Start Nachrichten Tuberkulose-Fall in Kita – Lungen-Spezialist: Für Ansteckung ist längerer Kontakt erforderlich

Tuberkulose-Fall in Kita – Lungen-Spezialist: Für Ansteckung ist längerer Kontakt erforderlich

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SENFTENBERG. Nach dem Bekanntwerden eines Tuberkulose-Falls in einer Kindertagesstätte im brandenburgischen Senftenberg laufen umfangreiche Untersuchungen des Gesundheitsamtes. Betroffen ist ein vierjähriges Kind. Entwarnung gibt es unterdessen in einem zweiten Fall. 

Blutabnahme (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Nach Einschätzung des Berliner Lungen-Spezialisten Prof. Dr. med. Torsten Bauer, Generalsekretär des Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, dürfte sich die Herkunft der Ansteckung vergleichsweise schnell klären lassen. Entscheidend sei die konsequente Nachverfolgung enger Kontaktpersonen. „Das dauert keine zwei Wochen, dann ist klar, wo es herkommt“, sagte Bauer.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat am Vormittag mit Tests begonnen. Insgesamt sollen rund 130 Menschen untersucht werden, darunter Kinder und Beschäftigte der betroffenen Kita. Auch im familiären Umfeld des Kindes werden zehn Personen getestet. Die Eltern des vierjährigen Kindes seien bereits negativ getestet worden, teilte eine Sprecherin des Landkreises mit.

Nach Angaben des Tuberkulose-Experten ist für eine Ansteckung ein längerer und enger Kontakt erforderlich. Bauer betonte, dass die Übertragungsbedingungen strenger seien als etwa bei Windpocken oder Influenza. Als Richtwert nannte er einen Aufenthalt von vier bis acht Stunden in einem geschlossenen Raum mit einer an Lungentuberkulose erkrankten Person. Kurze Begegnungen, etwa im öffentlichen Personennahverkehr, reichten für eine Ansteckung in der Regel nicht aus.

“Tuberkulose heilt bei schneller Behandlung in der Regel ohne bleibende Schäden aus”

Sollte eine ansteckende Tuberkulose festgestellt werden, folge üblicherweise zunächst eine stationäre Behandlung mit zeitweiliger Isolation, um weitere Übertragungen zu verhindern. Nach zwei bis drei Wochen könne die antibiotische Tabletten-Therapie meist zu Hause fortgesetzt werden. Bei frühzeitiger Diagnose bestehe nach Bauers Worten kein Grund zur Panik: Tuberkulose heile bei schneller Behandlung in der Regel ohne bleibende Schäden aus.

Entwarnung gab es unterdessen im Zusammenhang mit einem Tuberkulose-Verdacht an einer Schule im sächsischen Kamenz. Ein Ende Januar zunächst als positiver Fall bewerteter Befund habe sich nach genauerer Abklärung als falsch-positives Testergebnis erwiesen, teilte das Gesundheitsamt des Landkreises Bautzen mit. Am Berufsschulzentrum „Konrad Zuse“ waren Anfang Januar Umgebungsuntersuchungen eingeleitet worden. Insgesamt wurden 144 Kontaktpersonen erfasst, von denen inzwischen 127 untersucht wurden. Neue ansteckungsfähige Tuberkulosefälle seien dabei nicht festgestellt worden.

Die noch ausstehenden Untersuchungen seien terminiert. Auffällige oder grenzwertige Befunde würden weiterhin eng begleitet und bei Bedarf nachuntersucht, hieß es. Für die Allgemeinbevölkerung bestehe nach aktueller Einschätzung des Gesundheitsamtes keine erhöhte Gefährdung.

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die überwiegend die Lunge betrifft. Sie wird übertragen, wenn infizierte Menschen beim Husten oder Niesen Erreger ausscheiden. Ohne Behandlung stirbt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa die Hälfte der Erkrankten. Mit einer vier- bis sechsmonatigen Therapie können rund 85 Prozent der Betroffenen geheilt werden. News4teachers / mit Material der dpa

Hier gibt es Informationen des Robert-Koch-Instituts zur Tuberkulose. 

Tuberkulose-Fall in Kita: 130 Kinder und Erzieherinnen müssen zum Bluttest

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