„Schulleitungen bräuchten mehr Freiräume, um mit ihrem Kollegium Schule zu entwickeln“: Udo Beckmann im Interview

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DÜSSELDORF. Udo Beckmann gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der Bildung in Deutschland: ehemaliger Hauptschulleiter im Dortmunder Brennpunkt, langjähriger NRW-Landes- und Bundesvorsitzender des VBE, heute Ehrenvorsitzender des Verbands. Seine Erfahrung aus Schule, Verbandsarbeit und Politik fließt auch in den Deutschen Schulleitungskongress ein, zu dem jährlich rund 3.000 Schulleiterinnen und Schulleiter nach Düsseldorf kommen (vom 27. bis 29. November 2025 einmal mehr). Beckmann ist Leiter des Programmbeirats. Mit ihm spricht News4teachers über die Lage der Schulleitungen – zwischen Überlastung und neuen Perspektiven.

“Möglichst wenig fragen, einfach machen”: VBE-Ehrenvorsitzender Udo Beckmann. Foto: Windmüller/VBE

News4teachers: Herr Beckmann, Sie waren viele Jahre Schulleiter. Haben Sie diese Aufgabe später vermisst?

Udo Beckmann: Es ist mir grundsätzlich schwergefallen, aus der Rolle des Schulleiters herauszugehen. Aber ich musste mich damals entscheiden: Ich war Landesvorsitzender des VBE und zugleich Schulleiter einer Schule, die vor großen Herausforderungen stand – insbesondere wegen der schwierigen Schülerschaft. Irgendwann hatte ich das Gefühl, beiden Aufgaben nicht mehr gerecht zu werden. Nach Gesprächen mit meinen Gremien habe ich mich entschieden, mich ganz auf die Gewerkschaftsarbeit zu konzentrieren. Die Frage der Bildungsgerechtigkeit, die mich schon als Schulleiter angetrieben hat, hat mich bis heute begleitet – bis hinein in meine heutige Rolle als Leiter der Programmbeiräte für den Deutschen Schulleitungs-, den Deutschen Schulaufsichts- und den Deutschen Schulträgerkongress.

News4teachers: Mit welchen Herausforderungen hatten Sie damals konkret an Ihrer Schule zu tun?

Udo Beckmann: Viele meiner Schülerinnen und Schüler kamen aus Elternhäusern, in denen sie nicht die Unterstützung erhielten, die Kinder eigentlich brauchen. Ein Beispiel: Viele kamen morgens ohne Frühstück. Wir haben deshalb eine Brötchenbar eingerichtet – eine Schüler-AG schmierte Brötchen, die günstig vorbestellt werden konnten. In der großen Pause blieben die Kinder zunächst zehn Minuten im Klassenraum, um gemeinsam zu frühstücken, bevor es auf den Schulhof ging.

“Das System steckt tief in der Krise – vor allem wegen des Lehrkräftemangels, der Leistungsrückgänge und der zunehmenden sozialen Heterogenität”

News4teachers: Wenn Sie die Situation heute betrachten: Hat sich für Schulleitungen viel verändert?

Udo Beckmann: Schulleitungen erleben heute eine außergewöhnliche Doppelbewegung: Das System steckt tief in der Krise – vor allem wegen des Lehrkräftemangels, der Leistungsrückgänge und der zunehmenden sozialen Heterogenität. Kinder bringen sehr unterschiedliche Lernausgangslagen mit, der Förderbedarf steigt, psychische Belastungen nehmen zu, und gleichzeitig arbeiten viele Kollegien am Limit. Diese Gleichzeitigkeit – steigende Anforderungen bei sinkenden Ressourcen – prägt die Situation wie kaum etwas anderes und führt dazu, dass der Lehrkräftemangel inzwischen zu einem systemischen Risiko geworden ist. Viele Schulleitungen kompensieren strukturelle Probleme, die weit über ihren Einflussbereich hinausgehen.

Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten – etwa durch Digitalisierung, Förderprogramme und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Diese Technologien können helfen, individuelle Lernprozesse besser zu unterstützen und Schulen pädagogisch weiterzuentwickeln. Voraussetzung ist jedoch, dass Schulleitungen die nötige Unterstützung bekommen. Denn Digitalisierung ersetzt keine Lehrkräfte; sie ermöglicht lediglich, sie gezielter einzusetzen. Schulführung wird dadurch stärker zu einer strategischen Aufgabe: priorisieren, koordinieren, entwickeln.

Besuchen Sie den Deutschen Schulleitungskongress!

Über 100 Speaker*innen, mehr als 3.000 Teilnehmende: Der Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) ist die zentrale Plattform für Schulleitungen, um die Zukunft der Bildung aktiv zu gestalten und dabei nachhaltige Impulse für eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft zu setzen.

Mit einem breiten Spektrum an innovativen Formaten – von praxisnahen Workshops über inspirierende Keynotes bis hin zu interaktiven Diskussionsforen – unterstützt der DSLK Schulleitungen dabei, ihre Rolle erfolgreich weiterzuentwickeln. Er findet vom 27. Bis 29. November in Düsseldorf statt. Unter den Speaker*innen: Schulreformer Stefan Ruppaner, Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, Bildungsforscherin Prof. Dr. Birgit Eickelmann.

Hier geht es zum vollständigen Programm. Für Kurzentschlossene gibt es noch wenige Tickets – hier.

News4teachers: Die Digitalisierung galt lange als Wundermittel in der Bildung – und jetzt ist plötzlich von Digitalisierungswahn die Rede.

Udo Beckmann: Das ist typisch für die bildungspolitische Diskussion hierzulande: Bei jeder neuen Welle gibt es erst einen Hype und dann fällt alles wieder ins Tal. Wir brauchen mehr Ruhe und Gelassenheit – und eine sachliche Betrachtung dessen, was technische Entwicklungen tatsächlich ermöglichen. Dazu gehören Ausstattung, Fortbildung der Lehrkräfte und ein verlässlicher technischer Support. Es darf nicht wieder passieren, dass alles auf dem Rücken der Schulen abgeladen wird.

Digitalisierung braucht Struktur – nicht Aktionismus. Was Schulen nicht brauchen, sind immer neue Einzelprojekte. Was sie brauchen, sind stabile Plattformen, verlässlichen Support, einheitliche Standards und langfristige Finanzierung statt Pakt-Logik. Nur dann entsteht ein digitaler Wandel, der tatsächlich entlastet und nicht zusätzliche Arbeit erzeugt.

News4teachers: War der Digitalpakt ein Beispiel dafür?

Udo Beckmann: Genau. Das ist das Grundproblem: Es wird etwas Neues bereitgestellt und dann erwartet, dass Schulen sich schon selbst organisieren. Stattdessen bräuchte es eine konsequente Fortbildungs- und Unterstützungsstrategie. Gleichzeitig werden Schulleitungen seit Jahren mit immer neuen Aufgaben konfrontiert – ohne dass ausreichend Leitungszeit bereitgestellt wird.

News4teachers: Ist das nicht paradox – Vorgaben en détail, aber wenig Unterstützung?

Udo Beckmann: Das ist tatsächlich ein Paradoxon. Schulleitungen bräuchten mehr Freiräume, um mit ihrem Kollegium Schule zu entwickeln. Mein Grundsatz als Schulleiter war immer: Möglichst wenig fragen, einfach machen.

News4teachers: Würden Sie das Schulleitungen heute auch raten?

Udo Beckmann: Ja. Ich würde ihnen raten, alle vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen und anzufangen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, meldet sich die Schulaufsicht schon. Zudem ist deren Rolle im Wandel: weg von Kontrolle, hin zu Beratung und Unterstützung. Schulaufsichtsbeamte haben selbst ein enges Korsett und würden ihre Rolle gerne stärker in Richtung Unterstützung ausfüllen. Dafür braucht es klare Rollenzuschreibungen – für Schulaufsicht, Qualitätsberatung und weitere Gremien.

News4teachers: Gibt es eine klare bundesweite Rollendefinition für Schulleitungen?

Udo Beckmann: Nein. Durch unser föderales System und die sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Ländern gibt es keine bundesweit einheitliche Klarheit über die Rolle von Schulleitungen.

News4teachers: Wäre eine Professionsbeschreibung wichtig?

Udo Beckmann: Auf jeden Fall. Schulleitung ist ein eigenständiges Berufsfeld. Man qualifiziert sich nicht allein dadurch, dass man gut unterrichten kann. Es braucht Managementfähigkeiten, die Lehrkräfte in ihrer Ausbildung nicht mitbekommen. Daher sind Vorqualifizierungen und kontinuierliche berufsbegleitende Weiterqualifizierungen nötig – und zwar als Teil der Dienstzeit, nicht on top.

News4teachers: Wäre ein eigenes Studium Schulleitung denkbar?

Udo Beckmann: Das kann ich mir vorstellen – allerdings nicht ohne pädagogische Vorqualifizierung. Pädagogische Kompetenz bleibt Kernaufgabe. Was ich mir sehr gut vorstellen kann, ist eine Entlastung durch eine Art Verwaltungsassistenz, damit Schulleitungen sich auf die pädagogische Arbeit konzentrieren können. Heute bleibt ihnen dafür viel zu wenig Zeit.

Eine Verwaltungsassistenz wäre für mich kein Luxus, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Viele Aufgaben binden heute enorme Kapazitäten: Vergabeprozesse, Baumaßnahmen, Datenschutz, Verträge, IT-Management, Personalverwaltung. Das sind hochspezialisierte Felder. Wenn wir diese Aufgaben nicht professionell bündeln, verlieren Schulleitungen genau das, was sie eigentlich leisten sollen: pädagogische Führung, Qualitätsentwicklung und Teamentwicklung.

“Schulleitungen – gerade in Grund-, Haupt- und Realschulen – brauchen Teams, um Schule entwickeln zu können”

News4teachers: Also ein Modell wie im Krankenhaus – fachliche Leitung plus Verwaltung?

Udo Beckmann: Ich möchte mich nicht auf Begriffe festlegen. Aber: Einer muss den Hut aufhaben – und das ist für mich die Schulleitung mit der pädagogischen Gesamtverantwortung. Verwaltung ist Unterstützung, nicht Führung.

News4teachers: Wie stark wird die absehbar kommende Arbeitszeiterfassung das System verändern?

Udo Beckmann: Personalführung wird dadurch noch stärker in den Fokus rücken. Das Deputatsmodell steht ja schon lange in der Diskussion. Arbeitszeitmodelle müssen genauer abbilden, welche unterschiedlichen Aufgaben Lehrkräfte tatsächlich leisten. Künstliche Intelligenz kann hier unterstützen – aber am Ende braucht es ein modernes Verständnis von Arbeitszeit.

Das klassische Deputatsmodell passt nicht mehr zur Realität moderner Schulführung. Digitale Transformation, Ganztagsausbau, multiprofessionelle Teams, steigende soziale Herausforderungen, Datenschutz, Gebäudemanagement – das alles kann niemand mehr nebenher erledigen. Deshalb bin ich überzeugt: Wir müssen Schulleitung konsequent als Team denken.

News4teachers: KI wird immer häufiger genutzt. Kommen große Veränderungen auf Schulleitungen zu?

Udo Beckmann: Ja, wie in allen Berufsfeldern. Was das genau bedeutet, lässt sich noch nicht vollständig absehen. Aber KI kann Lehrkräfte entlasten, etwa bei Korrekturen. Das schafft wiederum Zeit für Unterrichtsvorbereitung und Individualisierung von Lernprozessen – vorausgesetzt, die Nutzung wird organisiert. Und das liegt bei der Schulleitung.

Ich sehe KI als Chance, nicht als Bedrohung – vorausgesetzt, wir nutzen sie bewusst und verantwortungsvoll. KI kann Lernprozesse personalisieren, Routinen entlasten, Diagnostik beschleunigen und Lehrkräften Zeit für Beziehung und Didaktik zurückgeben. Dafür braucht es klare Leitlinien, datenschutzkonforme Tools, robuste IT und Fortbildung, die direkt im Unterricht ansetzt.

News4teachers: Haben Schulleitungen dafür überhaupt Zeit?

Udo Beckmann: Nein, aktuell nicht. Die vorhandene Leitungszeit reicht bei weitem nicht aus. Schulleitungen sind häufig die Letzten, die abends das Licht ausmachen.

News4teachers: Wie erleben Sie die Stimmung unter Schulleitungen?

Udo Beckmann: Ich sehe einen großen Willen zur Veränderung. Viele möchten neue Technologien sinnvoll nutzen. Gleichzeitig sind Schulleitungen an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Aber ich sehe wenig Resignation – vielmehr viel Bereitschaft zum Aufbruch.

Ein Punkt ist mir wichtig: Schulen funktionieren so gut, wie sie geführt werden. Schulleitungen – gerade in Grund-, Haupt- und Realschulen – brauchen Teams, um Schule entwickeln zu können. Allein durchziehen funktioniert heute nicht mehr. Schulleitungen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und ein Team an ihrer Seite. Zudem braucht es mehr Funktionsstellen an Schulen, um Verantwortung zu verteilen. Das eröffnet auch Lehrkräften neue Karrierewege – eine Art mittleres Management. Nur mit starken Schulleitungen und tragfähigen Teams kann Schule in einer komplexer werdenden Welt bestehen und sich weiterentwickeln.

News4teachers: Haben Sie noch Kontakt zu Ihrer alten Schule?

Udo Beckmann: Nein, die Schule gibt es nicht mehr. Es war eine Hauptschule, die später mit einer anderen Schule zusammengelegt wurde. Allerdings sind die Probleme im Umfeld nach wie vor da – sie sind eher noch größer geworden. News4teachers / Andrej Priboschek führte das Interview

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Palim
1 Monat zuvor

Das ist typisch für die bildungspolitische Diskussion hierzulande: Bei jeder neuen Welle gibt es erst einen Hype und dann fällt alles wieder ins Tal.“

Was an der schlechten Versorgung und der fehlenden Arbeitszeiterhebung liegt. Manchmal sind es auch Lehrkräfte, die abends das Licht ausmachen und wer Schulentwicklung als Team denkt, muss Ressourcen für das Team bereitstellen, nicht allein für die SL.

Eine Verwaltungs-Assistenz braucht es für die Schulleitung, in den Klassen braucht es aber ebenso eine Assistenz, um die vielen Bedarfe realisieren zu können.

SuMa
1 Monat zuvor

Schulleitungen – gerade in Grund-, Haupt- und Realschulen – brauchen Teams, um Schule entwickeln zu können…. Wie wahr… Vor allem in diesen oft kleineren Systemen machen wir alles on TOP. Funktionsstellen in Grundschule samt Beförderung Fehlanzeige. Besoldung von Schulleitungen und deren Vertretung eine Frechheit. Ist der Hausmeister krank besorgen wir Klopapier und bestuhlen die Aula selber. Verwaltungsaufgaben fressen uns auf. Schulbudget viel zu knapp. Fortbildungsbudget 1200€ für 25 Personen pro Jahr. Schulleitungskongress Freitag auf Samstag – finde den Fehler!

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  SuMa

SL bekommen wenigstens noch Anrechnungsstunden, die Kollegen drumherum, die die ganze Zeit rotieren, um die SL-Entscheidungen dann umzusetzen, bekommen genau nix, nada, niente an Entlastungen. Und dann fragt sich unsere SL ernsthaft, warum wir all ihre tollen, neuen Ideen nicht himmelhoch jauchzend begrüßen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ich bekomme 10! In Worten 10 Entlastungsstunden. Meine Konrektorin auch, denn wir teilen sie einfach…..wir unterrichten jeder 18 Stunden…..
Und dann nach den 18 Stunden (ich habe 2 Matheklassen und gebe bin dann noch Teampartner und habe Stunden in der OGS) kommt der Rest…..und jetzt raten Sie mal wie meine normale Woche aussieht?
Ideen und Unterrichtsentwicklung sowie Schulentwicklung laufen bei uns im Team mit Steuergruppe, Lehrerrat und anderen Gremien…..wir denken nichts im Stillen Kömmerlein, um LuL zu ärgern und ihnen Arbeit aufzudrücken…..sondern wir suchen permanent nach guten Wegen unsere Arbeit vernünftig zu gestalten und die Kollegen damit zu entlasten.
Jede Neuerung, jede Änderung einfach alles, wird übrigens bei uns den Kollegen zur Abstimmung vorgelegt nachdem es sauber erarbeitet wurde…..
Schulleitung bedeutet für die Schule und für alle, die dort arbeiten oder lernen oder irgendwie beteiligt sind….wir sind kein Selbstzweck!

Alex
1 Monat zuvor

Und Ihre Steuergruppe, Ihr Lehrerrat, all die anderen Gremien, wie viele Anrechnungsstunden kriegen die so für all die Zusatzarbeit? Ja, SL arbeiten viel, aber das „Fußvolk“ hat seine 40-Stunden-Woche auch ohne all die tollen, neuen Ansätze gut gefüllt. Die werden bei uns übrigens nur in den seltensten Fällen dem Kollegium zur Abstimmung vorgelegt, das wird einfach verkündet und ist umzusetzen.

SuMa
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ja bekommen Sie – der Lehrerrat hat verzichtet ist aber in der Steuergruppe teilweise vertreten
Medienbeauftragte bekommen auch Stunden und das teilweise von meinen Leitungsstunden

SuMa
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Mein Kollegium ist weder Fußvolk noch ich Königin welche vom Balkon winkt

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Hier empfehle ich Ihnen die Lektüre des “Braven Soldaten Schwejk” zur Inspiration.

Da sagt man “Jawoll” und fängt an zu machen.
Ist natürlich bedauerlich, wenn es schief geht…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Der LR, die Medienbeauftragte, die Sportbeauftragte bekommt Anrechnungsstunden (wir reden hier von 4! Anrechnungsstunden für das gesamte Kollegium.)
Alle anderen Gremien, Fakos und sonstigen Aufgaben gehören zum Lehrerdasein dazu und werden nicht entlastet. Und je kleiner das Kollegium ist, desto mehr Aufgaben kommen für den Einzelnen dazu.
Das ist an den meisten kleineren Grundschulen eben so….

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

In Worten „zehn“….

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Und jetzt zynisch: SL sollen gefälligst ihr volles Deputat unterrichten und im Anschluss dann den Rest machen….können wir tun, dann bedeutet das aber auch, dass es keine Anrechnungsstunden mehr für die Kollegen gibt und dass alle Aufgaben, die anfallen, gerecht an alle LuL delegiert werden. Ich freue mich auf die Reaktionen der LuL, die sich plötzlich mit Verwaltungsaufgaben zusätzlich zu ihren Klassenleitertätigkeiten konfrontiert sehen, Stundenplöne entwickeln, tägliche Vertretungspläne schreiben, Postkörbe bearbeiten, Zeugnisse bereitstellen, LKs vorbereiten und halten, an diversesten Besprechungen teilnehmen, Anträge schreiben (bitte gerne Smart), Kollegen beraten und Fallbesprechungen durchführen (also nicht die eigenen), Kontakte in der Schulgemeinde pflegen, Abfragen bearbeiten (ca 5 in der Woche), mit dem Schulträger kommunizieren, Ausschreibungen vorbereiten, durchführen und nachbereiten, etc etc, und natürlich nebenbei auch noch Schulentwicklungen und Unterrichtsentwicklung betreiben…..
Und das bitte ganz geräuschlos, damit alles hübsch funktioniert, damit die anderen LuL nicht in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden….

Mika
1 Monat zuvor

„ Ich freue mich auf die Reaktionen der LuL, die sich plötzlich mit Verwaltungsaufgaben zusätzlich zu ihren Klassenleitertätigkeiten konfrontiert sehen, Stundenplöne entwickeln, tägliche Vertretungspläne schreiben, Postkörbe bearbeiten, Zeugnisse bereitstellen, LKs vorbereiten und halten, an diversesten Besprechungen teilnehmen, Anträge schreiben (bitte gerne Smart), Kollegen beraten und Fallbesprechungen durchführen (also nicht die eigenen), Kontakte in der Schulgemeinde pflegen, Abfragen bearbeiten (ca 5 in der Woche), mit dem Schulträger kommunizieren, Ausschreibungen vorbereiten, durchführen und nachbereiten, etc etc, und natürlich nebenbei auch noch Schulentwicklungen und Unterrichtsentwicklung betreiben…..“

Ich schätze Sie und Ihre Kommentare sehr, das zuallererst.
Aber wie kommen Sie darauf, dass es irgendeine Rechtsgrundlage dafür gäbe, die Aufgaben der Schulleitung an Lehrkräfte ohne Schulleitungsfunktion zu delegieren? Meine Antwort wäre kurz: „nicht mein Job“.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Doch natürlich kann ich delegieren, denn das darf ich qua Amt.

Mika
1 Monat zuvor

Gegen entsprechende unterrichtliche Entlastung. Ansonsten: nicht mein Job. Wir würden das Spiel mit meiner guten anwaltlichen Vertretung bis zum Ende spielen. Wäre spannend, wie es ausgeht. Und vor allem, was die Eltern – und damit die Öffentlichkeit- sagen, wenn Sie eine gut qualifizierte und in Eltern- sowie Schülerschaft höchst anerkannte Lehrkraft drangsalieren, indem Sie Schulleitungsaufgaben ohne angemessene zeitliche Entlastung an diese „delegieren“, anstatt Ihren Job selbst zu machen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ganz unabhängig davon, dass ich meine Tätigkeiten in der Regel nicht delegiere, aber ich sprach ja von der hypothetischen Ausgangslage, dass SL gar keine Entlastungsstunden für die SL- Aufgaben bekäme und das volle Deputat unterrichtet. Dann gäbe es im Umkehrschluss auch keine Anrechnungsstunden für Kollegen und ein Teil der Aufgaben müsste ich dann eben delegieren, denn die Arbeit muss ja gemacht werden….

Mika
1 Monat zuvor

Schulleitungsaufgaben sind Aufgaben der Schulleitung. Mein Job sind Lehrkräfteaufgaben.
Weder Sie noch ich bekommen genügend Zeit, unsere Aufgaben angemessen zu erledigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich oder eben Sie die Aufgaben des eigenen Tätigkeitsbereichs anrechnungsfrei weiterreichen dürfen. Um es mit der Denke der Kultusminister zu sagen: Arbeiten Sie halt schneller!

Mika
1 Monat zuvor

PS:
Wenn Sie sich darauf einließen, neben Ihrem vollen Deputat die Schulleitung zu übernehmen: warum sollen dann Lehrkräfte dafür büßen, dass Sie Ihre Fähigkeiten bzgl. „Ich schaff das“ überschätzt haben? Zumal Sie wenigstens Schmerzensgeld dafür bekommen…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Schmerzensgeld….der war gut!

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ohne die Stunden für Verwaltung ginge es ganz und gar nicht….dann würde ich meinen Job auch nicht machen….
Aber nochmal: Darum ging es mir auch nicht. Vermutlich möchten Sie mich extra falsch verstehen….
Ich reagierte auf Alex…..der der Meinung war, dass SL in irgendwelchen Sphären schweben….

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Und jetzt noch mal ohne Zynismus: ich arbeite ca 50 bis 60 Stunden in der Woche….und ja, ich habe offiziell 10 Leitungsstunden…..was glauben Sie, wie weit ich mit diesen 10 Stunden komme?
Meine Arbeit besteht aus Unterricht UND aus SL-Aufgaben, die Sie offenbar nicht würdigen können…..

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Und zum letzten: SL hat die Gesamtverantwortung für die Schule. Jeder Furz muss verantwortet werden…..und im Zweifel steht die Sl im Fokus und nicht Kollegen, die Murks gemacht haben…..

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Alex bezieht sich offensichtlich auf eine Gym-Schulleitung (A16), die ja tatsächlich nur – wenn’s gut läuft – 3 Stunden unterrichtet.
Sie dagegen arbeiten als Schulleiterin einer Grundschule unter ganz anderen Bedingungen.
Es kommt ja nicht von ungefähr, dass gerade diese Funktionsstellen deutschlandweit in hohem Maße vakant sind und in der Regel vom Kollegium kommissarisch erledigt werden.

Ich weiß, dass wir oft über Kreutz liegen, aber, dass Sie hier wegen Alex’ aussagen im Dreieck springen, kann ich mehr als nachvollziehen.
Eine Aufwertung Ihrer Tätigkeit sowie die von Grundschullehrkräften allgemein ist mehr als überfällig. Und hier meine ich nicht nur die Besoldung, sondern auch die Betonung der gesellschaftlichen Aufgabe. GS-Lehrkräfte prägen Kinder viel mehr als LK an weiterführenden Schulen. Sie können tatsächlich noch etwas bewirken. Und so müssen Sie auch endlich wieder behandelt und gesehen werden.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Liegen wir oft überkreuz? Ich kann mich nicht entsinnen…?
Ja klar unterrichten SL von Gymnasien weniger, denn die Leitungsstunden rekrutieren sich ja auch den Lehrerstellen. Je mehr Stellen, desto mehr Leitungszeit…..
Wenn man eine riesige Schule leitet mit über 100 Kollegen, dann unterrichtet man eben nur noch sehr sehr wenig…..was ich übrigens auch vollkommen in Ordnung finde, denn die Leitungsaufgaben nehmen halt auch zu zwar nicht in der Qualität aber schon auch in der Quantität.
Dennoch bräuchte ich erheblich mehr Leitungszeit, um alle Aufgaben auch schaffen zu können….

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Ich glaube schon, dass die große Mehrzahl aller KuK sehr genau wissen, dass Schulleitungen nicht unter Unterbeschäftigung leiden. Alleine die Zahl der Vakanzen spricht für sich. Auch die Zahl der SL-Stellen, bei der die/der einzige Kandidat(in) genommen wurde, dürfte immens sein.

SuMa
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Nun die Ideen kommen in meinem System aus dem Kollegium oder mir als SL. All das wird mit Lehrerrat und Steuergruppe besprochen. In den LKs gibt es feste Zeit für Schulentwicklungsthemen. Am Ende entscheidet die LK. Alle On-Top Aufgaben werden mit Punkten versehen. Es gibt je nach Deputat eine Anzahl an Punkten die man leisten muss. Entlastungsstunden werden werden in dem Punktesystem mit berechnet. Und das war eine Idee der LK. Fakt ist alle haben zu viele Aufgaben SL und Lehrkräfte.
Und ja auch ich als SL habe noch Unterrichtet vor und nachzubereiten. Endlose Gremien außerhalb der eigenen Schule. In der Endverantwortung steht aber die SL.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  SuMa

Darf ich mal fragen, wer hat die Bepunktung vorgenommen. Wir wollten das auch gerne machen, da wir uns mehr Gerechtigkeit davon versprechen, haben uns aber überlegt, dass es ungut ist, wenn SL das macht…..auf der anderen Seite befürchten wir ein „Hauen und Stechen“, wenn die Kolleginnen es tun…..

SuMa
1 Monat zuvor

Das Kollegium hat in Gruppen in einer LK das erarbeitet, die Steuergruppe hat nachgesteuert und daraus ein Aufgabenpunkte Plan erstellt und überlegt wie viele Punkte man erreichen muss. Die LK hat Diskutiert und es gab dann einen Mehrheitsbeschluss (sogar einstimmig)

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  SuMa

Klingt vernünftig gelöst und alle waren beteiligt. Mal schauen, wenn ein Zeitfenster entsteht, dass wir uns auch mal daran trauen….

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  SuMa

Welche rechtliche Grundlage gibt es für dieses Punktesystem? Auf welcher rechtlichen Grundlage ordnen Sie an, dass Kollegen Aufganen übernehmen müssen? Wie gehen Sie damit um, wenn ich sage: nein, meine zeitlichen Kapazitäten für derlei Aufgaben sind erschöpft?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Dieser Vorschlag kommt von den Gewerkschaften und (zumindest unserer) Bezirksregierung. Es ist ja auch grundsätzlich gut, außerunterrichtliche Aufgaben nach Aufwöndigkeit zu klassifizieren, aber wir haben uns da als SL tatsächlich nicht rangemacht und der Lehrerrat sah das auch nicht als unproblematisch. Aber ich kenne eine Reihe von Schulen, die das gemacht haben und zufrieden damit arbeiten.
Eine rechtliche Grundlage gibt dafür nicht, aber das muss es auch nicht, wenn ein Kollegium sich darauf verständigt hat nach diesem System Aufgaben zu verteilen (für die es keine Anrechnungsstunden gibt).

Mika
1 Monat zuvor

„ Eine rechtliche Grundlage gibt dafür nicht, aber das muss es auch nicht, wenn ein Kollegium sich darauf verständigt hat nach diesem System Aufgaben zu verteilen (für die es keine Anrechnungsstunden gibt).“

Genau das ist falsch. Sie können weder als SL anordnen noch kann das Kollegium beschließen, dass Aufgaben, die über die Regeltätigkeit einer Lehrkraft hinausgehen, von diesen unentgeltlich übernommen werden. Nix mit „Der macht den Stundenplan, die entwickelt das Brandschutzkonzept, …“. Sobald ein Kollege sich diesbezüglich weigert, haben Sie genau gar keine Möglichkeiten, sich durchzusetzen.

Was ich nie verstehen werde: Schulleitungen sind stets sehr kreativ, um die noch so hirnrissigsten Ideen der Chefetage im Kollegium durchzudrücken, und sei es, mit jetzt schon viel zu wenig Zeit noch mehr Aufgaben zu übernehmen (Punktekonzept und Co).
Sie schaffen es jedoch nie (mir ist zumindest kein Fall bekannt), sich dauerhaft vor ihr Kollegium zu stellen und Richtung Schulrat (oder wie immer die jeweilige Schulaufsicht heißt) zu melden: „ Nein, mache ich nicht, mein Kollegium ist bereits jetzt, allein durch den Alltagswahnsinn, überlastet“.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

So läuft es doch überall – auch in der freien Wirtschaft. Wenn man ein gutes Team hat, unterstützt man sich dann untereinander und stämmt die neuen Aufgaben auf vielen Schultern verteilt. In der Regel gibt es da selten jemanden, der sagt, dass es nicht seine Aufgabe sei.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Auch diese Schultern sind nicht endlos belastbar.

Und nur, weil drei Schüler Klaus treten, machen das jetzt alle?

Und das soll gut und richtig sein?

Ich bitte Sie!

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich halte ihr Beispiel zwar für unpassend, aber egal.
Ich will nur sagen, dass man als Team sehr wohl doofe Bedingungen am besten gemeinsam trägt und nicht einen ( in dem Fall Sl) alleine absaufen lässt.

SuMa
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ich habe ein super Team. Es ist geben und nehmen. Ich mache auch kein Fass aus wenn Kollegen
zB einen Termin mit seinen alten Eltern zB beim Arzt am Vormittag hat oder im Pflegeheim. Mit welcher Grundlage soll ich hier beurlauben? Das gleiche gilt für Beerdigungen von Nachbarn etc, OP des Partners

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  SuMa

Das meine ich doch. Das Team unterstützt sich gegenseitig. Wenn ein Team sich darauf verständig, ist das aus meiner Sicht in Ordenung. Mika schrieb, das wäre falsch. Vielleicht habe ich Mika auch falsch verstanden.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich glaube wir reden gerade aneinander vorbei. Es gibt eine ganze Reihe von schulischen Aufgaben, die Lehrer neben ihrer Unterrichtsverpflichtung übernehmen (müssen) und für die es in der Regel keine Anechnungsstunden gibt.
Hier mal ein paar Beispiele aus meiner Schule:
– Mitarbeit in Fakos (Übernahme Vorsitz)
– Mitglied der Schulkonferenz
– Planung Schulfest
– Digitalisierung
– Homepagepflege
– Stadtradeln und Klimameilen
– AOSF-Beauftragte
– Begabtenförderung (Ansprechpartner)
-Fortbildungsbeauftragte
– Sicherheitsbeauftragte
– Brandschutzhelfer
– Kita (Übergang) Ansprechpartner, Delfin 4
– Steuergruppe
– Stadtteilkonferenz (Mitglied)
– Teilnahme an Sitzungen des kommunalen Integrationszentrum
– Anspechpartner Bildungspartner
– Ansprechpartner Kirchen
……
Sind Sie sicher, dass nichts von alle dem an Ihrer Schule existiert und Sie nicht auch irgendwo eine Aufgabe übernommen haben (für die Sie nicht durch eine Anrechnungsstunde entlastet werden?)

Und um diese Aufgaben geht es….die man je nach Aufwand bepunkten kann, so dass sichtbar wird, wie die Belastung der Kollegen aussieht.
Die Mitarbeit in der Steuergruppe kann man zum Beispiel sehr viel höher werten (weil zeitaufwändig), als der Ansprechpartner für Begabtenförderung….
Wer Z.B. eine Klassenleitung innen hat, könnte auch schon einen oder mehrere Punkte gesammelt haben und übernimmt dann eben eine weniger zeitaufwendige Zusatzaufgabe…..

Brennpunktschule
1 Monat zuvor

@Fräulein Rottenmeier

Man sieht an diesem Irrsinn von Aufgabenbezeichnungen bereits, wie unsinnig das System ist. Wie sollen denn fachliche Laien in der Lage sein, die Aufgaben sinnvoll und umfassend wahrzunehmen? Und das bei einer Ermäßigung von einer Stunde alle paar Jahre?

Sie haben ja bereits geschrieben, dass Sie 10 Ermäßigungsstunden bekommen, bei einer Wochenarbeitszeit von 50-60 Stunden, und vermutlich stark verkürzten Ferienzeiten.
Warum tun sich Schulleitungen das an?

Diese Selbstausbeutung ist Voraussetzung dafür, dass das System funktioniert. Denn das System ist kaputt.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Wo sehen Sie denn fachfremde Aufgaben? Es sind alles Aufgaben rund um das Schulleben…..

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Und das unterschreibe ich voll und ganz!

Mika
1 Monat zuvor

Sie können da ganz viel beauftragen. Wenn meine Arbeitszeit voll ist (genau dafür erfasse ich sie), sind Sie am Zug, mich an entsprechender Stelle zu entlasten, damit ich die von Ihnen gewünschte Funktion wahrnehmen kann. Ansonsten: nö. Gemäß Ihrer Argumentation können Lehrkräfte auch rund zwanzig zusätzliche Funktionen übernehmen, wenn die Mehrheit dafür ist und das Ihrer Ansicht nach zum Lehrer-Alltagsgeschäft gehört.

Sicherheitsbeauftragte, Brandschutzbeauftragte, Steuergruppe (wofür?), Homepagepflege, Digitalisierung (was soll das sein?), Stadtradeln und Klimameile, Fortbildungsbeauftragte (organisiert der die Fortbildungen oder was macht der?), Stadtteilkonferenz, kommunales Integrationszentrum, Ansprechpartner für Bildungspartner oder Kirchen:
Was daran gehört zum KERNGESCHÄFT eines Lehrers und wäre nicht eigentlich der Job von Leitung?

Sowas kann man machen, wenn die zeitlichen Ressourcen dafür da sind. Ich habe sie definitiv nicht. Ich finds toll, dass Sie an Ihrer Schule diese zeitlichen Ressourcen offensichtlich haben – da sind Sie eine große Ausnahme. An den Schulen, die ich kenne, arbeiten die Lehrkräfte mehr als über dem Limit. Da braucht man eine Schulleitung, welche die Fürsorgepflicht für ihre Kollegen wichtiger erachtet als die Vollzugsmeldung an den Schulrat fürs mentale Streicheln durch die Obrigkeit.

SuMa
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Die SL hat gar nix dabei entschieden

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ich bin entsetzt, dass Sie so urteilen, denn GS-Schulleitungen haben ganz andere – nämlich viel miesere – Arbeitsbedingung.
Anhand der Votes muss man wohl davon ausgehen, dass hier anteilig sehr viel mehr (frustrierte?) SekI/II-Lehrkräfte als andere vertreten sind.

Frage in die Runde: Weshalb sind wohl deutschlandweit so viele Grundschulleitungsposten unbesetzt?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dass es hier mal nicht um Lehrer geht, sondern um SL, ist den meisten nicht bewusst….noch weniger, dass alle im selben Boot sitzen….nun ja….in der Regel kommentiere ich auch als Lehrerin, aber das kann ich auch, weil ich alldieweil überwiegend unterrichte….

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass es gut wäre unserer Schulleitung mehr Freiräume zu gewähren.

Manchen Leuten sollte man keine Macht über andere geben.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Dann scheinen Sie an Ihrer Schule keinen guten ÖPR zu haben.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das Einhegen der SL durch Steuergruppe, Lehrkräftekonferenz, Lehrerrat, Schulkonferenz und Schulpflegschaft ist sehr viel zeitaufwendiger als die meisten glauben. Der begleitete Freigang ist sehr personalintensiv. Das wissen bei den Fachabteilungen der Landschaftsverbänden doch alle Beteiligten:)

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Für die Dezernate wäre es super. Dann könnten die den schwarzen Peter in noch viel mehr Fällen auf die Schulen schieben. Gleichzeitig müsste man mit jeder Mehrverantwortung der Schulen die Existenzberechtigung etlicher Stellen und Posten in den Dezernaten mehr infrage stellen. Das ist definitiv nicht im Sinne der Dezernate.

Brennpunktschule
1 Monat zuvor

Bei uns – wie an so vielen Schulen – ist das zentrale Problem die Schwierigkeiten im Unterricht. Viele Lehrkräfte sind nicht mehr in der Lage, geregelten Unterricht zu halten, da dieser durch die vielfältigen Herausforderungen gesprengt wird.

Daher haben wir beschlossen, alles andere zu ignorieren, und uns zunächst ausschließlich diesem Problem zu widmen. Digitalisierung ist nice, Sprachförderung auch wichtig, Statistik schön, Demokratieförderung klasse – solange die Schüler sich nicht im Kreis aufstellen können ohne sich gegenseitig auf das übelste zu beleidigen und zu schlagen, keinen Stift halten können, kein Heft dabei haben, niemals Hausaufgaben machen, nicht 15 Minuten konzentriert arbeiten können – bleiben wir bei den Basiskompetenzen.

Verhalten, Verhalten, Verhalten – alles, was das verbessert machen wir. Und damit sind wir zu 120% ausgelastet. Da ist null Kapazität für irgendetwas anderes.

Da kann das neueste Strategiepapier von sonst irgendwem mir den Buckel runter rutschen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Brennpunktschule

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Mut!

Volker Allmann
1 Monat zuvor

Wie Recht Udo Beckmann hat, wenn er pädagogische Führung vor Schulverwaltung stellt. Immer neue Auslagerungen in schulexterne Sonderinstitutionen verschieben nur die Handlungsebenen und suggerieren bildungspolitische Lösungen, deren Wirksamkeit durch nahezu jede Kontrollstudie widerlegt wird. DIe Schule ist der Ort für Bildunserfolge. Sie muss auf die Füße gestellt werden und das beginnt mit Kita und Primarstufe. Aber hier beginnt der Verantwortungswirrwar zwischen kommunaler und staatlicher (Länder) Ebene. Aber es gibt Hoffnung dort, wo der Schzulträger s e i n e Schulen nicht nur als
Gebäude-und Ausstattungsverpflichtung begreift, sondern als wichtiges Standortsignal.Und es gibt sie ja, die positiven Beispiele,in denen die örtlichen Akteure trotz der hinderlichen strukturel lenVorgaben Erfolge mit beachtlicher Breitenwirkung erzielen, zum Beispiel beim Deutschen Schulpreis ..

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Für einen großen Teil der Schulen wäre es sicher gut, wenn Schulleitungen noch mehr Gestaltungsspielraum hätten.

Allerdings gibt es auch einen erheblichen Teil an Schulleitungen, die für ihren Posten gänzlich ungeeignet sind. Dies liegt zum Teil daran, dass diese Posten so unattraktiv sind, dass sich – wenn überhaupt – nur eine Person auf die freie SL-Stelle beworben hat.

Wir haben eine nennenswerte Zahl an SL, die kaum Führungsqualitäten haben. Sie sind entweder nicht durchsetzungsstark genug, nicht kompromissbereit genug, nicht teamfähig genug oder sie sind Opportunisten. Dies ist sicher nicht die Mehrheit unter den Schulleitungen, aber sicher wenigstens bei 20 %. Dieser Gruppe würde ich nur ungern mehr “Gestaltungsspielraum” geben, denn das geht nicht gut.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Ich sehe das ein wenig anders. Je nach Bundesland wird man unterschiedlich auf die Funktion vorbereitet. Manche BL schmeißen ihre Anwärter einfach ins kalte Wasser und manche haben hochwertige, langwierige Fobis, die die Anwärter qualifizieren und zudem eine Prüfung anbieten.
In NRW durchläuft man mehr als ein Schuljahr eine Schulleiterqualifizierung, die in ein Eignungsfeststellungsverfahren mündet. Durch diese Prüfung fallen fast 50 %Prozent der Anwärter. Was jetzt nichts heißt, denn oft fallen Leute durch die Prüfung, die bereits langjährig eine kommissarische SL innehatten.

In der SLQ (also die Qualifizierung) geht es in erster Linie um Rollenklarheit und um Schulentwicklung. Dort wird gelehrt, wie man sich als SL abgrenzt und führt……leider…..und ich meine das ernst, wird nicht die Art von Führung thematisiert, die darauf hinausläuft, dass LuL kooperativ mitwirken. Auf diese sinnvolle Erkenntnis muss man selber kommen…..dass es gut ist, alle LuL mit ihrer Expertise immer mit einzubeziehen, damit Schulentwicklung und Unterrichtsentwicklung funktioniert und sehr fruchtbar ist. Also Schule auf Augenhöhe….in jeder Hinsicht….
Kommt man selber drauf, dann ist das ein Gewinn für alle, wenn nicht, dann ist es ein Verlust.

Gerd Möller
1 Monat zuvor

Lieber Udo,
stimme deinem Interview voll zu, habe ähnliche Erfahrungen an einer Gesamtschule im Brennpunkt gemacht, wenn auch vor vielen Jahren.
Herzliche Grüße
Gerd Möller