
Das tägliche Zähneputzen gehört in Berliner Kitas nun zur gesetzlichen Pflicht. Neu geregelt sind auch zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen in den Kitas: «Eltern müssen nun aktiv widersprechen, wenn ihre Kinder nicht teilnehmen sollen», sagte Andreas Dietze, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen (LAG Berlin).
Dietze bezeichnete die neuen Regelungen als «wunderbar». «Berlin ist mit dieser Kombination bundesweit ein Leuchtturm», sagte der Experte. Langjährige Forderungen von Fachleuten seien endlich umgesetzt worden.
Für manche ist das Zähneputzen in der Kita die einzige Möglichkeit
Das Zähneputzen gehöre zwar bereits jetzt in vielen Kitas zum täglichen Programm, aber nicht in allen. Für manche Kinder, vor allem aus bildungsfernen Familien, sei dies die einzige Möglichkeit am Tag, sich überhaupt die Zähne zu putzen. Die neue Regelung eröffne nun Kindern unabhängig von ihrem familiären Hintergrund bessere Chancen auf eine gesunde Entwicklung.
Für die Vorsorgeuntersuchungen mussten Eltern bisher eine Einwilligungserklärung unterschreiben, erläuterte Dietze. Doch dies scheiterte immer wieder an sprachlichen Hürden oder auch daran, dass Eltern sich schlichtweg nicht ausreichend kümmerten.
Regelung gilt seit Ende 2025
Im geänderten Kindertagesförderungsgesetz heißt es jetzt: «Die Tageseinrichtungen stärken das Gesundheitsbewusstsein des Kindes durch die tägliche Zahnpflege, (zahn-) gesunde Ernährung, ausreichend altersgerechte Bewegung und die Vermittlung hygienischen Verhaltens». Die Änderung trat am 24. Dezember 2025 in Kraft.
Die Zahnärztekammer Berlin, Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin, die LAG Berlin sowie Krankenkassen hatten sich seit Jahren für diese Änderung eingesetzt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Umsetzung liege nun bei den Einrichtungen: Das Berliner Bildungsprogramm müsse die Vorgaben alltagstauglich konkretisieren. News4teachers / mit Material der dpa
Zahngesundheit bei Kindern: Starke (soziale?) Unterschiede werden deutlich









Den Eltern wegen Einwilligungen hinterherlaufen zu müssen, klingt ganz gut, aber was sagen die Erzieher*innen zum Gesetz?
Was kommt als nächstes auf die Kitas zu?
Tägliches Duschen, wöchentliches Zehennägelschneiden?
Alles möglich.
Sind wir mal ehrlich … Das ist doch reiner Aktionismus von Seiten der Politik.
Man weiß, dass Kitas usw. massivst überlastet sind und ein Mangelsystem.
Dann stellt man wieder Forderungen [und schiebt diese weiter] und/oder geht auf Forderungen ein [und schiebt diese weiter], stellt aber weder im vornherein die dafür notwendigen (!) Rahmenbedingungen – noch im Nachhinein. Wird halt “Pflicht” einfach. Oder “Recht” [Recht auf Kitaplatz … Auf Schulplatz … Auf Ganztag … Auf …].
Hier ist es – sorry – meiner Meinung nach politische Kosmik, indem man “die armen Kinder” schreit und auch gleich Schuldige [“bildungsferne Eltern”] benennt. Dazu ein meiner Meinung nach Scheinargument Richtung “Chancengleichheit” und ähnliches. Und das untermauert mit “aber die Experten wollen das auch” und deren Fachlichkeit hier mit einbringt.
Was wollen denn die Experten [Zahnärzte] tatsächlich? Ihren Bereich einfach “irgendwie” abgedeckt? Oder vielleicht sogar weitergedacht auch irgendwann mal “selbstständige Menschen”? Dazu vielleicht auch die Rahmenbedingungen dazu ? Kann ich mir vorstellen zumindest, dass die schon sagen würden: Ja, klar. Personal sollte schon da sein. Klar, Waschbecken und Hygiene auch. Ja, Zeit wäre auch gut.
Das erwähnt man – nicht? Weil? Populismus und Aktionismus.
Dazu will man einfach kein Geld investieren. Von Rahmenbedingungen – keine Rede. Von Konzepten – och, macht ihr mal selbst.
Dazu dann noch die Verantwortungsverschiebung. Wenn die Kinder später schlechte Zähne haben, kann man sagen: “Die Kita hat das Gesetz nicht umgesetzt”, statt zuzugeben: “Wir haben das Familiensystem und das Erziehungssystem, sowie das Bildungssystem gleichzeitig gegen die Wand gefahren.”
Einfach unfassbar.
Was sollte dann “die Kita” vielleicht fordern? Wie wäre es mit: Zahnärzte wollen das auf die Kita “abpressen” – dann seid ihr herlich willkommen. Kommt vorbei und putzt (mit) den Kindern die Zähne.
Personalmangel? Ach was. Interessant.
Weitergabe von “häuslichen Erziehungsstandards” [sollten es definitiv sein]? Ach was. Interessant.
Auf einmal wäre man dann zumindest “auf der gleichen Seite” und würde sehen, wie “cool” man das dann als “Verantwortlicher” sieht. Doofe Idee? Schade aber auch.
Kannste dir echt nicht mehr ausdenken.
Theoretisch alles möglich. Aber Kinderköpfe im Friseurspiel nach Läusen absuchen dürfen und müssen Erzieherinnen nicht. Auch nicht, wenn es den Kleinen gar nicht auffällt, dass es nicht nur ums Zöpfchenflechten oder eine coole Frisur geht. – Dabei könnte durch sofortiges Reagieren manche Läuseplage verhindert oder zumindest ihr Umfang begrenzt werden.
Wurde bei uns in der Kita sogar mal gemacht, mit Information vorab morgens beim Bringen. Fanden alle Eltern super, weil man einfach nicht weiß, ob tatsächlich alle gucken. Das Interesse der Eltern ist bei allen Themen – Förderung der Kinder, Zähneputzen, gesundes Essen, Bewegung, Läuse – entweder vorhanden oder leider nicht… alles außerhalb von Zuhause auffangen zu wollen ist nicht leistbar.
Das spricht für Vertrauen und eine gute Kommunikation mit den Eltern. Selbst beim besten Willen schaffen etliche Eltern es beim ersten Kopflausbefall ihres Kindes nicht, alles richtig zu machen. – Eine pragmatische Lösung. Wenn Erzieher das erste Ja von Eltern erhalten, die gut angesehen sind, muss es nicht zu Diskussionen darüber, wo etwas unnötig dramatisiert wird.
Wieso sollen kitas in die Pflicht genommen werden zähne zu putzen. Dann können Eltern zu Hause viel entspannter und gründlicher. Zumal in der schule auch nicht mehr geputzt wird. Es wird mittlerweile viel auf kitas abgeschoben….
Zähne putzen hatten wir schon vor 20 Jahren in den Kitas. Und vor Jahren als Elternaufgabe an selbige wieder abgegeben.
Aus hygienischen Gründen war das immer schon eine ganz eklige Angelegenheit.
Ständig kamen Zahnbürsten durcheinander, es wurden Böden oder Toiletten damit ” geputzt ” und dann die Zähne usw. Die heutigen Hygienestandarts lassen sich nicht umsetzen. Von jedem gelieferten Essen müssen Rückstellproben genommen werden und die Zahnbürsten werden wie oft ausgetauscht? Dann läuft man den Eltern auch noch wegen einer neuen Zahnbürste hinterher und gar nicht zu Reden von den verschiedenen Zahnpastas. Das eine Kind mag den Geschmack und ein anderes bitte ohne diesen Zusatz. Nee danke, kein Bedarf.
Eltern lassen sich dann vielleicht noch einfallen, die Erzieher für schlechte Zähne verantwortlich zu machen. Bitte nicht!
“die Erzieher für schlechte Zähne verantwortlich zu machen”
Rechtsanwälte wittern hier schon ein neues Geschäftsmodell…
Hat denn jeder die hygienischen Bedingungen in Kitas vergessen. Wenig Personal ,zuviele Kinder. Die Kinder tauschen untereinander die Zahnbürsten, machen Unsinn damit, das ist für Kinder doch normal. Das machen sie so geschickt,das niemand etwas merkt. Da wird auch mal das klo geputzt. Alles mit kindlicher Neugier. Zahnbürsten haben in einer Kita nichts verloren. Es wird Zeit das Eltern ihren Erziehungsauftrag wieder wahrnehmen
Nochmehr würden sich Zahnärzte über die Zuwanderung von Aborigines freuen, die haben ein Gebiss mit 32 Zähnen.
???
Verbessert die Umsatzmöglichkeiten.
Mehr Zähne, mehr Plomben.
Eine schöne Milchmädchenrechnung. Wer viele Kinder behandelt hat zu wenige Kapazitäten frei um Senioren Implantate zu setzen und ihnen “ein teures Lächeln” zu schenken.
Ja, komm, da geht noch was…..Eltern können wirklich gar nichts mehr? Oh….wie tief runter geht es noch?
Kita- Kinder müssen beim Zähneputzen einzeln angeleitet werden, damit das Ergebnis nicht nur schöner Schein ist. Dafür fehlt aber in Kitas das Personal. Dieses ist bezüglich Hygiene schon völlig ausgelastet durch Toilettengänge, Windeln auch noch nach dem 3. Geburtstag und möglichst noch Händewaschen vor dem Mittagessen, von den weiteren Aufgaben ganz abgesehen.
Wer selbst Kinder in diesem Alter hat oder hatte weiß, dass gutes Zähneputzen eine Herausforderung ist und dass man bei den Jüngeren selbst putzen muss, weil diese es motorisch noch nicht können. Da bezweifle ich, dass das Eingreifen im Mund durch Erzieherinnen und Erzieher überhaupt zulässig ist. Mir wäre es zu heikel. In der allgemeinen Unruhe könnte eine Verletzung, zum Beispiel am Zungenbändchen, geschehen. Das möchte vermutlich niemand mit Verantwortung auf sich nehmen.
Die Idee ist natürlich großartig, aber auf hygienische und sinnvolle Weise im Massenbetrieb nicht umsetzbar.
Da würde ich eher die zuckerfreie Kita einführen, ohne Süßigkeiten, Geburtstagskuchen und Süßspeisen zum Nachtisch und mit ausschließlich Wasser zum Trinken.
Wenn Kinder das in der Kita von Anfang an so gewöhnt sind, ist es auch kein Problem für sie.
Zähne putzen der Kinder ist eine Aufgabe und Pflicht der Eltern .Wir sollten aufhören,alles an Kitas und andere Institutionen weiterzugeben.Wo bleibt die Fürsorgepflicht der Eltern?Die Aufgabenbereiche in den Kitas sind mehr als ausreichend -für so Vieles werden Konzepte erarbeitet und das ist mehr als wir leisten können.
Die Zahnärzte freuen sich; das steht so in der Überschrift, und das verstehe ich nicht. Ein Zahnarzt ist auch ein Geschäftsmann, der viel Profit machen will.
Gepflegte Zähne sind dabei doch nur hinderlich!!
Dass Zahnärzte sich über mehr Kinder in der Praxis freuen würden, ist witzig. Kinder machen nicht immer bereitwillig den Mund auf und für ihre Behamdlung braucht es mehr Zeit und Geduld.
Dass es die Überzeugung von Zahnärzten wäre, dass das Putzen in Kitas über eine gewissen Vorbildfunktion hinaus eine Wirkung hätte, halte ich für ausgeschlossen. Obwohl Kinder heute viel mehr Süßes und Fast Food bekommen als es früher üblich war, haben sie dennoch insgesamt vielfach weniger Karies: Dank Fluoridisierungsmassnahmen, aber auch aufgrund der Versiegelung der Zähne gegen Karies. https://www.barmer.de/unsere-leistungen/leistungen-a-z/zahngesundheit/zahnversiegelung-1055470
Manche Eltern wissen darüber Bescheid, andere nicht oder sie gehen trotzdem nicht mit ihrem Kind zum Zahnarzt. – Leider.
Geht gar nicht! Was ist dann noch Elternaufgabe! Kita ist verpflichtet…. Und wozu sind Eltern verpflichtet?
Alles immer abgeben, das macht einen so wütend. Wer denkt sich solch einen Mist aus.
In der Schule oder auf Arbeit putzt man auch nicht. Bevor man morgens das Haus verlässt putzt man sich die Zähne, Eltern voran und Kinder machen das dann nach…so ist der Alltag!
Ich stimme hier fast allen Kommentaren, die schon geschrieben wurden zu. Ich finde es ok, wenn nach einem gemeinsamen Essen die Zähne geputzt werden, damit die Kinder so lernen, dass es nach dem Essen Sinn macht und auch Mittags nach dem Essen Sinn machen würde. Ich finde es aber ein Unding, dass die KiTas verpflichtet werden den Kindern die Zähne zu putzen, weil das dann oft die einzige Zahnpflege des Kindes an diesem Tag ist.
Haaaaaallooooooo? Kindeswohlgefährdung? Verwahrlosung? Immer schön den Weg des geringsten Widerstandes gehen.