
Wegen eines Tuberkulose-Falls bei einem vierjährigen Kita-Kind in Senftenberg im Süden Brandenburgs werden von Mittwoch an rund 130 Menschen vorsorglich getestet. Das teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf Anfrage mit. Es handele sich dabei etwa um Kita-Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung. Das Gesundheitsamt bereitet derzeit die Bluttests vor und ist im Einsatz, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Das Testergebnis des vierjährigen Kindes lag laut Landkreis am Montag vor. Im Januar wurde im benachbarten sächsischen Landkreis Bautzen nach einem Tuberkulose-Fall an einer Berufsschule eine weitere Ansteckung festgestellt.
Der Ausbruch der Erkrankung sei zwar ernst zu nehmen, die Ansteckungsgefahr jedoch deutlich geringer als bei Erkältungskrankheiten, teilte der Landkreis mit und rief zu Besonnenheit auf. Ob es sich bei dem erkrankten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.
Ein Überblick über wichtige Fragen zur Infektionserkrankung Tuberkulose:
Wie häufig ist Tuberkulose in Deutschland?
Tuberkulose (TBC) ist heute in Deutschland eine sehr seltene Erkrankung, die aber dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Sie lässt sich in der Regel gut behandeln. Weltweit ist sie aber noch immer die häufigste zum Tode führende bakterielle Infektionskrankheit.
Im Jahr 2024 wurden laut Robert Koch-Institut 4.391 Neuerkrankungen in Deutschland registriert – das entspricht einer Inzidenz von 5,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2023 leicht zurückgegangen (2023: 4.494 Fälle). Bei Kindern wurden 228 Fälle gemeldet, darunter am häufigsten bei Kleinkindern unter 5 Jahren.
Das RKI schreibt auch: «Es wird deutlich, dass internationale Migration und Mobilität aus Krisengebieten die Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland maßgeblich mitbestimmen.»
Wie steckt man sich an?
Übertragen wird die Tuberkulose bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch. Dies geschieht per Tröpfchen-Infektion, das heißt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von erkrankten Personen freigesetzt werden – insbesondere beim Husten.
Wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) in Berlin auf seiner Homepage schreibt, ist die Gefahr, schwer zu erkranken, bei Kindern größer, weil ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt ist.
Welche Symptome zeigen sich bei Tuberkulose?
Tuberkulose manifestiert sich laut RKI in etwa drei Viertel der Fälle als Lungentuberkulose. Klassische Symptome sind länger bestehender Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. Die Erkrankung kann aber jedes Organ betreffen.
Eine frühzeitige Diagnose mit umgehend eingeleiteter wirksamer Therapie sowie die Untersuchung infektionsgefährdeter Personen im Umfeld sind daher wichtig, um Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen, wie das RKI in seinem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2024 schrieb. Deshalb werden nun mögliche Kontaktpersonen im Umfeld des Kita-Kindes in Südbrandenburg getestet.
Bei Verdacht auf Tuberkulose erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes und der Lunge sowie eine Untersuchung von Auswurf.
Wie gut ist Tuberkulose behandelbar?
Tuberkulose wird mit einer Kombination mehrerer Medikamente behandelt und ist in der Regel heilbar. Die Therapie mit Antibiotika dauert nach Darstellung von Medizinern etwa sechs Monate. Aber nicht alle Erkrankten sind ansteckend – eine Übertragung ist vor allem bei unbehandelter Lungentuberkulose möglich.
Solange eine Tuberkulose ansteckend ist, müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) mitteilte. Eine wirksame Impfung, die eine Erkrankung oder Ansteckung verhindert, gibt es laut Experten nicht.
In der Regel wird die Behandlung einer Tuberkulose im Krankenhaus begonnen. Patienten werden in einem Einzelzimmer isoliert untergebracht, bis kein Ansteckungsrisiko für andere mehr vorliegt – «was meist schon nach wenigen Wochen wirksamer Therapie der Fall ist», wie das Kompetenzzentrum schildert. Für Kontakte zu anderen Menschen ist Mund-Nasen-Schutz wichtig. News4teachers / mit Material der dpa
Hier gibt es Informationen des Robert-Koch-Instituts zur Tuberkulose.
Tuberkulose an Berufsschule: Ansteckung bestätigt – Schulbetrieb läuft weiter









Die Migration, auch aus Ost Europa, hat viele Tuberkulose Fälle importiert. Man soll verstehen, dass da viele Fälle von multiresistenter Tuberkulose sind, die sich nur sehr schwer behandeln lassen.
Dazu ist die Versorgung mit Antibiotika in Deutschland derzeit fragil, mit wiederkehrenden Lieferengpässen bei vielen Präparaten. Und Deutschland stellt heutzutage keine Antibiotika-Wirkstoffen selber.
Diese Abhängigkeit kann gefährlicher werden, als Energieabhängigkeit.
Ich kenne zwei Importierte Fälle aus Indien, die aus dem Heimaturlaub mitgebracht wurden.
Ich denke, es sollte eine klare Impfempfehlung für Menschen geben, die in Gebiete fahren, in denen Tuberkulose üblich ist. Gleiches sollte für Immigranten aus diesen Gebieten gelten.
Leider ist die Tuberkuloseimpfung keine 100%ige Impfung, sondern vom Wirkungsgrad eher wie die Grippeimpfung: Schützt nicht vor Ansteckung, aber schweren Verläufen.
Als ich als Lehrerin anfing, musste ich noch jedes Jahr zum Tuberkulintest. Wäre er positiv gewesen, dann zum Röntgen. Wir hatten alle einen Tbc- Pass, weil niemand riskieren wollte, dass ein Lehrer die ganze Klasse ansteckt. In Zukunft wird so ein Screening vielleicht wieder notwendig werden.
Na ja, das mit der Ansteckung in Schulen läuft halt anders, leider: https://www.welt.de/vermischtes/article197839361/Tuberkulose-an-Schule-in-Baden-Wuerttemberg-109-Schueler-und-Lehrer-infiziert.html Schöne Grüße aus BW
“Ansteckung in Schulen läuft halt anders, leider”
Anders als in Kitas? Das kann ich dem verlinkten Artikel so nun nicht entnehmen.
Es ist praktisch immer ein einzelner Infektionsfall, der das Bakterium in die Einrichtungen einschleppt. Die sozialen Kontakte in Kitas, gerade auch zu den EuE, sind auch noch deutlich enger als auf irgendwelchen Schulfluren, zudem eigentlich immer auch verbunden mit dem wenigstens indirekten Kontakt zu beliebigen Körperflüssigkeiten über sehr kurze Distanz.
Was also genau sollte “leider” in Schulen anders, also wohl “schlimmer” sein? Oder wie genau war Ihr Beitrag zu verstehen? Dass in größeren Schulen die Ansteckungszahlen absolut höher sind als in kleineren Kitas, kann ebenfalls nicht erklären, dass Ansteckungen in Schulen “anders” verlaufen, als in Kitas. Dass EuE nach verbreiteter Ansicht in diesem Forum entbehrliche Kaffeeschlürfer sind, ist bekannt, war aber doch hoffentlich nicht der Leitgedanke hinter dem Beitrag.
Die Gesundheitsämter (gebündelt beim RKI) führen übrigens Statistiken zu dieser meldepflichtigen Erkrankung. Wer sich dafür interessiert, kann zwar gewisse Zusammenhänge zur Migrationsentwicklung feststellen (oder sich über entsprechende Zufälle wundern). Die sichtbaren Peaks bleiben aber deutlich hinter den Erwartungen zurück, die aufgrund mancher Panik-Meldungen entstehen könnten.
Quelle: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/T/Tuberkulose/Download/TB2024.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (Diagramm S 9)
Sorry, sie haben meinen Beitrag falsch verstanden. Ich beziehe mich auf folgende Aussage im Artikel: “die Ansteckungsgefahr jedoch deutlich geringer als bei Erkältungskrankheiten, teilte der Landkreis mit und rief zu Besonnenheit auf” und auf folgende Aussage im anderen Beitrag dazu :”Nach Angaben des Tuberkulose-Experten ist für eine Ansteckung ein längerer und enger Kontakt erforderlich. Bauer betonte, dass die Übertragungsbedingungen strenger seien als etwa bei Windpocken oder Influenza. Als Richtwert nannte er einen Aufenthalt von vier bis acht Stunden in einem geschlossenen Raum mit einer an Lungentuberkulose erkrankten Person.”
Das passt halt nicht zu Schulen wie man aus dem Fall im Badischen sieht. Ich differenziere auch nicht zwischen KiTa und Schulen, in beiden Kontexten ist mEn die Ansteckungswahrscheinlichkeit massiv erhöht. Wie sie meinem verlinkten Fall sehen, hat man hier auch immer wieder beschwichtigt, dass die Ansteckung nur schwer möglich sei. Und am Schluss waren es über 100 an TBC erkrankte Personen aus verschiedesten Klassen und Stufen.
Ich bin gegen “Hysterie” aber für Prävention und hier Schadensbegrenzung. Und nochmals: das gilt für KiTa und Schule. Und so unproblematisch ist TBC trotz Behandlung langfristig in meinen Augen auch nicht. Drum: Zimmer und Spielzeug reinigen, Personen im möglichen Infektionskreis richtig überwachen/untersuchen und gezielt handeln statt zu beschwichtigen. Und ich beziehe mich hierbei eben auf die Erkenntnisse aus dem verlinkten Artikel. Vielleicht bin ich ja auch nur zu arg geprägt durch meine Vergangenheit: ich habe in einer Klinik mit “TBC Zimmer” gearbeitet und kenne die Hygienevorschriften sowie die Auswirkungen dieser Krankheit. Was mich nicht umbringt macht mich härter ist in meinen Augen Irrglaube.
So hatte ich es auch verstanden
„ Sie lässt sich in der Regel gut behandeln.“
Na ja, Einnahme von Antibiotika über einen Zeitraum von 6-18 Monate einnehmen…. Und das gilt nur, wenn der Bakterienstamm nicht resistent ist.
Ich finde es schon alarmierend, wenn TBC wieder auftritt.
Ja.
Auch Corona Infektionen ließen sich i.d.R. gut behandeln. Dennoch war der Umgang damit ein anderer.
Es gab 2 Medikamente, von denen eines wegen schlechter Wirksamkeit vom Markt genommen worden ist. Paxlovid war/ist nur schwer zu bekommen und anders wie bei Antibiotika wird nicht das Virus aktiv begrenzt sondern faktisch nur die Vemehrung eingegrenzt. Die meisten Antibiotika sind aber bakteriozid, kämpfen also aktiv gegen die Bakterien. Das ist schon ein bedeutender Unterschied.
Bis 1989 wurde die Schutzimpfung gegen Tbc in der BRD empfohlen, danach nicht mehr.
Impfung gegen Tuberkulose – Die Techniker
In der DDR war es eine Pflichtimpfung:
Tuberkulose und ihre Bekämp-fung in der DDR
Die Erfolge waren gut!
Einer bei uns betroffenen Schülerin musste anschließend ein Teil der Lunge entfernt werden.
Ich sehe schon, dass im Kita- Bereich wieder eine Erkrankung verharmlost wird, um nur ja keine Kinder von der Kita oder Schule und ihre Eltern von der Arbeit abzuhalten.
Denn Tuberkulose, ohne Antibiotika eine gefährliche und häufig tödliche Krankheit, sei schließlich nicht so ansteckend wie eine Erkältung. Sie wird schließlich nur durch Husten und Tröpfchen bei körperlicher Nähe übertragen, was ja im Kindergarten ständig der Fall ist. Sollte man angesteckt sein, erwartet einen eine ziemlich unproblematische Behandlung zunächst unter Isolation im Krankenhaus mit Antibiotika, das selbstverständlich immer ausreichend und für den Erreger passend zur Verfügung steht und im Allgemeinen, bis auf Übelkeit, Durchfall und Pilzerkrankungen auf den gestressten Schleimhäuten gut vertragen wird, vor allem über die Dauer von sechs Monaten.
Es ist weder für Erwachsene noch für Kinder problematisch, in einem Isolationszimmer zu liegen und Durchfall zu haben. Auch Blutabnahmen bei Kindern laufen im Kleinkindalter absolut problemlos ab.
Wegen so einem Tuberkulosefall bis zur kompletten Abklärung eine Kita zu schließen, kommt also gar nicht infrage. Das machen wir nie wieder! Nach Corona ist klar: keine Erkrankung ist so gefährlich, dass wir jemals wieder die Kinder mit Familien in Quarantäne schicken. Sie gehen daran nach kürzester Zeit zugrunde.
Und wir sind gut damit gefahren, das Leid der Langzeiterkrankten und der Hinterbliebenen nach Corona zu verdrängen. Wahrscheinlich hatten die eh etwas Anderes, Herz oder so.
Also dürfen alle Kinder weiterhin in die Kitas und die Eltern zur Arbeit. Hurra!
Tatsächlich wäre ich für verpflichtende Untersuchungen bei allen Menschen, die für längere Zeit in Deutschland bleiben und am sozialen Leben, beispielsweise Kita und Schule, teilnehmen wollen, um das Einschleppen bei uns ausgerotteter Erkrankungen zu verhindern.
Wer hier teilweise Ironie und Satire findet…
Mit TBC ist ( und war) im Gegensatz zu Corona kein Geld auf Seiten Pharma zu verdienen. Nun ist auch mit Corona kein Geld mehr zu verdienen, deshalb ist arbeiten wieder wichtiger.