
Das Interesse von Jugendlichen an Politik und ihre Bereitschaft, sich politisch und gesellschaftlich einzubringen, ist einer Studie der Uni Dortmund zufolge eher schwach ausgeprägt. Das habe eine Untersuchung von gut 1.600 Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 10 in NRW gezeigt, berichtete das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) am Dienstag.
Das politische Wissen stieg demnach laut IFS kontinuierlich an und war in Klasse 10 deutlich stärker ausgeprägt als in Klasse 7. Allerdings: «Die Bereitschaft zur Partizipation, etwa sich an Demonstrationen oder Petitionen zu beteiligen oder sich ehrenamtlich zu engagieren, lag bereits in Klasse 7 auf einem eher niedrigen Niveau, sank zunächst noch weiter und erreichte zwischen Klasse 9 und 10 wieder das Ausgangsniveau.»
Für die Studie waren die Kompetenzen, politischen Orientierungen, Angaben
zum Politikunterricht und Hintergrundinformationen der Jahrgänge 7 bis 10 erhoben worden. Insgesamt hatten 1.603 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen teilgenommen.
Die Jugendlichen zeigten «im Mittel eine positive Haltung zur pluralen
Gesellschaft», hieß es. Sie befürworteten beispielsweise, dass auch die Meinung von Minderheiten bei Entscheidungen berücksichtigt und abweichende Meinungen akzeptiert werden sollten. Und: «In Klasse 7 standen die Jugendlichen der Demokratie neutral bis eher zustimmend gegenüber, diese Einstellung entwickelte sich in den folgenden Jahren positiv weiter, blieb aber insgesamt auf einem moderaten Niveau.»
Was zu tun ist laut Forschungsteam
Die Studie zeige, dass sich schulische Bildung nicht auf die Vermittlung von politischem Wissen beschränken solle. In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Unsicherheit und sinkender Beteiligung sei es eine wichtige Aufgabe, die politische und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen nachhaltig zu stärken, mahnten die Forschenden.
IFS-Direktorin Prof. Nele McElvany betonte, gerade in der Sekundarstufe I seien «gezielte didaktische Ansätze nötig, um Motivation, Einstellungen und Beteiligungsbereitschaft positiv zu entwickeln.» Diese Kompetenzen seien zentral, um die Demokratie weiterzuentwickeln. Es brauche ein bundesweites Bildungsmonitoring, um den Stand und die Entwicklung dieser Fähigkeiten bei Schülerinnen und Schülern regelmäßig zu prüfen, sagte die renommierte Bildungsforscherin laut Mitteilung. News4teachers / mit Material der dpa
„Demokratie ist keine Projektwoche“: Was Marina Weisband von Schulen fordert
Motivatoren in variabler Reihenfolge:
Geld
Spaß
Nötigung (in Deutschland nicht möglich, s. GG)
…
Willkommen in der Realität jenseits einer bildungsbürgerlichen Bubble.
Gibt es jetzt mehr Ressourcen für die Demokratiebildung?
Kein Bock auf Demo und Petition? Klingt doch vernünftig.
Die Jugend ist halt in weiten Teilen pragmatisch. Die anderen organisieren Petitionen zu voll zu schweren Abiklausuren. Jeder, wie er mag!
Schüler*innen sind demnach interessierter ?
Wenn Sie meinen. Aber nur, wenn Sie in der Schule bleiben nach der Durchsage „Schüler haben kältefrei“.
Wie passt das alles zusammen? Schüler wollen/fordern mehr Mitbestimmung, aber haben nur wenig Interesse an Politik? Kann mir das jemand bitte erklären!
Du hast nach Jugendliche Demokratie Mitbestimmung gesucht – News4teachers
Ist das so schwer zu verstehen? Wenn es kaum etwas mitzubestimmen gibt, muss man sich ja auch nicht dafür interessieren.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Logisch! Und wenn Lehrer und Erzieher etwas ständig fordern (bessere Arbeitsbedingungen, AZE, Inklusion, nicht nur Stuhl dazu…) und nichts passiert, trotz Streik, Brandbriefen …. Alles das selbe, nur in grün! 🙂 Und nun?
Fordern reicht eben nicht. Sie müssen Menschen auch damit erreichen und überzeugen, um Mehrheiten zu bekommen. Das ist Demokratie.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nanana, Sie fordern keine Verbesserung der Inklusion, Sie fordern KEINE Inklusion, bis diese – plötzlich? – perfekt umgesetzt werden kann 😉
Was ist daran so schlimm? Schließlich ist das gegliederte Schulsystem für die Schüler besser als das leistungsheterogene System.
Sagt wer? Gibt’s da Studien?
Es gibt Studien die bestätigen, dass Inklusionschüler*innen eher einen Abschluss erreichen als Schüler*innen an der Förderschule. Meinen Sie diese? 😉
Es verstößt gegen geltendes Recht.
Aber bitte: Fordern Sie doch, die Polizei soll erstmal keine Verbrechen mehr aufklären, bis sie genug Personal hat, um alle aufzuklären XD
Ist schlecht für die Opfer von Kriminalität, aber hey, bei Kindern mit Behinderung drücken wir ja auch ein Auge zu…
Gilt das auch für Lehrer, in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Inklusion, Lerninhalte, Schulsstruktur, ….? 🙂
Erwachsene können mitbestimmen in Deutschland – nennt sich Demokratie. Mehr noch: Erwachsene können sich ihren Arbeitsplatz frei aussuchen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es ist aber nicht nur ein Problem der Schüler, diese Politikverdrossenheit.
Demokratieverdrossenheit: Woher die Unzufriedenheit kommt
Demokratie in der Krise: Die Volksverdrossenheit der Politiker
Für die Schulen gibt es ja die Idee der “Demokratie-Viertelstunde”. Wäre es nicht noch besser stattdessen in Funk und Fernsehen “Demokratie-Werbepausen” zu schalten? Das ginge doch sicher auch bei youtube und Co. Das hätte den Vorteil, man würde alle Altersgruppen erreichen. Einen Versuch wäre es sicher wert, wenn sonst schon keinem was einfällt. 🙂
Das ist ein interessanter Kommentar, den Sie da verlinkt haben.
Ich gebe es zu, ich bin inzwischen auch verdrossen und befürchte, man kann nichts mehr tun.
Wenn die Volksverblödung durch die falsche Nutzung von Social Media nicht gestoppt wird, was definitiv nicht passieren wird, weiß ich nicht, wie eine Mitwirkung der Bevölkerung funktionieren soll.
Die Beteiligung der Bürger*innen an Entscheidungsprozessen allein ist mMn. sinnfrei, wenn am Ende doch wieder nur diejenigen dabei sind, die es wirklich interessiert, dass die Gesellschaft insgesamt einen Nutzen hat. Der große Rest wird sich dann eben durch diese Menschen anstatt von Politiker*innen gegängelt fühlen.
Machen wir uns nichts vor, fast alles, was die eigene Komfortzone zu bedrohen scheint, wird abgelehnt, auch wenn es essentiell ist und man das eigentlich auch weiß (s. Klimaschutzmaßnahmen). Dass das so ist/bleibt, wird von den entsprechenden Interessensgruppen auf Social Media befeuert. “Ihr seid unzufrieden? Ja, ihr habt absolut recht!”
Haben Sie auch den 2. link gelesen?
Was für eine Antwort. Woher bloß die Verdrossenheit kommt…
Ihre Frage wird in den beiden links ganz gut beantwortet. Hätten Sie diese vollständig und sinnerfassend gelesen … und mal darüber nachgedacht … dann müssten Sie eigentlich diese Frage nicht stellen!
Und genau diese Freiheit hat der Lehrer eben nicht immer.
Versetzung an Schule x im Ort y.
Einer der Gründe warum wir den Lehrermangel nicht mehr in den Griff bekommen werden und gleichzeitig das Bildungsniveau zu halten versuchen…
Sind Sie Sklave? Natürlich nicht. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/12/den-schuldienst-quittiert-um-paedagogisch-mehr-zu-bewegen-eine-berufsumsteigerin-im-interview/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn das Beispiel Schule macht … behebt das sicher nicht den Lehrermangel! 🙂
Klar. Das ist definitiv eine individuelle Lösung, allerdings keine systemische und erst Recht keine im Sinne von Bildungsgerechtigkeit.
Ihre Gebete wurden erhört:
https://www.news4teachers.de/2026/01/kultusminister-will-beamtenstatus-fuer-lehrkraefte-streichen-und-kuendigt-via-bild-eine-bundesratsinitiative-an/
Endlich nicht mehr in die Kolonien abgeordnet werden 🙂
Naja, das Interesse in der Mitwirkung in entsprechenden Gremien, die Mitbestimmung garantieren, ist seitens vieler Jugendlicher eher gering. Ich spreche da nicht nur von Mitarbeit in der Schülermitverantwortung der Schule, auch in den Stadtteilen sehen wir immer die selben Jugendlichen, die sich engagieren und ganz viele, die das aufgrund Desinteresses nicht tun. Mitbestimmung erfordert nämlich immer die Motivation, das auch tun zu wollen und sich zu engagieren. Viele uns bekannten Jugendliche sind dazu zu bequem und faul.
Ich kann die SuS in ihrem Desinteresse für Politik und sog. “Demokratieunterricht” nur zu gut verstehen.
Warum denn genau?
Wofür da dann auch noch die Zeit nehmen heutzutage mit dem Ganztag?
“[…] sei es eine wichtige Aufgabe, die politische und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen nachhaltig zu stärken, mahnten die Forschenden.”
Ist das denn mehrheitlich gewollt? Ich las leider überwiegend nur Beschwerden über politisches Engagement von Kindern und Jugendlichen bspw. bei FFF, bezüglich der Hungerskatastrophe in Gaza oder der Teilhabe an der Schulentwicklung.
Jetzt können wieder alle selbstgerecht mit den Augen rollen, dass die Jugend von heute sich für nichts interessiere -__-
Wo haben Sie die denn gelesen? Vielleicht einfach das Forum wechseln. z.B. zu news4teachers, da gibt es Diskussionen (wenn man denn die Lesekompetenz / den Willen hat, die Beiträge zu verstehen).
“Schüler sollen die Hausordnung bestimmen? Hmm erscheint mir nicht sehr sinnvoll. Schule soll auf das Leben vorbereiten und Gesetze werden auch nicht von der Bevölkerung gemacht.”
https://www.news4teachers.de/2025/11/demokratie-ist-keine-projektwoche-was-marina-weisband-von-schulen-fordert/#comment-756732
Junge Menschen noch mehr als bisher schon an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, ist eine zweischneidige Angelegenheit.
https://www.news4teachers.de/2025/12/podcast-zukunft-ohne-jugend-warum-politik-und-schule-kinder-perspektiven-einbeziehen-sollten/#comment-765273
“Also einfach mal bei Vermögenden nachfragen, ob die Vermögensteuer wieder eingeführt werden soll, bei Erben ob ähnlich wie in AUT, SWE etc. die Erbschaftsteuer abgeschafft werden sollte, […]”
https://www.news4teachers.de/2025/12/podcast-zukunft-ohne-jugend-warum-politik-und-schule-kinder-perspektiven-einbeziehen-sollten/#comment-765275
“Das Bildungssystem wird so nicht gerechter, sondern leistungsschwächer. Wenn das das Ziel sein soll, dann nur zu, setzt die Ideen und Forderungen um!”
https://www.news4teachers.de/2025/09/von-noten-ueber-hausaufgaben-bis-mitbestimmung-buergerrat-fordert-reformen-fuer-ein-gerechtes-schulsystem-abschlusskonferenz-in-berlin/#comment-734390
“Lehrer sollen liefern, was Laien bestellen, welche nie mitgekocht haben. Weniger Anspruch und fachliche Leistung, mehr Gefühl, maximale Mitbestimmung – super Menü.
Am Ende ergießt sich eine fade Bildungssuppe in den immer flacheren Teller, über dessen Rand die wenigsten Schüler noch schauen. Leider!”
https://www.news4teachers.de/2025/09/von-noten-ueber-hausaufgaben-bis-mitbestimmung-buergerrat-fordert-reformen-fuer-ein-gerechtes-schulsystem-abschlusskonferenz-in-berlin/#comment-734412
“Ich finde, man sollte ganz auf Noten verzichten. Weiterführende Bildungseinrichtungen können für ihre Bedürfnisse spezialisierte Aufnahmetests machen: das wäre wesentlich aussagekräftiger als irgendeine Note. So entfällt jeglicher Druck, und die Kinder können sich bestmöglichst entwickeln.”
https://www.news4teachers.de/2025/09/von-noten-ueber-hausaufgaben-bis-mitbestimmung-buergerrat-fordert-reformen-fuer-ein-gerechtes-schulsystem-abschlusskonferenz-in-berlin/#comment-734425
Und so weiter, Sie wissen schon.
Sollten Sie eine Liste benötigen, wo gegen Klimaschutz oder Hunger in Gaza seitens der Forumsteilnehmenden gewettert wird, können sie die Schlagworte oben bei der Lupe eingeben, einen beliebigen Bericht auswählen und die Kommentare lesen. 😉
Passt zu meiner Erfahrung als Lehrer. Die allermeisten Schüler aus der Sek I interessieren sich für Politik reichlich wenig, in der Sek II wird es etwas mehr.
Wenn ich das richtig erinnere, haben wir seit der letzten Wahl den jüngsten Bundestag seit Anbeginn seiner Existenz. Was war bei deren Schulbildung/deren Möglichkeiten zur Teilhabe anders als bei den Jugendlichen heute? Da liegen zum Teil nicht mal zehn Jahre dazwischen. Und jetzt bitte nicht wieder: “da gabs Corona…” – das haben die heute 23-25 Jährigen BT – Mitglieder auch erlebt, zum Teil noch in Schule im Abi-Jahr, in der Ausbildung und im Studium.
Und es gibt auch immer mehr ohne formalen Berufs- oder Studienabschluss (Ricarda Lang und Kevin Kühnert sind nur 2 von ca. 40 im Bundestag) Hängt das auch damit zusammen?
Mag Sie schockieren, aber in einer Demokratie darf jede/r in den Bundestag gewählt werden.
Es war nie anders. Lasst die Kinder Kinder sein! Die Argumentation zur Herabsetzung des Wahlalters war immer selbstgefällig und wohlfeil.
Ist das nicht normal, dass nur eine kleine Gruppe der Jugendlichen politisch interessiert und engagiert ist? War zu meiner Zeit schon so und ich habe es die letzten Jahre bei meinen Kindern gesehen. In der Regel tragen die paar Schüler, die mit Spaß bei Jugend debattiert dabei sind und in der SMV, bei der Schülerzeitung o.ä. wirklich was auf die Beine stellen, auch jede sonstige politische Infoveranstaltung, Diskussion in Geschichte, GK, Ethik u.ä. mit für den Rest, der zwangsweise gähnend dabei hockt. Was erwartet man denn bitte? Dass jeder zweite sich begeistert ab 16 zur Gemeinderatswahl aufstellen lässt?! (Gab es im Abijahrgang meines Sohnes letztes Jahr zu meinem Erstaunen tatsächlich 3 Jungs, die das auch ernst gemeint haben und von denen 2 jetzt in hiesigen Gemeinderäten sitzen. Aber das ist doch wohl die absolute Ausnahme, oder?!…)
Das erinnere ich genauso….
Da gab es 3 oder 4 Schüler, die mit einem Aktenköfferchen mit CDU Aufkleber in der Schule erschienen und Mitglieder der Jungen Union waren und eine gar nicht so kleine Anzahl von Mitschülerinnen (waren wirklich meist nur Mädchen), die ihre Freizeit im AJZ verbrachten und der sehr linken Szene zugeordnet werden konnten….
Der Rest? War unterinteressiert und machte wann immer es ging Party….völlig unpolitisch….eben Spaß inne Backen….
Ist auch dumm… so viel Energie stecken für wie viel Feedback?