DÜSSELDORF. „Das ist ein schwieriges Thema“ – sagt Nordrhein-Westfalens Schulministerin Feller und meint damit die Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Die ist nach zwei Grundsatzurteilen zwar rechtlich geboten; die Verpflichtung dazu wird von den meisten Kultusministern aber bislang geflissentlich ignoriert. Feller glaubt, dass Vollzeit-Lehrkräfte „im Großen und Ganzen“ gar nicht zu viel arbeiten. Und sie stellt eine mögliche Folge in Aussicht, für die die Schulen baulich gar nicht ausgestattet sind: eine umfängliche Präsenzpflicht – „vielleicht“ sogar während der Ferien.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hat sich in einem Interview mit der Rheinischen Post zur Arbeitsbelastung von Lehrkräften und zur Frage einer möglichen Arbeitszeiterfassung geäußert. Dabei machte sie deutlich, dass eine solche Erfassung aus ihrer Sicht nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern grundlegende Fragen der Organisation von Schule berührt.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die sehr unterschiedliche Arbeitsbelastung von Lehrkräften je nach Fach und Schulform. Auf die Frage, ob es hinnehmbar sei, dass diese Belastung „unfassbar unterschiedlich“ ausfalle, verweist Feller zunächst auf gängige Vergleichsmuster, die aus ihrer Sicht zu kurz greifen. „Bei der Frage wird meistens ein Vergleich zwischen dem Sportlehrer und dem Deutsch- oder Englischlehrer gezogen, der viele Klausuren korrigieren muss. Aber die Lage ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.“
Feller betont, dass es im bestehenden System bereits Möglichkeiten gebe, Belastungsspitzen abzufedern. „Schulleitungen können Anrechnungsstunden gezielt vergeben, um Lehrkräfte mit hohem Korrekturaufwand zu entlasten.“ Als Referenz nennt sie eine Arbeitszeitstudie aus Sachsen, in der ein Jahr lang die Arbeitszeit von Lehrkräften erfasst worden sei. „Dabei ist herausgekommen, dass es im Großen und Ganzen außer bei den Schulleitungen und teilweise auch bei Teilzeitkräften keine strukturelle Überlastung gibt.“ Zwar verdichte sich die Arbeit in den Schulwochen, so Feller weiter, „das wird aber über die unterrichtsfreien Zeiten wieder ausgeglichen“.
„Nach einer Entscheidung für eine Arbeitszeiterfassung könnten Lehrkräfte auch Freiheiten aufgeben müssen“
Auf die Nachfrage, ob es vor diesem Hintergrund überhaupt eine Arbeitszeiterfassung brauche, bleibt Feller zurückhaltend. „Das ist ein schwieriges Thema.“ Dann sagt sie: „Wenn wir über Arbeitszeiterfassung sprechen, müssen wir auch über Anwesenheitspflichten an Schulen reden, vielleicht auch in unterrichtsfreien Zeiten in den Ferien.“ Feller macht deutlich, dass eine Entscheidung für eine Arbeitszeiterfassung Folgen für die bisherige Organisation der Lehrerarbeit hätte. „Nach einer Entscheidung für eine Arbeitszeiterfassung könnten Lehrkräfte auch Freiheiten aufgeben müssen.“
Zugleich verweist sie darauf, dass Nordrhein-Westfalen diese Fragen nicht im Alleingang diskutieren wolle. „Wir sind zu dem Thema in regelmäßigem Austausch mit den anderen Bundesländern. Wenn wir hier zu Änderungen kommen wollen, wäre es gut, wenn wir gemeinsam vorgehen.“
Die von Feller herangezogene sächsische Arbeitszeitstudie ist allerdings stark umstritten. Zwar erklärte das Kultusministerium in Dresden bei der Vorstellung einer Zwischenauswertung, Vollzeitlehrkräfte hielten ihre Sollarbeitszeit im Jahresmittel nahezu ein. Lehrerverbände und Gewerkschaften äußerten jedoch erhebliche Zweifel an der Aussagekraft der Ergebnisse.
Kritisiert wurde insbesondere die Methodik der Erhebung. Lehrkräfte mussten ihre Tätigkeiten minutengenau in einer App dokumentieren und dabei aus einem sehr fein ausdifferenzierten Aufgabenkatalog auswählen. Nach Einschätzung der Gewerkschaften führte dies zu Eintragungsfehlern und zu einer systematischen Untererfassung der tatsächlichen Arbeitszeit – vor allem in Phasen besonders hoher Belastung. Zudem wurde darauf verwiesen, dass viele Lehrkräfte gerade in den stressigsten Wochen des Schuljahres nicht die Zeit fanden, ihre Arbeit vollständig zu dokumentieren (News4teachers berichtete).
Studien aus anderen Bundesländern ergaben dann auch ein deutlich anderes Bild. In Berlin arbeiteten Lehrkräfte laut einer Untersuchung der Universität Göttingen im Durchschnitt rund 100 Stunden pro Jahr mehr als gesetzlich vorgesehen, etwa 30 Prozent überschritten regelmäßig die 48-Stunden-Grenze des Arbeitsschutzes. In Hamburg lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitlehrkräften bei knapp 42 Stunden, ein Viertel arbeitete dauerhaft über der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. Besonders betroffen waren auch dort Schulleitungen, Gymnasiallehrkräfte und Teilzeitkräfte.
Hintergrund: Das traditionelle Deputatsmodell, nach der die Lehrer-Arbeitszeit bemessen wird, regelt lediglich die Zahl der Unterrichtsstunden, nicht aber den tatsächlichen Umfang der Arbeit. Tätigkeiten wie Korrekturen, Elternarbeit, Konferenzen oder Fortbildungen bleiben darin weitgehend unberücksichtigt. Aber: „Die reine Unterrichtszeit macht nur noch ein Drittel der Arbeitszeit aus. Neben der Vor- und Nachbereitung, die ebenfalls ein zweites Drittel der Zeit in Anspruch nimmt, gibt es viel mehr Zusatzaufgaben“, sagt der Sozialwissenschaftler Dr. Frank Mußmann von der Universität Göttingen in einem aktuellen Zeit-Interview. Seit mehr als zehn Jahren untersucht er die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften.
Darüber hinaus ist die Frage der Arbeitszeiterfassung rechtlich weitgehend geklärt. Das Bundesarbeitsministerium hat schriftlich bestätigt, dass Lehrkräfte Anspruch auf eine Erfassung ihrer Arbeitszeit haben. In einem Brief an den heutigen Bremer Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) heißt es wörtlich: „Die Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung ergibt sich bereits unmittelbar aus der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022. Sie gilt schon jetzt für alle angestellten Lehrkräfte.“ Für angestellte Lehrkräfte gelte die Pflicht bereits jetzt, für beamtete Lehrkräfte seien die Länder zuständig. Und weiter: Das „Ob“ der Verpflichtung zur Erfassung der Arbeitszeit auch bei Lehrkräften sei bereits geklärt, es gehe nur noch um das „Wie“.
„Die Arbeitszeit zu erfassen, ist keine technische Spielerei, sondern gesetzlich vorgeschrieben“
Wie dieses „Wie“ praktisch aussehen kann, wird derzeit in Bremen erprobt. Dort läuft ein bundesweit bislang einzigartiges Pilotprojekt zur digitalen Arbeitszeiterfassung an Schulen. Nach mehreren Pilotschulen in der Stadt Bremen beteiligt sich inzwischen auch Bremerhaven. Damit wächst das Vorhaben zu einem landesweiten Projekt, das die Erfassung der Arbeitszeit unter realen Schulbedingungen erprobt. Rackles treibt das Projekt voran.
Ziel ist es, ab dem Schuljahr 2026/27 ein vollständiges Schuljahr lang die Arbeitszeit aller Beschäftigten an den Pilotschulen digital zu erfassen. Die Erfassung erfolgt per App auf dienstlichen Endgeräten. Parallel wird ein Ordnungsrahmen entwickelt, der Datenschutz gewährleistet und ausschließt, dass die Daten für Leistungsbewertungen verwendet werden. Langfristig ist vorgesehen, auf dieser Basis eine neue Lehrkräftearbeitszeit- und Dienstverordnung zu entwickeln.
Wie wird die Arbeitszeit im Bremer Modell erfasst? „Für Lehrkräfte sind das wenige Handbewegungen. Sie drücken den Startbutton auf dem iPad, wenn die Arbeit beginnt, und Stopp, wenn sie pausieren.“ Nur eine kleine Gruppe werde zusätzlich gebeten, Tätigkeiten genauer zuzuordnen, um Belastungsmuster zu erkennen, erklärt Wissenschaftler Mußmann, der das Projekt als Experte begleitet. Von einer Präsenzpflicht im Schulgebäude, die Feller als mögliche Folge beschreibt, ist dabei keine Rede.
Die Arbeitszeiterfassung sei dabei keine freiwillige Reformidee, betont Mußmann mit Blick auf die Grundsatzurteile vom Europäischen Gerichtshof und vom Bundesarbeitsgericht. „Die Arbeitszeit zu erfassen, ist keine technische Spielerei, sondern gesetzlich vorgeschrieben.“ Die Entscheidung, die Feller als Option in Aussicht stellt – ist also längst gefallen. News4teachers









Bestätigt meinen Eindruck, den ich bisher so von ihr hatte und den ich von Kollegen aus den Verbänden gehört habe. Sie ist privat absolut im Lager der “Lehrer sind faule ****” Leute.
Mit der wird noch einiges auf uns zukommen
Viel Spaß beim einrichten ergonomischer Arbeitsplätze für alle.
Ich nehme an dann muss auch die Arbeitsstätten Richtlinie eingehalten werden müsste?
Also nicht zu kalt und nicht zu heiß.
Dann dauert es bis zum Sanktnimmerleinstag bis alle Schulen saniert sind.
Ach Quatsch, Tische und Stühle gibt es in Schule doch zuhauf. Wer Gück hat und früh genug kommt, bekommt das Lehrerpult mit Schreibtischstuhl zum Arbeiten. Die anderen können sich Schülertische und Stühle a la Großraumbüro aussuchen. Dann muss man wahrscheinlich auch einen Urlaubsantrag ausfüllen, damit man keine Minute zu wenig arbeitet. Und wenn die Lehrkörper länger da sind, können sie auch gleich noch die Klassenräume und Toiletten putzen sowie die Mülltonnen raustellen. Lehrkräfte, die weniger zu tun haben, können Sekretärinnen und Verwaltungsangestellte ersetzen und einen Hausmeister braucht man auch nicht mehr. Ein paar Lehrer und Lehrerinnen renovieren und sanieren bestimmt auch gerne. Super, da gibt es noch richtig Sparpotential. Wer es gar nicht nachhause schafft, schläft in der Sporthalle auf dem Mattenwagen, sofern vorhanden und duschen kann man dort morgens auch gleich. Die Teilzeitkräfte könnten zwischendurch doch auch noch etwas Leckeres für alle kochen. Da kommt richtiges WG-Feeling auf ;))
Naja, ich sage nur: “Amtsangemessene Beschäftigung”. Auch im Finanzamt reinigen Sie die Klos nicht selber…
Na gut, ich wollte nur einige Ideen zum Sparen vorbringen. Bevor man als Lehrkraft in der Schule nur so rumsitzt …
Na gut, ich wollte nur Ideen zum Sparen vorbringen. Bevor die Lehrkräfte in der Schule nur so rumsitzen …
Da ja alle ihr Equipment ohnehin zuhause haben, ist es vermutlich ratsam, wenn es jeder selbst mitbringt. BYOD eben.
Klar. Bildschirmarbeitplätze für alle (man soll ja “digiital” unterrichten): Ergonomische Bürostühle, Bildschirmbrille, eigener Tisch,… ist der Anbau schon geplant? Der Schulträger freut sich in Zeiten klammer Kassen schon. Nein, Klassenräume erfüllen die Ansprüche nicht. Schüler sind keine Beschäftigten, Lehrer aber schon.
Die Heizung wird im Winter nicht mehr abgestellt, wenn die 6. Stunde vorbei ist. Am Wochenende wird vorgeheizt, damit es montags um 8 Uhr auch die für Bürotätigkeiten vorgeschriebenen 22(?) Grad in allen Räumen hat (ist ja Präsenzpflicht).
Keine Abitur-Korrekturen über die Pfingstfeiertage oder Klausurkorrekturen über die Weihnachtsfeiertage mehr, weil irgendwelche Termine eingehalten werden müssen. Endlich frei! Bewerbungsfrist für die Unis wird dann bis in den Herbst verlängert, wenn endlich alle Noten feststehen.
Erkrankungen in den Ferien während des offziell zu nehmenden Urlaubs führen dann zum Nachholen des Urlaubsanspruchs, auch wenn das während der Unterrichtszeit notwendig sein sollte, damit der Urlaubsanspruch nicht verfällt.
Konferenzen, die dann die tägliche Höchstarbeitszeit überschreiten, führen automatisch zur Überstundenvergütung (8 Uhr Unterrichtsbeginn: 8 Stunden Präsenzpflicht + 30 Minuten Pausenzeiten: Endet die Konferenz erst um 18 Uhr, jat man sich schon 1,5 Übestunden verdient. sollten brutto so ca. 100 € sein inkl. Überstundenzuschlag. Das läppert sich. Auch wenn es nur irgendwelche “pädagogischen” Konferenzen sind (müssen ja alle anwesend sein): Gestern noch als “Zeitverschwendung” von vielen gebrandmarkt, jetzt ein willkommener Nebenverdienst!
Und wenn es während der “Präsenzpflicht” nichts zu tun geben sollte? Egal, der Arbeitgeber trägt das Beschäftigungsrisiko. Kaffeetrinken, vor allem wenn bezahlt, ist auch schön.
Könnte sich lohnen.
Du hast uns das doch ausgerechnet, mit 2-3 Tagen Honeoffice im Jahr 28 Wochen Zubaus?
Du hast den Reallohnverlust angesprochen, die späte Pension im Vergleich zu Unternehmen :-/
Realist, vielleicht den IG Vertrag übernehmen?
So wie bei den Unternehmen?
“„Nach einer Entscheidung für eine Arbeitszeiterfassung könnten Lehrkräfte auch Freiheiten aufgeben müssen”. Gerne. Dann ab 17.00 Uhr frei, keine Anrufe nachts mehr , keine Fortbildung an Samstagen, keine Listensammlung 70 km von Zu Hause von 155 bis 19.00 Uhr nach einem normalen Unterrichtstag. Praktikumsbesuche würden bezahlt. Wow.Keine nächtlichen Korrektursauesen mehr, usw. usw. usw. .Die Lehrer müssten auf deutlich weniger verzichten als Eltern, Schulträger und Land.
Keine privat finanzierten digitalen Unterrichtsmanager mehr, keine Verwendung von häuslichen Druckern und Laptops, jeder Radiergummi auf Kosten des Steurzahlers – ich freu mich drauf, werde es aber wohl im aktiven Schuldienst nicht mehr erleben dürfen.
Träum weiter!
Der Arbeitsumfang bleibt aber, was haben also die Lehrer damit gewonnen? Oder sollen Korrekturen liegen bleiben, weil man die Ruhe in der Schule nicht findet?
Ich habe so einen Vorstoß seitens des Ministeriums vorausgesagt ……..
Wenn der Arbeitsumfang bleiben würde, hätten die Länder schon längst eine Arbeitszeiterfassung eingeführt.
Das ist ja auch Unsinn. Wer belegt schon eine Fortbildung an einem Samstag. (Wo gibt es die?) Niemand muss nachts Anrufe von Eltern entgegennehmen. (Wer macht das?)
Sie können sich selbst übliche Bürozeiten einrichten und in dieser Zeit alles erledigen. Aber das müssen Sie dann eben auch in dieser Zeit erledigen. Und können es nicht auf den Abend verlagern, damit Sie am Tage für Ihre eigenen Kinder da sein können. Die können Sie ja dann in den Hort geben – notfalls bis 18.00 Uhr.
Oh ja, Frau Feller, her mit den Arbeitsplätzen in der Schule! Ich bin gern in den Ferien in der Schule und arbeite Liegengebliebenes auf. Was ist mit Überstunden? Darf/Soll ich keine mehr machen? Jut, dann überlegen Sie schon mal in der KMK, wie Sie das mit den Korrekturzeiträumen in der SEK1 und SEK2 machen: die sind dann nicht einzuhalten, gleiches gilt fürs Abitur. 60,70h-Wochen sollten dann auch nicht mehr zulässig sein. Ach so, Betriebsferien dürfen nicht für den ganzen Urlaub angeordnet werden: „der Urlaubsanspruch ist mit den Ferien abgegolten“ ist damit Vergangenheit. Ebenso mindern Krankheitstage während des eingereichten Urlaubs denselben und die entsprechenden Urlaubstage können nachgeholt werden.
Für mich überwiegen die Vorteile: her damit!
Na, zeigt da jemand die Folterwerkzeuge oder die Giftzähne, in der Hoffnung dass alle zusammenzucken?
Ich wäre da erstmal völlig unbeeindruckt, denn wenn das so ist, dann finden Elternabende und Beratungstage eben alldieweil nur bis 16 Uhr statt, denn dann ist meine Präsenzzeit vorbei und ich habe einen geregelten Feierabend. Auch gut…..
Jup, genau so nämlich!
“Na, zeigt da jemand die Folterwerkzeuge oder die Giftzähne, in der Hoffnung dass alle zusammenzucken?”
Eher völlige Ahnungslosigkeit im Hinblick darauf, wie sich der Schullalltag ändern müsste, wenn das umgesetzt werden sollte.
Ein “Weiter so!” und “Eine Aufgabe mehr geht immer!” gibt’s dann nicht mehr…
Für mich als Teilzeitkraft wäre meine Präsenzzeit tatsächlich schon um 14.00 Uhr vorbei. Das werden super Beratungstage. Und erst die ganzen Klassen- und Schulfeste, da ist nix mehr am Wochenende, es sei denn natürlich, es käme ein ansprechender Wochenendzuschlag auf die Überstunden drauf. Das Thema Klassenfahrt wäre auch ganz neu zu denken…
Bis auf die teilnahme an Konferenzen unterliegen alle Arbeitsleistungen der persönlichen Teilzeitquote bei entsprechenden Regelungen, die von der LeKo beschlossen worden sein müssen.
Beratungstage umfassen hier in NRW in der Regel ca. 12 Stunden. Wer nur eine halbe Stelle hat, muss also auch nur sechs Stunden ran.
Es handelt sich beim Lehrerberuf nicht um einen Stechuhr-Verwaltungs-oder Fließbandberuf, die Lehrer betonen doch so oft, dass sie mit Führungskräften in der freien Wirtschaft vergleichbar sind. In dieser Position (ich habe da berufliche Erfahrung) fallen aber sehr wohl Wochenendveranstaltungen, Abendessen mit Kunden, Meetings außerhalb der Kernzeiten, Dienstfahrten und Reisen etc. statt, die die eigentliche Arbeitszeit erheblich erhöhen. Diese freie Zeiteinteilung bei Lehrern wird viel zu wenig geschätzt.
Frau Feller hat die Präsenzeit in Schulen ins Gespräch gebrachtn, nicht Frau Rottenmeier.
Den Stechuhr-Vorwurf müssen Sie also an Frau Feller richten.
Präsenspflicht in den Ferien bedeutet für eine Vollzeitlehrkraft:
Daraus folgt:
Das Debutat einer Grundschullehrkraft von 28 Schulstunden muss deutlich reduziert werden, z.B. auf 19 Schulstunden, damit die 40 Zeitstunden während der Schulzeit eingehalten werden können.
Jaha, jubel und tirilier! Ich hoffe, es ist bald soweit.
Ich seh da erstmal nichts negatives, da muss es doch einen Haken geben
Unterschreiben Sie einen Arbeitsvertrag als Lehrkraft des Landes NRW und Sie werden es schnellstmöglich herausfinden, wo der Haken ist oder sich verhakt hat. Wenn Sie jetzt ans eigene Fleisch denken, liegen sie goldrichtig
Wer arbeitet noch 40 oder 41 Stunden in Präsenz?
35 Stunden Woche ist angesagt
Wie kommen Sie auf diese Zahl?
Und nach der Präsenspflicht gleich auch die Präteritumpflicht hinterher 😉 Aber ansonsten: Daumen hoch!
Für Frau Feller wäre vermutlich ein Modellversuch zur Arbeitserfassung denkbar, bei dem fehlende bzw. nicht eingestellte Lehrkräfte ihre Arbeitszeit erfassen. Erfasst werden dabei Arbeitseinheiten im 20-Sekunden-Takt, also 180 Abrechnungseinheiten in der Stunde. Die Arbeitswoche umfasst 7380 Arbeitstakte.
Vermutlich wird das MSB dann den Modellversuch auf Anraten der IT abbrechen, da diese berechtigterweise zu Bedenken gibt, dass bei 200.000 Lehrkräften und ca. 90.000 Werten je Monat und Lehrkraft die eigene Rechnerleistung zur Auswertung der Datensätze nicht ausreichen wird und deshalb die AZE erst zu einem späteren Zeitpunkt umsetzbar ist. Das ist doch wohl für alle nachvollziehbar ‘ ausser von Lehrkräften im Dienst des MSB.
Ganz bestimmt nicht, wenn andere 2-3 Tage Homeoffice haben, 35 Std Wochen, Gleitzeit, Flexiurlaub und 13. Monatsgehälter und volles Weihnachtsgeld erhalten!!!
Also Geld, Zeit und allg. Bedingungen verbessern und nicht verschlechtern.
Es kommt sonst auch keiner mehr oder die Mathelehrer gehen in die Wirtschaft! Der Beruf konkurriert doch irgendwo!!
🙂
ja, dann werden es viele einfach an den Nagel hängen.
Meine Frau ist in einem Unternehmen und hat tatsächlich 2 Tage Homeoffice, 35 Stunden Woche, 7 Wochen Urlaub, Jahresprämie und Weihnachtsgehalt 100% netto.
Gen Z wird sich das genauestens anschauen
Die gehen alle weg, völlig unattraktiv
Besonders Mützer und TZ Kräfte, die dann 5 Tage pendeln o fahren müssen!?
na eher 35 Stunden Woche,
2 Tage Homeoffice ganz zuhaus wie bei meiner Frau und ein Weihnachtsgeld und ein Urlaubsgeld wie in den ganzen Unternehmen.
Die Lehrer würden abwandern 🙁
Ach, wie fortschrittlich: eine umfängliche Präsenzpflicht, gern auch in den Ferien. Endlich können Lehrkräfte ihre Arbeit nicht mehr dann erledigen, wenn sie anfällt, sondern dann, wenn das Gebäude geöffnet ist. Pädagogische Effizienz durch Anwesenheit.
Endlich Schluss mit diesem dekadenten Luxus, Unterricht vorzubereiten, Korrekturen zu erledigen oder Exkursionen zu planen, wann immer es in den eigenen Tagesablauf passt. Nööööööööööööö, wahre pädagogische Hingabe zeigt sich erst, wenn man im Juli bei 34 Grad im leeren Schulgebäude sitzt und die Wände anstarrt, weil Präsenz nun mal Präsenz ist.
Besonders idyllisch wird es für die Naturwissenschaften. Chemie-, Physik- und Biologielehrkräfte dürfen ihre Sammlungen künftig ausschließlich zwischen 8 und 16 Uhr entstauben, Geräte warten, Lösungen ansetzen, Versuchsanordnungen testen und Pflanzenmaterial sammeln. Wer je ein Experiment vorbereitet hat, das stundenlang stabilisiert werden muss, weiß: Naturgesetze lieben starre Präsenzzeiten. Und wenn die Sammlung mal wieder halb auseinanderfällt, weil man außerhalb der Präsenzzeit nichts reparieren darf – dann ist das eben der Preis moderner Bildungssteuerung.
Elternabende, Beratungstage, schulische Veranstaltungen? Selbstverständlich nur noch bis Dienstschluss. Danach beginnt der „geregelte Feierabend“, den dieselbe Politik jahrzehntelang für eine pädagogische Fata Morgana hielt.
Ich finde das ja alles großartig. Nach Jahrzehnten einer Bildungspolitik, die mit stoischer Konsequenz an der Realität vorbeiregiert hat, passt diese Idee perfekt ins Gesamtbild. Ein weiterer Baustein in der langen Tradition, Lehrkräfte zu den dienstleistenden Deppen der Nation zu erklären: immer verfügbar, immer belastbar, immer schuld, aber bitte nie unbequem. Auf meine alten Tage als Oldschool‑Konservativling kann ich da nur sagen: konsequenter hätte man den Irrsinn kaum fortschreiben können.
Und weil bald Fasching ist, bleibt nur zu sagen: Da simma dabei – das ist prima – viva Didaktika! Wenn schon Irrsinn, dann wenigstens mit Tusch.
Ich lach mich schlapp! Alles leere Drohungen. Die hat wohl noch nicht mit den Schulträgern gesprochen. Die müssten dann die Arbeitsplätze einrichten. Da bis 16 Uhr Unterricht ist, geht das mit den Klassenräumen nicht so einfach, wie sich die Ahnungslose das vorstellt. Herrlich.
Schon mal in den Ferien in der Schule gewesen? Da wird nicht geheizt. Tja, fahr ich halt nach Hause. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht der gesamte Urlaubsanspruch in den Betriebsferien liegen darf. Das gibt ein Fest für Anwälte und Gerichte. Oder wie Kater Karlo sagen würde: Har, har, har
Ach Gottchen, da holt die Feller aber einen Buhmann heraus.
Aber wer soll sich davon erschrecken lassen? Eine Präsenzpflicht in den Schulgebäuden ist gar nicht umsetzbar, weil die Schulen gar nicht dafür ausgestattet sind.
Hat man auch schon mit den Musikschulen gesprochen, die in vielen Städten schulische Gebäude mitnutzen und am Nchmittag dort ihrn Unterricht geben? Die werden sich freuen, wenn sie aus den Schulen geschmissen werden, weil die Lehrer sich dort nachmittags aufhalten sollen.
Die Städte und Geminden werden sich auch feune, wen nsie dan nfür viel Geld jedem LEher einen ergonomischen Arbeitsplatz mit PC einrichten müssen. Ich fände es dan auch gut, wenn die Schule mir sämtliche Fachliteratur anschaffen würde, die ich bsher zuhause in meinem Büro habe.
Ich persönlich fände es übrngens gar nicht schlecht, wenn es eine Präsenzpflicht im Gebaude gäbe. Dann wäre klar, dass die Arbeitszeit von 8:00Uhr bis 16: 30 Uhr ist. Das Wochenende wäre frei.
Dann gibt es keine Konferenzen mehr die deutlich länger dauern. Keine Schulkonferenzen mehr , die erst um 18:30 Uhr beginnen und bis mindesten 21:00 Uhr dauern.
Nur los Frau Feller, dann führen Sie doch die Zeiterfassung endlich ein, wie Sie es schon lange tun müssen.
Es steht dem Staat als Dienstherrn nicht gut an, hier die Angstkeule zu schwingen und eine vermeintliche Drohkulisse aufzubauen. Frau Feller hätte nur die Expertise vom jetzigen Bremer Bildungssenator für die Telekom-Stiftung lesen müssen, die ja schon lang genug auf dem Markt ist. Ihre Juristen sollten auch die Auslegung des EuGH-Urteils von Ulber kennen (https://www.hugo-sinzheimer-institut.de/fpdf/HBS-007627/p_hsi_schriften_32.pdf). Insgesamt eine ziemlich unqualifizierte Stellungnahme der Ministerin für einen bereits so lange so klaren Sachstand. Dass ihr das nicht peinlich ist, spricht Bände.
Frau Feller zeigt mal wieder genau eins auf, nämlich das Bildungsminister keine Ahnung vom System haben. Zu dem glauben sie immer noch sich das Ganze so zu recht drehen zu können, dass die Arbeitszeiterfassung sich nachteilig für die Lehrkräfte auswirken würde. Und das mit den Anrechnungsstunden kann nur Sarkasmus sein.
Da wandern dann viele ab bei 5 Tage vor Ort, besonders Mütter und TZ!
Denn die fahren oft nur an 3 Tagen überhaupt. 🙂
Mit Homeoffice wäre es auch besser, sonst eher 2. Klasse.
Sie wissen doch genau, dass sie es sonst zu unattraktiv machen.
Lehrermangel schon jetzt!!!
🙁
Das Statement ist auch ein gutes Beispiel für die Argumentationstechnik des Gaslighting. Bezeichnenderweise heißt es auf Wikipedia dazu:
“Gaslighting stammt zwar aus dem Kontext persönlicher Beziehungen, ist aber im Berufsleben ebenso hoch relevant. Die verursachten psychischen Probleme wirken sich negativ auf Produktivität, Arbeitsleistung und Karriere aus. Gaslighting verschlechtert das Arbeitsklima und erhöht Teamspannungen und die Fluktuation.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Gaslighting)
Wo kein Team (zwischen Dienstherrn und Lehrkräften), da auch keine Teamspannungen – das verschiebt sich dann halt in die echten Teams vor Ort. Der Rest ist beobacht- und messbar, auch wenn die Ministerien die Ausstiegszahlen noch kleinreden.
“Und sie stellt eine mögliche Folge in Aussicht, …: eine umfängliche Präsenzpflicht – „vielleicht“ sogar während der Ferien.”
Da haben wir’s. Das wird das Ergebnis der ewigen Meckerei und Nörgelei über zu viel Arbeit sein. An manchen Privatschulen ist das auch schon so. Da muss man in den Ferien Urlaub einreichen wie andere Beschäftigte auch und im Rest der Ferienzeit vor Ort abrufbar sein (und die rufen dich dann auch ab).
Dabei ist doch eigentlich klar, wie gut die pauschale Arbeitszeitanrechung ist: Niemand kontrolliert(e bisher), wie viel Zeit davon du wirklich brauchtest und es ist ja ganz normal, dass der Anfänger mehr Zeit braucht als der erfahrene Kollege.
Ihr macht uns das alles kaputt mit eurer ewigen Nörgelei!