Bereiche “abseits” des Gymnasiums geht.

“Und warum soll letzten Endes Bildung kostenlos sein?”

Das ist “witzigerweise” jetzt ein Satz, welchen man aus unterschiedlichen Winkeln sehen kann und ebenfalls verschieden verstehen kann.

Der Staat spart massivst (!) durch Privatschulen an Gelder. Warum sollte der Staat hier “etwas dagegen” haben?
Braucht man sich etwas mit der strukturellen systemischen Eben auseinander setzen.
Fragt “euch” mal, warum und wie Beispielsweise Waldorfschulen es geschafft haben, dass sie kein staatliches Lehramtsstudium machen müssen, um Klassenleitungen werden zu dürfen.
Dann vergleicht das mal mit Montessorischulen und überlegt, warum hier das staatliche Lehramtsstudium Voraussetzung ist [+ Montessoridiplom].
Schaut mal auf was die “Waldorfpädagogik” [als anerkanntes Studium] aufbaut im Rechtssystem.

Erklärt vielleicht auch so bisschen … “Was Sachen machen”.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Richtig. Und je mehr Bildung (KiTa, Schulen, Unis, FH) privatisiert wird, desto weniger muss der Staat in Bildung investieren. Es macht ja ein anderer….und ich habe den Eindruck, dass dieser Weg in den letzten 15 Jahren vehement verfolgt wurde. Oder weshalb wird NICHT oder herzlich wenig in Bildung investiert?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Nene, bitte nur einem Teil. Wer sich es leisten kann … Soll bitte dafür selbst verantwortlich sein.

Wer es nicht kann (oder auch nicht will) … Alles klar. Ausstellung der gleichen Qualifikation schon ab Geburt.

Also:
Reich geborenes Kind: Hier erwarten wir Anstrengung. Soll sich mal zusammenreißen und Abi machen, Studium und die Eltern fördern das. Ist ja klar. Logisch.
Arm geborenes Kind: Bekommt bei Geburt ein Abitur schonmal mit Gültigkeit ab erreichen des Alters “XX”. Nur mal präventiv. Ist auch klar. Wenn das Kind nicht kann (oder will). Gerecht und so. Gleich. Ist ja klar. Logisch.

[Der Beitrag enthält etwas Zynismus und Ironie bis Sarkasmus … Nimmt ihn nicht 1:1 ernst. Mitdenken hilft bei Erfassung des Kommentars.]

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Selbst bei vergleichbaren Hochschulabschlüssen, was meinen Sie, wer wohl die aussichtsreicheren Praktika, Traineeprogramm etc. bekommt, der aus “einfachen Verhältnissen” oder der aus “gehobenen Verhältnissen”, der auf die umfangreichen privaten und beruflichen Netzwerke der Eltern zurückgreifen kann?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

“einfachere Verhältnisse” – warum? Ganz einfach … Das gleichen wir natürlich auch an.
2:1 Prinzip. Es darf ein Unternehmen nur jemanden aus “gehobenen Verhältnissen” ein Praktikumsplatz “anbieten”, wenn (zuvor) 2 aus “einfacheren Verhältnissen” nachgewiesen werden können.
Na? Man könnte sowas auch Quote nennen. “Wir” Deutschen lieben Quoten!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

… oder leisten eine Ausgleichzahlung. So wie das bei der Beschäftigung von Bewerbern mit Behinderungen eben auch läuft – Quote hin, Quote her.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Bücher zu lesen und sich mit seinem eigenen Kind sinnvoll zu beschäftigen, damit es gefordert und gefördert wird, ist für Sie ein „überproportionaler Aufwand“?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist das die Regel?

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sollte ich im Netz richtig recherchiert haben, ist nahezu jedes fünfte Elternteil in Deutschland alleinerziehend, ca. 85% davon Frauen.
Ich bin eine davon.
Diese Zeit war extrem aufreibend, da ich permanent um meine finanzielle Existenz kämpfen musste.
In Zeiten zusätzlicher Belastung
(Scheidung, beengtes Wohnen, 3 Umzüge, div. OPs, Wechseljahre) entglitt mir phasenweise meine Verpflichtung, das schulische Fortkommen meines Sohnes konstant im Auge zu behalten, mit dem Ergebnis, dass er zu diesen Zeiten bzgl. seiner Schulnoten erheblich absackte.
Zum Glück ist im Nachhinein alles gut gegangen, möglicherweise aufgrund meines resilienten Naturells.
Besitzt aber nicht jede(r)…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

? Wie es alleinerziehenden Müttern (Vätern) ergeht, meinte ich nicht. Dass es ihnen besonders schwer fällt, alles zu meistern, ist klar.
Mir geht es darum, ob es die Regel ist, dass Leistungsempfänger*innen um ihre Exitenzsicherung kämpfen müssen.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Ich schätze, dass alles gut gegangen ist, weil Sie hervorragende Vorarbeit geleistet haben. Klopfen Sie sich auf die Schulter.
Leider haben, so habe ich den Eindruck, Alleinerziehende immer das Nachsehen. Hier müsste sich unbedingt etwas ändern.
Meine Tochter ist in einer KiTa Erzieherin und beobachtet, dass Alleinerziehende teilweise 3 Jobs annehmen, um über die Runden zu kommen. Der Tag ist getaktet und sie erfährt viel Dankbarkeit von Seiten der Erziehungsberechtigten, wenn sie mitbekommen, dass vorgelesen wird, Spiele gespielt werden, Lernangebote gemacht werden.
Probleme machen oftmals eher Ehepaare, die beide nicht einer geregelten Arbeit nachgehen. Sie sind teilweise nicht in der Lage, ihr Kind pünktlich in die Kita zu bringen oder sie pünktlich abzuholen. Auch werden die Kinder dieser Elternteile gerne krank in die Kita gebracht, weil man keinen Bock auf das Kind zuhause hat.
Das sind möglicherweise Extrembeispiele, aber ehrlich gesagt, mache ich in der Schule dieselben Erfahrungen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber gerade diese Eltern, die in der ZEIT-Reihe oder der 37Grad-Reihe porträtiert werden, sorgen sich um die Bildung ihrer Kinder und tun alles, damit ihre Kinder voran kommen. Die kümmern sich um Frühförderung und lesen vor. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Kinder dieser Mütter unter die Räder kommen werden, im Gegenteil. Die lernen sehr gut, wie es ist, arm zu sein, und sie sehen auch, wie ihre Mütter sich abmühen und arbeiten (!), um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Daten geben leider nicht her, wie sich die jeweiligen Elternhäuser und die Kinder um Aufstieg bemüht haben. Die Daten geben auch nicht her, wie viele Eltern die Kinder vor dem Handy geparkt haben und wie viele sich um die Schulbildung ihrer Kinder bemüht haben. Die Daten beschreiben einen Ist – Zustand, das „Warum es so ist“ ist Theorie, aber nicht empirisch belegt. Laut Zeit-Artikel sind die jüngsten Studienteilnehmer 30 Jahre alt – die Daten beschreiben also nicht die Ergebnisse aktueller politischer Bemühungen, sondern die vor 15 Jahren.

Ani
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

1:25min. Kinder schauen beim Zähneputzen Fernsehen.. Keine weiteren Fragen. Aber hey, das Einkommen ist Schuld

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ani

Das sollten die Kitas dann aber auch übernehmen, den Fernseher beim Zähneputzen laufen lassen. 🙂
https://www.news4teachers.de/2026/01/zahnaerzte-freuen-sich-gesetz-macht-taegliches-zaehneputzen-zur-pflicht-in-kitas/

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Na, dann schauen Sie sich bitte auch die Bildungsbestrebungen in Indien, Vietnam oder Kambotscha an.

Dort kämpfen Menschen nicht um die Existenz?

Oldie
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

So kann man Faulheit und Bequemlichkeit auch legitimieren. Ein Buch mit meinem Kind zu lesen, das ist doch kein überproportionaler Aufwand- aber macht halt Mühe. Für eine vermeintlich fehlende Perspektive kann man gut anderen die Schuld geben. Der Verantwortung für mein und das Leben meiner Kinder enthebt mich das nicht.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sorry, aber das Problem liegt hier doch darin, dass Herr Merz und Konsorten enorm weit entfernt vom normalen Leben sind und deshalb Familienpolitik kaum stattfindet. Das Finanz- und Zeitproblem insbesondere alleinerziehender Eltern könnte doch einfach gelöst werden, indem Eltern je nach Alter/Bedarf des Kindes Arbeitszeit bezahlt reduzieren können.

Die nachvollziehbare finanzielle und zeitliche Überforderung insbesondere alleinerziehender Eltern erklärt bzw. begründet doch aber nicht Ihre (von mir zugespitzte) Aussage, dass das Engagement von Eltern und Kindern im Bildungsbereich diesen nichts bringen würde, weil eh kein „sozialer Aufstieg“ möglich wäre (das bezieht sich dann übrigens auf alle gesellschaftlichen Schichten).

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Auf was Sie mit den Youtubevideos verweisen, ist genau das Klientel, mit dem wir unter anderem zusammenarbeiten. Wir stellen die harte Arbeit von Alleinerziehnden nicht in Abrede. Doch die wenigsten davon sind so, wie im Video dargestellt. Wir kommen am häufigsten in Familien, in denen die Eltern oder das alleinerziehnde Elternteil gar nicht arbeitet und vom Bürgergeld lebt. Während die Mütter in den Videos von Ihnen sich absolut alle Mühe geben, kennen wir Eltern, die bis in die Puppen im Bett liegen, wo das neueste Handy auf Pump gekauft wird und wo es weder Legosteine, noch Bücher gibt. Das gehört ebenfalls zur Realität.

Es gibt Kinder und Jugendliche mit dem konkreten Berufswunsch “Bürgergeld” bzw. sie nennen es selbst oft noch “Hartz IV”. Da hat man nämlich den ganzen Tag frei, kann lange schlafen und viel am Handy chillen. Eine 19-jährige, die früher in unserer Betreuung war und mit viel Mühe den Hauptschulabschluss geschafft hat, erzählte mir bei einer Begegnung neulich, dass sie zwar keine Ausbildung habe, aber 2x pro Woche an einer Tankstelle arbeite. Sie wolle so schnell wie möglich schwanger werden, denn sie habe einen ausgeprägten Kinderwunsch und sie bräuchte außerdem das Kindergeld. Ohne das ungeborene Kind kennengelernt zu haben, kann ich jetzt schon Prognosen erstellen, was später aus dem Kind werden wird, wenn man nicht auch bei den Eltern ansetzt. Keine Schule der Welt wird diese Missstände auffangen können.

Martin s
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Mit 34 im 2. Lehrjahr? Das Kind mit 29 bekommen? Darf man fragen, was die 10 Jahre davor passiert ist?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, es wäre schon interessant zu erfahren, inwiefern die Schule schuld war, an dieser nicht geradlinigen Biografie. Es soll übrigens auch Menschen mit gutbürgerlicher Herkunft geben, deren Biografien nicht geradlinig verlaufen (sind).

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nicht heder muss eine geradlinige Biografie haben, aber andersrum wird auch ein Schuh draus:
Hier hat sich jemand (zumindest augenscheinlich) entschieden, von 19 bis 29 nichts zu machen, keinen Beruf zu erlernen, möglicherweise nicht zu arbeiten… und dann erst mal ein Kind zu bekommen. Und DANN mit kleinem Kind eine Ausbildung an zu fangen. Das Ergebnis (ich habe wenig Geld) ist vorhersehbar und keine Überraschung. Muss die Gesellschaft wirklich ALLE Varianten der Lebensplanung auffangen und ist der Anspruch wirklich, dass auf Basis dieser Entscheidungen von irgendwoher ein gesellschaftlicher Aufstieg entsteht?
Ist dieser konkrete Fall wirklich Repräsentativ für eine signifikante Anzahl von Lebensentwürfen?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin s

Schier unglaublich, dass junge Frauen es wagen andere Ideen zu entwickeln als sich artgerecht fortzupflanzen, wie es ihre biologische Bestimmung vorgibt.

Grillsportler
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Jeder darf machen, was er/sie für richtig hält. Man sollte dabei nur nicht anderen Menschen über Jahre auf der Tasche liegen.

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin s

Och, letztens wurde doch einem 50jährigen ewigen Studenten das Wohngeld verweigert…
Seien Sie doch nicht so spießig.

Anika von Bose
1 Monat zuvor
Antwortet  Oldie

„Die Verantwortung für mein und das Leben meiner Kinder enthebt mich das nicht.“

Jeder ist seines Glückes Schmied? Unsere Kinder sollen sich zu einem wertvollen Teil unserer Gesellschaft entwickeln, unsere demokratischen Grundwerte erhalten, eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, nach Möglichkeit keine sozialen Transferleistungen beanspruchen, unser solidarisches Sozialprinzip aufrecht erhalten usw. – und die Verantwortung dafür tragen selbstverständlich die Familien und wenn die es nicht hin bekommen? Dann kann man auf die Unfähigkeit schimpfen, selber schuld…aber das ist doch nicht das Problem der anderen, oder? Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Gesellschaft alles dafür tun müssen, dass alle Kinder ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft werden können. Appelle und Forderungen der Eigenverantwortung helfen nicht weiter.

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Das eine schließt aber doch das andere nicht aus. Und ja, in der Tat ist dann immer noch jeder seines Glückes Schmied, denn von nichts- also ohne eigene Anstrengung- kommt in den meisten Fällen auch nichts.

Anika von Bose
1 Monat zuvor
Antwortet  Corinna Gonest

In viel zu vielen Fällen schließt das eine das andere sehr wohl aus. Und die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen doch deutlich auf, dass es Fehlentwicklungen gibt, der wir mit so einer Einstellung nicht entgegenwirken können.

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist stark vereinfacht, ich sehe das als Henne/Ei-Problem für das die Studien in der hier referierten Form kaum Belege liefern. Nur die Umfrage des Ludwig-Erhard-Forums bietet da Hinweise. Diese Einstellung fällt aber auch zusammen mit einem Pessimismus, der oft verwendet wird, um jedem Aufwand aus dem Weg zu gehen, ebenso mit einem Bild von ‘Erfolg’, das häufig nur noch absurd ist. Millionen per Youtube, Ruhm als Realityteilnehmer, Einfluss als Rapper mit Street-Credibility, das hat mit dem klassischen Aufstieg – Haus statt Mietwohnung, Anzug statt Blaumann, Gehalt statt Lohn- nicht mehr viel zu tun.
Es ist richtig, dass die durch soziale Herkunft Benachteiligten bei Bildung auf Abitur- oder akademischem Niveau unterrepräsentiert sind, aber ich lese nichts darüber, dass diejenigen, die das dann erreichen generell deutlich schlechtere weitere Chancen haben. Vitamin B und gläserne Decken müssen auch 90% der anderen, der ‘Privilegierten’ erleben. Wenn jemand den märchenhaften Aufstieg will und alles darunter nicht ausreicht, um sich zu bemühen, dann ist für ihn Bildung nicht der richtige Weg.
Niemand in meiner weiteren Familie hatte je ein Gymnasium von innen gesehen, für meinen Jahrgang liegt die Abiturientenquote bei 25%. Geholfen gaben Eltern, die sich ihrer formalen Wissenslücken bewusst waren, die Zeitungen und Bücher gelesen, mit den Kindern geredet haben. Nicht sozialer Aufstieg oder bessere Bezahlung waren wichtig, sondern die Idee, später Chancen zu haben, wählen zu können. Nicht die Schule war die große Hürde, die Uni war eine fremde Welt, die Sprache eine andere, die Codes kaum zu entschlüsseln…Fleiß und harte Arbeit, das allein reicht sicher nicht. Es hilft aber dabei, sich ‘social skills’ anzueignen, die letztendlich einen großen Einfluss haben. Sagt nur kaum jemand den Schülern, denn sehr viele Kollegen sind so bildungsbürgerlich aufgewachsen, dass sie dieses Problem nicht erkennen können.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Mit Fleiß und Arbeit kann man jedoch vorwärts kommen. Ich selbst und einige meiner Mitschüler und Mitstudenten haben es trotz widriger Umstände geschafft. Trotz alleinerziehender Eltern, trotz nicht studierter Eltern, trotz selbst finanziertem Studium. Klar ist das härter, ich weiß wovon ich rede, aber es ist möglich. Man muss eben den Wollen haben und investieren und gelegentlich zurück stecken. Aber es geht.

Ani
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Der soziale Aufstieg kommt ja und überproportional ist der Aufwand auch nicht. Es liegt an den Eltern, NICHT am Einkommen. Wird vermittelt, dass Bildung nicht wichtig ist, wird sie nicht ernst genommen. Einkommen ist hier nur der Zusammenhang: je höher das Einkommen – desto wahrscheinlicher wird Bildung ernst genommen. Das vorhandene Geld selbst ändert relativ wenig am Bildungserfolg.

Anika von Bose
1 Monat zuvor
Antwortet  Ani

Vom Einkommen der Eltern hängt der soziale Status, die Wohnsituation und damit die Lernsituation, in welcher Umgebung die Wohnung verortet ist, welche Unterstützungsmaßnahmen Eltern finanzieren können, welche Lernmittel bereitgestellt werden können….usw. ab. Das vorhandene Geld selbst ändert relativ wenig am Bildungserfolg? Wirklich?

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Ich hatte kein eigenes Zimmer, geschweige denn ein Arbeitszimmer, habe am Esstisch gelernt und mein Abitur bestanden, als Zweitbeste der Klasse. Arbeiterkind. Noch Fragen? Es ist nicht nur eine Frage des Geldes und der Wohnqualität, ob man seinen Weg Bahnen kann.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also: Resignation?

Warum dann überhaupt Differenzierung und Förderung?

Ist ja eh … Geburtsrecht so?

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Damit verdrehen Sie Ursache und Wirkung. Ich bin sehr stark der Meinung, dass zu viel Förderung und Sozialhilfe den Menschen sukzessive die Eigeninitiative nimmt. Warum gelingt der Aufstieg aus einkommensschwachen Familien nicht mehr so gut? Ja, weil die Kids nicht mehr lernen, die Ärmel hochzukrempeln und mal etwas für ihre Bildung zu tun, den Bildungschancen gibt es bei uns genügend, und kosten so gut wie nichts. Aber man muss sie wahrnehmen und nicht in einer Erwartungshaltung verharren, dass einem ja alles geebnet wird.
Es gibt genug Beispiele von Schülern, die sich karrieremäßig aus prekären Verhältnissen hochgearbeitet haben, aber auch umgekehrte Fälle, in denen reiche und verwöhnte Sprösslinge gar nichts auf die Reihe bekommen, wobei in solchen Fällen vieles durch Geld kompensiert wird. Es ist alles eine Frage der Motivation und woher diese getriggert wird. Diese allgemeine Feststellung der starren Bildungschancen, abhängig von der Herkunft, mag ein Phänomen, jedoch nicht der ausschlaggebende Punkt sein.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Doch, diese Perspektive zum Aufstieg gibt es. Aber trotzdem müssen die Eltern am gleichen Stang ziehen wie die Lehrer und ihr Kind schulisch unterstützen. Wenn dem Kind aber vermittelt wird, dass Schule nicht wichtig ist und dass man auch vom Bürgergeld gut leben kann (Das habe ich schon mehrfach in Elterngesprächen und im Austausch mit Schülern gehört) wird es für uns Lehrer schwierig.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun, offensichtlich scheint die These “kein sozialer Aufstieg durch Bildung” in meiner migrantischen Bubble noch nicht angekommen zu sein: hier möchten alle, dass die Kinder Arzt, Anwältin oder Ingenieur werden und das nicht nur wegen des erwartbaren Einkommens sondern auch wegen des sozialen Prestiges.

Mj24778
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sorry, aber es gibt, zumindest in BW, so viele finanzielle Unterstützung und andere Maßnahmen, die zumindest den finanziellen Aspekt nicht mehr gelten lassen. Und bitte entschuldigen Sie, aber ich finde den Fokus in diesem Artikel schon sehr reduziert auf das Einkommen, aber das Bildungsniveau der Eltern wird nur kurz erwähnt und der macht meines Erachtens einen Großteil aus. Und was ist jetzt die Lösung? Wie wollen Sie die Eltern mit geringerem Bildungsniveau dazu bringen, die richtigen Prioritäten für ihr Kind zu setzen? Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt und ich hatte schulisch als auch finanziell keine Unterstützung und habe trotzdem studiert (neben der Arbeit) und zähle einkommenstechnisch zur oberen Mittelschicht. Ich hatte aber Eltern, die mir vorgelebt haben, Verantwortung zu übernehmen, fleißig zu sein und nicht immer nur nach irgendwelchen Ausreden zu suchen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Mj24778

Volle Unterstützung, mir ging es genauso. Aber Sie werden darauf keine Antwort bekommen, da es nicht ins Schema der “ewig Benachteiligten” passt. Ärmel hochkrempeln ist nicht mehr, der Staat, die Gesellschaft, und einfach alles andere ist schuld.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Jeder Schüler, der sich engagiert und richtig reinhängt, bekommt eine Chance im deutschen Schulsystem. Ja, es kann sein, dass er sich mehr anstrengen muss als ein Schüler, der von zuhause finanziell und mit allen anderen Mitteln unterstützt wird. Aber es ist nicht so, dass wir in die Akte gucken und sagen: “Oh, die Eltern sind arbeitslos. Dann wird auch aus dem Kind nichts.”

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Kommt darauf an, aus welchem Grund diese 2., 3. und 4. Chance notwendig wird. Eine negative Einstellung zur Leistungsbereitschaft wird auch mit der 10. Chance nicht behoben.

Maybe
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hm, würden Sie bitte “wahrgenommener Perspektivlosigkeit. So wird ein Schuh daraus.” näher erklären.
Auch Kids aus Haushalten, die sich rundum alles leisten, alle materiellen Perspektiven nützen könnten, sprechen von Perspektivlosigkeit – gefühlt, psychisch, Weltschmerz, zu oft ‘alles gone’ gehört, kein Gefühl für Leistung vermittelt bekommen, keine Resilienz…..- alles zu finden und vorhanden.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und immer wieder dieser “Schuh” ………. Könnte es nicht auch so sein, dass es umgekehrt ist und die negative Einstellung zur Leistungsbereitschaft die Perspektivlosigkeit begünstigt? Denkansätze können nicht immer nur in eine Richtung gehen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Habe ich je etwas von “faul” gesagt?
Aber mal ganz ehrlich, was Sie da verlangen, dass man jede individuelle Befindlichkeit der augenscheinlich “nicht leistungsbereiten” Personen im Blick haben soll, ist doch wohl utopisch. Gibt es eigentlich keine Eigenverantwortung mehr?
Und bei Ihrem Link geht es in erster Linie um die Begrifflichkeit, da wird der Begriff “Faulheit” (den ich nie verwendet habe, sondern als negative Einstellung zur Leistungsbereitschaft bezeichnet habe) durch den Begriff “Prokrastination” ersetzt, also eher in meine Richtung, man vermeidet die Leistung.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja leider. Hat viel damit zu tun, dass keine Leistung, keine Disziplin mehr abverlangt wird. Jedem die Chance geben, das ist durchaus und dringend notwendig, aber nichts für seine Zukunft tun zu wollen, das kann nicht zielführend sein. Wir verlieren unsere Kinder nicht wegen Perspektivlosigkeit, sondern an die maniupulative Medienwelt, aus der man sich das herauspicken und als Wahrheit sichern kann, was einem zusagt und bequem ist. Und wenn ich den ganzen Tag am Handy daddle und Spielchen zocke, dann sind natürlich alle anderen schuld.

Anika von Bose
1 Monat zuvor

Sie bestätigen mit Ihren Ausführungen, die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Umfeld: „Schule kann nicht alles kompensieren, was im Elternhaus versäumt wird, auch wenn dies gerne suggeriert wird.“ Das bedeutet bildungsferne Familien ziehen bildungsferne Kinder groß und wir als Gesellschaft schauen dabei zu. Das können und dürfen wir uns, aus meiner Sicht nicht leisten. Was wir brauchen, sind vernünftige Präventionskonzepte, die Familien von Geburt an begleiten. Diese Konzepte müssen also deutlich vor Eintritt in die Bildungseinrichtung ansetzen, mit dem Ziel, mögliche Defizite im häuslichen Umfeld betroffener Kinder auszugleichen und durch frühzeitige gezielte Maßnahmen Kompetenzen zu verbessern und so möglichst jedem Kind die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen. Kinder würden besser vorbereitet eingeschult werden, und die Anzahl der Überprüfungsverfahren ließe sich deutlich reduzieren, wenn Entwicklungsverzögerungen früher erkannt und schneller behandelt werden können.

Sozialpädiatrische Zentren, die viele Beratungs- und Unterstützungsangebote vorhalten, behandeln Kinder nur nach Überweisung durch den Kinderarzt. Schon das ist eine Hürde, hinzu kommen die unzureichenden Kapazitäten und sehr lange Wartezeiten (bis zu 2 Jahren). Alle weiteren bestehenden Angebote sind unübersichtlich und allzu häufig völlig überlaufen und deshalb schwer zugänglich. Dazu kommen häufig umfangreiche und langwierige Antrags- und Diagnoseverfahren, von denen Zugang und Kostenübernahme abhängig sind.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, aber Sie liefern in Ihrer Antwort auch nur die üblichen Allgemeinplätze und -phrasen. Wie genau sollen diese Präventionskonzepte denn aussehen? Den Eltern die Kinder tagsüber wegnehmen? 24/7-Betreuung durch eine Nanny, die mit in die Wohnung zieht und ein paar Bücher in die Regale stellt? Wie genau sollen Defizite im häuslichen Umfeld denn ausgeglichen werden? Und wer legt von außen fest, was diese Defizite sind?

Was noch hinzukommt: Viele dieser Familien kapieren zunächst gar nicht, dass überhaupt Defizite vorliegen und leben in den Tag hinein. Es gibt Eltern, die unser Dasein als Familienhelfer ablehnen, Termine und Absprachen nicht einhalten und jeglichen Vorschlag unsererseits sofort als Angriff interpretieren.

Anika von Bose
1 Monat zuvor

https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/DS/0812-2024

Vielleicht können Sie so besser nachvollziehen worauf ich hinaus will.

Anika von Bose
1 Monat zuvor

Zunächst einmal würde ich niemandem unterstellen, dass er nicht das Beste für sein Kind will und vor bestehenden Problemen die Augen verschließt, oder schlicht Defizite nicht bemerkt. Da ist viel Scham und Hilflosigkeit im Spiel, denn natürlich besteht immer die Möglichkeit die Kompetenzen des eigenen Nachwuchses mit denen anderer Kinder zu vergleichen: zunächst im Freundes- und Familienkreis, später im Kindergarten und Schule.

Die Frage ist natürlich immer wie hoch ist der eigene Anteil daran, dass das eigene Kind sich nicht vergleichsweise gut entwickelt? Ich habe meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema. Und wir haben beiden Söhnen viel vorgelesen und Fernsehe- und Medienzeiten immer reglementiert. Dennoch ist unser zweiter Sohn stark entwicklungsverzögert und ich kann Ihnen berichten, dass es sehr schwierig ist und war notwendige Unterstützungsmaßnahmen zu generieren.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Doch, das “können” und “müssen” wir.
Täglich.

Denn:
Um diese Personen dazu zu bringen, sich richtig zu verhalten müsste man sie zwingen.

Das geht in unserem System nicht.

Freiya
1 Monat zuvor

Und die Missachtung von Bildung fand in Schröders “Lehrer sind alle faule Säcke!” eine Manifestation, die bis heute kolportiert wird.

ed840
1 Monat zuvor

Gibt ja 16 Bundesländer mit 16 Bildungssystemen, da wäre eine differenzierte Betrachtung vermutlich nicht uninteressant. Zu Berlin gab es z.B. mal einen Studie, dass die Abschaffung der bisherigen Schultypen und die Einführung der ISS kaum Auswirkungen auf die soziale Segregation hatte.

https://wzb.eu/de/pressemitteilung/die-soziale-kluft-an-berliner-schulen-bleibt-gross

ed840
1 Monat zuvor

Die Entwicklung der Studienanfängerquote zeigt in den Jahren 2006 = 35,6% bis 2011 = 55,6% einen ziemlich steilen Anstieg. Scheint dann laut Studie aber nur die Mittel- und Oberschicht betroffen zu haben.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72005/umfrage/entwicklung-der-studienanfaengerquote/

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Haben Sie auch Daten über die Studienabschluss- und -abbruchquote? Wie viele der abgeschlossenen Studenten arbeiten im studierten Bereich? Welche der studierten Bereiche werden absehbar der KI zum Opfer fallen?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Einfach mal die Akademikerquoten der Alterskohorten vergleichen.
Je jünger , desto höher der Protensatz mit tertiären Abschlüssen

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Tertiär – mit so einem alten Abschluss kann man eben auch keinen Blumentopf gewinnen. Das ist ja mal knapp nach der Kreidezeit

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Der Punkt ist, dass der Schulabschluss eigentlich keine Rolle mehr spielt. Folglich sind es die Ausbildungs- bzw. die Hochschulabschlüsse, die einen sozialen Aufstieg ermöglichen.
ber wie viele z.B. der Hochschulabsolventen erhalten im Laufe ihres Lebens einen Job, der ihnen ein überdurchschnittliches Einkommen und hohes Sozialprestige sichert. Die meisten landen in einer mittleren Managementebene mit tariflicher Bezahlung. Nicht zu vergessen, dass die Hierarchien immer flacher werden, also viele in der unteren und mittleren Hierarchieebenen landen, ohne echte Aufstiegsmöglichkeiten in das gehobene oder höhere Management.
Das, was sich in den letzten Jahrzehnten doch deutlich abzeichnet, ist, dass der Mittelstand in hohem Maße geschwächt worden ist. Die Spreizung zwischen Arm und Reich nimmt immer stärker zu. D.h. die Ränder werden größer, die Zahl derjenigen, die unterhalb der Armutsgrenze leben müssen, steigt. Und auf der anderen Seite werden über 50% des gesamten Privatvermögens von einem immer geringeren Prozentsatz der Gesamtbevölkerung angehäuft.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

D.h. die Ränder werden größer, “

Dass die untere Schicht durch die jährliche Zunahme an jungen Menschen ohne Studienabschluss oder Berufsausbildung größer wird, ist mir schon klar.

Aber ist der Anteil der Spitzenverdiener an der Grundgesamtheit auch so viel größer geworden?

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Der Anteil am Volkseinkommen und Vermögen ist für die oberen 10% der Einkommenspyramide immer größer geworden. Das gilt für alle “westlichen” Länder. Ausgedünnt wird tatsächlich die Mittelschicht. Daran ist aber nicht primäre der Kapitalismus schuld, sondern dass immer mehr von der Mittelschicht an die unteren Einkommensschichten mittels Steuern und Sozialbeiträgen umverteilt wird und(!) an die Oberschicht mittels der um sich gravierenden Subventionitis: Das “Dienstwagenprivileg” ist hier nur ein kleines Beispiel: Der gutverdienende Freiberufler zahlt praktisch nichts für seinen Porsche, da “Firmenwagen”. Dazu kommen die ganzen Industriesubventionen und Energiesubventionen, die praktisch auch nur die Mittelschicht zahlt und die dafür sorgen, dass die Gewinne der Kapitalunternehmen nicht zurückgehen. Profitieren tun deren Anteilseigner.

Die Mittelschicht kann sich praktisch nicht wehren, da sie ihren Lebensmittelpunkt im Gegensatz zu vielel “Reichen” eben nicht aus Deutschland wegverlegen kann. Und bei den “Armen” ist nichts zu holen. Also zahlt seit Jahrzehnten die Mittelschicht, die dadurch immer weiter schrumpft.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

die Ränder werden größer, die Zahl derjenigen, die unterhalb der Armutsgrenze leben müssen, steigt. “

Ich denke bei dem Begriff Zahl wie oben verwendet nicht an €, sondern an Anzahl der betroffenen Menschen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Nein, das hat nichts mit Verdienen zu tun. Es geht um Einkünfte. Ja, die Einkünfte der oberen Zehntausend sind stärker gestiegen als die Einkommen der meisten Arbeitnehmer in Deutschland.
Nicht umsonst ist die Klage gegen die Erbschaftssteuer in der jetzigen Form in KA anhängig und die SPD besinnt sich einmal auf ihre DNA. Jeder Firmeninhaber empfindet die Besteuerung des Firmenvermögens als ungerecht, da er gezwungen wäre, Betriebsvermögen zu liquidieren/flüssig zu machen, um die Steuerschuld zu bedienen. Nur wie sieht es denn bei Privatvermögen z.B. einem Wohn- und Geschäftshaus aus, das im Erbgang an die Nachkommenschaft aus mehreren Geschwistern übergeht? Zwar hat jedes Kind einen Freibetrag von 400.000 Euro, aber was passiert, wenn einer oder mehrere der Erbengemeinschaft darauf bestehen, dass ihnen ihr Erbteil ausgezahlt werden soll? Auch in dem Fall, muss derjenige, der das Haus übernehmen will den Rest der Erben auszahlen und dazu die Immobilie beleihen. Bei Firmenübergängen ist das übrigens nicht anders. Nur warum sollen illiquide Vermögensbestandteile im Erbschaftsfall anders behandelt werden als liquide? Dass das Vermögen der Reichen größtenteils nicht auf Bankkonten oder in Depots liegt, müsste doch jedem klar sein.
Bleibt das Thema von “Oma ihr Kleinhäuschen” im Erbfall. Der Übergang auf den längstlebenden Ehepartner ist geregelt, sofern dieser die Immobilie mindestens 10 Jahre weiter nutzt. Komplizierter wird es schon beim Übergang auf die Folgegeneration, sofern nicht einer das Haus selbst nutzen will. Entsprechend noch komplizierter ist dann der Übergang auf die dritte, die Enkelgeneration. Das Problem mit dem Auszahlen der anderen ist dann – siehe oben – das Erbendilemma.
Egal wie oder was vererbt werden soll, das derzeitige Erbschaftssteuerrecht bietet Vermögenden eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Erbschaftssteuer zu mindern. Und das muss ein Ende haben.

GriasDi
1 Monat zuvor

Also auch hier haben all die Reformen das Gegenteil bewirkt. Vielleicht sollte man aber auch einmal darüber nachdenken, wie Vermögen bzw Einkommen gerechter besteuert werden sollte, damit die finanzielle Ungleichheit nicht immer größer wird, dann sollte ja damit auch die Bildungsungleichheit verringert werden.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Ist das ernst gemeint? Nach dem Motto, wenn ich reichen Leuten das Geld weg nehme werden ihre Kinder dümmer und damit die Ungleichheit geringer?

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin S

Nirgends ist das Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Durch Fleiß kann man immer weniger zu Vermögen kommen. In den nordischen Ländern funktioniert es ja auch. Warum wird Einkommen stärker besteuert als Leistungsklasse Einkommen durch Anlagen usw

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Statt Leistungsklasse sollte es leistungsloses heißen

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin S

Wenn Sie mich missverstehen wollen, dann machen Sie das.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Sozialer Aufstieg ist leider schwieriger geworden, weil man mit großer Freunde massenweise Jobs ins Ausland, darunter auch in Diktaturen verlagert hat. Die Akademikerjobs in den verlagerten Betrieben existieren halt nicht mehr. Und durch die so gesunkene Kaufkraft und Steuereinnahmen stellen werden zusätzlich Jobs bei Unternehmen und Staat abgebaut.

ed840
1 Monat zuvor

“dass sie es durch Fleiß und harte Arbeit in Deutschland einmal besser haben können als die Elterngeneration. “

In dem verlinkten Artikel steht allerdings auch, dass der Lebensstandard junger Menschen heute häufig besser wäre als jener der Eltern- und Großeltern-Generation im gleichen Alter, es für sie einfacher wäre Konsumgüter und Statussymbole zu erwerben , allerdings die Möglichkeiten Wohneigentum zu erwerben schwieriger wäre.

Auch die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben wird von den jungen Leuten oft als zu hoch empfunden, obwohl es früher deutlich höhere Steuersätze bei der LSt / ESt + SolZ gab, kalte Progression, bis 1997 auch eine Vermögensteuer, RV-Tarifsätze bis 20,3% usw. .

Canishine
1 Monat zuvor

„Die entscheidenden Faktoren für die Bildungschancen von Kindern in Deutschland sind Bildung und Einkommen der Eltern“
Das ist doch herrlich, dann braucht man doch bloß das Einkommen der Eltern zu erhöhen (an der Bildung wird man evtl. nicht mehr so viel tun können), und schon ist das Bildungsproblem gelöst. Man kann also das Geld, das man sonst zusätzlich in Bildung stecken müsste, auch direkt an die Eltern geben.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Bitte Ironie kennzeichnen, sonst nimmt noch jemand das ernst…

Canishine
1 Monat zuvor

Der zitierte Satz war auch nicht mit Ironie gekennzeichnet.

heinz
1 Monat zuvor

Wie teilweise andere Schreiber hier auch, sehe ich tatsächlich auch die größte Ursache dafür in den Elternhäusern, denen Bildung einfach vollkommen egal ist. Es gibt durchaus auch Elternhäuser, die wollen, dass ihre Kinder eine bessere Bildung als sie selbst erfahren und tun auch alles dafür. Oft haben diese Kinder auch schulischen Erfolg. Wie andere es bereits geschrieben haben, kann ein Schulsystem nicht alles kompensieren, was im Elternhaus falsch läuft und dies auch nicht an einer Ganztagsschule.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Staat versuchen sollte, die vorhandenen Ungerechtigkeiten zu minimieren. Wenn dem Staat Bildung und die Kinder wirklich wichtig wären, dann würde er nicht für Lernbedingungen sorgen, die es überhaupt nötig machen, dass die Kinder zu Hause alles selbstständig aufholen müssen. Schulhefte, Bücher, Arbeitsmaterial sollte in der Grundausstattung kostenlos sein. Die Busfahrkarte sollte kostenlos sein. Das Mittagessen sollte kostenlos sein.
Und, was ich auch immer wieder in anderen Beiträgen betone, Schulen müsste es möglich sein bei Schulabstinenz oder auch anderen Dingen mit Geldstrafen durchzugreifen, ähnlich, wie es auch bei einem einfachen Parkverstoß der Fall ist.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  heinz

Wenn die gesamte Schuldbildung inklusive Material und Essen kostenlos sind, dazu noch Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht, individuelle Betreuung mit ausreichend Personal, dann sollte aber das Kindergeld dafür gekürzt oder gestrichen werden, dann wäre ich auch für die Übernahme aller Kosten für die Bildung der Kinder. aber bitte nicht schon wieder zusätzlich den Steuerzahler belasten. Kindergeld geht gerade in den bildungsfernen Familien, die zudem meist noch eine große Kinderschar vorweisen, nicht unbedingt in die richtige Richtung. Vielleicht wäre das ein Ansatz ……..

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das wäre tatsächlich ein guter Ansatz. Kindergeld/ den Steuerbonus abschaffen und das Geld stattdessen direkt in Bildung investieren. Spart auch eine Menge Verwaltungsaufwand.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  heinz

Wie hier schon geschrieben wurde: es liegt nicht am Geld sondern an der Einstellung. Und die ändert sich mit noch mehr Geld im System eben auch nicht.

Kinder übernehmen was Eltern ihnen vorleben.
Es gab ein Experiment im Russland der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: man wollte beweisen, dass es für Kinder und Staat besser ist, wenn die Kinder nicht bei den Eltern aufwachsen, sondern in staatlichen Einrichtungen und nahm die Kibder ganz früh aus den Familien. Das Experiment scheiterte krachend. Ähnlich übrigens wie in den ersten Kibbuzim in Israel, die demselben Trugschluss unterlagen: wenn die Kinder außerhalb ihrer Herkunftfamilie aufwüchsen, negiere sich deren Einfluss.

Eine Änderung würde mMn stärkere soziale Kontrolle bewirken. Aber der Zeitgeist ist gerade ein sehr anderer: Eigenverantwortung wird komplett geleugnet.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, so denken Liberalkonservative doch ebenfalls und MitarbeiterInnen der Jobcenter wohl teilweise auch

Peterchens Klo knarrt
1 Monat zuvor

Was bei diesen Studien konsequent unter den Tisch fällt, ist folgendes:

Der wichtigste Prädiktor für Bildungserfolg ist die allgemeine Intelligenz. [1]
Doch, wie ja auch besagte Studien herausfinden, ist der Bildungserfolg stark korreliert mit dem Bildungserfolg der Eltern. Hier kommt das politisch unkorrekte Faktum: Intelligenz wird zu 40-60% vererbt. [2]

Es gibt allein dadurch bedingt also eine obere Schranke für die Durchlässigkeit eines Bildungssystems. Kombiniert mit dem durchaus vorhandenen Einfluss des Eltern-Einkommens (in der Schule weniger, als an der Uni), muss sich zwangsläufig ein stationärer Zustand ausbilden, bei dem die Anteile der Bildungs-Auf- und Absteiger innerhalb der sozialen Schichten stabil sind.

Warum hat sich dann die beobachtete Durchlässigkeit verringert? Ironischerweise durch die Öffnung und Egalisierung des Schulsystems und die staatlich geförderte Aufwertung von Bildung allgemein. Wo noch in den 50ern durch äußere Umstände (Armut der Eltern, nächstes Gymnasium zu weit entfernt, Mitarbeit im elterlichen Betrieb unumgänglich, etc.) der Bildungsaufstieg unmöglich war, obwohl die inneren Umstände (Intelligenz) für einen akademischen Abschluss gegeben waren, da war dieser in den 60ern und 70ern durch die im Artikel angesprochene Politik auf einmal möglich. Die in diesen Zeiträumen beobachtete hohe Durchlässigkeit war also ein durch die Startbedingungen verursachtes, transientes Phänomen, das mit dem Annähern an den stationären Zustand zwangsläufig verschwinden musste.

Vereinfacht gesagt: wir sind gerade in dem Zustand, dass der Großteil derjenigen, die die inneren Voraussetzungen für höhere Bildung mitbringen in Haushalte geboren werden, deren Eltern schon höhere Bildungsabschlüsse haben.

Das wissen selbstverständlich auch die Autoren von Studien, wie der im Artikel erwähnten. Allerdings wird der Faktor erbliche Intelligenz geflissentlich ignoriert oder gar geleugnet, da er dem politisch linken Ideal des “unbeschriebenen Blattes” widerspricht, als das jeder Mensch demnach geboren wird.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Woher kommt im Allgemeinen die Ansicht, Bildungsfern sei ein Synonym für Arm?
Es gibt finanziell schwach aufgestellte Menschen, die Wert auf Bildung legen, mit ihren Kindern raus in die Natur gehen, ihnen neue Dinge zeigen / erklären und Neugier wecken. Oder Bücher lesen und sei es nur als Gutenacht-Geschichten.
Und es gibt finanziell gut aufgestellte Familien, die ihre Kinder mit dem iPad ruhig stellen.
Erstere sind für mich Bildungsnah, letztere Bildungsfern.
Das am Ende der Entwicklung ein neugieriges, lernbereites und lernmotiviertes Kind einen besseren Abschluss macht und in der Folge einen besseren Job bekommt dürfte nicht überraschen. Der entscheidende Faktor hinter dem Ergebnis ist aber nicht die Finanzdecke der Eltern, sondern die Bereitschaft, Kinder zum Lernen zu motivieren. Und DAS ist Bildungsnähe.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und was soll das jetzt beweisen? In meiner Kindheit war am Ende des Geldes regelmäßig erschreckend viel Monat übrig. Und dennoch haben meine Eltern mit uns Bücher gelesen, sind mit uns Wandern gegangen (kost nix), haben uns dabei Dinge über die Natur erzählt und WENN wir vor dem Fernseher saßen, dann überwiegend für die Sendung mit der Maus oder Löwenzahn. Man KANN Kinder für Wissen interessieren. Weitestgehend unabhängig vom Geld.
Ich habe mit meinen Kindern z.B. im Sommer auf einer Wiese gelegen und die Sterne angeschaut. Und sie gefragt, wie weit die wohl weg sind. Wie lange das Licht bis zu uns braucht. Was für ein wahnsinniger Zufall das ist, dass dieser Lichtstrahl millionen von Jahren durch das All gerast ist, nirgendwo hängen geblieben ist, und genau JETZT in unsere Augen fällt. Dabei kommt man gleich noch auf die Frage, wie schnell Licht eigentlich ist.
Und das alles geht im Grunde mit Grundschülern. Ja, das kostet auch Kraft. Aber ich setze ja keine Kinder in die Welt und erwarte, dass das ein Selbstläufer wird?

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Schwer enttäuscht, liebe Redaktion hat mich diese Ihre Antwort: mit keinem Wort gehen Sie auf die These “Vererbung von Intelligenz” ein.
Dabei hätte es wunderbare Repliken gegeben, der Post-Verfasser liefert die Steilvorlage sogar selbst. Stattdessen allgemeines Blabla über Klassismus, wobei der Zusammenhang schon sehr bemüht konstruiert erscheint.

Das könnt ihr doch besser.

Ganz herzliche Grüße

Peterchens Klo knarrt
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Intelligenz ist nach wie vor der beste Prädiktor für beruflichen Erfolg und damit für Einkommen. Wissen Sie selbstverständlich.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

In Ihrer Welt ist also das erzielbare Einkommen unabhängig von der Intelligenz? Sozialer Status völlig unabhängig von der Intelligenz? Keinerlei nachvollziehbare Korrelation?

Peterchens Klo knarrt
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Lesen sie Ihre Quellen auch?

Zitat:
“Bei den oberen 50 Prozent der am Arbeitsmarkt Teilnehmer sehen wir dann eine sehr, sehr starke Verknüpfung zwischen Einkommen und kognitiven Fähigkeiten”, sagt Keuschnigg.

Davor schwach und ab einem gewissen Einkommen nachlassend. Das nennt man Randeffekte. Die Gänze dieser Erkenntnisse als “kaum eine” zusammenzufassen ist entweder dumm (schließe ich bei Ihnen aus) oder aber absichtliche Verzerrung.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ 60.000 Euro entspricht etwa dem Durchschnittsgehalt in Deutschland.“

Der Durchschnitt des Gehalts (das arithmetische Mittel) lag 2025 bei 52.300€. Dieser ist aber nicht sehr aussagefähig, da die Ränder den Durchschnitt verzerren. Wesentlich besser beschreibt der Median das mittlere Einkommen, und das lag 2025 bei 45.800€. Mit 60.000 sind Sie schon ziemlich weit oben dabei.

https://www.sdworx.de/de-de/blog/lohn-und-gehaltsabrechnung-outsourcing/gehaltsreport-2025-allgemein

Mit freundlichen Grüßen,
Mika

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Keine Ahnung, ob Sparkassenchefs im Schnitt intelligenter sind als Lehrkräfte – müsste man mal untersuchen.

Letztlich bestätigen Sie hiermit doch aber: Gehalt und Intelligenz korrelieren in der Mitte – an den Rändern gibt es Verzerrungseffekte (das ist normal). Warum also Ihr Widerspruch zu Martin S und Peterchen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

???
Wenn da steht: „Bei den oberen 50 Prozent der am Arbeitsmarkt Teilnehmer sehen wir dann eine sehr, sehr starke Verknüpfung zwischen Einkommen und kognitiven Fähigkeiten”, dann ist das eindeutig eine Korrelation. Ob das Kausalität ist – diese Frage bleibt zu klären, aber die Korrelation ist offensichtlich da. An den Rändern gibts Verzerrungseffekte (ganz oben, ganz unten) – auch das ist normal.

Ihre Schlussfolgerung „Praktischerweise braucht man sich dann ja auch nicht um Arme zu kümmern – sind ja selber schuld.“ kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Kognitive Fähigkeiten sind nun mal zum Teil erblich angelegt, da passt „selbst schuld“ nicht.

Peterchens Klo knarrt
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Natürlich existieren auch strukturelle Nachteile. Doch selbst wenn man alle strukturellen Nachteile beseitigen würde, die erblich bedingte Ungleichverteilung kognitiver Fähigkeiten bleibt erhalten. Und sie wird immer zu Einkommens- und Vermögensungleichheit führen. Und daher, unter Anwendung der Definition von relativer Armut, zu Armut.
Das ist natürlich keine Ausrede dafür, gegen die strukturellen Nachteile nicht ankämpfen zu müssen, doch selbst in den egalitärsten Staaten der Welt (z.B. Schweden) persistiert Einkommens- und Vermögensungleicheit.

Es ist also genau so falsch, die faktisch vorhandene erbliche Ungleichverteilung von Intelligenz zu ignorieren und alles auf strukturelle Benachteiligung zu schieben.
Selbst eine Betrachtung, bei der beide Phänomene als unabhängig voneinander wahrgenommen werden, greift m.M.n. viel zu kurz. Ich würde wetten, dass man bei einer komplexen Modellierung des Gesamtsystem auf sehr viele Differentialgleichungen stößt.

Uiuiui
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gilt der Vergleich nicht auch für einige Abgeordnete?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nur verfügen die Logistiker/Lagerarbeiter über die funktionsfähigeren IT-Systeme

Hanni
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Mich würde das Netto interessieren.
Und nochmal die Einordnung von A12/13. Ich habe hier schon öfter gelesen, dass Lehrer quasi am Hungertuch nagen.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Hanni

Kann man googeln.
Wir nagen sicher nicht am Hungertuch. Aber wir verdienen weniger als in den meisten anderen Berufen und haben kaum Aufstiegschancen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Hanni

Es geht hier um eine angemessne Entlohnung für sieben Jahre akademischer Ausbildung (Studium + Referendariat). Das ist mit einem Rechtsanwalt und einem Arzt vergleichbar, nicht aber mit einem Ingenieur (den Abschluss bekommen Sie dank Bologno-Reform schon nach drei Jahren).

Wenn das Ziel ist “nicht am Hungertuch zu nagen”, dann empfehle ich Bürgergeld (demnächst Grundsicherung). Da brauchen Sie keine sieben Jahre für. Dafür brauchen Sie nicht einmal einen Grundschulsabschluss oder Sprachkenntnisse. Und geht auch über 5000€ netto (entsprechende Kinderzahl vorausgesetzt).

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ing in 3 Jahren? Ach nee, lass stecken.
Dann doch lieber ‘nen Techniker als einen Backelohr of Indschiniering

Bildungsnah
1 Monat zuvor

„Wir schlagen einen steiler werdenden Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und dem Bildungsabschluss der Kinder als unmittelbare Erklärung vor“, schreiben die Forscher.

So funktioniert Wissenschaft. Sie „schlagen vor“, daher müssen sie keinen wirklichen Beweis mehr führen und die vielen Variablen bedenken. Allein schon die Tatsache, ob eine oder zwei Personen das Haushaltseinkommen erwirtschaften, macht einen enormen Unterschied und verzerrt das Ergebnis. Die Menschen, denen es gelingt, eine Partnerschaft längerfristig zu erhalten, haben bestimmt nicht dieselben Eigenschaften und können sich zu zweit auch anders um ihren Nachwuchs kümmern.

Unser Kind ist gut in der Schule. Das liegt an unserem Einkommen. Auf keinen Fall liegt es daran, dass wir es immer zum Lernen motiviert haben und uns Bildung wichtig ist. Das kann auch nicht damit zusammenhängen, dass es im Gegensatz zu den Klassenkameraden keine Netflix-Serien und Computerspiele kennt, sondern viel liest – seit einiger Zeit auch auf Englisch. 

Aber lasst mich raten: Bücher sind teuer und kosten zum Teil zweistellige Beträge (gebrauchte immerhin auch noch oft 0,50 bis 2,50 Euro). Flohmärkte und Büchereien sind auch zu schwer erreichbar. Klar, dass Kinder aus Familien mit wenig Einkommen keine Bücher lesen können – wer will das auch erwarten?

Ein Hoch auf die einfachen Erklärungen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich gehe mal davon aus, dass mein Partner und ich in der Nachwendezeit durchaus die Kriterien von „bettelarm“ erfüllt haben. Zur Miete in nem Haus mit Plumpsklo draußen über die Wiese, im Haus nur Kaltwasser, Größe der Wohnfläche ca. 40qm, das „Kinderzimmer“ hatte 2x2m, unser Haushaltseinkommen betrug 600DM Erziehungsgeld plus ich glaub 50DM Kindergeld, und das war’s. Davon haben wir Miete (325DM) und alle laufenden Kosten zahlen müssen. Arbeit gabs nicht in unserer Region, die Arbeitslosenquote lag bei 25%. Ich weiß genau, was es heißt, überlegen zu müssen, ob man das Brot für 1,00 oder 1,05DM kauft, weil bei ersterem noch 5 Pfennig für nen Lutscher für eins von zwei Kindern drin ist. Wir waren zu stolz zum Sozialhilfe beantragen – vielleicht war das dämlich, aber so war es halt.
Und trotzdem haben wir unseren Kindern vorgelesen, uns mit ihnen beschäftigt, uns um ihren Bildungsgang gekümmert.

Unsere Kinder hatten das Glück, bildungsaffine Eltern zu haben. Wenn jemand bildungsaffin ist, ist der Besitzstand eher nebensächlich, wenn es um die Zukunft der Kinder geht: diese Eltern kümmern sich.
Die eigentliche Frage ist doch: wie geht man mit Eltern um, die nicht bildungsaffin sind und denen die Bildung ihrer Kinder entweder egal ist oder die diesbezüglich hilflos und überfordert sind? Soll man diese Eltern (ggf. zwangsweise) schulen? Kann Schule da durch Ganztag oder andere Konzepte überhaupt einen nennenswerten Einfluss ausüben, um die Defizite der Erziehung und die fehlende Beispielwirkung der Eltern auszugleichen?
Gibts da valide Studienergebnisse zu?

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

So ist es. Der Einfluß der Herkunftfamilie ist gravierend. Das, was wir den Kindern vorleben, übernehmen sie. Und dazu gibt es viele Studien und auch – unterscheiden- Experimente aus früheren Jahrzehnten.

Ich halte es da mit dem großen Fritz: jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden. Warum muss man Kinder quälen, die sich schwer tun, weil ihnen bis zum Schuleintritt nichts abverlangt wurde und nun die grundlegenden Kompetenzen für Wissenserwerb fehlen (komische alte Eigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Sprachschatz, Anstrengungsbereitschaft, Durchhaltevermögen,…)

Wir werden – wie in früheren Jahrhunderten – eine kleine Schicht gut (aus)-gebildeter Menschen haben (10 bis 20 %). Die Schul- und weitere Ausbildung wird zum großen Teil in privaten Institutionen erfolgen, da die Niveauunterschiede zu “Regelschülern”, denen nur noch die Kompetenzen vermittelt werden, die sie nicht überfordern oder demotivieren oder gar unter Druck setzen, einfach zu groß sind.
Wofür ein Großteil der Menschen ihre Zeit verwenden will, da Digitalisierung und KI einfache Jobs obsolet machen, ist mir auch noch ein Rätsel. Aber wahrscheinlich wird Nachwuchs bald ohnehin zu den Zumutungen gehören, die man sich nicht mehr antun muss. Dann regelt sich der Fall durch Zeitablauf von selbst. Die Umwelt dankt.

Bildungsnah
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Problem solcher Studien ist ja genau, dass es sich nicht um ein nachvollziehbares Experiment mit isolierten Variablen handeln kann. Die Plausibilität sehe ich hier ehrlich gesagt nicht. Es wird soziale Herkunft als bestimmender Faktor angegeben, der über das Einkommen der Eltern definiert wird. Aber das Einkommen ist keinesfalls der bestimmende Faktor. Eltern aus der Mittelschicht wissen z.B. um die Wichtigkeit von Bildung und kennen Faktoren, die Erfolg begünstigen. Sie haben sie ja im Regelfall selber genutzt. Sie achten bei ihren Kindern darauf und geben ihr Wissen und ihre Werte weiter. Den im Artikel beschriebenen Pessimismus gebe ich nicht an mein Kind weiter. Ich weiß, dass man durch Bildung und Anstrengung aufsteigen kann, und mein Kind weiß das auch.

Was soll denn der Mechanismus sein, der das Einkommen zum Garant für Erfolg macht? Reicht es, eine Kopie des Lohnzettels unter das Kopfkissen meines Kindes zu legen? Muss ich den Lohnzettel an die Schule faxen, damit mein Einkommen bei der Notenvergabe berücksichtigt wird? Oder muss mein Kind für gute Noten Anstrengung investieren und lernen? Kann es nicht vielleicht doch sein, dass der Lernerfolg auch darin begründet ist, dass ich es auch während der Ferien zum Lernen motiviert habe – was mich nicht einen einzigen Cent gekostet hat?

„Wenn Sie ein gutes Einkommen haben, müssen Sie nicht um Ihre Existenz kämpfen.“

Kommt darauf an, was Sie unter Existenz verstehen. Nicht jeder, der ein ordentliches Gehalt hat, ist im Übrigen Beamter. Ich habe vor wenigen Jahren die Branche und den Aufgabenbereich gewechselt, musste neu lernen und mich erneut beweisen. Mein Partner wurde ungerechtfertigt gekündigt und musste vor dem Arbeitsgericht sein Recht erstreiten sowie einen neuen Job suchen. Wenn die Raten nicht pünktlich bezahlt werden, kommt das Haus unter den Hammer – nachdem wir die erste Generation in der Familie sind, die ein eigenes Einfamilienhaus erwerben konnte. Haus und Grundstück müssen in Ordnung gehalten werden, und es gibt geplante sowie unvorhergesehene Instandhaltungskosten. Da die Konjunktur nicht so richtig rund läuft, musste ich Gehaltseinbußen hinnehmen und habe inzwischen einen Nebenjob.

Sind das Existenzsorgen? In meinem Kontext schon – auch wenn ich sicher bin, morgen noch etwas zu essen zu haben.

Aber zurück zu den Büchern: Kann nicht jeder seinem Kind vorlesen, wenn es klein ist? Sind Bücher in Deutschland wirklich eine unerschwingliche Ressource? Sind die Minuten des Vorlesens wirklich eine unzumutbare Belastung für Eltern, egal welcher Einkommensschicht?

In der Diskussion um Bildungsgerechtigkeit wird immer der Einfluss der Eltern auf den Erfolg der Kinder bemängelt. Klar setze ich alles daran, meinem Kind den bestmöglichen Erfolg zu ermöglichen; nichts kann mich davon abhalten.

Wäre das nicht eine furchtbare Welt, wenn wir Eltern keine starke Bedeutung für das Leben unserer Kinder hätten?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihre Vorschläge, wie den Kindern dieser Eltern wirksam geholfen werden kann, sind?

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und die sollen die bessere Erziehung als Eltern erbringen? Na dann …

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also den Eltern noch mehr Verantwortung abnehmen. Sehr zielführend.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und damit wird das Negativ—Vorbild der Eltern, mangelnde Erziehung, mangelnde Zuwendung etc. in dem Maße kompensiert, dass nahezu alle Kinder ihr Potential voll ausschöpfen? Nicht nur die Möglichkeit dazu haben, sondern es auch tun?
Im Brennpunkt wären das meiner Ansicht nach dann Kitas/Schulen, die eine maximal 5:1 – Betreuung in Vollzeit aufweisen müssten, um irgendwie messbare Effekte zu erzielen. Gehen Sie davon aus, dass die Gesellschaft in D bereit ist, das zu zahlen? Ich eher nicht.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich plädiere für Internatsschulen mit durchgängiger Beschulung und Betreuung…..und für die Ferien gibt es verbindliche Ferienlager….

Bla
1 Monat zuvor

Für die Ferien ebenfalls Internatsschulen. Wozu Ferien? Maximal “unterrichtsfreie Zeit”.
Aber … Kosten … Darum wird sowas nicht kommen. Da wäre ja “Inklusion” und “Migration” etc. ein “Fliegenschiss der Kosten” im Vergleich. Und schon darauf wartet man vergebens …

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Sie haben aber schon mitbekommen, dass mein Beitrag nicht ganz erstgemeint war, oder?

Bla
1 Monat zuvor

Nene, das meinen Sie vollkommen ernst. Bin ich mir sicher.

Natürlich. Mein Beitrag hat das erweitert.

Aber wenn schon denn schon. Dann schon richtig: Staatliche Vollzeitinternate. Soo viel mehr “Gleichheit” werden wir auch nicht (anders) bekommen. Wäre eigentlich die logische Konsequenz “ins Extremste”?

Bildungsnah
1 Monat zuvor

Das klingt vernünftig. Warum sollte sich der Staat die mühsame Erziehungsarbeit bei seinen Kindern zunichte machen lassen, indem er ihnen einen Ferienaufenthalt bei ihren Herkunftsfamilien gestattet? Notwendig ist das bei den technischen Möglichkeiten heute ohnehin nicht. Durch staatlich angelegte Instagram Reels kann der weitere Weg dieser Kinder gut genug und sehr bequem vom Sofa aus verfolgt werden. Ein Problem mit Ungleichheit haben wir dann jedenfalls nicht mehr.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Klar. Sollte man machen. Absolut. So oder so. Sogar auch ohne “die Schere”.
Es ist eben immer die Frage nach Mängeln “in Systemen”.
Und hier trifft halt eben “Mangel” auf “Mangel”. Gerade bei “Arm” und “örtliche Brennpunktschule”.
Das ist bekannt. Das ist schlecht. Aber … Wie agieren und reagieren ohne wirklich Agieren und Reagieren (sowohl Regieren …) “der Politik”?

Sie gehen hier den Weg über “stabilisiert das Schulsystem”, um das (andere) Mangelsystem (des Privaten und der sozialen Gesellschaft) auszugleichen.

Einige hier sind (zusätzlich) für den anderen Weg … D. H. eben “wieder mehr Verantwortung auch auf Elternhäuser”. Und das wäre dann systemisch bspw. durch höhere Löhne, durch bessere Arbeitsbedingungen für Familien usw.

Bestenfalls – oh wunder – würde man an beiden Mangelsystemen (und weiteren) “arbeiten”. Warum? Weil das sozialgesellschaftlich absolut Sinn macht.

Warum wird das nicht gemacht?
– Wahlperioden und Regierungsperioden zu kurz
– Systemänderungen
– Bürokratie
– Immenser Geldeinsatz
– Wirtschaft müsste sich anpassen und (wieder) umstellen
– Man müsste ein “Versagen” eingestehen und v. A. (Mal) handeln
– Die Schuld ist leichter und angenehmer für Akteure “rumzuschieben”
– usw. usf.

Kurzum: Wie wollen Sie denn diese “Multiprofessionellen Teams” und räumlich gut ausgestattete Kitas und Schulen “herzaubern”?
Machen wir es doch konkret bitte… Wie genau stellen Sie sich das vor?
Dann geht es ja weiter: Wo wollen Sie das machen? Flächendeckend ? Nur bei/an Brennpunkten?
Wie gewährt man denn hier “Gleichheit”/”Chancengleichheit”? Fördert man nur “die Schwachen”? Verbot von Begabtenförderung? Oder wie?

Armut ist ein massives Problem … Auch hier allerdings – wenn man Räumlichkeiten verbessert [was zweifelsfrei absolut wichtig und notwendig oft ist] bleibt die Schere trotzdem bestehen. Eventuell klappt sie “etwas” zusammen. Sie bleibt aber.
Der Geburtsvorteil ist einfach da. Den zu entgegnen? Wie konkret hier wieder? Staat zieht alles ein und verteilt? Klappt gut bisher?
Ansonsten wird es immer bleiben … Erbe > Arbeit. Bei Vermögen.
In Schulen helfen Multiprofessionelle Teams generell – insbesondere “Schwächere”. Allerdings eben auch konkret “Stärkere”. Schon alleine wegen der Ausweite der Rahmenbedingungen und damit mehr Zeit auch für Stärkere, da Zuwendungszeit für Schwächere momentan hier auch oft … Einiges an “Effektivität” häufig “kostet”. Gehört nicht auch das irgendwie zur Wahrheit?
Differenzierung nach unten ist zeitintensiv. Förderungen ebenso.
Und auch das ist “ungerecht”. Jemand der ADHS, LRS und Dyskalkulie hat … Hat massivste Nachteile. “Kostet” mehr Zeit. Ist oft deutlich anspruchsvoller. Braucht auch mehr Elterngespräche und Abstimmungen. Also die “Ressourcen” werden doch häufig schon “so verteilt”? Was durchaus auch dienlich ist. Aber auch das sollte man durchaus mal konkreter benennen … Wenn dann hier noch die Bedingungen (aktuell) verschlechtert, statt verbessert werden … Wo und wie bitte? Wie soll ein solches Mangelsystem denn ein weiteres Mangelsystem ausgleichen? Und das wäre Ihr Weg hier?

Wirklich weiter gedacht wäre man tatsächlich bei einem staatlichen Internatssystem [unleistbar]. Das wäre dann “wohl das Fairste”?

Und ja … Ich gehe hier absolut mit … Mitunter das – und vieles vieles Weitere – müsste man angehen. Der Trend zeigt leider anderes. Wir “leben” in der Realität und arbeiten mit den uns gegebenen – oftmals viel zu wenigen – Ressourcen.

Andersrum: Wer gleicht denn das Mangelsystem Schule aus? Warum nicht? Und klar … Ist nur für Reiche (einfacher) möglich. Sind wir wieder beim “Urproblem” hier vom Topic.

Also um was und wie konkret “geht es hier”? Gleiche Teilhabe? Ins “Gute”?
Es ist sowas von ultra Komplex, dass eine “Gleichheit/Chancengleichheit” herstellbar ist. Auch das muss man doch “realisieren”? Wie denn auch … Die Räumlichkeiten und Multiprofessionellen Teams sind “No-Brainer” generell für Bildung. Hier entgegnet man nicht “Arm – Reich” im weiteren Sinne der Schere und Problematik.

Und dann weiter .. wie, wenn wir noch “nichtmal” Inklusion flächendeckend hinbekommen? Wie wenn wir nichtmal “Migration” flächendeckend hinbekommen?

Generell gilt natürlich …
– Deutlich kleinere Deputate
– Größere Räumlichkeiten [und v. A. überhaupt Fachräumlichkeiten …]
– Weniger Bürokratie
– Multiprofessionelle Teams
– Mehr Material und Ressourcen
– Weniger “strauchelndes” Ausbildungssystem [Studium, Examen, Ref] – was massiv viele potentiellen guten Lehrkräfte auffrisst
– Gute und sinnvolle Fortbildungen [bestenfalls sogar mit “Bedarfsabfragen von ALP und co., damit auch mehr “Förderschwerpunkte” vllt. gegeben sind]
– Bessere PR des AG/Staates/Politik
– Usw. usf.

Weiß man das alles nicht? Doch.
Man “will” oder “kann” nicht. Und wie “zwingt” man dann?

Konkret bitte … Ihre Vorschläge. “Wir” [auch Sie] warten doch seit Jahren und Jahrzehnte darauf …

Ich habe es so satt, dass ständig gefordert wird, statt zu fördern. Und so geht es sehr sehr vielen. Auch hier sollte man sich mal Gedanken machen, warum viele “so reflexartig” auf solche Themen und Forderungen reagieren. Das sind oft leider … Erfahrungswerte.

Fakt ist … Auch einige Eltern könnten durchaus ihrer Rolle der Erziehung etwas mehr nachkommen. Ansonsten MUSS der Staat übernehmen. Oder es ist … Wie es ist.
Dann verweilen wir in einem (mehrfachen) Mangelsystem, welches zusammenwirkt und zusammen noch mehr verschlimmert.
5-15 Jahre … Meine Prognose aktuell.
Privatschulen noch mehr im Boom.
Arm – Reich dementsprechend noch mehr gespalten.
Staat freut sich für die Kosteneinsparung.
Läuft doch … Aktuell (noch) … Warum sollte man denn immens sich “reinlegen” (als aktuelle Politik)?

Bildungsnah
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das tatsächlich beide Elternteile oder ein alleinerziehender Elternteil psychisch erkrankt sind, ist ein bedauerlicher Einzelfall, bei dem man das Vorlesen von Büchern nicht erwarten kann. Allerdings dürfte dieser Fall eher selten sein – und da mache ich mir vor allem ganz andere Sorgen um das Wohlergehen dieser Kinder. Wegen solcher Argumente sollten wir unser Bildungssystem nicht umbauen; hier handelt es sich um ein medizinisches bzw. psychologisches Problem, das anders gelöst werden muss.

Solche Einzelfälle dürften ohnehin nur als Argument für die einzig gangbare Lösung dienen:
Einheitsschulen mit verpflichtendem Ganztag, Abschaffung der Gymnasien, zusätzliche Hürden für Privatschulen und Kitazwang (hier brauchen wir noch ein schöner klingendes Wording für die PR). Wenn Sie die Presse verfolgen, kennen Sie die Konzepte.

Wenn es in einem anderen Kontext einen einzelnen Faktor gäbe, der so entscheidend für ein positives Ergebnis wäre, würden wir ihn den entscheidenden Erfolgsfaktor nennen und ihn verstärken.
Hier natürlich nicht. Wir brauchen Lösungen, die den Einfluss dieser bildungsnahen Mittelschicht-Eltern begrenzen.

Fragen Sie mal beim Elternsprechtag nach Tipps, wie sich Ihr Kind in dem Fach verbessern könnte, wenn es auf einer Zwei steht. Da schlägt Ihnen Unverständnis und blanke Ablehnung entgegen.
Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass dieses Verhalten die Eltern, die in ihren ordentlich bezahlten Jobs jeden Tag gezielt Hindernisse überwinden und Lösungsstrategien entwickeln, dann einfach zum Aufgeben bringt? Die Tipps gibt es auch woanders.

In diesen ganzen Diskussionen wird immer so getan, als würde die Leistungsdifferenz aus irgendwelchen Gründen bedauerlicherweise einfach so entstehen.
Ich verrate hier mal ein Geheimnis: Dieser Leistungsunterschied wird von den bildungsnahen Mittelschicht-Eltern gezielt und mit voller Absicht erzeugt.

Jetzt werden zu Hause mit dem Kind die Mathekentnisse verbessert, weil es in den meisten Schulen nicht mehr gelingt, die grundlegenden Konzepte ausreichend zu vermitteln und zu üben. Damit ist das Kind deutlich besser als der Klassendurchschnitt.
Was passiert denn jetzt, wenn die Schule mit größerer Anstrengung jedem Kind die grundlegenden Mathekenntnisse vermittelt? Dann investiere ich womöglich doch das Geld in ein Netflix-Abo und ein Smartphone für mein Kind und zukünftig werden dann nur noch Serien und TikTok konsumiert?

Im Leben nicht!
Dann machen wir fortgeschrittene Mathekonzepte, lernen Robotik und bedanken uns bei der Schule für die gewonnene Zeit für interessantere Themen.

Der hier immer wieder zitierte „überproportionale Aufwand“ (z. B. die Hausaufgaben zu erledigen und auf Arbeiten zu lernen) wird unseren Kindern als Standard vermittelt. Darüber hinaus scheuen wir nicht noch „überproportionaleren Aufwand“ (hier braucht es dringend ein neues Wort, wenn die früher simplen Dinge schon so gesteigert werden).

Außer mit vehementem Zwang sind unsere Kinder nicht in den “bildungsgerechten” Durchschnitt einzugliedern. Sorry.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nicht vorlesen können und sich nicht um die eigenen Kinder kümmern hat nichts mit Armut oder Reichtum zu tun, das ist eine absurde Feststellung. Psychisch und körperlich Kranken wird in unserem Land geholfen, nicht vergessen. Und die sog. “Armen” und “Benachteiligten” haben in der Regel mehr Ausgaben für unnötigen Konsum als sparbewusste Familien. Erziehung ist nötig, nicht nur bei den Kindern, eher bei den Eltern.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist aus Ihrer Feder …..

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich schreibe von “sogenannten”, weil ich Ihre Ausdrucksweise zitiere. Und die Definition von “arm” und “benachteiligt” geht in der Gesellschaft doch weit auseinander.

Schade Marmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer die Anforderungen des Eltern seins nicht erfüllen kann sollte vielleicht keine Eltern mehr sein. Klingt hart. Aber in den von ihnen beschriebenen Fällen wäre es gut die Kinder aus den Familien zu entfernen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Jo. Wäre sinnvoll. Wird aber grad alles gestrichen, jedenfalls in BB.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es kann nicht jeder seinem Kind vorlesen? Wegen Armut und Perspektivlosigkeit? Das glaube ich jetzt nicht, so verbohrt kann man doch nicht sein. Und psychische Erkrankungen kommen genau woher? Und sind wohl alle Eltern, die ihren Kindern nicht vorlesen können, psychisch krank? Also Ihre Ausführungen, bei allem Respekt, sind schon sehr fragwürdig.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie nennen es “faul”, ich nenne es einfach nur “desinteressiert”, wenn man sich nicht spielerisch mit dem Kind befassen möchte oder ihm mal 15 Minuten vorlesen. Das hat mit Armut nichts zu tun. Manchen ist es wichtiger, stundenlang auf dem Smartphone zu daddeln und irgendwelche blöden Posts abzusenden.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Bildungsnah

“Die Menschen, denen es gelingt, eine Partnerschaft längerfristig zu erhalten, haben bestimmt nicht dieselben Eigenschaften und können sich zu zweit auch anders um ihren Nachwuchs kümmern”.
Ich verstehe nicht wirklich, wie Sie das meinen.
Könnten Sie das etwas genauer ausführen?

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Was ist daran schwer zu verstehen? Wenn sich zwei Menschen um Kind/er kümmern, sind nicht nur zeitlich größere Resourcen vorhanden, sondern auch ein Regulativ, das Fehlentwicklungen besser korrigieren kann.
Das ist sogar durch Studien gut belegt.

Also: ja, Kinder von Alleinerziehenden haben ein größeres Risiko für schlechtere Schulleistungen – statistisch natürlich, aber das muss man hoffentlich nicht extra betonen.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Das ist mir durchaus klar.

Es war für mich hier nicht eindeutig verständlich, ob die jeweiligen “Eigenschaften” innerhalb einer Paarbeziehung gemeint waren oder als Vergleich zu den “Eigenschaften” einer/s Alleinerziehenden.
Konnte man auch so verstehen.

Bildungsnah
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Ich meine das auf einem statistischen Level; die einzelnen Schicksale will und kann ich nicht beurteilen. Wenn man verschiedene Gruppen vergleicht, dann muss man auch auf einige Variablen kontrollieren. Wenn das Haushaltseinkommen entweder Gehalt A + Gehalt B ist oder eben nur Gehalt A, vermischt man sehr stark völlig verschiedene Bevölkerungen, die man eigentlich nicht in einen Topf werfen sollte. Alleinerziehende haben also schon schlicht aus mathematischen Gründen einen niedrigeren sozioökonomischen Status. Aus meiner Sicht wird das in Studien unzulässigerweise einfach in die Variable Einkommen hineingemischt.

Dass Kinder in einer Familie mit vereinten Kräften großgezogen werden, ist ein absolutes Erfolgskonzept unserer Menschheitsentwicklung. Hut ab vor jedem, der es alleinerziehend schafft, seine Kinder zu erfolgreichen Erwachsenen zu machen. Der Regelfall scheint es leider nicht zu sein.

Aus meiner Sicht ist es offensichtlich, dass es auch in den Eigenschaften der verschiedenen Menschen Unterschiede gibt. Eine Partnerschaft langfristig aufrechtzuerhalten, ist eine fordernde Aufgabe. Da sind bei beiden Partnern Kommunikationsfähigkeit, Ausdauer, Lösungsstrategien etc. gefragt. Gelingen kann das auch nur, wenn beide Partner manchmal für das größere Ganze persönlich zurückstecken. Die Eigenschaften, die eine langfristige Partnerschaft ermöglichen, helfen sicher auch dabei, den Erfolg der Kinder zu fördern. Wenn die Kinder Glück haben, können diese Eigenschaften und Werte natürlich auch beim alleinerziehenden Elternteil vorhanden sein und an sie weitergegeben werden.

Interessant ist doch übrigens auch, dass Kinder bei alleinerziehenden Vätern mit im Durchschnitt höherem Einkommen weniger erfolgreich sind als bei alleinerziehenden Müttern. Alles auf das Haushaltseinkommen zu fokussieren, ist irreführend, wenn wir Prädiktoren für den Erfolg der Kinder haben, die erheblich stärker sind.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Bildungsnah

Teils stimme ich Ihnen zu.

Ich möchte ergänzen:
Viele finden sich plötzlich im Status der/des Alleinerziehenden wieder, OBWOHL sie kommunikativ, lösungsorientiert und ausdauernd aufgestellt sind.
Es reicht, wenn ein Elternteil für sich feststellt, dass “Familie” zu anstrengend ist und sich aus diesem System verabschiedet.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bildungsnah

Sehr idealisiert geschrieben. Dafür kenne ich zu viele, die sich für ihre Ehe selber belügen, Dinge verdrängen, die sie moralisch von ihrem Partner eigentlich nicht vertreten können.
Es kann auch helfen, sich an anderen abzuarbeiten, die dieselbe Macke wie der Partner haben, damit dieser aus dem Schußfeld ist.
Da kenne ich mitunter jmd, der alle Leute zum kotzen findet, die nicht arbeiten. Doch dann hatten die eigenen Kinder auch keine gerade Biographie und die Partnerin (Lehrerin) hat ihren Beruf nur eine Handvoll Jahre ausgeübt. Dafür war das Studium lang und teuer für den Staat. Hmm… aber wenn man seine Partnerin nun mit allen dieser Sorte über einen Kamm schert, kann man so nicht zusammen bleiben. Dann ist man alleine und genau so ein Looser mit ungerader Biographie… Also irgendwie einreden, dass das eine nicht das andere ist.
Oder der Sohn, der seine spießigen Eltern zum kotzen findet und, solange er Student ist, an Peace und Liebe und so weiter glaubt. Später ränkt sich das Verhältnis ein. Sohn verdient selber gut und wird genauso materialistisch wie seine Eltern. Dann ist das ja eine heile Familie!
Alle verdienen gut, Eltern haben alles richtig gemacht. Nur hat Sohn keine Zeit die totkranke Oma zu besuchen.
Bei meinen rechtsextremen Nachbarn haben auch alle dieselbe Meinung in der Familie, also heile Welt. Die Familie ist so glücklich, dass die drei Söhne mit 30 noch Zuhause wohnen wollen. Es gibt nie Streit, alle wählen gleich, keiner ist schwul, alle gläubig.
Ich blicke in die andere Richtung, da bleibt jmd mit Partner zusammen, aus Abhängigkeit.
Und dann noch die bemerkenswerten Talente, den Richtigen zu finden.
Wie schaffen es manche nur, sich genau richtig zu verlieben?
Eine Frau von 1,78m Größe e, die sich nur in Männer um 1,90m Größe verliebt. Und die immer altersmäßig passen. Und finanziell. Und optisch.
Man könnte auch sagen, solche Leute sind kälter, strategischer, materialistisch. Da gibt es auch tatsächlich Untersuchungen, die belegen, dass diejenigen, die ganz unten sind, ihre Familie mitglieder eher so nehmen, wie sie sind.
Die Wahrheit liegt in der Mitte bzw die Medaille hat zwei Seiten. Sie haben die eine aufgezeigt, deshalb zeige ich die andere auf. Bringt die Waage ins Gleichgewicht.

Ulla
1 Monat zuvor

Wir versuchen in der Grundschule, alle Kinder optimal zu fördern. Weil aber Förderunterricht in kleinen Gruppen wegen des Lehrermangels immer häufiger wegfällt, versuchen wir die Eltern mit ins Boot zu holen. Ich biete den Eltern dann z.B. einen zusätzlichen Gesprächstermin an, in denen ich ihnen Fördermaterial für zuhause zur Verfügung stelle. Einfache Aufgaben, jeden Tag 10 Minuten, die Kontrolle und Besprechung mit dem Schüler übernehme ich.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, wie Eltern damit umgehen: Erstens: Es klappt hervorragend. Zweitens: Wenn ich nach zwei Wochen nachfrage, heißt es: Fördermaterial? Welches Fördermaterial? Ach so, das ist versehentlich im Altpapier gelandet.

Götz
1 Monat zuvor

Wer aus einem bildungsfernen, gar noch sozial schwachen Elternhaus kommt, muss mehr leisten als andere, denen alles in der Schoß fällt, das ist eine harte Wahrheit. So entstehen dann aber auch besonders erfolgreiche Biografien – und wir leben in einem Land, in dem beruflicher Erfolg möglich ist, dank kostenlosem Schulbesuch und Studium. Das ewige Klagen darüber, was der Staat einem noch alles schuldet, ist eine weit verbreitete Unsitte, die wahrscheinlich vor Selbstkritik schützen soll.

Michael Felten
1 Monat zuvor

Spätestens seit der Hattie-Studie kann man wissen, dass direct instruction (abwechslungsreicher lehrergelenkter Unterricht) von allen Grobverfahren des Unterrichtens die höchste Lernwirksamkeit erzielt – insbesondere für lernschwache und/oder bildungsfern sozialisierte Schüler. Ist in Verbindung mit effektiver Klassenführung und pädagogischer Feinfühligkeit schier unschlagbar.

Also bitte diese Kunde im Lande verbreiten – und ab morgen danach handeln … oder sich entsprechend fortbilden lassen.
https://www.eltern-lehrer-fragen.de/FortbildungBeratung/

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Michael Felten

Jo. Mache ich seit Jahren. Immer wieder mal unterbrochen durch Phasen partiellen SOLs, flipped classroom und und und. Der Erfolg letzterer Methoden, sprich: von Selbstwirksamkeit, hängt enorm vom Leistungswillen der SuS ab. In der Regel (es gibt wenige Ausnahmen) werden Starke stärker, Schwache bleiben zurück.

Sim Si
1 Monat zuvor

Mir ist hier manches zu einseitig! In den Kommentaren wird viel über “Spitzenpositionen” etc. diskutiert. Das ist mit Sicherheit richtig, dass diese unter den Eliten weitergegeben werden und man sich darüber Gedanken machen muss, ob wir uns da Richtung USA entwickeln und wie man das evtl. verhindern oder verlangsamen kann. Aber es gibt in der Diskussion doch auch viele Grautöne, die mir deutlich zu kurz kommen – nämlich wird im Endeffekt behauptet, dass man auch mit Bildung und Fleiß keine Chance auf einen Aufstieg hat. Das wage ich dann doch stark zu bezweifeln. Denn die meisten Menschen bewegen sich ja nicht in der Oberschicht, sondern zwischen Unter- und Mittelschicht, in normalen Berufen. Die Frage dreht sich nicht um die nächste Villa oder Luxusjacht, sondern um ein normales bürgerliches Leben, wo man sich eine Familie, ein Auto und einen normalen Urlaub leisten kann. Und in diesen normalen Bereichen ist es natürlich so, dass Schüler, die fleißig und lernwillig sind, eine gute Chance haben, einen normalen Beruf mit ausreichend Einkommen zu erlernen. Und dann sind wir natürlich bei der Frage, welchen Beitrag Schule und Elternhaus zu verantworten haben, wenn das nicht funktioniert. Ich komme vom Land, wo wir nicht zu viele bildungsferne Familien haben – aber nach 25 Jahren als Lehrerin kann ich durchaus sagen, dass sich da bestimmte Muster in diesen Familien zeigen, die sich als resistent gegen jegliche Beratungs- und Förderangebote, Tipps und Hilfen seitens der Schule zeigen.

Martin S
1 Monat zuvor
Antwortet  Sim Si

Danke. Genau so!
Und selbst jemand der “nur” einen handwerklichen Beruf erlernt, kann heute über den Meister zur Selbständigkeit und da einen Haufen Geld verdienen. Häufig mehr als Akademiker.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin S

Und konkurriert dann als junger Meister ohne festen Kundenstamm mit den althergebrachten Familienbetrieben, deren Inhaber der Erbengeneration neben der handwerklichen Ausbildung noch einen ingenieur- oder betriebswirtschaftlichen Hochschulabschluss der FHDW haben.

Martin s
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Und genauso viele Betriebe machen zu, weil es keinen Nachfolger gibt. Steuerberater machen dicht, weil die Kinder selber an der Prüfung zum Steuerberater scheitern Uswusf. Herrlich, wenn man sich immer einen generischen Fall herbeizaubern kann, oder?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Martin s

Und werden von großen Nachbarfirmen günstig übernommen.
Ist wie bei Arztpraxen, der Patienten- bzw. Kundenstamm ist geldwert. Erhöht die Marktmacht weniger und kommt nicht zwangsläufig den neugründern zugute.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Na ich lese immer wieder, dass die Handwerksbetriebe keine Nachfolger finden… was denn nun, Angebotsüberfluss oder Angebotsmangel?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Übernahme, da werden ehemals inhabergeführte Handwerksbetriebe von größeren Dienstleistungsfirmen, die über das notwendige Kapital verfügen, aufgekauft.

Schade Marmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Das spielt inzwischen keine Rolle mehr. Ein Elektriker der nicht sagt: Was nur neue Steckdosen in der Küche einbauen? Nur 3 Stunden Arbeit? Dafür komme ich doch nicht bei ihnen vorbei wäre genial. Egal wie alt.
Genauso wie ein Heizungsbauer der unseren alten in Rente gegangen für die jährliche Inspektion ersetzen würde…
Aber wir wohnen auch relativ weit ab vom Schuss. Hamburg ist halt eher ländlich.

Bernd Brunnet
1 Monat zuvor

Wer kann darüber ernsthaft überrascht sein? Beziehungen und Geld bestimmen den Weg! Sozialer Aufstieg durch Leistung ist eine Farce und Utopie! Wer sich kein Studentenzimmer in einer Universitätsstadt leisten kann, wird das Studium entweder gar nicht erst antreten oder abbrechen.
Lernen auf Distanz ist etwas ganz Anderes, wie eine Vorlesung oder ein Seminar direkt.
Wer würde sich gerne von einem studierten Online-Mediziner mit Hilfe eines Robocdoc ein neues Herz transplantieren lassen? Man könnte ja auch einen gelernten Medizintechniker nehmen!
Die Möglichkeit an Stipendien zu kommen, ist in vielen Nichtakademiker-Familien unbekannt!
Also lieber doch die Ausbildung machen?
Während Ärzte ihre Kinder auf die Aufnahmetests und Auswahlgespräche vorbereiten können, hat der Rest davon keine Ahnung!
Es bleibt dabei, der eine Teil wird erfolgreich gefördert, für den anderen Teil gilt: Schuster bleib bei deinen Leisten!
Ach ja, Schuster gibt es kaum noch, wurden von den Oberen wegrationalisiert!
Guck mal übrig bleibt! ….

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

Schuster sind zu teuer geworden. Neue Schuhe “made in Asia” sind da einfach billiger. Deshalb gibt es sie nicht mehr.

Kiesel
1 Monat zuvor

Bei uns waren damals schon die Schulbücher für 4 Kinder anzuschaffen sehr teuer, heute gibt geliehene Schulbücher für ein kleinen Beitrag. Das ist schon eine Erleichterung für Eltern. Kein Kind von uns hat Schülerbafög erhalten, obwohl wir nichts hatten. Wir hatten wenig Kleidung und für Essen müsste man in der Landwirtschaft arbeiten und hatte Gemüsegärten die Bestellt werden mussten.
WIR SIND ZWISCHEN 1962 UND 1971 GEBOREN. GEBRAUCHTE KLEIDUNG HABEN WIR IN BEUTELN DURCH VERWANDTE BEKOMMEN, WO WIR UNS WAS HERAUSSUCHEN MUSSTEN WAS PASST. WER HAT DENN DAMALS SCHUELERBAFOEG BEKOMMEN, DAS IST AUCH EINMAL INTERESSANT.
AUCH DIE LEHRER MACHEN IN DEN SCHULEN SCHON Unterschiede WER GEFOERDERT WIRD UND WER NICHT.
ZUHAUSE GINGEN BEIDE ELTERNTEILE ARBEITEN, DIE KINDER MUSSTEN ZU HAUSE DIE ARBEIT VERRICHTEN UND DIE HAUSAUFGABEN MACHEN. DA WAR NICHT MEHR VIEL ZEIT UM ZU LERNEN UND VIEL UNTERSTUETZUNG GAB ES NICHT VON DEN ELTERN. MEINE MUTTER HATTE SELBER KEINE BILDUNG UND FAEHIGKEIT IN RECHNEN UND SCHREIBEN. ICH HATTE VON MEINEN ELTERN NIE EIN BUCH BEKOMMEN AUSSER DER SCHULBUECHER. DAS ERSTE BUCH HATTE ICH MIT 7 JAHREN VON MEINER TANTE BEKOMMEN UND DAS WAR ES MIT BUECHERN. ICH HABE DANN IMMER IM TAGEBLATT GELESEN WAS ES TAEGLICH GAB. SPAETER ALS SCHUELERIN BIN ICH IMMER IN DIE STADTBUECHEREI GEGANGEN IN GOETTINGEN, HABE MEINE HAUSAUFGABEN ERLEDIGT UND GELESEN UM DIE WARTEZEIT AUF DEN BUS NACH HAUSE ZU VERKUERZEN. DA FUHR NICHT REGELMAESSIG EIN BUS. BEI UNS GAB ES AUCH KEIN TASCHENGELD UM SICH ETWAS ZU KAUFEN.
HEUTE MIT DEN KINDERGELD IST JA GUT UND SCHOEN ABER WENN KEINE FOERDERUNG DER KINDER VORHANDEN IST, IST DAS KINDERGELD WAS IMMER MEHR STEIGT AUCH NICHT SINNVOLL FUER DIE FAMILIEN UND DEN HAUSHALT WO DAS KINDERGELD AUCH HER KOMMT.
FREIES ESSEN, KLEIDUNG, BILDUNG EINZELNER KINDER IST WICHTIGER UND ALLE GLEICH FOERDERN EGAL WELCHER HINTERGRUND DER FAMILIEN. ALLE SCHUELER SOLLTEN SCHUELERBAFOEG FUER DIE AUSBILDUNG ERHALTEN EINMAL IM LEBEN WAS UNS AUCH HAETTE ZUGESTANDEN.
BESTIMMTE WUSSTEN WO UND WAS SIE BEANTRAGEN MUESSEN FUER IHRE KINDER.
ICH HABE MEINEN KIND IM KINDESALTER IMMER VORGELESEN UND BUECHER BESCHAFFT WAS IHM FREUDE BEREITET HAT ZUM LESEN. MEINE ELTERN HABEN MIR NIE VORGELESEN IM KINDESALTER.
LESEN IST SEHR WICHTIG.
SELBST HEUTE LESE ICH IMMER MEHR WAS MICH INTERESSIERT, GEHE IN ARCHIVE, BUECHEREIEN, KAUFE MIR BUECHER IND LEHRMATERIAL. MAN MUSS MIT ALLEN FRUEHER ANFANGEN MIT DEN LERNEN, IM ALTER IST ES SCHWERER, DA WIRD MAN SOG. ABGESTEMPELT VON LEUTEN BERUFLICH.
IM ALTER HABE ICH AUCH DURCH LESEN FESTGESTELLT, DAS UNSER SYSTEM MIT DEN PERSONEN IN DER POLITIK UND DEN AUFBAU EINE LUEGE, wo wir alle für bezahlen müssen.
Bei Elternsprechstunden in der Schule werden die Verhaltenspläne des Schülers mit den Eltern durch gesprochen, welche man dann als Elternteil unterschreiben muss, ganz richtig ist das nicht.
Unser ist in der Schule immer viel herum geklettert, was mein Sohn unterlassen sollte, was an mich heran getragen wurde an den Abend. Ich habe zum Lehrer nur gesagt, das ich nicht dabei war und kann dies nicht beurteilen und er möchte es meinen Sohn in den Moment sagen nach dem er etwas gemacht hat was nicht ok war, in einen forscheren Ton, das dies nicht geht mit den Klettern. Ich habe es Zuhause auch angesprochen und zu mein Sohn gesagt, das dies nicht geht. Danach kam auch nichts mehr, außer das ich für umfallen mit dem Stuhl ein Kuchen backen müsste. Mein Sohn kam nach Hause und sagt er müsste ein Kuchen backen, da er mit den Stuhl im Unterricht gekippelt hat und dabei umgefallen ist. Mein Sohn war immer viel in Bewegung und sportlich aktiv bis heute und durch den Trainerschein lehrt er heute Kindern und Jugendlichen Badminton im Sportverein. Durch den Sportverein hat er auch viel gelernt und hat nicht herum gelummert.
DURCH DAS FEDERBALL SPIELEN IM GARTEN HABEN WIR FESTGESTELLT, DAS ER GUT DIE FEDERBAELLE TRIFFT UND FEDERBALL SPIELEN SPASS MACHT.
DANN GAB ES BEI UNS EIN SPORTVEREIN DER BADMINTON ALS SPORT ANGEBOTEN HAT. Als Kind hatte er schon angefangen Badminton zu spielen bis heute bei behalten.
Wir sind mit ihm zum Babyschwimmen gegangen, damit er früh schwimmen könnte und sein Seepferdchen und Freischwimmer bekam. Dann wollte er Flöte spielen lernen, das ging aus Kostengründen nur weil zwei Mädchen mitgemacht haben und dadurch die Kosten für den Flötenunterricht geringer waren. Auch die Freizeitangebote wie Sportverein, Musikunterricht, Schwimmkurs, haben viel Geld gekostet, was wir uns als Eltern woanders durch Abstriche erspart haben für unser Kind.
Daran sieht man auch Eltern müssen sich mit ihren Kindern beschäftigen und auch die Zeit dafür haben. Wenn Eltern nur Kinder haben und keine Zeit für gemeinsame Freizeitangebote mit ihren Kindern ist auch nicht richtig. AUCH DIE ALTE DENKWEISE VON ELTERN MUSS SICH VERAENDERN, WIE BEI MEINEN ELTERN ES WAR.

Vieldenker
1 Monat zuvor

Also selbst wenn Eltern aus dem mittleren Verdienstsegment, alles für eine gute Bildung Ihrer Kinder tun,selbst wenn sogar auch die Kinder mitspielen,ausschlaggebend für Führungspositionen und Positionen in denen man heute sehr gut verdient, (auch wenn man nicht unbedingt Klassenbester/e war) ist das Netzwerk der Gleichwohlhabenden und vor allem der Oberschicht, welches von Kindesbeinen an, über Schule, Studium und späteren Arbeitsplatz betrieben wird. Dieses Networking resultiert nur zum Teil aus ungleichen Bildungschancen ,sondern auch der Tatsache wo man hineingeboren wird. Und ist für mich essentieller, als gleiche Bilungschancen. Dadurch wird der jungen Generation vermittelt, dass nicht Leistung sondern Herkunft zählt. Diese Prämisse befördert eine demotivierte, frustrierte Jugend die Ihr vorhandenes Potential, nicht zur Steigerung des eigenen Wohlstandes einsetzen wird oder kann, selbst wenn ein guter Abschluss vorhanden ist. Es wird trotzdem noch einige geben, die in einer Garage ein erfolgreiches Startup gründen…. ich wünsche mir nur eines, dass diese Generation Jungunternehmer ihr Geld für bessere Lebensbedingungen für alle und nicht für Machtmissbrauch, Manipulation und deren geschönte Versionen einsetzen. Allen einen schönen Abend

Freiya
1 Monat zuvor

Wer will, der/die kann!
Natürlich gibt es Hürden! Aber wer sagt denn, dass es in gut verdienenden Haushalten keine narzistischen Väter, traumatisierten Mütter, Missbrauch gibt? Da mag vielleicht der finanzielle Grundstock stimmen, aber wenn Paps noch Alimente zahlen muss, wird es auch da eng!
Das Interesse an Bildung, die Neugier, der Rückhalt im Elternhaus, ist nicht “schichtenspezifisch”. Da gibt es überall solche – und solche! Wie in der gesamten bundesrepublikanischen Gesellschaft!
Das Problem liegt doch eher darin, dass wir unsere Kinder alle (!) komplett überfordern – und allein lassen! Wir leben nicht mehr MIT den Kindern, sondern für – und um sie herum.

potschemutschka
1 Monat zuvor

Fundstück aus dem Netz zu den Unterschieden bei Bildung (Wertschätzung von Bildung in der Gesellschaft) in DE, Singapur und Estland:
LINDA ZERVAKIS. Staffel 3 Folge 3 streamen

potschemutschka
1 Monat zuvor