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Mitwirkung? Nein, danke! Interesse an Politik bei Schülern eher schwach entwickelt

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DORTMUND. Eine Studie unter Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 10 in NRW ergibt wenig Interesse an Politik oder Bereitschaft, sich einzubringen. Welche Folgen hat das? Forscherinnen und Forscher der Uni Dortmund sind der Frage nachgegangen. 

Gähn (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Das Interesse von Jugendlichen an Politik und ihre Bereitschaft, sich politisch und gesellschaftlich einzubringen, ist einer Studie der Uni Dortmund zufolge eher schwach ausgeprägt. Das habe eine Untersuchung von gut 1.600 Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 10 in NRW gezeigt, berichtete das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) am Dienstag.

Das politische Wissen stieg demnach laut IFS kontinuierlich an und war in Klasse 10 deutlich stärker ausgeprägt als in Klasse 7. Allerdings: «Die Bereitschaft zur Partizipation, etwa sich an Demonstrationen oder Petitionen zu beteiligen oder sich ehrenamtlich zu engagieren, lag bereits in Klasse 7 auf einem eher niedrigen Niveau, sank zunächst noch weiter und erreichte zwischen Klasse 9 und 10 wieder das Ausgangsniveau.»

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Für die Studie waren die Kompetenzen, politischen Orientierungen, Angaben
zum Politikunterricht und Hintergrundinformationen der Jahrgänge 7 bis 10 erhoben worden. Insgesamt hatten 1.603 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen teilgenommen.

Die Jugendlichen zeigten «im Mittel eine positive Haltung zur pluralen
Gesellschaft», hieß es. Sie befürworteten beispielsweise, dass auch die Meinung von Minderheiten bei Entscheidungen berücksichtigt und abweichende Meinungen akzeptiert werden sollten. Und: «In Klasse 7 standen die Jugendlichen der Demokratie neutral bis eher zustimmend gegenüber, diese Einstellung entwickelte sich in den folgenden Jahren positiv weiter, blieb aber insgesamt auf einem moderaten Niveau.»

Was zu tun ist laut Forschungsteam

Die Studie zeige, dass sich schulische Bildung nicht auf die Vermittlung von politischem Wissen beschränken solle. In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, wachsender Unsicherheit und sinkender Beteiligung sei es eine wichtige Aufgabe, die politische und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen nachhaltig zu stärken, mahnten die Forschenden.

IFS-Direktorin Prof. Nele McElvany betonte, gerade in der Sekundarstufe I seien «gezielte didaktische Ansätze nötig, um Motivation, Einstellungen und Beteiligungsbereitschaft positiv zu entwickeln.» Diese Kompetenzen seien zentral, um die Demokratie weiterzuentwickeln. Es brauche ein bundesweites Bildungsmonitoring, um den Stand und die Entwicklung dieser Fähigkeiten bei Schülerinnen und Schülern regelmäßig zu prüfen, sagte die renommierte Bildungsforscherin laut Mitteilung. News4teachers / mit Material der dpa

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