
Verkürzte Öffnungszeiten, geschlossene Gruppen oder immer wieder Kindergärten, die zeitweise ganz dicht machen: Personalausfälle in Kitas wirken sich in dieser Erkältungssaison wieder tausendfach auf Familien mit kleinen Kindern aus. Seit Oktober 2025 meldeten die Einrichtungen den Landesjugendämtern im Rheinland und Westfalen insgesamt mehr als 18.500 Mal Angebotseinschränkungen aufgrund von Personalunterbesetzungen, wie aus Zahlen des NRW-Familienministeriums hervorgeht. Im Vorjahreszeitraum hatten die Angaben auf ähnlich hohem Niveau gelegen.
Mit rund 4.900 Meldungen landesweit war der November 2025 seit Sommer der Monat mit den meisten Problemen. Danach wurde die Lage Schritt für Schritt besser. Im Februar meldeten die Kitas aber immer noch mehr als 2.200 Mal Angebotskürzungen wegen Personalnot.
Personalnot entsteht meist kurzfristig
Hintergrund ist in den meisten Fällen ein kurzfristiger Krankheitsausfall beim Personal. Unbesetzte Stellen, Erzieherinnen in Mutterschutz oder Elternzeit sowie Langzeiterkrankungen verschärfen die Situation aber zusätzlich, wie die Zahlen der Landesjugendämter zeigen.
Gibt es zu wenige Erzieherinnen und Erzieher für die Kinder, entscheiden sich die Kitas demnach in der Mehrheit der Fälle, die Betreuungszeit zu kürzen oder tageweise nicht alle Kinder zu betreuen. Dass eine Einrichtung vorübergehend ganz schließt, kommt seltener vor: In diesem Jahr griffen Kitas bislang mehr als 150 Mal zu dieser Maßnahme.
Anstehende Kita-Reform soll System verlässlicher machen
Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) setzt darauf, dass die geplante Kita-Reform auch hier Besserung bringt: Durch einen «flexibleren und gezielten Einsatz von pädagogischen Fachkräften» soll sie nach ihren Worten «für mehr Stabilität und Verlässlichkeit im System» sorgen. «Eltern und Kinder sollen sich wieder mehr darauf verlassen können, dass die Kitas geöffnet hat», teilt sie weiter mit.
Neben einer Entbürokratisierung und mehr Geld sieht die Ende Januar ins Parlament eingebrachte Novelle für Einrichtungen unter anderem auch die Möglichkeit vor, nur in Kernzeiten von fünf Stunden täglich auf qualifiziertes Fachpersonal zurückzugreifen. Die Randzeiten könnten dann von anderen Betreuern abgedeckt werden. Beschlossen sind die Änderungen noch nicht.
Ende 2024 war bereits die Personalverordnung überarbeitet worden. Die Lockerungen sollen es bei Engpässen ermöglichen, Ergänzungskräfte aus anderen pädagogischen Bereichen flexibler einzusetzen. Seither werden laut Ministerium landesweit mehr als 250 zusätzliche Personen eingesetzt, oft mit einer Qualifikation, die im Ausland erworben wurde. News4teachers / mit Material der dpa
Neue Kinderministerin verteidigt umstrittene Kita-Kernzeiten: “Braucht mehr Verlässlichkeit”








